Ist Opfer-Feminismus mit starken, selbstbewußten Frauen denkbar?

Der Jüngling haut in einem erfreulichen Tempo sehr interessante Beiträge raus, gerade wieder einen, in dem es darum geht, ob starke Frauen mit dem gegenwärtig praktizierten Genderfeminismus, der auf Privilegien, Benachteiligungen und Diskriminierungen abstellt, kompatibel sind.

Im Text heißt es:

Welche dieser beiden Frauen ist selbstbewusst, stark? Diejenige, die auf einen Hinterherpfeiffer losgeht und zusammenstaucht, oder diejenige, die die direkte Anfrage auf den Beischlaf eben als das auffasst, was es ist: Eine Frage, auf der sie jede Möglichkeit hat so zu antworten, wie sie will. Die damit entspannt umgehen kann, und zu guter Letzt sogar mit Neugier reagiert? Die sich nicht bedroht fühlt oder sexuell belästigt, die als sexuell reife Frau mit der Sexualität des Mannes erwachsen umgehen kann und keinen neuerlichen #Aufschrei produziert?

In derselben Liga spielt Frau Thomalla, die ebenfalls zu Protokoll, gab, dass sie selbst damit umgehen kann, wenn ihr ein Kerl dumm kommt: „Da reicht ein Blick, und das war’s dann!“ Die also keine feministische Unterstützung nötig hat.

Und genau das ist der Punkt, warum das, was sich Feministinnen wünschen, nämlich starke Frauen, der Todesstoß für den Feminismus sind. Denn starke Frauen benötigen keine feministischen Anwältinnen, die einen #Aufschrei inszenieren oder Frauenquoten durchsetzen – weil selbstbewusste Frauen solche Situationen selbst regeln können, und selbst in Führungspositionen aufsteigen können, wenn sie es denn wollen.

Es geht also darum, dass eine „starke Frau“ sich nicht beständig als Opfer sehen kann und ein Opfer keine „starke Frau“ sein kann.

So einfach scheint mir die Frage nicht zu beantworten zu sein. Denn gerade die Frage, wie man auf eine doofe Anmache reagiert hängt natürlich auch davon ab, wie man diese bewertet und wahrnimmt. Man kann hier sowohl einen Ansatz sehen, bei dem man diese in ein Verhältnis zu sich selbst setzt und selbstbewußt genug ist, um sie abzutun, man kann sie auch unter dem Aspekt sehen, dass ein solches Verhalten nicht gut für die Gesellschaft ist, weil man nicht will, dass Frauen generell auf diese Weise angesprochen werden und er damit nicht „durchkommen“ soll, man würde also darauf abstellen, dass man selbst eine Verantwortung trägt und sozusagen die „Bestrafungskosten“ auf sich nehmen muss, die ihn in Zukunft von so einem Verhalten abhalten sollen.

Interessanterweise ist die ruhige Betrachtung, bei der man eine solche Situation so einschätzt, dass derjenige ungefährlich ist und es irgendwie interessant findet, nahe dran an einer von mir mal zitierte Definition des Alphamannes:

This is where I come to ‘The Alpha Male’, this is not a man that is controlling and over bearing, it is a man that is self-assured physically and emotionally within himself, not having to dominate externally as his confidence seeps through automatically. He is in control of himself therefore in control of his surroundings, he is not easily flustered and is willing to take risks and if they do not bare fruit he will quickly bounce back and move on to the next challenge. Obviously this can be translated into interactions with females but equally it could be situations at work, leisure activities and with family and friends.

 Auch in dem Beispiel von Jüngling behält die von ihm bevorzugte Frau die Kontrolle, sie ist nicht geschockt, sie ist sich ihrer Sache sicher und muss ihm ihren Willen nicht aufdrängen, dass dieses Verhalten falsch ist. Sie ist nicht leicht zu erschrecken und geht das Risiko ein, dass er ein komischer Kerl und nicht eine interessante Erfahrung ist, weil sie weiß, dass sie damit umgehen kann. Sie ist insofern mehr „Alpha“ als diejenige, die sich bedroht fühlt, die sich beschwert, die sich als Opfer sieht, weil sie damit nicht klar kommt, dass ein Mann sie so direkt auf Sex anspricht.

Und in der Tat kann ich mir auch nicht wirklich vorstellen, dass eine solche Frau, die in dem oben beschriebenen Sinne „Alpha“ ist, wirkliche poststrukturalistische Genderfeministin sein kann, denn dazu müsste sie sich viel zu sehr als fremdbestimmt ansehen, müsste sich viel unsicherer sein, weil alle um sie herum privilegiert sind und könnte damit auch nicht die Selbstsicherheit ausstrahlen, die eine solche Haltung erfordert. In ihrer Welt ist sie eben der Bestimmer und irgendwelche alten Männer, die noch immer Chauvinisten sind, sind etwas, mit dem sie fertig wird.

Die klassische feministische Erwiderung ist vielleicht, dass genau dafür der Feminismus kämpft, dass Frauen sich eben in einer Welt bewegen können, in der sie sich frei entfalten können und im „feministischen Paradies“ Frauen eben so wären.

Ich glaube aber – neben der Unmöglichkeit des feministischen Paradieses – dass die Denkhaltung im Feminismus es kaum – jedenfalls solange man sich nicht in einer strikten Filterblase reiner Feministen bewegt – möglich macht, eine solch unabhängige Haltung zu entwickeln. Wer immer nur sucht, wie andere ihn diskriminieren, der sieht sich selbst zu wenig als handelndes Subjekt, er ist ein Spielball der anderen, die dann die Kontrolle haben. Es bleibt ihm nur das wütende Verlangen, dass sie diese an ihn abgeben. Was aber wenig souverän wirkt.

126 Gedanken zu “Ist Opfer-Feminismus mit starken, selbstbewußten Frauen denkbar?

  1. „Auch in dem Beispiel von Jüngling behält die von ihm bevorzugte Frau die Kontrolle, sie ist nicht geschockt, sie ist sich ihrer Sache sicher und muss ihm ihren Willen nicht aufdrängen, dass dieses Verhalten falsch ist.“

    Gott bewahre, dass ein Mann, der ein falsches Verhalten an den Tag legt, damit konfrontiert wird, dass es falsch ist. Das wäre ja aufdringlich.

      • Hab jetzt auch den Originaltext gelesen und finde ihn dann doch sehr gut, insbesondere die Unterscheidung zwischen Selbstbewusstsein und Aggression ist gelungen.

        Wo sich bei den Beispielen ein Mann „falsch“ verhalten haben soll, weiß ich auch nicht.

      • Nein. In Kürze: Im justiziablen Bereich schwachsinniges Konzept, völlig ungeeignet zur Bewertung von Sachverhalten. Natürlich darf jeder fühlen was er will, aber nach außen hin, sprich, in der Interaktion, können Regeln nicht willkürlich festgelegt werden. Dazu gibt es gesellschaftliche Konventionen, die bestimmen, welches Verhalten den Regeln des Anstands entspricht und was als Übergriff oder Unverschämtheit empfunden werden kann und darf. Diese Regeln sind mitunter fließend und müssen immer wieder neu ausgehandelt werden. Wobei im Geschlechterdiskurs natürlich von antifeministischer Seite keinerlei Gespür dafür existiert. Da ist schlichtweg alles reine Hysterie der Frau und die einzig richtige Reaktion auf eine Belästigung ist eine solche, die den Akteur des unangemessenen Verhaltens möglichst gar nicht stört, siehe oben.

        • @robin

          „Wobei im Geschlechterdiskurs natürlich von antifeministischer Seite keinerlei Gespür dafür existiert. Da ist schlichtweg alles reine Hysterie der Frau und die einzig richtige Reaktion auf eine Belästigung ist eine solche, die den Akteur des unangemessenen Verhaltens möglichst gar nicht stört, siehe oben.“

          In beiden radikaleren Lagern der Geschlechterdebatte besteht dafür kein Gefühl. Die Überempfindlichkeit vieler radikaler Feministinnen und ihre Tendenz alles als Belästigung oder diskriminierendes Verhalten auszulegen ist ja legendär

          • @robin

            Der Satz war:

            “Auch in dem Beispiel von Jüngling behält die von ihm bevorzugte Frau die Kontrolle, sie ist nicht geschockt, sie ist sich ihrer Sache sicher und muss ihm ihren Willen nicht aufdrängen, dass dieses Verhalten falsch ist.”

            Und das ist eine beschreibung ihres Verhaltens.

            Du machst daraus:

            „Gott bewahre, dass ein Mann, der ein falsches Verhalten an den Tag legt, damit konfrontiert wird, dass es falsch ist. Das wäre ja aufdringlich.“

            Aus meiner Beschreibung, dass sie ihn nicht damit konfrontieren muss, machst du, dass ich sage, dass sie nicht nicht konfrontieren darf.

            Dabei schreibe ich in dem Artikel sogar:

            So einfach scheint mir die Frage nicht zu beantworten zu sein. Denn gerade die Frage, wie man auf eine doofe Anmache reagiert hängt natürlich auch davon ab, wie man diese bewertet und wahrnimmt. Man kann hier sowohl einen Ansatz sehen, bei dem man diese in ein Verhältnis zu sich selbst setzt und selbstbewußt genug ist, um sie abzutun, man kann sie auch unter dem Aspekt sehen, dass ein solches Verhalten nicht gut für die Gesellschaft ist, weil man nicht will, dass Frauen generell auf diese Weise angesprochen werden und er damit nicht “durchkommen” soll, man würde also darauf abstellen, dass man selbst eine Verantwortung trägt und sozusagen die “Bestrafungskosten” auf sich nehmen muss, die ihn in Zukunft von so einem Verhalten abhalten sollen.

            Wie du siehst schildere ich also das kritisieren dieser Anmache gar nicht als negativ, sondern stelle es als Möglichkeit da, wie man auch Verantwortung übernehmen kann.

        • @Christian: egal, vergiss es.

          Frauen hinterherpfeifen ist zwar ziemlich unüblich (geworden) und es kommt sicher sehr auf den Kontext an (kann ja durchaus sehr creepy sein), aber ich denke dass meist eher die Frauen darin ein „Fehlverhalten“ sehen, die gar nicht gemeint sind.

          Ich zum Beispiel würde mich sehr freuen, wenn ich an ner fremden Gruppe Mädels vorbeilaufe und da gepfiffen wird. Aber darauf kann ich wohl vergeblich warten 🙂

          Ist ja legitim, sich gegen (fragwürdige) Komplimente offensiv abzugrenzen. Aber dafür gilt das Maßhalten ganz genauso. Wenn ich jemandem wegen eines Pfiffs als „perverses Schwein“ beleidige und bloßstelle, ist das wesentlich übergriffiger.

        • @Robin:
          Wenn Pütz und die Angesprochene im Beispiel die Regeln aushandeln, was gestattet ist, und was nicht, dann werden sie wohl zum Ergebnis kommen, dass die direkte Anfrage nach einem Beischlaf in Ordnung geht.

        • @Robin,

          Danke für deine Antwort.

          Diesem Abschnitt stimme ich ohne Einschränkung zu:

          Im justiziablen Bereich schwachsinniges Konzept, völlig ungeeignet zur Bewertung von Sachverhalten. Natürlich darf jeder fühlen was er will, aber nach außen hin, sprich, in der Interaktion, können Regeln nicht willkürlich festgelegt werden. Dazu gibt es gesellschaftliche Konventionen, die bestimmen, welches Verhalten den Regeln des Anstands entspricht und was als Übergriff oder Unverschämtheit empfunden werden kann und darf. Diese Regeln sind mitunter fließend und müssen immer wieder neu ausgehandelt werden.

  2. Warum muss eine Frau überhaupt immer stark und selbstbewusst sein?
    Mit dem Argument versucht man doch auch schon, Männer zu beschämen, die sich gegen Benachteiligung wehren („male tears“).
    Ich würde die Frage, ob sich jemand gegen etwas (berechtigt oder unberechtigt) wehrt, mal von der Frage trennen ob er stark oder schwach ist.

    Als Frau wie auch als Mann würde ich gegenüber dem Vorwurf, aufgrund meines Anliegens oder meines Ärgers „schwach“ zu sein, schlicht mit den Schultern zucken.

    • @david

      „Warum muss eine Frau überhaupt immer stark und selbstbewusst sein?“

      Die Frage, ob eine starke und selbstbewußte Frau Opferfeministin sein kann ist eine andere als die Frage, ob Frauen immer stark und selbstbewußt sein müssen.

  3. Ich denke es widerspricht sich im Prinzip nicht; man kann als Person durchaus stark und selbstbewusst sein und zugleich einer Opfer-Gruppe angehören.

    Wobei sich dann schon irgendwo die Frage ergibt, wie die Starken denn zum Opfer werden konnten, wenn sie so stark sind? Ist evtl. nur eine Minderheit der Gruppe stark? Sind das die Feministinnen, die für die anderen, schwachen Frauen kämpfen?

    • @el mocho

      Grundsätzlich würde ich da durchaus zustimmen. Allerdings erfordert ja der Gender-Opfer-Feminismus, dass man – wenn man tiefer in die Theorie einsteigt – nahezu überall Privilegien der anderen und Einschränkungen seiner selbst sieht, und das auf einer strukturellen Ebene und in alle Lebensbereiche verankert.
      Es erfolgt nahezu für alles eine Zuweisung der Verantwortung nach außen – alles andere wäre ja Victim Blaming. Die anderen müssen die Strukturen ändern, die gleichzeitig allumfassend bestehen.

      Man muss sich eigentlich persönlich als Opfer akzeptieren, wenn man dort wirklich mitmachen will. Und gleichzeitig, zumindest wenn man weiß und heterosexuell ist, auch als Täter für relativ normale Verhaltensweisen.

      So gesehen bemisst man alles nach der Frage, wer gerade wen diskriminiert. Der Gedanke, dass man entsprechend selbst für seinen Erfolg verantwortlich ist, hat da kaum Platz. Auch schön zu sehen bei der Tugendfurie: Es liegt natürlich nur daran, dass sie Frau und aus der Unterschicht ist, dass sie keinen Job bekommt. Die Selbstwahrnehmung ist damit auf Faktoren ausgerichtet, die sich der eigenen Kontrolle entziehen, es sind in gewisser Weise „limiting beliefs“.

  4. Das mediale Schlachtfest ist eröffnet: „Viva la famiglia tradizionale!“

    Zwei Schwule, Dolce & Gabbana, wagen es, die traditionelle Hetero-Familie gutzuheißen, und Leihmutterschaft für Schwule und Leseben abzulehnen.

    Domenico Dolce sagte im Panorama-Interview: „Es waren nicht wir, die die Familie erfunden haben… Du wirst geboren und hast eine Mutter und einen Vater. Oder zumindest sollte es so sein und deswegen bin ich auch skeptisch, was ’synthetische Kinder‘, gemietete Gebärmütter und Spermien aus dem Katalog anbelangt….
    Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben… Ich denke, man kann nicht alles im Leben haben. Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie.“

    http://www.mirror.co.uk/3am/celebrity-news/dolce-gabbana-attempt-defend-ivf-5344479

    Nein, so etwas geht ja gar nicht! Haben die doch glatt die falsche Ansicht!
    Elton, Ricky Martin und Martina Navratilova haben sofort einen politisch korrekten Anfall gekriegt. Schmeißen ihre D&G-Klamotten weg.

    #BoycottDolceGabbana! Vernichtet die Existenz von D&G!

    http://www.lgbtnewsitalia.com/che-il-boicottaggio-di-dolce-e-gabbana-abbia-inizio-boycottdg/#

    Andere sehen das ganz und gar nicht so: http://citizengo.org/de/20126-du-wirst-geboren-und-hast-eine-mutter-und-einen-vater-supportdolcegabbana?sid=MzQ5Njg1MTgyMDAzMDUw

    • „Nein, so etwas geht ja gar nicht! Haben die doch glatt die falsche Ansicht!“

      Natürlich haben sie die falsche Ansicht, oder glaubst Du tatsächlich, das wäre wahr:

      „Ich bin schwul, ich kann keine Kinder haben“

      Natürlich kann er Kinder haben. Schwule haben ebenso Spermien, wie Heteros. Schwule haben KInder. Was glaubt der denn, wo Elton John oder NPH ihre Kinder her haben? Aus dem Supermarkt?

      „Das Leben hat einen natürlichen Lauf, es gibt Dinge, die nicht geändert werden. Und eines davon ist die Familie.““

      Familie war und ist immer auch ein gesellschaftliches Konstrukt. Vor nicht allzu langer Zeit galten uneheliche Kinder als Bastarde, als nicht wert, zur Familie zu gehören. Das hat sich mittlerweile geändert. Und wer würde einen davongelaufenen Vater, dem man nie gekannt hat und der sich nie um einen gekümmert hat, als Teil seiner Familie bezeichnen? Wohl die wenigsten.

      • ät Adrian:

        „Natürlich kann er Kinder haben.“
        – Nein, weil Menschen sich sexuell fortpflanzen. Wenn er eine Frau deckt, geht´s; will er aber nicht.

        „Was glaubt der denn, wo Elton John oder NPH ihre Kinder her haben? Aus dem Supermarkt?“
        – Exakt, das denkt er. Elton und Co. haben ihre Kinder gekauft wie im Supermarkt.
        Die Kritik teile ich nicht so ganz, weil Leihmutterkinder besser als gar keine sind. Einen negativen Beigeschmack hat das ganze aber schon.

        „Familie war und ist immer auch ein gesellschaftliches Konstrukt.“
        – Wenn ich das Gendergeplappere schon lese, kriege ich Darmkrämpfe. Familie ist zunächst einmal Biologie. Ob ich mich um die Großsippe kümmere oder Kleinfamilie favorisiere, steht auf einem anderen Blatt. Von „Konstruktion“ zu sprechen ist allerdings Poststrukti-Ideologie. Schwurbelblabla.

        • „Nein, weil Menschen sich sexuell fortpflanzen.“

          Sexuelle Fortpflanzung ist dann gegeben, wenn Ei- auf Spermiumzelle verschmelzen.

          „Wenn er eine Frau deckt, geht´s; will er aber nicht.“

          „Wollen“ ist aber nicht dasselbe wie „können“. Nichts einfacher als das, eine Frau zu „decken“. Männer kopulieren mit Kissen und Bettdecken, mit Staubsaugern und Fleshligts. Eine Frau ist da auch nicht viel schwerer.

          „Exakt, das denkt er. Elton und Co. haben ihre Kinder gekauft wie im Supermarkt.“

          Sie haben eine Frau bezahlt, damit diese ihre Spermien aufnimmt und das Kind austrägt. Das ist objektiv auch nicht viel anders als das, was heterosexuelle Männer machen: Frauen bezahlen um Sex zu haben (Dates, Prostitution), wobei ab und an ein Kind dabei entsteht.

          „Einen negativen Beigeschmack hat das ganze aber schon.“

          Für mich nicht.

          „Familie ist zunächst einmal Biologie.“

          Kann man so sehen, muss man aber nicht. In der Biologie ist die Familie erst einmal ein Taxon, eine hierarchische Ebene der Systematik.

          Laut Wikipedia ist Familie

          „soziologisch eine durch Partnerschaft, Heirat, Lebenspartnerschaft, Adoption oder Abstammung begründete Lebensgemeinschaft, im westlichen Kulturraum meist aus Eltern oder Erziehungsberechtigten sowie Kindern bestehend, gelegentlich durch weitere, mitunter auch im gleichen Haushalt lebende Verwandte oder Lebensgefährten erweitert. Die Familie ist demnach eine engere Verwandtschaftsgruppe.“

          „Verwandtschaft“ ist gesellschaftlich aber duchaus konstruiert, da letzten Endes alle Lebewesen miteinander verwandt sind. Wie weit zurück reicht denn der Verwandtschaftsgrad und damit die Familie? Bis zum Ururururururururgroßvater?

        • „Sexuelle Fortpflanzung ist dann gegeben, wenn Ei- auf Spermiumzelle verschmelzen. “
          – WENN.

          „Eine Frau ist da auch nicht viel schwerer.“
          -Warum tat Elton es dann nicht?

          „Das ist objektiv auch nicht viel anders als das, was heterosexuelle Männer machen: Frauen bezahlen um Sex zu haben (Dates, Prostitution), wobei ab und an ein Kind dabei entsteht.“
          – Daß dieser Vergleich keiner ist, merkst Du selbst, oder? Ein Hetero bezahlt eine Frau nicht für die Empfängnis, sondern für Triebabfuhr.

          „“Verwandtschaft” ist gesellschaftlich aber duchaus konstruiert, da letzten Endes alle Lebewesen miteinander verwandt sind.“
          – Genau, Adrian, biste verwandt mit Deinem Hamster? Dann adoptier ihn doch oder verheirate ihn mit dem Hund von nebenan.
          Geht nicht? Woran das wohl liegt?

        • „Genau, Adrian, biste verwandt mit Deinem Hamster? Dann adoptier ihn doch oder verheirate ihn mit dem Hund von nebenan.“

          Es gibt doch tatsächlich Leute, die ihr Haustier als Teil der Familie betrachten.

        • ät Denton:

          Wie ich meine Miezen. Aber mal ehrlich, wie ein Kind oder anderer nah verwandter Mensch ist es doch nicht. Denk an den Tod des Haustiers. Traurig, aber nichts was einen in die Depri-Klinik bringen würde.

        • ät Mocho:

          Mh, so ganz auch nicht. Es gibt überall auf der Welt ein Bedürfnis nach zeremonieller/institutioneller Bestätigung einer ausschließenden Bindung. Riecht nach Biologie.

          Die kulturelle Oberfläche, zB Gesetzgebung, gießt das lediglich in eine bestimmte Form.

        • Natürlich ist Familie ein gesellschaftliches Konstrukt. Sie ist verrechtlicht und in Gesetzgebung gegossen. Adoptivkinder und -eltern gelten rechtlich als Familie. Dabei sind sie biologisch nicht miteiander verwandt (was allerdings auch nicht so recht stimmt, denn letztendlich ist jedes Lebewesen miteinander verwandt). Familie ist etws anderes als biologische Abstammung.

          • @adrian

            „Natürlich ist Familie ein gesellschaftliches Konstrukt. Sie ist verrechtlicht und in Gesetzgebung gegossen.“

            Die Ausprägung ist ein gesellschaftliches Konstrukt, es gibt natürlich eine biologische Grundlage. Bindung entsteht aber ebenso durch Nähe als Kind, die insoweit auch bei zwei Männern in der Position der Väter entstehen kann

        • „Familie ist etws anderes als biologische Abstammung.“
          – Typisches LSBTI-Salbadere. Wenn Familie also nichts mehr mit Genen zu tun hat (Gene sind sowieso igitt, allein die Gentechnik….), kann man sich seine Familie ja zurechtkonstruieren.
          Also: Kinder mit zwei Vätern, drei Müttern, oder einer Mutter+ein Vater+ein Unentschiedenes….
          Nichts ist vorherbestimmt, alles kann, nichts muß. So ein Unsinn. Blut ist dicker als Wasser.

        • „Typisches LSBTI-Salbadere. Wenn Familie also nichts mehr mit Genen zu tun hat (Gene sind sowieso igitt, allein die Gentechnik….), kann man sich seine Familie ja zurechtkonstruieren.“

          Auch Adoptivkinder sollen gerüchteweise zur Familie gehören.
          Familien sind ein soziales Konstrukt, welches idR auf biologischer Verwandtschaft beruht.

        • ät Denton:

          „Familien sind ein soziales Konstrukt, welches idR auf biologischer Verwandtschaft beruht.“

          Na ja. Beim Wort „Konstrukt“ kriege ich in den letzten Jahren immer so Schmerzen. Eine Betonbrücke ist ein echtes Konstrukt, weil sie auf nichts beruht, was in der Natur angelegt ist, und daher ein typisches Produkt des menschlichen Geistes ist.

          Die Annahme von Adoptiv-Kindern würde ich als psychologisches Phänomen bezeichnen. Rührt von der Vergangenheit des Menschen her, in der wir meist in kleinen Verbänden existierten. Da sind die Kinder zB der verstorbenen „Nachbarn“ uns natürlich nah.

          Das Problem, das ich mit dem Wort „sozial“ habe, rührt vom Anspruch der Soziologen/Genderologen (und anderem Beritt), Erklärungen auf ihrer hohen Ebene unabhängig von den grundlegenden Wissenschaften Biologie und Psychologie zu erdichten.

        • @ Axel

          „Na ja. Beim Wort “Konstrukt” kriege ich in den letzten Jahren immer so Schmerzen. Eine Betonbrücke ist ein echtes Konstrukt, weil sie auf nichts beruht, was in der Natur angelegt ist, und daher ein typisches Produkt des menschlichen Geistes ist.“

          Soziale Phänomene („Konstrukte“) wie z. B. Begrüßungsrituale sind ebenso Produkte des menschlichen Geistes wie eine Betonbrücke. Das fällt nur nicht so auf, weil wir sie als selbstverständlich ansehen und im Alltag nicht darüber nachdenken.

          „Das Problem, das ich mit dem Wort “sozial” habe, rührt vom Anspruch der Soziologen/Genderologen (und anderem Beritt), Erklärungen auf ihrer hohen Ebene unabhängig von den grundlegenden Wissenschaften Biologie und Psychologie zu erdichten.“

          Ja, das stört mich auch und muss kritisiert werden. Dabei sollte man aber nicht das Kind mit dem Bade ausschütten und auf das Wort „sozial“ verzichten, wenn dessen Benutzung angebracht ist.

        • ät Denton:

          „Soziale Phänomene (“Konstrukte”) wie z. B. Begrüßungsrituale sind ebenso Produkte des menschlichen Geistes wie eine Betonbrücke.“
          – Eben nicht. Man könnte zwar allgemein sagen, daß die Betonbrücke Produkt des natürlich evolvierten Geistes ist. Dennoch ist ihre Grundidee nicht genetisch angelegt.

          Psychologische Grundverhaltensweisen wie Begrüßungen etc. schon. Nicht exakt natürlich. Ich denke da an Chomskys Sprachmodell: Eine grundlegende Grammatik ist kodiert, was dann kulturell ausgeformt wird.

        • @ Axel

          „Eben nicht. Man könnte zwar allgemein sagen, daß die Betonbrücke Produkt des natürlich evolvierten Geistes ist. Dennoch ist ihre Grundidee nicht genetisch angelegt.“

          Würdest du den Gebrauch von Werkzeug bzw. den Willen, die Natur im Sinne der eigenen Bedürfnisse zu verändern, als genetisch angelegt betrachten?

          „Psychologische Grundverhaltensweisen wie Begrüßungen etc. schon. Nicht exakt natürlich. Ich denke da an Chomskys Sprachmodell: Eine grundlegende Grammatik ist kodiert, was dann kulturell ausgeformt wird.“

          Korrekt. Und wenn es um die kulturelle Ausformung geht, befinden wir uns im Gegenstandsbereich der Sozialwissenschaften. Ich hatte hier schon einmal die Verkehrsregeln als Beispiel für ein soziales Arrangement gebracht, das im Grunde komplett ohne Biologie auskommt.

        • ät Denton:

          „Würdest du den Gebrauch von Werkzeug bzw. den Willen, die Natur im Sinne der eigenen Bedürfnisse zu verändern, als genetisch angelegt betrachten?“
          – Werkzeuggebrauch ja. Willen zur Veränderung klingt so allgemein. Aber ja, unsere Technikfähigkeit ist angelegt. Nur bei uns. Verwandte wie Bonobos haben das nicht.

          „Ich hatte hier schon einmal die Verkehrsregeln als Beispiel für ein soziales Arrangement gebracht, das im Grunde komplett ohne Biologie auskommt.“
          – Wenn da kein Ampelmännchen zu sehen ist 🙂

      • a miracle that has allowed legions of loving, both straight and gay, to fulfill their dream of having children

        Irgendwie bin ich versucht zu fragen:
        what about the children’s dream of having a mother?

        • And what about the childrens dream of having two daddies?

          Der ist in etwa so ernstzunehmen wie der Wunsch nach einem Pony oder einem fliegenden Einhorn. Aber wahrscheinlich etwas seltener.

        • @ david
          Es ist kaum davon auszugehen, dass Kinder, die bei zwei Vätern aufwachsen, eine Mutter vermissen. Mir fällt kein Grund ein, warum es so sein sollte.
          Aber wir können die Kinder von Elton und Co. ja bald selbst fragen.

        • Du hast nicht wirklich Ahnung von Kindern, was?
          Denkst du auch, Kinder die ihren Vater nie gekannt haben, vermissen nichts?
          Haben kein tiefes Loch im Herzen, das vor allem immer dann schmerzt, wenn sie andere Kinder mit ihren Vätern sehen, die mit ihnen Vatersachen machen?
          Vor allem eine Tochter, die in die Pubertät (erste Menstruation) kommt und deren Sexualität erwacht, wird eine Mutter vermissen.

          Selbst wenn das nicht bewusst stattfindet, würde ich dies als entwicklungspsychologisch defizitären Faktor nicht so einfach vom Tisch fegen. Gerade Söhne alleinerziehender Mütter haben auffallend mehr Schwierigkeiten im Leben.
          Und man darf auch nicht vergessen, dass Kinder bereits im Mutterleib eine Bindung zu ihrer Mutter aufbauen, die dann in diesem Fall abrupt endet.
          Von zwei Menschen erzogen zu werden, mit denen man Gene teilt, ist wohl ebenfalls günstig.
          Und ganz aktuell erschien eine Studie, nach der alleine das erste Jahr Stillen durch die Mutter 4 IQ-Punkte und das Drittel eines Durchschnittsgehalt im späteren Leben ausmacht.

          Ich bin nicht grundsätzlich gegen solche Konstrukte.
          Ich werde nur dann Anti, wenn jemand partout nicht sehen will, dass das nicht alles super easy ist, und jegliche Abwägungen, Einwände und ethischen Dilemmata nur rechtsreaktionäre Zuckungen sein können.

        • @ david
          Gib mir Studien die belegen, dass Kinder gleichgeschlechtlicher Eltern ein gegengeschlechtliches Elternteil vermissen und die die psychologischeSchädlichkeit solcher Familienformen für das Kind nachweisen. Adrian wird dann seine Ansicht neu ausrichten.

          Im Übrigen: Ich könnte eine Tochter besser über Menstruation aufklären als so manche Mutter.

        • Hatten wir doch schon vor kurzem lang und breit diskutiert. Die Studienlage ist uneindeutig, die Methodik sehr schwierig.
          Kinder einfach zu fragen, funktioniert schon deshalb nicht, weil gerade Kinder von gleichgeschlechtlichen Eltern unter einem dauerhaften Rechtfertigungsdruck bezüglich dieser stehen (was Überidentifikation begünstigt und natürliche Ablösungsprozesse hemmen kann).
          Ich habe aber durchaus schon von Kindern mit nur einem Elternteil gehört, dass sie sich oft schmerzhaft nach einem (meist) Vater gesehnt haben.
          Das psychologische Wissensfundament gibt durchaus eine gewisse Skepsis her, wenngleich der eindeutige empirische Beweis fehlt. Bei Alleinerziehenden ist der Fall recht klar.

          Im Übrigen: Ich könnte eine Tochter besser über Menstruation aufklären als so manche Mutter.

          Kann sein. Die Frage ist, ob die Tochter das auch will.
          Kinder entwickeln natürlicherweise eine sexuelle Scham, insbesondere vor gegengeschlechtlichen Elternteilen.

        • „Bei Alleinerziehenden ist der Fall recht klar.“

          Von denen reden wir aber nicht. Die momentane Studienlage ist recht eindeutig: Kinder wachsen am Besten in einem stabilen sozialen Umfeld mit zwei Elternteilen auf. Das Geschlecht der Eltern ist dabei kein wesentlicher Faktor.

          „Kinder entwickeln natürlicherweise eine sexuelle Scham, insbesondere vor gegengeschlechtlichen Elternteilen.“

          😀 😀 😀

        • ät Adrian:

          „Im Übrigen: Ich könnte eine Tochter besser über Menstruation aufklären als so manche Mutter.“
          – Na klar. Welche persönlichen Erfahrungen hast Du denn gemacht? Jetzt wird´s langsam satirisch.

        • Sorry david, wollte Dich nicht auslachen, aber ich halte das für eine steile These angesichts unserer Eigenschaft als Tier und einer menschlichen Geschichte angefüllt mit religiös motivierter Geschlechtertrennung, Scham vor Nacktheit und Sexualität überhaupt.

        • „Welche persönlichen Erfahrungen hast Du denn gemacht? Jetzt wird´s langsam satirisch.“

          Oh Gott, seit wann ist persönliche Erfahrung Voraussetzung für Wissen? Menstruation ist ja nun mit das Simplest überhaupt.

        • „Oh Gott, seit wann ist persönliche Erfahrung Voraussetzung für Wissen?“
          – Wir reden hier nicht von Bruchrechnung. Grau, grau ist alle Theorie, und grün des Lebens goldner Baum!

        • @Adrian: kein Problem, macht ja nichts wenn du das nichts wusstest, aber sexuelle Scham ist tatsächlich etwas ganz natürliches, was nur bei unserer Spezies auftritt. Das ist einfach Stand der Wissenschaft.

          In der Frage geht es eben nicht um Wissen.
          In der Regel kommen wir mit unseren Fragen und Problemen zu den Leuten, die sowohl über Wissen als auch eigene Erfahrungen mit etwas besitzen.
          Kein Junge will seinen Samenerguss mit der Mutter besprechen, wenn überhaupt.
          Und kein Mädchen will seine Menstruation mit dem Vater besprechen, wenn überhaupt.

          Ich finde es etwas albern, dass ausgerechnet du als jemand, der wirklich auch gerne mal über Geschlechter pauschalisiert, bei Vater und Mutter völlige Austauschbarkeit und Beliebigkeit propagiert.

          Ich bin selbst kein Fachmann, was Kinder angeht. Ich weiß aber von vielen Fachleuten, dass sie das durchaus nicht so sehen wie du.

          • @david

            Das Problem wäre ja zu lösen: Dann lässt man Lesben eben Mädchen und Schwule eben Jungs adoptieren.

            Wobei es eben auch sonst keine Rolle spielt:
            Man würde bei der Frage, wer das Aufenthaltsbestimmungsrecht für die Kinder nach einer heterosexuellen trennung bekommt ja nicht ernsthaft darauf verweisen, dass die Mutter die Menstruation erklären kann und der Vater den Samenerguss.

        • Das Problem wäre ja zu lösen: Dann lässt man Lesben eben Mädchen und Schwule eben Jungs adoptieren.

          Aus Sicht der Kinder wäre ein (oder halt zwei) gleichgeschlechtliches Vorbild als primäre Bezugsperson sicher günstiger.
          Allerdings wäre auch optimal, zwischengeschlechtlichen Umgang (natürlich nicht im sexuellen Sinne) zu lernen. Kinder profitieren auch sehr von gegengeschlechtlichen Geschwistern. Ein Mädchen mit großen Brüdern kommt später meist bestens klar.
          Genauso profitieren Kinder von Vater und Mutter auf unterschiedliche Weise.

          nicht ernsthaft darauf verweisen, dass die Mutter die Menstruation erklären kann und der Vater den Samenerguss.

          Für Gutachter kann trotzdem das Geschlecht des Kindes durchaus eine Rolle spielen. Wobei natürlich die Stärke der existierenden Bindung das vorrangige Kriterium ist, außerdem ist es äußerst unüblich, Geschwister zu trennen (weil die eben auch günstig für die Entwicklung sind).

          Es kann natürlich nicht alles optimal sein, ist es sowieso nie. Deswegen bin ich wie gesagt auch nicht gegen alternative Konstrukte. Aber Einwände darf man schon haben, denn diese Konstellationen sind ja a priori bestimmt, nicht durch Umstände erzwungen.

        • ät Evochris:

          „Dann lässt man Lesben eben Mädchen und Schwule eben Jungs adoptieren. “
          – Es geht ja die (etwas eklige) Info um, daß Kinder ihre eigenen Vorlieben am gegengeschlechtlichen Elter ausrichten. Ob wahr oder nicht, Vater/ Mutter sind für Mädchen/Jungs durchaus wichtig.

        • Wie ist es aus deiner Sicht denn umgekehrt, ein Bruder mit älteren Schwestern?

          Ich habe zwar ne ältere Schwester, will mich aber da nicht aus dem Fenster lehnen 😉

          Das mit Mädchen und großen Brüdern hört (und merkt) man öfter. Wahrscheinlich gibt es da auch Studien zu, kennen tu ich aber keine.

          • @david

            „Das mit Mädchen und großen Brüdern hört (und merkt) man öfter.“

            Das könnte ich mir auch vorstellen, wobei es sicherlich auch ne Typfrage ist. Ein sehr weibliches Mädchen wird sich vielleicht eher als Gegensatz dazu sehen, ein neutraleres oder männlicheres Mädchen eher was von denen übernehmen

          • @david

            „Das mit Mädchen und großen Brüdern hört (und merkt) man öfter.“

            Das könnte ich mir auch vorstellen, wobei es sicherlich auch ne Typfrage ist. Ein sehr weibliches Mädchen wird sich vielleicht eher als Gegensatz dazu sehen, ein neutraleres oder männlicheres Mädchen eher was von denen übernehmen

        • „aber sexuelle Scham ist tatsächlich etwas ganz natürliches, was nur bei unserer Spezies auftritt.“

          Was dafür spricht, dass es kulturell erworben ist.

          „bei Vater und Mutter völlige Austauschbarkeit und Beliebigkeit propagiert.“

          Tu ich ja nicht. Ich halte nur das Geschlecht für nachrangig.
          Aber wenn Menstruation Deine einzige Sorge ist. Immerhin leben wir im Zeitalter des Internets.

        • Was dafür spricht, dass es kulturell erworben ist.

          Weswegen das bis vor ein paar Jahren auch noch von vielen geglaubt.
          Ist aber falsch, tut mir Leid. Sexuelle Scham ist universell menschlich.

          Tu ich ja nicht. Ich halte nur das Geschlecht für nachrangig.
          Aber wenn Menstruation Deine einzige Sorge ist.

          Menstruation ist doch nur ein Beispiel.
          Ich behaupte doch nicht, dass Geschlecht vorrangig vor allem anderen wäre. 2 liebende und in Erziehungssachen kompetente Eltern zu haben ist natürlich wesentlich wichtiger.

        • Adrian, wo ist dein Problem? Um ein Kind zu zeugen, braucht es eine Ei- und eine Samenzelle; erstere wird nur von Frauen, letztere von Männern produziert. Das Kind austragen können nur Frauen. Während der Schwangerschaft sind sie in vieler Hinsicht eingeschränkt und brauchen jemand, der sie unterstützt und beschützt. Wenn das Kind geboren ist, kann nur eine Frau es säugen, der Vater kann das nicht. Wenn die Eltern mal alt sind und nicht mehr für sich sorgen können, übernahmen früher das in aller Regel die Kinder. Alles perfekt aufeinander abgestimmt, und alles aus ganz biologischen Gründen. Das wir heute über technische und ökonomische Möglichkeiten verfügen, die es während mehr 90% der Menschheitsgeschichte nicht gab, ist eine ganz andere Sache, aber das ändert nichts daran, dass die Familie ein prinzipiell biologisches Phänomen ist.

  5. Genderforscher decken auf: Frauen pupsen anders – Schwule auch

    Anton Hofreiter hatte bei Plasberg ja angemerkt, wie wichtig soziologische Genderforschung zB in der Medizin ist, weil Organe oder Körperteile wie das Knie bei Frauen ganz anders funktionieren als beim Manne.

    Daher haben zwei (männliche) Soziolgen aus Indiana „die fäkalen Angelegenheiten, d.h. die sozialen Pobleme, die Stuhlgang und Flatulenz begleiten“ untersucht.

    Die Studie stellt fest, daß heterosexuelle Frauen und die nicht-heterosexuellen Männer[????] die größte Verpflichtung für die kulturellen Verhaltensregeln rund um die fäkalen Angelegenheiten zeigen, und die heterosexuellen Männer am wenigsten. Es gibt einige Hinweise, dass die nicht-heterosexuellen Frauen [???] auch ein verringerte Verpflichtung fühlen.“
    Ist schon 10 Jahre her, aber gerade deswegen ist es erstaunlich, daß diese wichtige Erkenntnis noch nicht in den allgemeinen Bildungskanon eingeflossen ist! 🙂

    http://dangerousminds.net/comments/sociological_feminist_fart_study_results

  6. Eigentlich ist die Frage ja nur wirklich relevant, wenn selbstbewusste Frauen (was genetisch für Männer eben kein meistens ein Euphemismus für unattraktiv darstellt, sondern tatsächlich so bewertet wird), die Frage ist doch auch die, ob nicht auch selbstbewusste Frauen die politisch erkämpften Vorteile ihrer weniger selbstbewussten feministischen Kolleginnen in Anspruch nehmen.

    Aus meinem eigenen (ehemaligen, zum Glück) Umfeld scheint mir das nicht so zu sein. Frauen können problemlos selbstbewusst auftreten und dann doch z.B. Alimente einstecken (Eine Mitarbeiterin von mir in diesem Fall). Die Idee, selbstbewusste, starke Frauen würden solche Sachen nicht annehmen, weil sie eben selbstbewusst sind, finde ich nicht besonders einleuchtend. Kurzum, die Schnittmenge ist zu gross.

    Glaubt ihr eine selbstbewusste Frau findet es schlimmer, wenn ein Mann wegen einer Falschbeschuldigung sitzt, als eine weniger selbstbewusste Frau?

    • @toxicvanguard

      „Aus meinem eigenen (ehemaligen, zum Glück) Umfeld scheint mir das nicht so zu sein. Frauen können problemlos selbstbewusst auftreten und dann doch z.B. Alimente einstecken (Eine Mitarbeiterin von mir in diesem Fall).“

      Was hat das annehmen von Unterhalt mit Gender-Opfer-Feminismus zu tun? Das machen auch konservative Frauen, die mit Feminismus nichts am Hut haben.

      • Genau, das ist ja der springende Punkt.

        Der Jüngling sagt im ersten Paragraphen, dass Starke Frauen der Todesstoss für den Feminismus sind; ich sage, das stimmt einfach nicht, denn auch starke Frauen in unserer Gesellschaft werden die von den „Gender-Opfer-Feministinnen“ gewonnenen Zusatzrechte für Frauen in Anspruch nehmen.

        Meine (feministische) Exfreundin hat sich definitiv über Männer lustig gemacht, deren Anmache zu plump war, hat aber trotzdem gefunden, dass Männer trotzdem zu Unrecht zu viel verdienen und daher die gesamte Macht in den Händen halten und fand es daher auch fair, wenn in fast allen MINT-Fächern nur Frauenförderung betrieben wurde. Das schliesst sich meiner Meinung nach einfach nicht aus. Man kann schlicht selbstbewusst sein und trotzdem Bevorzugungen annehmen, wenn sie einem einfach gegeben werden.

        • ät toxic:

          Du hattest ne feministische Freundin? Oh je, mein Mitgefühl.
          Wie kommt man an so eine? In meiner MMINT-Umgebung müßte ich schon sehr angestrengt suchen.

          Natürlich nehmen Menschen alles mit, was sie kriegen können. Ist ja im Sozialsystem auch so. Welcher Wohlhabende lehnt das Kindergeld ab?
          Da ist klar, daß selbstbewußte Frauen gesellschaftliche Vorteile gern mitnehmen.

        • Und vor allem als „verdient“ gesehen werden.

          Manche sog. „starke“ Frauen sind sich sogar bewusst, dass sie schmarotzen. Mir hat das mal eine geradeheraus gesagt. Damit kokettierend.

          Viele können sich weiblichen Chauvinismus nicht denken, obwohl sie häufig wenn nicht gar täglich (z.B. Zeitung etc.) mit solchen Herablassungen zu tun bekommen.

          Schon merkwürdig, dass man dann trotzdem baukastenmäßig naive Kausalketten konstruiert. Möchte man(n) tatsächlich verstehen?

  7. >>“Ist Opfer-Feminismus mit starken, selbstbewußten Frauen denkbar?“

    Nee…um Frauen muss man sich immer kümmern…immer.

    Mein Tag im Schnelldurchlauf:

    Morgens einen Artikel gelesen, indem eine Feministin das kluge Buch einer anderen Feministin rezensiert (Das einzige negative: Zu Heterosexuell geschrieben):

    http://www.zeit.de/karriere/2015-03/ein-bisschen-gleich-ist-nicht-genug-domscheit-berg-rezension/komplettansicht

    Geht zwar um Gleichberechtigung, geht daher in keiner einzigen Silbe um Männer.

    Danach in den Zug eingestiegen, direkt ein Anwerbeplakat der Bahn gesehen: „Elektrotechnikerin gesucht. Visonärin – Technikerin – Macherin“

    Kurz überlegt eine Beschwerde bei der Antidiskriminierungsstelle einzulegen (Wg. geschlechternichtneutraler Ansprache, also Diskriminierung), gesehen das diese von einer Feministin geleitet wird, davon abgelassen)

    Übrigens guckt mal, Abenteuerspielplatz Arbeit, ganz toll wie die Frauen das machen, was Männer schon immer gemacht haben:

    https://karriere.deutschebahn.com/de/de/arbeitgeber/perspektiven-bei-der-db/db-frauen-erzaehlen/

    „Allein unter Männern – Geschichten einer Gleisrangiermeisterin, Tenor: Anfangs waren die skeptisch, wer aber zeigt das eranpackt ist schnell akzeptiert. Nee echt jetzt? Keine Diskriminierung von den männlichen Kollegen? Den war nur wichtig ob die ihre Arbeit macht? Wahnsinn!

    Dann ins Theater, mir ein Stück angeschaut, das von meiner Freundin inszeniert wurde. Direkt sexualisierte Gewalt Thema. Eine Schülerin wird vom neuen Freund ihrer Mutter im Wald sexuell genötigt. Hmmm…naja.

    Vor mir im Publikum, Feministin angestellt bei der Diakonie mit feuerroter Equal Pay Tasche…darauf stand: „Gleicher Lohn für _gleichwertige_ Arbeit“. Kurz nachgedacht ob sie damit mehr Lohn für Frauen forderte, dann aber mich an meine Recherche von gestern erinnert: Männer pendeln 1/5 weiter, arbeiten häufiger in der Nacht und ca. 20 Prozent länger (Vollzeit-Übersstunden)

    Dann das Stück zu Ende. Applaus, wirklich gut gemacht! Aufstellen zum Gruppenfoto, im Ensemble zwei Jungen (davon einer vermutlich homosexuell – Vertraut meinem heteronormativem Blick) und etwa 16 Mädchen. Co-Inszinierer: „Können die Schauspieler bitte auf die Bühne zum Foto“ – Aufregung im Publikum, ich wusste erst nicht warum, aber er hat schnell geschaltet und mit den Feministinnen im Chor: „Die SchauspielerInnen mit großem I“. Ich zu meiner Freundin: „Warum nicht Schauspieler, sind doch eh zu 90 Prozent Mädchen, so wie Sehr geehrte Herren und Damen, als Geste?“ Augenrollen…

    Gerade am Bewerbungen schreiben. Aufgrund der Gleichstellung von Frauen und Männern begrüßen wir außerordentlich die Bewerbungen von Frauen. Aha…next…

    Der Opfer-Status von Frauen ist nicht feministisch imaginiert. Es gibt ihn wirklich, siehe meinen Kurz-Tagesablauf, so etwas kann es nur im frauenverachtenden Patriarchat geben. Wir sollten alle daran arbeiten, das Frauen in dieser Gesellschaft endlich gehört werden und nicht länger mehr unterdrückt werden. Give Women a voice!

    Und jetzt alle morgen raus zum Equal Pay Day! Ach Christian, mach bitte deinen Blog zu. Du, du, du….du Mann!

  8. > So einfach scheint mir die Frage nicht zu beantworten zu sein.

    Nein. Die Frage ist total einfach zu beantworten, wenn man „stark“ und „selbstbewusst“ im Wortsinn nimmt.

    Die Frage wird nur schwer zu beantworten, wenn man jede noch-so-Totalversagerin darin bestätigen will, sie sei eine starke, selbstbewusste und überhaupt tolle Frau – allein aufgrund ihrer Existenz.

    Natürlich können auch starke, selbstbewusste Menschen Opfer werden, aber deren Reaktion wäre (a) damit klarzukommen, ohne allen die Ohren vollzujammern (das wäre stark) und (b) sich selbst zu reflektieren (das wäre selbstbewusst), was Feministen jeder Couleur nun kategorisch abzulehnen scheinen.

    Da Robin das so schön illustriert hat: @Robin > Gott bewahre, dass ein Mann, der ein falsches Verhalten an den Tag legt, damit konfrontiert wird, dass es falsch ist. Das wäre ja aufdringlich.

    Nö, Robin, Du darfst jeden Menschen mit Deiner Meinung konfrontieren, und Du darfst jedes Verhalten jedes Menschen kritisieren, wie Du willst, aber Du kannst nicht erwarten, dass jeder Deine Meinung teilt. Und Du hast mit jeder Meinungsäußerung ebenso ein Verhalten gezeigt, womit Du auch jedem anderen das Recht zugestehen musst, seine Meinung zu Deinem Verhalten zu äußern..

    Das zumindest wäre Gleichberechtigung aller Menschen.

    Das verstehen Feministen aber leider nicht.

    Das verstehen allerdings selbstbewusste, starke Menschen jedweden Geschlechts.

    Ich bin zumindest nicht bereit, meine Definition von „stark und selbstbewusst“ auf „zickig und solipsistisch“ zu ändern, damit sich alle wohlfühlen.

    @Robin, falls Du das liest: Es ist lang her, dass ich mal Deine „furchtbaren“ Erlebnisse in Deinem Blog gelesen habe, aber Du beschreibst ja gerne, wie sich Leute irgendwie benehmen und wie Du darauf reagierst. Ich sehe da allerdings schlicht keinen Unterschied – Die Leute benehmen sich scheiße, und Du reagierst scheiße. Für mich sind da nur alle scheiße. Ich unterstütze weder deren Handlungen noch Deine.

  9. Pingback: “Warum mich der Feminismus anekelt” | Alles Evolution

  10. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

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