Die Frauenquote schreckt männliche und weibliche Mitarbeiter ab

Eine interessante Studie behandelt die Attraktivität von Firmen mit Frauenquote. Überraschenderweise scheint diese sowohl bei Männern als auch Frauen Vorbehalte auszulösen:

Das Experiment:

To begin our study, we introduced participants to two different job advertisements. The first noted that the company in question advocated gender diversity and, as a result, had set aside 40% of leadership — specifically management and supervisory board — positions for women. The second job advertisement included no information about either gender diversity or a quota.

Es wurden also Jobs in Betrieben mit und ohne Quote angeboten und dann die Reaktionen ausgewertet:

Using the second advertisement as the control group, we found that one in four men were less likely to pursue a job at the firm employing a gender quota. Women also responded negatively to the gender quota that was meant to make the company more competitive in hiring women; 13% of women noted they would be less likely to seek a job at the company with the gender preference for hiring.

Interessant wären natürlich noch die anderen Ergebnisse, also welche Prozentzahl der Frauen die Quote egal gewesen wäre und welche diese gerade als Anlass genommen hätten, sich dort zu bewerben. Zudem hätte mich auch interessiert, um welche Jobs es ging und welcher Typ jeweils abgelehnt hat: Gehen diesen Firmen gerade die Leistungsstarken Bewerber verloren, die sich eher eine Chance auf Beförderung versprechen und daher mehr zu verlieren haben? Welcher Typ Frau meidet diese Firmen eher?

It is not that people didn’t understand the importance of gender diversity in the workforce, it was the quota itself that was most unattractive. Nearly 70% of respondents in the gender quota condition – of which 52% were female and 48% male – said that gender quotas in general were unattractive to them. Why? Respondents noted that a gender quota negated the importance of merit and led to unintended consequences.

Gründe sind also, dass man lieber durch Leistung überzeugen will und Nebenwirkungen der Quote befürchtet.

First, when offered a job in the presence of a gender quota, female respondents were 18% more likely to attribute their success to preferential treatment rather than to their own merit. Second, when another woman was offered a job instead of the respondent at the firm with the gender quota, female respondents were 20% and male respondents 29% more likely to stigmatize that woman as incompetent, attributing her success to gender and preferential treatment rather than merit. Finally, female and male respondents felt that the values of a firm employing a gender quota fit less into their value and belief system, given that merit seemingly played a lesser role in the hiring decision than gender. Given the stigma associated with the quota and people hired under a quota, it’s no wonder that quotas have the adverse impact of actually driving away the very talent they were put in place to attract.

Man fürchtet also mit weniger kompetenten Personen zusammenzuarbeiten oder die Beförderung von weniger kompetenten Personen statt der eigenen Person. Das dies sehr negativ aufgenommen wird finde ich verständlich: Es ist eben eine unfaire Verzerrung des Wettbewerbs. Im Feminismus wird man wohl sagen, dass es eher eine Aufhebung der Unfairness ist, denn bisher würden ja eher Männer aufgrund ihres Geschlechtes befördert werden. Allerdings sprechen verschiedene Umstände dagegen, wie die größere Anzahl an Überstunden, das höhere Interesse von Männern am Wettbewerb und an Beförderung etc.

Wer meint, dass er gut genug ist, sich in der Konkurrenz durchzusetzen, der wird solche Verzerrungen nicht wollen: Sie führen dann dazu, dass der eigene Erfolg als Frau abgewertet wird oder beim Mann aufgrund des Geschlechts ausgebremst wird.

Was wird statt dessen empfohlen:

For example, one might learn from the global consulting firm,McKinsey & Company . Rather than institute a gender quota, McKinsey has demonstrated their commitment to gender diversity by organizing networking events and career-focused initiatives specifically designed for women. They also have policies in place to accommodate female employees in balancing family and career. These initiatives attract women without undermining them by introducing the stigma a gender quota can carry.

While using a gender quota might seem like an effective way to compete in the war for talent, our research found that it actually drives away the highly talented professionals they were intended to attract. Gender diversity is important, but everyone wants to be valued for what they can bring to the table. When companies and policy makers institute gender quotas, they’re inadvertently driving away the very people they sought to attract by appearing to value diversity over merit. And that’s a situation in which no one wins.

Also statt einer Quote besondere Programme und Networking Veranstaltungen, zudem entsprechende Pläne, wie man Karriere und Familie vereinbaren kann. Der Vorteil soll dann sein, dass das Stigma nicht durch Leistung, sondern nur durch Quote aufgestiegen zu sein, nicht besteht

106 Gedanken zu “Die Frauenquote schreckt männliche und weibliche Mitarbeiter ab

    • Hab grade Deinen Blog gelesen. Alles rosa und „liebes kleines Frauchen“. Ah, herrlich entspannt ohne den verkrampften Femikram.

      Unsere Genderixe kriegen Bauchkrämpfe! Obwohl sie sich selbst mehr oder weniger bewußt genauso darstellen (Maren-lein-chen).
      Da kann man nur sagen: Weiter so! 🙂

      • Danke, ich steh dazu wie ich bin – Pink, lieb (meistens) und klein! *g*
        Aber immerhin hab ich ja ne Frau geheiratet und nicht das Böse (Mann) – vielleicht bekomme ich von den Feministinnen deswegen ja ein paar Bonuspunkte! *lach*

        Und du hast den ganzen Blog gelesen? Nicht wirklich, oder?

        • Nein, Bonus gibt´s nur für die richtige Gesinnung, was Du machst, ist eigentlich gleich.
          Wenn ein Grüner SUV fährt, OK, so lange er schwer für Windspargel und gegen Atomkraft ist.
          Wenn eine Genderin starke Macho-Männer toll findet und sich gern erniedrigt, OK, so lange sie wenigstens erzählt, wie schlimm Frauinnen doch unterjocht werden. Von den starken Machokerlen!

          Von Deinem Blog hab ich den Anfang gelesen. Soso, BDSM, eine Frau als Mann, aber rosa und klein&süß… Mh, wie da wohl die hormonelle Steuerung funktioniert? 🙂

        • Wahrscheinlich ist meine hormonelle Steuerung voll am Allerwertesten. Aber egal, so lange das Leben Spaß macht, kann ich da drüber hinwegsehen. 😉
          Außerdem war das Klein und Süß früher immer Garant für schwächere Strafen wenn ich was ausgefressen habe und meine starken Frauinnen unterjochenden Macho-Kerl-Dom-Freunde, die so gar nicht schlimm waren, mich zurechtweisen wollten. 😉
          Und Mist – ich hab echt bei allen verschissen – den SUV fahr ich zwar, aber der ist schwarz, hat viele PS, frisst Sprit, ist schnell und hat einen Atomkraft Ja Bitte Aufkleber – ok, ich find das ganze Öko-Strom-Zeug schon spannend – alleine wegen der Technik, aber nicht so wie es bei uns umgesetzt wird.
          Oh Gott, ich würde vermutlich in die Hölle kommen, wenn ich an die Kirche glauben würde… 😉

        • Ich würde sagen: Als Embryo/Fötus kurz zu viel Testosteron bekommen (daher die Ehefrau und der SUV); postnatal wieder Normalisierung, daher rosa. 🙂

          Atomkraft-ja-bitte-Aufkleber? So was gibt´s? Paß auf, daß Du nicht mal Kratzer im Lack hast. Oder gleich die Karre brennt.

          „Oh Gott, ich würde vermutlich in die Hölle kommen, wenn ich an die Kirche glauben würde… “
          -Jesus liebt Dich trotzdem!

  1. „McKinsey has demonstrated their commitment to gender diversity by organizing networking events and career-focused initiatives specifically designed for women.“

    Nee, ist klar. Hier will natürlich keiner seine Gender und Vielfaltsberatung verkaufen. Nein, einen Eigennutz der Beratungsfirma kann man natürlich ausschließen. An einer festen Frauenquote würden die sicher genauso verdienen können.

    Nur eine Frage hätte ich noch gerne: WARUM soll oder muss denn der Frauenanteil erhöht werden? (Abgesehen von machtpolitischen und ideologischen Forderungen)

    • @ ddbz

      Alleine die Frage entlarvt Dich als unverbesserlichen Rassisten.

      Am Ende stellst Du noch in Frage, dass die Feministinnen die Interessen der Mehrheit der Frauen vertreten.

    • „WARUM soll oder muss denn der Frauenanteil erhöht werden?“

      Ich denke, ein Unternehmen will damit zeigen, dass es alle Menschen schätzt. Diversity ist gerade für Dienstleistungsunternehmen durchaus vorteilhaft, weil es das allgemeine Image fördert.

      • @ adrian

        „Ich denke, ein Unternehmen will damit zeigen, dass es alle Menschen schätzt. “

        Nicht staatlich geregelte Quoten sind Ausdruck einer Nichtwertschätzung der Menschen?

        Man schätzt Menschen, wenn man sie behandelt wie geistig behinderte Kinder, denen man den Lebensweg vorschreibt?

        Na prima..ein hehres Menschenbild haben die Linken…

        „Diversity ist gerade für Dienstleistungsunternehmen durchaus vorteilhaft, weil es das allgemeine Image fördert.“

        Diversity ist in erster Linie Lobbypolitik. Jedes Unternehmen wird primär daran interessiert sein, die qualifiziertesten Mitarbeiter einzustellen.

        Dies ist im Rahmen der Quotierungen nicht mehr möglich…mit einschlägigen Folgen.

        Nur Druck von außen – sei es durch Androhung eines schlechten Firmenimages oder aber von Strafzahlungen – lässt Firmen davon abweichen.

        Im übrigen ist „Diversity“ ein übler Propagandabegriff….

        Was wird denn alles so diversifiziert?

        Geschlecht

        Hautfarbe

        Religionszugehörigkeit

        Schwanzlänge

        Schulabschluß

        Beziehungsstatus

        sexuelle Polarisierung

        Neurotisierungsgrad

        Stuhlfrequenz

        Lactulosetoleranz

        Allergiestatus

        ….

        Und wer sticht wen?

        In den USA haben z.B. schwarze Männer im Privilegierungskampf wesentlich bessere Karten als weiße Frauen.

        Ihr spinnt ja alle!

        • „Man schätzt Menschen, wenn man sie behandelt wie geistig behinderte Kinder, denen man den Lebensweg vorschreibt?“

          Du verstehst das grundlegende Konzept dahinter nicht. Es geht darum, in einem Unternehmen, das Konsumprodukte bzw. Dienstleistungen für einen diversen Markt anbietet, diese Diversität auch in seinem Unternehmen zu repräsentieren.

          „Was wird denn alles so diversifiziert?“

          In den USA z. B. nach Hautfarbe, ethnischer Hintergrund, Geschlechht, sexuelle Orientierung. Das kommt natürlich immer auf die jeweilige Demografie im Umfeld an.
          In San Francisco wäre es bspw. höchst subotimal, als Firma nur weiße heterosexuelle Männer zu beschäftigen.

      • @adrian

        „Ich denke, ein Unternehmen will damit zeigen, dass es alle Menschen schätzt. Diversity ist gerade für Dienstleistungsunternehmen durchaus vorteilhaft, weil es das allgemeine Image fördert.“

        Da würde mich interessieren, wie vorteilhaft das tatsächlich ist. Ich würde mal behaupten, dass die allerwenigsten Menschen auch nur eine Vorstellung haben, wie die Frauenquote in bestimmten Unternehmen ist bzw. inwieweit sich diese um Diversity bemühen.
        Auch sonst sind viele Praktiken der Unternehmen den Kunden relativ egal, solange das Produkt gut ist. Auch wenn Amazon miese Löhne zahlt oder Apple in China zu schlechten Bedingungen herstellt kaufen die Leute

        • @ C
          Unternehmen werden einen Grund haben, auf Diversity zu setzen. Gezwungen werden sie dazu ja nicht. Allerdings ist die Situation in den USA auch anders, als in Deutschland, weil wir eine recht homogene Gesellschaft haben.
          Zweitens stelle ich ja auf das Image des Unternehmens ab, nicht auf konkrete Produktionsbedingungen oder die Qualität des Produktes.

          • @adrian

            „Unternehmen werden einen Grund haben, auf Diversity zu setzen. Gezwungen werden sie dazu ja nicht. Allerdings ist die Situation in den USA auch anders, als in Deutschland, weil wir eine recht homogene Gesellschaft haben.“

            Mich würde eben interessieren, ob man diesen Effekt tatsächlich nachweisen kann. Ich kann mir das vorstellen, wenn jemand als klar rassistisch oder frauenfeindlich auftritt oder mit Homophobie, also sich tatsächlich gegen Minderheiten wendet.
            Aber ansonsten?

            Welches Unternehmen würdest du denn bevorzugen oder von dessen Nutzung absehen, nur weil es keine Schwulen im Vorstand hat? Und welche Frau weiß, was bei Kraft und Co genau an Förderung gemacht wird?
            Mich würde mal interessieren, ob man da erfolge messen kann

            Zweitens stelle ich ja auf das Image des Unternehmens ab, nicht auf konkrete Produktionsbedingungen oder die Qualität des Produktes.

          • @ C
            Diversity in Unternehmen setzt auf ein gutes Betriebsklima von Mitarbeitern mit unterschiedlichen Hintergründen.
            Natürlich ist es mir egal wieviele CEOs schwul sind. Nicht egal ist, wie ich in einem Unternehmen behandelt werden, weil ich schwul bin.

          • @adrian

            „Diversity in Unternehmen setzt auf ein gutes Betriebsklima von Mitarbeitern mit unterschiedlichen Hintergründen.“

            Dann wäre es also keine Frage des Images nach außen, sondern einer Frage, welche Mitarbeiter man bekommt?

            „Natürlich ist es mir egal wieviele CEOs schwul sind. Nicht egal ist, wie ich in einem Unternehmen behandelt werden, weil ich schwul bin.“

            Verständlich. Das man als Homosexueller oder als sonst liberaler Mensch nicht bei Chick fil a arbeiten will kann ich verstehen. Auch dazu müsste man aber letztendlich nur nicht negativ auffallen. Insofern ist die Frage, was betriebswirtschaftlich dazu motiviert, große Kampagnen zu starten. Bei einem Unternehmen mit hohem staatlichen Anteil kann ich das noch verstehen. Als Vorgriff auf Quoten auch. Aber was sonst sollte Unternehmen motivieren, wenn es den Kunden so gut wie egal ist?

          • Es geht einerseits um das Betriebsklima, andererseits um das Image. Und ich glaube nicht, dass die Aussenwirkung im Zeitalter sozialer Netzwerke und Medien egal ist. Frag Brendan Eich. Frag Chick Fil A. Frag Barilla.

          • @adrian

            Brendan Eich war ja eher eine Shitstormsache. Ich behaupte mal, dass wenige Leute deswegen Mozilla gelöscht oder nicht heruntergeladen hätten.
            Als Anlass für einen Shitstorm kann es natürlich relevant sein, da wird es dann aber auch künstlich gepusht.
            Chick a fil hat sich recht nachhaltig gegen Homosexuelle positioniert, das das schlechte Presse bringt leuchtet mir ein. Barilla ist auch eher ein beispiel, bei dem man sich direkt gegen homosexuelle positioniert hat. würde mich interessieren, ob das heute noch viele interessiert/viele wissen.

          • @ C
            Ich denke, dass Image von Mozilla wäre in den Keller gegangen, hätte es sich für Eich eingesetzt.

            Chick Fil A hat nun zumindest eine Reputation für Konservative Christen. Ein in den Staaten nicht unerhebliches Marktsegment, zumindest in einigen Regionen. Auch hier ist Image nicht unwichtig.

          • @adrian

            „Ich denke, dass Image von Mozilla wäre in den Keller gegangen, hätte es sich für Eich eingesetzt.“

            Ja, er war politisch verbrannt. Aber wenn sie ansonsten eine Frauenquote gehabt hätten, dann hätte er auch gehen müssen. Er war als Individuum verbrannt.

        • Der Effekt auf den Umsatz ist natürlich schwer nachzuweisen, da dieser von vielen Faktoren beeinflußt wird.

          Diversity ist insofern erstmal ein Versuch, aufgrund von Thesen und Umfrage-Ergebnisse.

          Kernthese 1: Umso heterogener ein Entscheidungskollektiv ist, desto niedriger das Risiko einer unvollständigen/einseitigen Abwägung vor Entscheidungen. Dies vor dem Hintergrund, dass bei Risikoanalysen eigene Sozialisationserfahrungen und geschlechtsspezifische Handlungsmuster mit einfließen.

          Kernthese 2: Gemischtgeschlechtliche Teams arbeiten effizienter und damit produktiver als geschlechtshomogene Teams.

          Kernthese 3: Diversity, als Teil der Unternehmenskultur vermarktet, läßt ein Unternehmen nach aussen hin sympathischer wirken. Dieser positive Effekt macht sich sowohl bei der Kaufentscheidung als auch bei der Stellensuche bemerkbar.

          Dort wo Diversity keinen Vorteil verspricht, wird es nicht umgesetzt. So dürfte z.B. die Geschäftsführung von Pimkies kein Bedürfnis haben, in ihren Shops für Girlie-Klamotten den Anteil an 40-60 jährigen männlichen Verkäufern zu erhöhen (weil unmittelbar geschäftsschädigend). Schade eigentlich…für die potentiellen Bewerber *fg*

        • Der ökonomische Vorteil liegt erstens darin das man vermeidet Ziel von Consumer-activism zu werden, zweitens darin, dass die Belegschaft wahrscheinlich glücklicher ist, wenn sie den Eindruck hat, ihr Arbeitgeber ist ideologisch nicht auf der anderen Seite und drittens, weil breite Teile der Bevölkerung lieber bei jemandem einkaufen geht, der ihrer Gruppe freundlich gesinnt ist.

          Um zu erklären warum Diversityrichtlinien bei der Anstellung wünschenswert sein können, müsste man, denke ich, darum bitten ein paar Prämissen zu akzeptieren.

          1) Es ist wünschenswert dass Minderheiten oder Gesellschaftsgruppen gegen die nicht rational begründbare Vorurteile bestehen auch bei der Jobsuche nicht benachteiligt werden. Das halte ich jetzt mal aus purem Idealismus für wahr.

          2) Menschen neigen dazu Mitglieder ihrer Ingroup im Schnitt besser zu beurteilen als Mitglieder von Outgroups, und gruppieren sehr häufig nach Merkmalen wie Hautfarbe, ideologische Nähe, sozialer Hintergrund oder sexuelle Präferenz.

          3) Arbeitgeber sind keine idealen Profitmaximierungsmaschinen, sondern Menschen. Punkt 2 folgend heisst das, dass es bei gleicher oder sehr ähnlicher Qualifikation wahrscheinlicher ist, dass Ingroup-Mitglieder eingestellt werden als Outgroupmitglieder.

          Mit dem Argument können wir gerne Evolutionspsychologie spielen, und argumentieren dass es für den durch einen Stamm repräsentierten Genpool ja durchaus vorteilhaft sein kann genetisch nähere Leute gegenüber genetisch entfernteren zu bevorzugen.

          Davon ausgehend würden sich die Diversityrichtlinien schlicht als Kompensationsmechanimus für unsere natürlichen Tribalismustendenzen darstellen.

          Das Argument dass man im Sinne von ‚Don’t ask. Don’t tell‘ einfach nicht auffallen sollte, also z.B seine sexuelle Orientierung gefälligst zu Hause lassen solle, sich bei sozialen Anlässen der Firma eben schnell eine gute Freundin als Alibi mitnehmen solle usw. trägt zu einem gewissen Grad für Schwule und Lesben.

          Abgesehen davon, dass das bei der Hautfarbe und beim Geschlecht schon etwas komplizierter ist, sehe ich allerdings nicht ein, warum ich das tun sollte, wenn die Heteros und Heteras ihre Orientierung und ihren Beziehungsstatus ganz ungeniert präsentieren dürfen. Also von mir aus, Christian. Vorschlag abgelehnt.

          Was speziell Brendan Eich angeht: Nach allem was ich weiss, hat er seine religiösen Überzeugungen (er ist Mormone, die sins manchmal etwas merkwürdig) recht gut aus dem Tagesgeschäft herausgehalten, Er war allerdings, glaube ich, etwa der 25-ste Kanditat auf der Liste, und scheinbar gab es da einige Ressentiments. Nachdem eine fünf Jahre alte Spende sonst selten jemanden interessiert, denke ich der ist instrumentalisierte Firmenpolitik gestolpert.

        • @Peter Müller
          Das Problem ist das wir keine eindeutige Ergebnisse bekommen, wie Vorteilhaft und ob es überhaupt Vorteilhaft ist. Es bleiben halt bisher Thesen, zu welchen man auch Gegenüberlegungen anstellen kann. Letztendlich nehme ich aber an das diverse Unternehmen ein mehr and Diversität gebrauchen können (und ist es eben nur in den Marketing-Teams).

          Es ist allerdings eine falsche Vorstellung das Firmen immer nur das umsetzen, was für sie förderlich ist. Entscheidungen werden auf der Wahrnehmung zukünftiger Entwicklungen getroffen und diese sind nunmal eher ungewiss.

          @Nachtschattengewächs
          Du übersiehst das Gruppen sich gerne auch Produkte suchen um sich gegenüber anderen abzugrenzen. In unserer Vorstellung mag es zwar so sein, dass der perfekte Mensch sich nicht gegenüber anderen abgrenzen möchte, in der jetzigen Realität sieht es aber schlichtweg anders aus. Die Ausführungen bleiben aber ansonsten großteils richtig.

          Das große Problem einer Quotenlösung ist das du einen realen Unterschied zwischen Gruppen erschaffst, welches ein Gruppendenken erst einmal noch verstärkt. Und während das langfristig dennoch vorteilhaft sein könnte, wäre es vielleicht überlegenswert ob nicht weichere Maßnahmen nicht noch erfolgreicher sein könnten.

          Letztendlich sollte man vielleicht nochmal festhalten, dass während wir auf Ingroup/Outgroup Denken gerne herumtrampeln, es aus einer ähnlichen Richtung wie unser Familiensinn entspringt – es ist (höchst wahrscheinlich) und war vorteilhafter wenn es den uns nahestehenden Personen besser geht, als den uns Fremden.

          @Christian
          Ein Vorteil von Diversity welcher bisher weniger genannt wurde ist eigentlich gar kein Diversity Grund, sondern schlichtweg der Gedanke das einem hochqualifizierte Kräfte verloren gehen könnten aufgrund einer schlechten Haltung gegenüber bisher nicht im Unternehmen enthaltener Gruppen.
          Sprich, warum nicht für ein Paar Millionen ein Paar ‚Frauentage‘ Sponsorn, wenn man danach möglicherweise doppelt soviele Bewerber mit geeigneten Qualifikationen bekommt und deswegen Mitbewerbern einen Schritt vorraus ist?

  2. Schöne Zusammenfassung!

    Qualifikation lässt sich eben nicht quotieren.

    Bei Forderungen nach einer Frauenquote wird gerne übersehen, dass die für fähige Frauen auch abschreckend wirkt, weil sie nicht mit Quotentussis in eine Schublade gesteckt werden wollen.

  3. Affirmative action bereichert Firmen, Uni´s und die Gesellschaft an und für sich.

    Leistungstandards werden gesenkt, Dysfunktionalitäten, aber auch krebsartig wuchernde Bürokratie neu geschaffen und Ressentiments angeheizt.

    Kurzum, ich bin absolut für die Frauenquote.

    Und ich freu mich schon auf die nächsten Quoten für Einwanderer, Schwule, Fette und Gehbehinderte.

    Demnächst wird es elaborierte Anstellungsscore´s für jede Stelle geben, damit alles schön bunt ist und die Frau in der Arbeitswelt wieder so gut ihren Mann stehen kann, wie weiland 1944.

    • Ich bin häßlich! Krieg ich da auch ein Extra-Stück vom Kuchen? 🙂

      Damit eins klar ist: Entscheidend ist, was ICH denke. Das heißt, wenn ich mich für häßlich (oder Napoleon, Jesus, intersexuell, außerirdisch) halte, dann ist das so!

  4. Ich musste kürzlich ins örtliche Bürgerbüro um mein Abizeugnis beglaubigen zu lassen. Das wurde von einem MA gemacht, dem ein Unterarm fehlte (sah nach was Conterganmäßigem aus). Hatter gut gemacht.
    Ob der ohne Not eingestellt würde wenn es keine entsprechenden Quoten gäbe?

    • @Maren

      Integration von Behinderten sehe ich noch aus einer etwas anderen Warte als anderer Quoten.
      Zum einen macht sie nur 5% aus und ist auch nur verpflichtend, wenn man eine öffentliche Stelle ist oder öffentliche Aufträge will
      Zudem kann man sich freikaufen (ich meine für etwa 300 € pro Jahr).

      • *…ist auch nur verpflichtend, wenn man eine öffentliche Stelle ist oder öffentliche Aufträge will
        Zudem kann man sich freikaufen (ich meine für etwa 300 € pro Jahr).*

        Sie ist ab 20 MA verpflichtend. Egal ob öffentlich oder privat.
        Daher auch die Ausgleichsabgabe.

        Eine 50% SB Quote wäre insofern unsinnig, weil es nicht so viele SB-Menschen in Deutschland gibt. Es gibt allerdings sehr wohl so viele Frauen.

        • @maren

          „Sie ist ab 20 MA verpflichtend. Egal ob öffentlich oder privat.“

          Stimmt, da hatte ich den Paragraphen falsch in Erinnerung. Der ist übrigens auch ganz interessant:

          § 71 Pflicht der Arbeitgeber zur Beschäftigung schwerbehinderter Menschen

          (1) Private und öffentliche Arbeitgeber (Arbeitgeber) mit jahresdurchschnittlich monatlich mindestens 20 Arbeitsplätzen im Sinne des § 73 haben auf wenigstens 5 Prozent der Arbeitsplätze schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen. Dabei sind schwerbehinderte Frauen besonders zu berücksichtigen. Abweichend von Satz 1 haben Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich weniger als 40 Arbeitsplätzen jahresdurchschnittlich je Monat einen schwerbehinderten Menschen, Arbeitgeber mit jahresdurchschnittlich monatlich weniger als 60 Arbeitsplätzen jahresdurchschnittlich je Monat zwei schwerbehinderte Menschen zu beschäftigen.
          (2) (weggefallen)
          (3) Als öffentliche Arbeitgeber im Sinne des Teils 2 gelten
          1.
          jede oberste Bundesbehörde mit ihren nachgeordneten Dienststellen, das Bundespräsidialamt, die Verwaltungen des Deutschen Bundestages und Bundesrates, das Bundesverfassungsgericht, die obersten Gerichtshöfe des Bundes, der Bundesgerichtshof jedoch zusammengefasst mit dem Generalbundesanwalt, sowie das Bundeseisenbahnvermögen,
          2.
          jede oberste Landesbehörde und die Staats- und Präsidialkanzleien mit ihren nachgeordneten Dienststellen, die Verwaltungen der Landtage, die Rechnungshöfe (Rechnungskammern), die Organe der Verfassungsgerichtsbarkeit der Länder und jede sonstige Landesbehörde, zusammengefasst jedoch diejenigen Behörden, die eine gemeinsame Personalverwaltung haben,
          3.
          jede sonstige Gebietskörperschaft und jeder Verband von Gebietskörperschaften,
          4.
          jede sonstige Körperschaft, Anstalt oder Stiftung des öffentlichen Rechts.

          Warum eigentlich eine Bevorzugung schwerbehinderter Frauen?

          „Eine 50% SB Quote wäre insofern unsinnig, weil es nicht so viele SB-Menschen in Deutschland gibt. Es gibt allerdings sehr wohl so viele Frauen.“

          Ja, aber Frauen haben nicht die Einschränkungen von Behinderten. Dass sie in vielen Bereichen weniger vertreten sind liegt an ihnen selbst. Und der Eingriff ist natürlich auch viel höher, weil es mehr Gestaltungsfreiraum einschränkt. Bei Behinderten ist zudem die Einsatzart egal, Frauenquoten wollen hingegen Jobs in besseren Bereichen, nicht in beliebigen (Kanalreinigung). Man kann die Behindertenquote mit dem Portier erfüllen, die Frauenquote aber nicht mit einer Sekretärin

        • *Warum eigentlich eine Bevorzugung schwerbehinderter Frauen?*

          Weil der Besitz eines funktionsfähigen Uterus manche Arbeitgeber abschreckt. Im Zusammenspiel mit einer SB ist das quasi ein Garant für Hartz4.

          *Ja, aber Frauen haben nicht die Einschränkungen von Behinderten.*

          Es gibt AG die sähen das wohl anders. Frag mal Anne Nühm wie sie das so handhabt mit Einstellung von Frauen.

          *Und der Eingriff ist natürlich auch viel höher, weil es mehr Gestaltungsfreiraum einschränkt. Bei Behinderten ist zudem die Einsatzart egal, Frauenquoten wollen hingegen Jobs in besseren Bereichen, nicht in beliebigen (Kanalreinigung)*

          Bei Behinderten wird auch nicht die Schwere oder die Art der Behinderung vorgegeben. D.h. du kannst nen funktionsfähigen Asperger mit ner fitten Mutti (frühzeitig Ausweis beantragen) einstellen, der quasi keinen Nachteil macht, was Einsatzfähigkeit und Barrierefreiheit angeht, während derjenige dem 2 Beine fehlen trotzdem keinen Job findet.

          Frauen werden schon zuhauf in mies bezahlten und gesundheitsschädlichen Jobs mit beschissenen Arbeitszeiten beschäftigt. Dafür brauchste keine Quote.

        • *Im Behindertenbereich? Auf meist unqualifizierten Jobs?*

          Ähm, Behindertenbereich? Dir ist schon klar dass wir nicht von Werkstätten für Behinderte reden? Das ist der 2. Arbeitsmarkt. Wir reden vom 1., also ganz normalen Jobs.

          *Männer ja auch. Die Anzahl der Arbeitsunfälle etc. bei Männern ist deutlich höher. *

          Wenn du auf die Schiene willst dann schlag doch mal „Rückenprobleme in der Pflege“ nach.

          *mir ging es aber hauptsächlich um die Einschränkung die mit den jeweiligen Quoten verbunden ist.*

          Wir haben (zumindest auf dem Papier) eine soziale Marktwirtschaft. Wem das nicht gefällt, der kann ja nach drüben gehen 😀

          *Danach scheinen ja Männer und Frauen Quotenfrauen sehr skeptisch zu sehen.*

          Womit die Propaganda ja ihren Zweck erfüllt hätte.

          • @maren

            „Ähm, Behindertenbereich? Dir ist schon klar dass wir nicht von Werkstätten für Behinderte reden? Das ist der 2. Arbeitsmarkt. Wir reden vom 1., also ganz normalen Jobs.“

            Ja klar. Aber in vielen Bereichen geht es ja eher um einfachere Jobs.

            „Wenn du auf die Schiene willst dann schlag doch mal “Rückenprobleme in der Pflege” nach.“

            Schwere Lasten heben, dass gibt es an vielen Stellen, etwa dem Baubereich, Möbelschlepper, Hilfsarbeiter in diversen Bereichen, vom Gartenbau bis zu Lagerarbeiter.

            „Wir haben (zumindest auf dem Papier) eine soziale Marktwirtschaft. Wem das nicht gefällt, der kann ja nach drüben gehen :D“

            Eine soziale Marktwirtschaft muss nicht per se eine Frauenquote rechtfertigen.

            „womit die Propaganda ja ihren Zweck erfüllt hätte.“

            Ah, wer es als problematisch ansieht, der ist also nur Opfer der Propaganda

        • „D.h. du kannst nen funktionsfähigen Asperger mit ner fitten Mutti (frühzeitig Ausweis beantragen) einstellen, der quasi keinen Nachteil macht, was Einsatzfähigkeit und Barrierefreiheit angeht, während derjenige dem 2 Beine fehlen trotzdem keinen Job findet. “
          Keinen Nachteil?
          Ich arbeite in der IT. Eigentlich könnte es mir völlig wurst sein, ob ein Mitarbeiter im Rolli sitzt oder blind ist. Ist beides unerheblich. Die Nachteile, die ein Behinderter mit sich bringt, sind ausschliesslich gesetzlicher Natur. Besonderer Kündigungsschutz zum Beispiel. Besonderer Urlaub zum weiteren.
          Einen Mitarbeiter mit Behinderung wird man kaum los, das ist das, was die meisten Arbeitgeber von einer Einstellung abhält. Am rechner ist es völlig wurst, ob wer laufen kann oder (mit wenigen Einschränkungen), sieht.
          Das Geschlecht eines Behinderten ist, was sein Einstellungschancen angeht, übrigens völlig egal.

        • ät Maren und Evochris:

          Frau sein ist nicht gleich behindert sein. Was ist das denn für ein Weltbild?
          Es zeigt sich wieder einmal, wer Frauen tatsächlich diskriminiert: die Radfems selbst.

          A propos, Maren (editiert: bitte keine Namensverhunzungen): guck Dir mal Karimausis Blog ganz oben an. Grauenvoll, was?

        • @Axel

          Wenn frau es darauf anlegt, in der männlich geprägten Aussenwelt mitzuspielen, ist ein weiblicher Körper klar ein Handicap.

          Insofern stimmt die Aussage schon.

          Sieh es mal so: Wenn Du unbedingt Primaballerina werden wolltest, wäre Dein männlicher Körper vermutlich* dabei auch ein Handicap.

          * also ausgehend vom Standard-Körperbau. Es gibt bestimmt Jungs, die vom körperlichen her auch Primaballerina werden könnten.

        • Den männlichen Cheftänzer nennt man premier danseur. Mann sein ist da eigentlich Voraussetzung.

          Etwas wirklichkeitsnäher: Wenn Frau Feuerwehrfrau sein will muss sie das schwere Gerät und gelegentlich Leute Leitern rauf und runter schleppen können. Da ist die durchschnittliche männliche Muskelmasse ein deutlicher Vorteil, weshalb auch mehr Frauen ausgesiebt werden.

        • Weil der Besitz eines funktionsfähigen Uterus manche Arbeitgeber abschreckt. Im Zusammenspiel mit einer SB ist das quasi ein Garant für Hartz4.

          Das ist eine glatte Lüge.
          Die Arbeitslosenquote von Schwerbehinderten beträgt in Deutschland gerade einmal 14%, das ist vorbildlich.
          Für Frauen im Allgemeinen liegt die Quote bei unter 5%, das ist sogar etwas geringer als bei Männern.


          Bei Behinderten wird auch nicht die Schwere oder die Art der Behinderung vorgegeben.

          Doch, das wird sie. Die Quote gilt erst ab einem GdB von 50 (manche sind schon ab 30 aus besonderen Gründen gleichgestellt), auch die Steuervergünstigungen ergeben sich in Abhängigkeit aus dem GdB.

          D.h. du kannst nen funktionsfähigen Asperger mit ner fitten Mutti (frühzeitig Ausweis beantragen) einstellen, der quasi keinen Nachteil macht, was Einsatzfähigkeit und Barrierefreiheit angeht, während derjenige dem 2 Beine fehlen trotzdem keinen Job findet.

          Was soll das denn werden, Maren??
          Abgesehen davon, dass es nicht gerade selbstverständlich ist, mit einer Asperger-Diagnose eine Schwerbehinderung bewilligt zu bekommen und dazu nicht „ne fitte Mutti“ genügt – willst du damit sagen, Asperger sei keine „echte“ Behinderung oder der GdB werde bei diesem Störungsbild grundsätzlich zu hoch angesetzt?
          Je nach Art des Jobs kann ein Asperger wesentlich stärker beeinträchtigt sein als ein Rollstuhlfahrer.

          Du redest Unsinn, so wie jeder der für Frauenquoten argumentiert.

          • @david

            „Die Arbeitslosenquote von Schwerbehinderten beträgt in Deutschland gerade einmal 14%, das ist vorbildlich.
            Für Frauen im Allgemeinen liegt die Quote bei unter 5%, das ist sogar etwas geringer als bei Männern.“

            Hast du da was zu?

        • ät Evochris, Nachtschatten und Peter:

          Mann, sind niedliche Nagetiere wie Mäuse gleich ne Namensverhunzung? Axelmaus.
          ——-

          „in der männlich geprägten Aussenwelt mitzuspielen, ist ein weiblicher Körper klar ein Handicap.“

          Also, ich halte die „patriarchalisch-heteronormative Prägung“ unserer Gesellschaft für Gender-Dada.
          In den letzten 125 Jahren hat sich die Arbeitswelt deutlich „feminisiert“. Riesiger öffentlicher Dienst, etliche Dienstleistungs-Jobs, selbst die Industrie hat Angebote für Berufe, wo große Kraft nicht erforderlich ist.

          Und welche Frau will denn ernsthaft männertypische Jobs machen? Feuerwehr, Kampfsoldat, Ingenieur, Rennfahrer,…

          A propos: Jetzt ist raus, warum der neue Puma-Panzer nicht tauglich für Hochschwangere ist: Der Platz reicht. Aber die Klimaanlage ist Frau Nahles (katholische Eifeldörflerin (????)) zu schwach.
          Nicht, daß die Soldatin im 9. Monat mitten im Gefecht mit Boko Haram umkippt…..
          🙂

        • @david
          *Doch, das wird sie. Die Quote gilt erst ab einem GdB von 50 (manche sind schon ab 30 aus besonderen Gründen gleichgestellt), auch die Steuervergünstigungen ergeben sich in Abhängigkeit aus dem GdB.*

          Ich weiß das man ab 50 SB ist, vielen Dank.
          Du wirst aber nicht abstreiten dass 50 und 80 ein Unterschied ist.

          *Abgesehen davon, dass es nicht gerade selbstverständlich ist, mit einer Asperger-Diagnose eine Schwerbehinderung bewilligt zu bekommen und dazu nicht “ne fitte Mutti” genügt *

          Möglich ist es

          *willst du damit sagen, Asperger sei keine “echte” Behinderung oder der GdB werde bei diesem Störungsbild grundsätzlich zu hoch angesetzt?*

          Sagen wir mal so: Der Anteil an Aspergerpatienten oder auch atypischen Autisten ist seit Mitte der 2000er rapide hochgegangen. Es mag sein dass es mit der besseren Diagnostik zusammenhängt, es mag aber auch sein (lt. meiner Schwester, Heilerziehungspflegerin, momentan Zusatzausbildung Heilpädagogik sowie meiner Mutter, seit fast 50 Jahren Kinderkrankenschwester und Erzieherin in der KiJu-Psychiatrie) dass viele Eltern momentan nach Diagnosen lechzen, weil ihr Kind sich nicht so verhält wie sie meinen dass es sich verhalten müsste. Asperger ist da ideal, groß genug um zu beteuern das Kind könne das ja alles nicht und sei „besonders“, klein genug um nicht so richtig behindert zu sein. Und hochbegabt sind auch alle.
          Ich empfehle dazu das Forum Reha-Kids, die Autismus Sektion quillt über mit hochbegabten Sonderlingen denen z.B. schon ein Schulbesuch nicht zugemutet werden kann. Da werden auch gerne mal 10 Ärzte aufgesucht bis man die Diagnose hat die einem zusagt. Was neben Eltern die über ihre Rolli Kinder, Hydrocephalus und Sonden Kinder klagen, besonders albern wirkt.
          Und ja: Da wird auch ab und an mal von SB gesprochen, die der Aspie angeblich hätte.

        • @Axel

          „Also, ich halte die “patriarchalisch-heteronormative Prägung” unserer Gesellschaft für Gender-Dada.“

          So wie es da steht, ist es ja auch Dada.

          Es geht eher um gesellschaftliche Rollenbilder und die Möglichkeit, bzw. Kosten für den einzelnen, sich darüber hinwegzusetzen.

          Um formal-hierarchische Strukturen versus subtil-hierarchische Strukturen.

          Um unterschiedliche, miteinander inkompatible, Konfliktstrategien und

          um die Übersexualisierung des öffentlichen Raums, welche die Wahrnehmung des anderen Menschen beeinflußt.

          Die Arbeitswelt ist m.E. erst seit der vorletzten ökonomischen Transformation (Dominanz des tertären Sektors) im Ansatz ‚feminisiert‘.

          Interessant wäre ja, wie eine ‚wirklich‘ feminisierte Arbeitswelt aussehen würde. Bin mir aber nicht sicher, ob ich das erleben möchte… 😉


        • Ich weiß das man ab 50 SB ist, vielen Dank.

          Wenn du das wusstest, warum hast du dann behauptet, die Art und Schwere der Behinderung spiele keine Rolle?

          Du wirst aber nicht abstreiten dass 50 und 80 ein Unterschied ist.

          Natürlich ist das ein Unterschied! Sobald jemand unter die Kategorie „schwerbehindert“ fällt, also ab 50 profitiert er halt völlig zurecht von diesem Gesetz, wo ist da dein Problem? Man kann das nicht unendlich genau aufdröseln, da die Behinderungen nur sehr bedingt vergleichbar sind und der GdB jetzt schon recht differenziert ist (und je nach Stufe schon mit verschiedenen Kompensationen und Vergünstigungen verbunden ist). Je nach Arbeitsplatz und Ausstattung kann ein bestimmter Typ mit 50 auch stärkere Nachteile haben als jemand mit 80.

          Du wirst wohl auch nicht abstreiten, dass es innerhalb der Kategorie „Frau“ noch viel größere Unterschiede gibt, nicht?

          Beispielsweise gibt es viele Bereiche, in denen mehr Frauen als Männer arbeiten. Du plädierst für diskriminierende Quoten, die könnten zum Beispiel einen homosexuellen und behinderten (nehmen wir mal einen GdB von 40, also nicht SB) Mann mit Migrationshintergrund und muslimischem Glauben treffen.
          Dafür soll dann eine angeblich „unterprivilegierte“ Frau aus dem Bildungsbürgertum , die kerngesund, deutsch, hetero und katholisch ist, von einer Quote profitieren. Für Führungsjobs wohlgemerkt. Auch, wenn sie schon längst aus dem gebährfähigen Alter raus ist.
          Das ist wohl deine Auffassung von Gerechtigkeit.
          Führungsjob-Quoten für eine der privilegiertesten Gruppen der Menschheitsgeschichte.

          *

          Möglich ist es

          Es ist auch völlig zurecht möglich, wenn ein Gutachten vorliegt, nach welchem Funktionseinschränkungen vorliegen die einer Schwerbehinderung entsprechen. Leider ist da noch viel Aufklärungsarbeit nötig, was die Versorgungsämter angeht. Da gibt es natürlich regionale Unterschiede, aber ich erlebe es oft genug, dass sich Ämter querstellen, weil dort Leute wie du hocken, die meinen das selbst besser zu wissen als Ärzte und Psychologen.
          Ich gehe nicht davon aus, dass du fachlich qualifiziert bist, die psychosozialen und sensorischen Funktionseinschränkungen von Autisten und die Angemessenheit solcher Regelungen zu beurteilen.

          Wenn ich das richtig sehe bist du pro Quotenregelungen für Frauen, aber stellst im gleichen Atemzug in Frage, dass Asperger-Autisten von Quotenregelungen profitieren sollen, die sowieso leicht umgangen werden können und sich auch nicht auf Führungsposten beziehen.
          Auch nochmal zur Erinnerung: der Anteil der Schwerbehinderten in D ist doppelt so hoch wie die Quote von 5%, das entspräche bei Frauen also einer moderaten Quote von 25%.
          Hochfunktionale Autisten leben im Erwachsenenalter sehr oft in prekärsten Verhältnissen, die Arbeitslosenrate ist trotz guter Intelligenz, meist hoher Motivation und oftmals beeindruckenden spezifischen Begabungen sehr hoch. In einem nicht autismusgerechten Arbeitsumfeld arbeiten sie meist, wenn überhaupt, weit unter ihrem Qualifikationsniveau und ihren Fähigkeiten.
          Sie haben es nicht nur schwerer als körperlich Behinderte, behördliche Anerkennung ihrer Behinderung zu erlangen. Sie profitieren auch seltener von Quotenregelungen, da psychische Behinderungen mit stärkerer Stigmatisierung verbunden sind.

          Als jemand, der sich in seiner Haupttätigkeit täglich diagnostisch, therapeutisch und beratend mit Aspergern beschäftigt, finde ich deine Verbreitung von unqualifiziertem Halbwissen besonders ärgerlich.

          Deine These der (vermeintlichen) Überdiagnostik ist nochmal ein davon vollkommen unabhängiges Thema, zu dem ich gleich nochmal was schreibe.

        • @maren:

          Frag mal Anne Nühm wie sie das so handhabt mit Einstellung von Frauen.

          Ist halt die Frage…wollen wir als Emanzen wirklich für Figuren wie Anne Nühm arbeiten?
          Hat für mich den Geschmack von „als Marktradikale bei der EZB anheuern“ oder „als Bürgerin mit Mihigru im Kommunikationsmanagement von PEGIDA anfangen“.
          Vielleicht etwas dick aufgetragen, aber du verstehst, was ich meine..
          Heißt nicht, dass ich Benachteiligungen auf dem Markt nicht wahrnehme oder kleinreden möchte.
          Aber vor den Anne Nühms und Konsorten auch noch buckeln? – nö.

          Trotzdem ein solidarisches Grüßle von der „blauen“ Seite der Macht 😉

        • jetzt nochmal:

          Der Anteil an Aspergerpatienten oder auch atypischen Autisten ist seit Mitte der 2000er rapide hochgegangen. Es mag sein dass es mit der besseren Diagnostik zusammenhängt

          Selbstverständlich hängt das insbesondere damit zusammen, dass das Störungsbild früher weitgehend unbekannt war (erst in den 90ern in die Klassifikationssysteme aufgenommen) und es zunehmend mehr Fachkräfte gibt, die auch die Institutionen und Eltern für Symptome sensibilisieren.
          Im Kinder- und Jugendbereich gibt es eine wachsende Zahl von Anlaufstellen, im Erwachsenenbereich kann man spezialisierte Ambulanzen deutschlandweit an zwei Händen abzählen.
          In Fachkreisen geht man heute von einer Prävalenz von ca. einem ganzen Prozent aus an Menschen, die ins autistische Spektrum fallen. Davon ist bisher unter den Menschen, die aktuell von Behandlung, Diagnostik und SB-Ausweis/Quoten profitieren könnten (also Erwachsene!), nur ein Bruchteil erfasst. Die Wartezeit für die Diagnostik an unserer Uniklinik beträgt ein ganzes Jahr.
          Das ist auch nichts, was in der Regel ein Wald- und Wiesentpsychiater diagnostiziert, entsprechende Atteste werden auch von den Versorgungsämtern nicht akzeptiert.

          es mag aber auch sein (lt. meiner Schwester, Heilerziehungspflegerin, momentan Zusatzausbildung Heilpädagogik sowie meiner Mutter, seit fast 50 Jahren Kinderkrankenschwester und Erzieherin in der KiJu-Psychiatrie) dass viele Eltern momentan nach Diagnosen lechzen, weil ihr Kind sich nicht so verhält wie sie meinen dass es sich verhalten müsste.

          Das Eltern mitunter nach der Diagnose lechzen ist wie gesagt nicht falsch, aber lechzende Eltern machen noch lange keine Diagnose, sondern diese stellen immer noch dafür ausgebildete Fachleute, und das wohl bei keiner anderen Diagnose so ausführlich und mit Bedacht wie bei ASS.
          Dass Eltern, Lehrer, Heilerziehungspfleger, Heilpraktiker und Krankenschwestern (teilweise auch Hausärzte) glauben, beurteilen zu können ob jemand Autismus hat oder nicht, ist mein täglich Brot.
          Sie können es – nicht! Das führt zum Einen dazu, dass wir Unmengen an Leuten überwiesen bekommen, die keinen Autismus, sondern entweder gar nichts, eine völlig andere Störung oder aber lediglich autistische Züge haben.
          Zum anderen aber auch, dass meine Asperger-Patienten an jeder Ecke von allen möglichen Schlaubergern gesagt bekommen, das könne doch gar nicht sein (da sie bspw. Emotionen, evt. sogar ein paar soziale Kontakte, Partner, nen Job oder keine Hochbegabung haben) und sei lediglich eine „Modediagnose“.

          Was neben Eltern die über ihre Rolli Kinder, Hydrocephalus und Sonden Kinder klagen, besonders albern wirkt.

          „Albern“ wirkst hier vor allem du, bzw. ignorant und unwissend.

          Da wird auch ab und an mal von SB gesprochen, die der Aspie angeblich hätte.

          „Aspies“ sind ja auch in vielen Fällen schwerbehindert! Selbst wenn sie aufgrund eines hohen Verbal-IQs kommunikativ oftmals gut kompensiert wirken/sind, vielleicht mal spezifische Hochbegabungen haben und auf die 60-jährige Krankenschwester („früher hätten wir einfach gesagt der ist halt n bischen schüchtern“) keinen besonderen Eindruck machen, ist oftmals an eine Tätigkeit auf dem 1. Arbeitsmarkt nicht zu denken. Das hat gar nicht unbedingt mit den sozialen Defiziten zu tun, sondern auch z.B. mit den Besonderheiten der Reizverarbeitung mit Hypersensitivität und den charakteristischen Overloads, sowie Stereotypien und rigiden Routinen, die nicht auf den ersten Blick ersichtlich sind.

          Dass Autisten heute in der Schule von Kompensationsregelungen profitieren, Schul- und Studienbegleiter gestellt bekommen können und auf Teufel komm raus normalbeschult werden („Inklusion“), kann man sicher kritisch diskutieren.

          Du wirst dein Halbwissen wahrscheinlich noch bitter revidieren müssen, sobald du mal ne eigene Klasse mit nem Asperger unterrichtest. Diese Kinder haben meistens enorme Beeinträchtigungen und verursachen solche auch im Unterricht. Ich kenne bisher eigentlich ausschließlich Beispiele von Lehrern, die mit diesen Kindern heillos überfordert sind und über die „Schnappsidee“ der Inklusion von Autisten abkotzen.

        • ät Peter Müller:

          „Interessant wäre ja, wie eine ‘wirklich’ feminisierte Arbeitswelt aussehen würde. Bin mir aber nicht sicher, ob ich das erleben möchte… “

          Kommt doch schon: Schützenpanzer für hochschwangere Frauen, Militär-KIndergarten, Goldene Röcke in DAX-Unternehmen, Gender“forscher“ in den Ingenieurwissenschaften….

        • „Frauen werden schon zuhauf in mies bezahlten und gesundheitsschädlichen Jobs mit beschissenen Arbeitszeiten beschäftigt.“

          Und trotzdem konsumieren sie mehr und leben sie länger als Männer.

    • @ Maren & Christian

      Ich habe vor einiger Zeit mit einer guten Bekannten gesprochen, die einen Schwerbehindertenstatus hat (ich erinnere mich nicht genau an den GdB, er müsste irgendwo zwischen 80-100% sein). Grund für diesen Status sind körperliche Einschränkungen, geistig ist sie voll leistungsfähig, was z.B. auch ihr sehr guter Studienabschluss belegt. Ihre körperlichen Probleme sind nicht gleich sichtbar, so dass ein Außenstehender wohl nur darauf kommt, wenn ihm z.B. auffällt, dass sie regelmäßig Arzttermine wahrnehmen muss. Sie hat Gleitzeit und legt diese Termine i.d.R. auf den frühen Morgen, in die Mittagspause oder auf den Abend, so dass ihre Arbeitszeit nicht negativ beeinträchtigt wird.

      Nun kam es vor einiger Zeit dazu, dass ihr Arbeitgeber sie für einige Monate in eine andere Stadt (ca. 150-200km entfernt von ihrem Wohnort) versetzen wollte. Entsprechende Versetzungen, die nicht auf Wunsch des AN erfolgen, sind bei diesem Arbeitgeber eher ungewöhnlich.

      Sie hat sich dagegen gewehrt, weil dies dazu geführt hätte, dass sie z.B. ihre Arzttermine nicht mehr hätte wahrnehmen können. Dabei ist aufgefallen, dass ihren Vorgesetzten gar nicht bewusst war, dass sie die „Behindertenquote“ erfüllt, wohl weil sich ihre Behinderung in der Vergangenheit überhaupt nicht negativ auf ihre Arbeit ausgewirkt hat. Die entsprechenden Unterlagen lagen dem Unternehmen natürlich vor (und ja, auch denselben Vorgesetzten bei der Einstellung). Es ist aber niemanden aufgefallen und sie wurde wohl aufgrund ihrer früheren Leistungen eingestellt, ohne dass das Behindertenkriterium den Beteiligten bewusst war.

      Es gab jedenfalls ziemliche Spannungen und Vorwürfe, dass sie sich „auf ihrem Behindertenstatus ausruhen würde“ und dass man sie „nie eingestellt hätte, wenn einem das bewusst gewesen wäre“.

      Seitdem bin ich nicht mehr so sicher, ob Menschen trotz ihrer Behinderung eingestellt werden, wenn es da keine entsprechenden Integrationsanreize gibt.

      • @pluvia

        „Seitdem bin ich nicht mehr so sicher, ob Menschen trotz ihrer Behinderung eingestellt werden, wenn es da keine entsprechenden Integrationsanreize gibt.“

        Nein, das denke ich auch nicht.
        Da gelten ja auch besondere Schutzregelungen im Arbeitsrecht etc

        • @christian
          Eben, SBs haben mit Frauen gemeinsam, dass sie dem AG, zumindest vermeintlich, mehr Mühe machen, ohne dass er einen Vorteil daraus schlagen könnte. Aufgrund dessen werden sie lt. Gesetz bevorzugt.

          • @maren

            „Eben, SBs haben mit Frauen gemeinsam, dass sie dem AG, zumindest vermeintlich, mehr Mühe machen, ohne dass er einen Vorteil daraus schlagen könnte. Aufgrund dessen werden sie lt. Gesetz bevorzugt“

            Der Unterschied ist aus meiner Sicht, dass SBs eben behindert sind, was in sich mehr Mühe macht. Das ist bei Frauen aber eben nicht der Fall. Es gibt insofern keinen nachteil, den man ausgleichen muss

        • @marenleinchen:
          dir fällt schon auf, dass es bzgl Behinderten zwischen dir und Christian überhaupt keinen Dissenz gibt, oder? Der Unterschied zwischen euch ist, dass du Frauen vor dem Gesetz wie Behinderte behandelt sehen willst.
          Die Benachteiligung bei der Einstellung aufgrund des Schwanger-werden-Könnens, sofern es die überhaupt in relevantem Maße gibt (kennt da jemand Studien zu?) ist ja wohl minimal im Vergleich zu einem Menschen, der blind ist oder nicht gehen kann.

      • Ich habe da eine ganz andere Geschcihte gehört: hier (Österreich) zahlen Arbeitgeber ab einer gewissen Größe soetwas wie Strafe, wenn sie die Behindertenquote nicht erfüllen.

        Dazu genießen Behinderte noch einen besonderen Arbeitnehmerschutz, der einen besonderen Kündigungsschutz beinhaltet. Das wiederum führt aber dazu, dass AGs oftmals genau deswegen lieber die Strafe zahlen, als einen Mitarbeiter einzustellen, den sie dann aufgrund des Kündigungsschutzes nicht mehr entlassen können. Die zahlen lieber die Strafe als dieses Risiko einzugehen.

        Seitdem bin ich mir nicht mehr so sicher, ob Menschen mit einer Behinderung eingestellt werden, weil es da entsprechende Integrationsgesetze gibt.

        • @Martin

          „Die zahlen lieber die Strafe als dieses Risiko einzugehen.“

          Das ist ja auch in Deutschland so. Jede Kündigung darf nur mit Genehmigung des Integrationsamtes erfolgen.
          Dabei gilt wieder der alte Grundsatz, der häufig vergessen wird: Jeder gesetzliche Schutz ist auch eine Belastung, die auf Seiten des Arbeitgebers Kosten verursacht

        • @Martin

          Vielleicht wäre dann die Frage, wie Integrationsgesetze ausgestaltet sein müssen, damit ein sinnvoller Anreiz für Arbeitgeber gesetzt wird.

          Vielleicht so, dass es für den Arbeitgeber per Saldo egal ist, ob

          a) er den behinderten Arbeitnehmer einstellt (ggf. Belastungen auch des Arbeitgebers in Folge der Behinderung, andererseits entsprechende finanzielle oder anderweitige Vorteile)

          oder

          b) er einen nicht-behinderten Arbeitnehmer anstellt (und damit zugleich auf die ausgleichenden Vorteile verzichtet).

          Im Augenblick scheint es dann ja so zu sein, dass a) für den Arbeitgeber als schlechtere Variante erscheint.

          Schwierig natürlich zu bestimmen, wie genau dieser Zustand erreicht werden kann.

        • *Vielleicht wäre dann die Frage, wie Integrationsgesetze ausgestaltet sein müssen, damit ein sinnvoller Anreiz für Arbeitgeber gesetzt wird. *

          Höhere Strafen bei Nichterfüllen der Quote?
          300 Ocken sind lächerlich.

  5. Hier werden die angeblichen Vorteile von Vielfalt in einer Firma besprochen. Kann mir jemand erklären was genau diese Vielfalt ist und was nicht?

    Es wurde schon gefragt, welche Menschengruppen denn nun in dieses Vielfaltskonzept gehören.

    Sind es Schwarze und Weiße, Männer und Frauen, Kleine und Große, …? In welchem Verhältnis und warum in diesem und keinem beliebig anderem?

    Zuletzt, wo bleiben die Rechte des einzelnen Menschen als Einzelperson? Werden diese Rechte nun zu Gruppenrechten?

    • Das dürfte wohl flexibel und an das Umfeld der Firma, also z.B. in Hinblick auf die Aussenwirkung angepasst gehandhabt werden.

      Diversity Management als Teil der Personalplanung zur Optimierung der Produktivität/Ertragsstärke der firmeneigenen „Human Resources“ halt. Und ausserdem als Marketinginstrument nach aussen.

      Es ist kein humanistisches Projekt und keine karikative Veranstaltung.

      Die Rechte des einzelnen Menschen sind davon doch gar nicht betroffen. Es geht hier um die Personalplanung von Unternehmen. Und da gibt es kein Individualrecht auf einen bestimmten Arbeitsplatz ausser im Rahmen eines bereits bestehenden Arbeitsverhältnisses.

      • Fein, in diesem Blogpost geht es aber um Frauenquote? Wie passt also eine solche Quote hier herein und was geht uns oder die Politik die Personalplanung der Vielfalt AG oder die der Nicht-Vielfalt GmbH & Co. Kg an? Wenn die Firma x meint mehr Umsatz mit vielfältiger Mannschaft machen zu können, bitte, sollen sie machen.

        Ob die Vielfalt AG dann aber wirklich besser dasteht, wenn die guten, angeblich einfältigen, Leute weg sind, werden wir denn dann noch sehen.

        Eine staatlich vorgeschriebene Vielfalt berührt sehr wohl Rechte einzelner.

        • Du hattest oben explizit nach Diversity gefragt.

          Im Blogpost selber geht es um eine fiktive Konstellation, bei der eine Firma sich selber eine Frauenquote von 40% auferlegt („…advocated gender diversity and, as a result, had set aside 40% of leadership … positions for women.“)

          Also ist dies eine angenommene Personalplanung der Vielfalt AG. welche uns im weiteren wohl nichts angeht. Und keine staatliche Vorschrift.

          Das Ergebnis der Studie zeigt, dass Unternehmen tunlichst mindestens den Anschein wahren sollten, es gäbe einen fairen Wettbewerb. Auch wenn aufgrund höherrangiger Erwägungen und Faktoren dieser faire Wettbewerb gar nicht existiert.

          Was an und für sich nichts neues ist.

          Unternehmen werden also sinnvollerweise Diversity als unspezifisches Schlagwort in ihre Selbstvermarktung aufnehmen, aber konkrete Diversity-Maßnahmen unter dem Radar laufen lassen und die damit verbundenen Zielerwartungen regelmäßig mit dem Ist-Stand abgleichen.

          Wenn die Vielfalt AG deswegen tatsächlich oder auch nur höchst wahrscheinlich gegenüber der Nicht-Vielfalt GmbH & Co. Kg ins Hintertreffen gerät, der NOI nicht erwartungsgemäß ausfällt, wird korrigiert.

        • „Unternehmen werden also sinnvollerweise Diversity als unspezifisches Schlagwort in ihre Selbstvermarktung aufnehmen, aber konkrete Diversity-Maßnahmen unter dem Radar laufen lassen und die damit verbundenen Zielerwartungen regelmäßig mit dem Ist-Stand abgleichen.“

          Verstehe ich nicht. Was meinst Du damit?

          Du meinst, sie machen einen auf Vielfalt, aber tatsächlich nix? Also nur warme Luft um nix?

          Wenn Vielfalt soviel Gewinn verspricht, dann bin ich ja mal auf diese Gewinnnachrichten gespannt.

    • ät ddbz:

      Politische Vielfalt ist in der Regell nicht gemeint. Schwul, lesbisch, intersexuell, Afrikaner, Asiaten, Moslem, Buddhist – nur bitte alle politisch korrekt und „progressiv“.

      • @ Axel

        So ist das und ein Wunder, warum die Vielfältigen nicht einfach eigene Firmen aufmachen oder kaufen. Da können sie sich dan Vervielfältigen, wie sie wollen und den Einfältigen Firmen zeigen wo Bartels den Most holt. Sollte doch für die kein Problem sein, sowenig wie für Feministinnen mit feministischen Unternehmen den Weltmarkt zu erobern … 🙂

  6. „Vielalt“ ist ein Herrschafts- und Knechtschaftsinstrument.

    Ein Fetisch der Eliten. Gegen den „weißen Mann“, der jetzt zum Nigger werden soll.

    Es geht um Privilegienbaiting und Unterdrückung.

  7. Pingback: Warum sollen behinderte Frauen und Mädchen eher gefördert werden als Jungs und Männer? | Alles Evolution

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