Selbermach Samstag 124 (21.02.2015)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs?

Welche Artikel fandet ihr in anderen Blogs besonders lesenswert?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Gründe, warum bestimmte Pickup-Techniken bei dir als Frau tatsächlich nicht wirken

In Pickupdiskussionen kommt es immer wieder dazu, dass Frauen sagen, dass dieser oder jener Trick sie eher abschrecken, jedenfalls aber bei ihnen nicht wirken würde.

Hier ein paar Gründe, warum dies durchaus stimmen kann

1. Die Strategie ist gar nicht auf dich ausgerichtet

Es ist erstaunlich, dass viele Frauen zugleich das Argument bringen, dass alle Frauen verschieden sind, dann aber nicht verstehen können, dass deswegen auch verschiedene Pickupstrategien je nach Frau zum Tragen kommen.

Ein klassisches Beispiel ist der Neg, also die Verteilung einiger Spitzen, die deutlich machen, dass man sie nicht auf ein Podest stellt. Dazu hatte ich Mystery bereits wie folgt zitiert:

The better looking the girl, the more aggressive you must be with using negs. A 10 can get 3 negs up front, while an 8 gets only 1 or 2 over a longer time. You CAN go overboard if they think you are BETTER than them. You can drop the self-esteem right from under them (just like most 10s do to guys) and this isn’t good.

Daraus folgt natürlich auch, dass es kein Wunder ist, dass du Negs blöd findest, wenn du eine 5 bist. In dem Bereich gibt es dann einen anderen, weniger oft zitierten Spruch aus dem Pickup-Bereich:

Negging (or giving negative feedback) is a dangerous game to play, but once mastered, is the key to flirting and chemistry.  I suggest you practice this with caution.  The general rule of thumb is to treat princesses like ugly girls, and ugly girls like princesses.

 

Klar, eine Frau, die sich hässlich findet (und das kann auch im Vergleich zu dem jeweiligen SMV des Mannes sein) kann es toll finden, wenn sie endlich mal jemand wie eine Prinzessin behandelt. Weswegen sehr schöne Männer oder Statushohe Männer auch viel netter sein können, wenn sie es mit Stil machen, weil bei ihnen Attraction eh schon da ist und man eine Frau, die im Verhältnis zu einem nicht auf einem Podest steht, eben auch nicht von einem solchen stoßen muss. (Herausfordernd und Frech zu sein kann sich trotzdem lohnen, es ist aber etwas anderes als der Neg).

2. Die Strategie ist sogar darauf ausgerichtet, dich auszusortieren

Was auch nicht verstanden wird, ist dass es sinnvoll sein kann, bestimmte Techniken anzuwenden, die dazu führen, dass bestimmte Frauen das Interesse verlieren oder das es nicht stört, sondern sogar hilfreich sein kann, wenn bestimmte Frauen einen nicht mögen.

Wenn man zB einen One Night Stand oder jedenfalls Sex ohne Bindung will, dann kann es sinnvoll sein, sich als jemanden darzustellen, der für eine aufregende Nacht spricht, auch wenn das Frauen abschreckt, die eine feste Bindung wollen. Oder vielmehr: Das kann ein zusätzlicher Vorteil einer solchen Strategie sein. Denn mit dieser Frau wird man eben keinen Sex haben und es ist insofern verschwendete Zeit.

Eine Frau die sagt „Pickup funktioniert nicht, ich würde niemals mit einem solchen Diskoaufreißer schlafen, ich bin auf lange Beziehungen aus und habe keine One Night Stands“ hat nicht verstanden, dass er froh sein kann, dass er sich nicht mit ihr aufhalten muss. Es bringt ihm mehr, wenn ausgeflippte Partygirls auf ihn stehen, die die Selbstbestätigung brauchen, dass sie ein Typ, der in der Masse auffällt, aussucht. Dann kann sich zB der Fellhut von Mystery lohnen, auch wenn andere Frauen denken, dass man so einen Typ in ihrer Clique ja peinlich finden würde. Es lohnt sich wahrscheinlich schon, die Frauen auszusortieren, die darüber nachdenken, was andere über sie denken, wenn sie mit einem solchen Typen schlafen, weil diese auch eher denken, was andere denken, wenn sie überhaupt mit einem Typen schlafen.

3.Die Betrachtung als Strategie verstellt den Blick auf die Wirkung

Ein Zitat nach Bismark lautet „Je weniger die Leute wissen, wie Würste und Gesetze gemacht werden, desto besser schlafen sie!“. Das kann im Flirtbereich ähnlich sein. Als ich als Kind einmal einen Bauernhof besucht habe, war ich ein paar Monate Vegetarier, weil es mir nicht mehr schmeckte. Wo ich vorher ein leckeres Stuck Fleisch gesehen habe, sah ich auf einmal die großen Kalbsaugen oder die niedlichen Schweine und ihre Verarbeitung zu Fleisch. Das ist im Flirtbereich dann teilweise noch abstrakter, weil man sich die Wirkung eben noch weniger vorstellen kann, wenn man die Wirkung nicht kennt (oder sie gar auf einen nicht zutrifft)

Wenn man einem Mann erzählt, wie man Hautunebenheiten als Frau mit Schminke kaschiert, wie man die Augen betont, wie man die Brust passend einkleidet und ihn dann fragt, ob ihm die Tricks gefallen, dann wird er auch eher nein sagen. Gibt man dazu noch die Wahl „willst du lieber eine Frau, die es schafft, dass du sie mit Schminke gut findest oder eine, die du ohne Schminke gut findest“ dann werden die meisten sagen, dass sie natürlich lieber die Frau nehmen, die natürlich schön ist. Selbst wenn diese dann einfach das Glück hat, dass sie eine größere Brust und reinere Haut hat.

Die Kosmetikindustrie und die BH-Branche zeigen, dass die Tricks dennoch funktionieren.

4. Du hältst etwas für eine Pickupstrategie, was überhaupt kein Pickup ist oder dort sogar abgelehnt wird

Wenn man die Berichte mit dem Inhalt „ein Pickup-Betreiber hat mich angemacht und es war furchtbar“ liest, dann fragt man sich häufig, wie diejenigen darauf kommen. Im deutschsprachigen Bereich sind Onyx und Robin gute Quellen für entsprechende Schilderungen. Ein paar Beispiele, die Robin anführte und in denen es jeweils besser gelaufen wäre, wenn derjenige sich tatsächlich an die Pickupgrundsätze gehalten hätte, hatte ich bereits hier besprochen.

In den Kommentaren eines neueren Artikels bei Onyx kommt zB diese Geschichte:

Dein Tipp, als Frau PU-Seiten zu lesen, kommt für mich zu spät. Hätte ich vor 2 Jahren in Deinen Blog geschaut, wäre mir Einiges an Erfahrungen erspart geblieben.
Jetzt ist es eben passiert. Ich bin auf einen dieser Pickup-Soziopathen reingefallen.
Dabei bin ich eigentlich weder dämlich noch verzweifelt (Dachte ich zumindest).
Aber: ich bin nett zu jedermann und noch dazu gutgläubig. Lieb, nett, hübsch, Single, sehr zurückhaltend. Das perfekte Opfer.
So kam es, dass mich der “nette” Nachbar (15 Jahre älter), den ich übrigens kein bißchen interessant oder attraktiv fand, ins Visier genommen hat.
Im Nachhinein merke ich, dass er die komplette Pickup-Strategie 1:1 an mir abgearbeitet hat: erst netter Smalltalk. Dann Komlimente. (Auch zweifelhafte Komplimente wie: ” Du bist eine tolle Frau; wenn Du mehr Sport machen würdest, würden die Männer Schlange bei Dir stehen.”) Dann wieder totales Ignorieren bis hin zu krasser Abweisung. Dann wieder Nettigkeiten, Interesse, Flirten, Anbandeln, Berührungen, Zuneigung. Dann wieder Desinteresse. Und alles immer im Wechsel. Bis ich total verwirrt war. Immer wenn ich auf sein Interesse halbwegs reagiert habe, hat er wieder einen Schritt zurückgemacht bzw. irgendwas Seltsames gesagt oder getan.
Nach 1,5 Jahren voller emotionaler Wechselbäder habe ich ihm 1x einen Kaffee bei mir zu Hause angeboten. Wieso? Ich weiß es selber nicht. Alles Manipulation nehme ich an.
Dann der eigentliche Schock: er ist regelrecht über mich “hergefallen”, ich konnte nichts dagegen tun. Einzelheiten erspare ich mir. Es war nicht lustig.
Ja und seitdem ignoriert er mich, wenn wir uns begegnen, tut so, als würden wir uns nicht kennen.Grausamer geht es eigentlich nicht.

Ja, der klassische „1.5 Jahres Trick“, den alle Pickup-Profis ständig empfehlen. Welche Pickupseite empfiehlt ihn nicht? Es wird ja auch beständig geraten, bei Interesse einen Schritt zurückzumachen, denn nur so geht der volle 1,5 Jahres Plan auf und man kann dann endlich „regelrecht über sie herfallen“. #

Nein ernsthaft, wer mir einen Pickupratgeber zeigen kann, in dem dieser Plan so drinsteht, der mag einen Link dazu in den Kommentaren posten. Ich bezweifele, dass es das irgendwo als Rat gibt.

Wer Pickup kritisieren will, der möge sich doch wenigstens einmal das grobe Schema bei Mystery  anschauen: Passt das Verhalten da gar nicht rein, dann lohnt sich vielleicht die Überlegung, dass es gar kein Pickup war. Netter Smalltakt und Komplimente? Netter Smalltalk kann in die Anfangsphase passen, eher aber in den Komfortbereich, Komplimente können der Qualifizierung dienen oder auch Komfort sein. Aber dann wieder Desinteresse, wenn sie Interesse zeigt? Da rät Pickup nicht zurückzuweichen, sondern Komfort auszubauen und dann zu Kino-Test überzugehen, also zu testen, wie sie auf Berührungen reagiert. Wenn sie negativ reagiert ist die nächste Stufe nicht über sie herfallen, sondern Mehr Attraction und mehr Komfort aufbauen und es dann noch einmal zu versuchen. Sprich: Hätte er sich an die klassischen Pickupschemata gehalten, dann hätte er erstens keine 1 1/2 Jahre rumgemacht und zweitens wäre es wohl eher besser für sie gelaufen.

Der Jüngling hatte dazu bereits  geschrieben:

Diese – pardon – Arschlöcher kotzen mich an. Nicht nur, weil ein solches Verhalten inakzeptabel ist und psychische Schäden anrichtet, sondern auch, weil damit PickUp in Verruf kommt. Da spricht man eine Frau an und muss sich auf einmal rechtfertigen, weil man in eine bestimmte Schublade gesteckt wird.

Ich hatte in den Kommentaren angemerkt:

Ich frage mich, wo das Pickup gewesen sein soll: 1 1/2 Jahre rumbaggern mit mal Interesse, mal Desinteresse, dann direkt über sie herfallen?

Wo soll denn das überhaupt einer Pickupschule entsprochen haben.

Bei jeder Geschichte die nicht aus schüchternen „ich liebe dich, du mich, du mich auch?“ besteht „Das hat er nur gemacht wegen Pickup“ zu schreien ist doch wirklich albern.

Im Gegenteil: Es ist weit eher zu vermuten, dass er mit den passenden Kenntnissen eben nicht einfach über sie hätte herfallen müssen. Er hätte mit cocky comedy angefangen, vielleicht etwas komfort aufgebaut, eskalierendes Kino und nicht den Überfall angewendet.

Mich kotzt sowohl ein solches Verhalten als auch die voreilige Bezeichnung als Pickup an

(…)

wenn man sonst [wenigstens] tatsächliche Pickuptechniken sehen könnte. Also meinetwegen zumindest mal einen klassischen Opener gefolgt von anderem definitiven Material, muss ja nicht gleich das Erdbeerfeld sein, aber zumindest irgendetwas, was es so nur im Pickup gibt.

Das Lustige ist ja, dass das Unangenehme meist eine völlige Abkehr von Pickup ist, hätten sie (wenn sie überhaupt Pickup gemacht haben) in der Situation Pickup weiter durchgezogen, dann wäre dadurch die Situation wesentlich besser und nicht schlechter geworden. (…)
Was sie da jeweils erkennbar wollte, ist das jemand in den Komfortbereich wechselt. Hätte derjenige Pickup konsequent betrieben, dann hätte sie es eher als schönen abend erlebt.

Aber klar, gerade bei Onyx und co ist einfach jedes schlechtes Erlebnis Pickup. Ende gelände. Ist ja auch einfacher

Das wird einem schnell den Vorwurf des „No true Scotsmen“ einbringen. Allerdings kann man aus meiner Sicht schon verlangen, dass derjenige, der behauptet, dass etwas Pickup ist, es zumindest mal im groben mit dem abgleicht, was im Pickup gelehrt wird. Dazu reicht es aus meiner Sicht nicht aus, dass man dort einzelne Elemente wiederfindet: Pickup hat so ziemlich alles verwertet, was es im konventionellen Flirten auch gibt, wenn es dort erfolgreich ist, es hat es aber eben auf eine bestimmte Form in ein Konzept eingebunden. Ohne dieses Konzept und nur in Rückgriff auf einzelne Elemente kann man kaum von Pickup sprechen.

In die gleiche Sparte fällt auch, dass schlechtes Pickup oder falsch angewendetes Pickup nicht gegen Pickup spricht.

Vgl auch: