Verfasst von: Christian - Alles Evolution | 24. März 2015

Flugzeugabsturz in Frankreich

Schrecklich für die Angehörigen. Was ist schiefgelaufen?

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Responses

  1. Also, ob die Rubrik „Banales“ hier passend ist, weiss ich nicht.

    Für fachlich qualifizierte Statements und Kommentare zu dem Thema zwei Links:

    http://avherald.com/h?article=483a5651&opt=0

    oder

    http://www.aero.de/

  2. Ich kenne eine Stewardess bei Germanwings, am vorletzten Wochenende das letzte Mal gesehen. Hoffentlich war sie nicht da an Bord (wahrscheinlich haben die ziemlich viel Stewardessen, also statistisch unwahrscheinlich, aber man macht sich schon Gedanken).

  3. Ich mag es nicht, wenn man Betroffenheit an Dingen heuchelt mit denen man eigentlich nichts zu tun hat. Ich hatte heute auch einen Autounfall, mag mich wer betrauern jetzt?

    • Meinst du mich oder Christian? Wenn da eine nette Bekannte bei draufgeht, wäre das ja schon traurig. Ansonsten ist das natürlich eins von vielen Ereignissen täglich, bei den Leute sterben oder sonstwas Schlimmes passiert.

    • Mir geht es ähnlich. Ich konnte die Betroffenheit der Leute nie verstehen und habe sie als Heuchelei empfunden. Schließlich passiert ständig Schlimmes. Die Betroffenheit der Leute richtet sich danach, ob darüber berichtet wird. Das alltägliche Grauen / alltägliche Tragödien werden ausgeblendet. Ich habe meine eigenen Familienmitglieder immer wieder stirnrunzelnd dabei betrachtet, wie sie während der tagesschau 5 Minuten ganz schrecklich bestürzt waren, um danach fröhlich und frei bei einem Gläschen und Geplauder ihren Feierabend zu genießen.

      Ich habe mich jedoch an diese Attitüde der Menschen gewöhnt und sehe heute keinen Anlass mehr, zynisch auf solche Unglücke zu reagieren, so wie du das hier tust. Es ist ein Unglück. Es tut mir Leid um die Leute.

      Positiver Nebeneffekt (ups, das ist jetzt wohl doch etwas zynisch): durch die mediale Aufmerksamkeit wird Reisen sicherer werden. Die Umsatzeinbußen die Germanwings/Lufthansa durch dieses Ereignis erleidet, werden dafür sorgen.

      • Nachtrag: interessant wäre auch, was Medienprofis darüber zu sagen wissen, wie solche Tragödien den Absatz/Auflagen erhöhen.

        Lengede war das erste solche Medienereignis in Deutschland. Der Auflage hat es sicher nicht geschadet. Es wäre hoch interessant zu erfahren, ob solche Tragödien zum Teil (neben der natürlichen Dynamik) bewusst als Medienereignis lanciert werden bzw. ob Medienschaffenden dann ganz bewusst wieder vom Zug abspringen, wenn sie befürchten, dass die Leute übersättigt sind bzw. wenn die Auflage/Quote nicht mehr von dem Ereignis profitiert. Bzw. ob die Leute in den Redaktionen Dollar-Zeichen in den Augen haben, bei solchen Ereignissen.

        Vielleicht will hier ein Insider plaudern? =)

        http://de.wikipedia.org/wiki/Grubenungl%C3%BCck_von_Lengede#Mediale_Bedeutung

    • Es ist keine Heuchelei.
      Es ist der Schock, daran erinnert zu werden, dass das eigene Leben nicht bis 80 garantiert ist.
      Eine Seite wie diese ist nicht überaschend und damit schockierend genug. Das kann man rechtzeitig abwehren.

      • Also keine Anteilnahme, sondern die Erkenntnis: „das könnte mir auch passieren!“
        Ergo Selbstbezogenheit anstatt echte Anteilnahme am Leid der Betroffenen. Klingt für mich original nach Heuchelei! ^^
        Dann ist die Anteilnahme nur vorgeschoben und eigentlich sind alle in Gedanken bei sich selbst.

        „Eine Seite wie diese ist nicht überaschend und damit schockierend genug. Das kann man rechtzeitig abwehren.“

        Hab mir deinen Link angesehen und trotzdem nicht ansatzweise verstanden, was du zum Ausdruck bringen möchtest. Die Statistik ist nicht überraschend und deshalb schockierend? Was kann man wie rechtzeitig abwehren? Hä? Entgeht mir irgendeine ganz ausgefeilte Ironie? Bitte um Erklärung!

        • „Ergo Selbstbezogenheit anstatt echte Anteilnahme am Leid der Betroffenen. Klingt für mich original nach Heuchelei! ^^“
          @kafü exakt das ist es.
          Natürlich mögen auch Kalkül bezüglich Auflage etc., die üblichen Medien-Marktgesetzte eine Rolle spielen. Aber in erster Linie ist es das Zitierte.
          Für mich ist jedes Leid beklagenswert, aber ich muss mich damit nicht fallweise inszenieren.
          Bei solchen Tragödien in den industrialisierten Spassgesellschaften wird einem immer wieder der Doppelstandard bewusst der hier herrscht.
          ——-
          Anderer Gedanke
          Um den Bezug zum Thema des Blogs herzustellen. Viele Frauen reagieren ja auch viel empfindlicher auf Gewalt gegen Frauen, als auf Gewalt gegen Männer.
          Schlimm ist eigentlich immer nur, was einen potentiell selbst betreffen könnte.

          Wobei ich manchmal den Eindruck habe, das der diskursive Gegenwind Wirkung zeigt.

    • Wieso wird mir Zynismus vorgeworfen. Ich hatte wurklich einen Unfall auf der saarbrücker Stadtautobahn. War sogar im Radio.
      @ichichich ich meine Christian. Du kennst da wen, daher kannst du betroffen sein. Ansonsten glaube ich echt nicht, dass Leute betroffen sind, wenn sie die Opfer nicht kennen. Glaube es da noch eher wenn ein Schauspieler aus der Lieblingsserie im Krankenhaus liegt, dass man betroffen ist.

  4. Variante 1: Gas im Cockpit. Gab es schon 2010 einen Vorfall bei germanwings, die Piloten konnten gerade noch rechtzeitig Sauerstoffmasken aufsetzen und notlanden. Ursache bis heute ungeklärt.

    Variante 2: Vereiste Sensorik in Verbindung mit der Unfähigkeit den Hauptcomputer auszuschalten. Gab im November einen solchen Vorfall bei der Lufthansa, die Piloten konnten im letzten Moment durch besondere Kenntnis der Technik (meines Wissens die verlängerte Version 321 der 320) den Computer ausschalten und den sinkflug beenden.

    Variante3: Und die muss man seit Malaysia immer mitdenken, erweiterter Suizid. Dafür spricht zB. das kein notsignal abgesetzt wurde, was wohl nach dem beherrschen einer anfänglichen kritischen Situation der Standard für Piloten ist, um zB. priorisierte Behandlung durch die Flugsicherung zu gewährleisten.

    Ich rechne damit, dass wir relativ schnell hier Ergebnisse haben werden. Ein technischer defekt als alleinige Ursache ist auszuschließen, kein auseinanderbrechen kein triebwerksschaden ect.

    Für die Menschen ein schwerer Schlag. Und für die Lufthansagruppe, das sieht gar nicht gut aus.

    • Nur ein Pilot im Cockpit beim Absturz. Variante3 wird immer wahrscheinlicher. Ist für mich die Theorie mit der höchsten Wahrscheinlichkeit. Krass.

  5. Jetzt endlich die Frauenquote für Verkehrsflugzeug-Cockpits einführen!

    • Häh?

      Und was soll damit beabsichtigt werden?

      • Dann wäre das bald keine entsetzliche Ausnahme mehr.

      • Kann man inzwischen hier nachlesen:

        EMMA: „Frauenquote fürs Cockpit!“
        http://www.emma.de/artikel/frauenquote-fuers-cockpit-318639

        Wieder einmal wurde eine Satire (mein Frauenquote-Statement) von der feministischen Realität überholt.

        • Oder die Emma holt sich hier die Inspirationen für ihre Artikel.

  6. Neben der guten Argumentation von Leszek und der Inbezugnahme von Christians Gegenüberstellung durch Margits absurden Vergleich, stelle ich fest, dass auch Lügen ein fester Bestandteil des Gewalt-leungnenden Feminismus‘ zu sein scheint.

    Ich habe bei Onyx hierzu gerade einen Kommentar eingestellt, der noch nicht freigegeben ist:

    Ungeachtet der gegenseitigen Nichtwertschätzung ist es eine bösartige Unterstellung, mir solches Zitat in den Mund zu lügen:

    “die ist so schlimm und abartig wie die Femen” (emannzer)”

    Das mag dein Vokabular sein, meines ist es aber sicherlich nicht.
    Schönen Tag noch und Danke für die Selbstoffenbarung.

    Aber das nur am Rande und es ist auch etwas OT. Die Anwendung von unlauteren Mitteln, also mit Unterstellungen zu arbeiten, ist es aber nicht.

  7. Komisch ist, dass bis auf eine ganz kurze Erwähnung des Namens des Piloten gestern mittag, bislang überhaupt nichts über die Personalien der Piloten bekannt geworden ist.

    Normalerweise ist die zeitnahe Bekanntgabe der Namen und der Flugerfahrung der Piloten nach einem Flugzeugabsturz die Regel.

  8. http://nyti.ms/1GeuPXu

  9. http://www.focus.de/panorama/welt/live-ticker-zum-absturz-von-germanwings-flug-4u9525-passagiere-bleiben-meistens-ruhig-gab-es-panik-an-bord-des-airbus_id_4570748.html

    „Einer der beiden Piloten der verunglückten Germanwings-Maschine verließ vor dem Absturz das Cockpit. Als er nicht wieder hinein konnte, habe er versucht, die Tür aufzubrechen. Das berichtet die „New York Times“ unter Berufung auf einen Militärbeamten, der an der Auswertung des Voicerecorders beteiligt ist.

    Demnach hätten die Aufzeichnungen ergeben, dass sich die beiden Piloten zunächst unterhielten. Anschließend sei einer der beiden Piloten aus dem Cockpit gegangen. Als er wieder hinein wollte, habe er die Tür nicht mehr öffnen können.“

    • Gruselig.

      http://www.nytimes.com/2015/03/26/world/europe/germanwings-airbus-crash.html?hp&action=click&pgtype=Homepage&module=photo-spot-region&region=top-news&WT.nav=top-news&_r=0

      Da würde man natürlich gerne mehr über die Identität der Piloten erfahren.

      • Kann natürlich sein, dass der andere Pilot einen Herzinfarkt hatte oder die Windschutzscheibe gebrochen ist. Dass das in dem gleichen Moment passierte, als der andere Pilot ausgesperrt war, ist allerdings erheblich unwahrscheinlicher als dass der Pilot absichtlich ausgesperrt wurde – rein mathematisch gesehen (bedingte Wahrscheinlichkeit).

        Auf der anderen Seite gibt es natürlich verrückte Zufälle :-/.

        • Ich habe bisher noch nicht so viel dazu gelesen – willst du andeuten, dass es sich um einen absichtlich herbeigeführten Absturz durch einen der Piloten gehandelt haben könnte? Gibt es darauf mehr Hinweise?

          Mir ist aber nicht ganz klar, warum bei einem Terrorismusanschlag jemand das Cockpit verlassen solte?

        • Naja, inzwischen ist es ja offiziell. Eigentlich stand es schon mit dem NYT-Artikel fest, wenn man zusätzlich Informationen über die Funktion der Türblockierung finden konnte.

      • Normalerweise müsste die Tür auch von außen durch einen geheimen Notfallcode zu öffnen gewesen sein:

        „Zusätzlich gibt es einen – streng geheimen, sich ständig ändernden – Notfallcode, der nur Crewmitgliedern bekannt ist, damit diese im Notfall das Cockpit betreten können, da – wie schon beschrieben – ein physisches Aufbrechen der Türe mittlerweile mit den an Bord üblicherweise zur Verfügung stehenden Mitteln unmöglich geworden ist.“

        http://www.austrianwings.info/2014/05/verriegelte-cockpittueren-notwendigkeit-oder-gar-sicherheitsrisiko/

        „Ein Beispiel dafür, wie das System, das mehr Sicherheit bringen soll, versagt hat, findet sich Ende vergangenen Jahres in Afrika. So kam es dort zum Selbstmord eines Piloten. Als sein Kollege das Cockpit verließ, verbarrikadierte sich der Mann im Cockpit und brachte den Embraer zum Absturz, alle 33 Menschen an Bord starben. Auf dem Cockpit Voice Recorder ist der verzweifelte Copilot zu hören, wie er von außen gegen die Türe zum Flugdeck hämmert. Öffnen konnte er sie aber nicht, denn sie ist zum Schutz vor dem scheinbar allgegenwärtigen Terror gegen unbefugtes Eindringen bestens abgesichert.“

        Mmmh…

        • OK, die Öffnung von außen durch Notfallcode muss bewusst von innen deaktiviert worden sein:

          http://www.efbdesktop.com/airplane-general/sys-1.3.1.html

          UNLOCK
          Unlocks door when raised above the detent and held in this position. Door must be pushed to open. UNLOCK is an override and reset selection of any previous action.

          NORM
          When NORM is selected, it allows the door to be locked when closed. It also allows the door to be opened after an emergency access code entry and 30 second delay in case of pilot incapacitation.

          LOCK
          Momentarily placing the cockpit door switch to LOCK illuminates the red cockpit access panel light, rejects keypad entry request, inhibits aural alerts, and prevents further access code entry for 20 minutes. The cockpit door switch returns to NORM when released, but remains in locked mode for 20 minutes or until UNLOCK is selected.

        • Die Industrie wäre gut beraten, zu überlegen, ob es nicht an der Zeit wäre, das zum Teil schon paranoid anmutende Sicherheitsdenken zu überdenken und wieder mehr mit dem gesunden Menschenverstand zu arbeiten. Ansonsten könnte es nur eine Frage der Zeit sein, bis ein Sicherheitssystem (es muss noch nicht einmal die Verriegelung der Cockpittüre sein, die steht hier nur stellvertretend für den seit dem 11. September immer mehr ausufernden Sicherheitswahn, dank dem sogar Piloten bei der Sicherheitskontrolle mitunter den Gürtel ablegen und ihre Schuhe ausziehen müssen …) derart versagt, dass es Menschenleben kostet. Dann ist man zwar auch gestorben, aber immerhin gut beschützt vor Terroristen. Welch ein Trost.

          ..und genau so kam es dann.

          Spätestens nach dem Vorfall in Afrika hätte man das System überdenken müssen.

        • „Das zum Teil schon paranoid anmutende Sicherheitsdenken zu überdenken und wieder mehr mit dem gesunden Menschenverstand zu arbeiten“

          Das ist natürlich schon mathematisch Blödsinn; denn als der „gesunde“ Menschenverstand da war und man nicht paranoid war, hat sich der elfte September ereignet. Das ist keine besonders gute Strategie.

          Hätte man sich nicht beindrucken lassen und hätte die Cockpittüren so gelassen wie sie sind und jemand hätte es geschafft ein Flugzeug zu kapern und in ein Atomkraftwerk zu steuern hätten die genau gleichen Leute gesagt, dass der gesunde Menschenverstand doch diktiert hätte, die Cockpittüren besser zu sichern.

        • Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, die verschließbaren Cockpittüren beizubehalten und die Piloten intensiver hinsichtlich psychologischer Auffälligkeiten zu überprüfen.

        • Mir scheint die amerikanische Variante, dass niemals ein Einzelner im Cockpit sitzen darf (wenn ein Pilot auf dem Klo sitzt, halt ein anderes Crewmitglied) sicherer zu sein.

        • ..hätte die Cockpittüren so gelassen wie sie sind

          Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, die verschließbaren Cockpittüren beizubehalten und die Piloten intensiver hinsichtlich psychologischer Auffälligkeiten zu überprüfen.

          Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das falsche Dilemmata sind. Und dass psychologische Störungen hierbei nicht der einzige Risikofaktor sind.

          Mir scheint die amerikanische Variante, dass niemals ein Einzelner im Cockpit sitzen darf (wenn ein Pilot auf dem Klo sitzt, halt ein anderes Crewmitglied) sicherer zu sein.

          Eine einfach umzusetzende und sehr wirkungsvolle Maßnahme.

        • „Mir scheint die amerikanische Variante, dass niemals ein Einzelner im Cockpit sitzen darf (wenn ein Pilot auf dem Klo sitzt, halt ein anderes Crewmitglied) sicherer zu sein.“

          Ich bezweifle, dass diese Maßnahme bei einem suizidalen Piloten wirklich hilft. Das andere Crewmitglied hat in diesem Fall schnell mal einen Kugelschreiber im Hals stecken oder es passieren ähnliche Späße.
          Letztlich würde ich diese Entscheidungen aber den Fluggesellschaften überlassen, die müssen ja im Fall der Fälle auch ordentlich blechen.

        • „Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das falsche Dilemmata sind. “

          Mein gesunder Menschenverstand bestreitet das, und ich vertraue ihm mehr als deinem.

          „Und dass psychologische Störungen hierbei nicht der einzige Risikofaktor sind.“

          Für einen Suizid dürften psychologische Störungen der größte Risikofaktor sein.

        • „Das andere Crewmitglied hat in diesem Fall schnell mal einen Kugelschreiber im Hals stecken oder es passieren ähnliche Späße.“

          Eine Hürde mehr. Und für die Besatzung geht es in dieser Situation sowieso um Leben und Tod.

        • „Eine Hürde mehr. Und für die Besatzung geht es in dieser Situation sowieso um Leben und Tod.“

          Keine sonderlich hohe Hürde, aber als Ergänzung sicher sinnvoll. Auf die verschließbare Tür würde ich trotzdem nicht verzichten wollen.

        • Vielleicht wäre es sinnvoll, wenn es irgendeinen Weg gäbe, das Flugzeug wenn bestimmte Bedingungen vom Boden aus fernzusteuern.
          Auch das birgt wieder eine Gefahr (gestörter Mensch am Boden, der das Flugzeug übernimmt und abstürzen lässt o.ä ohne dass die Piloten was machen können).

          oder jemand kontaktiert den Piloten in der Kabine und versucht, psychologisch zu intervenieren, wie ein Geiselunterhändler.

          Mich wundert das schon, der Sinkflug dauerte ja mehrere Minuten, dass da keiner mit dem Handy irgendwo Hilfe gerufen hat.

        • Atacama

          „Mich wundert das schon, der Sinkflug dauerte ja mehrere Minuten, dass da keiner mit dem Handy irgendwo Hilfe gerufen hat.“

          K.A. ob das stimmt, aber dazu wurde gesagt, dass wegen der großen Höhe (bei mehreren 1000 m) und hohen Geschwindigkeit Handys nicht funktionieren sollen.

        • >>Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, die verschließbaren Cockpittüren beizubehalten und die Piloten intensiver hinsichtlich psychologischer Auffälligkeiten zu überprüfen.

          Dem würde ich auch zustimmen. Entfernt man die Sperrmechanismen der Cockpittüren wieder, sagt mein gesunder Menschenverstand mir, dass es nicht lange dauern wird, bis die nächste Maschine von Terroristen absichtlich in bewohntes Gebiet fliegen wird.

          @ Nick

          >>Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass das falsche Dilemmata sind.

          Wie können sie denn „falsch“ sein? Nur weil eine Situation sich moralisch verschärft und unangenehm wird kann man doch schwer einfach weglaufen oder die Dinge sich selbst überlassen. Sich über die Schlechtigkeit der Wahlmöglichkeiten zu beschweren macht da wenig Sinn, eben gerade ohne Alternative.

        • Mein gesunder Menschenverstand bestreitet das, und ich vertraue ihm mehr als deinem.

          Wenn du dabei kein falsches Dilemma erkennen kannst, dann würde ich niemals in ein Flugzeug steigen wenn du irgend etwas in Puncto Flugscherheit zu entscheiden hättest. Und ich denke, da wäre ich nicht der Einzige.

          Selbstredend muss man die abschließbaren Cockpittüren nicht wieder abschaffen, um die damit verbundenen zusätzlichen Risiken zu minimieren. Auch die Sache mit dem Kugelschreiber ist ein falsches Dilemma: Wenn diese Maßnahme keine 100%ige Sicherheit bietet, dann ist sie deshalb nicht zwangsläufig sinnlos. Man könnte mit gleicher „Logik“ behaupten, dass eine psychologische Untersuchung sinnlos sei, weil doch Menschen mit psychologischen Störungen sehr geschickt darin seen, ihre Störungen zu kaschieren.

          Es kann keine 100%ige Sicherheit geben, also kann es immer nur darum gehen Risiken zu minimieren. Wenn durch eine solche Tür zusätzliche Risiken entstehen (weil die Redundanz im Cockpit partiell außer Kraft gesetzt wird), dann muss man eben wiederum auch diese Risiken möglichst minimieren.

          Wenn:
          a) ein relvanter Prozentsatz der erweiterten Selbstmörder davor zurückschreckt, unmittelbare direkte Gewalt anzuwenden (ein erweiterter Suizid mit Messern, Keulen oder Kugelschreibern ist meines Wissens äußerst selten)

          und

          b) eine gewisse Chance besteht, dass ein solcher Selbstmörder überwältigt werden kann

          ..dann ist diese Maßnahme ein Sicherheitsgewinn. Ein ziemlich preiswerter sogar, denn so oft müssen Piloten während eines Fluges nicht pissen.

          Für einen Suizid dürften psychologische Störungen der größte Risikofaktor sein.

          Suizid ist hier allerdings nicht das einzige zusätzliche Risiko. Weiterhin sind psychologische Untersuchungen alles Andere als eine sichere Miete. Menschen sind nun mal ziemlich unberechenbar. Genau deshalb gibt es immer zwei Piloten.

          Auch die psychologische Untersuchung kann nur Teil eines Gesamtpaketes sein, und nur mit einem Gesamtpaket erreicht man ein vertretbares Restrisiko.

        • Wie können sie denn “falsch” sein?

          http://de.wikipedia.org/wiki/Falsches_Dilemma

        • @ Nick

          Ich habe mich lediglich für die Beibehaltung der verschließbaren Cockpittür und die Intensivierung der psychologischen Checks ausgesprochen. Eine (selbstverständlich unerreichbare) 100%-Sicherheit habe ich nie gefordert und bin auch davon ausgegangen, dass dies jedem Diskussionsteilnehmer klar ist. Insofern sind deine Ausführungen zum Thema zwar vollkommen korrekt, helfen aber nicht weiter.

        • Ich habe mich lediglich für die Beibehaltung der verschließbaren Cockpittür und die Intensivierung der psychologischen Checks ausgesprochen.

          Wer soll sich denn bitte gegen die Beibehaltung der verschließbaren Cockpittür ausgesprochen haben?

        • @ Nick

          „Wer soll sich denn bitte gegen die Beibehaltung der verschließbaren Cockpittür ausgesprochen haben?“

          Du? („Spätestens nach dem Vorfall in Afrika hätte man das System überdenken müssen.“)
          Sollte das nicht deine Aussage gewesen sein, dann bitte ich dich um eine Klarstellung deiner Position.

        • @ Nick Eben, aus deinem Text entnahm ich, dass das Einführen einer nicht öffnungsbaren Cockpittür rückgängig gemacht werden sollte, dass es entweder das eine oder das andere gäbe.

          „Die Industrie wäre gut beraten, zu überlegen, ob es nicht an der Zeit wäre, das zum Teil schon paranoid anmutende Sicherheitsdenken zu überdenken und wieder mehr mit dem gesunden Menschenverstand zu arbeiten.“

          Diese Argumentation z.B. sagt das ganz direkt, dass eine solche Cockpittür dem paranoiden Sicherheitsverlangen der Menschen entspringt. Weiter wird argumentiert, dass, wenn alle einen gesunden Menschenverstand hätten, solche Massnahmen nicht nötig wären (Das ist ein sehr, sehr schlechtes Argument) und das einführen dieses Mechanismus jetzt Menschenleben gekostet hat statt sie zu retten. Das ist oberflächlich zwar korrekt, nur löst sich das Problem nicht dadurch, dass man sich moralisch entrüstet, dass wir in einer solch schlechten Welt leben, die solche Türen braucht. Als Ansatz wird also nur gesagt, dass man es einfach besser machen muss und, dass diese Cockpittüren die Ausgeburt von paranoiden Menschen sind und in einer besseren Welt nicht nötig wären.

        • „System überdenken” ist gerade nicht „System abschaffen“. Weiterhin wäre die Regel „Im Cockpit sind immer zwei Personen“, die ich als einfach und sehr Wirkungsvoll erachtete, ebenfalls gerade keine Abschaffung der Tür.

        • @toxic:
          Eben, aus deinem Text entnahm ich, dass das Einführen einer nicht öffnungsbaren Cockpittür rückgängig gemacht werden sollte, dass es entweder das eine oder das andere gäbe.

          Die Tür ist eben nicht zwangsläufig entweder öffenbar oder nicht öffenbar. Man hat sehr viele Möglichkeiten zu definieren, unter welchen Bedingungen sie geöffnet werden kann und unter welchen nicht.

          Man hat für den im Cockpit verbliebenen Piloten eine Möglichkeit geschaffen, die Tür unter keinen Umständen von niemand öffenbar zu machen, und das wurde hier zur tödlichen Falle.

          Das kann man durchaus als paraniodes Sicherheitsdenken bezeichnen: Man wollte auch den Fall berücksichtigen, dass einer der beiden Piloten außerhalb des Cockpits in die Gewalt von Terroristen gerät und gezwungen wird, den Code preiszugeben. Dass man dabei das in der zivilen Luftfahrt eherne Prinzip der Redundanz der Piloten in Frage stellt scheint man in Kauf zu nehmen.

          So ticken Militärs, aber nicht zivile Sicherheitsleute. Zivile Schicherheitsleute würden Wahrscheinlichkeiten abwägen und zugunsten eines möglichst minimalen Gesamtrisikos für das Leben entscheiden.

          Nach dem Vorfall in Afrika hätte man eben darüber nachdenken müssen, ob man hier nicht zuviel des Guten implementiert hat.

        • Man könnte auch einfach dafür sorgen, dass der Pilot nie alleine ist im Cockpit. Natürliche Bedürfnissse wie Klogang, muss dann anders geregelt werden.
          Bei den Amerikanern muss glaube ich immer eine Ersatzperson ins Cockpit wenn ein Pilot raus geht.
          Da muss es ja gar nicht zu Terrorismus oder Suizid kommen. Ein Pilot kann genauso gut einen Herzinfarkt oder epileptischen Anfall kriegen und liegt dann handlungsunfähig im Cockpit und die Tür ist zu.
          Und einen Notfallmechanismus einbauen, der es unter bestimmten Umständen ermöglicht, vom Boden aus die Kontrolle über den Flieger zu kriegen wie bei einer Drone.
          Das birgt dann andere Gefahren, aber auch Möglichkeiten.

        • „“System überdenken” ist gerade nicht “System abschaffen”. “

          Kommt auf den Kontext an. Ich (und wohl auch toxicvanguard) habe es jedenfalls so verstanden.

          „Weiterhin wäre die Regel “Im Cockpit sind immer zwei Personen”, die ich als einfach und sehr Wirkungsvoll erachtete, ebenfalls gerade keine Abschaffung der Tür.“

          Wie ich bereits geschrieben habe, befürworte ich die Regel als Ergänzung zur Tür, keinesfalls aber als Ersatz.

        • „Wie ich bereits geschrieben habe, befürworte ich die Regel als Ergänzung zur Tür, keinesfalls aber als Ersatz.“

          Dass es kein Ersatz sein soll, ist allerdings schon daran erkennbar, dass die Zwei-Personen-Regel nur bei einer gepanzerten, von innen blockierbaren Tür Sinn ergibt.

          Die zweite Person soll ja gerade verhindern, dass ein einzelner terroristischer/suizidaler/… Pilot den Zugang von innen blockieren kann.

          Sonst käme man ja auch ohne zweite Person gegen den Willen des Piloten ins Cockpit.

        • Und einen Notfallmechanismus einbauen, der es unter bestimmten Umständen ermöglicht, vom Boden aus die Kontrolle über den Flieger zu kriegen wie bei einer Drone.

          Dein Vertrauen in Technik scheint ziemlich hoch zu sein..

          Es würde ja reichen, wenn das Bodenpersonal die Tür entriegen könnte. Eigentlich würde eine Funkmöglichkeit außerhalb des Cockpits plus ein nicht deaktivierbarer Code im Safe des Bodenpersonales reichen..

        • „Dein Vertrauen in Technik scheint ziemlich hoch zu sein..“

          ich hab da keine Ahnung^^ aber ich habe in irgendeinem Artikel mal aufgeschnappt, dass Flugzeuge mittlerweile viel per Autopilot fliegen und auch beim Autofahren soll das bald ohne aktiven Fahrer stattfinden können, und die Computer würden das viel besser und fehlerfreier machen als echte Menschen, deshalb dachte ich.

  10. Warum erfahren wir nichts über die Identität der Piloten?

  11. Eben grade wird im Radio gesagt, das alles darauf hindeutet, dass der Copilot das Flugzeug bewusst gegen den Berg gesteuert hat, nachdem der andere Pilot ausgesperrt war.

    • Andreas Lubitz

      • @petpanther
        Ich bedanke mich bei dir im Namen der Angehörigen. Sag doch mal eben wohin ich die Blumen schicken darf.

        • Das ganze Netz ist bereits voll davon.

          Spür ich da ein bisserl was nicht ganz so Gutes an Emotion, das weniger hiermit zu tun hat 🙂

        • Nein.
          Es ist egal ob das Netz davon voll ist (ist es übrigens nicht), es gibt einen Grund warum die Namen in der Regel nicht genannt werden. Um die Hinterbliebenen zu schützen. Der Mann ist tot, er kann nicht mehr belangt werden und was er getan hat kann nicht mehr rückgängig gemacht werden.
          Und bloß weil es andere auch machen wird eine Tat dadurch nicht richtiger. Hast du dich nicht mal mit deinem angeblich ausgeprägten Gerechtigkeitssinn gebrüstet?

        • Die armen Eltern des Co-Piloten. Fahren nach Frankreich um ihren toten Sohn heimzuholen und erfahren, dass er der Verantwortliche ist. Das ist unvorstellbar…

        • @adrian

          Das stimmt, da kommt die Schuld zur Trauer dazu…

        • Und jetzt senken wir die Moralintensität und das Schelten wieder auf ein herkömmliches Maß.

        • … seine Angehörigen sind nicht zu beneiden.

          Aber wer weiß, was da wirklich passiert ist. Es ist immer noch seltsam.

        • Ich schelte nicht. Ich bin entsetzt.

          Aber okay.

        • Adrian, dich meinte ich auch nicht.

          Bin auch entsetzt.

          Da ist aber immer noch ‚was eigenartig dran. Für mich ist noch nicht klar, dass das ein „normaler“ Selbstmord war.

        • im Grunde wäre es doch nicht viel anders als ein Selbstmordattentäter, und von denen gibt es schon einige, der sich in einer Menschenmenge in die Luft jagt oder mit seinem sprengstoffbesetzten Auto in eine von Soldaten gehaltene Strassensperre rast.
          Manche Menschen bringen auch neben sich selbst ihre Angehörigen, Partner, Kinder o.ä. um.
          Oder Amokläufer, die erst ein paar andere und dann sich selbst umbringen.
          Die Motive dahinter mögen verschieden sein, aber das Prinzip wäre doch ähnlich.

        • Doch, Atacama, es ist was anderes. Wir reden hier nicht von sachfremden Spinnern, die eimal eben ein Flugzeug kapern, um zu töten.
          Hier haben wir es mit einem vom Fach zu tun, einem Piloten, einem, der diesen Beruf ergriffen hat, einem, den man als Passagier vertraut, dass er einen sicher ans Ziel bringt.

        • Le Monde nennt den Namen auch. Petpanther ist hier wirklich kein Vorwurf zu machen.

          „Que sait-on d’Andreas Lubitz, le copilote de l’Airbus A320 de Germanwings ?“

          http://www.lemonde.fr/europe/article/2015/03/26/que-sait-in-d-andreas-lubitz-le-copilote-de-l-a320-de-germanwings_4602058_3214.html

        • Gerade weil man es für einen entsetzlichen Unfall hielt schockt das jetzt besonders.

          Ist ein Fall für „wie soll ich das unserem Kind erklären?“ übrigens. Die Große hat gestern schon deswegen geweint (und nebenbei jede Menge über Flugzeugtechnik aufgeschnappt), das könnte ihr gleich echt ziemlich den Tag versauen :/
          Die Schüler heut haben sich übrigens völlig selbsttätig zur Schweigeminute hingestellt. Die Betroffenheit ist echt – wenngleich sie (glücklicherweise!) ein Verfallsdatum hat für Alle, deren Leben sich dadurch nicht ändert, die keinen Verlust zu betrauern haben.

        • „Doch, Atacama, es ist was anderes. Wir reden hier nicht von sachfremden Spinnern, die eimal eben ein Flugzeug kapern, um zu töten.“

          Die 9/11-Attentäter waren aber auch hochqualifiziert. (Dipl.-Ing. und Pilotenausbildung).

        • „Le Monde nennt den Namen auch.“

          Ebenso die ZEIT.
          Muss unter diesen Umständen trotzdem nicht sein, find ich irgendwie auch.

        • @ichichich
          Das wäre aber nur dann relevant, wenn der Piloten-Job für L: nur der Weg zum Ziel gewesen ist, um ein Flugzeug vollbesetzt mit Passagieren abstürzen zu lassen.

        • „Muss unter diesen Umständen trotzdem nicht sein, find ich irgendwie auch.“

          Qualitätsjournalismus halt. Suhlen sich im Sensationalismus wie die sozialen Netzwerke auch.
          Manche Zeitungen haben sogar sein Facebook-Profilfoto veröffentlicht. Was soll das? Wem bringt das was? Er ist tot. Lynchen kann man ihn nicht mehr. Aber vielleicht seine Eltern? Will man darauf hinaus?

        • „Doch, Atacama, es ist was anderes. Wir reden hier nicht von sachfremden Spinnern, die eimal eben ein Flugzeug kapern, um zu töten.“

          Aber warum? Wenn ich in ein Kaufhaus gehe, rechne ich auch nicht damit, dabei umzukommen, wenn sich da einer hochjagt. Warum ist Sachbezogenheit bei der Todesart ein relevanter Faktor für dich? Piloten oder Beruf x sind doch nicht irgendwie anders oder besser oder weniger gefährlich sind als der Normalmensch.

        • @ Adrian

          Atta hat seinen Dipl.-Ing. mit AFAIK 1,0 auch nicht nur gemacht, um das WTC zum EInsturz zu bringen. Ich würde es daher nicht für ausgeschlossen halten, dass ein Verkehrspilot irgendwann seinen „Weg zu Gott“ findet (wobei in diesem Fall wohl keine Hinweise auf einen islamistischen oder sonstwie religiösen Hintergrund vorliegen).
          Es könnte auch sein, dass AL schon seit Jahren den Wunsch hatte, so etwas zu machen. Wer weiß?

        • Ok, da muss ich mich selbst korrigieren.
          Von einem Fremden auf der Straße würde ich mir keine Spritze geben lassen, von einer Krankenschwester mit Begründung schon. Wenn sie mir dann Altöl injiziert, wäre ich auch überrascht.

        • @ Atacama
          „Warum ist Sachbezogenheit bei der Todesart ein relevanter Faktor für dich? Piloten oder Beruf x sind doch nicht irgendwie anders oder besser oder weniger gefährlich sind als der Normalmensch.“

          Weil ich mich bei einem Berufspiloten darauf verlasse, dass er den Job nicht absichtlich gewählt hat, um Menschen umzubringen.

          Möglich ist natürlich, dass L. genau das getan hat. Halte ich aber für unwahrscheinlich.

        • @ Adrian

          „Was soll das? Wem bringt das was? Er ist tot. Lynchen kann man ihn nicht mehr. Aber vielleicht seine Eltern? Will man darauf hinaus?“

          Das ist doch das geliche Prozedere wie bei jedem Schulamokläufer, Kindermörder oder anderem Mörder oder Massenmörder.

          Natürlich ist das Scheiße für die Eltern und Angehörigen.

          Aber soll man generell keine Informationen über Täter (Mohammed Atta, Robert Steinhäuser…) veröffentlichen oder machst du da einen Unterschied, weil Lubitz ja eigentlich einen respektablen Hintergrund (im GGs. zu „sachfremden Spinnern“) hat?

        • „Das ist doch das geliche Prozedere wie bei jedem Schulamokläufer, Kindermörder oder anderem Mörder oder Massenmörder. “

          Glaubst Du mir vmtl. nicht, aber ich finde das auch da nicht richtig. Man sollte warten, bis sich der Staub ein wenig gelegt hat.

          Ist zwar in Zeiten sozialer Netzwerke eh egal, aber die „Qualitätsmedien“ müssen m. E. nicht jeden Sensationalismus mitmachen.

        • Adrian

          „Glaubst Du mir vmtl. nicht, aber ich finde das auch da nicht richtig. Man sollte warten, bis sich der Staub ein wenig gelegt hat.“

          War nur eine Verständnisfrage. Natürlich glaube ich dir das, wenn du es sagst, wieso sollte ich das nicht.

        • Aus meiner Sicht ist es die schiere Masse an jetzt mal nur direkt Hinterbliebenen, die einen Unterschied macht.
          Jetzt kannste natürlich sagen, 9/11 bspw. hätte ja noch mehr Opfer gefordert, aber im Gegensatz zu damals will hier ja niemand ein politisches Motiv vermuten.
          Ich gebe aber zu, das ist Bauchfühlen.
          Und es sollte uns nicht wundern, dass Anstandslos gehandelt wird.

        • Es ergibt schlicht und einfach keinen Mehrwert, die Identität preiszutreten. Gerade im Zeitalter sozialer Medien. Jetzt spekulieren wieder alle: „Oh, er wollte immer schon Pilot werden; ah, er ist regelmäßig gejoggt; hmmm, er war immer nett und anständig…“

          Wem bringt das was? Das ist globalisierter Kaffeklatsch, nichts weiter.

        • Das ist versuchte Verarbeitung auf ganz niedrigem Niveau.
          Genauso unergiebig wie unsere Plauderei hier.

        • Ja, aber wir sind nur primitive Blogkommentatoren und keine Berufsjournalisten.

        • @adrian

          Allerdings weiß eben jeder Journalist, was Name und Hintergründe zur Person gerade wert sind, denn das wollen die Leute bringen. Bringt man es selbst nicht, bringt es eh die Konkurrenz. Der „Anstand“ ist eben auch ein schlichte Allmende-Problematik

        • Wenn Du dafür bezahlt würdest, dann würdest Du zu diesem Thema (das die Menschen für ein paar Tage nunmal voraussichtlich interessiert) nun was für Artikel recherchieren, vorbereiten, schreiben und publizieren?

        • Die verbreiteten Informationen sind schlicht der Pressekonferenz des frz. Staatsanwaltes und allgemein zugänglichen Quellen entnommen.

          Ich finde das überhaupt nicht unanständig und unergiebig erst recht nicht, wenn ich mit hilfe von twitter und google schon 10 h vor dem gemeinen Tagesschau-Konsumenten wissen kann, was passiert ist. (da ich im NF Medienwissenschaften hatte, hab ich eh ein legitimes wissenschaftlcihes Interesse ;-))

          Die Menschen sind halt neugierig, so what.

          Unanständig ist nur das Witwenschütteln der Bild-Zeitung etc., die die ANgehörigen überrrumpeln, um „berührende EInzelschicksale“ breitzutreten.

        • In Haltern werden die Kinder in der Innenstadt angesprochen und ihnen wird Geld geboten damit sie die Trauerfeier mitfilmen. Die Kinder können auch momentan nicht auf den Schulhof, weil alles voll mit Reportern ist.
          Und N24 hat eine halbe Stunde nach Bekanntwerden bereits das Elternhaus des Co-Piloten gesendet.
          Es gibt Grenzen.

        • @ichichich
          *Aber soll man generell keine Informationen über Täter (Mohammed Atta, Robert Steinhäuser…) veröffentlichen oder machst du da einen Unterschied, weil Lubitz ja eigentlich einen respektablen Hintergrund (im GGs. zu “sachfremden Spinnern”) hat?*

          L.s Beweggründe sind nicht klar, daher würde ich ihn nicht als Täter bezeichnen.

        • Maren

          „L.s Beweggründe sind nicht klar, daher würde ich ihn nicht als Täter bezeichnen.“

          Ich hänge nicht an der Bezeichnung, aber „Verantwortlicher“ wäre dann ja auch nicht besser. Ein plausibler Fall entschuldigenden Notstands fällt mir nicht ein, und wenn er unzurechnungsfähig gewesen wäre, wäre er immer noch Täter, aber halt „ohne Schuld“, wie es juristisch heißt.

          Mein Informationsbedürfnis aber hat wenig mit Sündenbocksuche zu tun, sondern ich möchte im Kopf rekonstruieren, was passiert ist. Gäbe es keine Infos über den Piloten, hätte ich – Asche über mein Haupt – angenommen, er sei muslimischen Glaubens. Vielen anderen geht das mE genauso.

          Der Marseiller Staatsanwalt hat in seiner PK angekündigt, weitere Details über den Copiloten bekanntzugeben, sobald diese vorliegen. Dass die Presse das, was der StA bekanntgibt, weitergibt, erwarte ich von der Presse und ist mE kein Hinweis auf Schmierenjournaille o.ä..

        • „In Haltern werden die Kinder in der Innenstadt angesprochen und ihnen wird Geld geboten damit sie die Trauerfeier mitfilmen. Die Kinder können auch momentan nicht auf den Schulhof, weil alles voll mit Reportern ist.
          Und N24 hat eine halbe Stunde nach Bekanntwerden bereits das Elternhaus des Co-Piloten gesendet.
          Es gibt Grenzen.“

          Ja gut, Zustimmung.

        • “L.s Beweggründe sind nicht klar, daher würde ich ihn nicht als Täter bezeichnen.”

          Ich muss sogar sagen, wenn ich mir sein Foto anschaue, wirkt er auf mich sogar sympathisch und aus dem Bauch heraus würde ich ihn auch lieber als Opfer seiner selbst sehen und es ist auch traurig für seine Eltern – der Mann ist keine leichte Hassfigur à la Deso Dogg oder Jihadi John.

          Dennoch ist es monströs, 150 Unbeteiligte in den Tod zu reißen und daher finde ich ihn rational betrachtet auch nicht besonders schutzwürdig ggü. der Öffentlichkeit. 😦

      • Die Zeitungen stürzen sich gerad drauf. Namentlich, bebildert.

        Toronto Star, Huffington Post, Wall Street Journal, National Post,
        Telegraph, Mirror … Augsburger Allgemeine, Münchner Abendzeitung … Kurier …etc.

      • Wenn ich aktuell bei Google „Andreas“ eingebe, dann wird mir direkt „Andreas Lubitz“, „Andreas Lubitz Pilot“ und „Andreas Lubitz Montabauer“ vorgeschlagen. Google ist erschreckend aktuell!

    • Krass, ich würde mir ein Heer von Anwälten nehmen und die Fluggesellschaft auf 4251181629 Millionen Euro verklagen, weil sie einen suizidgefährdeten ans Steuer eines Fliegers gelassen haben. Die Theorie wurde ja bei dem Malaysiaflug schon aufgestellt.
      Busfahrer und Zugführer könnten das natürlich auch machen. Aber beim Flugzeug hat man wirklich keine Chance.
      Die geistige Gesundheit von Menschen, besonders in hoch verantwortungsvollen Positionen sollte viel besser und regelmäßiger geprüft werden.

      • @atacama
        Aber erst nachdem du dein Kind beerdigt hast denke ich. -.-

      • Ich frag mich nur, warum 150 Personen mitnimmt, wenn man Selbstmord begehen will? Plötzlicher Entschluss eines Augenblicks?

        • Wer weiß. Der Grund dürfte relativ einleuchtend sein, um nicht alleine gehen zu müssen, vermute ich.

          Fluggesellschaften sollten sich darum aber kümmern, suizidale Piloten dürften nicht gerade geschäftsankurbelnd sein.

        • Das ist in der Tat erschütternder, als wenn es ein Unfall gewesen wäre.
          Aber der Typ muss nicht unbedingt suizidal gewesen sein. Er könnte auch einfach nur größenwahnsinnig-narzisstisch gewesen sein. Vielleicht hat es ihm den Kick gegeben, seine Macht über Leben und Tod auskosten zu können.

        • Ist es nicht eigentlich aber so, dass mindestens immer zwei Piloten im Cockpit sitzen müssen? Wenn nicht, sollte man das jetzt einführen.

        • „Das ist in der Tat erschütternder, als wenn es ein Unfall gewesen wäre.
          Aber der Typ muss nicht unbedingt suizidal gewesen sein. Er könnte auch einfach nur größenwahnsinnig-narzisstisch gewesen sein. “

          Ja, habe ich auch grade gedacht. Er könnte auch psychotisch gewesen sein. Es könnte alles gewesen sein.
          Aber da zeigt sich mal wieder, dass ein „bisschen“ Überwachung doch nicht verkehrt ist, also darüber, was für Therapien, Diagnosen, Medikamente ein Mitarbeiter so nimmt. Oder ist das bereits so? Kenne mich mit der Flugbranche nicht aus.

        • Das ist brutal. Ein Unglück ist schlimm, aber das ist barbarisch.

        • lt. Aussage des französischen Staatsanwalts soll er ziemlich ruhig geatmet haben. Bis zum Schluss.

          Vorher ganz locker und cool. Nichts Auffälliges, dann so?

        • @ Atacama
          Ich glaube, dass lässt sich in letzter Konsequenz nur verhindern, wenn ein Pilot wirklich niemals alleine im Cockpit sein darf.

          Vielleicht war er wirklich nur suizidal, depressiv usw. Bei wievielen fällt das schon auf? Und dann alleine in einem abgeschlossenen Raum – aber nicht zu alleine um sich einsam zu fühlen. Schneller schmerzfreier Tod ist gewiss. In gewisser Weise eine „ideale“ Situation für einen Suizid.

        • Gibt es im Cockpit ein Pilotenklo?

        • Und es dürfte auch nie einer ein Nickerchen machen.

        • Nichtsdestotrotz muss man ein ziemlich narzisstischer Kotzbrocken sein, um sich nicht darum zu scheren, dass man andere in den Tod mitnimmt. Wenn schon Selbstmord, dann ohne andere zu schädigen. Er hätte es auch bei einer Solo-Flugstunde machen können…

        • „Und es dürfte auch nie einer ein Nickerchen machen.“

          Nickerchen wären nicht das Problem. Um den Autopiloten auszuschalten und einen absichtlichen Absturz herbeizuführen glaub mir, da muss man so viel mit der Maschine tun, da wacht der Nachbar auf.

        • Aber am merkwürdigsten finde ich nach wie vor den verschwundenen Flieger von Malaysia.
          Da gab es auch eine Theorie des erweiterten Suizids. Und ein Bekannter erzählte mir neulich, es seien die Rothschilds gewesen, weil in dem Flieger irgendwelche chinesischen Mikrochip-Patentinhaber gesessen hätten und die Patentrechte durch deren Tod komplett in die Hände der Rothschilds fallen würden 😉

        • Stimmt. Das ist irgendwie ähnlich eigenartig. Und auch noch nicht geklärt.

        • Warum fährt ein Geisterfahrer vorsätzlich in ein Auto mit vier Menschen?

  12. Zumal es sich um beliebige Personen handelt, die er gar nicht kannte. Ein islamistisches Selbstmordattentart erschiene möglich, aber bei einem 28jährigen Piloten? Eher nicht der typische Islam-Konvertit.

    • @el Mocho

      Dann hätte es auch eine Botschaft gegeben denke ich. Sonst bringt so etwas ja nicht

    • Die Islam-Karte hat ja nicht lange gedauert. Vielleicht war er ja auch Maskulist. Wäre das nicht originell?

      • Ich bin mir ziemlich sicher das Putin dahintersteckt. Der wollte doch nur mal die Flugsicherung und Abwehrbereitschaft an der Nato-Südflanke testen (Siehe aufgestiegene Mirage-Jets). Wie ein Stein auf dem Wasser…

  13. Der Copilot war in seiner Ausbildung sechs Monate wegen „Burn out“ = Depression krank geschrieben.

    Wie jemand mit so einer Krankengeschichte die Lizenz zum Führen von Passagiermaschinen erhalten kann, werden die Lufthansa und die beteiligten Behörden dem einen oder anderen Gericht erklären müssen.

    Unfassbar.

    • Ist das eine sichere Information?

      • Die krankheitsbedingte Auszeit ist offiziell, die Begründung inoffiziell.

        • 15.31 Matthias Gebauer, Der Spiegel magazine’s online chief correspondent, has tweeted that co-pilot Andreas Lubitz may have suffered from depression or burnout.
          He says he spoke to his neighbours and friends who said he was struck by depression during the several months he took out of his pilot training in 2009.

        • Damit steht die Lufthansa meines Erachtens knietief im Regress.

        • @ratloser

          Nur wenn sie es wussten oder Sorgfaltspflichten vernachlässigt haben. Und 2009 ist lange her

        • Männer und Depressionen….

  14. @ christian

    Er musste eine extra Untersuchung machen, um das Flight Training schließlich wieder aufnehmen zu können. Natürlich wusste die Lufthansa das.

    Wer einmal eine depressive Episode hatte, die sechs Monate zum Abklingen braucht, ist psychisch dauerhaft als instabil anzusehen. Die weiteren Infos, die langsam über ihn bekannt werden (bekannt für überbordenden Humor und allerlei Späße) deuten zudem auf was Bipolares hin.

    Unter Risikomanagement-Gesichtspunkten ist das so, wie einen wegen Kinderpornographie verurteilten jungen Mann als Kindergärtner einzustellen.

    Muss nichts passieren, aber das Risiko ist nicht unerheblich.

    im Juni wäre übrigens seine nächste Gesundheitszertifizierung fällig gewesen…vielleicht sah da jemand seinen Traum dahingehen….

    • Wenn das stimmt, ist es natürlich fahrlässig.
      Das ist dann ein Abwiegen zwischen „Menschlichkeit“ (Auch Leute mit psychischen Problemen haben ein Recht, eine (zweite) Chance zu kriegen. und es ist ja auch nicht so, dass ein gebeutelter Mensch automatisch zum Massenmörder wird) und Absicherung.
      Wenn man Personen, die irgendwann mal irgendwas mit Psyche zu tun hatten, komplett rauskickt, werden wahrscheinlich manche, die es unbedingt werden wollen, einfach verschweigen, wenn es sie was haben und sich nicht behandeln lassen und versuchen, sich nichts anmerken zu lassen.

      • @ atacama

        Fürsorgepflicht wäre gewesen, ihm einen guten Bodenjob zu geben, schon alleine, um ihn vor dem psychischen Druck der Pilotentätigkeit zu bewahren, der das Risiko erhöht, dass er wieder psychisch dekompensiert..

        Zweite Chancen können eigentlich nur die gewähren, die das Risiko tragen.

        Der Copilot hatte offensichtlich nicht nur zwei Wochen Blues, weil seine Partnerin sich getrennt hat.

        Wenn das eine fette Depression war (und sechs Monate deuten stark darauf hin), heilt das nicht aus…die Vulnerabilität bleibt vorhanden…Depressive können sich lange hervorragend verstellen…fassadäre „lustige“ Überkompensation.

        Das fällt bei den flugmedizinischen Checks nicht auf. Aber die schwere depressive Episode war aktenkundig.

        Die zweite Chance haben er und 149 weitere Menschen mit dem Leben und noch viel, viel mehr Menschen mit einem Leben voller Verzweiflung, Wut und Trauer bezahlt.

        In gewisser Weise vielleicht auch eine Folge der zeitgenössischen Fehlrezeption der menschlichen Natur.

  15. Ein Polizeipsychologe der in einer Sendung befragt wurde sagte neben vielem anderen sehr substantiellen guten Informationen auch, dass ca. 80% der Selbstmörder Männer seien und nur 20% Frauen.
    Das sollte doch das eigentliche gesellschaftliche Reizthema sein, ist es aber merkwürdigerweise nicht, scheint als natürliches Verhalten von Männern abgehakt zu werden ?
    Sind halt die Loosertypen, Denen verübelt man es als besonders niederträchtig, wenn sie andere mit in den Tod reißen.
    Wie man hört auch eine hübsche Opernsängerin samt Baby (und Mann und männlichen Kollegen, aber das nur am Rande).Die Medien haben wieder viel Stoff für Rührgeschichten.

    Siegertypen sieht man es in der Regel viel eher nach, wenn sie andere Menschen abservieren. Sie tun das zwar nicht aus Verzweiflung sondern mehr aus Gier- und Machtstreben, und meist auch nicht so offensichtlich sondern eher indirekt, indem sie deren Tod billigend in Kauf nehmen (z.B. Fabrikeinsturz in Bangladesh, was mir gerade so spontan einfällt, gibt es sicher noch tausende andere Beispiele)
    Die menschliche Gesellschaft ist schon recht strange von außen betrachtet.

    • @ dr caligari

      Dass weitaus mehr Männer als Frauen Suizid begehen, weist per se aber auch nicht auf eine „Benachteiligung“ von Männern hin.

      Das könnte durchaus auch biologische Gründe haben.

      Die unmittelbare Ermordung von 149 Menschen, für deren Wohlergehen ich professionell verantwortlich bin, ist für mich mit sozialer Destruktivität infolge egozentrischen und rücksichtslosen Verhaltens von „Machtmenschen“ nicht vergleichbar.

      Ich glaube darüber hinaus, dass die vorliegende vermeintliche „Depression“ (die für sich genommen schon Grund für eine dauerhafte Dienstuntauglichkeit als Verkehrspilot darstellen sollte), nur die Spitze einer komplexen Persönlichkeitsstörung ist. Vermutlich werden wir in den nächsten Tagen und Wochen noch mit einigen diesbezüglichen biographischen Infos konfrontiert werden.

      Mich macht das Vorgehen von Lufthansa immer fassungsloser. Offensichtlich hat der Copilot mehrfach Kurse wegen „Depressionen“ abbrechen und dann wiederholen müssen.

      • @ Ratloser

        Das Dilemma ist nur: Einerseits muss man solche Leute daran hindern, Pilot/Copilot zu werden. Andererseits war in diesem Fall vermutlich gerade das drohende Dauerhaft-aus-dem-Verkehr-gezogen-werden wegen der Depression der Auslöser für die schreckliche Tat.

        Oder hätte er das auch gemacht, wenn er wegen Depressionen u.ä. solange hätte krank sein können, wie er wollte, aber bei Genesung wieder zurück in den Beruf hätte kommen können?

        Letztlich weiß ich das nicht. Vielleicht hätte man ihm einfach ein paar Jahre Behandlung gewähren sollen, und ihn dann zurückkehren lassen?

        Das ist schon ein Dilemma: Einerseits muss man solche Leute aus dem Verkehr ziehen, teils auch dauerhaft, andererseits gibt man ihnen genau damit einen Grund, die eigene Erkrankung herunterzuspielen, zu verheimlichen, nicht ausführlich genug behandeln zu lassen.

        Unabhängig davon ist es natürlich nicht entschuldbar, was dieser Mann so vielen anderen angetan hat.

      • @ ratloser

        Das könnte durchaus auch biologische Gründe haben.

        Ja eventuell die Disposition, halte ich durchaus für möglich. Aber dem wird gesellschaftlich weniger Aufmerksamkeit gewidmet.

        Die unmittelbare Ermordung von 149 Menschen, für deren Wohlergehen ich professionell verantwortlich bin, ist für mich mit sozialer Destruktivität infolge egozentrischen und rücksichtslosen Verhaltens von “Machtmenschen” nicht vergleichbar.

        Genau darum ging’s mir. es ist nicht vergleichbar, es wird anders gesehen, bewertet, selbst wenn die Folgen objektiv gleich oder vergleichbar sind.

  16. Jetzt sind alle bannig überrascht…

    “Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft hat in der Wohnung des Germanwings-Co-Piloten einen Attest für den Tag des Absturzes gefunden. Offenbar hat Andreas L. seine Erkrankung geheim gehalten.”

    http://www.spiegel.de/panorama/justiz/germanwings-absturz-co-pilot-war-fuer-unglueckstag-krankgeschrieben-a-1025956.html

    „Geheimgehalten“ ist gut.

    Die Lufthansa steht jetzt bis zur Unterkante Oberlippe im Regress…..

    • Damit beginnt der Fall auch interessante berufrechtliche Spannungsfelder zu involvieren.

    • “Geheimgehalten” ist gut.

      Die Lufthansa steht jetzt bis zur Unterkante Oberlippe im Regress…..

      Sehe ich nicht. Es liegt in der Verantwortung des AN, dem AG die Arbeitsunfähigkeit mitzuteilen und die Diagnose geht den AG nichts an.

      • Sehe ich auch so. Kaum vorstellbar, dass ein Unternehmen berechtigt ist, in der Krankenakte des Arbeitnehmers zu schnüffeln.

        Man wird natürlich versuchen der Lufthansa ans Bein zu pinkeln, keine Frage.

        Das ganze Unglück ist wieder einmal einer der vielen Dinge, mit denen sich eine freie Gesellschaft arrangieren muss. Bad things happen, and there is nothing you can do about it.

      • Dann braucht man ja die flugârztlichen Untersuchung nicht mehr. 🙂

        • Das wird noch viel kurioser, glaubt mir.

          BELIEVE

          ein interessantes Epiphänomen: Die zornigen Verschwörungstheoretiker. So ein Ereignis spült einiges an psychischen Schlacken nach oben…

        • „ein interessantes Epiphänomen: Die zornigen Verschwörungstheoretiker. So ein Ereignis spült einiges an psychischen Schlacken nach oben…“

          Hast du Beispiele? Ich habe diesbezüglich bisher nur gelesen, dass es (mal wieder) ein fehlgeschlagenes Militärexperiment der Amerikaner gewesen sei, die das Flugzeug abgeschossen hätten.

        • Die Verschwörungstheoretiker waren zu diesem Thema bereits bei Maybritt Illner zu Gast (Korrupte französische Behörden liefern einen deutschen Piloten als Sündenbock, um Airbus zu decken).

          In den ÖR sind hierzu offenbar die durchgeknalltesten Theorien willkommen, dagegen sind die als unseriös verschrieenen RT Deutsch- Leute Waisenknaben.

  17. Bild titelt:

    Amok-Pilot von Germanwings war selbstmordgefährdet!

    http://www.bild.de/news/ausland/flug-4u9525/amok-pilot-selbstmordgefahr-festgestellt-40361146.bild.html

    „Die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft teilte in einem Statement mit: Amok-Pilot Andreas Lubitz († 27), der die Maschine in den französischen Alpen zerschellen ließ, war selbstmordgefährdet!

    Lubitz soll sich vor der Erlangung seines Pilotenscheins „über einen längeren Zeitraum mit vermerkter Suizidalität in psychotherapeutischer Behandlung“ befunden haben, sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa. Der 27-Jährige flog seit 2013 für Germanwings.“


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