Wie häufig ist Homosexualität?

Die Wikipedia hat einen interessanten Abschnitt zur Verbreitung der Homosexualität in der Bevölkerung:

Schätzungen über die Häufigkeit von Homosexualität variieren beträchtlich und werden durch unterschiedliche, voneinander abweichende Definitionen des Gegenstands zusätzlich verkompliziert. Darüber hinaus ist anzunehmen, dass Umfragen durch die sozialeStigmatisierung der Homosexualität und die damit einhergehende Tendenz zum Verschweigen eher nach unten als nach oben verfälscht sind. So schätzten sich etwa in einer repräsentativen Emnid-Umfrage aus dem Jahr 2000 nur 1,3 bzw. 0,6 Prozent der in Deutschland lebenden Befragten als schwul bzw. lesbisch sowie 2,8 bzw. 2,5 Prozent als bisexuell ein. Gleichzeitig gaben aber 9,4 Prozent der Männer und 19,5 Prozent der Frauen an, sich vom eigenen Geschlecht erotisch angezogen zu fühlen.[7] Bei einer im Jahr 2003 in Australien durchgeführten Umfrage bezeichneten sich 1,6 Prozent der Männer als homosexuell und 0,9 Prozent als bisexuell; 0,8 bzw. 1,4 Prozent der befragten Frauen gaben an, lesbisch bzw. bisexuell zu sein.[8] In Kanada stuften sich bei einer 2003 durchgeführten Umfrage unter Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 59 Jahren 1,0 Prozent als homosexuell und 0,7 Prozent als bisexuell ein.[9] In Großbritannien ergab eine Umfrage des Office for National Statistics aus dem Jahr 2011/2012, dass sich 1,1 Prozent aller befragten Personen als schwul oder lesbisch einschätzten, 0,4 Prozent bezeichneten sich als bisexuell, weitere 3,6 Prozent waren sich in Bezug auf ihre Orientierung unsicher.[10] Laut einer repräsentativen Untersuchung des Center for Disease Control and Prevention (CDC) vom März 2011 bezeichnen sich 1,7 Prozent der amerikanischen Männer zwischen 15 und 44 Jahren als homosexuell.[11] Gary J. Gates von der Universität Kalifornien untersuchte elf US-amerikanische und internationale Studien aus den letzten Jahren; danach ist der Anteil der sich als homosexuell und bisexuell identifizierenden Frauen und Männer in den USA 2004-2009 angestiegen. Im Schnitt lag der Anteil 2009 bei den nicht-heterosexuellen Frauen bei 3,3 % (1,1 % homosexuell) und 3,6 % bei den Männern (2,2 % homosexuell). Dies bedeutet in absoluten Zahlen, dass etwa 9 Millionen Amerikaner nicht heterosexuell sind.[12] Laut der US-Studie National Health Interview Survey (NHIS) von 2013 bezeichneten sich 1,6 % der US-Bevölkerung als homosexuell und 0,7 % als bisexuell.[13]

Eine Zahl um die 4% für männliche Homosexualität und 2% für weibliche Homosexualität war etwas, was ich schon häufiger gehört habe und was mir insoweit auch realistisch vorkam, 2% und 1% kommen auch immer wieder vor.

Ich kann mir vorstellen, dass Eigenbezeichnung so seine Nachteile hat um so konservativer die Gegend ist, insofern sollten die Zahlen bei Umfragen in „moderneren Zeiten“ genauer werden, zumindest in toleranten Gesellschaften.

Was das tatsächliche Sexualverhalten angeht, kam der Kinsey-Report 1948 zu dem Ergebnis, dass 37 Prozent der männlichen US-Bevölkerung nach Beginn der Pubertät „zumindest einige physische homosexuelle Erlebnisse bis zum Orgasmus“ haben und weitere 13 Prozent „erotisch auf andere Männer“ reagieren, „ohne tatsächliche homosexuelle Kontakte“ zu unterhalten.[14] Zusammengerechnet seien daher nur 50 Prozent der männlichen erwachsenen Bevölkerung ausschließlich heterosexuell und gar nur vier Prozent ausnahmslos – und über ihr gesamtes Leben hinweg – homosexuell.[15]

Ich könnte mir vorstellen, dass gerade in ältere Umfrageergebnisse auch eine Ausweichsexualität hineinspielt, da eben die weibliche Sexualität wesentlich behüteter war. Vielleicht war es da für viele einfacher mit einem Freund etwas auszuprobieren, selbst wenn man eigentlich auf Frauen stand. Das wäre dann aber aus meiner Sicht keine Homosexualität, da das Begehren nicht tatsächlich auf Männer ausgerichtet ist.

Schon bei Kinsey war der Anteil von Homosexualität an der „Gesamt-Triebbefriedung“ nichts Festes, sondern hing in hohem Maße von der jeweiligen Klassenzugehörigkeit ab. So pflegten Angehörige der unteren Schichten in dieser Zeit wesentlich mehr homosexuelle Kontakte als das Bürgertum und die Eliten.[16]

Vielleicht auch, weil da die Heiratschancen und die Überwachung besser waren?

Jüngere Studien zeigen darüber hinaus, wie sehr diese Zahlen dem historischen Wandel unterliegen können. So gaben in einer Studie zur Jugendsexualität, die 1970 vom Hamburger Institut für Sexualforschung durchgeführt wurde, 18 Prozent der befragten 16- und 17-jährigen Jungen an, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben. Zwanzig Jahre später waren es nur noch zwei Prozent – ohne dass sich der Anteil von Jungen mit heterosexuellen Kontakten dadurch signifikant erhöht hätte.[17]

Gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen wären aus meiner Sicht nicht per se ein Anzeichen für Homosexualität. Das Absinken ist dann vielleicht eher dem Umstand zu verdanken, dass man eher ein eigenes Zimmer hat und vielleicht auch Zugang zu Pornographie. Auch gemischte Klassen und eine weniger strenge Überwachung der Sexualität dürften ihren Teil beigetragen haben

Der Sexualwissenschaftler Volkmar Sigusch erklärt diesen Einbruch gleichgeschlechtlicher Jugenderfahrungen u. a. mit der wachsenden öffentlichen Thematisierung von „Homosexualität“ und der damit verbundenen Befürchtung der Jungen, aufgrund solcher Handlungen „womöglich als ‚Schwuler‘ angesehen zu werden“.[18] Allerdings verharrte der Anteil der Mädchen mit homosexuellen Kontakten im selben Zeitraum konstant bei sechs Prozent.[19]

Ich würde vermuten, dass die Zeiten da eher liberaler geworden sind, insofern wäre ein Abschreckungseffekt merkwürdig. Ich würde ihn insofern eher mit anderen Formen der Ersatzbefriedigung erklären, was auch angesichts des schwächeren weiblichen Sexualtriebs das verharren des weiblichen Anteils erklären würde.

Ähnlich stellte auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in ihrer repräsentativen Wiederholungsbefragung zwischen 1980 und 1996 eine Halbierung des Anteils 14- bis 17-jähriger Jungen fest, die zugaben, „enge körperliche Erlebnisse“ mit dem eigenen Geschlecht gesammelt zu haben (von zehn auf fünf Prozent), während sich umgekehrt der Anteil der Mädchen, die von solchen Erlebnissen berichteten, zwischen 2001 und 2005 von acht auf 13 Prozent erhöhte.[20]

Wäre interessant, was ein „enges körperliches Erlebnis“ wäre. Das Party-knutschen mit einem anderen Mädchen, weil es irgendwie Aufmerksamkeit verschafft und kein großes Ding ist?

Die tatsächliche Häufigkeit von homosexuellen Erfahrungen hängt also zu einem großen Teil von gesellschaftlichen und kulturellen Rahmenbedingungen ab und kann nicht überzeitlich und für alle sozialen Schichten einheitlich bestimmt werden.

Die Häufigkeit homosexueller Erfahrungen ist sicherlich kulturell ausformbar. Die Häufigkeit tatsächlicher Homosexualität wird vermutlich eher konstant geblieben sein.

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62 Gedanken zu “Wie häufig ist Homosexualität?

  1. Jüngere Studien zeigen darüber hinaus, wie sehr diese Zahlen dem historischen Wandel unterliegen können. So gaben in einer Studie zur Jugendsexualität, die 1970 vom Hamburger Institut für Sexualforschung durchgeführt wurde, 18 Prozent der befragten 16- und 17-jährigen Jungen an, gleichgeschlechtliche sexuelle Erfahrungen gemacht zu haben. Zwanzig Jahre später waren es nur noch zwei Prozent – ohne dass sich der Anteil von Jungen mit heterosexuellen Kontakten dadurch signifikant erhöht hätte.[17]

    Vielleicht liegt das ja auch daran, daß sich allgemein sexueller Mißbrauch und Kindesmißhandlungen verringern. Homosexuelle Neigungen könnten sich also damit verringert haben.

    Der Anteil der Jungen mit normalen sexuellen Erfahrungen muß sich auch nicht erhöhen. Denn es gibt ja Überlappungen. Ein Wert kann also sinken, während der andere gleichbleibt.

    Volkmar Sigusch ist doch sowieso so ein merkwürdiger Typ, oder? Der naturalisiert alles Mögliche. Muß mal nachschauen. Ich finde diese Sexualforscher alle dubios. Sie haben meist selbst eine Macke in dem Bereich und forschen dann fleißig rum.

    Ich meine, von dem mal ein peinliches Interview in der Emma gelesen zu haben.

    • @ James T Kirk.

      Ich bin selbst schwul, ungeoutet und nicht links eingestellt.

      Ich kann z.B. verstehen was Herr Putin macht.

      Ich war immer dagegen das sich die Schwulenbewegung zu sehr mit der Gender- und Feministinnenbewegung verquickt. Das wollte damals keiner hören….

      Putin hat nichts gegen Homosexuelle! Aber er wird niemals zulassen das am altehrwürdigem St. Petersburger Polytechnikum Gendermainstreaming „gelehrt“ wird und dieses Pussy Riot dort Konzerte gibt, das könnt ihr euch alle gleich aus dem Kopf schlagen.

      Das hat er gleich im Keim erstickt 🙂

      Aber da eben die Schwulenszene zu sehr mit Gender verbandelt ist…pech gehabt.

      90 % aller russischen Schwulen billigen das, weil sie ihre persönlichen Interessen zurückstellen zum Wohl der Nation in diesen schwierigen Zeiten.

      Auch ich denke er macht eine gute Politik zum Schutz der Kinder.

      Und er ist einfach ein cooler Typ und ein echter Mann.

  2. „Ich finde diese Sexualforscher alle dubios“

    Kleiner Tipp, die allgegenwärtigen Stockenten sind da ein prima Beobachtungsobjekt. Die Geschlechter lassen sich gut unterscheiden, sie sind durch Füttern etc. mit geringer Fluchtdistanz und gut zu beobachten.
    Da kann man schön auszählen im Frühjahr nach der Paarbindung wie viele schwule Pärchen es gibt, ich schätze mal im einstelligen Bereich, wie übrigens auch Dreier, oder sonstige Abweichungen von der „normalen“ Paarbeziehung.
    Nebenbei bemerkt, zu der Auffassung Homosexualität ist was unnatürliches krankes: Ornithologie ist ja eine alte beliebte Wissenschaft, mit der sich viele beschäftigten. Ich weiß von einem Vogelkundler, dass das bestehen von homosexuellen Beziehungen schon Beobachtern im 18/19. Jh. bekannt war, man hat sich aber wohl wegen des gesellschaftlichen Klimas nicht getraut, darüber groß zu publizieren.
    In diesem Sinne sollte man dem Wissenschaftsbetrieb gegenüber generell etwas kritisch sein, da ist wirklich vieles in der Darstellung abhängig von Interpretationen und Erwartungen und heutzutage nicht zuletzt auch davon, für welche Fragestellungen gerade das Geld locker gemacht wird.

    Ein Beispiel Außerhalb der Sexualwissenschaft: Teilchenphysik. man kann sich schon Fragen in welchem Verhältnis da die Milliarden Euro Aufwand zu dem Nutzen stehen, das wir immer mehr (oder weniger??) über die Teilchenphysik verstehen.

    Wissenschaftler sind auch nur Menschen.

    • Der LHC hat gut 3 Mrd. Euro gekostet, ATLAS wohl etwas um die 350 Millionen, und CMS circa 450 Millionen. Die vier großen Detektoren bleiben also wohl unter 2 Mrd. Euro in der Anschaffung. Dann sind wir in Summe bei etwas um die 5 Mrd. Euro für den LHC plus Detektoren, und ein bisschen Overhead.

      Zum Vergleich, die Sommerspiele in London in 2012 haben etwa 13.5 Mrd. Euro gekostet, mehr als zweieinhalb mal soviel.

      Jetzt kann man drüber diskutieren, was der Menschheit mehr bringt – ein paar Wochen Spektakel, oder Spitzenforschung, die nicht nur unser Verständnis des Universums verbessert sondern auch so Nebenprodukte produziert wie etwa das Internet, wie wir es heute kennen.

    • In diesem Sinne sollte man dem Wissenschaftsbetrieb gegenüber generell etwas kritisch sein, da ist wirklich vieles in der Darstellung abhängig von Interpretationen und Erwartungen und heutzutage nicht zuletzt auch davon, für welche Fragestellungen gerade das Geld locker gemacht wird.

      Das ist eine sehr richtige Feststellung. Genau deshalb sollte man ja heutzutage kritisch gegenüber der allgegenwärtigen Brachialnaturalisierung von Homosexualität sein. Ich meine, du kennst den Zeitgeist. Viele Studien über homosexuelle Elternschaft sind z.B. selbst von homosexuellen Forschern verfaßt worden.

      All das wird ausgeblendet, weil man sonst in der Hölle des homophoben James T. Kirk schmort. Und da will selbstverständlich keiner hin. Außer die, die wissen, was für ein netter Kerl ich bin und daß es sich in dieser Hölle ganz gut leben läßt.

      Laut Christl Vonholdt wurde Homosexualität vom Krankheitsindex der WHO allein auf politischen Druck hin gestrichen.

      Und noch zu deiner Ente: Die Enten rammeln also fröhlich herum.

      Auch wenn der Blogwart dieses Blogs nie auf kritische Fragen dieser Natur eingeht, so wäre jetzt die Frage zu klären, warum es keine konstante Homosexualität bei den Enten gibt und warum die Sache mit den im Gehirn abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen bei Tieren offenbar anders ist.

      Laut dieser Theorie, die auch vom Blogwart propagiert wird, werden bestimmte Gehirnregionen während der Schwangerschaft durch Hormonmangel falsch geprägt bzw. werden in ihnen gleichgeschlechtliche sexuelle Attraktivitätsmerkmale abgespeichert.

      Diese Theorie finde ich sogar recht plausibel. Nur blöd, daß es eben zahlreiche Widersprüche gibt, die den Autor dieses Blogs und die Mitwelt nicht im geringsten interessieren.

      Stichwort konstante Homosexualität, die man selbst beim Menschen kaum findet. Wenn diese Theorie so richtig sein sollte, warum vögeln dann Tiere fröhlich durch die Bank? Oder wird bei ihnen homosexuelles Verhalten gänzlich anders bewirkt als beim Menschen?

      (editiert: Bitte höflich bleiben)

      Es hapert nicht am Verstand, sondern an der mangelnden emotionalen Unabhängigkeit.

      Vor hundert Jahren war man negativ befangen in bezug auf Homosexualität, heute ist man positiv befangen. Wie sich schon an dem hysterischen Agieren einiger Leute um den Begriff der Homophobie herum zeigt.

      Islamophobie, Homophobie, Frauenfeindlichkeit. Es ist immer das gleiche Spiel.

        • @ Blogwart

          Du könntest mal die immer peinlichere Art und Weise deiner Moderation hinterfragen. Du mißt mit zweierlei Maß, löschst mit dem Bulldozer auch harmlose Passagen.

          Das ist schon ziemlich krank. Du scheinst diesen Doppelstandard offenbar ganz okay zu finden.

        • „Ich hätte Verständnis dafür und würde nicht meckern, wenn man einfach über das Wort bekloppt rüberpinselt und es dabei beläßt. Dann kann sich jeder den Rest denken und den Inhalt verstehen. In dem Absatz standen noch andere wichtige Dinge drin.“

          Also, wenn das Wort wirklich nur bekloppt war, finde ich es auch nicht richtig zu editieren. Aber ist ja nicht mein Blog 😉 Was ja nicht heißen muss, dass sich Christian, dem ich an diese Stelle mal ganz herzlich für die viele Arbeit und das beeindruckend hohe Tempo danken möchte, sich diese Kritik nicht doch vielleicht zu Herzen nimmt! =)

          Es sollte prinzipiell so wenig wie möglich editiert oder gelöscht werden, auch wenn es verständlich ist, dass man sich als Betreiber des Blogs nur ungern – und sei es indirekt – anpflaumen lässt…

        • Ich lasse mich üblicherweise recht umfangreich anpflaumen, aber james kommt gar nicht mehr ohne aus, also muss ich etwas rabiater werden. Editieren vom Handy aus ist eh mühsam und aufwändig, da erwarte ich schon, das zumindest ein bemühen erkennbar ist. James fordert hier einen Respekt, den er selbst nicht gibt.

          Aber danke für das Lob, das freut mich 🙂

        • Wo pflaume ich dich denn an?

          Daß du bei deiner Moderation keine Gewissensbisse hast, ist wohl sehr bezeichnend. Du scheinst nicht besonders reflexionsfähig zu sein.

      • Laut Christl Vonholdt wurde Homosexualität vom Krankheitsindex der WHO allein auf politischen Druck hin gestrichen.

        Echt? Eine fundemantlistisch-christliche Leiterin einer Junk-Science Plattform für die Pathologisierung von Homosexualität verbreitet Verschwörungstheorien? Das man sowas noch erleben darf.

        Aber Hauptsache du bist immer schön kritisch bei deinen Quellen. Weil Zeitgeist und so.

        • „Der Vonholdt’sche Satz scheint aber durchaus korrekt zu sein.“

          Das ist er selbstredend nicht, denn „allein politischer Druck“ würde bedeuten, dass sich jeder Psychiater, Psychologe etc. insgeheim darin einig ist, dass Homosexualität eine Krankheit ist, diese aber dennoch von der Liste gestrichen wurde, um – ja, was – eine Handvoll Homosexuelle glücklich zu machen?

        • Sagen wir es mal so. Die Erlebnisse, die du auf deinem Blog schilderst, erzeugen bei mir schnell die Assoziation, daß du sexuelle Mißbrauchserfahrungen gemacht haben könntest. Du kannst dich dazu ja mal äußern.

          Ich arbeite nicht nur auf einer rein naturwissenschaftlichen Ebene, sondern lasse auch gewisse Symboliken auf mich wirken. Wenn eine Feministin z.B. ständig von Rape Culture, sexueller Gewalt durch Männer etc. schwafelt, lesbisch ist und von neurotischen Sexpraktiken schwärmt wie yesmeansyes, dann ist es zwar nicht bewiesen, daß sie als Kind sexuell mißbraucht wurde, aber es ist offensichtlich.

          Man kann sich natürlich weigern, den tieferen Sinn hinter solchen Neurotismen zu sehen. Das tun immer noch sehr viele Menschen und flüchten sich in abstrakte, unverbindliche Erklärungsmuster, da das Thema der Kindesmißhandlung für jeden Menschen angstbesetzt ist.

          PS: Die Seiten von Frau Vonholdt haben durchaus Seriöses zu bieten, das auch ohne den christlichen Hintergrund plausibel und nicht zu verachten ist. Ich finde es sehr bezeichnend, wie du über Frau Vonholdt redest. Sie ist durchaus sachlich und differenziert bei der Sache.

        • Du kannst dich dazu ja mal äußern.

          Zu deinen Assoziationen? Wozu?

          Wenn eine Feministin z.B. ständig von Rape Culture, sexueller Gewalt durch Männer etc. schwafelt, lesbisch ist und von neurotischen Sexpraktiken schwärmt wie yesmeansyes, dann ist es zwar nicht bewiesen, daß sie als Kind sexuell mißbraucht wurde, aber es ist offensichtlich.

          Willkürlich Leute und deren Positionen zu pathologisieren, ist schlicht eine Diskussionsverweigerung, mehr nicht.

          PS: Die Seiten von Frau Vonholdt haben durchaus Seriöses zu bieten, das auch ohne den christlichen Hintergrund plausibel und nicht zu verachten ist. Ich finde es sehr bezeichnend, wie du über Frau Vonholdt redest. Sie ist durchaus sachlich und differenziert bei der Sache.

          Quatsch. Deren Seiten ist zusammenkopierter Müll. Die übersetzt mehr schlecht als recht amerikanische Junk-Science Seiten. Und differenziert ist bei ihr gar nichts. Die hat eine klare Agenda, nämlich Homosexualität zu pathologisieren, weil sie christliche Hirngespinnste hat.

        • Hier mal ein Zitat von deinem Blog:

          Wenn ich mit ihr im Bett lag und wir uns küssten, hatte ich das Gefühl verschlungen zu werden. Die Nähe war furchtbar, beängstigend und abstoßend. Leider ist es äußerst abträglich für die allgemeine Stimmung, wenn einem beim Küssen so schlecht wird, dass man sich davon übergeben muss.

          Ich pathologisiere nicht willkürlich, sondern die Pathologien sind meist mehr als offensichtlich, siehe das Beispiel der Feministin.

          Was an diesen Vorstellungen ist denn nicht pathologisch?

          Oder findest du dich selbst zu sehr wieder in der geschilderten Feministin und ihrer Angst vor Sexualität?

        • Hier mal ein Zitat von deinem Blog:

          Und was für einen Erkenntnisgewinn ergibt sich da jetzt daraus?

          Ich pathologisiere nicht willkürlich, sondern die Pathologien sind meist mehr als offensichtlich, siehe das Beispiel der Feministin.

          Wenn du keine objektiven Kriterien, sondern nur dein subjektives „Offensichtlich“ anlegst, dann ist das eben willkürlich.

          Was an diesen Vorstellungen ist denn nicht pathologisch?

          An welchen? An meinen oder an denen aller Feministinnen?

        • Aus meinem Kommentar geht hervor, daß ich sehr wahrscheinlich die imaginierte Feministin meine.

          Es gibt keine sogenannten objektiven Kriterien für Pathologien. In unserer Gesellschaft wird alles Mögliche naturalisiert oder normalisiert, das offensichtlich krank ist, auch im übertragenen oder psychischen Sinne.

          Wenn eine Gesellschaft selbst erhebliche Verdrängungsqualitäten aufweist, so ist es offensichtlich, daß vieles tatsächlich Pathologische nicht als solches wahrgenommen wird oder nur von sehr wenigen Menschen. Alles hängt vom persönlichen Pathologiegrad der Einzelperson ab.

          Wie war denn deine Kindheit? Hast du dich damit mal beschäftigt? Hier liegt der Ursprung sämtlicher Pathologien.

      • „Viele Studien über homosexuelle Elternschaft sind z.B. selbst von homosexuellen Forschern verfaßt worden.“

        Welche Studien? Welche Forscher?

        „Laut Christl Vonholdt wurde Homosexualität vom Krankheitsindex der WHO allein auf politischen Druck hin gestrichen.“

        Das ist so nicht richtig. Selbstredend gab es politischen Druck. Den gibt es immer, damit sich gesellschaftlich etwas ändert.
        Dass Homosexualität überhaupt auf diese Liste gekommen ist, hat aber ebenfalls mit politischen Druck zu tun. Man wusste damals gar nichts über Homosexualität, außer, dass sie von der Heterosexualität abweicht – also nicht „normal“ ist. Nicht normal ist für viele allerdings schon ausreichend, um etwas als Krankheit einzustufen.
        Dass die WHO Homosexualität von der Liste gestrichen hat, ist aber nur folgerichtig, wenn Homosexualität an und für sich keine Störung konstituiert.

        Darf man Dich übrigens so verstehen, dass Du mit Vonholdt der Ansicht bist, Homosexualität sollte weiterhin auf dieser Liste stehen, mit allen gesellschaftlichen Folgen, die das für Homosexuelle bedeutet?

        „Diese Theorie finde ich sogar recht plausibel. Nur blöd, daß es eben zahlreiche Widersprüche gibt, die den Autor dieses Blogs und die Mitwelt nicht im geringsten interessieren.“

        Es gibt kaum Widersprüche zu dieser Hypothese, wenn man alle Konstanten einbezieht, also auch gesellschaftliche und soziale Faktoren. Dein Bild von Sexualität ist allerdings sehr naiv, deshalb erscheint Dir vieles widersprüchlich, was gar nicht widersprüchlich ist.

        „aber man muß doch wirklich bekloppt sein, wenn man das homophile Herumgeschleime des heutigen Zeitgeists nicht mitkriegt.“

        Dieses „Herumgeschleime“ hat einen ziemlich einfachen Grund: Homosexualität ist kein Abstraktum mehr. Immer mehr Menschen kennen Homosexuelle persönlich, entweder im oder über den Kreis von Verwandten und Freunden oder im weiteren Bekanntenkreis.

        „Wie sich schon an dem hysterischen Agieren einiger Leute um den Begriff der Homophobie herum zeigt.“

        Es ist immer leicht, sich lustig zu machen, wenn man selbst nicht betroffen ist.

      • Du könntest auch mal auf die konkreten Argumente eingehen.

        Den Artikel schaue ich mir an.

        Deine Tendenziosität bei diesem Thema ist jedenfalls überdeutlich. Bzw. deine Naivität gegenüber den gesellschaftlichen Kontexten.

        Daß unser Gehirn auch rein materiell beeinflußbar ist, wundert mich wenig. Darauf wird es wohl mit dem Quacksalber hinauslaufen.

        • „Wenn ich mit ihr im Bett lag und wir uns küssten, hatte ich das Gefühl verschlungen zu werden. Die Nähe war furchtbar, beängstigend und abstoßend. Leider ist es äußerst abträglich für die allgemeine Stimmung, wenn einem beim Küssen so schlecht wird, dass man sich davon übergeben muss.“

          @james das beweist tatsächlich nichts.
          Hab ein bisschen Empathie. Stell dir vor, du bist jung und homosexuell und in deiner Identität noch nicht gefestigt. Du begibst ich in eine intime Situation mit einem Mädchen, nicht weil es deine Sehnsucht ist, sondern weil du es von dir selbst erwartest. Womöglich weisst du noch gar nicht, was mit dir los ist. Und natürlich ist dann die Erfahrung befremdlich und unangenehm. Eben so wie beschrieben. Das macht es nicht pathologisch. Das ist einfach nur menschlich.

          Hab ja schon geschrieben, dass ich das Editieren nicht richtig finde. Du leistet dir aber auch einen ganz schönen Affront, Homosexualität als Krankheit zu bezeichnen.

          Und deine Argumente geben weniger her, als du selbst anzunehmen scheinst.

        • Na ja, als Krankheit bezeichne ich sie selten. Ich verwende ein neutraleres Wort. Ich bin mir der Problematik schon bewußt. Ich finde es auch kontraproduktiv, von Krankheit zu sprechen. Wer aber mal die Augen öffnet und nicht von einer politischen Agenda getrieben ist wie Christian, der wird so einiges Pathologische am Homo-Lebensstil feststellen.

          Lies dir mal mehr von dieser Kinchkun durch. Also ich finde das eindeutig pathologisch. Ich glaube hier gibt es ein Mißverständnis. An mir selbst stelle ich auch einiges Pathologische fest. Es wäre höchst ungewöhnlich, einem Menschen zu begegnen, der keine traumatischen Kindheitserfahrungen gemacht hätte und nichts Pathologisches an sich hätte.

          Es hilft nur nichts, sich da etwas vorzumachen. Das, was Kinchkun schildert, zeugt eindeutig von traumatisierenden Kindheitserfahrungen, die sie nun in Beziehungen inszeniert. Das ist nun wirklich hyperoffensichtlich.

          http://alice-miller.com

        • „Es wäre höchst ungewöhnlich, einem Menschen zu begegnen, der keine traumatischen Kindheitserfahrungen gemacht hätte und nichts Pathologisches an sich hätte.“

          Na dann kann das meiste dieser „traumatischen Kindheitserfahrungen“ so traumatisch ja nicht sein. Oder anders gesagt: „traumatischen Kindheitserfahrungen“ sind normal.

      • @james

        „Auch wenn der Blogwart dieses Blogs nie auf kritische Fragen dieser Natur eingeht, so wäre jetzt die Frage zu klären, warum es keine konstante Homosexualität bei den Enten gibt und warum die Sache mit den im Gehirn abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen bei Tieren offenbar anders ist.“ Laut dieser Theorie, die auch vom Blogwart propagiert wird, werden bestimmte Gehirnregionen während der Schwangerschaft durch Hormonmangel falsch geprägt bzw. werden in ihnen gleichgeschlechtliche sexuelle Attraktivitätsmerkmale abgespeichert. Diese Theorie finde ich sogar recht plausibel. Nur blöd, daß es eben zahlreiche Widersprüche gibt, die den Autor dieses Blogs und die Mitwelt nicht im geringsten interessieren. Stichwort konstante Homosexualität, die man selbst beim Menschen kaum findet. Wenn diese Theorie so richtig sein sollte, warum vögeln dann Tiere fröhlich durch die Bank? Oder wird bei ihnen homosexuelles Verhalten gänzlich anders bewirkt als beim Menschen?“

        Ein Teil deiner Fragen wird hier beantwortet:
        https://allesevolution.wordpress.com/2013/03/04/evolutionare-vorteile-von-gleichgeschlechtlichen-sex/

        Warum dies beim Menschen anders ausgeprägt ist kann mit folgendem zusammenhängen:

        – wir sind eine Spezies, die auf Paarbindung ausgelegt ist. Mechanismen wie etwa bei Bonobos, die Sex als reines Mittel zum allgemeinen friedlichen Miteinander nutzen sind damit wesentlich schwerer zu etablieren, da Paarbindung und geringe Vaterwahrscheinlichkeit nicht gut einhergehen. Demnach scheint auch die Bindung beim dauerhaften Sex eher auf ein Miteinander als Paar ausgelegt zu sein und wir kennen Eifersucht etc.
        – Wir haben sprache und leistungsstarke Gehirne, wir können auf andere Weise effektivere Bündnisse schließen.
        – Tiere, bei denen es gleichgeschlechtliche sexualität gibt mögen anderen Selektionen unterlegen sein. auch hier gibt es aber bestimmte Zeichen, die „vererbten Attraktivitätsmerkmalen“ entsprechen, beispielsweise bei Bonobos, die ansonsten auch gleichgeschlechtlichen Sex haben, die Schwellungen der fruchtbaren Weibchen, die die Männchen besonders anmachen, weil eine Selektion darauf eben den besonderen Vorteil hatte, dass die Weibchen dann schwanger werden können.
        Ein „schwuler Bonobo“ wäre dann einer, den diese Schwellungen nicht interessieren, dafür aber bei Männchen vorliegende Attraktivitätsmerkmale.

    • @Adrian

      „Man wusste damals gar nichts über Homosexualität, außer, dass sie von der Heterosexualität abweicht – also nicht “normal” ist. Nicht normal ist für viele allerdings schon ausreichend, um etwas als Krankheit einzustufen.“

      Weiß man denn heute mehr?

      Und es ist eine Tatsche, dass Homosexualität nicht normal im Sinne von nicht mehrheitlich ist.

      Gegen diese Realität versucht man sich zu (vergeblich) zu wehren und allen alles mögliche ideologisch anzudichten, u.a. mit absichtlich unterstellend geladenen Wortschöpfungen wie Heteronormativität.

      etc.

      Totalitarität als „Lösung“.

      • Und es ist eine Tatsche, dass Homosexualität nicht normal im Sinne von nicht mehrheitlich ist.

        Stimmt. So wie „Mann sein“ nicht normal im Sinne von mehrheitlich ist.

        Nur leider hat „Normal“ hat nicht die Bedeutung von „mehrheitlich“.

        • „Normal“ braucht immer einen Bezugspunkt. Meinen hab ich angegeben.

          Insofern ist deine Aussage falsch und intellektueller wie (absichtlich?) verwirrender Stuss.

        • Du hast behauptet, „normal“ wäre Homosexualität nicht, weil sie nicht mehrheitlich ist und das ist natürlich falsch, weil nicht-mehrheitlich eben keine hinreichende Bedingung ist.

        • Nein.

          Auch das ist falsch, denn nirgens hab ich behauptet, dass Homosexualität „falsch“ sei.

          Du hast einen projezierenden und fabrizierenden Wahrnehmungsfilter zwischendrin.

        • Deine Behauptung warum Homosexualität nicht normal sein soll, ist falsch.

          Sie wurde nie aufgrund ihrer Vorkommenshäufigkeit als anormal bezeichnet, sondern immer aufgrund gesellschaftlicher Normen.

        • @ kinchkun
          „Sie wurde nie aufgrund ihrer Vorkommenshäufigkeit als anormal bezeichnet, sondern immer aufgrund gesellschaftlicher Normen.“

          Da ist richtig, aber wo hat „petpanther“ denn behauptet, dass es anders gewesen sei?

        • Da wo ich es zitiert habe:

          Und es ist eine Tatsche, dass Homosexualität nicht normal im Sinne von nicht mehrheitlich ist.

          Und das ist keine sinnvolle Definition von Normalität.

        • @kinchkun

          Nein.

          Es ist eine der unendlich vielen Definitionen von „Normalität“. Und sie ist hier richtig, weil der Bezugspunkt angegeben ist.

          Normalität kann nicht aus sich heraus existieren und muß immer in einem Bezug zu etwas stehen. Und dieses „etwas“ ist wählbar.

          Hier im Sinne von mehrheitlich.

        • @ kinchkun
          Dass mit „normal“ meistens etwas anderes gemeint ist, steht außer Frage.

          Aber an dieser Stelle gebe ich „petpanther“ recht. Er hat den Bezugspunkt (Mehrheit) eindeutig dargelegt. Insofern halte ich diese Diskussion für überflüssig.

        • „… das alles was in Minderheit vorkommt, per Definition anormal wäre.“

          Normalität begriffen in Bezug auf Menge, d.h. mehrheitlich, impliziert genau diese dann logisch richtige Aussage.

          Völlig frei von jeglicher Emotion und Interpretation.

          Es ist letztendlich ein mathematisch logischer Begriff.

      • „Weiß man denn heute mehr?“

        Ja, man weiß, dass Homosexualität keine psychische Störung, also keine Krankheit, ist.

        „Und es ist eine Tatsche, dass Homosexualität nicht normal im Sinne von nicht mehrheitlich ist.“

        Das ist korrekt, aber genau das ist eben kein guter Grund dafür, Homosexualität als Krankheit auf die WHO-Liste zu setzen.

        • „Ja, man weiß, dass Homosexuclität keine psychische Störung, also keine Krankheit, ist.“

          Wir wissen, dass wir neurohumoral gesteuert sind und das es neben Angeborenem entwicklungsmäßig bzw. ausprägungsmäßig Feedback-Zyklen mit äußeren Reizen, eben und u.a. Sozialisation etc., gibt.

          So auch Sexulität.

          Das Problem mit der „Krankheitsdefinition“ liegt hier ja in seiner Ausprägung im zwischenmenschlich Sozialem (Verhalten), nämlich Sexulität, und dem Einfluss auf das soziale Gefüge und somit auf andere. Und dann wird’s politisch.

        • „Das Problem mit der “Krankheitsdefinition” liegt hier ja in seiner Ausprägung im zwischenmenschlich Sozialem (Verhalten), nämlich Sexulität, und dem Einfluss auf das soziale Gefüge und somit auf andere.“

          Und Homosexualität ist insofern keine Krankheit. Oder siehst Du das anders?

          „Und dann wird’s politisch.“

          Politisch ist so gesehen alles, was eine Gesellschaft betrifft.

        • @Adrian

          Ich kann dir darauf keine definitive Antwort geben, weil es eben in der Ausprägung psycho-sozial wirkt. Alles andere Körperliche ist ja ok.

          Bleibt dann noch zu fragen, eine PS?

          Ich glaube das allerdings nicht, weil ich einfach spüre, dass es so nicht ist. Und es bei mir menschlich gegen mein Empfinden und mir gegen den sog. Strich geht.

          Obwohl das Verhalten einiger Anlass dazu gäbe. Insbesondere genderideologischer Fanatiker 🙂

        • „Ich kann dir darauf keine definitive Antwort geben, weil es eben in der Ausprägung psycho-sozial wirkt.“

          So wie Heterosexualität auch. Und Du willst doch nicht behaupten, dass diese konfliktfrei ist, oder?

      • „u.a. mit absichtlich unterstellend geladenen Wortschöpfungen wie Heteronormativität.“

        Heteronormativität kann zwei Bedeutungen haben. Einerseits die simpe Feststelung, dass unsere Gesellschaft auf Heterosexualität ausgerichtet ist und Heterosexualität die Norm konstituiert. Insofern ist Heteronormativität lediglich die Beschreibung eines Faktes.

        Andererseits kann Heteronormativität eine politische Bedeutung in dem Sinne haben, dass es Machtverhältnisse gäbe, die Heterosexualität aus sozialen oder politischen Gründen als Norm konstituieren und alle anderen Sexualitäten als minderwertig deklarieren.

        Ich benutze den Begriff Heteronormativität zumeist im ersteren Sinne, obwohl natürlich kaum zu bestreiten ist, dass auch letzterer Begriff seine Berechtigung hat. Man schaue sich nur die Geschichte der Verfolgung, Diskriminierung und der sozialen Ächtung von Homosexuellen an. Es wäre bizarr auf dieser Grundlage zu behaupten, gesellschaftlich hätte man niemals versucht, Homosexualität aus sozialen oder politischen Gründen als Norm für alle zu konstituieren. Schaut man sich den globalen Zustand an, wird das in nicht wenigen Teilen der Welt ja immer noch versucht.

        • @Adrian

          „Es wäre bizarr auf dieser Grundlage zu behaupten, gesellschaftlich hätte man niemals versucht, Homosexualität aus sozialen oder politischen Gründen als Norm für alle zu konstituieren. Schaut man sich den globalen Zustand an, wird das in nicht wenigen Teilen der Welt ja immer noch versucht.“

          Du meinst Heterosexualität.

          Ja, das hat man versucht und versucht es in nicht wenigen Teilen der Welt immer noch.

        • Was ist denn mit dem Heteronormativitätsbegriff von Judith Butler et.al? Die meinen Ja, dass es eine heteronormatvie Matrix gibt, die überhaupt erst die Heterosexualität als vorherrschende Orientierung der Mehrheit hervorbringt. Sie hat sich da eine dubiose Theorie erdacht, nach der das irgendwie mit dem Inzesttabu zusammenhängt, nach meiner Ansicht eine typische Verschwörungstheorie.

          Das wäre ein dritte Bedeutung des Begriffes, die bei dir nicht vorkommt.

      • Das ist doch Heuchelei, wenn du die Rethorik über die „Homosexualitätsdebatte“ mal unter die Lupe genommen hast.

        Natürlich kann „normal“ „mehrheitlich“ bedeuten, in dem Kontext ist es aber anders gemeint (wobei man sich hinterher gut damit rausreden kann, dass man doch nur Mehrheitsverhältnisse bennen wollte.
        „Normal“/“Abnormal/Unnormal (gerne auch in der Variation Pervers, objektiv ungeordnet, abartig)“ ist in dem Fall eher eine Wertung, in Bezug auf Gesundheit vs. Abartigkeit o.ä.

        Man würde doch auch nicht sagen, Deutsche sind abnormal im Vergleich zu Chinesen, wenn man verdeutlichen will, dass es weniger Deutsche gibt. Oder, Menschen, die mehr als 150.000 im Jahr netto verdienen sind abnormal. Wieso wohl nicht?

        Wer sich so ausdrückt, will damit vieles bezwecken, aber sicherlich keine statistische Verteilung deutlich machen.

  3. Also die bei Wikipedia zitierte Eurogay-Studie konnte ich nicht finden. Wenn sie jemand finden kann, wäre ich dankbar.

    Sie wird allerdings doch recht häufig zitiert, allerdings mit wechselnden Interpretationen.

    Hier zum Beispiel heißt es:

    4,1 der Männer und 3,1% der Frauen bezeichnen sich als Gays Das müsste wohl gay oder bisexuell heißen.

    9,4% der männlichen und 19,5% der weiblichen Heteros fühlen sich vom eigenen Geschlecht erotisch angezogen, fühlen sich jedoch nicht als Gays

    Zur Akzeptanz nach dieser Quelle:

    42% der heterosexuellen Frauen bzw. 25% der heterosexuellen Männer finden Homosexualität positiv.

    Das lässt uns also 2/3 bzw 3/4 die dem neutral oder negativ gegenüberstehen.

    Eine andere Quelle meint zur Akzeptanz

    Zwei Drittel der deutschen Männer betrachteten Homosexualität als eher oder sehr negativ, und nicht weniger als vier Fünftel gaben an, dass sie Probleme mit einem eigenen lesbischen oder schwulen Kind hätten.

    Ich nehme also mal vorsichtig an, dass damals die Akzeptanz nicht so enorm war. Es ist ja auch schon ein paar Jahre her. Es wäre interessant, wenn man die Studie selbst lesen könnte, um die entsprechenden Fragen und Auswertungen zu überprüfen.

    Was die gefallene Zahl von Jungs die mit Jungs experimentieren, bei gleichbleibender Anzahl Mädchen angeht, wäre es vielleicht interessant zu schauen, wie prominent AIDS in den Medien zum Zeitpunkt der zweiten Umfrage war.. Die Stigmatisierung als ‚Schwulenseuche‘ hat da sicher einiges beigetragen, um die Experimentierlust zu dämpfen.

    Zu den Heterosexuellen die sich vom gleichen Geschlecht angezogen fühlen, ist es vielleicht nützlich über den großen Teich zu blicken.

    Patheal et al. haben zumindest in New York City eine deutliche Kluft zwischen selbst berichteter sexueller Identität und tatsächlichem Verhalten festgestellt.

    Die Homowiki hat dazu eine Aufschlüsselung nach Partnern im letzten Jahr.

    Anscheinend hatten dort wesentlich mehr heterosexuelle Männer im Jahr vor der Umfrage nur Sex mit Männern, als Schwule. Bei den fast 10% muss man allerdings berücksichtigen dass New York eine Großstadt ist, so dass wahrscheinlich etwas Landflucht hineinspielt.

    Auffällig dabei war dass viele der Heterosexuellen, die trotzdem, dass sie ganz und gar nicht schwul waren, in dem Zeitraum nur Sex mit Männern hatten, zu ethnischen Minderheiten gehörten.

  4. http://www.ggg.at/index.php?id=323&tx_ttnews%5Btt_news%5D=2924&cHash=45ef2b54e3cd528ed887ab1a73b17755

    „Zweck der Studie sollte es sein, den NATO-Truppen ein besseres kulturelles Verständnis der Paschtunen zu ermöglichen. Doch deren sexuellen Gepflogenheiten waren für die Militärs schwer zu verstehen – die Studie ist noch immer unter Verschluss.

    Allerdings wurde das Papier dem konservativen US-Nachrichtenkanal „Fox News“ zugespielt – und er zitiert genüsslich daraus. Kurz zusammengefasst steht dort: Männliche Paschtunen haben Sex mit anderen Männern, fühlen sich auch körperlich von ihnen angezogen, haben sexuelle Beziehungen mit Burschen und verabscheuen Frauen als „unrein“, lehnen die Bezeichnung „homosexuell“ für ihr Verhalten aber strikt ab.“

    http://www.vice.com/de/read/guns-and-roses-0000060-v7n12

    „Es gibt Beschwerden über Verstärkungen, die aus einem ganzen Zug von Drag Queens bestanden, oder über die sogenannten „Man-Love Thursdays“, Schwulensexpartys in der Kaserne, bei denen der neueste Rekrut aufgebrezelt zur Hauptattraktion eines Gang-Bangs wird.

    Nachdem ein kanadischer Artillerieschütze, der im Distrikt Panjway seinen Dienst tat, den ganzen Tag mit Haubitzen hantiert hatte, lief er oben ohne über den Stützpunkt und wurde verfolgt von den Pfiffen der ANA-Soldaten. „Sie redeten über meinen süßen Arsch … dank meiner von der Armee gesponserten Shorts.““

    • „So haben US-Armeeärzte eine Gruppe an Übersetzern wegen einem Tripper im Analbereich behandelt. Diese wollten nicht glauben, dass sie ihn sich beim Sex geholt hätten – und betonten heftig, nicht homosexuell zu sein. Sie waren davon überzeugt, sich die Geschlechtskrankheit geholt zu haben, weil sie grünen und schwarzen Tee gemischt getrunken haben – bis heute. Weil sie die Erklärungen der Ärzte ignoriert haben, sind etliche von ihnen wieder an Tripper erkrankt. “

      goldig 😀

  5. Die Unterschiede in den Zahlen sind schon sehr stark.
    Ich hatte zuerst vermutet dass es 1970 weniger Möglichkeiten für heterosexuelle Kontakte für Jungs gab und deswegen das als „Ersatz“ gemacht wurde.Scheint aber nicht so zu sein.

    Könnte auch möglich sein dass 1970 homosexuelle Handlungen weniger gleich mit dem ja leider immer noch bestehenden Stigma „Homosexueller“ versehen wurden sondern als normaler Teil der männlichen Jugend gesehen wurden. Da müsste man einen Fachmann fragen.

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