Feministische und maskulistische Standpunkttheorie

Die feministische Standpunkttheorie ist ein gutes Mittel, um andere Meinungen abzuwerten und ohne Prüfung des Inhalts abzuweisen. Kurz dargestellt aus der Wikipedia:

Eine Standpunkt-Theorie behauptet eine Abhängigkeit der Erkenntnisgewinnung von der Position innerhalb gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse. Sie sagt aus, dass es bessere und schlechtere Standpunkte gebe, von denen aus die Welt betrachtet und interpretiert werden könne. Tendenziell sei der Blickwinkel einer dominierten Gruppe für eine objektive Wahrnehmung besser geeignet als die Perspektive vom Standpunkt einer herrschenden Gruppe.

Die Abwertung anderer Meinungen erfolgt dann durch einen simplen Rückschluss: Ein Erkenntnisgewinn scheidet aus, wenn er von einem ungünstigen Standpunkt aus bestimmt wird, damit ist die Meinung, wenn man ihr diesen Standpunkt zuweisen kann, falsch.

Verbessert wird diese Methode dann dadurch, dass man bei der Bestimmung des Standorts keine Nachweise mehr verlangt und „cui bono„-Überlegungen ausreichen lässt oder mittels „Ein Teil könnte dem entsprechen, also ist alles so“-Argumentationen arbeitet.

Damit wird die ungewollte Meinung beispielsweise patriarchisch und weil sie patriarchisch ist, ist sie falsch.

Auf dieser Basis kann man sehr einfach alles abwerten.

Beispiele wären:

„Biologische Wissenschaft entspricht nicht der feministischen Theorie, also ist sie patriarchisch, demnach kommt sie vom falschen Standpunkt, also ist sie falsch“. 

Dass der Frauenanteil in der Biologie sehr hoch ist und das bestimmte, mit wissenschaftlichen Methoden ermittelte Fakten dafür sprechen, dass die Ergebnisse stimmen, spielt dann keine Rolle.

Ähnliche Argumentationen kommen auch gern aus dem Maskulismus:

„Im Bundesverfassungsgericht sitzt eine Feministin, also hat das Bundesverfassungsgericht insgesamt einem  feministischen Standpunkt, also sind nur noch feministische Entscheidungen von ihm zu erwarten, also ist auch diese Entscheidung Ausdruck der feministischen Verseuchung, was belegt, dass sie falsch ist“

oder

„Einige Artikel in der Wikipdia werden stark von Feministinnen bearbeitet, also hat die Wikipedia insgesamt einen feministischen Standpunkt, also ist alles, was in der Wikipedia steht als feministisch verseucht abzulehnen“.

Oder auch in der einfacheren Form:

„Es herrscht ein Staatsfeminismus, also gibt es nur noch einen feministischen Standpunkt, also ist alles was der Staat macht feministisch verseucht“

Nachweise für Kausalzusammenhänge oder auch nur das Einnehmen eines feministischen Standpunktes werden meist gar nicht mehr verlangt und ihr einfordern als Verteidigung des Feminismus oder als Überschwenken zum Feind gesehen.

In beiden Fällen wird der vermutete und unterstellte Standpunkt als ausreichend angesehen, um Vorgänge nicht mehr inhaltlich hinterfragen zu müssen, sondern per se ablehnen und Schuldzuweisungen vornehmen zu können.