Warum Georg Diez sich seine eigene Kritik ruhig einmal genauer anschauen sollte

Georg Diez meckert über Reaktionäre:

Reaktionäre reduzieren die Welt. Es ist fast schon eine Kulturtechnik. Die Wahrheit so sehr verbiegen, dass sie in einen Fingerhut passt. (…)

Fluten, Stürme, Wetterdaten? Lügen!

Die Evolution? Lüge!

Frauen werden diskriminiert? Lüge!

Nimm das Offensichtliche und behaupte, dass es nicht stimmt: Du wirst überrascht sein, wie viele Leute dir glauben. Oder besser noch: Nimm etwas Positives und behaupte, dass es schlecht ist. Einfach so.

Das ist – gerade weil er im Folgenden auf Männerrechtlern rumhackt – eine lustige Zusammenstellung. Denn er stellt hier letztendlich die Leugnung der Evolution und Kritik am Feminismus auf eine Stufe, dabei ergibt sich gerade dann, wenn man die Evolutionstheorie und ihre Ausarbeitungen ernst nimmt einiges gegen die feministischen Theorien.

Und so gesehen wendet eben gerade der vorherrschende Feminsmus diese von ihm dargestellte Kulturtechnik ja durchaus an: Nimm das Offensichtliche, wie etwa den Umstand, dass es Mann und Frau gibt und das diese biologisch unterschiedlich sind und behauptet das es nicht stimmt. Oder nimm etwas positives, wie zB Heterosexualität (damit sage ich nicht, dass Homosexualität schlecht ist, es sind beides positive Sachen) und sage, dass es schlecht ist, weil es zB lediglich auf einer Zwangsheterosexualisierung beruht.

Der Trick des Reaktionärs ist dabei: Er (oder sie) macht aus der allgemeinen Überforderung eine politische Haltung. Die grassierende schlechte Laune wird zu einer Waffe gegen die, die die Welt besser und gerechter machen wollen. Das Interesse des Reaktionärs? Geld, zum Beispiel. Oder irgendeine andere Form der Gratifikation, Liebe, Hass, jedes Gefühl von gewisser Wucht und Härte gilt.

Die allgemeine Überforderung der Welt ist etwas, was man auch im Feminismus häufig antrifft. Die gesamte Welt ist patriarchisch ausgerichtet, heteronormativ, auf Männer ausgerichtet. Anders zu sein ist eine politische Haltung. Rollengerechtes Verhalten ist nicht mehr rollengerechtes Verhalten, sondern eine politische Handlung in der man diese Handlungen reclaimt. Alles ist unter diesem Gesichtspunkt zu dekonstruieren.

Reaktionäre wollen ja Widerstand, das ist geradezu ihre Berufsbezeichnung. Sie definieren sich durch die Wand, gegen die sie rennen. Der Klimawandel ist deshalb auch ein Lieblingsthema der Reaktionäre – nicht einfach oder nicht nur, weil sie von den Energie-Unternehmen oder der Ölindustrie direkt bezahlt werden. Der Widerspruch ist so laut, die Empörung ist so leicht abrufbar.

Deswegen auf der einen Seite eine Rape Culture, bei der sich viele Frauen nicht mehr vor die Tür trauen und das Patriarcht und auf der anderen Seite Staatsfeminismus und Falschbeschuldigungen und ein Feind der nicht gut sein kann. 

Es kommt da nur noch auf den Applaus an. Es zählt allein die Performance. Da ist eine Minderheit, die sich diskriminiert fühlt – lächerlich: Ich fühle mich durch sie diskriminiert! Da ist eine Regelung, die für mehr Gerechtigkeit sorgt – absurd: Ich fühle mich dadurch unterdrückt!

Nur das eben Frauen keine Minderheit sind. Sie sind sogar eine Mehrheit. Und „Gerechtigkeit“ ist eben ein sehr subjektiver Begriff. Aber einfach mal etwas positives nehmen, etwa das Einsetzen für Männerrechte und die Kontrolle eines überbordenen Feminismus und es als etwas schlechtes darstellen. In der Tat scheint er die von sich selbst aufgezeigten Werkzeuge hier fleissig anzuwenden.

Es ist, wie gesagt, ganz einfach, Reaktionär zu sein: Man muss nur sagen, dass weiß schwarz ist oder schwarz weiß, je nachdem. Das Gute: Man liegt nie daneben, man hat nie unrecht, man kann sich immer sicher sein, dass man beklatscht wird.

Was für opportunistische Arschlöcher.

 

47 Gedanken zu “Warum Georg Diez sich seine eigene Kritik ruhig einmal genauer anschauen sollte

  1. Wer ist Diez?

    „Die schlimmste Tröte in diesem Beritt ist wohl Georg Diez, ein Neukollege, der von mir mal NICHT eingestellt würde, weil ich ihn zu halbseiden fand.

    The European: Haben Sie ihm das vor Ihrer Kündigung schon mal auf der Toilette zugeflüstert, oder treten Sie nach?
    Matussek: Ich hab ihm öfter gesagt, dass er eine Niete ist. Man nennt ihn ja den Thesen-Diez, er liest von Büchern eben meistens nur die Klappentexte und hat sofort eine angespitzte These.“

    http://www.theeuropean.de/matthias-matussek/7949-matussek-abschied-vom-spiegel

    Steht noch mehr über den da drin … 🙂

    • ät ddbz, Ergänzung:

      „…..
      The European: Stimmt das Gerücht, dass Ihr Kollege Georg Diez darauf bestanden hat, Ihren angestammten Parkplatz zu übernehmen, weil der direkt neben dem des Kulturchefs liegt?

      Matussek: Jawoll. Er fährt so einen knallroten Angeber-Golf mit Heckflossen und Aufklebern von „Occupy“ und von den „Arctic Monkeys“.
      Der Kulturchef fährt Maserati. Ich glaube, Diez spart schon auf einen. Ich hatte ihn mal in einer nächtlichen Facebook-Notiz, nachdem er Krachts „Imperium“ auf nazinahes Gedankengut geröntgt hatte, als eifernden Denunzianten bezeichnet.
      Was er ja auch vom Kern her ist. Großes Aufheulen beim Kulturchef.

      Aber Diez ist nun mal ein Schienbeintreter, der sich mutig findet, wenn er die wunderbare Büchner-Preisträgerin Sibylle Lewitscharoff als kreischende schwäbische Hausfrau beschimpft und den wunderbaren Woody Allen ein für alle Male abräumt, weil er nie ausgebeutete dominikanische Putzfrauen zeigt – auf so etwas muss man erst mal kommen.“

      Da kann man nur sagen: „Was für ein opportunistischer Schienbeintreter!“

    • Ich bin wahrlich kein Fan von Matussek, aber was er über Diez sagt, höre ich nur allzu gern. – Nach der Kracht-Affäre (in welcher Diez als Redefreiheit definierte, im SPIEGEL Kracht Nazinäher zu unterstellen, aber nicht, gegen einen solch schweren Vorwurf zu protestieren) ist der Mann bei mir auch ganz unten durch, da passt die hier aufgeführte Eigenblindheit auch nur zu gut.

      • Oh, der Vollständigkeit halber: Ich mag weder Lewitscharoff noch Woody Allen (auch, wenn letzterer vereinzelte Perlen geschaffen hat), kann also wieder mal keine einheitliche Mannschaft aufstellen. 😉

        • Hatte von der Kracht-Affäre 2012 gar nichts mitbekommen, aber mir neulich das Buch durch die unfreiwillige Reklame von Diez gekauft.
          Interessantes Abenteuer-Buch.

          Hab auch mal den Original-Verriß-Text des Diez ergugelt:

          „Hitler also. Christian Kracht hat eine Stellvertreter- und Aussteiger-Saga über Hitler, den „Romantiker und Vegetarier“, geschrieben. Aber warum? Was macht Hitler zum Romantiker?“

          „Wenn man genau hinschaut, ist „Imperium“ von Anfang an durchdrungen von einer rassistischen Weltsicht. Hier gibt es noch Herren und Diener, Weiße und Schwarze“

          – Hier gibt es noch „Weiße und Schwarze“? Ehrlich, und heute nicht mehr?
          Und die Welt von damals ist nicht korrekt berschrieben?
          Und beim Kokovoren-Spinner Engelhardt, der tatsächlich gelebt hat, fühlt er sich an Adolf erinnert?
          Da hat Matussek wohl wirklich recht, was ein aalglatter Antifa-Idiot, der mit den üblichen paranoiden Würmern fischen geht.

          http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-83977254.html

  2. bemerkenswert ist ja auch, dass die Beschimpfung als Leserkommentar niemals veröffentlicht wurde, zum Ausgleich aber diverse Leserkommentare, die weitaus sachlicher sind, dafür nicht die Kontrolle passieren konnten. Ein Beispiel findet man bei den Kollegen von genderama, ich selbst bin auch 2 x gescheitert mit Beiträgen, die weder falsche Behauptungen noch Beleidigungen enthielten.
    Man denkt sich so sein Teil.

    • dito

      Gab mal nen SPIEGEL-Artikel über die Geburtenrate. Tenor: „Gebärstreik der Frauen“.
      Ich hatte damals in einem Kommentar per E-Mail darauf hingewiesen, dass die Geburtenrate wohl eher dem Kinderwunsch der Männer (1,37 Kinder/Frau) entspräche, denn dem der Frauen (1,76 Kinder/Frau).
      Einen Tag später rief mich der Redakteur an, zeigte sich beeindruckt und bat um die Quellenangabe. Wieder zwei Tage später rief er mich noch einmal an und benachrichtigte mich, dass mein Leserbrief nicht veröffentlicht würde, da seine Chefin(!) beschlossen hatte, zu dem Thema überhaupt keine Leserbriefe zu drucken.
      In der nächsten Ausgabe des SPIEGEL gab es dann doch vier oder fünf Leserbriefe.
      Aber eben belanglose, die die These vom Gebärstreik der Frauen bestätigten.

      Ansonsten kann ich Matussek nur bestätigen. Der SPIEGEL ist in den letzten Jahren erschreckend abgeflacht und nur noch ein Schatten seiner Selbst. Ich habe ja den direkten Vergleich in den Ausgaben aus den 80ern und 90ern im Karton auf dem Dachboden (jeder Umzug ist ein Alptraum, da jeder Karton über 30 kg).

  3. Es gab ja nicht nur von Pegida teils heftige Kritik an der mittlerweile grassierenden Einseitigkeit von Journalisten.

    Dabei werden – ganz ideologisch – bestimmte Überzeugungen als unverrückbare Tatsachen dargestellt:

    – Klimakatastrophe existiert
    – Frauen und Trans-Intersexuelle werden unterdrückt
    – Asylanten & Flüchtlinge haben keine wirtschaftlichen Interessen
    – „gegen rechts“ rechtfertigt alles

    Was die Klimakatastrophe angeht, darf man mittlerweile getrost Zweifel anmelden, weil die Medien Katastrohenmeldungen mit Vorliebe verkaufen; wie damals die „Tatsache“, dar der deutsche Wald bis 2000 komplett tot sein würde.

    Was Frauen angeht, brauche darüber hier nichts zu sagen.

    Was die Flüchtlinge angeht, zeigt schon die nackte Demografie, daß wirtschaftliche Interessen im Vordergrund stehen (die meisten sind Männer aus stabilen Ländern wie Tunesien oder Ex-Jugoslawien).

    Was „gegen rechts“ angeht, muß man sagen, daß es etliche vom Staat (Schwesig) finanzierte Initiativen gibt, die seit über 20 Jahren bemerkenswert erfolglos sind. Außerdem stellt sich die Frage, warum andere, mittlerweile deutlich gefährlichere Extremismen nicht genauso verfolgt werden.

    http://www.huffingtonpost.de/2015/03/07/gysi-linke-linksextremismus_n_6818604.html

    Daß Diez sich bei der Gemengelage noch traut, seinen Lesern „Arschlöcher“ entgegen zu rufen, ist erstaunlich. Er sitzt wohl im sicheren Sattel. Hoffe, daß es jetzt einen Schittsturm gibt.

    Ratten, Mischpoke, opportunistische Arschlöcher, Nazis,…
    vielen Dank!

    • @ Axel

      „Außerdem stellt sich die Frage, warum andere, mittlerweile deutlich gefährlichere Extremismen nicht genauso verfolgt werden.“

      Weil „Linksextremisten“ – ich verwende diesen vom Verfassungsschutz erfundenen Unsinnsbegriff, der weder über die Einstellung zur Demokratie, noch über die Einstellung zur Gewalt etwas aussagt, hier mal ironisch in Anführungszeichen – oft radikale Humanisten von links sind. Was man bezüglich Rechtsradikaler nicht behaupten kann.

      „Linksextremismus“ ist vielen Fällen eine gute Sache – nämlich dann wenn es sich um einen antiautoritären, libertären und basisdemokratischen radikalen Humanismus von links handelt – und sollte nach Kräften gefördert werden.

      Hast du übrigens schon von der aktuellen Linksextremismus-Studie gehört? Mich würden die Ergebnisse ja z.T. optimistisch stimmen, wenn es tatsächlich so wäre (wiewohl ich mir natürlich darüber bewusst bin, dass es sich hierbei um eine Studie handelt, deren Funktion es ist linke Einstellungen im Auftrag der herrschenden Klasse zu dämonisieren).

      http://www.tagesspiegel.de/politik/studie-zu-linksextremismus-ein-fuenftel-der-deutschen-ist-zur-revolution-bereit/11411344.html

      Es gibt zu dieser Studie allerdings auch interessante Kritik:

      http://jungle-world.com/artikel/2015/10/51544.html

      • „nämlich dann wenn es sich um einen antiautoritären, libertären und basisdemokratischen radikalen Humanismus von links handelt“

        Antiautoritär – gut
        libertär – gut
        basisdemokratisch – schlecht, die Vorstufe zur Gesinnungskontrolle und der Einschränkung individueller Freiheit

        Die von Dir verlinke Studie ist insofern interessant, als das auch die NPD für echte Demokratie und die Abschaffung des Kapitalismus eintritt.

        Was an Demokratie so toll ist, müsste mir erst mal jemand erklären. Was an Kapitalismus toll ist, nicht. Letzteres sehe ich im Supermarkt, im Internet und auf Weltkarten (je grüner umso wohlhabender)

        • Aus der Karte ergibt sich, soweit ich sehen, dass Demokratien in der Regel reicher sind als Diktaturen, außer wenn letztere zufällig über gefragte Bodenschätze verfügen, bzw. über eine riesen Sklavenarmee (China).

          • @ El_Mocho
            Aus der Karte ergibt sich, dass Demokratie, Kapitalismus und Wohlstand wunderbar korrelieren.

            Sozialismus hat dagegen bislang keinen Wohlstand geschaffen. Aber gut, es bringt nichts darauf aufmerksam zu machen, denn Sozialismus ist die Religion der Linken.

        • Nicht die Demokratie sorgt für Wohlstand, sondern der Rechtsstaat in Kombination mit Marktwirtschaft, und da Rechtsstaat und Marktwirtschaft schlecht mit einer Diktatur harmonieren, sind eben die Demokratien am reichsten.

        • ät Adrian und Freunde:

          Was heißtn „libertär“? Liberal ist was anderes. Anarchie nach Lexikon. Super. Jeder macht, was er will. Selbstjustiz.

          „basisdemokratisch – schlecht, die Vorstufe zur Gesinnungskontrolle und der Einschränkung individueller Freiheit“
          – Hä? Wenn ich mir die Abkoppelung der arroganten Oberschicht vom Volk, die solche Typen wie Diez oder Schwesig ermöglicht, anschaue, wäre Basisdemokratie wohl angebracht.

          Was glaubst Du wohl, was mit Gender, Multikulti und Antifa passieren würde, wenn das Volk abstimmte?

          Aber davor hast Du wohl schiß…

        • Aus der Karte ergibt sich, dass Demokratie, Kapitalismus und Wohlstand wunderbar korrelieren.

          Du leidest unter selektiver Wahrnehmung. Einige der ärmsten Staaten der Welt sind kapitalistische Staaten, in denen so gut wie nichts durch den Staat umverteilt wird. Schau doch einmal etwas genauer auf die Karte.
          Das kapitalistische Wirtschaftssystem kann übrigens sehr gut auf demokratische Entscheidungsprozesse verzichten. China machts vor.

          Wo ist mein Lieblingsfeind, der Forumsquotenkatholik Roslin geblieben? Hat ihm Tippse den Laptop weggenommen?

        • ät Peter:

          Bist Du nicht der Schweizer mit der AK47?
          Kann gerne Roslins Aufgabe übernehmen.

          Also: China ist also kapitalistisch? Grundsätzlich ja wg. Privateigentum an Produktionsmitteln. Eine freie Wirtschaft ist das aber nicht. Tatsächlich müssen Unternehmer eng mit örtlichen Parteikadern klüngeln.

          Das scheint gewisse Folgen zu haben.

        • „Wo ist mein Lieblingsfeind, der Forumsquotenkatholik Roslin geblieben? Hat ihm Tippse den Laptop weggenommen?“

          Man macht sich ja schon Sorgen inzwischen. Hoffentlich ist es nur Internetabstinenz und nichts Schlimmes.

          Internetabstinenz hingegen ist durchaus eine gute Sache, zumal die Debatten … täglich grüßt das Murmeltier.

          🙂

        • Wann hat Roslin denn zuletzt gepostet? Gab es einen schleichenden Abgang oder blieben seine Abgesänge auf das Abendland von einem Tag auf den anderen aus?

          In seinem Fall wäre das schon ein ziemlich schlechtes Zeichen.

        • Wann hat Roslin denn zuletzt gepostet?

          Lt. Google am Neujahrstag:

          https://allesevolution.wordpress.com/2015/01/01/manner-brauchen-eine-bessere-mannerbewegung/

          Gab es einen schleichenden Abgang oder blieben seine Abgesänge auf das Abendland von einem Tag auf den anderen aus?

          Ich würde zu letzterem tendieren. Allerdings beschleicht mich das Gefühl, dass er an diesen Tag endgültig zu der Erkenntnis gelangt ist, dass das Abendland sowieso unrettbar verloren sei.

      • Einen „antiautoritären, libertären und basisdemokratischen radikalen Humanismus von links“ vermag ich allerdings auch nirgendwo zu sehen, jedenfalls nicht bei dem, was man generell unter Linksradikalen versteht.

        Humanismus ist eine universalistische Denkweise, die mit dem machttheoretischen Paradigma der heutigen Linken schwer zu vereinbaren ist. Wir setzen uns durch und machen die anderen platt, denn wir vertreten die Unterdrückten und haben daher immer recht; dass erscheint mir die vorherrschende Denkweise zu sein. Davon ist wenig gutes zu erwarten.

        • für den Mocho:

          „Wir setzen uns durch und machen die anderen platt, denn wir vertreten die Unterdrückten und haben daher immer recht; dass erscheint mir die vorherrschende Denkweise zu sein.“

          – Na klar doch. Leszeks Apologese ist im besten Sinne ideologisch, weil er sich die Realität zurecht fantasiert.

      • „Weil “Linksextremisten” – ich verwende diesen vom Verfassungsschutz erfundenen Unsinnsbegriff, der weder über die Einstellung zur Demokratie, noch über die Einstellung zur Gewalt etwas aussagt, hier mal ironisch in Anführungszeichen – oft radikale Humanisten von links sind. Was man bezüglich Rechtsradikaler nicht behaupten kann.“

        „Linksextremisten“ sind ebenso oft autoritäre Sozialisten und Gleichheitsfanatiker, die sich als „radikale Humanisten“ tarnen. Der Extremismusbegriff selbst macht natürlich Sinn (Ablehnung der freiheitlich-demokratischen Grundordnung nach der Definition des Bundesverfassungsgerichts), auch wenn man ihn nicht verwenden will.

        „“Linksextremismus” ist vielen Fällen eine gute Sache – nämlich dann wenn es sich um einen antiautoritären, libertären und basisdemokratischen radikalen Humanismus von links handelt – und sollte nach Kräften gefördert werden. “

        „Linksextremismus“ ist in den meisten Fällen keine gute Sache, auch wenn er scheinbar als antiautoritär, libertär oder basisdemokratisch daherkommt. Ein „radikaler Humanismus“, dessen oberstes Ziel die Gleichheit der Menschen ist, der die Marktwirtschaft ablehnt und den ständigen Kampf gegen allerlei Reaktionäre propagiert, ist totalitär und mit Sicherheit nicht förderungswürdig.

        • Sag mal Leszek, wie erklärst Du Dir denn eigentlich, dass aus einem Linksextremisten überraschend einfach ein menschenverachtender, ideologisch motivierter Mörder und Folterer werden kann?

          Ich nenne nur mal zwei Beispiele: die große Zahl von Weimar-Linken, die zu Nazis wurden und die Entwicklung der bolschewistischen Bewegung?

          Was ist das für ein „Humanismus“, der nur selektiv für das eigene Milieu gilt und ansonsten seinen Wert hauptsächlich darin sieht, politische Gegner als „Unterdrücker“ zu diffamieren und dadurch eigene Gewalt zu legitimieren (für die „höheren“ Interessen)?

          Ist da der Begriff des „Humanismus“ nicht recht zynisch und fehlführend?

          Ist die Motivation des „Linksextremisten“ vielleicht insgesamt eine ganz andere, persönlich dunklere als der nach außen vorgetragene Wunsch nach „Humanismus“?

          Wieviel mag da wohl Projektion sein?

          Wenn ich Diez´Beschreibung „des“ Reaktionärs lese, erkenne ich darin ein außerordentliches Maß an Projektion. So zum Beispiel, wenn er den Reaktionär als realitätsflüchtig und von „Empirie angeekelt“ diffamiert.

      • ät Leszek:

        „“Linksextremismus” ist vielen Fällen eine gute Sache – nämlich dann wenn es sich um einen antiautoritären, libertären und basisdemokratischen radikalen Humanismus von links handelt – und sollte nach Kräften gefördert werden. “

        – Also sollte Leszek nach Kräften gefördert werden.
        Auf alle anderen Linksextremisten trifft das nämlich nicht zu.

        Beispiele:
        Januar 2015: 50 Linksextremisten greifen ein besetztes Leipziger Polizeirevier an
        Januar 2015: 600 Linksextremisten laufen randalierend durch Leipzig und zerschlagen u.a. 40 Fenster eines Gerichtsgebäudes
        Januar 2015: 30 Linksextremisten greifen das Rathaus Neukölln an und verwüsten es

        He, war das nur der Januar 2015? Sonst passiert natürlich nie was.

      • ät Leszek noch mal:

        Ach ja, die Studie. Dachte, die Antideutschen von der Dschungelwelt würden sich freuen. Fühlen sich wohl nicht mehr exklusiv, wenn 20% Revoluzzer sind.

        Ich vermute, der große Anteil abartiger linker Ansichten in der Bevölkerung liegt an der Abdriftung vieler Akademiker, die Kokolores studieren. Da sieht man, was in gebildeten Ländern rauskommt, wenn man den Akademisierungsgrad zu weit treibt.

        Akademiker in die Produktion! Leszek auch.

      • @ ratloser und Axel:

        Also ich halte mich eigentlich auch für eionen Linken, aber nicht für einen Linksradikalen im Sinne der Antifa o.ä.

        Wenn der Chef der größten Bank im Lande seinen geburtstag im Kanzleramt mit der Spitze von Wirtschaft und Politik zusammen feiert, scheint mir das schon höchst bedenklich. Ich denke wichtige Interessengruppen der Wirtschaft gefährden die Demokratie, indem sie versuchen, ihre Interessen gegen das gemeinwohl durchzusetzen; dagegen sollte vorgegangen werden, und das ist für mich linke Politik. Nicht Frauenquote oder Bleiberecht für alle oder was da sonst noch so gefordert wird.

        • @ elmocho

          Für mich ist eine notwendige Bedingung zum „Linkssein“ das utopistische, sprich realitätsflüchtige Menschenbild.

          Ich kann auch eine sehr kritische Haltung gegenüber der Verknüpfung von Finanzindustrie und politischen Eliten haben, ohne „links“ zu sein.

          Ich war früher links, jedenfalls war ich davon überzeugt. Mittlerweile könnte ich mich als Gesamtkunstwerk nicht mehr hinreichend sicher verorten…und das will ich auch gar nicht.

        • Für den Ratlosen und den Mocho:

          „im Kanzleramt mit der Spitze von Wirtschaft und Politik zusammen feiert, scheint mir das schon höchst bedenklich.“
          – Das ist es auch!

          „Ich denke wichtige Interessengruppen der Wirtschaft gefährden die Demokratie, indem sie versuchen, ihre Interessen gegen das gemeinwohl durchzusetzen“
          – Na klar, aber es gibt in genügend großen Staaten immer Interessensgruppen, die versuchen, sich ein besonders großes Stück vom Kuchen zu sichern.
          Die Haie machen das über Wirtschaft; die Linksradikalen über Moralisiererei und Problem-Erfinderei.
          ——————-

          „Für mich ist eine notwendige Bedingung zum “Linkssein” das utopistische, sprich realitätsflüchtige Menschenbild.“
          – Ist bei allen Ideologen so, auch bei Nazis, Islamisten,…
          Aber das darf man ja nicht sagen. 🙂

          Wie war das? Wer mit 20 nicht links ist, hat kein Herz; wer mit 30 immer noch links ist, hat keinen Verstand.

          Linkssein als Lebensstil und Jugendkultur..da müßte sich dann ja die Gesellschaft in Zukunft in Richtung Konservativität bewegen.

  4. Pingback: Ihr Arschlöcher! | emannzer

  5. Georg Diez…ein strahlender Vertreter dessen, was heute als „Journalismus“ vor- und als „Intellektualität“ ausgegeben wird. Studium der Philosophie und Geschichte in München und danach „was“ mit Kultur.

    Nachdem seine Anti-Kracht Tirade selbst seinem linken juste milieu zu blöd war und er sich anschließend hymnisch über Eduard Limonow, den Gründer der „Nationalbolschewistischen Partei“ Russlands, äußerte, wundert mich in Bezug auf Georg gar nichts mehr.

    http://ed-limonov.livejournal.com/641725.html

    Diez lebt in ständiger Furcht vor den NAZI-Wiedergängern, die er hinter jedem Pfosten phantasiert. Die übliche ANTIFA-Neurose. Billige Selbstaufwertunf, Selbstvergewisserung durch heroischen Widerstand gegen ein Phantom.

    Diez ist wütend..sehr wütend…aber alles ist ein Schrei nach Liebe..er möchte der Welt zeigen, dass er weiss, wer die Bösen sind…er möchte zeigen, dass er an guten Tagen ne Metaebene findet und er möchte vor allem vom juste milieu lieb gehabt werden.

    Diez ist sehr liebesbedürftig.

    „Aber was soll man machen, wenn die Kraft des Konsumismus nachlässt: Das ist das Erschrecken des Hanuta-Landes vor dem Gestapo-Schatten, das ist, mal wieder, die andauernde (und nicht unberechtigte) Angst der Deutschen vor sich selbst.“

    Und mit den Mädels hält es Diez auch auf bewährte Weise, möchte er doch ein guter Junge sein und auf die Schulter geklopft werden. Mama kann es ja nicht mehr…darüber ist er noch nicht weg…trotz seines Buches.

    Liest man Diez´oben zitierte Reaktionär-Beschreibungen, komm man auf die Idee, Diez selber (und nicht „die“ Anderen) ist eigentlich ein Reaktionär,

    Kurz, in Sachen Feminismus ist Diez ein klassischer Lila Pudel.

    😉

    • ät Ratloser:

      Die Beschreibung von Matussek mit dem Golf ist ja sehr erhellend.
      Ein richtig schnöseliges Bürgersöhnchen mit Hipsterbrille.

      Wahrscheinlich ist er so ein Statusjäger, der sich Distinktionsgewinn davon erhofft, besonders politisch korrekt zu sein.

      Wobei solche Typen meist nicht besonders helle sind, sondern eher mittel-Maas. Wie der gleichnamige Minister. 🙂

      Denis Yücel von der taz, selber ein Extremist, hat erstaunlicherweise mal was Erhellendes über Antiras geschrieben, die sich die Ohren zuhielten, als er auf einer Veranstaltung was über „Neger“ vorlas.

      Die Antiras seien „käsebleiche Jungs undf Mädchen aus Hildesheim oder Heppenheim, die mit Radikalismus versuchen, ihr ödes Leben aufzupeppen“.

      • @ Axel

        Ich vermute eine Seelen- und Charakterverwandtschaft mit dem Augsteinkegel. Wobei Diez einen verbitterten Unterton hat, der dem Bonvivant Augstein wenigstens abgeht.

      • @ axel

        Distinktionsgewinn durch gutmenschlichen ANTIFA-Furor und Wedeln seines lilanen Plüschschwänzleins ist aber schlichtweg ein Ding der Unmöglichkeit.

        Mit diesen Macken surft man mitten im sicheren Mainstream.

        • ät Ratl:

          Schon. Aber wenn Du besonders radikal korrekt bist, noch mehr als die Mehrheit, bist Du gleicher als die Gleichen.

          Hat ein Welt-Autor mal geschrieben. „Distinktionsgewinn“-Streben sei danach im negativen Sinne bürgerlich, weil der Angepaßte im Sinne der Vorgaben seiner Klasse versucht, zu protzen, was das Zeug hält.

          Der schönste Altbau, die korrekteste Meinung….

          Wieso Augstein-„Kegel“? Wer so stinkreich ist wie Augstein, kann sich linke Ansichten ja leisten. Multikulti zB muß er in seiner Villengegend nicht erdulden.

          Neulich hat er in seiner neuen Talksendung in eine Bundesfahne gerotzt…

        • @ Axel

          Augstein ist ein „Kegel“ im Sinne des mittelalterlichen Sprachgebrauchs…ein Salonbolschewist mit niedriger intellektueller Fallhöhe, der vom Namen und Geld seines verstorbenen Stiefvaters luxuriös lebt und sich halt öffentlich als linksradikal (antideutsch, antikapitalistisch, antisemitisch, antiamerkanistisch) geriert….langweilig.

          Augstein braucht keinen ideologischen Distinktionsgewinn, der ist dauerpubertant und spielt gerne.

          Bei Diez sieht die Sache vermutlich anders aus…der ist beruflich = ökonomisch von einem bestimmten Milieu abhängig, dem er per se sicherlich nicht distanziert gegenüber steht, dem er sich aber auch immer wieder in die Herzen schreiben muss. Das heisst, er neigt dazu, den ideologischen Spin zu überziehen (siehe die Kracht-Pleite).

          Wenn man dann darüber hinaus als studierter Philosoph auch noch den Anspruch auf eine einigermaßen komplexe Ausdrucksweise hat, wirds halt leicht lächerlich.

          siehe oben

    • „Liest man Diez´oben zitierte Reaktionär-Beschreibungen, komm man auf die Idee, Diez selber (und nicht “die” Anderen) ist eigentlich ein Reaktionär,

      Kurz, in Sachen Feminismus ist Diez ein klassischer Lila Pudel.“

      Kann ich nicht wirklich beurteilen.
      Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich Diezens Ergüsse gar nicht verstanden habe.
      Bis zuletzt war ich mir nicht klar, in welche Richtung überhaupt sein Stoß gehen soll.
      Ob er gegen Rechts wettert, oder gegen die Angst-Neurose der Linken gegen Rechts.

  6. Das ist scheinbar der neueste Diskussionstil das man Themen die einem selber ideologisch nicht passen mit Begriffen wie „rechts“ oder „reaktionär“ labelt.

    • Ist ja leider schon seit einiger Zeit so, dass die den aktuellen Diskurs bestimmenden Gruppen sich mit Gegenansichten nicht mehr argumentativ auseinandersetzen, sondern die Gegner als diskussionsunwert bzw. schlicht als „böse“ framen, was dann offenbar irgendwie als Entkräftung der gegnerischen Argumente angesehen wird.
      Diese Diskussionsstrategie ist natürlich vor allem dann sehr vorteilhaft, wenn eine sachliche Widerlegung der gegnerischen Argumente trotz allem „Sich-Im-Recht-Fühlen“ nicht gelingen mag.

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