Selbermach Samstag 130 (04.04.2015)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs? (Schamlose Eigenwerbung ist gerne gesehen!)

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Wie schnell/oft bei einer Frau am Anfang melden?

Die Suchbegriffsauswertung trägt verschiedentlich interessante Fragen an mich heran, die sich für einen Artikel anbieten. So auch die Frage, die ich schon im Titel angesprochen habe. Man hat eine Frau kennengelernt, ihre Nummer erhalten und es stellt sich die Frage, wann man sie anruft. Zudem die Frage, wie oft man sich dann meldet.

1. Anrufen nach dem ersten Treffen

Passend zu Ostern erläutert Barney aus „How I meet your Mother“, wie Jesus die „Drei-Tage-Regel“ erfunden hat:

Die Frage lässt sich aus meiner Sicht besser klären, wenn man sich die Funktionen bzw. die Vor- und Nachteile bewusst macht:

  • Der Hauptgrund, warum dazu geraten wird, ein paar Tage zu warten, ist, dass mit einem zu schnellen Anrufen Neediness signalisiert werden könnte. Unter Neediness versteht man im Pickup, dass man zu sehr deutlich macht, dass man eine Frau will und sich zu sehr bemüht. Der Gedanke ist, dass dies zumindest unterbewußt als Signal aufgefasst wird, dass man selbst meint, ein sehr gutes Geschäft zu machen, was im Umkehrschluss nahelegt, dass der andere evtl ein schlechtes Geschäft macht. Es ist vergleichbar mit dem Handwerker, der einem vermittelt, dass er den Auftrag zu jedem Preis ausführt, man überlegt auch, warum er das machen sollte, wenn er sonst genug Aufträge hat und ob es daran liegen könnte, das er schlecht arbeitet. Ein zu schnelles Angebot wäre demnach also verdächtig
  • Positiv formuliert hofft man zugleich auf den umkehrten Effekt einer längeren Wartezeit: Sie überlegt, warum man nicht anruft und hinterfragt sich selbst, ob man etwas falsch gemacht hat oder er einen doch nicht so gut fand. Aufgrund der Eigenart unseres Gehirns Wertungen zu vergeben folgt daraus, dass die Position, weil schwerer zu erreichen und mit Verlustangst behaftet, wertvoller erscheint.
  • Negativ kann sich die Wartezeit natürlich auch auswirken: Um so länger man wartet, um so eher kann bestehendes Interesse nachlassen oder der Kontakt abgeschrieben werden oder jemand neues dazukommen, der dann interessanter ist.

Das wären demnach die Parameter zwischen denen sich die Betrachtungen bewegen. Ein wichtiger Punkt wäre aus meiner Sicht aber noch, dass man Techniken nicht der Technik wegen, sondern wegen des Effekts anwendet (da würde ich also Barney in seiner Starrheit widersprechen).

Wenn das erste Treffen, bei dem man die Nummer bekommen hat, eh schon richtig gut gelaufen ist, so dass sie eh schon an einem interessiert war und sich auf einen freut, euphorisch ist, jemanden so tolles kennengelernt zu haben, eigentlich beide wissen, dass sie wunderbar zu einander passen und das auch wollen, dann braucht man die Spannung nicht weiter zu erhöhen. In dem Fall kann man direkt am nächsten Tag oder auch noch in der gleichen Nacht anrufen, ohne das es einen Schaden verursacht. Im Gegenteil: Wartet man hier zu lange, dann kann sie meinen, dass man spiele spielt oder doch nicht so interessiert ist, wie sie aufgrund des ersten Treffen dachte. Man kann einen „Player Vipe“ bei ihr auslösen, der sie mißtrauisch macht. Ihre erste Frage könnte dann ein böses „warum hast du dich eigentlich nicht früher gemeldet?“ sein und die mühsam aufgebaute Nicht-Neediness bzw. die bisherige Verbindung ist dann dahin, wenn man anfängt zu stammeln oder zu abwehrend ist (helfend ist evtl ein Frame a la „Hast du mich so vermisst?“ oder „ich musste dir ja etwas Gelegenheit geben, mich zu vermissen?“ aber auch ein „Arbeit, meine Liebe, die Arbeit. Ich wollte dich sowieso fragen, ob wir uns nicht auf ein Bier treffen, da kann ich dir gern mehr darüber erzählen“ hilfreich).

Also würde statt Teds „Ich mag sie, ich ruf sie an“ eher gelten „um so mehr ich davon ausgehe, dass sie mich will, um so eher rufe ich sie an“.

Demnach wäre in die Gleichung einzusetzen:

  • wie ist der eigene Marktwert im Vergleich zu ihrem?
  • ist ihr Marktwert so hoch, dass man zusätzlich darauf achten muss, dass sie einen nicht für needy hält, sondern für jemanden, für den das nichts besonderes ist?
  • Wie verlief das erste kennenlernen?

Klingt alles sehr technisch, wem das zu viel ist, der fährt auch mit den sturen drei Tagen nicht schlecht, um so sicherer man sich ist, dass es bereits super läuft, um so eher kann man sie reduzieren. Wenn man sich nur nett unterhalten hat und Nummern ausgetauscht hat, dann kann es sich anbieten eher zu warten, wenn man sich die ganze Zeit verliebt in die Augen geschaut hat, dann kann man auch wesentlich schneller anrufen.

2. Wie oft bei ihr melden?

Die Frage stellt sich eigentlich fast nur, wenn man sich eigentlich weniger melden sollte. Denn wenn es gut geht, dann kann man beliebig viel Zeit miteinander verbringen, ohne das es einen von beiden stört.

Eine Faustregel ist aus meiner Sicht: Versucht auch der andere den nächsten Kontakt herzustellen? Kommt nie was vom anderen und ist dieser zusätzlich ausweichend, was Treffen angeht, dann sollte man sich deutlich weniger melden, denn auch hier kann Neediness abtörnend sein.

Des weiteren sollte man schauen, warum der andere sich meldet: Meldet er sich nur, wenn er etwas braucht oder will, dann kann es sein, dass man eher ein Orbiter ist bzw. in der Friendzone oder der Fuckzone. Dagegen muss nichts sprechen, wenn das für einen okay ist, vielleicht hat man den anderen ebenfalls in die Fuckzone gesteckt, aber auch dann kann es sich anbieten, sich etwas rarer zu machen.

Wenn man das Gefühl hat, dass man selbst immer nur derjenige ist, der sich meldet, dann sollte man eben mal länger warten, ob sie sich meldet. Es geht dann letztendlich um „Indicators of Interest“, also darum, ob sie einem deutlich macht, dass sie an einem interessiert ist.