Intersexualität

In der Wikipedia wird Intersexualität wie folgt definiert:

Mit Intersexualität bezeichnet die Medizin, wenn ein Mensch genetisch (aufgrund seiner Geschlechtschromosomen) und/oder anatomisch (aufgrund seiner Geschlechtsorgane) und hormonell (aufgrund des Mengenverhältnisses der Geschlechtshormone) nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden kann. Die Intersexualität wird den sogenannten Sexualdifferenzierungsstörungen (engl.disorders of sex development, DSD) zugerechnet.

Die Intersexualität wird im poststrukturalistischen Feminismus gern als Beleg dafür genommen, dass die „Geschlechterbinarität“ falsch ist. Allerdings betrifft dieser Bereich nur einen sehr kleinen Teil der Bevölkerung, ca 0,018%. Die meisten Menschen lassen sich sehr gut einem körperlichen Geschlecht zuordnen, aber ebenso wie auch im Genderbereich gibt es hier fließende Übergänge.

Das ist nicht weiter verwunderlich, wenn man bedenkt, dass es nicht per se einen Bauplan A für Frauen und einen Bauplan B für Männer gibt, voin denen einmal einer am Anfang ausgewählt, und dann beiseite gelegt wird. Vielmehr „wächst“ der Körper und der genetische Wachstumsplan enthält die Angaben für beide Geschlechter, mit Ausnahme einiger Sonderangaben auf dem Y-Chromosom. Während des Bauens muss immer wieder geprüft werden, welcher der beiden Wege nun zum Wachsen ausgewählt wird, es kann hier zu einer Vielzahl von Fällen kommen, in dem der für die Chromosomen falsche Wachstumsplanbereich aktiviert wird. Häufiger Botenstoff dafür, welcher Wachstumsplanbereich wie stark ausgebaut wird sind dabei häufig die Hormone.

Gleichzeitig liegt ein sehr hoher evolutionärer Druck auf der „richtigen Bauweise“, denn Gene, die einen nicht fortpflanzungsfähigen Körper bauen, gelangen nicht in die nächste Generation.

In der Wikipedia wird noch die folgende weitere Unterscheidung getroffen:

Abzugrenzen ist die Definition der Intersexualität von Transgender und Transsexualität:

  • Transgender sind Menschen, die sich mit ihrem zugewiesenen Geschlecht falsch oder unzureichend beschrieben fühlen oder auch jede Form der Geschlechtszuweisung bzw. -kategorisierung grundsätzlich ablehnen. Manche intersexuelle Menschen sind Transgender. Während in einigen Organisationen und Bündnissen Transgender und intersexuelle Menschen zusammenarbeiten, da viele Gemeinsamkeiten gesehen werden, lehnen andere intersexuelle Menschen jede Zusammenarbeit mit Transgendern ab.
  • Transsexuelle Menschen wurden von der Medizin bisher als biologisch eindeutig definiert, empfinden sich selbst aber als einem anderen sozialen Geschlecht als dem bei der Geburt festgestellten zugehörig. Für die medizinische Diagnose „Transsexualität“ ist Intersexualität im ICD 10 daher formal ein Ausschlusskriterium. Mit dem DSM V und dem Begriff „Gender Dysphorie“ änderte sich dies und Intersexualität (DSD) wurde ins Buch der psychischen Störungen aufgenommen [11]. Die Diagnose „Intersexualität“ kann nur durch diverse Untersuchungen, unter anderem eine Chromosomenanalyse, erbracht werden. Dennoch kommt es immer wieder vor, dass intersexuelle Menschen, welche die Geschlechtsrolle wechseln, gar nicht erfahren, dass sie eigentlich intersexuell sind, und daher medizinisch und auch juristisch (Transsexuellengesetz, kurz TSG) als transsexuelle Menschen behandelt werden.

Unter Transsexuelle wären also solche, die meinen einem anderen Geschlecht anzugehören, obwohl man sie dem äußeren nach einem bestimmten Geschlecht zuordnen würde. Transgender wären Menschen, die beispielsweise meinen, weder Mann noch Frau zu sein, was Interssexuelle umfassen kann, weil diese eben auch Merkmale beider Geschlechter enthalten können.

Zu den Ursachen führt die Wikipedia aus:

Uneindeutigkeiten des Körpergeschlechts können verschiedene Ursachen haben:

Chromosomale Variationen: Statt der durchschnittlich am häufigsten vorfindlichen Karyotypen 46,XX (weiblich) und 46,XY (männlich) gibt es unter anderem auch die Varianten 45,X, bekannt als Turner-Syndrom mit einem weiblichen Phänotypus, und 47,XXY, das Klinefelter-Syndrom mit männlichem Phänotypus, sowie Mosaike mos45,X/46,XX, mos45,X/46,XY und den Chimärismus chi46,XX/46,XY. Das chromosomale Geschlecht ist die Basis aller weiteren Geschlechtsausprägungen.
Gonadale Variationen: fehlende Entwicklung (Agonadismus); Ausbildung ganz oder partiell zu sog. Streifengonaden (nicht oder nur teilweise ausgebildete Gonadendysgenesien); ovarielle und testikuläre Gewebeanteile in entweder denselben (Ovotestes) oder getrennten Keimdrüsen (echter Hermaphroditismus/Hermaphroditismus verus).
Hormonelle Variationen: Auffällige Serumspiegel bei Geschlechtshormonen und deren Vorläufern, teils mit Folgen wie Gynäkomastie (Brustentwicklung bei Männern) oder Hirsutismus (sehr starke Körperbehaarung) bei Frauen, teils aber auch die sexuelle Differenzierung insgesamt betreffend. Diese kann unterschiedliche Ursachen (chromosomale, gonadale und nephrologisch bedingte Varianten, Enzymdefekte) haben.
Anatomische Variationen: Von geschlechtlichen Besonderheiten mit unspezifischen Ursachen bis zu eher kulturell bedingten Einschätzungen (Grundlage des sozialen Geschlechts) wie „zu kleiner“ Penis oder „zu große“ Klitoris sind sehr viele Variationen bekannt.

Viele intersexuelle „Syndrome“ bestehen nicht nur aus einer einzigen nachweisbaren Variation, sondern entstehen im Zusammenspiel mehrerer Faktoren, so zum Beispiel beim Androgenrezeptor-Defekt (AIS, Androgenresistenz). Hier sind komplette Androgenresistenz bzw. vollständiger AIS (CAIS, von complete AIS), partielle Androgenresistenz bzw. partieller AIS (PAIS) und minimale Androgenresistenz bzw. minimaler AIS (MAIS) zu unterscheiden. Bei kompletter Androgenresistenz (CAIS) entwickeln sich zum Beispiel bei einem Fötus mit XY-Chromosomen Hoden, die im Körper verbleiben können. Die Rezeptoren für Testosteron fehlen jedoch, so dass sich ein „weiblich aussehendes“ äußeres Genital (allerdings ohne weibliche innere Organe) entwickelt; das Erziehungsgeschlecht ist dann meist weiblich. Intersexuelle Menschen mit CAIS werden – anders als bei PAIS – oft erst in der Pubertät erkannt. Bei weniger ausgeprägter Resistenz kommt es laut dem medizinischen Wörterbuch Pschyrembel Wörterbuch Sexualitätzu unterschiedlichen Ausbildungen der männlichen Sexualorgane (Hypospadie, Kryptorchismus, Azoospermie) und körperlicher Feminisierung (z. B. Gynäkomastie, siehe Reifenstein-Syndrom).

Bei einem XY-chromosomalen Menschen mit Swyer-Syndrom aufgrund der Deletion des SRY-Gens sind auch Vagina und Uterus ausgebildet, in Gewebeproben findet sich allerdings kein Barrkörperchen, das bei jeder XX-chromosomalen Frau zu finden ist. Bei einem XY-chromosomalen Swyer-Syndrom ist also von einer männlichen Vagina und einem männlichen Uterus zu sprechen. Auch Menschen mit Swyer-Syndrom werden oft erst in der Pubertät auffällig.

Bei Menschen mit 5α-Reduktase-Mangel entwickelt der Körper erst ab der Pubertät ausreichende Mengen an Dihydrotestosteron, um ein männliches Genital auszubilden und sich zum fortpflanzungsfähigen Mann zu entwickeln.

Zu berücksichtigen ist auch das Vorhandensein einer Prostata bei fast allen XY-chromosomalen Menschen mit intersexuellen Syndromen.

(Links ergänzt)

An den biologischen Gegebenheiten, die zu Intersexualität führen, sieht man auch häufig, dass diese kein eigentliches eigenes Geschlecht im biologischen Sinne darstellen, da eben bestimmte Merkmale nicht ausgebildet werden und sich auf die Fortpflanzungsfähigkeit auswirken.

Es handelt sich insoweit auch nicht in biologischer Hinsicht um ein „drittes Geschlecht“, da hier keine biologische Funktion innerhalb der Fortpflanzung hinzukommt. Das sich ein solches „echtes“ drittes Geschlecht entwickelt ist auch bereits deswegen unwahrscheinlich, weil die Kosten der sexuelle Fortpflanzung mit jedem weiteren Geschlecht zunehmen und daher eine Selektion dagegen besteht.

Es findet sich dann in der Wikipedia noch eine interessante Tabelle:

Intersexualität – Wikipedia

Intersexualität – Wikipedia

Ich habe sie hier mal als Bild eingefügt, da sich die Tabellenstruktur schlecht übertragen ließ. Es zeigt die verschiedenen bekannteren Arten der Intersexualität und gibt damit einen guten Überblick.

17 Gedanken zu “Intersexualität

  1. Ich bin so frei (letzter Kommentar war hier: https://allesevolution.wordpress.com/2015/04/01/feminismus-der-traum-vom-warmen-eislutscher/#comment-171335)

    „Ich weiß nicht, wie viele das sind.“

    Da hab ich letztens ein schönes Zitat zu gelesen, nämlich:

    „Wie oft chirurgische Intersex-Genitalverstümmelungen (IGM) in deutschen Kinderkliniken durchgeführt werden, gehört zu den bestgehütetsten Medizynergeheimnissen.“

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2015/02/24/Intersex-Genitalverstummelungen-in-Bayern-Geheime-Staatssache-Betriebsgeheimnis-der-Kliniken

    „Es besteht aber inzwischen ein Konsens darüber, dass man keine geschlechtsangleichenden Operationen mehr nach der Geburt vornimmt, da die Gefahr besteht, eine falsche Entscheidung über den Willen der Person hinweg zu treffen.“

    Was Du nicht Alles weißt…

    + Außerdem nicht uninteressant:

    „Der 2013 neu ins Personenstandsgesetz eingeführter Paragraph 22 Absatz 3 regelt zwar für den Fall der Geburt eines intersexuellen Kindes: „Kann das Kind weder dem weiblichen noch dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden, so ist der Personenstandsfall ohne eine solche Angabe in das Geburtenregister einzutragen.“ Durch eine unlängst veröffentlichte Verwaltungsvorschrift wird aber klargestellt, dass Eintragungen wie „intersexuell“ weiterhin unzulässig sein sollen.“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/intersexualitaet-das-dritte-geschlecht-13082693.html

    Laut wiki gibts im Übrigen auch bloß 6 Länder weltweit, wo sich Intersexuelle _nicht_ einem der beiden Geschlechter zuordnen müssten/zwangsweise zugeordnet würden (Australien, Bangladesch, Indien, Nepal, Neuseeland und Pakistan).

    Transsexualität darf man im Vergleich sogar als vom System gefördert betrachten, meine ich.

  2. Was du alles NICHT weißt…

    Was willst du mir denn sagen? Was hat das mit meinen Aussagen zu tun, wo siehst du Widersprüche?

    Guter Übersichtsartikel von Christian übrigens…

    Den Zwischengeschlecht-Blog hatte ich auch schonmal hier verlinkt.
    Besonders interessant:

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/08/23/Zwitter-und-progressive-LGBTs-gegen-Vereinnahmung

    Die ungefragte politische Adoption von Zwittern als Unterabteilung von „sexuelle Identität“, „Sexualität(en)“, „(Trans-)Gender“ usw. trägt bei zur Unsichtbarmachung der realen, zwangsoperierten Zwitter und ihrer spezifischen Anliegen in der öffentlichen Wahrnehmung.

    Vertreter_innen englischsprachiger Zwitterorganisationen kritisieren seit langen Jahren Vereinnahmung („appropriation“) durch LGBT-Interessen.

    Ebensolange kritisieren Zwitter-Aktivist_innen den Missbrauch von zwangsoperierten Zwittern als „Daten- und Rohmaterial“ im Rahmen von Gender Studies – und fordern stattdessen aktive Solidarität:

    „Die Ergebnisse dieser Pilotstudie bestätigten unsere Vermutung, dass Intersex Hauptsächlich als Forschungsobjekt verstanden wird, um den Begriff der Zweigeschlechtlichkeit (und des Sexismus, sowie der Homophobie) zu dekonstruieren, und nicht als ein Thema gesehen wird, das in der realen Welt Implikationen für reale Leute hat.

    Ohne sich der Quelle bewusst zu sein oder darauf zu reflektieren, ‚umarmte‘ die zweite amerikanische Frauenbewegung den nützlichen Begriff Gender und begründete mit ihm den Ursprung einer neuen wissenschaftlichen Spezies (Disziplin), die Gender Studies.“

    „Dass sich gerade [Transsexuelle sowie Lesben und Schwule] dieses Themas annehmen, liegt an einem Überschuss von Projektion. Sie sehen nicht, dass ihre Problematik, d. h. die Problematik von Coming-out und gesellschaftlicher Anerkennung, nicht die von Hermaphroditen ist. Sie sehen nicht, dass die ungefragte Adoption von Hermaphroditen durch die Lesben-, Schwulen- und Trans[*]bewegung einer Überrumpelung und Kolonialisierung gleichkommt und moralisch unzulässig ist, weil sie das eigentliche Anliegen von Menschen mit medizinischer Gewalterfahrung überdeckt.““

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2010/04/10/Vereinnahmung-im-Bundestag%3A-Du-sollst-den-Begriff-%22intersexuell%22-nicht-unn%C3%BCtz-gebrauchen!

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/09/03/Du-sollst-nicht-die-Leiden-der-Zwitter-als-Aufh%C3%A4nger-und-Material-f%C3%BCr-deine-eigenen-Forderungen-und-K%C3%A4mpfe-benutzen!

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/10/22/Warum-Zwitterforderungen%2C-worin-es-um-%22sexuelle-Identit%C3%A4t%22-geht-statt-um-%22Recht-auf-k%C3%B6rperliche-Unversehrtheit-und-Selbstbestimmung%22%2C-keine-Zwitterforderungen-sind%2C-sondern-Vereinnahmung

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/06/05/Gender-Studies-und-Zwitterkampf

    Nochmal der Hinweis, dass es sich bei Intersexuellen nicht um eine homogene Gruppe handelt. Viele der als „Zwitter“ geborenen identifizieren sich als männlich oder weiblich, sehr viele dürften auch mit ihrer Anpassung glücklich sein.
    Das rechtfertigt aber die Anpassungen an nicht-zustimmungsfähigen Personen nicht.

    • „Was willst du mir denn sagen? Was hat das mit meinen Aussagen zu tun, wo siehst du Widersprüche?“

      Die Frage gebe ich erstmal zurück, da Du mir zweimal widersprochen hattest…

      Hattest Du bereits irgendeinen Beweis vorgebracht, dass Transsexuelle _nicht_ streng an Binarität glauben? Oder bezog sich der Widerspruch auf den Teil, dass Transsexualität sich ohne die mod. Med. quasi gar nicht lebbar herstellen ließe?

      Im Grunde, wenn man mal genauer drüber nachdenkt, profitieren Transsexuelle wie kaum eine andere Gruppe von den Erfahrungen, die durch die Zwangs-Geschlechtsangleichenden Operationen an Intersexuellen gewonnen wurden.

      Und wir haben uns auch noch nicht über die praktische Seite unterhalten.
      Wie es möglich sein soll, in dieser v-ö-l-l-i-g durch-gegenderten Welt ein intersexuelles Kind ohne Geschlechtszuweisung aufzuziehen.
      Fänd ich beinah das spannenste Thema zum Thema.

      • Die Frage gebe ich erstmal zurück, da Du mir zweimal widersprochen hattest…

        Ich habe dir ja auch konkret gesagt, welche deiner Aussagen (mal wieder) falsch waren.

        Hattest Du bereits irgendeinen Beweis vorgebracht, dass Transsexuelle _nicht_ streng an Binarität glauben? Oder bezog sich der Widerspruch auf den Teil, dass Transsexualität sich ohne die mod. Med. quasi gar nicht lebbar herstellen ließe?

        Das ist das Paradigma all unserer Diskussionen: du hast keine Ahnung, laberst trotzdem irgendwas daher und erwartest, dass ich dir alles haarklein mit Quellen aus meinem Fachgebiet vorkaue.

        Warum sollten Transsexuelle Hermaphrodismus leugnen? Auf welcher Grundlage behauptest du das?
        Wo liest du in der Definition der Geschlechtsidentitätsstörung etwas über die Meinung der Betroffenen zu Intersexualität?
        Das ist nicht relevant. Vielleicht tun es manche, ich wüsste aber nicht wieso.
        Transsexuell wird man nicht erst durch eine Operation, das ist wieder falsch. Es ist auch kein Lebensstil („lebbar“)

        Und wir haben uns auch noch nicht über die praktische Seite unterhalten.

        Such dir doch mal jemanden, der sich mit dir unterhalten will.


        Wie es möglich sein soll, in dieser v-ö-l-l-i-g durch-gegenderten Welt ein intersexuelles Kind ohne Geschlechtszuweisung aufzuziehen.

        Sicher schwierig, ja. Soweit ich weiß bilden aber die meisten intersexuellen Kinder eine der beiden typischen Geschlechtsidentitäten aus.
        Ob das dann durch Sozialisation bedingt ist, durch ihr biologisches Gehirngeschlecht, oder durch die phänotypische (bzw. genotypische) Nähe zu einem der beiden Geschlechter, lässt sich wohl nicht allgemein beantworten.

        • http://atme-ev.de/index.php?option=com_content&view=article&id=55:transsexuelle-und-intersexuelle-opfer-derselben-ideologie&catid=11:historisches&Itemid=8

          Dass dabei Transsexualität per Definition als Identitätsstörung angesehen wird, und intersexuelle Menschen genitalen Zwangsoperationen unterzogen werden, hat aber die selbe ideologische Ursache: Die Annahme, dass Geschlechtsidentität anerzogen werden kann, da Geschlecht lediglich ein „soziales Konstrukt“ sei. Die Folgen dieser Ideologie sind bis heute massive Menschenrechtsverletzungen – eben bei trans- sowie intersexuellen Menschen.

        • ..der Abschnitt lässt sich so verstehen:

          Transsexuelle wollen ihre Störung als rein körperliche Störung verstanden wissen.
          Das geht natürlich etwas weit, da wir hier soziale Einflüsse einfach nicht ausschließen können und es auch keine homogene Gruppe ist.
          Das neue Konzept „gender dysphoria“ ist momentan wohl der bestmögliche Kompromis.

        • Es gibt jedenfalls viele Trans- und auch Intersexuelle, die das tun.
          Und sich vereinnahmt fühlen von ihren falschen Freunden, die es für opportun halten, sie als Alibi für die Geschlechterdekonstruktion zu verwenden.

          Das heißt nicht, dass ich mich dem Statement 1 zu 1 anschließe.

          Es gibt sicher auch Inter- wie Transsexuelle, die Hoffnungen in den genderfeministischen Diskurs setzen, da er mächtig ist und auf ihre Problemlagen aufmerksam machen kann (fragt sich nur ob wirklich in deren Sinne)

  3. „Aus Sicht der Zwitter gibt es kaum konkrete Überschneidungen: Transsexuelle wollen OPs und beneiden uns oft dafür, dass wir sie aus ihrer Sicht „nachgeworfen bekommen“, während Zwitter sich gegen die Zwangsops wehren. Zwar leiden auch Transsexuelle unter Menschenrechtsverletzungen und Diskriminierungen, jedoch in einem klar geringeren Masse als zwangsoperierte Zwitter. Die meisten Transsexuelle sind offensichtlich gar nicht fähig, sich in unsere spezifische Problematik hineinzuversetzen (gilt wohl auch umgekehrt). Da zudem in der Öffentlichkeit Zwitter nach wie vor meist mit Transsexuellen verwechselt bzw. in einen Topf geworfen werden, wäre ein gemeinsamer Auftritt ebenfalls kontraproduktiv bzw. würde nur den Transsexuellen nützen und den Zwittern schaden. Es ist kein Zufall, dass zumeist Transsexuelle eine Zusammenarbeit wollen oder sich als Intersexuelle ausgeben, umgekehrt jedoch praktisch nie. Trotzdem haben wir gemeinsame Feinde.“

    http://blog.zwischengeschlecht.info/post/2009/06/05/Gender-Studies-und-Zwitterkampf

  4. Bester Text (sorry für die Zitat-Länge, lohnt aber):

    „Ca. dreihunderttausend Kinder (300.000) deutschlandweit und wahrscheinlich sogar noch mehr, mussten vor ihrem vierten Lebensjahr als Kind eine Veränderung ihrer Genitalorgane über sich ergehen lassen. Nach veröffentlichten Zahlen werden in der Bundesrepublik Deutschland jedes Jahr ca. 5000 Kinder geboren, deren Geschlecht nicht gemäß den kulturellen Normen Deutschlands männlich oder weiblich ist. Es sind sogenannte Zwitter mit der medizinischen Geschlechtsbezeichnung Hermaphrodit. Also diese Kinder, 5000 jedes Jahr, gehören nicht zum „männlichen Geschlecht“ auch nicht „weiblichen Geschlecht“!

    Geht man von einer mittleren Lebenserwartung von ca. 60 Jahren dieser Menschen aus, so gibt es derzeit nach den veröffentlichten Zahlen seit den 50er Jahren ca. 300.000 Hermaphroditen in Deutschland, die unter Zwang geschlechtszugewiesen wurden. Tatsächlich dürften es wesentlich mehr sein, denn die Rate zwittriger Genitalanlagen bei deutschem Schlachtvieh liegt, dort bedingt durch Medikamente und Umwelt bei etwa 15%, während die Rate zwittriger Tiere bei manchen Fischarten unserer heimischen Gewässer, ebenfalls umweltbedingt, teilweise über 50% beträgt.

    Sie werden sicherlich jetzt darüber nachdenken warum Sie bei so VIELEN Hermaphroditen noch nie davon gehört haben.

    Nun das ist ganz einfach und hat kulturelle Gründe.

    Männer und Frauen sind Männer und Frauen aber Hermaphroditen sind weder Männer noch Frauen und da die Medizin schon, das Gesetz und unsere Kultur aber das Geschlecht des Hermaphroditen nicht kennt, werden diese erst zu Männern oder Frauen gemacht!

    Das hat, natürlich, Nichts mit den „barbarischen Ritualen“ der Mann- oder Frauwerdung in Afrika oder sonstigen unterentwickelten Ländern dieser Welt, zu tun.

    Bei Hermaphroditen und hier in Deutschland verhält sich das auch ganz anders. Außerdem werden, aus Gründen der Einfachheit, hier in Deutschland aus den weitaus meisten Hermaphroditen „Mädchen“ gemacht! Dies hat zudem, gemäß der Überlegungen einiger Zuweisungsmediziner, für die Kinder den Vorteil, dass ein Leben als Frau wesentlich einfacher sei, als das eines Mannes.

    Die Ausführung der Geschlechtzuweisung zur Frau hat das ausschließliche Ziel, dass der mögliche zukünftige Mann der „Frau“ sicher gehen, und an den von den Medizinern geformten Genitalien und Schamlippen erkennen, kann, dass es eine Frau ist. Die Beischlaffähigkeit des zur Frau veränderten Zwitters hat hierbei Priorität. Auch die Klitoris, manchmal ist es auch ein kleiner Penis, was man später aber nicht mehr sieht, wird abgeschnitten, weil allgemein eine Frau in unserem Kulturkreis keine große Klitoris hat. Entschuldigen Sie bitte den kleinen Ausrutscher „abschneiden“! Natürlich heißt das bei uns „Klitorisamputation“ oder auch „Klitorisreduktionsplastik“, allein an der Wortwahl sehen Sie, dass dies doch bei uns Etwas ganz Anderes ist als bei den primitiven Barbaren die einfach nur „abschneiden“! Die da unten schneiden ja einer „echten Frau“ die Klitoris ab, damit Sie aus religiösen, rituellen, stammesgesetzlichen Gründen und insbesondere für den späteren Mann als Frau erkennbar ist.

    Außerdem sind da ja noch unsere Gesetze! Ist wirklich mal jemand angeblich falsch umoperiert muss er sich lediglich nur Fortpflanzungsunfähig machen lassen dann darf er in seinem/ ihrem angeborenen Geschlecht weiterleben. Aber daran sind diese Menschen hier ja auch selber schuld! Sie hätten sich ja mit der richtigen Zuweisungsentscheidung der Ärzte und ihrer Eltern, die auf unserer hoch entwickelten Kultur getroffen wurde, die richtig und human ist, abfinden können.

    Auch gibt es bei uns, nach Geschlechtszuweisung keine lebenslange Gefühllosigkeit oder enorme Schmerzen im Genitalbereich, sie sollen nach Angaben unser Mediziner nicht die Regel sein. Das behaupten die Medizinmänner im Busch zwar auch, aber denen kann man sicher nicht glauben! Der gnadenreiche Eingriff unserer Medizin ist dazu da, dass kulturell und gesetzlich und an den Genitalen optisch sichtbar, aus einem Kind das sowieso nichts Richtiges ist, zumindest ein Mädchen oder aus einem anderen Kind, wenn es Glück hat, vielleicht gar ein Junge wird.

    Der Akt der eindeutigen Geschlechtszuweisung durch die Medizin ist bei uns anschließend sogar ein Anlass, in unseren hochentwickelten westlichen Kulturen, ein Fest des Namenstages und der Taufe zu feiern. Denn jetzt ist das zugewiesene Kind ja eine „richtige Frau“ oder ein „richtiger Mann“. Also ein echter Grund sich zu freuen, nicht so wie die Ungläubigen in Afrika die verstümmelte Genitalien feiern!

    Es wird Heute von den „Medizinern“, den Eltern, die sich häufig zur „operative Geschlechtszuweisung“ also zur eindeutigen Mann- oder Frauwerdung ihres Kindes beraten lassen, geraten diese Handlungen vor dem zweiten Geburtstag des Kindes durchzuführen, denn dann würde das Kind sich daran nicht erinnern können! Auch das hat Nichts mit der Aussage von Ärzten gemein die hier in Deutschland die Barbaren- Rituale aus Afrika oder sonstigen unterentwickelten Länder dieser Erde gegen viel Bargeld praktizieren! Man kann halt nicht den Rat unserer Zuweisungsmediziner mit dem der Beschneidungsmedizinmännern, die zwar auch, teilweise sogar in Deutschland, studiert haben, vergleichen, auch wenn Ähnliches gesagt wird.

    Auch wenn die Sätze ähnlich klingen mögen, wir sind in Deutschland und Das hat mit Afrika Nichts gemeinsam! Sie glauben mir Das doch oder?!

    Und außerdem wir sind ja viel weiter entwickelt als diese unterbelichteten Völker, unsere Menschenrechtler, und Alle die glauben es zu sein, melden sich ja an solchen Tagen zu Wort und das halt mit dem Recht der „Höher entwickelten Kultur“.“

    http://www.dgti.org/intersexualitaet.html?id=25

  5. War das für dich etwa neu?

    Ergänzung: dass den meisten Kindern ein weibliches Geschlecht zugewiesen wird, hängt natürlich vor allem damit zusammen, dass eine plastische Vagina sehr viel einfacher und funktionaler herzustellen ist als ein plastischer Penis.

    Beides ist selbstredend schrecklich falsch, so lange das Kind nicht sagen kann, ob es lieber Junge oder Mädchen sein will oder vielleicht auch gar nichts von beidem.

    Hast du eigentlich mittlerweile deine unkritische Haltung zur männlichen Beschneidung geändert?

    • „War das für dich etwa neu?“

      Nunja, Christians Rechnung nach läge die Anzahl nicht bei ca. 5000, sondern bei keinen 150 Fällen im Jahr. Aber solange es keine offiziellen Zahlen gibt, können wirs wohl nicht wissen (allein deshalb wäre es sinnig, darauf zu bestehen, dass ein Kind nach der Geburt auf jeden Fall als „intersexuell“ geführt werden müsste).

      „Hast du eigentlich mittlerweile deine unkritische Haltung zur männlichen Beschneidung geändert?“

      Meine Haltung war nie unkritisch, sondern differenziert.

  6. Unter Hermaphroditismus bzw. Zwittern wird in der Biologie wohl eher sowas wie „Doppelgeschlechtlichkeit“ verstanden. Intersexuelle ist also wahrscheinlich der beste Überbegriff, das schreibt ja auch Christian.

  7. Pingback: Bundesverfassungsgericht zur Eintragung einer anderen Bezeichnung als „Männlich“ oder „weiblich“ für Intersexuelle | Alles Evolution

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