Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 30. Mai 2015

Warum sind Diskos und Bars häufig dunkel?

Ich höre, wie gestern schon gesagt, die Reihe „Interviews with Dating Gurus“ von David DeAngelo noch einmal. Darin wird auch Geoffrey Miller, der Autor des sehr genialen Buches „The Mating Mind“ interviewt.

Neben anderen interessanten Sachen, die er dort sagt, fand ich insbesondere auch seine Schilderung, warum wir zum Flirten gerne in dunkle Bars oder Diskos gehen.

Er meinte, dass eine wesentliche Rolle spielt, dass dort durch die Lichtverhältnisse eine gewisse Sicherheit vor sozialer Beobachtung geschaffen wird. Das Gefühl, dass man weniger beobachtet werden kann, dass nicht alle alles wahrnehmen, würde einen insofern freier machen und einen auch eher dazu verleiten, zu flirten und gegebenenfalls eher auszublenden, dass man zuhause einen Partner hat.

Es gibt genug dunkle Ecken, in die man sich zurückziehen kann und selbst auf der Tanzfläche kann man sich in der Menge „verbergen“ und so weniger beobachtet sein.

 

Früher: Hell und offen, gut übersichtlich, anständig

Früher: Hell und offen, gut übersichtlich, anständig

Heute: Dunkler, anonymer, gut für Diskretion

Heute: Dunkler, anonymer, gut für Diskretion

 

Es würde also quasi darum gehen, dass man von dem Druck der Öffentlichkeit befreit ist. Gleichzeitig gibt es in entsprechenden Locations auch Raum, um Signalling zu betreiben, in denen man also gesehen wird und seine Vorzüge darstellen kann. Etwa Stangen, an denen man prominent tanzen kann oder entsprechende Sockel oder auch nur hellere Bereiche. Um so eher es eine „Flirtlokation“ ist, um so weniger hell wird sie sein. Die Steigerung wäre dann der „Darkroom“ (der tatsächlich dunkeler ist? ich war noch nie in einem). Um so eher es eine Lokation ist, bei der man mit Freunden hingeht oder aber auf „offizielle Dates“, um so eher kann es heller sein.

Das ist auch der Grund, warum die Stimmung der Geborgenheit weg ist, wenn am Ende das Licht angemacht wird, um die letzten Gäste rauszuschmeißen.

Es macht deutlich, welche Bedeutung für uns Menschen die soziale Anerkennung und die Angst, sich daneben zu benehmen hat.

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Responses

  1. In Bars ist es aus dem selben grund dunkel, aus dem in Bordellen sogar schumriges rotes Licht ist. Erstens fällt im dunklen nicht auf, wenn es dreckig ist, zweitens sieht man nicht, wie hässlich die Leute sind. In diesem Dämmerlicht sehen die hässlichsten Frauen ansehnlich aus. Wäre da helles Licht, kämen keine Männer mehr hin, um zu flirten(bzw. Frauen um mit Männern zu flirten), weil man dann sieht, was für hässliche Fratzen in der eigenen Stadt rumlaufen. Der besagte Darkroom ist soweit ich weiß fast Stockdunkel. Das heißt, jeder kann es mit jedem machen, Aussehen ist sogar ganz egal. Das ist auch kein Witz, ich meine das ernst.

  2. Bin mit truth einverstanden. In meinen Jugendjahren war ich häufig in Discos, sogar selber DJ. Da kam es schon mal vor, dass man sich ein Mädchen geangelt hat, das bei Tageslicht einfach ungeniessbar war.

  3. Bei der Frage nach den Lichtverhältnissen im Darkroom hilft Dir Freund Google in Kooperation mit der Welt:

    „Wie benehme ich mich im Darkroom?

    Vorsicht, Verwechselungsgefahr. Hier geht es nicht um die Entwicklung von Analogfilmfotos. In einem Darkroom wird geküsst, gefummelt und, man kann es so sagen, vor allem penetriert. Menschen stellen im Schutz der Anonymität Dinge an, die sie bei Tageslicht nicht mal ihrem besten Freund erzählen möchten.

    […]

    1. Darkrooms sind, anders, als der Name vermuten lässt, keineswegs stockdunkel. Meistens erzeugen Glühbirnen wenigstens ein dürftiges Schummerlicht, sodass man sich a) nirgends den Kopf stößt und b) die Umrisse potenzieller Sexualpartner erahnen kann, um wenigstens die schlimmsten Überraschungen zu vermeiden. Was man dagegen garantiert nicht sieht, sind Feigwarzen und akuter Genitalherpes. Es gilt oberste Kondompflicht.

    […]“

    http://www.welt.de/vermischtes/article113957717/Dinge-die-Sie-im-Darkroom-besser-lassen-sollten.html

    Da ich der Quelle allerding nicht, hm, rückhaltlos vertraue, kann vielleicht jemand mit Erfahrung auf diesem Gebiet sich als Experte äußern.

  4. „Warum sind Diskos und Bars häufig dunkel?“

    Was ist denn das für eine Frage? Natürlich wegen der rape culture!

    Im Beeghain soll ja angeblich mal ein Australier vergewaltigt worden sein. Niemand hat etwas gesehen und gehört!

    Ich warte auf die feministisch disko. Die sieht dann auch aus wie das erste Bild.

    Ich finde man sollte feminismus umbennen: Viktorianismus.

    • @tear
      „Viktorianismus“

      Die wollen weiter, ins Mittelalter, zurück, back to the roots:
      vgl
      http://gynocentrism.com/2013/11/15/the-sexual-relations-contract/

      Hexenprozesse, Inquisition…. passt doch auch dazu….

    • @teardown

      „Ich warte auf die feministisch disko. Die sieht dann auch aus wie das erste Bild“

      In der feministischen Disko kann es ja auch hell sein, das Patriarchat darf ja nicht rein und deswegen braucht es keine Heimlichkeit mehr, weil es kein Slutshaming etc mehr gibt.

      Eine feministisch gestaltete Disko im Patriarchat könnte allerdings in der Tat möglichst hell sein. Damit man auch besser nachprüfen kann, ob der Consent auch tatsächlich und auch nonverbal enthusiastic ist und auch damit jeder schauen kann, ob wieder Roofies in den Drink geschüttet werden. Und damit die Aufpasser auch ihre Creepercards besser verteilen können.

      • @chris
        „möglichst hell“

        LED-Beleuchtung mit tagesgrellen 2000 K … brauch auch wenig Rot-Anteil, bringen die mit den Haaren ohnehin mit :mrgreen:

        „Creepercards“ :staun: – ist ja wirklich creepy.

  5. Stimmt so in etwa. Stockfinster ist es da nicht.

    • Stockfinster wäre ja auch etwas ungünstig. Etwas Sicht dürfte bei Sex schon sehr vorteilhaft sein.. Zudem sind Männer ja auch optisch ausgerichtet. Aber es würde Sinn machen, wenn es _eher_ dunkel ist, weil es uns das Gefühl gibt unbeobachteter zu sein.

      • Ich denke, hinzu kommt noch, dass Halbdunkel sozusagen die Beergoggles für Nicht-Trinker ist.

  6. Es ist in aller Regel eben so dunkel, dass man gerade noch erkennen kann, wo sich die Jungs befinden. Einzelheiten sind nicht zu erkennen. Im übrigen sucht man sich seinen Sexpartner häufig auch nicht im darkroom aus, sondern in einer ausreichend beleuchteten Zone.

  7. Ganz klarer Fall: Diskos und Bars sind dunkel, weil die genderfeministische Weltverschwörung die Männer so viel besser unterjochen kann.

    • Eine Bekannte von mir meinte, Religionen seien von Männern erfunden worden, um Frauen zu unterdrücken.

      Wie wär´s mit ner Verschwörungssammelseite?
      🙂

      • >>“Eine Bekannte von mir meinte, Religionen seien von Männern erfunden worden, um Frauen zu unterdrücken.“

        Selbst wenn es so wäre, Chapo an die Männer!

        Wie kontrollieren Frauen die Sexualität von Männern? „Schatz, ich habe Kopfschmerzen“; „Schatz, ich bin müde“.

        Männer denken sich ganze Religionen aus! Haha…perfide und genial!

        Aber mal im Ernst, dass gerade Feministinnen sich über die angebliche Machtausübung von Männern in Sachen weiblicher Sexualität aufregen. Hallo?

        Wer möchte denn eigentliche jegliche sexuell intendierte Handlung zwischen Mann und Frau von „angucken“ (!), über „anfassen“ bis zum Sex kontrollieren, reglementieren und überwachen?

        Wo ist die Männerbewegung, die so etwas von Frauen einfordert?

        Wenn Arbeitskolleginnen von mir heute weggehen zum feiern, ICH habe Null Macht. Das Christentum übrigens auch nicht…

  8. Ich finde Millers Ansicht gut nachvollziehbar. Soziale Regeln in allen Kulturen – besonders denen, die ärmer sind – ziehlen ja häufig auf Sexualität und Paarbindung ab. Da scheint es doch eine erhebliche biologische Komponente zu geben, die der Kultur zugrunde liegt.

    Die dunkle Party oder Bar ist daher sozusagen eine Gegenstrategie, die den jungen Menschen nützt, weil sie meist (in der Regel?) ganz andere sexuelle Interessen haben als ihre Eltern, die Dorfältesten usw.

    Und selbst in unserer reichen und freien Gesellschaft, wo selbst Schwule sich offen küssen können, ohne das Gefängnis von innen kennzulernen, gibt es immer noch einen gewissen Trieb, die Beziehungen und das Sexverhalten anderer zu bewerten, zu kontrollieren etc. Daher hält sich ein Brauch wie die Abdunkelung von Paarungsorten.

    • „doch eine erhebliche biologische Komponente zu geben, die der Kultur zugrunde liegt“

      Kultur und auch Religion ist in weiten Teilen der Versuch der Kontrolle oder besser Reglementierung der Sexualität, damit diese nicht die Gesellschaft und das gesamte Leben beherrscht.
      Da der Mensch ja sozusagen permanent in Brunft ist und keine spezielle kurze Paarungszeit kennt ist das in gewisser Weise sicher nötig.
      Diese Versuche scheitern mit schöner Regelmäßigkeit. Wir können täglich beobachten, das das gesamte Leben bzw. die Kultur von Balzverhalten bestimmt wird.
      Entgegen der allgemeinen politisch korrekten Auffassung, das da die Männer der treibende Keil sind habe ich im Gegenteil den Eindruck, das diese Sexualisierung wesentlich von Frauen ausgeht. Nur das bleibt unsichtbar, ähnlich, wie bei häuslicher Gewalt.
      Das langjährige provozieren einer Frau bleibt unsichtbar, weis der Mann sich nicht mehr zu helfen und schlägt in Notwehr einmal zurück, dann ist er der böse aktive Täter. Frauen wissen sehr genau um diese Macht die sie über Männer haben.
      Im Grunde ist der Feminismus auch nur eine Variante weiblichen Beschämungs- und Kontrollverhaltens, nur eben eine ziemlich Dumme, weil er die Gefahr in sich birgt, das Männer sich ihrer Situation bewusst werden. Was sich u.a. auch hier, aber auch zunehmend außerhalb der Blase zeigt.

  9. Der Grund der Dunkelheit liegt schlicht und einfach darin, daß das Tanzen mehr Spaß macht. Natürlich fällt auch das extravertierte Tanzen leichter, wenn es nicht so helle ist.

    Christian sollte mal seine Sexsucht behandeln lassen. Für ihn ist die ganze Welt darauf zugeschnitten, daß man Frauen aufreißt und mit ihnen Sex hat. Wahrscheinlich würde er auch einen entsprechenden Sinnzusammenhang herstellen, wenn er sich fragt, wozu eigentlich Gullideckel da sind.

    Männer können sich leichter in der Kanalisation als tüchtige Kerle bewähren und so kostspielige Signale an Frauen aussenden. Gullideckel sind ureigentlich dazu da, um die Chancen auf Sex zu erhöhen.

    That’s Christian’s Science.

    • WUAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHAHA !!!!!! ROFL

      Kirky, du bist der GEILSTE!!!!

      Ich geb dir einen aus, Alter …. bis der Arzt kommt!!! 😀 😀 😀

    • @ kirk

      Blödsinn. Gullideckel sind ein Symbol der allegegenwärtigen patriarchalen Unterdrückungsmentalität. Schmutzige Männer mit Gummi(!)stiefeln entfernen gewaltsam die Gullideckel, um so besser in die Kanalisation eindringen zu können. Sie penetrieren die Kanalisation, die stellvertretend für die weibliche Sexualität steht, um sie zu säubern und auf diese Weise der für sie angstbesetzten weiblichen Sexualität Herr zu werden.

      So schaut’s aus.

  10. […] Alles Evolution wurde die These geäußert, Discos und Bars seien so dunkel, damit man dort leichter flirten könne. Aus DJ habe […]


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