„Frauen sind schlechtere Unterhaltszahler als die Männer“

Bei RTL findet sich ein Beitrag zu Frauen, die Unterhalt für ihre Kinder zahlen sollen. Dazu heißt es:

Fast jede dritte Frau, die ihre Familie verlässt, entzieht sich ihren Unterhaltsverpflichtungen. Laut Statistik des Ministeriums für Familie zahlen 24 Prozent der Männer nicht, bei Frauen sind es 31 Prozent. „Es ist weitaus schwieriger von einer Mutter Unterhalt zu kriegen, als von einem Vater“, weiß Astrid Leonhardt. Die ehemalige Rechtspflegerin hat jahrelang beim Jugendamt gearbeitet und schult inzwischen andere Jugendamts-Mitarbeiter in Sorgerechts- und Unterhaltsfragen.

Hier muss man sich erst einmal bewusst machen, dass „zahlen keinen Unterhalt“ bedeutet: Es kann einmal daran liegen, dass diejenige nicht zahlt, weil sie nicht kann oder weil sie sich schlicht weigert, obwohl sie leistungsfähig wäre. Das gilt bei Männern ebenso.

Leistungsfähig ist, wer genug Geld verdient, um ein Nettoeinkommen (abzüglich berufsbedingter Aufwendungen etc) in Höhe des Kindesunterhalt zuzüglich seines Selbstbehalts zu haben.

Laut Düsseldorfer Tabelle liegt der Selbstbehalt beim Kindesunterhalt (für minderjährige Kinder) in der folgenden Höhe:

Existenzminimum des unterhaltsberechtigten Ehegatten einschließlich des trennungsbedingten
Mehrbedarfs in der Regel:
1. falls erwerbstätig: 1.080 EUR
2. falls nicht erwerbstätig: 880 EUR

Der gleichen Tabelle läßt sich auch der Kindesunterhalt entnehmen, für ein 7jähriges Kind wäre demnach eine Mindesunterhalt von 272 € (nach Abszug des hälftigen Kindergeldes) zu zahlen. Demnach müsste die unterhaltspflichtige Person ein Mindesteinkommen von 1080 € + 272 € = 1352 € haben.Das erfordert bei Steuerklasse I ein Einkommen von ca. 1970 € brutto. Was für eine ungelernte Kraft oder eine Kraft, die wenig Berufserfahrung hat oder in einem schlecht bezahlten Beruf arbeitet, schon eine ziemliche Hürde ist.

Kommt noch ein zweites Kind hinzu, dann wird dies noch schwieriger. Dann würde man bei einem weiteren Kind in der Altersstufe bereits 1080 € + 272 € + 272 € = 1624 € netto, also ca. 2500 €.

Vor diesem Hintergrund verwundert es aus meiner Sicht wenig, dass viele Väter und noch mehr Mütter keinen Unterhalt zahlen können. Eine Frau, die beispielsweise eine Putzstelle hat, wird dies kaum erwirtschaften können, eine Arzthelferin wird auch ihre Probleme haben. Eine bisherige Hausfrau, die aus bestimmten Gründen die Kinder nicht zugesprochen bekommt, wird diese Beträge erst recht nicht aufbringen können. Das gilt bei Männern ebenso: Der ungelernte Hilfsarbeiter kann diese Beträge nicht verdienen, wer sich in Leiharbeit irgendwie durchschlägt auch nicht.

Natürlich ist die Rechtsprechung in diesem Bereich sehr hart: Man muss gegebenenfalls einen Nebenjob annehmen, man muss auch ansonsten alles mögliche tun, um sicherzustellen, dass man den Mindestunterhalt verdient.

Macht man dies nicht, dann kann einem ein fiktives Einkommen in der Höhe unterstellt werden, dass man erzielen könnte, wenn man sich hinreichend bemüht hätte. Dann wird einem eine fiktive Leistungsfähigkeit unterstellt, aber auch hier kann man einem nackten Mann oder einer nackten Frau nicht in die Tasche greifen. Es sammeln sich dann lediglich Schulden an, die aber bei vielen das Gefühl, dass es sich dann eh nicht mehr lohnt, sich um eine Arbeit zu bemühen, eher verstärken.

Den Mindestunterhalt gerichtlich festgesetzt zu bekommen ist relativ einfach, wenn ein gewisses Einkommen vorhanden ist. Die Gerichte gehen grundsätzlich davon aus, dass man für den Mindestunterhalt leistungsfähig sein muss und alle anderen Zahlungen dahinter zurückstehen. Entziehungsmöglichkeiten abseits einer Flucht aus dem Land sind dann quasi nicht vorhanden.

Ein Ausweg ist dann meist lediglich, die Leistungsfähigkeit zu bestreiten und ggfs gesundheitsbedingte Gründe vorzubringen, aus denen heraus man gegenwärtig nicht arbeiten kann.

Das Frauen häufiger nicht zahlen können muss insofern nicht damit zusammenhängen, dass sie sich der Unterhaltspflicht hinterhältig entziehen. Das gilt ebenso für Männer. Der Vorwurf wird häufig auf beiden Seiten unfair sein. Es handelt sich häufig schlicht um Leute ohne besondere Ausbildung, kranke Menschen, Leute, die auf dem Arbeitsmarkt nicht vermittelbar sind oder jedenfalls nicht zu den entsprechenden Löhnen. Bei Frauen kommt evtl noch der Umstand dazu, dass Frauen üblicherweise eher die Kinder bekommen und damit die Wahrscheinlichkeit, dass bei einer Frau, die die Kinder nicht bekommt, besondere Umstände vorliegen, die sie sowohl hindern, die Kinder zu bekommen als auch Geld zu verdienen, höher ist. Das kann zB eine starke Depression sein oder andere Umstände.

Ein gewisser Teil kann auch darauf zurückgehen, dass Frauen weniger bereit sind entsprechenden Unterhalt zu zahlen, weil sie meinen das als Frau nicht zu müssen. Das greift aber auch nur dann, wenn sie deswegen keinen Job haben, da ansonsten ihr Einkommen schlicht gepfändet werden kann.

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39 Gedanken zu “„Frauen sind schlechtere Unterhaltszahler als die Männer“

  1. Wichtig erscheint mir, dass man den pauschalen Vorwurf, dass sich Leute „der unterhaltspflicht entziehen“ hinterfragt. Unterhalt ist eben nicht für jeden einfach so aufzubringen und mangelnde Leistungsfähigkeit ist kein „entziehen“, wenn sie nicht bewusst herbeigeführt wird.

  2. Ich habe ein konkretes Beispiel aus meiner Familie. Mein Bruder und dessen Lebensgefährtin hatten sich getrennt. Selbstverständlich hatte die Ex-Partnerin das Sorgerecht für das Kind erhalten. In den folgenden Jahren kam mein Bruder in Zahlungsverzug (unregelmäßiges Einkommen wg. Selbstständigkeit). Sofort wurde von ihr das Jugendamt eingeschaltet. Nach ca. 10 Jahren, hat die ehemalige Lebensgefährtin ihre Tochter rausgeworfen: sie kam zu meinem Bruder. Um keinen Unterhalt zahlen zu müssen, hatte die Mutter sofort ihre Stundenzahl reduziert. Mein Bruder kam nicht mit einem Gedanken darauf, das Jugendamt einzuschalten. Für ihn war das ein „natürlicher Vorgang“. Diese Geschichte hat er mir erst vor ein paar Tagen erzählt: er fand es nicht wert, sich darüber zu empören. Das heisst: möglicherweise sind die 31% nicht hoch genug angesetzt, weil es viel mehr Männer als Frauen gibt, die die Zahlungsverweigerung des anderen akzeptieren.

    • In dem Zusammenhang würde mich interessieren, was rigoros eigentlich die Verfolgung der säumigen zahler ist. Darüber geben diese Zahlen ja keine Auskunft.

      Das empfangen von Unterstützung ist generell geächtet. Ich habe jedoch den subjektiven Eindruck, das das empfangen staatlicher Unterstützung (oder vom anderen) für Männer viel geächteter ist. Motto: guck mal an, der mann kann nicht selbst für sich sorgen. Tatsächlich beziehen auch frauen mehr und häufiger drittleistungen. Allein die höhere Bedürftigkeit, durch geringeres Einkommen, erklärt das wohl nicht….

      • In der Tat müssen Frauen auch dann, wenn sie zahlungsfähig wären, seltener mit der Keule des Familienrichters rechnen.

        Als ich noch nicht so in der Materie steckte, las ich von einem Familienrichter, der sich in der Boulevardpresse für seine „Güte“ gegenüber einer Mutter feiern lies, die bereits zum dritten Mal vor seinem Tisch erschien, weil sie sich strikt weigerte, Unterhalt für die beiden gemeinsamen und beim Vater lebenden Kinder zu zahlen.
        Auch diesmal kam sie mit der freundlichen Ermahnung davon, doch mehr Verantwortungsbewusstsein zu zeigen und den Kindern den Unterhalt zu leisten.

        Bei Vätern ist mir ein solcher Fall nie vorgekommen – und ich kenne über 100. Da wird im Zweifelsfall lieber doppelt hart zugeschlagen.

        Und JÄ haben sich fast immer zu Ungunsten der Väter „verrechnet“, sei es bei der Unterhaltsberechnung, oder beim Eintreiben von Schulden durch angeblich aufgelaufene Unterhaltsvorschüsse.

        • @carnofis

          „Als ich noch nicht so in der Materie steckte, las ich von einem Familienrichter, der sich in der Boulevardpresse für seine “Güte” gegenüber einer Mutter feiern lies, die bereits zum dritten Mal vor seinem Tisch erschien, weil sie sich strikt weigerte, Unterhalt für die beiden gemeinsamen und beim Vater lebenden Kinder zu zahlen.“

          War sie denn leistungsfähig?

        • „War sie denn leistungsfähig?“

          Wie geschrieben, ich steckte noch nicht so in der Materie. Daher weiß ich auch nichts weiter zu dem Fall.
          Was mir aber damals schon aufgefallen war, dass ein Familienrichter in den Gazetten mit seiner „väterlichen Güte“ gegenüber einer unterhaltsverweigernden Mutter punkten konnte.
          Eine solche Güte ist mir in den 10 Jahren, die ich dann vereinsmäßig mit Unterhaltsprozessen zu tun hatte, nie vorgekommen. Häufig dagegen Beschimpfungen, Drohungen und mehr oder weniger harten Strafen. Allerdings waren die Zielsubjekte allesamt Väter.

    • @quellwerk

      Das Männer eher verzichten, wenn sie diejenigen sind, die unterhalt bekommen würden, dass glaube ich auch. Allerdings taucht dann die Frau auch in keiner Statistik als säumig auf würde ich vermuten.
      Es ist häufig eine Frage des Stolzes: Männer sagen eher: Von der will ich nichts, ich kann das alleine!
      Da spielt natürlich auch rein, dass Unterhalt fordern für eine Frau wesentlich akzeptierter ist.

      • @christian: Dann stellt sich aber die Frage, ob man das so kritisieren kann. Ich meine, wer keine Unterstützung beantragt, bekommt auch keine. Dann kann man sich auch nicht über Ungerechtigkeit beschweren, sondern muss eben die Verantwortung für seine Entscheidung tragen.

        • Das ist jetzt aber eine merkwürdige Moral.

          Eigentlich sollte es ein Selbstgänger sein, dass sich BEIDE Eltern nach ihren Möglichkeiten um die Aufzucht der gemeinsamen Kinder bemühen.
          Von daher ist das mütterliche „Mal sehen, ob er was haben will und das auch einklagt“ sehr wohl verwerflich und kritikwürdig.

          • @carnofis

            „Von daher ist das mütterliche “Mal sehen, ob er was haben will und das auch einklagt” sehr wohl verwerflich und kritikwürdig.“

            Dennoch kann man meinen, dass er da ja selbst schuld ist, wenn er ihr das durchgehen lässt. Ist zwar „Viktimblaming“, aber dennoch

  3. Inwieweit legen Frauen bei ihrer Berufswahl überhaupt Wert darauf mit ihren Gehalt später einmal eine ganze Familie ernähren zu können? Besteht dieser Anspruch nicht, ist es auch nicht verwunderlich das sie dann keinen Unterhalt zahlen können.

    • „Inwieweit legen Frauen bei ihrer Berufswahl überhaupt Wert darauf mit ihren Gehalt später einmal eine ganze Familie ernähren zu können?“

      Dass die Fähigkeit, eine Familie zu ernähren, bei Frauen Gegenstand irgendeiner Lebensplanung wäre, wäre mir absolut neu.
      Auch die radikalste Feministin folgt da der Meinung ihrer Urgroßmutter, dass der Mann für die Ernährerrolle zuständig ist.

        • Was ist daran Blödsinn? Wieviele Frauen ernähren ihren Ehemann und ihre Kinder mit? Bei wievielen Frauen wird das gesellschaftlich erwartet? Wieviele würden sich mit einem Mann einlassen, der sie im Zweifel nicht mitversorgen kann?

        • *Wieviele Frauen ernähren ihren Ehemann und ihre Kinder mit?*

          Frag sie doch. Fang am besten bei deiner Putzfrau an 🙂

          *Bei wievielen Frauen wird das gesellschaftlich erwartet? *

          Willst du jetzt einzelne Frauen für gesellschaftliche Erwartungen verantwortlich machen?

          *Wieviele würden sich mit einem Mann einlassen, der sie im Zweifel nicht mitversorgen kann?*

          Ich wäre ganz schön blöd, würde ich mit jemanden ne Familie gründen, der aufgeschmissen ist, sollte ich arbeitslos oder ein Pflegefall werden oder sterben.

      • Das finde ich so absolut ausgedrückt auch ein wenig unfair, da Frauen doch mehr, mindestens aber genauso viel Energie und Motivation in ihre (Aus-)Bildung stecken bis die Kinder da sind.

        Bei der Studien- und Berufswahl steht aber dann doch wesentlich mehr als bei Männern der Aspekt „Selbstverwirklichung“ und „Leidenschaft“ im Vordergrund als die Versorgung einer Familie.

        Würden Männer womöglich ähnlich machen, wenn sie wüssten dass wahrscheinlich eh noch jemand kommt, der doof genug ist letzteres zu für sie zu tun.

        Ich sage das als jemand, der sich selbst – wie wohl die meisten Frauen – erstmal keinerlei Gedanken ums Geld verdienen gemacht hat und hochnaiv irgendwas vermeintlich Angesehenes machen wollte. Dadurch bin ich in nem Frauenfach gelandet. Ich würde es wohl wieder tun, aber trotzdem mit meinem Sohn erstmal ein ernstes Wörtchen reden, wenn er auch solche Flausen im Kopf hat.

        • Das erstaunliche ist ja dabei, dass es dann doch eher die Frauen sind, denen der Lebensstandard (entgegen ihrer Berufswahl) plötzlich sehr wichtig wird, wenn es ums Familie gründen geht.

          Männer sind wie ich finde oft erstaunlich wenig materialistisch, vor allem aber spielt der Aspekt in die Partnerwahl praktisch gar nicht rein.

        • „Ich würde es wohl wieder tun, aber trotzdem mit meinem Sohn erstmal ein ernstes Wörtchen reden, wenn er auch solche Flausen im Kopf hat.“

          Ich würde meinem Sohn sagen, er soll das tun, was ihm gefällt.

        • Ich natürlich auch. Allerdings würde ich dafür sorgen, dass er eine informierte Entscheidung trifft und einigermaßen versteht, wie die Dinge, die ihm im Leben wichtig sind, miteinander zusammenhängen oder konfligieren.

        • „Ich natürlich auch. Allerdings würde ich dafür sorgen, dass er eine informierte Entscheidung trifft und einigermaßen versteht, wie die Dinge, die ihm im Leben wichtig sind, miteinander zusammenhängen oder konfligieren.“

          Darum würde ich mir bei meinem Sohn keine Sorgen machen 🙂

  4. Weis man wie viele Mütter ihre Kinder verlassen bzw. wie viele Väter?

    Kann man mich ruhig konservativ nennen aber ich finde wenn man sich auf ein Kind einlässt sollte man auch in der Familie zusammenbleiben.

    • Man kann sich problemlos trennen und trotzdem die Kinder gemeinsam weiter versorgen. Das wäre dann unter Umständen die bessere Lösung.
      Mit der Mutter meiner Kinder war das Leben am Ende nur noch die Hölle. Wochenlanges gegenseitiges Anschweigen, unterbrochen von Beschimpfungen, kann auch für Kinder nicht gut sein.

  5. Auch in der heutigen Zeit ist der Mann in meinen Augen immernoch Versorger. Wenn man sich scheiden lässt, hat man die gleichen Kosten, wie man sie in der Ehe hat, da man da ja auch seine Frau versorgt. Ich verstehe nicht, wie man sich soetwas nachher nichtmehr leisten kann. Problematisch wird es natürlich, wenn man Frauen hat, für die man kein Geld hat, das ist dann aber auch ein Fall von „selber schuld“.

  6. Ein paar Hinweise: das Unterhaltsrecht ist beim Kindesunterhalt zu Recht steng, weil Kinder eben – anders als ehemalige Partner – nie in der Lage sind, für ihr Einkommen selbst zu sorgen, von ein paar Models/Schauspielern vielleicht abgesehen. Es gibt nicht viele Staaten, die ein derart ausgebautes Sozialsystem haben und das hat in Deutschland den Nachteil, dass Eltern sich wenig Gedanken machen, wie ihre Kinder satt werden und eine warme Wohnung haben. Im Unterhaltsrecht ist insoweit noch ein altmodisches (m.E. gesundes) Denken vorherrschend: Wer Kinder in die Welt setzt, muss alles dafür tun, dass sie auch versorgt sind und kann das nicht Dritten (auch nicht dem Sozialstaat) überlassen.
    Weiter der Hinweis, dass die Gerichte zuletzt aber „milder“ geworden sind bei der Zurechnung von Einkommen. Früher hieß es, dass den Mindestunterhalt jeder irgendwie zahlen können muss, heute wird ein fiktives Einkommen nur noch in realistisch erzielbarer Höhe – nach Ausbildungsstand usw – zugerechnet.
    Dass Frauen tatsächlich eher eine geringere Perspektive haben, richtig viel zu verdienen, ist sicher richtig, aber den Mindestunterhalt für ein Kind kann man schon mir rund 1.400 Euro netto zahlen, was eine Krankenschwester zB definitiv verdienen kann, um ein Beispiel zu wählen, das viele Frauen betrifft. Bei einer Friseurin wird es schon schwerer, zumal hier ja auch viel Schwarzarbeit das Einkommen verschleiert.
    Bei einigen Frauen dürfte es aber eben auch Unwilligkeit sein: es ist schon empörend genug, dass das Kind nicht bei der „natürlichen“ Betreuungsperson = Mutter lebt, dann kann man doch nicht ernsthaft erwarten, dass diese gebeutelte Person auch noch Unterhalt zahlt. Das kann übrigens bei Konstellationen, wo die Kinder wechseln, zu dem seltsamen Ergebnis führen, dass der Vater jahrelang alles gezahlt hat und die Mutter vom ersten Tag an nichts zahlt. Oder noch extremer, wenn Kinder „verteilt“ leben: der Vater zahlt weiter für das eine Kind bei der Mutter, die Mutter zahlt aber nicht für das Kind beim Vater, weil sie angeblich nicht kann….eine Verrechnung ist nicht vorgesehen.

    • „Bei einigen Frauen dürfte es aber eben auch Unwilligkeit sein: es ist schon empörend genug, dass das Kind nicht bei der “natürlichen” Betreuungsperson = Mutter lebt, dann kann man doch nicht ernsthaft erwarten, dass diese gebeutelte Person auch noch Unterhalt zahlt.“

      Stimmt, genau so einen Fall hatten wir auch. Dem Vater wurden die Kinder zugesprochen und als er Unterhalt für sie verlangte (man beachte: rein rechtlich verlangen die Kinder – vertreten durch das betreuende Elternteil – den Unterhalt), entrüstete sich der Richter(!), was er denn noch wolle? Erst der Mutter die Kinder wegnehmen und dann auch noch Unterhalt verlangen.

      „Das kann übrigens bei Konstellationen, wo die Kinder wechseln, zu dem seltsamen Ergebnis führen, dass der Vater jahrelang alles gezahlt hat und die Mutter vom ersten Tag an nichts zahlt.“

      In unserer Ortsgruppe wechselten in mehreren Fällen die Kinder zum Vater. In keinem einzigen Fall wechselte aber der Geldstrom die Richtung.

      Das mit der Verrechnung hatten wir auch im wohl extremsten Fall, wo ein Vater die gemeinsamen Kinder allein aufzog und trotzdem zu EU verknackt wurde.
      Die Mutter war durchaus arbeitsfähig, aber nach dem Willen des BGH nicht -pflichtig.
      Das Gschmäckle dabei ist, dass das gesamte Unterhaltsrecht darauf aufbaut, dass von der Betreuenden vor der Vollendung des 12. Lj des jüngsten Kindes keine Erwerbstätigkeit erwartet werden konnte.
      Von Vätern hatten die Roben aber keine Hemmungen, dies zu verlangen, damit Mama weiter morgens ausschlafen kann.

  7. Die Frau heutzutage sieht auch ihr Liebesleben ähnlich der beruflichen Karriere. Gefühlsmäßig (d.h. nicht nachweisbar) schätze ich dass ihr diese „amouröse Karriere“ auch weit wichtiger als jede andere ist und würde man auch hierfür ein Lebenslauf erfassen müssen, dann wäre ersichtlich dass die Anzahl der Liebesbeziehungen (inkl. der gelegentlichen Ausrutscher) der Arbeitsstellen deutlich überragt. Über eine „lebenslängliche Verpflichtung“ in einer Beziehung fühlen sich Frauen aus unserer Kultur * – diesmal nachweisbar – zutiefst empört. Sicherlich kann man solchen Vergleich für kindisch, wenn nicht sogleich als dämlich, bezeichnen, aber ebenso kindisch kommt mir unter diesen Umständen vor auf weitere moralische Aspekte des Unterhalts zu forschen. Der Vater vom Kind ist schließlich nur zur Zwischenhaltestelle geworden.

    Dass meist die Frau die Kinder bekommt, dürfte meiner Meinung nach schon gar nicht als mildernd zählen. Eben weil sie weiß dass die Unterhaltspflicht für üblich dem Mann zugeschrieben wird, gerät sie in der Lage, wenn es umgekehrt ausfällt, dieser nicht nachkommen (1) zu können oder (2) zu wollen. Das allein erklärt sicherlich nicht den großen Unterschied, nur kommen mir auch jene Erklärungen wie schlechtere Ausbildung, Zahlung usw. nicht überzeugend vor. **

    * bin zwar kein Deutscher, lebe auch nicht in D, dennoch (wenn es überhaupt was aussagt) christlicher Kultur. Vielleicht (oder zur Abwechslung) hilft mal eine Meinung auswärts. Für fehlerhafte Schreib- od. Sprachweise möchte ich mich daher entschuldigen.

    ** Selbstverständlich könnte uns ein fachkundiger Soziologe genauer aufklären.

    • Schade dass kein Stefan Raab mitliest. Der steht auf derart „unschuldige“ Fehler. Würde mich berühmt machen ! 🙂

      ***
      Vor Jahren galt noch eine Frau, nämlich die Sylvia vos Santos, mit dem erstaunlichen IQ-Koeffizient von 230 als klügster Mensch der Welt. Man fragt sich wohl was so eine besondere Frau über Beziehungen hält und sie schrieb tatsächlich 1997 auch ein Buch darüber: „Of Course I’m for Monogamy: I’m Also for Everlasting Peace and an End to Taxes“. Muss ehrlich gestehen, dass ich es nicht gelesen habe, da schon vom Titel an verurteilend u.z. „Sicherlich ist das Streben danach keine schlechte Sache, nur so wie viele andere Dinge auch … rein utopisch !“. Wo wir gerade über finanzielle Unehrlichkeit reden, stelle ich mir die Frage ob irgendwelche Ehrlichkeit in einer Beziehung noch möglich ist, wenn davon bewusst das es auch nicht die „Eine“ oder die Letzte sein wird ? Möchte damit nicht vom Thema ablenken, nur sehe ich die Benachteiligung des ehemaligen Partners eher als Nebeneffekt.

  8. Frauen haben hier den Männern gegenüber einen ganz klaren Vorteil: Sie brauchen einfach nur ein neues Kind zu bekommen und die ersten drei Jahre wird kein Richter ein fiktives einkommen festlegen können. in den drei jahren wird der Vater schon gelernt haben auch ohne Unterhalt über die Runden zu kommen.

    Im Extremfall (wenn die frau keinen neuen Zahlungsfähigen Partner hat, und die Ex-Partner verheiratet waren) kann es sogar soweit kommen, dass der Vater die die Kinder betreut ggf, herangezogen wird um für den Hartz IV Anspruch seiner ex-Frau einzuspringen.

    So wollte die Arge dass bei mir durchziehen. Mit voller Betreung des einen Kindes und eine 50%igen Betreuung des zweiten Kindes sollte ich meine Unterhaltsfähigkeit für meine Ex-Frau und meine Tochter darlegen. Gut, die Unterhaltsfähigkeit für meine Frau wollten sie dann nicht mehr überprüft haben, aber für meine Tochter sollte ich dann doch bitte für die 50% die sie bei der Mutter lebte den Unterhalt für sie bezahlen.

    • „… aber für meine Tochter sollte ich dann doch bitte für die 50% die sie bei der Mutter lebte den Unterhalt für sie bezahlen.“

      Womit sie vollkommen konform mit der Spruchpraxis des BGH gehen.

      OK, dort sind wir erst bei 42% Betreuungsanteil, aber der Hintergedanke wird auch bei 50% derselbe sein.

      Eine Klage auf Unterhalt bei paritätischer Betreuung ist nur deshalb von vom Hamburger OLG abgeschmettert worden, weil in einem solchen Fall die Mutter nicht berechtigt ist, das Kind gerichtlich zu vertreten. Sie hätte einen Verfahrenspfleger einsetzen müssen.
      Es ist aber nur eine Frage der Zeit, bis der Fall in Karlsruhe vorliegt.

      42% Betreuung berechtigen den Vater, den Unterhalt um eine Stufe herunterzustufen, was im vorliegenden Fall 14 € von 440 € bedeutete (so ich mich recht entsinne).
      Unschwer für einen mittelmäßig mathematisch begabten Menschen zu errechnen, wie hoch die zusätzliche Einsparung bei 8% mehr Betreuung sein wird.
      Der sexistische Feminismus hat eine Adresse – Verzeihung: zwei – in Karlsruhe.

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