Solidarität unter Frauen und die Abgrenzung zu Männerhass

Naekubi hatte ich hier schon einmal, mit ihrer Ansicht, dass Komplimente der Verdinglichung und Abwertung von Frauen dienen.

Jetzt hat sie bei der Mädchenmannschaft einen Artikel zum „Schwesterncode“ eingestellt, den ich auch interessant finde:

Sie hat sich auf einer Firmenfeier betrunken und eine Kollegin kümmert sich um sie:

“Wie ist deine Adresse nochmal, Naekubi?” Ich hing an der Schulter meiner neuen Kollegin und konnte kaum verbergen, dass ich mich nur mit Mühe auf den Beinen hielt. Es war kurz nach Mitternacht an einem Donnerstagabend auf einer Promotion-Party und mir war schlecht. Sehr schlecht.(…)

Die Kollegin hatte ein Taxi hergewinkt und öffnete die Beifahrertür, um mit dem Fahrer zu sprechen. Ich schaffte es noch, halbwegs verständlich meine Straße zu nennen, während sie mich vorsichtig auf den Rücksitz des Wagens bugsierte und die Daten durchgab. “Komm gut nach Hause!” Die Kollegin schlug die Tür des Fahrzeugs zu, winkte mir noch aufmunternd und ich war auf dem Weg durch die Nacht, nach Hause. 15 Minuten und 15 Euro später lag ich in meinem Bett.

Soweit nichts ungewöhnliches. Sie betrinkt sich auf einer Party, eine Freundin setzt sie in ein Taxi und dieses bringt sie nach Hause. Die Gedanken der Autorin dazu finde ich interessant:

Kurz bevor ich in rauschhaften Schlaf verfiel, kam mir ein kurzer Gedanke: Ein geheimer Schwesterncode. Die Sache ist die: Viele Frauen würden nach wie vor das Label “Feministin” von sich weisen, wenn man sie danach fragen würde. “Nein, ich rasiere mir die Achseln und ich mag Männer!” heißt es da immer wieder entrüstet. Das Klischee der achselhaarbewehrten, latzhosentragenden Feministin – es ist nach wie vor lebendig, und zu selten stellt sich die Frage, warum man überhaupt meint, sich von diesen Attributen unbedingt abgrenzen zu müssen. Und auch der Netzfeminismus kriegt praktisch jeden Tag sein Fett weg, nicht nur von Männern. Solidarität zwischen Frauen? Klingt abgehoben, zu theoretisch, zu links. Warum sollte man sich mit jemandem verbünden, nur weil man das selbe Geschlecht hat? Viele Frauen halten solch feministische Proklamationen im Alltag nicht für notwendig. Sich als Feministin identifizieren erst recht nicht.

Da sieht sie also eine Solidarität unter Frauen, die sie in Bezug auf den Feminismus vermisst. Dazu würde  mir zuerst einfallen, dass eben in vielen Fällen der moderne Gender-Feminismus gar keine Frauensolidarität ist, sondern vielen eben als zu weitgehend erscheint, zu sehr auf ein Nullsummenspiel der Geschlechter ausgerichtet und zu weit weg von der Wirklichkeit. Wer sich wirklich darauf einlässt, in die feministische Theorie einzusteigen, der bekommt eben erst einmal Verhaltensregeln auferlegt, darf nicht zu geschlechterrollenkonform sein, muss gleichzeitig aufpassen, dass er andere Diskriminierungsformen nicht beachtet und wird auch bei Männern schlechter ankommen, weil diese die Feindseligkeit, die in dieser Ideologie herrscht, ja durchaus mitbekommen.

Weiter bei der Autorin:

Gedankenfetzen wirbelten mir durch den Kopf, als ich im Bett lag, was nicht nur auf den Alkohol zurückzuführen war. Kolleginnen und Kollegen hatten im Club immer wieder gefragt, ob alles in Ordnung war. Den Männern sagte ich: Klar, alles bestens. Hauptsache sich nicht angreifbar machen. Ich kannte sie nicht gut, Misstrauen war aus meiner Sicht als Frau deshalb  angeraten. Den Frauen sagte ich schließlich: Mir geht es nicht gut. Ich traute mich, meine Verwundbarkeit zu zeigen. Sie verstanden – meine Aussage deuteten sie sofort richtig: Bring mich bitte hier weg. Genau das taten sie: Sie stützten mich, saßen mit mir auf der Couch, gaben mir Wasser. Kurz: Sie kümmerten sich um mich und halfen mir. “Mir ist das auch schon mal passiert – ich weiß, wie das ist,” sagte die Kollegin, die mir das Glas Wasser besorgt hatte.

Da wird es eigentlich schön deutlich: Sie hat ihre Männerfeindlichkeit so weit verinnerlicht, dass sie es nicht mehr schafft, sich einem Mann anzuvertrauen, auf das er ihr ein Taxi ruft. Die Rape Culture macht eben auch in dieser Hinsicht paranoid: Männer würden ihre Schwäche nach ihrer Vorstellung anscheinend direkt ausnutzen. Mich verwundert etwas, dass anscheinend einfach ein Taxi gerufen worden ist: Die meisten Taxifahrer sind ja männlich. Das wiederum scheint aber okay gewesen zu sein, diesen Mann nimmt sie als Dienstleister anscheinend überhaupt nicht wahr.

Einschränkend kann ich verstehen, wenn einem bei bestimmten Personen unwohl ist, wenn sie jemanden nach Hause bringen, der betrunken ist. Und ich kann auch verstehen, wenn dieses Gefühl bei Männern in Bezug auf Frauen eher auftritt, denn entsprechendes sexuelles Interesse wird eben eher der Mann haben. Das in einen Generalverdacht umzuwandeln, der sich gegen all ihre Kollegen richtet, das hingegen halte ich dann doch für etwas ungewöhnlich, insbesondere wenn es um das Rufen eines Taxis geht. Irgendwie kommt da dann doch durch:

Sicherlich wäre es besser, wenn gerade Frauen sich offen zum Feminismus bekennen würden (wenn sie schon von seinen Errungenschaften profitieren). Es wäre schön, wenn sich alle offen dazu bekennen könnten. Doch bevor es so weit ist, begnüge ich mich mit dem Schwesterncode.

In einer Welt, in der Mann Männer im wesentlichen als Bedrohung ansieht, ist das ja auch durchaus verständlich, da hat man ja sonst keine Verbündeten.

Interessanterweise findet sich darunter ein ungewohnt kritischer Kommentar:

Ich kann nachvollziehen, dass Kontrollverlust bedrohlich wirkt – aber in einer solchen Situation nur Frauen als vertrauenswürdig einzustufen, stellt für mein Verständnis Männer unter einen Generalverdacht. Ich war weiß Gott schon oft besoffen in Clubs und auf Partys, bin nach dem Kotzen auf der Toilette eingeschlafen, hab auch schon mehr unter dem Tisch gehangen als daran gesessen – trotzdem habe ich mich nie als gefährdet betrachtet. Sicher: Nur weil mir nie etwas passiert ist und weil ich nie Angst vor sexueller Gewalt hatte, heißt das nicht, dass das kein reelles Risiko ist. Aber wenn ich mich um eine betrunkene Frau kümmere und die mir im Nachhinein zuschreiben würde, ich hätte unausgesprochen auch die Bedrohung der sexuellen Gewalt gewusst, wäre ich damit mega uneinverstanden. Wenn ich mich um eine betrunkene Frau kümmere, dann nicht, weil ich sie vor Männern schützen will, sondern weil ich sehe, dass es ihr schlecht geht und sie Wasser braucht und ein Taxi. Und wenn ich ihr sage, dass mir das auch schon passiert sei, dann deshalb, weil ich auch schon Wasser und ein Taxi brauchte.

Ich bin Feministin und ich kann mich mit diesem Text überhaupt nicht identifizieren. Schade, dass gerade ein Text, der sich über die männerhassende Zuschreibung von Feminismus beschwert, auf derart generalisierende Weise Frauen in Verbündete und Männer als potenzielle Gefährder aufteilt. 

Der letzte Satz ist in der Tat etwas, was dem ganzen eine gewisse Ironie gibt: Sie beschwert sich, dass Feministinnen als männerfeindlich angesehen werden, und lässt dann im folgenden ein Weltbild erkennen, dass eben genau Männerfeindlichkeit ausdrückt.

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65 Gedanken zu “Solidarität unter Frauen und die Abgrenzung zu Männerhass

  1. Wieso kommt hier überhaupt jemand (egal ob Mann oder Frau) auf die Idee, sich in aller Öffentlichkeit so zu betrinken, dass man eine rote Ampel nicht mehr von einer grünen unterscheiden kann? Ich finde, Bewusstsein trübende Drogen sollten ab einer gewissen Dosis nur in privaten Räumen konsumiert werden, wo es keine bösartigen Fremden gibt und gute Freunde auf einen aufpassen. Grund: Der gleiche, warum wir Schlösser an der Haustür haben und nicht Diebe um mehr Rücksicht bitten.

    • Ja. Da kann ich nur direkt auf meinen Post von gestern und der Frage, wie sich „Verantwortung“ und „Feminismus“ zueinander verhalten.

      Sie ist neu in der Firma, kennt noch nicht viele, und auf der ersten (Beförderungs)Feier gehts gleich richtig ab? „Alkohol, auf Firmenkosten“…

      Herrlich, dieses professionelle Verhalten. Und dann wird beklagt, warum man nicht ernstgenommen wird. Und das liegt dann natürlich daran, dass man Frau ist und strukturell unterdückt wird. Diese Selbstoffenbarung der eigenen Infantilität von Feministinnen ist immer wieder beeindruckend. Das letzte Mal ja bei Tugendfurie die trotz Prädikatsmaster in Germanistik (scare ressource am Arbeitsmarkt wie wir wissen) keinen Job findet. Aber nicht alle Männer müssen sterben…

      Haha…lächerlich….

      • „in der Firma“

        Wohlgemerkt, es war eine *Firmenfeier*…..
        Sich da hemmungslos zu besaufen kann wohl ohne mit der Wimper zu zucken als extrem unangebracht bezeichnet werden 😦

        …. und alles, was dazu einfällt sind „Schwesterncodes“….

  2. > Sie hat ihre Männerfeindlichkeit so weit verinnerlicht, dass sie es nicht mehr schafft, sich einem Mann anzuvertrauen, auf das er ihr ein Taxi ruft. Die Rape Culture macht eben auch in dieser Hinsicht paranoid: Männer würden ihre Schwäche nach ihrer Vorstellung anscheinend direkt ausnutzen.

    Ich sage erstmal „Na und?“. Wenn manche Frauen schon einen Blick als Vergewaltigung betrachten, dann sind nach ihrer Definition 90 % der Männer Vergewaltiger und es ist sinnvoll, sich nicht Männern anzuvertrauen. Das ist ihre persönliche Risikoabschätzung.
    Ich frage mal umgekehrt: Du, Christian, wirfst doch einigen Männern übertriebene Vorsicht vor Frauen vor (wegen finanzieller Ausnutzung usw.). Wie groß ist denn der Feministinnenanteil bei deutschen Frauen mittleren Alters? 1%, 10 oder gar 50? Wie groß ist denn die Gefahr von finanzieller Ausnutzung oder gar Falschbeschuldigung? Ab welchem Anteil sollten denn Männer besonders vorsichtig („paranoid“) werden?

    • Da Scheidungen keine seltenen Ereignisse (Die Mehrheit aller Ehen enden darin und Frauen scheiden sich häufiger als Männer) und eine Scheidung einen Mann oft finanziell und oder emotional geschädigt zurücklassen kann, ist die Frage relativ einfach rational zu beantworten.

      Die Chance nach einer Party wegen dem eigenen Alkoholkonsum von einem wildfremden Mann missbraucht zu werden ist (ausser man glaubt den Feministinnen, dass 99.99% aller Vergewaltigungen nicht angezeigt werden) ist sehr, sehr gering. Vergewaltigung ist strafbar.

      Die Chance nach einer bis zu 5-Jährigen Ehe eine Scheidung zu kassieren, die dich für immer von deinen Kindern trennt und zudem finanziell stark belastet wird wohl irgendwo um die 40% liegen. Der Prozess ist vollkommen legal.

      Die Risikoeinschätzung soll jeder Mann für sich selber durchführen. Gesellschaftlich ist es so, dass das erwähnen des niedrigen Risikos einer Vergewaltigung einer Frau frauenfeindlich ist; genauso wird es als frauenfeindlich (auch von einigen Maskulisten hier) angesehen, wenn die Risiken für Männer in Langzeitbeziehungen thematisiert werden.

      Das Risiko eine Falschbeschuldigung dürfte genauso minimal sein wie das erste Szenario. Beides sind extrem unwahrscheinliche Ereignisse, die in einer nüchternen Risikoanalyse eigentlich vorkommen oder keinen hohen Stellenwert haben sollten.

        • Ja.

          Frauen stellen heutzutage im Hinblick auf Beziehungen fast ausschließlich eine Belastung dar.

          Nimmt man das misandrisch heuchlerische Umfeld hinzu ist das ein nicht nur ein Romatik- und Liebeskiller, sondern auch ein Vertrauensvernichter.

          Zurecht.

          Aber manche Männer sind vielleicht so masochistisch identitätsgestört, dass sie meinen da irgendwo so weitermachen zu können. Eine Art Femdom mit weiblichem Chauvinismus …

        • Irgenwie amüsiert mich auch bei dem Thema wieder die unbemerkte Spiegelung auf beiden Seiten: Schrödingers Ausbeuterin/Falschbeschuldigerin ist auch kein sinnvolleres Alltagsbild, als Schrödingers Vergewaltiger. 😉

        • @DMJ

          Ich würde da schlicht von einer Spiegelung sprechen. Vergewaltigung/Falschbeschuldigungen sind extrem rar; Scheidungen mit Transferleistungen hingegen gar nicht. Da gibt es schlicht keine rationale Basis diese zwei sehr unwahrscheinlichen Faktoren mit etwas völlig „normalem“ wie einer Scheidung zu vergleichen. Als Mann ist es völlig lächerlich nach jedem sexuellen Erlebnis von einer Falschbeschuldigung auszugehen (auch wenn diese genau wie Vergewaltigungen natürlich durchaus real sind). Wenn man so denkt, dann verbringt man definitiv zu viel Zeit in diesem Teil des Internets.

          Sich als Mann allerdings Gedanken zu machen, dass man nicht in einer Ehe landet, die geschieden wird, ist rational völlig verständlich. Denn dieser Ausgang ist die Mehrheit und schlicht sehr wahrscheinlich. Die Langzeitfolgen einer Scheidung sind immens, besonders wenn Kinder daran beteiligt. Die wenigsten Männer „überleben“ eine Scheidung ohne finanziellen und/oder emotionalen Schaden.

        • Würde da noch weiter gehen.

          Eine Frau, die heutzutage ehrlich ist und tatsächlich etwas von ihrem Liebespartner hält bringt ihn nicht in die gesetzlich missbräuchliche gewordene Situation zu heiraten.

          Und einen Gedanken sollte man schon immer daran verwenden, ob man es mit einer Unterstellerin zu tun hat.

          Das Umfeld befördert die Entwicklung dieser Charaktäre. Daher ist auch das mittleweile eher rational.

        • Natürlich, blind in eine Ehe laufen sollte man auch nicht. Bin auch nicht der größte Fan dieser Institution und halte Eheverträge für eine gute Sache.
          Ich verstehe jeden Mann, dem eine Ehe ein zu großes Risiko ist, aber meist geht es einfach das winzige bischen zu weit. Ich meine, nehmen wir einfach petpanthers letzten Beitrag:

          „Eine Frau, die heutzutage ehrlich ist und tatsächlich etwas von ihrem Liebespartner hält bringt ihn nicht in die gesetzlich missbräuchliche gewordene Situation zu heiraten.“

          Ich unterstelle, die meisten Frauen, die heiraten wollen, wollen es aus romantischen Gründen. Die gehen wirklich davon aus, dass es ewig halten und man sich ewig lieben wird.
          Entsprechend ist es auch aus ihrer Sicht nicht rücksichtslos oder hinterhältig, es anzustreben.
          Man begnüge sich doch einfach mit der rechtlich unvorteilhaften Situation, aer moralisiere das nicht gegen die einzelne Frau.

        • @ DMJ

          Über die Motivation der beiden Parteien mache ich ja keine Aussage; nur über die Folgen. Und die sind für die Männer und deren Kinder meistens entsprechend fatal. Dass dabei unter Umständen vielleicht beide Geschlechter an ein soziales Narrativ der ewigen Liebe oder so ähnlich glauben, will ich nicht ausschliessen, das macht die Sache aber nicht wirklich besser.

          Nur so am Rande; würden Männer umgekehrt durch einen solche Konvention diesen Schaden stattdessen an Frauen verursachen, die moralische Entrüstung wäre unaufhaltsam und es würden verbindliche Gesetzte innert Tagen durch alle rechtlichen Instanzen durchgedrückt werden, um diesen Mechanismus für Männer zu kriminalisieren.

        • @ DMJ

          Stell dir einmal vor, dass auch Frauen erwachsene Menschen sind.

          Und dann auch genauso Verantwortung haben und es ihnen auch zuzumuten ist bzw. werden sollte.

          Eine derartige rechtliche Asymmetrie ist zum einen nicht mehr rechtfertigt, zum anderen beeinflusst es die Beziehung auf allen Ebenen. IdR nicht zum Vorteil.

          Da noch so etwas von Romantik zu faseln ist m.E. Augenwischerei, da ja tatsächlich eine missbräuchliche Sitution von der Basis her entsteht.

          Der Mann wird heutzutage automatisch staatlich vorkriminalisiert. als Vater sowieso. Das ist nichts mehr um sich darauf uch für sich selbst ein sicheres Leben aufzubauen. Und das wissen viele dann letztlich auch. Da steht immer Beklemmung mit im Raum.

          Das ist die ehrliche Version.

  3. Auch die anderen Kommentare sind interessant:

    So schreib lovisdh als Antwort:

    >>“die strukturelle ebene zeigt, wie gesellschaftliche macht- und gewaltverhältnisse strukturiert sind und was diese bewirken. da gibt es viele studien und untersuchungen. diese zeigen: frauen(TM) werden systematisch unterdrückt und die mittel dazu sind unter anderem (sexualisierte) gewalt, verdrängung ins private(im gegensatz zum öffentlichen) und ausschluss aus entscheidungs-/machtpositionen und vieles andere.[…] dann die individuelle ebene: wir kennen z.b. menschen kennen, die als männer(TM) eingeordnet werden, die total fürsorglich / unbedrohlich / respektvoll / .. handeln und frauen(TM), die antifeministisch / gewalttätig / unsolidarisch .. handeln. das kann gut sein, aber das heisst nicht, dass damit die analyse der strukturellen gewalt ungültig oder widerlegt ist.“

    >>“ich finde, du verwendest hier den begriff “generalverdacht”(also etwas, was generell ungerecht sei) mit dem effekt, die strukturellen gewaltverhältnisse zu verschleiern und (im logischen schluss) zu behaupten, dass wir*, wenn wir männer(TM) als potentielle täter bezeichnen, männer* diskriminieren würden oder so.
    und das ist meiner ansicht nach bullshit, den ich auch schon von antifeministen gelesen habe.“

    Ich finde das immer wieder erstaunlich, wie einfachste Stochastik nicht verstanden wird, oder es will einfach nicht verstanden werden. Viele Täter sexualisierter Gewalt sind Männer, aber nur die wenigsten Männer sind Täter sexualisierter Gewalt.

    Der Trick ist also NICHT die Verteilung „Nichttäter und Täter“ der Grundgesamtheit „Mann“ als Bezugsgröße zu nehmen, sondern die Merkmalsausprägung (männlicher Täter und weiblicher Täter) innerhalb der Verteilung „Täterschaft“. Das ist aber riesiger Quark:

    Ein Täter wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Merkmal „Mann“ aufweisen.
    Ein Mann wird hingegen mit noch höherer (!!!) Wahrscheinlichkeit das Merkmal „Nicht-Täter“ aufweisen.

    >>“für mich persönlich heisst das, dass es keine beleidigung aller männer* ist, wenn männer(TM) als potentielle sexualisierte-gewalt-täter bezeichnet werden, denn das gehört zur männlichkeits(TM)konstruktion dazu, es wird hier das klischee bedient.“

    Das schreibt sie selbst! „Männlichkeit“ heißt sexualisierte Gewalt…eieieiei….es ist das bisherige Klischee eines „echten Mannes“ zu vergewaltigen, aber nun dank Feminismus wird das endlich dekonstruiert! Un-fass-bar!

    Was mich aber am meisten faziniert hat: Das diese Leute sich ernsthaft wundern, warum Feminismus als misandrisch wahrgenommen wird. Hahahaha….

    Aber gut, diese Leute haben auch kein Problem damit als neuer Mitarbeiter in einer Firma sich bei der ersten Feier auch gleich (Bzw. überhaupt) so volllaufen zu lassen, dass ihnen Sprache und Motorik vollkommen versagt, und sie in ein Taxi von noch unbekannten Kollegen(Innen) getragen werden müssen.

    • „Ein Täter wird mit hoher Wahrscheinlichkeit das Merkmal “Mann” aufweisen.
      Ein Mann wird hingegen mit noch höherer (!!!) Wahrscheinlichkeit das Merkmal “Nicht-Täter” aufweisen.“

      Damit dürfte eigentlich auch die Frage von @Rolf, nach den Falschbeschuldigerinnen beantwortet sein?

    • Ich finde das immer wieder erstaunlich, wie einfachste Stochastik nicht verstanden wird, oder es will einfach nicht verstanden werden.

      Wenn es um eine andere Gruppe als Männer, insbesondere die Eigene, geht wird diese einfachste Stochastik meistens sehr gut verstanden. Das haben Feministinnen mit fast jedem gewöhnlichem Rassisten gemein.

      Der Trick ist also NICHT die Verteilung “Nichttäter und Täter” der Grundgesamtheit “Mann” als Bezugsgröße zu nehmen..

      Man destilliert aus der Gruppe der Täter eine Wesenhaftigkeit heraus, die man dann dem ganzen angeschuldigtem Kollektiv, ohne weiteres Ansehen der Person, als inhärent zuschreiben kann:

      für mich persönlich heisst das, dass es keine beleidigung aller männer* ist, wenn männer(TM) als potentielle sexualisierte-gewalt-täter bezeichnet werden, denn das gehört zur männlichkeits(TM)konstruktion dazu, es wird hier das klischee bedient.

      Was für den Rassisten die genetische Determination zu einer Gewaltneigung ist, ist für die Feministin die „strukturelle Determination“ zu einer Vergewaltigungsneigung. AlleMänner profitieren demzufolge unausweichlich von sexueller Gewalt. „Rape is a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.“ (Susan Brownmiller) – also ist so lange, bis das jüngste Gericht das Patriarchat abgeschafft hat, die Neigung zu Vergewaltigungen ein unausweichlicher Wesenszug von Männlichkeit. Nur der Feminismus bzw. das Bekenntnis zu den Privilegien kann diese Neigung – allenfalls – containen.

      dann die individuelle ebene: wir kennen z.b. menschen kennen, die als männer(TM) eingeordnet werden, die total fürsorglich / unbedrohlich / respektvoll / .. handeln und frauen(TM), die antifeministisch / gewalttätig / unsolidarisch .. handeln. das kann gut sein, aber das heisst nicht, dass damit die analyse der strukturellen gewalt ungültig oder widerlegt ist.

      Abgesehen davon, dass diese Madame(?) den Begriff „strukturelle Gewalt“ nicht verstanden hat schließt sie natürlich nur allzu folgerichtig auf jedes Individuum des von ihr konstruierten Täterkollektives:

      und das nur, damit auch ja keiner deiner freunde, die sich als männer(TM) positionieren, das schlechte gefühl habe muss, in die gruppe der potentieller täter zu gehören?
      warum darf das männern* nicht zugemutet werden? wenn sie* sich ernsthaft mit feminismus auseinandersetzen, kapieren sie das doch selber?
      und beweisen zum beispiel mit ihren taten, dass das auf sie* eben nicht zutrifft.

      Männer müssen also erst beweisen, dass sie unschuldig sind. Und weil man das so schön pseudointellektuell verschwurbelt hat, ist dieser unzulässige Induktionsschluß _selbstverständlich_ kein Generalverdacht. Strukturen und so..

      Das Problem liegt hier ganz einfach darin, dass die Gesellschaft bei Männern eine solche pseudointellektuelle Legitimation von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit toleriert. Hier versagen die gesellschaftlichen Schutzmechanismen. Gäbe es zu Connell äquivalente anerkannte Autoritäten, die eine solche Legitimation für niedere Instinkte gegen beispielsweise Juden anbieten würden, würden auch reichlich Judenhasser wenig Scheu zeigen, ihren niedersten Instinkten freien Lauf zu lassen. Die Geschichte hat das hinreichend bewiesen.

  4. Schwesternsolidarität? „Naekubi konnte sich nicht beherrschen und hat sich mal wieder ins Koma gesoffen.“ – Gut, ruf ihr ein Taxi, dann sind wir sie los.“

    Wenigstens wissen wir jetzt, warum Feminismus oft so irre Theorien hervorbringt. Weil sie im Vollrausch fabriziert werden 😀

    • Oh Mann.
      > Ich traute mich, meine Verwundbarkeit zu zeigen. Sie verstanden – meine Aussage deuteten sie sofort richtig: Bring mich bitte hier weg. Genau das taten sie: Sie stützten mich, saßen mit mir auf der Couch, gaben mir Wasser.

      Oh bitte, gib mir Wasser!

      Ich würd mal sagen, die ganzen „Gedankenfetzen“ sind mit „im Vollrausch fabrizierter Frauenkitsch“ ausreichend zusammengefasst ;-).

      • >>“Ich würd mal sagen, die ganzen “Gedankenfetzen” sind mit “im Vollrausch fabrizierter Frauenkitsch” ausreichend zusammengefasst ;-).“

        Ja, diese Leute sind immer mehr komplett in ihrer eigenen Welt. 😀

        Benehmen sich selbst daneben und andere versuchen die Sache unauffällig zu beseitigen und sie feiert das ab als Frauensolidarität.

        Ich bin mir sicher, die „solidarischen“ Frauen haben sich, nachdem Alki-Leiche ins Taxi abgeladen wurde, erstmal gefragt, wer eigentlich diese neue Kollegin ist, die sich nicht im Griff hat, und die auf einer Firmenfeier (!) um 0h (!!) sternhagel dicht ist und nicht mehr alleine laufen kann (!!!).

        Denen ist nichts zu peinlich, um es noch für ihre Ideologie zu verklären. Das ist Feminismus heute, die Verdeckung der eigenen Verantwortungslosigkeit, die (Ver)Erklärung der eigenen Lebensunfähigkeit (hier angemessener Alkoholkonsum)…

  5. Mittlerweile sollte auch dem Letzten klar sein, dass Männerhass essenziell für den Feminismus ist. Ohne Männerhass kein Feminismus. Punkt. Der wievielte Artikel mit dieser Erkenntnis zum Schluss ist das nun eigentlich, Christian?

    • Man wird wohl so lange solche Artikel schreiben müssen, bis tatsächlich auch der Letzte in der Lage ist, die hassverzerrte antihumanistische Fratze hinter der pseudoprogressiven Maske zur Kenntnis zu nehmen.

    • Man blättere ein wenig in diesem Blog zurück und beschäftige sich mit Dr. Christina Hoff Sommers. – Ein, tatsächlich auf Gleichberechtigung ausgerichteter Feminismus ist möglich. Nur hat er natürlich wenig auffällige Kämpferinnen, weil es laute Stimmen meist eher zu den Rändern zieht, wo es mehr zu schreien gibt.

      • „Ein, tatsächlich auf Gleichberechtigung ausgerichteter Feminismus ist möglich.“

        In Träumen und als Luftschloß, sicher. 🙂

        Wäre so als wolle man Gleichberechtigung zu Femiberechtigung umtaufen. Und warum wohl? Weil Feministen eben keine Humanisten sein mögen … Und sie werden wissen warum.

      • Ein, tatsächlich auf Gleichberechtigung ausgerichteter Feminismus ist möglich.

        Er wäre möglich, wenn man das in Jahrzehnten aufgebaute geistige Fundament einer gründlichen Revision unterziehen würde. Es ist nun mal leider nicht so, dass man Feminismus aus einem kulturellem Vakuum heraus neu erfinden kann. Feminismus hat eine Geschichte und man kann es nicht vermeiden, sich zu dieser Geschichte zu positionieren. Vermeintliche nicht-Positionierung, wie sie unsere Meinfeminismus-Feministinnen vor sich hertragen, ist auch eine Positionierung – eine kritiklose Affirmation nämlich.

        Wenn unser liebes Marenleinchen beispielsweise Anita Sarkeesians „Feminist Frequency“ ohne jede kritische Distanz unheimlich dufte findet, dann macht sie sich das geistige Fundament dieser Person zu eigen, und dessen Ursprung ist leider im Fall der Idee der „sexual objectification“ Catherine MacKinnon und Andrea Dworkin.

        Wenn unsere liebe Robin ein Fangirl von Frau Dingens ist und keine kritische Distanz zu deren Positionen entwickeln kann, dann macht sie sich eben deren radikalfeministisches Mindset zu eigen. Ob sie davon etwas wissen will oder nicht ist dabei politisch komplett irrelevant. Sie hat sich so dazu positioniert und das ist eben eine politische Aussage.

        Bei fast jeder feministischen Selbstverständlichkeit liegen radikalfeministische Prämissen zugrunde, mit denen man sich eben schonungslos auseinandersetzen muss um sie nicht mitzutragen. Dazu sind aber offenbar nur sehr wenige einzelne Feministinnen bereit. Von einer entsprechenden Strömung kann nach meiner Einschätzung nicht gesprochen werden.

        Man würde jeden, der sich ohne jedwede kritische Distanz Elemente des NS zu eigen macht als Nazi bezeichnen – vollkommen unabhängig davon, ob er nun die Nationalsozialistische Rassenlehre kennt oder nicht. Aus gutem Grund, denn er zeigt dass er sich in deren Reihen eingliedert.

        Es wird endlich Zeit, dass wir auch Frauen an ihrer politischen Positionierung messen und sie dafür zur Verantwortung ziehen. Jeez!

        • Wobei sich dann direkt fragen lässt, wie denn ein um die ganzen intoleranten Konzepte gereinigter Nationalsozialismus bzw. Feminismus noch groß von „menschenwürdigen“ Theorien abzugrenzen wäre.

          Wäre nicht der Ausschluss des unmenschlichen das ende des feminismus?

        • Wobei sich dann direkt fragen lässt, wie denn ein um die ganzen intoleranten Konzepte gereinigter Nationalsozialismus bzw. Feminismus noch groß von “menschenwürdigen” Theorien abzugrenzen wäre.

          Was dann vom NS noch übrig bleiben sollte weiß ich nicht. Beim Feminismus fällt mir das schon etwas leichter: „Gleiche Rechte, gleiche Pflichten“ oder „Abschaffung der weiblichen Hypoagency“ fällt mir dazu Stichpunktartig ein.

          Wäre nicht der Ausschluss des unmenschlichen das ende des feminismus?

          Wie gesagt, man müsste wohl fast das gesamte in Jahrzehnten etablierte geistige Fundament des real existierenden Feminismus revidieren und so einige neue männliche Perspektiven einbringen. Insofern fällt es tatsächlich .. etwas schwer, sich das vorzustellen.

          Nach meiner Auffassung ist das Label hoffnungslos verbrannt. Man müsste sich ein neues Label einfallen lassen, um überhaupt deutlich zu machen dass man konsequent mit tief verwurzelten Traditionen bricht.

        • Wäre nicht der Ausschluss des unmenschlichen das ende des feminismus?

          Im Grunde ja, weil dann der Begriff „Feminismus“ eigentlich schon grundsätzlich verfehlt wäre. Nach meiner Auffassung kann man nicht sinnvoll nur ein Geschlecht betrachten, die Geschichte der Geschlechter ist nach meiner Auffassung eine Geschichte gegenseitiger Verstrickungen und Abhängigkeiten. Das bringt nichts und niemand weiter.

          „Feminismus“ impliziert schon als Begriff, dass sich Frauen von irgendwas „befreien“ und das schließt eigentlich schon jede Gegenseitigkeit aus. Die Hypoagency ist damit also schon im Begriff eingebaut.

          • “Feminismus” impliziert schon als Begriff, dass sich Frauen von irgendwas “befreien” und das schließt eigentlich schon jede Gegenseitigkeit aus.“

            Warum sollte das in den Begriff stecken und kannst du das am Begriff maskulismus entsprechend erklären?

        • „“Feminismus” impliziert schon als Begriff, dass sich Frauen von irgendwas “befreien” und das schließt eigentlich schon jede Gegenseitigkeit aus. Die Hypoagency ist damit also schon im Begriff eingebaut.“

          Meine Rede … 😦

        • „Kann man sich aus deiner sicher nicht auf menschliche weise für Frauenrechte eingesetzen?“

          Kann man. Man ist dann nur kein Feminist mehr … 🙂

          „Warum sollte das in den Begriff stecken und kannst du das am Begriff maskulismus entsprechend erklären?“

          Sagt einer, daß es beim Maskulismus richtiger ist? – Zumal der Femunismus seine Maßlosigkeit, seinen Männerhass, seine Liebe zur Unwahrheit, teilweise nur aber unwidersprochen seine Freude an Männertränen usw bewiesen hat. Frag Feministen warum sie meinen diese alles und noch mehr machen zu müssen.

          • Ddbz
            „Kann man. Man ist dann nur kein Feminist mehr … :-)“

            Ah, dann sind wir ja in einer reinen Begriffsbestimmung. Wenn man demnach Feminismus als „einsetzen für Frauenrechte“ (im modernen Feminismus auf eine unlautere weise) definiert, dann ist es unproblematisch möglich. Bei einer engeren Definition, die auf gegenwärtige feministische Theorien abstellt, dann eben nicht. Sind wir uns soweit einig?

        • @ C

          Was ist Feminismus? Ein schönes Traumbild, mit allerlei feinen und guten möglichen Eigenschaften? Oder ist Feminismus der reale männerhassende, zumindest aber männerbenachteilingende Ismus? Wenn wenigstens 23% des Feminismus so schön und lieb wären wie Du es gerne hättest, dann gäbe es noch Huffnung für den F. , einmal menschlich zu werden … . Mag sein, daß er dies mal durch äusseren Druck wird, aus sich heraus sicher nicht und das sagt doch genug.

        • ““Feminismus” impliziert schon als Begriff, dass sich Frauen von irgendwas “befreien” und das schließt eigentlich schon jede Gegenseitigkeit aus. Die Hypoagency ist damit also schon im Begriff eingebaut.”
          Keineswegs – es muss ja nicht die Aufforderung an Männer sein, die Frauen zu befreien, sondern kann auch an Frauen sein, sich selbst zu befreien. Also selbst aktiv zu werden.
          Ebenso ist es ja keineswegs gesagt, dass das, wovon befreit werden muss, ein böses Patriarchat sein muss.

          Sommers etwa will ja durchaus die Frauen befreien – von den Einschränkungen, die ihnen andere Frauen im Namen ihres Feminismus‘ auferlegen.
          Die „Rape Culture“-Paranoia beleidigt nicht nur Männer, sondern schwächt auch Frauen. Es ist folglich feministisch, dagegen zu kämpfen.
          Einer Frau auszureden, ihren Weg zu gehen, wenn dieser Hausfrau und Mutter ist, engt sie ein. Entsprechend ist es feministisch, es ihr zu ermöglichen.

          Gerade dieser Tage ist ein Artikel erschienen (von Anita Sarkeesian zustimmend auf Twitter geteilt) namens „No, feminism is not about choice“.

          https://archive.is/DFZLf

          (Anbei – wäre vielleicht hier auch einen Beitrag wert.)

          Er legt Frauen gewissermaßen die Verantwortung für das Kollektiv auf und verlangt, dass sie ihre Entscheidungen dem unterordnen. Also in etwa das, was dem Patriarchat vorgeworfen wird.
          Das ist ein Feminismus, der Frauen unterdrückt. Gegen diesen zu protestieren/kämpfen ist feministisch und wird entsprechend auch getan.
          Man kann noch so viele Beispiele von Vertreterinnen der falschen Schule sammeln, damit beweist man nicht, dass es keine anderen gibt und erstrecht nicht, dass es keine anderen geben kann. Hingegen ist Dr. Sommers allein schon der Gegenbeweis.
          Man muss ihr nicht restlos zustimmen, man muss sie nicht zur Erlöserin überhöhen, aber man kann ihr nicht vorwerfen, Männerfeindlichkeit oder weibliche Unverantwortlichkeit zu betreiben, nur weil sie einen Titel bevorzugt, unter dem viele Leute derartiges tun.

        • Warum sollte das in den Begriff stecken und kannst du das am Begriff maskulismus entsprechend erklären?

          Wenn man eine Bewegung zur Gleichberechtigung beider Geschlechter als Feminin labelt, dann impliziert man, dass nur Frauen in der Hinsicht ein Defizit haben. Das ist die Geschichte des Begriffes, und genau so wird er in aller Regel verwendet. Der Begriff Maskulismus wäre natürlich genauso kritisch zu hinterfragen, allerdings ist er in der Hinsicht nicht so stark vorgeprägt.

          Ich sage nicht, dass das zwangsläufig so sein muss. Man kann diese Begriffe auch ganz anders definieren. Allerdings ist das beim Begriff Feminismus nicht so einfach, weil er eben mit der entsprechenden Bedeutung aufgeladen ist. Zuallermindest sollte man einen „Bindestrich-Feminismus“ daraus machen, wenn man keine Lust hat immer wieder jedem seine Position zu erklären.

          Hingegen ist Dr. Sommers allein schon der Gegenbeweis.

          Nur hat Hoff-Sommers leider nicht die kritische Masse, die es zu einer Bedeutungsverschiebung bräuchte. Sie muss sich eben durch das „Equity-“ davor ausdrücklich positionieren. Frau Schwarzer hingegen muss das nicht tun.

        • aber man kann ihr nicht vorwerfen, Männerfeindlichkeit oder weibliche Unverantwortlichkeit zu betreiben, nur weil sie einen Titel bevorzugt, unter dem viele Leute derartiges tun.

          Man kann es ihr nicht vorwerfen, weil sie sich eben ausführlich mit dem feministischen Mainstream auseinandersetzt und sich ganz klar dazu positioniert. Würde sie das nicht tun, müsste sie damit leben, dass die vorherrschende Bedeutung des Begriffes an ihr klebt, wenn sie sich Feministin nennt.

  6. Schon komisch wie jedem der Feminismus kritisiert oder pauschale Aussagen über Frauen Hass unterstellt wird, während gleichzeitg selbst die Reduzierung der männlichen Bevölkerung auf 10%, #killallmen, Gewalt = männlich oder ähnliches versucht wird ‚rational‘ zu rechtfertigen oder man das doch nur Spaß ansehen soll.

    Wir sind die guten und alles was wir tun und sagen, egal was, ist daher gut!

    Lustig ist auch wie versucht wird eine möglichst hohen Feministinnenanteil unter den Frauen herbeizureden. Als ob es außergewöhnlich ist, jemanden zu. Ich weiß auch nicht was man da noch sagen soll? Wenn die Frau sowieso jede Hilfe von Männern ablehnt, weil sie denen dabei unterstellt das sie sie damit unterdrücken wollen oder irgendein anderen heimtückischen Quatsch vohaben, dann ist es auch alles andere als überraschend, dass sie keine Hilfe von Männern bekommt.

  7. Also dieses

    „Wie ein ungeschriebener Code gilt eine Art gemeinsames Einverständnis, das besagt: Wir passen aufeinander auf. Als ob ein schwesterliches Band existiert, das uns zusammenhält.“

    finde ich jetzt eine schön lyrische Beschreibung der kollektivistisch geprägten Gruppendynamik unter Frauen.

    Sie war nach dem Abgang und noch Tage danach sicher ein Gesprächsthema bei den anderen Frauen in der Firma. Und dies nicht im positiven Sinne…

    Der Begriff „Frauensolidarität“ ist immer wieder ein echter Schenkelklopfer und warum wohl empfinden viele Frauen dieses „schwesterliche Band“ als Fessel?

    Allerdings würde ich diese Passage

    „Ich kannte sie nicht gut, Misstrauen war aus meiner Sicht als Frau deshalb angeraten.“

    nicht als expliziten Männerhass und schon gar nicht als feminismusspezifisch sehen. Es ist m.E. ein archetypisches Verhaltensmuster, welches sich aus „der Angst der Frau vor der Penetration“ speist.

    • Es ist m.E. ein archetypisches Verhaltensmuster, welches sich aus “der Angst der Frau vor der Penetration” speist.

      Das stimmt schon, und insofern wird eine Frau in solchen Situationen auch mehr Vertrauen zu Frauen als zu Männern haben.

      Die Grenze zu Männerhass sehe ich dort, wo es zu einem aktiven Mißtrauen wird. Und das sehe ich hier deshalb als gegeben an, weil sie einen „Schwesterncode“ herbeifantasiert:

      Wie das ist – wenn man nicht Herrin der eigenen Sinne ist und somit angreifbar, meinte sie. Die Kolleginnen hielten sich vage und meinten doch dasselbe. Keine von uns sprach es aus, aber es war allen klar, worum es ging: die Bedrohung durch sexualisierte Gewalt.

      Das meinten sie vermutlich gar nicht oder zumindest nicht unbedingt. Es gibt wohl diverse Gründe für die Annahme, dass eine über Maß betrunkene Person ausgerechnet auf einer Betriebsfeier in ihrem eigenen Interesse besser in ein Taxi gesetzt werden sollte.

      Angenommen: Ich bin auf einer Feier mit vielen Arabs und betrinke mich hemmunglos. Ein Deutscher Kollege setzt mich in ein Taxi und ich liege dann im Bett und fantasiere was von einem „Europäer-Code“, weil doch angeblich alle wissen, dass die Arabs ein potenzielle Gefahr darstellen – was nur wäre das?

        • Nur medial verstärkte Xenophobie oder bereits Rassismus?

          Wenn es, wie bei unserer Autorin, tief in ein System von Weltanschauungen und Werten eingebettet ist, würde ich es Rassismus nennen. Nach dem Motto, frei nach Brownmiller: „Der islamistische Terror ist ein bewußter Prozess der Einschüchterung, durch welchen AlleArabs AlleEuropäer in einen Zustand von Angst und Schrecken halten“

          Ich orientiere mich dabei an die Rassismusdefinition von Albert Memmi.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Rassismus#Rassismusdefinition_nach_Albert_Memmi

    • Es ist m.E. ein archetypisches Verhaltensmuster, welches sich aus “der Angst der Frau vor der Penetration” speist.

      Ich kann das auch aus eigener Beobachtung nicht bestätigen. Meistens wird in solchen Situationen unabhängig vom Geschlecht schon instinktiv denjenigen Vertraut, die man am besten kennt. Eine normale Frau würde eher einem bekanntem Mann vertrauen als einer unbekannten Frau. Es sei denn, sie hat den Eindruck der konkrete Mann wolle was von ihre und sie will das nicht.

      • Das stimmt. Da war mein Text wohl unzulässig auf eine Ebene reduziert.

        Eine plausible Hierarchie des Vertrauens wäre dann aufsteigend

        unbekannter Mann
        unbekannte Frau
        bekannter Mann ohne sexuelle Ambitionen
        bekannte Frau

        und die beiden letzten könnten sogar durchaus kontextabhängig die Positionen tauschen (wenn durch das Anvertrauen an die bekannte Frau und den Tratsch dadurch der soziale Status der Frau gefährdet ist, wird sie den bekannten Mann u.U. vorziehen).

        Jetzt frag mich aber nicht, wo der bekannte Mann mit einseitigen sexuellen Ambitionen einzusortieren wäre… 😉

    • Sie war nach dem Abgang und noch Tage danach sicher ein Gesprächsthema bei den anderen Frauen in der Firma. Und dies nicht im positiven Sinne…

      Es deutet zumindest einiges darauf hin:

      Die Kolleginnen hielten sich vage und meinten doch dasselbe.

      Nun ja, vermutlich hielten sie sich deshalb vage, weil sie ihre Fremdscham nicht allzu deutlich zum Ausdruck bringen wollten.

  8. Man könnte bei dem Text gut fragen, wieso er dann ein kleines Gut einem großen vorzieht: Wäre nicht eine Solidarität aller Menschen viel erstrebenswerter?
    Bevor jemand einwirft, wie unrealistisch diese sei, gebe ich zu bedenken, dass die einer kompletten Hälfte der Menschheit auch nicht gerade naheliegt.

    Es bleibt der Verdacht, dass sie sich für so ein hohes Ziel nicht sonderlich interessiert, weil sie nicht wirklich am Glück aller, sondern am Sieg ihrer Partei und einer Medaille der Gewinnerseite interessiert ist.
    Wenn ihr ein Flaschengeist anbietet, alle Männer wären ab sofort absolut verständnisvolle faire Frauenversteher, die alles in ihrer Macht tun, um Frauen zu helfen, aber das hätte das sofortige Verschwinden des (dann ja unnötigen) Feminismus‘ zur Folge, weiß ich nicht, ob sie annehmen würde. 😉

  9. Ich persönlich würde das ins-Taxi-setzen für den jeden Kollegen (incl. Kolleginnen) machen, er (bzw. sie) entsprechende Hilfe braucht und annimmt.

    Nur die Autorin nimmt ja nicht so ohne weiteres Hilfe an: „Den Männern sagte ich: Klar, alles bestens.“ Damit erzwingt die Autorin geradezu, daß ihr nur noch Frauen helfen können.

    D.h. das Ergebnis, daß ihr am Ende eine Frau hilft, hat sie vorher selbst herbeigeführt – aber in Verkennung des selbstgewählten Schicksals versucht sie daraus philosophische Schlußfolgerungen abzuleiten. Feminismus, wie er leibt und lebt.

    • Ja. Aber das gehört zu ihrer Paranoia dazu, wir lesen:

      >>“Mir ist das auch schon mal passiert – ich weiß, wie das ist,” sagte die Kollegin, die mir das Glas Wasser besorgt hatte.

      Wie das ist – wenn man nicht Herrin der eigenen Sinne ist und somit angreifbar, meinte sie. Die Kolleginnen hielten sich vage und meinten doch dasselbe. Keine von uns sprach es aus, aber es war allen klar, worum es ging: die Bedrohung durch sexualisierte Gewalt. Das Gefühl, hilflos und gefährdet zu sein. Was, wenn tatsächlich etwas passierte?“

      Das ist absolute Paranoia. Sie säuft zu viel und fühlt sich schon fast vergewaltigt. Und Männer sehen natürlich weg, wenn eine Frau Hilfe braucht, nein mehr noch: Dann schlagen sie erst richtig zu….

      Ich schließe letztlich aus diesem Beitrag:

      Feminismus tut den Menschen nicht gut, das gilt natürlich auch für Feministinnen selbst.

  10. „Mich verwundert etwas, dass anscheinend einfach ein Taxi gerufen worden ist: Die meisten Taxifahrer sind ja männlich. Das wiederum scheint aber okay gewesen zu sein, diesen Mann nimmt sie als Dienstleister anscheinend überhaupt nicht wahr.“

    Die Verwunderung ist berechtigt. Wenn ich davon ausgehe, dass alle Männer potentielle Vergewaltiger sind, wieso soll ich davon ausgehen können, dass sie sich im Zaum halten, nur weil sie gerade arbeiten?

    Umgekehrt gibt es inzwischen genügend Fälle, in denen Taxiverfahrer der Vergewaltigung / sexuellen Belästigung beschuldigt werden, um etwa einen Seitensprung zu tarnen, das Taxi nicht zahlen zu müssen usw.

    Auf die Schnelle bei Genderama gefunden:
    Fall 1
    Fall 2
    Fall 3

  11. der blickwinkel auf den taxifahrer ist IMO am spannensten: er wird als nicht sexuelle entität betrachtet, obwohl er , als mann die perfekte gelegenheit hätte, sie zu vergewaltigen. sie liegt quasi im koma, aller wahrscheinlichkeit nach kann sich niemand wirklich an ihn oder etwa sein nummernschild erinnern und selbst wenn, könnte er behaupten das er sie da abgesetzt hat wo man ihm sagte und dann weitergefahren ist.

    eigentlich der perfekte job für gelegenheitsvergewaltiger…

    und wenn es echte schwestern soldarität wäre, hätte da nicht eine mitfahren müssen um genau diesem szenario vorzubeugen? .

  12. Die Kollegen waren halt potentielle Partner, an denen man sich hochschlafen oder hochheiraten kann, der Taxifahrer nicht. War das jetzt zu dreist – direkt? 😛

  13. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

  14. Pingback: Viele Täter sexualisierter Gewalt sind Männer, aber nur die wenigsten Männer sind Täter sexualisierter Gewalt. | Alles Evolution

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