Gastartikel: „Warum ist die Intelligenz an manchen Orten höher“

Es handelt sich um eine Übersetzung dieses Artikels von Christopher Eppig durch einen Leser. Die Veröffentlichung bedeutet nicht, dass ich der dortigen Theorie zustimme. 

Warum ist die durchschnittliche Intelligenz an manchen Orten höher?

Eine überraschende Theorie über globale Intelligenzunterschiede

6. September 2011 von Christopher Eppig

Schlau zu sein ist eine teure Sache. Nicht in finanzieller Hinsicht, sondern in einer Währung, die entscheidend für das Wohlbefinden aller Lebewesen ist: Energie.
Eine Untersuchung fand heraus, dass Neugeborene fast 90 % ihrer Kalorien darauf verwenden, ihr Gehirn auszubilden und zu nutzen. (Sogar bei Erwachsenen beansprucht das Gehirn ein ganzes Viertel unserer Energie.) Wenn in der Kindheit, während sich das Gehirn ausbildet, ein unerwarteter Energieverbrauch hinzukommt, so wird das Gehirn dadurch beeinträchtigt. Infektionskrankheiten sind ein Faktor, der einem sich entwickelnden Gehirn große Mengen an Energie rauben könnte. Dies war jedenfalls unsere Hypothese, als meine Kollegen Corey Fincher, Randy Thornhill und ich eine Studie über die globale Verteilung der menschlichen Intelligenz veröffentlichten.
Eine ganze Reihe von Forschungen haben gezeigt, dass der durchschnittliche IQ weltweit unterschiedlich ist, sowohl zwischen Nationen als auch innerhalb von Nationen. Die Ursache für diese Unterschiede ist für Wissenschaftler seit vielen Jahren von großem Interesse. Der Kern dieser Debatte ist die Frage, ob diese Unterschiede auf Erbanlagen, Umwelteinflüsse oder beides zurückzuführen sind.
Mit einem höheren IQ gehen eine Anzahl weiterer wichtiger Faktoren einher, einschließlich besserer Schulnoten, einem höheren Bildungsgrad, besserer Arbeitsleistung, höherer Löhne und einem reduzierten Risiko an Fettleibigkeit zu erkranken. Ein besseres Verständnis bezüglich Intelligenzunterschiede könnte also auch zu einem besseren Verständnis dieser anderen Themen beitragen.
Vor unserer Arbeit hatten verschiedene Wissenschaftler Erklärungen für das globale Schema des IQ dargeboten. Nigel Barber vertrat die Ansicht, dass Unterschiede im IQ primär auf eine unterschiedliche Bildung zurückzuführen sind. Donald Templer und Hiroko Arikawa vertraten die Hypothese, dass in einem kälteren Klima zu leben schwieriger sei, so dass die Evolution deshalb einen höheren IQ in diesen Regionen begünstigte. Satoshi Kanazawa vermutete, dass die Evolution einen höheren IQ in solchen Gebieten begünstigte, die weiter vom evolutionärem Ursprung der Menschheit entfernt sind: dem subsaharischen Afrika. Nach dieser Hypothese stattete uns die Evolution mit den Fähigkeiten aus im Stammland unserer Ahnen zu überleben ohne zu viel darüber nachdenken zu müssen. Als wir uns von dort fortbewegten, habe die Umwelt größere Herausforderungen an uns gestellt, was die Herausbildung einer höheren Intelligenz erforderte um zu überleben.
Wir haben alle diese Vorstellungen überprüft. In unserer Studie von 2010 haben wir nicht nur eine sehr starke Beziehung zwischen dem Ausmaß der Infektionskrankheiten und dem IQ gefunden, sondern als wir die Effekte bezüglich Bildung, Volksvermögen, Temperatur und Entfernung vom subsaharischen Afrika kontrollierten, erwiesen sich Infektionskrankheiten als maßgeblichster Prädiktor von allen. Eine kürzlich von Christopher Hassall und Thomas Sherratt veröffentlichte Studie wiederholte unsere Analyse mit Hilfe ausgefeilterer statistischer Methoden und gelangte zu der Schlussfolgerung, dass Infektionskrankheiten möglicherweise der einzige wirklich bedeutende Prädiktor für den nationalen Durchschnitts-IQ sind.

Erhärtet wird diese Hypothese nicht nur von zwischenstaatlichen Untersuchungen, sondern auch von Untersuchungen mit Bezug auf Individuen. Es gab zum Beispiel viele Studien, die zeigten, dass Kinder, die mit Darmparasiten infiziert waren, im späteren Leben einen niedrigeren IQ hatten. Eine andere Untersuchung von Atheendar Venkataramani fand heraus, dass Gebiete in Mexiko, die Ziel von Malaria-Bekämpfungsprogrammen waren, einen höheren Durchschnitts-IQ aufwiesen als solche, wo es keine gab. Unter praktischen Gesichtspunkten bedeutet dies, dass die menschliche Intelligenz veränderbar ist. Wenn die weltweiten IQ-Unterschiede größtenteils von Infektionskrankheiten in der Kindheit abhängen, dann müsste das Bemühen um die Verringerung dieser Krankheiten den IQ steigern.

Trotz der Aussagekraft unserer Befunde war unsere Studie nicht ohne gewisse Beschränkungen. Wir taten unser Bestes um den Einfluss der Bildung mit einzubeziehen. Doch was wir wirklich brauchten, war eine Wiederholung unserer Analyse mit Bezug auf Regionen innerhalb einer einzigen Nation, idealerweise eine mit einem einheitlichen, verpflichtenden Bildungssystem. Die Nation, die wir dafür auswählten, waren die Vereinigten Staaten. Der durchschnittliche IQ innerhalb der einzelnen Staaten unterscheidet sich: Massachusetts, New Hampshire und Vermont befinden sich z.B. an der oberen Grenze; Kalifornien, Louisiana, und Mississippi an der unteren.
Wieder erwies sich das Ausmaß von Infektionskrankheiten als ein ausgezeichneter Prädiktor für den Durchschnitts-IQ des jeweiligen Staates. Die Staaten mit den fünf niedrigsten Durchschnitts-IQs haben alle ein höheres Ausmaß der Häufigkeit von Infektionskrankheiten als die Staaten mit den fünf höchsten Durchschnitts-IQs, und die Beziehung war in allen Staaten, die dazwischen liegen, ausgewogen.

Soweit deuten die Befunde also darauf hin, dass Infektionskrankheiten eine wesentliche Ursache für die globalen Unterschiede der menschlichen Intelligenz sind.
Da es sich hierbei um einen Umwelteinfluss handelt und nicht um einen genetischen, ist dies eine gute Nachrichten für alle, die daran interessiert sind, globale Ungleichheit im Zusammenhang mit dem IQ zu reduzieren. Wenn, wie von einigen behauptet, die wesentlichen Faktoren genetischen Ursprungs wären, würde es schwer sein den IQ zu verändern.
Mit unserer fortschreitenden Arbeit hoffen wir, die Entwicklungsphasen, die am empfindlichsten für Störungen durch Infektionskrankheiten sind, genauer bestimmen zu können sowie herauszufinden, welche Krankheiten am schädlichsten für die Entwicklung des Gehirns sind. Wenn die Beweislage weiterhin zugunsten unserer Hypothese ausfällt, wird sie Menschen, die daran interessiert sind, diese Informationen zu nutzen um den IQ weltweit anzuheben, ermöglichen, ihre Bemühungen wirksamer und effizienter umzusetzen.

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80 Gedanken zu “Gastartikel: „Warum ist die Intelligenz an manchen Orten höher“

  1. Die erstgenannte Untersuchung ist im Netz verfügbar:

    Christopher Eppig, Corey L. Fincher & Randy Thornhil – Parasite prevalence and the worldwide distribution of cognitive ability

    http://rspb.royalsocietypublishing.org/content/royprsb/early/2010/06/29/rspb.2010.0973.full.pdf

    Zu der zweiten Untersuchung habe ich nur das Abstract gefunden:

    Christopher Eppig, Corey L. Fincher & Randy Thornhill – Parasite prevalence and the distribution of intelligence among the states of the USA

    http://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0160289611000286

  2. Kampf den Genen.

    Christopher Eppig…großes Tennis…er findet eine Korrelation und propagiert mal eben eine Kausalität…

    Die besteht aber eher darin, dass smartere Gesellschaften so leben, dass sie seltener unter Infektionskrankheiten leiden.

    Außerdem sind z.B. die IQ-Unterschiede zwischen verschiedenen Populationen in den USA konstant, obwohl die Populationen seit Generationen gleiche Lebensbedingungen haben.

    Einige Anmerkungen zu Eppig´s Studie:

    http://isteve.blogspot.de/2011/09/infectious-disease-and-national-iqs.html

    https://menghublog.wordpress.com/2013/07/15/the-iq-deficit-disease-climate-and-evolutionary-causes/

    • Stimme zu.

      Die Gesundheitsversorgung in der Dritten Welt zu verbessern, wird deren Durchschnitts-IQ erhöhen, aber nicht auf Erst-Welt-Niveau. Dazu reicht es den durchschnittlichen Erfolg verschiedener Immigrantengruppen in der Ersten Welt mit bester Gesundheitsversogrung anzusehen. Durchschnittlicher sozioökonomischer Status der verschiedenen Ethnien folgt immer derselben Rangfolge – in unterschiedlichen Staaten:
      1. Juden, 2. Ostasiaten, 3. Westeuropäer, …., Vorletztens: Schwarzafrikaner, Letztens: Jäger/Sammler (Inuit, Aborigines).

      Es gibt keine Dritte Welt als Ort, es gibt nur Dritte-Welt-Menschen.

    • „Christopher Eppig…großes Tennis…er findet eine Korrelation und propagiert mal eben eine Kausalität…“
      Mitnichten: Er schreibt „Prädiktor“ – also „für die Modellvorhersage relevante und signifikante Einflußgröße“.

      • @ dummerjan

        Although more research needs to be done to establish
        causation, this analysis has provided further evidence for the
        parasite-stress hypothesis for the worldwide distribution of
        intelligence by examining the relationship between parasite
        stress and intelligence on a smaller geographical scale than
        has been studied previously. In addition to the research
        programs we have previously suggested for determining
        causation (Eppig et al., 2010), further studies are needed to
        determine whether the causal relationships we P R O P O S E
        (Fig. 2) are correct.

        propose….

    • Kampf den Genen.

      So könnte man die Evolution der Anlage-Umwelt Interaktion auch deuten.

      Aber ich fürchte, das ist unserem Ratlosen wieder mal zu hoch.

        • @ nick

          Die Evolution kämpft?

          Das hört sich so personalisiert und intentional an…

          Gegen genetische Determinationen?

          Die Evolution ist ein opportunistischer Selektionsprozess, nicht zwangsläufig ein Streben nach Höherem und Schönerem.

          In diesem Prozess werden günstige von ungünstigen genetischen Determinationen unterschieden.

          Die frage, was hierbei als günstig oder ungünstig gilt, unterliegt gewissen konstanten und gewissen variablen Faktoren.

          Das Wertesystem der Linken ist dabei aber keinesfalls ein berücksichtigter Faktor.

        • Das hört sich so personalisiert und intentional an…

          Der h²-Nichtbegreifer erklärt die Evolution.

          In diesem Prozess werden günstige von ungünstigen genetischen Determinationen unterschieden.

          Dein Wertesystem kann sich offenbar nicht von der Prädestinationslehre lösen, und will sich deshalb partout nicht von der festbetonierten vulgärbiologischen Prämisse „genetische Determination“ lösen.

          „Günstiger“ ist es meistens, Strategien flexibel an konkrete Gegebenheiten zu adaptieren.

        • @ ratloser

          Nick meint, dass die Evolution eine gewisse Flexibilität bevorzugt: Je variabler/genetisch unvorhersehbarer die Umwelt, desto stärker. Natürlich hat das auch Grenzen, und nicht jede (menschliche) Population muss diese im gleichen Ausmaß aufweisen. In den letzen Jahren haben Michael Woodley und Aurelio Figueredo einiges zum Thema „Life History Strategies“ veröffentlicht.

        • @ nick

          Außer persönlichen Verunglimpfungen hast Du anscheinend nicht viel auf der Pfanne.

          Die flexible Anpassung von Strategien an konkrete aka reale Gegebenheiten ist sinnvoll, wenn auch nicht immer einfach umzusetzen.

          Mir aber einen vermeintlichen Mangel an diesbezüglicher Adaptationsfähigkeit zu konstatieren, erscheint mir etwas projektiv, mag das wohl sein?

        • @ jcdenton

          Danke für die nick-Exegese.

          Aber nick verwechselt da einiges

          Die Evolution „bevorzugt“ gar nichts. Es gibt lediglich Bedingungen, in denen phänotypische Flexibilität und genetische Varianz vorteilhaft sind.

          Genauso gibt es aber auch Bedingungen, in denen phänotypische und genetische Stabilität vorteilhaft sind (wenn auch deutlich seltener).

          Immerhin geht es hier in dem Strang um eine polygen vererbte individuelle Merkmalausbildung.

          Bei optimalen Bedingungen kann der genetisch determinierte Rahmen optimal ausgenutzt werden. Der Rahmen stößt aber „nach oben“ an feste Grenzen.

          Das verhält sich in Bezug auf die Intelligenz nicht anders als in Bezug auf andere Merkmale wie Körperlänge, Muskelkraft und diverse Persönlichkeitseigenschaften.

        • @ ratloser

          „Aber nick verwechselt da einiges“

          Ich denke nicht. Nick macht lediglich darauf aufmerksam, dass Organismen das Ergebnis von Gen-Umwelt-Interaktionen sind.

          „Die Evolution “bevorzugt” gar nichts. Es gibt lediglich Bedingungen, in denen phänotypische Flexibilität und genetische Varianz vorteilhaft sind. “

          Stimmt. Die Evolution bevorzugt nichts, die natürliche (und sexuelle) Selektion tut das.

          „Bei optimalen Bedingungen kann der genetisch determinierte Rahmen optimal ausgenutzt werden. Der Rahmen stößt aber “nach oben” an feste Grenzen.“

          Du scheinst von einem fest programmierten genetischen Programm auszugehen, dass sich gegen die Umwelt durchsetzen „will“. Ich denke, du unterschätzt damit den Einfluss von Umweltfaktoren auf den Phänotyp.

          „Das verhält sich in Bezug auf die Intelligenz nicht anders als in Bezug auf andere Merkmale wie Körperlänge, Muskelkraft und diverse Persönlichkeitseigenschaften.“

          Muskelkraft ist ein gutes Beispiel. Hier kann man durch Ernährung, Training und Doping viel erreichen. Die genetische Anlage ist hier nur ein Faktor unter anderen.

        • Die Evolution “bevorzugt” gar nichts.

          Die Evolution „bevorzugt“ das, was sich langfristig stärker fortpflanzt.

          Genauso gibt es aber auch Bedingungen, in denen phänotypische und genetische Stabilität vorteilhaft sind (wenn auch deutlich seltener).

          Selbstverständlich hat auch Flexibilität immer einen Preis. Deshalb ist wohl z.B. die Heritabilität der Anzahl der Finger pro Hand fast null. (Der war speziell für dich)

          Bei optimalen Bedingungen kann der genetisch determinierte Rahmen optimal ausgenutzt werden.

          Du lässt natürlich nichts unversucht.

        • Muskelkraft ist ein gutes Beispiel. Hier kann man durch Ernährung, Training und Doping viel erreichen. Die genetische Anlage ist hier nur ein Faktor unter anderen.

          Es gibt diverse Faktoren, die Muskelwachstum fördern und es gibt diverse Faktoren, die Muskelwachstum wiederum hemmen. Die Gene spielen zwar bei fast allen Faktoren eine Rolle, aber die Vorstellung von einem Bauplan, in welchem ein „Maximalausbau“ festgelegt wäre ist wohl .. etwas unterkomplex.

        • Der Rahmen stößt aber “nach oben” an feste Grenzen.

          (editiert: Bitte höflich bleiben) 😉
          Du solltest dich da tatsächlich mal auf den neuesten wissenschaftlichen Stand bringen, dann brauchst du dich auch nicht jedes Mal von Nick durch die Manege ziehen lassen und nachher wieder auf „die linken Geisteswissenschaftler“ (trifft afaik eh nicht zu) und ihren „Schuhkarton“ schimpfen.

          Übrigens, als Mediziner und noch dazu als Psychiater auf seine ultra-wissenschaftliche „hard science“-Ausbildung zu pochen, ist auch eher unfreiwillig komisch.

  3. Spruch erweitern:
    Also können wir den Spruch „Lieber reich und gesund, als arm und krank“ erweitern durch: „Lieber reich, gesund und intelligent, als arm, krank und doof“.

    Als Anmerkung zur These „In Afrika lebt es sich leichter und daher kann man da doofer sein“: Auch in Afrika müssen die Lebewesen gegen die rote Königin rennen und sich daher dauerhaft weiterentwickeln, obwohl die Außenwelt gleich bleibt.

    • Nur war es geschichtlich eben nicht die identische rote Königin.

      Die Idee, dass der Selektionsdruck in allen Ländern der gleiche gewesen sein muss ist rein empirisch nicht haltbar, bzw. ist durch die grossen Unterschiede beim der Verdauung bereits ein klarer Indikator dafür da, dass die Umstände eben nicht identisch waren. Das ist durch die amerikanische Diabetesindustrie zehntausendfach erforscht worden. Bei Diabetes hat sich schlicht gezeigt, dass gewisse Medikamente bei Menschen mit unterschiedlicher Herkunft teilweise starke, unerwünschte Nebeneffekte auftraten, die genau entlang eines genetischen Denkverbotes verlief. Ergo hat man einen alternativen Namen dafür entwickelt (Ancestry Information Marker) um trotzdem darüber forschen zu dürfen und die richtigen Medikamente verabreichen zu dürfen.

      Die verbotene Idee und der primäre Grund, warum dies gefährlich ist, liegt natürlich auf der Hand. Wenn sich die Verdauung in der nicht so fernen Vergangenheit stark angepasst hat, dann könnte das doch vielleicht auch im Muskelaufbau oder bei psychologischen Neurotransmittern der Fall sein. Und schon sind wird ganz tief im Rassistenland.

      Ein gutes Beispiel hierfür ist z.B http://en.wikipedia.org/wiki/Monoamine_oxidase_A wobei genau das 2R Allel laut neusten Forschungsergebnissen den Folgen einer Selektion unterlag, die noch nicht sehr lange her ist. Sprich, auch an unserem psychologischen Wesen wird noch heftig geschraubt. Die Verteilung des 2R Allels ist demnach je nach AIM stark unterschiedlich und damit ist die Büchse der Pandora bereits geöffnet.

      • Es gibt da auch das Herzmedikament Bidil, das speziell für Schwarze angeboten wird:

        http://bidil.com/pnt/about_bidil.php

        Daran hat sich natürlich auch umgehend eine Rassismus-Diskussion entzündet:

        „Die Botschaft, die hier vermittelt wird, ist, dass „Rasse“ und „Genetik“ stark genug korrelieren, nicht nur, um eine Grundlage für medizinische Entscheidungen zu bilden, sondern auch, um Ungleichheiten in der Gesundheitssituation verschiedener Bevölkerungsgruppen anzugehen. Es wird die Botschaft vermittelt, soziale Probleme und Ungleichheiten könnten am Besten auf einer molekularbiologischen Ebene angegangen werden. Die Effekte sozialer Ungleichheiten werden damit herausgelöst aus einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung. Sie werden zu einem im Individuum angelegten und zu einem nach externem („wissenschaftlichen“) Rezept anzugehenden Problem.“

        http://www.gen-ethisches-netzwerk.de/gid/179/thema/feuerlein/bidil-ethnische-medizin

        Bemerkenswert, wie hier sofort der ideologische Filter einschnappt; was nicht sein soll, darf auch nicht sein, Biologisches ist für Menschen grundsätzlich nicht möglich, und wer auf sowas hinweist will nur die soziale Verursachung von Krankheiten verschleiern und ist ein Rassist.

        Meine farbige Frau leidet in Deutschland wegen ihrer Dunklen Haut unter Vitamin D-Mangel und muss entsprechende Tabletten nehmen. Dass ich das nicht muss, hat sicher irgendwie mit White Privilege zu tun.

        • „Meine farbige Frau leidet in Deutschland wegen ihrer Dunklen Haut unter Vitamin D-Mangel und muss entsprechende Tabletten nehmen.“

          Das ist ein so simples Beispiel für rassebedingte Unterschiede, dass ich mich bald seit Jahrzehnten wundere, dass selbst Hochgebildete sie strikt bestreiten.
          Weitere rassebedingte Unterschiede sind die Laktoseintoleranz fast aller Rassen, außer der europäischen, oder die Alkoholunverträglichkeit der Ostasiaten.
          Die beiden Letztgenannten sind so evident, dass man sie so wenig bestreiten kann, wie die Alpen als Hindernis zwischen Bayern und Italien. Das Vitamin-D-Mangel-Phänomen wird gerade zähneknirschend ebenfalls akzeptiert, weil seine Ignoranz zu gesundheitlichen Problemen führt.
          Allein die Offensichtlichkeit einiger rassebedingter Unterschiede KANN man doch auch als Indiz werten, dass es weitere Unterschiede gibt – auch solche der Intelligenz.

          Mir missfällt das Gefühl, Schwarze seien rassebedingt im Mittel weniger intelligent, als Mitteleuropäer zutiefst. Und ich hoffe, dass das „Problem“ durch eine gute Gesundheitspolitik aus der Welt zu schaffen ist.
          Eine genetische Benachteiligung Schwarzer wäre von zu großer sozialer Sprengkraft.

        • @ carnofis

          „Eine genetische Benachteiligung Schwarzer wäre von zu großer sozialer Sprengkraft.“

          Die Natur „benachteiligt“ nicht.

          Punkt.

          Naturgegebene Differenz impliziert keine moralische oder funktionelle Wertung. Das machen Menschen.

          Die intellektuelle Besserausstattung von fernöstlichen Asiaten birgt auch sozialen Sprengstoff. Das stört nur interessanterweise kaum jemanden. Schau Dir mal die Aufnahmelisten der amerikanischen Eliteunis sowie die Ergebnisse der Matheolympiaden an.

          Wäre, hätte, Fahrradkette.

          Es geht um Evidenz und die ist eindeutig.

          Die Leugnung dieser Evidenz birgt genauso viel sozialen Sprengstoff wie deren Anerkennung.

          Dazu kommt dann allerdings noch der soziale Sprengstoff, der sich durch die Aufrechterhaltung einer Lüge auf gesellschaftlicher Ebene zwangsläufig ergibt.

          Die Natur kennt keine soziale Sensibilität.

          • @ratloser

            „Die Natur „benachteiligt“ nicht.“

            Was er hier meint ist ja recht offensichtlich. und da hat er ja auch vollkommen recht. Das etwas große soziale Sprengkraft hat bedeutet auch nicht, dass man es leugnet. Es kann aber bedeuten, dass man die Theorie gründlich hinterfragen muss, um nicht Explosionen ohne Grund zu produzieren

        • „Das etwas große soziale Sprengkraft hat bedeutet auch nicht, dass man es leugnet. Es kann aber bedeuten, dass man die Theorie gründlich hinterfragen muss, um nicht Explosionen ohne Grund zu produzieren“

          Genau das meinte ich.

          Es ist von erheblich anderer Dimension, ob ich eine ganze Menschenrasse als geistig minderbemittelt feststelle, oder eine Hunderasse als Kläffer.

          Für die selbsternannten blauäugigen (im biologischen, wie sozialen Sinne) Herrenmenschen wäre das Wasser auf die Mühlen der eigenen Ideologie.

        • @ christian

          „Es kann aber bedeuten, dass man die Theorie gründlich hinterfragen muss, um nicht Explosionen ohne Grund zu produzieren“

          Zunächst einmal wurde schon hartnäckig versucht, schon die „Theorie“ als solche zu tabuisieren.

          Darüber hinaus ist die Evidenz derart umfangreich, dass es falsch ist, von einer „Theorie“ zu sprechen.

          Die Divergenz von Gruppen bietet sozialen Sprengstoff, der sich nicht weg phantasieren lässt.

          Die Natur ist nicht sozial sensibel…aber benachteiligt auch nicht intentional. Die Natur ist so wie sie ist.

          Die Leugnung biologisch bedingter Performanceunterschiede mit den daraus resultierenden sozialen Manipulationsprogrammen (affirmative action = Diskriminierung der besser Performer)… das moralistische Narrativ (Dichotomie „Rassisten“ vs. „Opfer“…white guilt)… mindere Motivation zur Eigenverantwortung und dauerhaftes Ressentiment auf Seiten der phantasierten, aber dennoch gesellschaftlich definierten „Opfer“gruppe… Fehlallokation von Ressourcen zur Erreichung nicht erreichbarer Ziele… fehlende Programme, um Gruppendivergenzen sozial verträglich zu gestalten…etc…etc….

          Der Zustand ist so wie er ist schon vergiftet…aber darüber hinaus auch noch verlogen. Und der Witz ist, dass auf allen Seite diese Verlogenheit tief im Inneren durchaus gefühlt wird.

          • @ratloser

            „Darüber hinaus ist die Evidenz derart umfangreich, dass es falsch ist, von einer “Theorie” zu sprechen.“

            Ob man etwas als Theorie bezeichnet ist vollkommen unabhängig davon, wie gut es belegt ist.

        • @ carnofis

          „Es ist von erheblich anderer Dimension, ob ich eine ganze Menschenrasse als geistig minderbemittelt feststelle, oder eine Hunderasse als Kläffer.“

          Das Anerkennen intellektueller Gruppenunterschiede führt nicht zwangsläufig zu „ob ich eine ganze Menschenrasse als geistig minderbemittelt feststelle, oder eine Hunderasse als Kläffer.“

          Deine Diktion, Deine Gedanken.

          Ich bin der Überzeugung, der Gutmensch hat im Grunde Angst vor dem Ich.

        • Darüber hinaus ist die Evidenz derart umfangreich, dass es falsch ist, von einer “Theorie” zu sprechen.

          clueless demonstriert mal wieder seine Kompetenz 😀

        • „Das Anerkennen intellektueller Gruppenunterschiede führt nicht zwangsläufig zu “ob ich eine ganze Menschenrasse als geistig minderbemittelt feststelle, oder eine Hunderasse als Kläffer.”

          Deine Diktion, Deine Gedanken.“

          Ich hatte eigentlich schon mehr dazu geschrieben, dann aber beschlossen, den Satz genau so stehen zu lassen, um die Reaktion darauf abzuwarten 🙂 .

          Es ist nicht meine Diktion, aber es ist genau das, was passieren würde, wenn man diese These über ein paar Rattenfänger auf den Pöbel losließe.
          „Pöbel“ schreibe ich hier ganz bewusst für den sehr großen Bevölkerungskreis, der glaubt, sich allein auf Basis einer Bildzeitungs-Überschrift eine fundierte Meinung bilden zu können.

          „Die Natur ist nicht sozial sensibel…aber benachteiligt auch nicht intentional. Die Natur ist so wie sie ist.“

          Damit machst Du es Dir etwas einfach. Natürlich(!) ist Natur wertfrei. Aber wir reden hier von dem, was Menschen – und zwar ganz konkret im Bösen – aus Erkenntnissen der Naturwissenschaft ableiten.
          Es gibt bestimmte Dinge, die man besser nicht anfassen sollte, weil man die Folgen mit sehr großer Wahrscheinlichkeit nicht mehr unter Kontrolle hat.
          Dazu zählen für mich weite Bereiche der Gen-Technik – und für mich als Entwicklungsingenieur privat die Weigerung, an Waffenforschungen/-entwicklungen teilzunehmen.
          Aber auch eine epidemiologische Erforschung von Intelligenz nach Ethnien würde dazugehören, wenn sich ihr Zweck im „Beweis“ der Überlegenheit einer Rasse erschöpft.

          Ist ne schwierige Kiste, geb ich zu, weil – wie im vorgestellten Fall – damit auch Erkenntnisse nicht gewonnen würden, wie die der Korrelation zwischen Intelligenz und Infektionshäufigkeit.

      • „Like Putnam, Baker does not believe that environment is the best explanation that accounts for race differences in achievements, far from it. Therefore, in the last chapter of his book, he made the following point :

        It would be wrong to suppose that civilization developed wherever the environment was genial, and failed to do so where it was not. … It has been pointed out by an authority on the Maya that their culture reached its climax in that particular part of their extensive territory in which the environment was least favourable, and in reporting this fact he mentions the belief that ‘civilizations, like individuals, respond to challenge’. [1043] … The Sumerians found no Garden of Eden awaiting them in Mesopotamia and the adjoining territory at the head of the Persian Gulf, but literally made their environment out of unpromising material by constructing an elaborate system of canals for the drainage and watering of their lands. A very large number of Aztecs and members of several other Middle American tribes lived and made their gardens on artificial islands that they themselves constructed with their hands.“

        https://menghublog.wordpress.com/2013/07/15/the-iq-deficit-disease-climate-and-evolutionary-causes/

        Ich empfehle eine kleine Reise durch den Nahen Osten mit Vergleich der sozio- und agrikulturellen Gegebenheiten in Israel und seinen Nachbarländern….

        • Intelligenz ist ja auch noch nicht alles. Die Verteilung von auch teils genetisch determinierten Persönlichkeitsmerkmalen formen ja auch eine Gesellschaft. Sie ist ja die Summe von Einzelindividuen.

          Norwegen, Katar und Äquatorialguinea – drei Länder, deren Nationaleinkommen durch Öl mehr als gesichert ist. Man sehe sich an wie diese drei Gesellschaften die Einnahmen verteilen und verwalten.

        • @ minoritymagnet

          Es gibt auch gruppentypische Persönlichkeitseigenschaften.

          Konkretes Konfliktpotential tritt immer dann auf, wenn divergente Gruppen in einer Organisationseinheit zusammen leben müssen.

          Das ist kein Privileg weißer Rassisten oder jemenitischer Islamisten

          Aber das ist der Grund, warum der multikulturelle Ansatz gesellschaftlich destruktiv ist. Für alle Beteiligten.

        • „Konkretes Konfliktpotential tritt immer dann auf, wenn divergente Gruppen in einer Organisationseinheit zusammen leben müssen.“

          Nee, genau das Gegenteil ist der Fall. Konflikte/Rassismus entstehen bevorzugt in besonders homogenen Organisationen.
          Das beobachten wir im Moment bezüglich PEGIDA, die besonders dort stark ist, wo die Bevölkerung besonders „heimisch homogen“ zusammengesetzt ist.
          Im Kleinen konnte ich das auch auf kommunaler Ebene beobachten, als die Republikaner (so ne Art PEGIDA auf Parteiebene) in unserer Stadt besonders in den gutbürgerlichen Stadtteilen Wähler fand, also genau dort, wo die als fremd empfundenen Ethnien faktisch nicht existierten.

          DER Schmelztiegel vieler Ethnien in Deutschland dürfte wohl seit 150 Jahren das Ruhrgebiet sein. Dort aber ist die Angst vor Überfremdung gar kein Thema.

        • @Carnofis

          „DER Schmelztiegel vieler Ethnien in Deutschland dürfte wohl seit 150 Jahren das Ruhrgebiet sein. Dort aber ist die Angst vor Überfremdung gar kein Thema.“

          Das ist nicht richtig. Genauso wie deine Auslegungen oben. Ich weiß, dass man das z.B. gern so sieht bzw. sehen möchte.

          Es liegt nicht an Homogenität. Auch nicht an Diversität. Im Gegenteil (siehe z.B. die Staaten aktuell).

          Das ist die übliche verinnerlichte ideologisch verdrängende Sicht, gefüttert mit unserer Schuldpanik, bei der sich jeder zum fanatischen Supersauberpuritaner (sich davor panisch abgrenzend) verwandelt, der dann das aber doch nicht vor seiner Tür … etc.

          Ehrlicher ist aber folgendes:

          „Herkömmliche“ Fremdenfeindlichkeit entsteht nicht nur, aber vor allem aus Angst vor Bedrohung, die meist aus der befürchteten Konkurrenz erwächst und befürchteter kultureller Verdrängung erwächst. Deshalb ist sie auch in den unteren Schichten zu finden, die sich davor kaum schützen können. Angst macht dann auch, als Defensivreaktion, arrogant.

          Und das das nicht so ganz von der Hand zu weisen bzw. nicht ganz unbegründet ist, ist an den sog. Problemvierteln sowie am Arbeitsmarkt der betroffenen Schichten auch real beobachtbar.

        • „“Herkömmliche” Fremdenfeindlichkeit entsteht nicht nur, aber vor allem aus Angst vor Bedrohung, die meist aus der befürchteten Konkurrenz und befürchteter kultureller Verdrängung erwächst.“

          Yupp, gehen wir konform. Widerspricht aber nicht dem, was ich zuvor schrieb.
          Im Gegensatz zu den Grünen – meinen ehemaligen Parteifreunden – bin ich auch gegen eine unregulierte Zuwanderung, eben WEGEN diffuser Ängste in der heimischen Bevölkerung. Ich teile diese Ängste nicht, kann sie aber aus Gründen des sozialen Friedens nicht ignorieren.

          „Deshalb ist sie auch in den unteren Schichten zu finden, die sich davor kaum schützen können. Angst macht dann auch, als Defensivreaktion, arrogant.“

          Die typischen BILD-Leser („Bild dir meine Meinung“). Zu dumm und/oder zu faul, das Gehörte/Gelesene zu hinterfragen, sich Hintergrundinformationen zu besorgen und deshalb willkommenes Futter für Demagogen.

          „Und das das nicht so ganz von der Hand zu weisen bzw. nicht ganz unbegründet ist, ist an den sog. Problemvierteln sowie am Arbeitsmarkt der betroffenen Schichten auch real beobachtbar.

          Dennoch ist Fremdenfeindlichkeit unter denen, die mit Ali am Band stehen und sich nach Feierabend nen Döner beim Griechen um die Ecke reinpfeifen, relativ wenig verbreitet.

          Die meisten Verlustängste entwickelt erstaunlicherweise das Wohlstands-Kleinbürgertum in den properen Stadtrandsiedlungen.

          Übrigens ist auch Getto-Bildung eine Art Homogenisierung mit erheblichem sozialen Sprengstoff. Am stabilsten sind die sozialen Strukturen mit einer gesunden Mischung.

        • @Carnofis

          Würd ich jetzt ähnlich sehen. Das untere und mittlere Kleinbürgertum hat am meisten extistenziell zu verlieren bei gleichzeitig noch relativer Ungeschütztheit.

          Das ist überall so. Erhöht man den Druck darauf gibt’s hässliche Effekte.

          Unschön find ich auch die Gutmenschfratze mit der man dann Reise nach Jerusalem spielt. Aber auch Wasser predigen und Wein trinken.

          Letzteres habe ich z.B. in einer amerikanischen Großstadt sehr deutlich erlebt. Kleinfamilien, die sich überaus progressiv und linksliberal gegeben haben wurden plötzlich sehr rassistisch als es denn darum ging wo der Nachwichs zur Schule gehen sollte. Man mied zu hohen Anteil von PoC wie der Teufel das Weihwasser.

          Das ist nach meiner Beobachtung ziemlich universell. Weltweit. Und macht sich nicht nur an Hautfarbe fest. Z.B. auch Schiiten gegen Sunniten etc.

          Menschen bilden immer „Stämme“. Instinktiv.

      • Zunächst haben sie recht, wenn sie sagen, dass nicht die gleiche rote Königin am Zug war.

        Ihren Ausführungen zu Rassismus und Schwarzen in den USA kann ich leider nicht folgen. Sie meinen wohl, dass es irgendwie ein Verbot gäbe, Unterschiede zwischen einzelnen Ethnien aufzuzeigen, aber das ist meiner Erfahrung nach nicht gegeben. Wenn Schwarze anfälliger für bestimmte Medikamente als Weisse sind, dann wird das auch so gesagt. Ich mache mich hier nicht zum Rassisten, wenn ich sage, dass Asianten in der Regel keine Milch vertragen 🙂

        Wenn ich mich recht erinnere, dann spielt für die Geschwindigkeit der Adaption von neuen Mutationen weniger die Umwelt, als mehr die größe der Gruppe eine Rolle.

        Gesteigerte Intelligenz ist jedoch immer ein Vorteil, weswegen danach auch in Afrika selektiert wird 🙂

        • „Wenn ich mich recht erinnere, dann spielt für die Geschwindigkeit der Adaption von neuen Mutationen weniger die Umwelt, als mehr die größe der Gruppe eine Rolle.“

          Beides spielt eine Rolle. Je stärker der Selektionsdruck und kleiner die Gruppe, desto schneller verbreitet sich die Mutation.

          „Gesteigerte Intelligenz ist jedoch immer ein Vorteil, weswegen danach auch in Afrika selektiert wird “

          Gesteigerte Intelligenz muss nicht überall im gleichen Ausmaß von Vorteil gewesen sein. In Gesellschaften mit frei erhältlichen Verhütungsmitteln ist sie mittlerweile evolutionär gesehen eher von Nachteil.

          • @jc denkton

            „Gesteigerte Intelligenz muss nicht überall im gleichen Ausmaß von Vorteil gewesen sein“

            Insbesondere kann dies auch zu veränderungen innerhalb der sexuellen Selektion führen, wenn in einer bestimmten Gesellschaft von den Frauen und Männern weniger auf Intelligenz als auf andere Merkmale selektiert wird, etwa auf Robustheit und Kraft um Krankheiten besser widerstehen zu können oder auf Ressourcen, wenn diese dazu führen, dass besser versorgte Kinder Krankheiten besser widerstehen etc.

        • „Sie meinen wohl, dass es irgendwie ein Verbot gäbe, Unterschiede zwischen einzelnen Ethnien aufzuzeigen, aber das ist meiner Erfahrung nach nicht gegeben.“

          Ein verbot sicher nicht, aber eine gewisse Tendenz die Botschaften entsprechend zu verpacken, um nicht aufzufallen.

          Schon alleine die Namensgebung der Pharmaindustrie, nämlich, dass man von „ancestry Informative marker“ spricht um ja nicht das Wort „Race“ benutzen zu müssen (obwohl man das bei jedem anderen Tier tun würde; oft verwendet man für Menschen spezifisch Clade, obwohl es meistens inhaltlich falsch ist) zeigt natürlich schon, dass es dabei um einen politisch nicht ganz ungefährlichen Bereich geht.

          Das Hauptargument gegen solche Erkenntnisse ist hier natürlich die Slippery Slope, was in meinen Augen ja auch leider korrekt ist. Viele haben Angst, dass wenn man ein genetischen Argument durchgehen lässt, dann bricht der Damm und andere Argumente dürfen plötzlich auch (wieder) salonfähig werden. Da kann ich die Stossrichtung teilweise schon verstehen, aber man sollte das natürlich von den wissenschaftlichen Forschung trennen können.

          Schwierig wird es dann aber trotzdem, wenn z.B. bei Nicholas Wade in „A troublesome inheritance“ die Frage explizit gestellt wird, warum spezifisch MOA-A bei den Europäern und Asiaten aussortiert wurde (vermutlich weil Gewalt sich in einer hohen Bevölkerungsdichte nicht auszahlt und stark sanktioniert wird) während dies in Afrika nicht passiert ist (Weil sich dort Gewalt unter Umständen eher ausgezahlt hat). Das bedient natürlich beinahe jedes rassistischen Vorurteil, könnte aber eine inhaltliche korrekte Darstellung der Tatsachen darstellen, mit der wir irgendwie umgehen müssen.

          Beim IQ wird es sich wohl auch nicht anders verhalten.

        • Schon alleine die Namensgebung der Pharmaindustrie, nämlich, dass man von “ancestry Informative marker” spricht um ja nicht das Wort “Race” benutzen zu müssen

          “ancestry Informative marker” sind hier nun mal schlicht und einfach ein fundierteres Kritierium als Hautfarbe.

        • @ Nick

          Das ist der Begriff Race auch; bei Tieren spricht man spezifisch im genau gleichen Kontext nicht von von „Ancestry Informative Marker“; genauso wird nur beim Menschen der Begriff des Clusters so weit gedehnt, dass er bei anderen Tieren bereits Rassen abdecken würde.

        • bei Tieren spricht man spezifisch im genau gleichen Kontext nicht von von “Ancestry Informative Marker”

          Hundezüchter sprechen natürlich von Rassen. Veterinäre werden wohl eher “Ancestry Informative Marker” bevorzugen.

          Wenn man z.B. spezielle Medikamente entwickeln und anwenden will, dann braucht man eben genauere Unterscheidungsmerkmale als „Rasse“.

          Es sind ja beispielsweise nicht alle Asiaten laktoseintolerant. Wenn man nun alle Asiaten mit einem entsprechendem Medikament versorgen würde, dann wäre das unter Umständen sogar gefährlich. Wenn man stattdessen korrelierende Marker findet, hat man ein erheblich besseres Kriterium.

        • Der Begriff „Rasse“ ist wissenschaftlich schon etwas länger obszolet und gehört eigentilch in die Mottenkiste. Es ist nämlich so, dass die Wissenschaftler herausgefunden haben, dass bei sehr genauer Betrachtung der DNS eben keine eindeutigen Merkmale gefunden werden konnten, die eine Trennung ermöglichen. Im Gegenteil finden sich Überschneidungen ohne Ende. Es hat sich gezeigt, dass die Zuordnung von Hautfarbe -> Rasse oder auch (Hautfarbe, Knochenbau, blabla) -> Rasse nicht haltbar ist, weil es wahllos ist. Genau so gut könnte man Menschen nach ihrer Augenfarbe in Rassen unterteilen und dann Untersuchungen anstellen, welche genetischen Unterschiede zwischen Grünäugigen und Braunäugigen vorhanden sind.

          Wen es interssiert: http://de.wikipedia.org/wiki/Genetische_Variation_%28Mensch%29

        • http://www2.webmatic.it/workO/s/113/pr-1400-file_it-Barbujani-Colonna.pdf

          „Rasse“ ist ein belasteter Begriff. Menschen lassen sich aber anhand genetischer Merkmale in Subpopulationen einteilen (die nicht klar umgrenzt sein müssen). Der Mensch besteht aus verschiedenen Abstammungsgruppen = Subpopulationen, die sich in ihren Merkmalsverteilungen unterscheiden (Hautfarbe, Intelligenz, Neigung zur Adipositas usw. usf.). Diese Eigenschaften haben meist eine erbliche Komponente.

        • Oder (wesentlich seltener) primär die eines Elternteils, anschauliches Beispiel:

          Das ist wirklich eindrücklich. Allerdings ist die Mutter schon heterozygot, d.h. ein Mädchen hat ihr mütterliches Gen von der weißen Oma und das andere vom schwarzen Opa, dazu jeweils die weißen Gene vom Papa. Der Erbgang ist ja schon intermediär.

        • @Christian: Ich habe ja nicht gesagt, dass es keine Unterschiede gäbe, nach denen man einteilen kann, sondern dass die Einteilung willkührlich ist. Warum ist beispielsweise die Hautfarbe ein bessers Kriterium für die Bestimmung der Rasse, als die Augenfarbe. Beides wird durch bestimmte Gene gesteuert und ist vererbbar. Wenn man nach Merkmalen suchen würde, wie sich blauäugige von braunäugigen Menschen unterscheiden, dann würde man auch Merkmale finden, anhand derer sich nach Rassen trennen lässt. „Rasse“ ist halt sehr sehr schwammig und immer eine Momentaufnahme, anhand derer man dann zukünftig einordnen kann.

          Wenn man heute in Deutschland eine genetische Untersuchung durchführen würde, anhand der man bestimmen würde, was ein „Deutscher“ ist, dann kann man danach selektieren und wird feststelen, dass die aktuelle Population in Deutschland dem Bild recht gut entspricht (es wurde ja auch danach genormt), aber evtl. eine genetische Untersuchung der Bevölkerung von vor 100 Jahren (angenommen soetwas wäre möglich) würde weniger Übereinstimmungen bringen. Per Definition waren die Deutschen vor 100 Jahren dann weniger Deutsch als heute, sondern es fehlten noch die genetischen Einflüsse der letzten 100 Jahre.

          Das Problem ist doch, dass es viele Menschen gibt, die ganz real Menschen Attribute aufgrund ihrer „Rassenzugehörigkeit“ zuweisen und da stellt sich die Frage: Ist das berechtigt oder nicht? Wenn beispielsweise der IQ in Afrika im Vergleich zu Europa für den Arsch sein SOLLTE, dann stellt sich ja immernoch die Frage: Korrelation, weil dort auch die Bildung fehlt, oder Kausalität, weil schwarz.

          Auf Frauen gemünzt (ist ja auch recht gleicht zu bestimmen, hab ich gehört :D): Frau ist dumm. Korrelation, weil Sozialisation bei Frauen anders, oder Kausalität, weil Frau.

          Im Artikel wird ja die sehr interssante These behandelt, dass die fehlende Gesundheitsversorgung ein starker Einflussfaktor ist.

          • „Warum ist beispielsweise die Hautfarbe ein bessers Kriterium für die Bestimmung der Rasse, als die Augenfarbe. Beides wird durch bestimmte Gene gesteuert und ist vererbbar.“

            Weil sie in Falle von Schwarzen und Weißen das einfachste Merkmal ist, auch vom Aufwand der Beschreibung. Über Wangenknochen etc kann man eben schwerer reden. Die Zuordnung erfolgt ja aber nicht nur nach Haut. Wenn wir Asiaten als „Gelb“ bezeichnen ist das aus meiner Sicht eher irreführend, sie sind häufig genauso hellhäutig wie Europaer, dort ist das einfachste Kriterium eher die Augenform.

            Wenn du es als Problem empfindest, dass Menschen Attribute aufgrund der Rasse zugewiesen werden, dann ist das kein Argument, dass gegen Rasse an sich spricht, sondern nur gegen unbegründete Stereotype und ggfs gegen die Verwechselung von (leichten?) Häufungen mit einem Essentialismus.

            „Korrelation, weil dort auch die Bildung fehlt, oder Kausalität, weil schwarz.“

            Ich halte die enormen Intelligenzunterschiede, die dort behauptet werden, nicht für realistisch. Aber deine Angabe oben verkennt eine dritte Option: Eine Mischung aus beidem. Es ist, um mal von der sehr belasteten Diskussion um Schwarze wegzukommen, eben auffällig, dass Asiaten, obwohl erheblichen Diskriminierungen ausgesetzt in Amerika eine höheres Einkommen erzielen als Weiße. Das kann an einer Kultur des Fleißes liegen, aber eben auch an einer höheren Intelligenz.

            „Auf Frauen gemünzt (ist ja auch recht gleicht zu bestimmen, hab ich gehört :D): Frau ist dumm. Korrelation, weil Sozialisation bei Frauen anders, oder Kausalität, weil Frau.“

            Weder noch. Frauen sind weder wegen Sozialisation noch Korrelation dumm. Sie haben im Schnitt den gleichen IQ, allerdings mit anderen Fähigkeitsausprägungen, mit einer anderen Verteilung (es gibt weniger weibliche Idioten aber auch weniger weibliche Genies) und sie haben vor allem auch andere Interessen. Für Männer ist Statusaufbau oder „Rang“ häufig viel interessanter, weswegen sie in diese Richtung mehr investieren und daher auch mehr Karriere machen etc

          • @creedinger

            „Ich habe ja nicht gesagt, dass es keine Unterschiede gäbe, nach denen man einteilen kann, sondern dass die Einteilung willkürlich ist.“

            Zur Ergänzung noch:

            Ich finde es eher erstaunlich, wie gut man teilweise Nationalitäten unterscheiden kann. Selbst relativ nahe Nationen wie Griechen, Spanier, Italiener sind häufig am Aussehen zu erkennen, auch viele Osteuropaer kann man zuordnen, und Japaner sehen anders aus als Chinesen etc.

        • „Cavalli-Sforza, der bedeutende Stanforder Genetiker, wurde nicht müde, die Bedeutung der Kategorie „Rasse“ herunter zu spielen, mit guten Gründen: Weil es eine Rassen gibt, weil die Menschen sehr viel mehr gemeinsame als trennende Gene besitzen, weil Rassen genetisch nicht stabil sind, weil es fließende Übergänge zwischen benachbarten Populationen gibt, weil die Menschheitsgeschichte von kleinen und großen Wanderungsbewegungen war und ist, weil die Ethnien besonders in Europa und Amerika stark durchmischt sind, weil die arische Rasse ein Phantasiegebilde der Nazis war.

          Aber sonderbar, sein Lebenswerk ist der Entwurf eines Stammbaums der Menschheit, dessen Wurzeln in Afrika liegen und der sich später über die ganze Welt verzweigt. Dieser Stammbaum scheint heute weitgehend akzeptiert zu sein. Entworfen hat er ihn aufgrund der Verteilung von 110 Genen und ihren Allelen, nicht für Äußerlichkeiten wie Hautfarbe sondern zumeist für Blutgruppen. Aus den genetischen Distanzen – also aus dem Maß, wie sich einzelne Gene mit der Zeit verändert haben – errechnete er, wie viel Zeit seit der Abzweigung eines Astes vergangen sein musste, unter anderem dass vor 100.000 Jahren eine Menschengruppe aus Afrika nach Asien aufgebrochen sein und sich von hier aus weiter verteilt haben muss.

          Und siehe da, aus dem afrikanischen Stamm des Baumes sprossen drei große Äste, die geographischen Populationen erstens von Afrika, zweitens von Südostasien, Neuguinea und Australien, drittens von Europa, Nordamerika und Nordasien. Der nordasiatische Zweig teilte sich weiter in Nordostasiaten, arktische Asiaten und Amerikas indianische Urbevölkerung, der europäische in Europäer und nichteuropäische Kaukasier. Die großen geographischen Populationen aber, auf die die Zweige hinauslaufen, haben eine unverkennbare Ähnlichkeit mit dem, was der Volksmund früher mit „Rassen“ meinte.“

          Dieter E. Zimmer, Ist Intelligenz erblich? Eine Klarstellung, 2012

        • @ creedinger

          Das, was vielen zu akzeptieren schwer fällt, ist, dass die genetisch bedingten Phänotypen nicht nur makroskopisch materielles wie Hautfarbe, Muskelkraft, Körperlänge, Physiognomie etc. betreffen, sondern auch die emotional kognitiven Eigenschaften der Menschen umfassen.

          Und: es gibt – bei aller Varianz, die durch interbreeding entsteht -klare, distinkte Gruppeneigenschaften.

          Wir können heute z.B. aufgrund von DNA-Spuren den Phänotyp des Täters, seine genetischen Ursprünge und seine genetischen Gruppenanteile gut bestimmen. Das wird bislang kriminologisch noch kaum genutzt, weil es politisch inkorrekt erscheint.

          Ob wir die genetischen Gruppen als „Rassen“ bezeichnen oder als „Subspezies“ oder sonst was, ändert nichts am grundlegenden Sachverhalt relevanter, genetisch bedingter Gruppenunterschiede.

          Ganz interessant dazu:

          http://blogs.discovermagazine.com/gnxp/2013/05/how-the-race-intelligence-and-genetics-question-will-semi-resolve-within-the-next-10-years/#.VSzgjfmsV8E

        • @ elmocho

          „weil die Menschen sehr viel mehr gemeinsame als trennende Gene besitzen,“

          Ein Scheinargument, da das Genom aus wesentlich mehr inaktiven als dinstinktiv wirkend aktiven Genen besteht.

          Wir haben auch einen erstaunlich großen Pool gemeinsamer Gene mit Schmeißfliegen…

        • @Christian: Joa es gibt noch den Mittelweg – geschenkt, da hast du natürlich recht. Es ist meines wissens nach hoch umstritten, welchen Einfluss die Gene auf eine Intelligenz haben und der Intelligenzbegriff ist ja an sich auch umstritten.

          Es wird ja hier keiner Bestreiten, dass es Rassismus gibt und da wollte ich halt andeuten, dass die Merkmale, an denen wir die Rassen bestimmen vollkommen willkürlich sind. Du sagst, dass es halt die einfachsten Unterscheidungsmerkmale sind (da gebe ich dir recht), aber das ist auch kein Grund es überhaupt zu tun. Ich mein historisch gesehen wurzelt Rassismus ja aus der Angst vor dem Fremden in Verbindung mit Verteilungskämpfen (u.A.).

          Zur Unterscheidung: Also da würde ich ein Fragezeichen bei Nachbarstaaten machen. Du kannst Deutsche und Östereicher auseinander halten? Östereicher und Schweizer? Franzosen und Deutsche? Ghanaren und Beniner?

          • @creedinger

            Dazu vielleicht noch:
            http://en.wikipedia.org/wiki/Heritability_of_IQ

            Research on heritability of IQ infers from the similarity of IQ in closely related persons the proportion of variance of IQ among individuals in a study population that is associated with genetic variation within that population. This provides a maximum estimate of genetic versus environmental influence for phenotypic variation in IQ in that population. „Heritability“, in this sense, „refers to the genetic contribution to variance within a population and in a specific environment“.[1] There has been significant controversy in the academic community about the heritability of IQ since research on the issue began in the late nineteenth century.[2] Intelligence in the normal range is a polygenic trait.[3][4] However, certain single gene genetic disorders can severely affect intelligence, with phenylketonuria as an example.[5]
            Estimates in the academic research of the heritability of IQ have varied from below 0.5[2] to a high of 0.8 (where 1.0 indicates that monozygotic twins have no variance in IQ and 0 indicates that their IQs are completely uncorrelated).[6] Eric Turkheimer and colleagues (2003) found that for children of low socioeconomic status heritability of IQ falls almost to zero.[7] These results have been challenged by other researchers. IQ heritability increases during early childhood, but it is unclear whether it stabilizes thereafter.[8] A 1996 statement by the American Psychological Association gave about 0.45 for children and about .75 during and after adolescence.[9] A 2004 meta-analysis of reports in Current Directions in Psychological Science gave an overall estimate of around 0.85 for 18-year-olds and older.[10] The general figure for heritability of IQ is about 0.5 across multiple studies in varying populations.[11] Recent studies suggest that family environment (i.e., upbringing) has negligible long-lasting effects upon adult IQ. [12]

            „Du kannst Deutsche und Östereicher auseinander halten? Östereicher und Schweizer? Franzosen und Deutsche? Ghanaren und Beniner?“

            Natürlich werden die Unterschiede geringer, wenn die Leute gemeinsame Grenzen und gemeinsme Sprachen, gemeinsame Geschichte oder andere Ähnlichkeiten haben. Franzosen und Deutsche kann man schon teilweise auseinanderhalten, sicherlich nicht immer. Österreicher und Deutsche vermischten sich natürlich mehr, auch deutschsprachige Schweizer.
            Ghana und Beniner liegen dicht beieinander, ich kenne aber auch keine Leute aus beiden Ländern. Jemand aus Ghana ist aber recht leicht von jemanden aus Eritrea zu unterscheiden. Und jemand aus Ghana oder Eritrea ist sehr leicht von jemand mit klassisch germanischen Vorfahren zu unterscheiden.

  4. So lange der individuelle Zusammenhang bzw der pathomechanismus der verschiedenen Erkrankungen sehr schlecht abgesichert ist, bleibt eine Erklärung, dass es sich schlicht um einen scheinzusammenhang handelt, leider recht plausibel.

    dass der Durchschnitts -IQ sich umgekehrt auf die durchseuchungsrate so deutlich negativ auswirkt, halte ich aber auch für ziemlich weit hergeholt.

  5. „dass der Durchschnitts -IQ sich umgekehrt auf die durchseuchungsrate so deutlich negativ auswirkt, halte ich aber auch für ziemlich weit hergeholt.“

    Wahrscheinlich nicht direkt. Aber evolutionär. Bei hoher Parasiten- und Pathogenlast ist Selektion primär an Überleben (Resistenzen) interessiert und erst sekundär an Intelligenz etc. Schwarzafrika hat von Alters her eine deutlich höhere Parasiten- und Pathogenbelastung als Europa. Außerdem stellt sowohl Jagen/Sammeln als auch Ackerbau höhere Anforderungen an die Intelligenz in gemäßigten Breiten.

    • Wenn die Pathogenlast so stark selektiv wirksam wäre, läge in Afrika ja dann wohl ein hoher Selektionsdruck sowohl auf immunologischer Resistenz als auch auf Intelligenz als „sekundärer Immunisierung“.

      Außerdem stellt sowohl Jagen/Sammeln als auch Ackerbau höhere Anforderungen an die Intelligenz in gemäßigten Breiten.

      Das ist ja wiederum eine ganz andere Theorie.

      Hier geht es ja erstmal nur darum, die Korrelation zwischen IQ und Durchseuchung zu erklären.
      Man kann natürlich vermuten, dass es langfristige umgebungsbedingte Lebensbedingungen sind, die sich sowohl auf Durchseuchungsrate als auch den IQ auswirken.

      • Wenn die Pathogenlast so stark selektiv wirksam wäre, läge in Afrika ja dann wohl ein hoher Selektionsdruck sowohl auf immunologischer Resistenz als auch auf Intelligenz als “sekundärer Immunisierung”

        Die Verbreitung der Sichelzellenanämie in Schwarzafrika als Malariaschutz bestätigt den erhöhten Selektionsdruck im Bezug auf immunologische Reistenz, allerdings dürften für den Sauerstofftransport weniger geeignete rote Blutkörperchen der Intelligenz weniger zuträglich sein, also würde ich die sekundäre Immunisierung aufgrund steigender Intelligenz nicht als notwendige Folge betrachten. Mit den gleichen Mitteln würde vermutlich auch eine Kolonie an Genies von Darmkrankheiten und Malaria betroffen sein

        • @ Nina Radtke

          Eine heterozygote Hb-S Anlage hat in aller Regel für den Anlageträger keinerlei negative Konsequenzen. Die Sauerstoffversorgung des Körpers sowie die geistige Entwicklung sind normal.

          Die homozygote Anlage dagegen ist netto schädlicher als eine Malaria tropica.

          Es gibt Studien die darauf hindeuten, dass eine ausgeprägte Malnutrition zu keiner relevanten Beeinflussung des IQ´s in der betroffenen Population führt (z.B. Studien über die Hungerendemie in den Niederlanden 1944/45), jedoch zu einem Anstieg von Psychosen.

          https://www.nidi.nl/shared/content/output/2013/lumey-2013-nutrition-health-famine.pdf

        • allerdings dürften für den Sauerstofftransport weniger geeignete rote Blutkörperchen der Intelligenz weniger zuträglich sein, also würde ich die sekundäre Immunisierung aufgrund steigender Intelligenz nicht als notwendige Folge betrachten.

          Zum Einen habe ich nicht gesagt, dass das eine eine Folge des anderen wäre. Ich sagte, wenn hohe Durchschnittsintelligenz die Bevölkerung vor Durchseuchung schützen würde, wäre der Selektionsdruck in Afrika ja diesbezüglich hoch.

          Ich wäre aber etwas vorsichtig damit, sich aus Halbwissen solche Intelligenz-Theorien zusammenzutüfteln.
          HbSS ist dann doch nicht so wahnsinnig häufig, als dass es etwas zur Erklärung beitragen dürfte, selbst wenn es sich negativ auf den IQ auswirkt (tut es das?).
          In Afrika fallen zwei Drittel aller Fälle auf Nigeria, und auch dort sind nur ca 2% der Kinder betroffen.

        • „Hier geht es ja erstmal nur darum, die Korrelation zwischen IQ und Durchseuchung zu erklären.
          Man kann natürlich vermuten, dass es langfristige umgebungsbedingte Lebensbedingungen sind, die sich sowohl auf Durchseuchungsrate als auch den IQ auswirken.“

          Gut, ich glaube die Korrelation liegt zum ersten Teil daran, dass Hoch-IQ Erste-Welt-Gesellschaften sich eine bessere Gseundheitsversorgung aufgebaut haben als dysfunktionale Dritte-Gesellschaften. Da spielt das Intelligenzpoteintial (bei Idelabedingungen) einer Population eine Rolle, was ich bei Schwarzafrikanern für niedriger halte als bei Europäern wegen der unterschiedlichen natürlichen Selektionsbedingungen in der Vergangenheit. (Man vergleiche Afroamerikaner mit weißen Amerikanern).

          Zum zweiten beeinträchtigt die Durchseuchung natürlich das Intelligenzpotential einer Population, sonst hätte es den Flynn-Effekt in der Ersten Welt nicht gegeben. Das heißt Schwarzafrika kann intelligenter werden, aber an Europa kommt es nicht heran.

        • Gewagt.

          Dass der Flynn-Effekt mit der Gesundheitsfürsorge erklärt würde, höre ich auch zum ersten Mal.

          Bevor man solche Thesen aufstellt, sollte man erstmal schauen, um welche Seuchen und Parasiten es sich bei den Daten von Eppig konkret handelt und ob die wirklich im Zusammenhang zu präventiven Maßnahmen stehen.
          Dann müsste man prüfen, ob sich für einen Kausal-Zusammenhang zwischen Bevölkerungs-IQ und Prävention wirklich belege finden lassen, so dass dieser Mediator überhaupt in Frage kommt.

        • Ich denke nicht, dass der Flynn-Effekt allein auf verbesserte Gesundheitsversorgung, sondern zum Teil. Ich glaube eher, er ist auf die insgesamt allgemein verbesserten Lebensbedingungen zurückzuführen. Darunter fasse ich auch Nahrungsqualität und -verfügbarkeit, Schulpflicht etc. Und da in der Ersten Welt bereits Sättigung in Sachen Intelligenz erreicht ist, sehe in der Dritten Welt mehr Verbesserungspotential.

  6. Ist eine einfache und schlüssige Theorie, Pflanzen die mit Pestiziden und Dünger bessere Voraussetzungen haben liefern ja auch deutlich mehr Ertrag als solche, die ums Überleben kämpfen

    • @ Nina Radtke

      Das ist richtig.

      Aber es gibt ein sortenabhängiges Ertragsmaximum.

      Umweltbedingungen beeinflussen, wie gut der genetisch vorgegebene Rahmen genutzt werden kann. Aber es gibt ein sortenabhängiges Optimum.

      Ab einem gewissen Grad an Düngung steigt der Ertrag nicht weiter an.

      Da hilft dann nur noch GEN-Technologie.

      Oder ein anderes Beispiel: ein im Renngestüt trainierter Esel ist immer noch langsamer als ein untrainiertes Pferd.

      • Das ist wohl wahr, ich denke aber das viele Menschen ihre Anlagen nicht vollständig ausbilden, Frühchen haben später einen niedrigeren IQ usw.

        Ich denke nicht, dass jahrelanges hungern in der Kindheit da was Anderes erzielen würde.

        Und eine Krankheit ist in erster Linie auszehrend für den Körper wenn man nicht daran stirbt, warum sollte es sich hierbei anders entwickeln?

        Du hast aber natürlich Recht, dass die von den Genen vorgegebene Intelligenz nicht durch überdurchschnittliche Förderung in allen Lebensbereichen überstiegen werden kann.

  7. Der sogenannte „Intelligenztest“ wurde dazu entwickelt, um Lerninhalte abzufragen.
    Er ist also nur ein Lern-Test, wie die Entwickler selbst seinerzeit schon betonten (!). Was aber sehr tendenziöse Interpreten (um das mal gelinde auszudrücken) nicht davon abgehalten hat, daß mit dem Test „Intelligenz“ zu messen wäre.
    So kommt es dann natürlich, daß verschiedene Kulturkreise oder auch verschiedene soziale Gruppen, einem Einheitstest unterworfen, ganz verschieden abschneiden.
    Die Grundlage des „IQ-Tests“ ist so ganz und gar unwissenschaftlich, daß sich jede weitere Beschäftigung damit verbietet. Ist ungefähr so seriös wie „Kreationismus“ 😉

    • @ alex

      „Die Grundlage des “IQ-Tests” ist so ganz und gar unwissenschaftlich, daß sich jede weitere Beschäftigung damit verbietet. Ist ungefähr so seriös wie “Kreationismus”“

      Nicht dein Ernst?

      • Kein Witz. Leider kann ich mit einem Link oder Zitat nicht (mehr) dienen (hoffentlich ist das kein Alzheimer….).
        Die Argumentation war so hochkarätig und detailliert, daß ich meine, daß meine Behauptung mit etwas Recherche aber leicht nachzuvollziehen wäre!

      • David,

        höchstens die Verwendung des Begriffs „Intelligenz“ in der Biologie ist „bullshit“ (wenn du so willst), bzw. unwissenschaftlich. Etwa wie die Begriffe „Geist“, „Gesundheit“ oder „Gender“.

        Der pseudowissenschaftliche Charakter des Begriffs der „Intelligenz“ äußert sich deshalb auch regelmäßig in pseudowissenschaftlichen Verwendungen wie zB bei „Intelligent Design“, „Emotionale Intelligenz“ etc. Auch die Genderisten fahren naturgemäß voll auf „Intelligenz“ ab.

        Als erste in einem „wissenschaftlichen Sinn“ wurde „Intelligenz“ von den sogenannten „Darwinisten“ verwendet, in der Eugenik.

        • Wer mit solcher Überzeugung so unqualifizierte Aussagen macht, dem kann ich auch nicht helfen, dafür ist mir meine Zeit zu schade.

        • @david

          Ich frage mich gerade, ob du deine Antworten ähnlich knapp und kompromisslos formuliertest, würde der EP statt des Usernamens „Alex“ den schnuckeligen Nick „Putzimäuschen“ o.ä. tragen.

  8. Wenn ich das richtig verstehe, ließe sich daraus dann auch die These ableiten, dass der Flynn-Effekt möglicherweise auf Impfungen zurückzuführen sein könnte.

    ?

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