Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 2. Mai 2015

Ausreden, um scheitern zu dürfen

Das menschliche Gehirn ist teilweise darauf bedacht, dass man sich selbst nicht zu schlecht findet und wir Menschen neigen daher dazu, unsere Erfolge unseren Fähigkeiten und unsere Misserfolge externen Umständen oder jedenfalls Umständen außerhalb des eigenen Einflussbereichs zuzurechnen.

Mitunter scheinen mir solche Prozesse auch dazu zu führen, dass bestimmte Theorien, die so etwas einfach machen, populär werden.

Ein Beispiel wäre etwa, dass Schönheit rein sozial konstruiert ist und eigentlich alles schön sein könnte. Und das man sich wegen Poster, die sportlich-schlanke Frauen zeigen, aufregen darf, weil diese ein zu hartes Schönheitsideal kreieren, wie gerade etwas dieses Werbeposter von „Protein-World“, welches für einen Shitstorm sorgte:

Protein World - Beach Body ready

Protein World – Beach Body ready

Die Frau hat ja in der Tat einen klasse Körper und viele Frauen werden auch gerne so aussehen oder viele Männer werden eine solche Frau ansehnlich finden. Hier wird, obwohl dies ja dann eigentlich „Thin-Shaming“ ist, der eigentlich sportliche und attraktive und auch wesentlich gesündere Körper abgewertet und als „krankhaft dünn“ heruntergeredet. Alle Körper seien schön und man müsse Diversität zulassen. Mit solchen Werbungen fördere man nur Magersucht, die armen Mädchen würden unter einem kaum auszuhaltenen Druck stehen, wenn sie solche Bilder sehen würden. Schon hat man eine Ausrede, um eben nicht „Beach ready“ zu werden. Dabei unterschlägt man, dass Magersucht nur etwa 0,6% aller Mädchen betrifft, krankhafte Fettsucht aber weitaus mehr Frauen und das Fettleibigkeit gravierende gesundheitliche Folgen hat, wohingegen einen Körper wie in dem Bild oben zu haben, wohl eher gesund ist

(Renee Sommerfield hat mit einem BMI von 16,6 (Körpergröße 1,77, Gewicht 52 kg) theoretisch Untergewicht, solange sie aber täglich genug ist, ergibt sich daraus meines Wissens nach kein Gesundheitsnachteil:

She admits to working out four to five times per week, including beach running and pilates with weights, and told website Glamour Edition that she has always been on the skinny side: „My physique is naturally very petite and I am quite tall (5’10). Growing up, this felt very awkward but I have grown to love and embrace my body!“

„I work hard to keep my body looking healthy and fit, which means eating 6+ times a day and working out with resistance and weights to make sure I maintain lean muscle… I don’t like looking too skinny!

„Confidence comes from how you feel. I feel my best and my most confident when I am fit and toned…. I love moving, being strong and always full of energy. I think there is definitely a noticeable difference between ’skinny-toned‘ and ’skinny-soft‘ – you know when a girl works for her body!“ she added.

Erzählmirnix hat das gerade auch an einem Beispiel einer Victoria Secret Kampagne und den dann folgenden immer dickeren Protestbildern sehr anschaulich besprochen.

Hier werden den Victoria Secret Modells extrem dicke Frauen gegenübergestellt und dies als positiv verkauft.

Der gesamte Gedanke, dass man sich selbst mit entsprechenden Modellen entlasten kann und dann auch entsprechend scheitern darf, sich also erlaubt, den Vorgaben nicht zu entsprechen und dadurch Druck abbaut, scheint mir ohnehin in den radikaleren Theorien in der Geschlechterdebatte eine große Rolle zu spielen:

Im Feminismus ist eigentlich alles darauf ausgerichtet, schuld von einem Weg hin zu anderen, externen Umständen zu verlagern. Mit dem Geschlecht „weiblich“ hat man bereits verloren, alle anderen sind privilegiert, das Patriarchat hat alle Fäden in der Hand, die Geschlechterrollen sind gegen einen etc. Frauen verdienen nicht weniger, weil sie eigene Entscheidungen treffen, wie etwa niedrigere Wochenarbeitszeiten, Berufe, die eher mit Kindern zu vereinbaren sind und die weniger auf Karriere und Geld ausgerichtet sind, sondern weil das Patriarchat sie unterdrückt und die anderen Privilegien haben. Und diese sollen dann bitte die Privilegien abbauen, auch hier müssen sich also die anderen anstrengen, man selbst muss den Umbau nicht vornehmen, es sind die (externen) Männer, die sich an ihre Privilegien klammern.

Im radikalen Antifeminismus und radikalen Maskulismus findet sich ähnliches. Der Staatsfeminismus macht eh jedes Handeln unmöglich, die Frauen sind so verwöhnt und in einer so hohen Position, dass sie auf Männer herabsehen und sie  nur ausbeuten wollen, alle Frauen sind schlecht und aufgrund dieser Schlechtigkeit lassen sie sich auch nicht auf einen ein. Men Going their own way (MGTOW) kann auch in seiner verbitterten Form in diese Richtung gehen („alle Frauen sind schlecht, also nehme ich sie komplett aus meinem Leben raus – nicht sie lehnen mich ab, ich lehne sie ab).

In der Interview-Reihe von David DeAngelo war auch noch ein interessantes Beispiel aus der Richtung: Er meint, dass Männer mitunter besonders blöde Anmachsprüche machen oder Frauen besonders schlicht anmachen („Ey, ficken?“ oder ein Hinterherpfeifen), weil sie damit in eine Rolle schlüpfen, die sie zum einen ein starker Mann sein lässt und zum anderen bei einer Ablehnung dann eben diese Rolle vorgeschoben werden kann: Sie hat dann nicht ihn abgelehnt, sondern nur die Rolle, die er gerade spielte. Ich hatte am Beispiel des Hinterherpfeifens mal folgendes geschrieben:

Aus diesem Gemisch lässt sich eine Theorie bauen, die ein hinterherpfeifen / hupen erklärt, auch wenn es sinnlos ist.

Es betont, dass man keine Ansprechangst hat und ist ein Umstand, der in der passenden Gruppe sehr schnell sozial bestraft werden kann. Da ein Hinterherpfeifen oder Hupen auch meist rein auf die Schönheit der Frau anspricht und insofern auch häufig sexuelles Gefallen bekundet, stellt es auch eher auf eine Kurzzeitstrategie ab, ein tatsächliches Interesse an der jeweiligen Person wird nicht bekundet. Es ist zudem eine Zeichen “Schau hier her, ich will dich”, was impliziert, dass man sich für gut genug hält, nicht abgelehnt zu werden oder zeigen zu können, dass einen die Ablehnung der Frau oder Sanktionen der Gesellschaft wegen der Überschreitung von Regeln nicht interessieren (“Outcome Indifference“).

Es signalisiert damit in gewisser Weise eine hohe Position und ist insofern gerade innerhalb der Männergesellschaft ein Costly Signal innerhalb der sexuellen Konkurrenz, dass schnell teuer werden kann, wenn die Frau darauf reagiert und man dann doch Ansprechangst bekommt.

Ich würde das ergänzen: Man spielt die Rolle von jemanden, der eine hohe Position hat und sich über die Regeln hinwegsetzen kann. Alle wissen, dass man es übertreibt, aber für den Fall, dass die Frau sich beschwert, regt sie sich quasi nur über den Regelbruch und die Persona auf, sie lehnt einen nicht als Person ab oder man kann eben zumindest sich selbst sagen, dass man es da wohl etwas übertrieben hat ohne es auf sich durchschlagen zu lassen.

Auch Pickuptechniken selbst können zu einer solchen Person sein, die man dem eigenen Ich vorschaltet. Gerade wenn man sie ohne wirkliches verstehen und ohne Kalibrierung auf die Situation anwendet. Wenn man also zB eine 5 ausgiebig neggt und dabei vergisst, dass ein Neg gerade keine Beleidigung ist und viel zu unlustig ist. Erfährt man dann die zu erwartende Ablehnung, dann kann man getrost sagen „Pickup ist Humbug, es ist als solches von der Frau abgelehnt worden, aber nicht ich“ und in seinen alten Trott zurückfallen, davon ausgehen, dass alles einfach irgendwie Glück ist, ohne wirklich an sich zu arbeiten oder eben auch den Gedanken beibehalten, dass Frauen an sich eben schlecht sind und es deswegen auch kein Gegenmittel gibt, außer vielleicht einen plötzlichen Lottogewinn (man flüchtet sich also in eine weitere Ausrede). Dieses Schema war denke ich auch gut bei „PUA-Hate“ zu beobachten, einem Forum bei dem sich nicht umsonst Ablehnung von Pickup mit Frauenhass zusammenfand, weil beides eben gute Ausreden sind, um ohne eigene Schuld scheitern zu können. Es ist eine Verschiebung nach außen, wenn man darauf abstellt, dass man eigentlich eine Frau verdient habe, alles richtig mache, und es nur Schuld der Frauen ist, wenn diese einen trotzdem ablehnen, weil sie eben schlecht sind. Es spart einem, sich den eigenen Fehlern zu stellen und an sich zu arbeiten.

Das zeigt auch schön, wie aus solchen Schuldverlagerungen, die einem erlauben, keinen Erfolg zu haben, Hass entstehen kann. Das Feindbild und die Abwertung ist erforderlich, um sich selbst davon überzeugen zu können, dass der andere das Hindernis ist, nicht man selbst. Der Andere muss einem das Gewollte – sei es „schön sein“, Gleichstellung, eine Partnerschaft oder was auch immer – aus Böswilligkeit vorenthalten bzw. Regeln so gestalten, dass man es nicht erreichen kann. Dann ist die Ausredenfunktion gewährleistet und das eigene Ich entlastet.


Responses

  1. Cooler, sachlicher und ausgeglichener Artikel! Willst du nicht mal für ’ne Zeitung schreiben? Die haben da glaube ich bedarf. (Nur ob sie ihn erkennen, da bin ich mir nicht so sicher)

  2. Hast du auch eine Quelle für die 0.6% Magersucht?
    Maren schilderte ihre Erfahrungen neulich ja eher so, als seien es 60%…

    • Ich hatte hier mal geschrieben:

      https://allesevolution.wordpress.com/2010/07/14/schonheit-ist-nicht-relativ/#comment-1067

      laut Mikrozensus 2009 sind 3,7% aller Frauen untergewichtig. Das heißt auch nicht gleich krankhaft untergewichtig. Untergewichtig beginnt auch erst bei unter 18,5 BMI, darüber ist es Normalgewicht. wenn jemand einen BMI 18,5 hat ist er nicht untergewichtig, kann aber super aussehen. Wichtig jedoch ist, dass Untergewicht nicht gleich Unterernährung bedeutet. Untergewicht kann auch ganz einfach Veranlagung sein. Solange dabei eine ausreichende, normale Ernährung besteht und keine Mangelerscheinungen an Vitaminen etc. auftreten, ist auch das, was laut BMI Untergewicht ist, für die betreffende Person normal und muss nicht zwangsläufig mit krankhaften Symptomen einhergehen.
      Magersucht haben 0,7 % aller Teenager.

      Ich meine es war hier her
      http://www.gbe-bund.de/oowa921-install/servlet/oowa/aw92/WS0100/_XWD_FORMPROC?TARGET=&PAGE=_XWD_96&OPINDEX=20&HANDLER=_XWD_CUBE.SETPGS&DATACUBE=_XWD_122&D.000=3731&D.003=1000004

      Darauf war ich über die wikipedia gekommen, Artikel über BMI

      • Hier in der wikipedia heißt es auch:
        http://de.m.wikipedia.org/wiki/Anorexia_nervosa

        Die Anorexia nervosa ist mit einer geschätzten Prävalenz von 0,7 % unter weiblichen Teenagern zwar seltener als die Bulimie, zeigt aber nicht selten mit schweren körperlichen Komplikationen einen deutlich ungünstigeren Verlauf. Die Erkrankung beginnt am häufigsten im Teenager-Alter, wobei eine Diät, die anschließend außer Kontrolle gerät, ein Einstieg sein kann. Die Krankheit kann jedoch auch bei Erwachsenen oder bereits vor Eintritt der Pubertät auftreten. Einer von zwölf Erkrankten ist männlich.[5]

      • „Renee Sommerfield hat mit einem BMI von 16,6 (Körpergröße 1,77, Gewicht 52 kg) theoretisch Untergewicht, solange sie aber täglich genug ist, ergibt sich daraus meines Wissens nach kein Gesundheitsnachteil:“

        Definitionsgemäß ist das schon ein anorektisches Gewicht. Untergewicht fängt ab BMI= 18,5 abwärts an und Anorexie ab 17,5. Steht ja auch in dem verlinkten Wikipedia-Artikel.

        Ob das für diese Frau gut geht? Natürlich kann so eine im Einzelfall gesund sein, und die meisten Magersüchtigen sterben erst bei einem BMI von 14 oder weniger. Es sind aber – ich habe jetzt die Quelle nicht mehr zur Hand, ist länger her, dass ich das gelesen habe – auch schon Frauen mit einem BMI um die 16 gestorben.

        Gut, die müssen nicht nur an ihrem BMI gestorben sein, sondern die Ursache kann eine besonders strikte und unprofessionelle Diät gewesen sein (z.B. hat zwei Wochen nur von Äpfeln gelebt u.ä.)

        Aber das Problem ist, dass unterernährte Menschen mit einem BMI von z.B. um die 16 in eine „Hungereuphorie“ fallen können, also süchtig werden von den Stoffen, die bei Hunger im Nervensystem ausgeschüttet werden. Das ist schon ziemlich nah am Abgrund.

        Du schreibst „solange sie aber täglich genug ist“ – aber genau da liegt das Problem: Wer täglich genug ist, hat in fast keinem Fall der Welt einen BMI von 16,6. Die isst im Leben nicht genug. (Es sei denn, sie leidet an einer seltenen Stoffwechselerkrankung mit hohem Kalorienverbauch im Ruhezustand. aber dann würde normal sie sehr viel essen und hätte einen BMI von um die 20.)

        Dabei ist das Hungern so unnötig. Sie sähe auch mit einem BMI um 20 genauso scharf aus. Oder eher noch schärfer sogar, weil gesünder.

        • 16 ist auf jeden Fall zu niedrig und das sieht auch nicht mehr gut aus (mMn).

          Ich hatte es aber letztens schon mal gesagt, ich glaube, dieses ganze „Man darf keine dünnen Plakate mehr zeigen“ usw. zu dem es sich entwickelt hat, basiert aber meiner Meinung nach auf einem berechtigten Kern.
          Selbst Normalgewicht oder leichtes Übergewicht wird gnadenlos „geahndet“ und von wirklichem Übergewicht gar nicht zu rden. Das ist ja selbst hier so.
          Über weite Strecken wird doch mit oder über dicke Menschen gar nicht mehr normal geredet, sondern sie nur noch als Spaßobjekt behandelt (Landwal usw.) und null auf den Menschen dahinter Rücksicht genommen.

        • @ Atacama

          Das dürfte auch alles so nicht sein. Ich meine übrigens, Udo Pollmer – der umstrittene Ernährungswissenschaftler – hätte mal davon erzählt, dass in irgendwelchen ursprünglichen Kulturen die Magersucht und die Bulimie ganz selten gewesen wären, vielleicht gar nicht existent waren, bis dort Videoclips mit superschlanken Frauen gezeigt wurden. Dann sei das „hungern und die Kotzerei“ losgegangen.

          Ich glaube zwar nicht, dass nur das Magersucht und Bulimie auslösen kann, es wird aber ein entscheidender Grund sein.

        • Hmm, meine thailändische Frau ist 152 cm gross. Als ich sie kennen lernte, war sie 24 Jahre und 38 kg schwer, BMI 16.4. Der Arzt hat sie untersucht, ein paar Tricks zur Gewichtszunahme versucht, was aber nichts genützt hat. Er kam zum Schluss, das sie ok ist. Jetzt ist sie 40 Jahre alt und 43 kg, also BMI 18.6. Sieht für’s Alter super und viel jünger aus. Gesundheitlich nur Kleinigkeiten. Generell glaube ich, dass wer wenig isst, länger jung bleibt.

      • Mit welcher Berechtigung kannst du dich darüber auslassen, dass medizinisch definiertes Übergewicht weder schön, noch gesund sein kann, aber gleichzeitig deutliches Untergewicht gesund nennen? Was ist denn das für eine Argumentation?

        Das mal ganz davon abgesehen, dass die Frau im Leben keinen so niedrigen BMI haben kann, das sähe doch deutlich anders aus. Da wird offensichtlich nach unten übertrieben, aus welchem Grund auch immer.

        • Mit der Berechtigung vorher darüber was gelesen zu haben. Untergewicht geht natürlich häufig mit gesundheitlichen folgen einher, weil man mit dem geringeren Mengen an essen diverse Defizite in allen Bereichen aufbaut. Bei einer sehr bewussten Ernährung kann man dem Körper aber dennoch die Nährstoffe geben, die er braucht. Umgekehrt belastet Übergewicht eben in verschiedener weise, von den Gelenken bis hin zu Diabetes etc

          Worauf stützt du denn deine Einschätzung, dass es gesundheitsschädlich ist?
          Wenn du andere zahlen hast, dann nur zu. Diese tauchten mehrfach auf. Wir sind und aber einig, dass sie recht gesund aussieht?

        • „Worauf stützt du denn deine Einschätzung, dass es gesundheitsschädlich ist?“

          Äh, auf die medizinische Definition des BMI?

          „Wir sind und aber einig, dass sie recht gesund aussieht?“

          Ja, sie sieht wesentlich zu gesund und auch zu „üppig“ aus für einen BMI 16,6.

  3. via Genderama

    „The most effective way to ensure women get paid as much as men is for women to be prepared to “work harder” and seize any opportunities that may come their way, actress Stacey Dash told TV host Meredith Vieira on Wednesday. One tactic that is not useful, Dash said, is complaining and making excuses.

    http://www.youngcons.com/tv-host-asks-actress-stacey-dash-about-gender-inequality-her-response-made-liberals-angry/

    • Ah, das passt ja sehr gut, das Zitat. Das ist genau das, was ich letztendlich meine. Die undifferenzierte Betrachtung beschützt einen davor, die Arbeit zu erkennen, die notwendig ist

    • Ich denke, dass sich diese Taktik sehr gut bewährt hat.

      • Mit der Tatik schafft man es vielleicht dem Probleme zu bereiten, der einem nicht das gibt was man will. Damit ist aber nicht gesagt, dass man danach dann auch das gewünscht erhält.

        • Seit gestern ist die Frauenquote Gesetz.

      • Korrekt.

        Es ist ohne Zweifel eines der effizientesten Mittel um zum Ziel, sonst würde die Taktik nicht so oft mit so grossem Erfolg angewendet werden.

        Vor allem ist es einfacher als tatsächlich das gleiche zu leisten zu müssen.

    • Diese Taktik funktioniert aber auch nur, wenn andere einen damit durchkommen lassen. Anders formuliert: Verantwortungslosigkeit trifft Erwartungslosigkeit.

  4. Magersucht haben 0,7 Prozent aller Teenies?

    Gut, und wie viele sind krankhaft fettsüchtig? 20 Prozent? 30 Prozent?

    Feminismus tät gut daran, als „Vertretung der Frauen“ auch dieses Thema prominent auf die Agenda zu setzen, geht ja auch um Frauengesundheit….aber Moment:

    Das würde ja bei der Anhängerschaft negative Gefühle auslösen, da man dann indirekt Verantwortung übernehmen müsste. Verantwortung und Feminismus? Das geht nicht zusammen. Feminismus ist für mich Synonym für „Verantwortungslosigkeit“ und „Faulheit“:

    Jeder weibliche Lebensentwurf soll gesellschaftlich und finanziell durch die Gesellschaft (also Männer) abgesichert werden.

    Du möchtest Kunstgeschichte oder Germanistik studieren, aber beim Gehalt keine Verantwortung für deine Studien- und Berufswahl übernehmen? Du bist Feministin!

    Dein „Outfit ist eine Falle, aber gefälligst eine Falle für George Clooney und nicht jeden Depp“ (Zitat Kebekus, die in der Anstalt die Feministin gemacht hat), daher möchtest du nicht von falschen Männern angesprochen werden, sondern nur von denen die dir gefallen, was derjenige aber nicht wissen kann, du ihn aber trotzdem als Belästiger diffamieren willst? Du bist Feministin!

    Du möchtest keine Karriere machen und trotzdem als Hausrfrau satt Kohle verdienen, also finanziell „unabhängig“ werden von dem was u.a. durch die Steuern deines Ehemanns bezahlt wird? Du bist Feministin! (Care-„Revolution“)

    Du möchtest rumvögeln als gäbs kein Morgen, dich volllaufen lassen und total zudröhnen, aber wenn dir dann etwas nicht mehr am nächsten Tag gefällt, weil du wieder geradeaus gucken kannst, das Recht haben deinen Partner als Vergewaltiger in den Knast zu schicken? Du bist Feministin!

    Du möchtest dich so sehr gehen lassen wie du willst, und auch mit 130 Kg von Männern umworben und von der Gesellschaft für deinen Lebensstil gelobt werden, als sexy gelabelt werden, denn hey, echte Frauen haben Kurven? Du bist Feministin!

    Wenn Feminismus heute noch für Frauen attraktiv ist, dann nicht wegen der „Sisterhood“ oder „Unterdrückung“, sondern einfach weil Feminismus diesen Frauen das gibt, was sie so sehr begehren:

    Eine Ausrede, eine Legitimation, eine Absicherung für all ihre Lebensstile.

    Die absolute Freiheit bei absoluter Sicherheit, das ist der Kernwunsch jeder Feministin. Alles machen dürfen, aber nichts verantworten sollen. Leider geht beides nicht, man muss einen Trade-Off machen, aber so etwas verstehen Verantwortungslose nur kurz vor dem Zusammenbruch…

    • Daumen hoch 🙂

    • °!! :mrgreen:

    • Empowerment, Grrrrl!!!

    • doppelplusgut :mrgreen:

    • @teardown
      Sehr gut. Vor allem der letzte Absatz trifft genau ins schwarze.

  5. Die Prävalenz von anorexie liegt in D wohl eher zwischen 0,1 und 0,3%.
    adipositas meines wissen nach ca. 25-30%

    • Noch interessanter wird es, wenn man die Todesfälle vergleicht. Übergewicht ist mittlerweile dabei Rauchen zu überholen. Magersucht dagegen? Einige wenige Todesfälle pro Jahr. Da ist es wesentlich gefährlicher, über die Straße zum Kiosk zu laufen, um sich das neuste Magazin mit einem Bericht über die Gefahr von Magersucht zu kaufen…

  6. Toller post! Großes Lob auch an die EMN, die Erstaunliches zutage fördert.

    „Im radikalen Antifeminismus und radikalen Maskulismus findet sich ähnliches……“

    Als etwas unbewandert mit Primitivo-Anmachtechniken („PU“ etc) fand ich besonders diesen Teil mit seiner Pyschologisierung erhellend. Da ist bestimmt noch viel zu zu sagen.

    • Danke fürs Lob 😀 Ich muss allerdings sagen, dass seit ich dahingehend „aktivistisch“ geworden bin, mir sehr viele Links usw. geschickt werden und ich kaum selbst irgendwas finden muss. Meist kriege ich 2-3 Mails pro Tag mit Hinweisen und ich schaffe es nichtmal, alle irgendwie zu verwerten 😀
      Der Dank muss also eher an die Linkschicker gehen^^

      • effizient 😀

  7. Was ich bei diesen Schönheitsidealen als Hauptproblem sehe, ist dass man es nur falsch machen kann. Entweder ist man hässlich und keiner will einen oder man ist krankhaft sportlich und dünn. Man ist dann auch immer Anschuldigungen ausgesetzt, wenn man dem Ideal entspricht. Frauen sind magersüchtig und Männer auf Steroiden. Das Problem kenne ich z.B. mir wird auch immer gesagt, ich nehme sicher Steroide, weil ich u. a. Schwergewichtsboxer bin bzw. was man als Mann auch oft hört, ist dass es ja echt eklig ist, wenn man so die Bauchmuskeln sieht etc.

    • “ Entweder ist man hässlich und keiner will einen oder man ist krankhaft sportlich und dünn. “

      Ach was. Wenn Du einigermaßen attraktiv bist, würde ich mit Dir ins Bett gehen. Vorausgesetzt Du bist ein Mann. Soviel Sexismus behalte ich mir vor 🙂

  8. Hey Christian,
    Gratulation zu Deinem hervorragendem Artikel, der exakt meinen eigenen Erfahrungen mit chronisch unzufriedenen Menschen entspricht, die nicht in der Lage sind, ihre eigenen Fehler zu reflektieren und daher immer auf der Suche nach Sündenböcken (Männer) sind…

    Einzig mit Deiner kritischen Haltung bezüglich MGTOW gehe ich nicht konform. OK, du relativierst das ja und beziehst dich explizit auf einen „verbitterten“ MGTOW, aber selbst für diese extreme Spielart spricht doch zumindest, dass es wohl für den Einzelnen besser ist, aus einer bewussten und freiwilligen Entscheidung auf die Partnersuche zu verzichten und sich stattdessen auf das eigene Vorankommen zu konzentrieren.

    Auch aus der PU-Perspektive scheint mir das vorteilhafter zu sein als die Alternative, verzweifelt jedem Rock hinterherzurennen: Ein Mann, der durch sein Auftreten selbst den schönsten Frauen gegenüber signalisiert, kein Interesse an ihnen zu haben, wird gerade dadurch umso interessanter und weckt gerade dadurch deren Interesse – das ist zumindest meine Erfahrung 😉

    Damit das jetzt nicht falsch rüberkommt: Ich bin nicht verbittert und schließe nicht kategorisch aus, auch mal wieder eine Beziehung zu führen.
    Obwohl – wenn ich genau drüber nachdenke – ist mein Leben durch mein konsequentes MGTOW so viel besser geworden, dass mir allein bei dem Gedanken, wieder in einer eheähnlichen Beziehung zu leben, spontan die Assoziation mit einem Huhn, dass aus einer Legebatterie ausbricht und dann freiwillig zurückkehren soll, in den Sinn kommt 😄

    Nichts gegen Frauen, aber selbst die liebsten Seelenpartnerinnen, Engel der Ästhetik und Quell unendlicher Freude, verkommen in längerdauernden Beziehungen zu mürrischen, ungepflegten und ständig unzufriedenen Quälgeistern. Danke, aber danke nein.

    Wenn man das selbst erlebt hat, bei Freunden, Bekannten und Verwandten miterleben musste, so sollte man sich irgendwann mal die Frage stellen, inwieweit man als Mann nicht doch ein gesellschaftlich vorgegebenes Rollenmodell verinnerlicht hat, das einen zum ungeliebten und schlecht behandelten Geldesel degradiert (und wer bis hierhin mitgelesen hat fragt sich nun erstaunt, ob ich mich hier auf die Gendertheorie beziehe? Antwort: Ja, obwohl ich sie für Schwachsinn halte, argumentiere ich schon damit, wenns mir grad in den Kram passt – sorry für meine ideologische Inkonsistenz lol)

    Mit besten Grüßen und ein schönes Wochenende!

    • @Andreas

      Ein Artikel vom „rational male“ vom 2.3.2015, der schon die (nicht zufällig) tendenziöse Überschrift trägt: „The Isolationists“

      http://therationalmale.com/2015/03/01/the-isolationists/

      geht argumentativ genau in die gleiche Richtung, nämlich Anti-MGTOW.

      Eine souveräne Antwort eines MGTOW (chairborne) aus den Kommentaren:

      „There is a fundamental flaw in this reasoning. Allow me to illustrate:

      I became a MGHOW following years of dating, short term relationships and one long term relationship. Only then did I rediscover my mission(s) in life; competing in biathlon, drumming in a jazz band, learning philosophy and being able to limit my time in the office by dramatically cutting my lifestyle costs.

      None of those missions attract women.

      So are you suggesting that I alter my missions so as to attract a woman? Perhaps I should abandon biathlon so as to get bulked up in the gym instead? Or maybe work more hours so I can afford to peacock my wealth to attract a broad who will ultimately see me only as a utility? Or dumb-down my interest in philosophy or avant-garde jazz, because they’re male-dominated fields and study fashion or social justice instead – since those are more female-friendly endeavours.

      Because if that’s your suggestion, no thanks – the opportunity cost of doing so is too high.

      I get what you’re trying to say about MGTOW and “the isolationists,” but you’re missing the mark because ultimately you’re writing from a position of ignorance. You don’t really understand our motives, nor do you understand the rational thought we’ve put into our strategy to navigate the situation.“

      Zu den gleichen Schlussfolgerungen bin ich auch gelangt, obwohl meine Themen natürlich andere sind.
      Ich sehe für mich zur Zeit (!) einfach keinen Sinn darin, mich für Themen zu interessieren, die Frauenkompatibel sind oder meine Interessen so zu verbiegen, dass diese kompatibel sein könnten.
      Auch die Ökonomie ist ein Argument – meine Studienreisen bspw. könnte ich mir nicht leisten, müsste ich dies einer Frau (möglichst noch mit Kindern) finanzieren.

      Das ist keine „MGTOW-Bitterkeit“, sondern ein rationales Kalkül.

      Zudem finde ich es bizarr, dass der (gesellschaftliche) Druck auf den Mann eine Beziehung mit einer Frau einzugehen so stark ist, dass man trotz real existierendem Freundes- und Bekanntenkreis als Mann dennoch als „isoliert“ gilt. Noch bizarrer, wenn PUA MGTOWler mit den gleichen shame tactics angehen wie Feministinnen – fehlt nur noch, sie werfen uns „Bindungsangst“ vor. 😉

      Ich hatte immer das Gefühl, PUA können mit Männern nichts anfangen, die ihnen die externe Validierung ihrer Männlichkeit aus den Fingern nehmen.
      Wenn ich aus den genannten, rationalen Gründen gar nicht scharf auf das „hot babe“ bin, dann kann, darf und muss das natürlich nur sein, weil ich Angst habe sie anzusprechen.
      Andernfalls bleibt die (implizit von mir) erwartete männliche Anerkennung aus.
      „Donnerlüttchen, du Hecht, da hast du doch tatsächlich HB 8 dreiviertel flachgelegt!“ – wenn mir HB 10 schon Wurst ist, dann erstere wohl auch.

      Zu einer lesenswerten Einsicht über sein eigenes Dasein als Mann und PUA ist einer der Top-PUA (Roosh) unlängst selbst gelangt:

      „We are not men in the traditional sense—we are clowns. With our tight game we have to be entertainers who create drama and excitement in a girl’s life, just long enough so that she spreads her legs and makes sexy noises, and even though she did commit such an intimate act with us, she will soon lose interest or simply get bored, and then move on to the next shiny cock that catches her eye. The other side of this coin is that we no longer need women. We don’t need them to maintain our home or cook good meals for us. We don’t need them in an age where having children is no longer important or valued. Whatever natural connection that once existed between the sexes has now been severed. Neither sex needs each other so we dedicate ourselves to corporations, entertainment, and base pleasures instead, and this is a great tragedy that most people believe is a sign of progress, a cause for celebration.

      For the next girl I meet, I’m not going to ask her if she needs a man, because I know she doesn’t. Instead I will simply ask her if she wants a man, and if the answer leans yes, I will perform like the good clown I am so that she is entertained enough to have sex with me. Either she or I will eventually get bored and the relationship will end. Then I will simply repeat my performance on a someone new, because I’m a skilled clown, and that’s exactly what women today want.“

      http://www.rooshv.com/men-are-nothing-more-than-clowns-to-the-modern-woman

      Ergo: So viel Zeit um Frauen Drama, Spannung und Entertainment zu liefern bis sie Sex mit einem haben wollen sollte man schon noch aufbringen.
      Und mehr bringt nur etwas, wenn man partout Frauenbediener sein will oder dies billigend in Kauf nimmt.
      Was jeder für sich selber entscheiden muss.

      Schönen Gruß, crumar

      • @crumar

        „I get what you’re trying to say about MGTOW and “the isolationists,” but you’re missing the mark because ultimately you’re writing from a position of ignorance. You don’t really understand our motives, nor do you understand the rational thought we’ve put into our strategy to navigate the situation.”

        Zu den gleichen Schlussfolgerungen bin ich auch gelangt, obwohl meine Themen natürlich andere sind.
        Ich sehe für mich zur Zeit (!) einfach keinen Sinn darin, mich für Themen zu interessieren, die Frauenkompatibel sind oder meine Interessen so zu verbiegen, dass diese kompatibel sein könnten.“

        Yup.

        Die meisten Frauen heutzutage verhalten sich nicht verantwortlich „beziehungskompatibel“ (haben sie das je getan?)

        Und das Ganze noch in ein, fast schon verharmlosend gesagt, misandrisches Klima eingebettet, dass hetzende menschliche und rechtliche Entwertung gegenüber Männern und Jungen betreibt. Meist mit üblen absichtlichen Lügen und zum eigenen privilegierenden Vorteil.

        Z.B. kürzlich in der Zeit zwei von so vielen dieser Art:

        http://www.zeit.de/2015/15/gleichberechtigung-frauen-arbeitsmarkt-usa
        http://www.zeit.de/2015/15/gleichberechtigung-maenner-arbeitsmarkt-usa

        Ein Artikel beschreibt den Aufstieg der Frauen in den USA.
        Der andere Artikel den Abstieg der Männer. (Gleiche Autorin)

        • @petpanther

          Zu deinem letzten Punkt zuerst: Rosin (End of Men) ist eine pathologische Lügnerin und ich sage so etwas nie, wenn ich es nicht auch beweisen kann.

          Der entscheidende Punkt in den USA ist, dass in den letzten Jahren über 8 Millionen Jobs nach „overseas“ gegangen sind.
          Das ist der Erfolg von bspw. „Wal Mart“ und eines wahnsinnig gewordenen US-Kapitals und einer US-Gesellschaft, die wirklich ernsthaft glaubt, mit einer „Dienstleistungsgesellschaft“ ihre eigene De-Industrialisierung überleben zu können.
          Es ist der Traum, globaler Rentier zu sein – von der Arbeit und den Ressourcen aller anderen auf diesem Planeten leben zu können.
          Man lässt z.B. alles irgendwo produzieren und merkt nicht, wie die eigene technische Intelligenz in Sachen Produktion auf jeder Stufe die Grätsche macht. Wenn die Nachfrage *nach* dieser kontinuierlich nicht mehr da ist, dann stirbt *mit* dieser sukzessive die Möglichkeit, Dinge aller Art selber zu produzieren.

          Was dann bleibt: Militärischer Keynesianismus (und Gewalt), Staatsverschuldung, ein Dollar, der nur davon lebt, globale Handelswährung zu sein, Öl verwertende Gesellschaften und die Finanzindustrie (und natürlich Hollywood) und interne Repression – und sie glauben wirklich, das werden sie überleben und noch viel schlimmer: das sei die Zukunft der „westlichen Zivilisation“.

          Und das, *was* bleibt diktiert die Notwendigkeit seines eigenen Daseins – nur für wen Banken als Existenzsicherung alternativlos sind, der muss sie auch herauskaufen aus noch so ruinösen Krisen.

          Wenn wir hier diesen Pfad ernsthaft folgen sollen, dann kauf dir ein vorsichtshalber schon einmal ein Teppichmesser. Wenn man sich die Pulsadern aufschlitzt, stirbt man schnell und relativ angenehm.

          Zurück zum Thema „Waren oder sind Frauen Beziehungskompatibel?“:

          Jeder Mann wird sich an einem bestimmten Punkt unserer Diskussion das eigene Beziehungsleben kritisch Revue passieren lassen.
          Und sich dann fragen: Wie viel von mir, von dem, was ich mir gewünscht, ersehnt, erhofft habe, war eigentlich in diesen Beziehungen enthalten?
          Es sind bei mir nicht die Kompromisse die ich kritisiere, denn in jeder Verhandlung einer Partnerschaft muss es Kompromisse geben, sondern – bei mir zumindest – es sind die „faulen“ Kompromisse, die ich gemacht habe.

          Mit „faul“ meine ich damit solche Kompromisse, die wesentlich weniger von der Anerkennung meiner Wünsche, Bedürfnisse und Interessen geprägt waren als derjenigen meiner Beziehungspartnerin.
          Und ich *meine* Bedürfnisse, Wünsche und Interessen nur dann durchgesetzt bekam, stellte ich die Beziehung in Gänze in Frage Was zwangsläufig auch der Rat von PU ist – *gewinnen* lässt sich eine solche Auseinandersetzung in der Regel nur von dem, dem eine Beziehung offiziell weniger wichtig ist.

          Das war eigentlich nicht das, was ich mir als egalitäres Beziehungsmodell erhofft oder gewünscht habe. In letzter Konsequenz: Sich als Menschen mit menschlichen Bedürfnissen zu sehen geht damit einher, die männliche Rolle in einer Beziehung zu spielen, die Frauen ebenso zwangsläufig kritisieren.
          Ich setze also letztlich meine menschlichen Bedürfnisse durch, indem ich das distanzierte männliche Arschloch bin.
          Welches Frauen kritisieren.
          Dead end.
          Wer *gewinnt* hier eigentlich irgendetwas?

          Wenn eine Frau per se beansprucht, den Mittelpunkt und Maßstab der Beziehung zu bilden und jede Anstrengung sich darum zu drehen hat, ihre Wünsche usw. zu befriedigen – das also „default“ der Beziehung ist – dann kann jede Form, die eigenen Wünsche als Mann durchzusetzen nur in einen Kampf ausarten.

          Und – „game“ hin oder her – mir ist nicht einsichtig, warum ich mir – zu welchem Zweck und Ziel – diese Bürde aufladen soll, wenn mir weder die Resultate, noch der Weg dorthin passen.

          Das ist für mich das Gegenteil von wechselseitiger Anerkennung.
          Und damit das Gegenteil von Liebe nach meinem Verständnis.

          So lange aber „Liebe“ nur aus der Sicht der Frau definiert wird und damit der schwarze Peter beim Mann landet, der sich daran messen lassen muss Opfer für diese Liebe zu erbringen; so lange sind wir m.E. von echter Emanzipation und echter Liebe weit entfernt.

          Denn dann ist „Liebe“ einfach nur ein Instrument, um weibliche Wünsche, Bedürfnisse und Interessen zu erfüllen.
          Oder genauer gesagt: Frauen instrumentalisieren „Liebe“ um das Instrument „Mann“ zur eigenen Wunsch-, Bedürfnis- und Interessenbefriedigung zu benutzen.

          Ich mag zwar „disposable“ sein, blöd bin ich aber nicht. 😉

          Schönen Gruß, crumar

      • @crumar
        Hey, erstmal danke für die links…
        Ich denke wir (und auch petpanther) sehen das ähnlich, allerdings gibts doch ein paar Punkte, die bei mir a bisserl anders laufen…

        – Isolation im Freundeskreis empfinde ich durch meine Partnerlosigkeit nicht, obwohl die eigentlich alle in festen Beziehungen stecken. Wenn ich mit meinen (männlichen) Freunden über das Thema Frauen spreche, ist es meist so, dass ich als „Kummerkasten“ Beziehungsberatung leiste, wenn die „bessere Hälfte“ mal wieder anlasslosen Streit begonnen hat, ständig nörgelt oder mal wieder wochenlang keine Lust auf Sex hat 😀 . Dass ich häufiger in der Öffentlichkeit mit immer neuen Gespielinnen gesehen werde, hat auch nicht wirklich zu einem Verlust an Respekt seitens meiner Kumpels geführt 😉

        – Seit ich mir sicher bin, keine Beziehung mehr führen zu wollen, ist auch meine Approach Anxiety wie weggeblasen – was HB10 von mir hält ist mir – gelinde gesagt – scheissegal. Spreche ich sie an und sie reagiert genervt – dreh ich mich einfach um und gehe. Next. (Manchmal kommen die dann nachgerannt um sich zu entschuldigen)

        – Auch den Clown spielen spare ich mir. Entwickelt sich ein Gespräch, erzähle ich einfach was ich mache, was mir gefällt und was ich Scheisse finde, z.B. typischen Frauenkram wie GNTM oder Romantic Comedies gucken, Justin Bieber oder shoppen gehen. Ich hab mir abgewöhnt, Interesse zu heucheln, bloß um Sex zu kriegen, weil ich davon Integritätsweh bekomme lol.

        Und wenn eine mit Esotherik, Gender/Feminismus oder sonstigem Schwachsinn anfängt, erkläre ich ihr höflich aber bestimmt, dass es mit uns nix wird, weil ich nicht mit geistig Minderbemittelten schlafe. Ihren Gesichtausdruck speichere ich dann auf meiner internen Festplatte ab, um zuhause a bisserl zu ROFLn bzw es der Nächsten zu erzählen – und Du würdest Dich wundern, welchen Eindruck man damit bei anderen Mädchen macht.

        Es geht halt darum, man selbst zu sein, sich nicht zum Affen zu machen und Mädchen nicht wie Prinzessinen zu behandeln. Wie gesagt, ich bin einfach so wie ich bin – teilweise etwas taktlos – und gerade das scheint zu funktionieren 😉

        TL;DR: Sei niemals unterwürfig!

        Schönen Sonntag noch

        • @Andreas

          Als erstes die Klärung einer Missverständnisses:

          „Isolation im Freundeskreis empfinde ich durch meine Partnerlosigkeit nicht, obwohl die eigentlich alle in festen Beziehungen stecken.“

          Das ist eigentlich mein Punkt gewesen – ich habe einen existierenden Freundes- und Bekanntenkreis mit einer Vielzahl von Lebensweisen, die ich alle toleriere oder akzeptiere.
          Ob mit Beziehung oder ohne, ob zusammen lebend oder nicht und ob mit Kindern zusammen lebend oder ohne.

          Wenn (kleine) Kinder da sind, akzeptiere ich einfach die (zeitlichen) Einschränkungen, die sich daraus ergeben.

          Und wenn ich meinen Freund erst einmal drei Jahre nicht sehen oder nur sporadisch sehen kann, weil er in seiner Beziehung/Ehe involviert ist als „neuer Vater“, dann ist das eben so.
          Ich muss das einfach hinnehmen, weil es ihm wichtig ist.
          Wenn eine (liebste) Freundin nach Malle fliegt, um in einem Club-Urlaub die Zeit zu gewinnen, mit ihrem Liebsten Beziehungspflege zu betreiben, dann ist das einfach so.

          Meine Freunde und Freundinnen haben Entscheidungen für ihr Leben getroffen, die mir nicht immer passen, die ich aber für nachvollziehbar halte und die wiederum die Handlungszwänge generieren, denen sie unterworfen sind, um mich überhaupt sehen zu können.
          Statt darüber zu jammern und zu wehklagen, schaue ich lieber, welchen Spielraum *ihre* Situation hergibt, dass ich sie als Freunde und Freundinnnen *behalte*.

          Von einem evtl. etwas älteren Mann zu einem jüngeren hin als Bitte um Berücksichtigung formuliert: Nicht jede Beziehungs*sucht* eines männlichen Freundes ist *gleich* unterstützungswürdig.

          „Wenn ich mit meinen (männlichen) Freunden über das Thema Frauen spreche, ist es meist so, dass ich als “Kummerkasten” Beziehungsberatung leiste, wenn die “bessere Hälfte” mal wieder anlasslosen Streit begonnen hat, ständig nörgelt oder mal wieder wochenlang keine Lust auf Sex hat.“

          Dann sieh bitte zu, dass du als männlicher „Kummerkasten“ für Männer nicht etabliert wirst oder bleibst.
          Es gibt jede Menge Männer, die das Thema „Beziehung“ nutzen, um sich nicht mit sich selbst (Selbst!) auseinander setzen zu müssen.
          Ein „Kummerkasten“ ist die Umwegfinanzierung der Frage, was diese Männer eigentlich für sich (SELBST) wünschen, hoffen und erwarten von einer Beziehung mit einer Frau.

          Ich wünsche mir deinen Optimismus zurück 😉 :“Seit ich mir sicher bin, keine Beziehung mehr führen zu wollen, ist auch meine Approach Anxiety wie weggeblasen – was HB10 von mir hält ist mir – gelinde gesagt – scheissegal. Spreche ich sie an und sie reagiert genervt – dreh ich mich einfach um und gehe. Next.“

          Es gibt einfach Frauen, die dich (als Mann) umhauen – ich hatte das Privileg, eine lange Beziehung mit einer „Liebe auf den ersten Blick“ führen zu dürfen. Und ich weiß sehr genau, dass „outcome indifference“ in *dieser Hinsicht* nicht wirklich mein Ding war.

          Und *diese* Frauen sind nicht „HB10“, sondern *dein* HB10.
          Woher wissen wir eigentlich, was HB10 ist – eigentlich aus den Medien, die uns vormachen, was wir (Männer) für HB10 zu *halten* haben?!

          Kämpf dich in puncto „sexueller Präferenenzen“ einmal durch den Playmate-Kalender von 1954-2014 und du wirst sehen, wie sehr sich das (publizierte und für uns als attraktiv bestimmte (nein, wir haben das *nicht* selbst bestimmt)) Frauenbild geändert hat. Sehr spannend.

          Und wie sehr die „Vielfalt“ nachlässt in den 80ern.
          Wie immer mehr ein bestimmter (US-amerikanischer) Frauentypus in den Vordergrund tritt.
          Und wie wenig genau dieser eigentlich mit „Erotik“ zu tun hat, sondern mit dem, was als Erotik vermarktbar ist (falls du darüber nachdenkst)
          Vieles erklärt sich, wenn man einen anderen Frauentypus dagegen setzt, der sich in den den neunzigern (aus russischen Quellen) etabliert hat: http://guests.met-art.com.

          Keine Silikontitten, kein Photoshop.
          Vergleiche bitte: http://www.metarthunter.com/leka-c-pidalion/
          Und http://www.playboy.de/playmate/girldestages/4

          Das eine ist eine erotische FRAU, das andere ist eine EROTISCHE Frau – vor dem Hintergrund, dass andere für dich bestimmen, was du als „erotisch“ zu empfinden hast.

          Von daher: „Entwickelt sich ein Gespräch, erzähle ich einfach was ich mache, was mir gefällt und was ich Scheisse finde, z.B. typischen Frauenkram wie GNTM oder Romantic Comedies gucken, Justin Bieber oder shoppen gehen. Ich hab mir abgewöhnt, Interesse zu heucheln, bloß um Sex zu kriegen, weil ich davon Integritätsweh bekomme lol.“

          Scheiß auf Stereotype und sei mit dir selbst im Reinen! 🙂

          Das ist männliche „Integrität“. Yeah! 😉
          Was wiederum eigentlich heißt, verwirre die Geschlechterstereotypen, die FRAUEN im Hirn haben.
          „Meine Wohnung ist toll“ „Bist du schwul?“ – was wiederum heißt, ich kann mir eine toll gestaltete Wohnung nur vorstellen, wenn sie nicht in Männerhand ist. WENN das so ist, dann bist du besser schwul, denn über die Großartigkeit einer Einrichtung entscheide ICH (weiblich).

          Und wenn ich dabei (weiblich) schlecht abschneide, dann musst du (männlich) wenigstens schwul sein, damit ich nicht schlecht aussehe. Ähhhhh. Ist das nicht homophob? Falsche Frage, falsches Geschlecht.

          Got it? 😉

          „Es geht halt darum, man selbst zu sein, sich nicht zum Affen zu machen und Mädchen nicht wie Prinzessinen zu behandeln. Wie gesagt, ich bin einfach so wie ich bin – teilweise etwas taktlos – und gerade das scheint zu funktionieren“

          Nö, durchaus nachvollziehbar.
          Das ist eigentlich meine Lebensgeschichte.
          Ich war PUA bevor irgendwer das label erfunden hat.
          Wir nannten das damals „Punk“ oder „revolutionär“ – also die Möglichkeit, sich entgegen von (weiblichen = gesellschaftlichen) Verhaltenserwartungen zu benehmen.
          Was diese (Frauen) wiederum attraktiv fanden.

          Irgendwann wurde – als die Grundlagen weg bzw. vergessen waren – anscheinend ein eigener lifestyle daraus.

          Mich hinterlässt das ratlos.
          Ich weiß noch ziemlich genau, wie ich die Affäre hinterließ, mit der ich damals zusammen wohnte, um meine „Freundin“ zu besuchen, von der ich genau wusste, sie hat eine eigene Affäre in dieser Stadt. Und der langjährigen Affäre einer anderen Stadt den weiteren Sex versagte, wie auch einer anderen Frau, die die weiterer ONS hätte werden können. Oder eine Affäre mit einer weiteren Frau hatte zeitgleich mit all diesen, die wiederum Freundin eines anderen Freundes war.

          Ich hatte allmählich nur den Eindruck, mich würde all das zerfleddern und zerreißen – all die Optionen führten ins Nichts bzw. in das, was ich sowieso schon kannte.

          Und damit meine ich, die die *Sicherheit*, alle Optionen aufrecht zu erhalten wäre sinnvoller gewesen, als seinen Einsatz auf „Liebe auf den ersten Blick“ zu setzen.
          Aber das habe ich faktisch (samt monogamer Beziehung) getan.

          Ich kann mich heute noch damit beschäftigen zu eruieren, welcher Teil unserer gemeinsamen Jahre gegen mich gelaufen ist – die Entscheidung selber bereue ich keine einzige Sekunde.

          Kurz: Dein Leben kann sich schnell und nachhaltig ändern – und ich hoffe, du verbiegst dich auch dann nicht.

          Schönen Gruß, crumar

        • „Das eine ist eine erotische FRAU, das andere ist eine EROTISCHE Frau – vor dem Hintergrund, dass andere für dich bestimmen, was du als “erotisch” zu empfinden hast.“

          Schlimm, diese Playboydamen mit den (zwanghaft?) angebrachten Tatoos. Diese Modeunart soll wohl die Erotikausstrahlung dieser Tanten unterstreichen?

          Na, mein Ding ist’s nicht … 🙂

        • Andreas scheint es raus zu haben 😛

          „Dann sieh bitte zu, dass du als männlicher “Kummerkasten” für Männer nicht etabliert wirst oder bleibst.
          Es gibt jede Menge Männer, die das Thema “Beziehung” nutzen, um sich nicht mit sich selbst (Selbst!) auseinander setzen zu müssen.
          Ein “Kummerkasten” ist die Umwegfinanzierung der Frage, was diese Männer eigentlich für sich (SELBST) wünschen, hoffen und erwarten von einer Beziehung mit einer Frau.“

          Aber wo ist das Problem? Wenn Andreas ein so sozialer Typ ist, dass andere Leute ihn Fragen, wie er es machen würde, dann ist es doch erstmal ein Kompliment an seine sozialen Fähigkeiten.

          Ich habe selbst einen Freund, für den ich den Kummerkasten spiele (recht schlecht, aber immerhin). Da habe ich das Gefühl, dass er zwei Dienstleistungen von mir bekommt: a) eine objektivere Einschätzung über Situationsverläufe innerhalb seiner Beziehung, da ich emotional natürlich nicht so sehr drinn stecke wie er b) Eine zweite Meinung über geplante Vorhaben und c) Beziehungstipps die seinem Charakterwesen nicht zwangsläufig entspringen, die Ihn dann bei Anwendung aber extrem superior erscheinen lassen, da er seine eigenen Dinge macht und zusätzlich noch meine Ratschläge befolgt 🙂

  9. […] allem mit dem Aufblasen von Nichtigkeiten, beispielsweise: Manspreding, Shirtgate, Hollaback-Video, Beach-Body-Ready, Rape Culture, […]


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