„Transgender wissen, welches Geschlecht welche Privilegien hat“

Auf Vice stellt Paris Lee, der man das Frausein abnimmt, dar, welche Unterschiede sie beim Auftreten mit dem anderen Geschlecht wahrnimmt:

Ich bin eine Transgender-Frau, was bedeutet, dass ich mal ein Mann war. Zwar ein total mädchenhafter Mann (der dafür gehänselt wurde, ein total mädchenhafter Mann zu sein), aber eben ein Mann. Zumindest machte ich nach außen hin den Eindruck. Inzwischen bin ich eine echt heiße Bitch—sowohl innerlich als auch äußerlich—und erzähle euch jetzt erstmal alles über die ganzen verschiedenen Arten an Gender-Privilegien, die ich in den letzten Jahren selbst erleben durfte.

Am Privilegienbegriff kann man natürlich einiges kritisieren. Er ist nicht nur viel zu starr und zu sehr auf Gruppen bezogen, er wird gerade im Feminismus und Queertheorie auch viel zu einseitig gebraucht. Auch ob Paris Lee als eher „mädchenhafter Mann“, der aber eh meinte im falschen Körper zu sein, alle Anforderungen an die Männerwelt, die sozusagen „Antiprivilegien“ sind, richtig erfasst hat, zumal sie auf Männer stand, also den Anforderungen von Frauen in der Hinsicht weniger ausgesetzt war, wäre eine andere Frage.

Dennoch kann das eine interessante Perspektive sein. Hier die Darstellung, wo sie nach ihrer Meinung Privilegien abgeben musste:

Das ist mir zum ersten Mal aufgefallen, als ich mit meinem damaligen Freund unterwegs war und wir in eine Kneipe gingen, um dort nach dem Weg zu fragen. Das Arschloch hinter der Theke schaute meinen Freund an und antwortete ihm, obwohl ich ihn angesprochen hatte. Er behandelte mich wie jede andere Frau auch—nämlich beschissen.

Das wäre dann Kompetenz in der Wegbeschreibung, bei der eher Männern zugetraut wird, dass sie diese verstehen.

Er war damit zwar der Erste, aber definitiv nicht der Letzte. Als ich mir mit meinem damaligen Freund ein neues Handy kaufen ging, fing der Verkäufer an, ausschließlich mit ihm über die ganzen technischen Details des Gerätes zu reden, und das obwohl er genau wusste, dass ich mir ein neues Handy zulegen und auch bezahlen würde. Natürlich verließ ich den Laden, ohne was zu kaufen.

Das wäre dann Kompetenz in technischen Sachen. Die ja in der Tat sehr häufig eher bei Männern vorhanden ist. Solche Gewohnheiten bilden sich denke ich auch durchaus deswegen, weil viele Frauen die in Begleitung eines Freundes ein Handy kaufen, genau deswegen mitkommen um solche Fragen zu beantworten. Und das man sich darüber dann angewöhnt, den Freund direkt anzusprechen, weil es effektiver ist. Das wäre natürlich dann dennoch unhöflich gegenüber der Frau, die tatsächlich technisch interessiert ist, aber bei starken Häufungen dürfte meist die Gewohnheit siegen.

Noch als Mann war mir nie bewusst, wie unhöflich, laut und generell nervig Männer sein können (natürlich nicht alle, aber trotzdem!). Bei Meetings, bei Familientreffen und eigentlich überall wird über Frauen hinweggeredet. Falls du dich als Frau in einer Gruppe Männer befindest, dann viel Spaß beim Gehör verschaffen. Ich habe sogar schon miterlebt, wie ein einzelner Mann eine ganze Gruppe Frauen herumkommandierte. So ein Arschloch.

Das wäre dann in der feministischen Sicht „Raum einnehmen“. Wäre aber die Frage, ob es die Frauen insgesamt stört oder eher ihn. Männer und Frauen haben sicherlich einen anderen Gesprächsstil. Ich kenne allerdings auch genug Frauen, die in Gesprächen das Heft an sich nehmen können. Das sind dann oft andere Gespräche, etwa Erzählungen über Freunde, während in vielen Diskussionen eher Männer führend sind.

Frauen bekommen für die gleiche Arbeitsposition immer noch weniger bezahlt als Männer.

Da brauche ich hier nichts mehr zu zu sagen (Punkt 12 + 13).

Deswegen hört es sich jetzt vielleicht nicht nach viel an, wenn im Arbeitsumfeld über dich hinweggeredet wird, aber das ist eben nicht nur verdammt unhöflich, sondern es fördert auch die Ungleichheit, die Männer so privilegiert macht. Man sieht also: Das Dasein als Mann ist allein schon deswegen ein Privileg, weil dein Umfeld auch mal die Klappen hält und dir zuhört.

Aus meiner Sicht hört man Frauen eher in den Bereichen zu, in denen ihnen per Geschlecht eine gewisse Kompetenz zugewiesen wird und bevormundet da eher Männer. Wäre vielleicht interessant, wenn beide ein Küchenfachgeschäft betreten und eine neue Küche kaufen wollen.

Und dann zu den Privilegien der Frauen:

Eine Frau zu sein hat schon gewisse Vorteile—zumindest wenn man jung und hübsch ist. Beispiele? Du bekommst kostenlos Pommes, deine Koffer werden dir hinterhergetragen und Türen werden für dich aufgehalten. Halt das ganze unzeitgemäße und sexistische Zeug, das wir eigentlich nicht mögen sollten, ich aber ehrlich gesagt am Anfang doch ziemlich genossen habe.

Dann fing ich an, selbst Geld zu verdienen, und plötzlich fühlte sich das alles ein bisschen bevormundend an. Irgendwie hat es doch etwas Nerviges an sich, wenn man mit Schwarzfahren davonkommt, der Taxifahrer dir ein paar Cent nachlässt oder dir die Typen in den Bars zwei Shots zum Preis von einem einschenken, nur weil du weiblich bist. Das alles heißt doch eigentlich, dass Frauen die Fähigkeit abgesprochen wird, den vollen Preis zu zahlen, etwas hochzuheben oder irgendetwas selbst zu machen. Irgendwie ist es—ganz offen gesagt—aber auch irgendwie witzig. Ich nenne das Ganze den „Frauenrabatt“.

„Benevolent Sexism“ bzw. wohlwollender Sexismus ist wie man hier sieht ein sehr guter Frame, um Privilegierungen zu vernachlässigen. Da sind klare Vorteile plötzlich Nachteile. Weil sie bevormundend sind. Das ist natürlich eigentlich auch dann der Fall, wenn man meint, dass der Mann Ahnung von Technik haben muss, den Weg verstehen muss oder eben Karriere machen muss. So gut wie alle Vorteile werden Nachteile haben.

Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass Frauen bei all dem Privilegienquatsch den Kürzeren gezogen haben. Bei Männern ist es zum Beispiel viel unwahrscheinlicher, dass sie vergewaltigt werden. Keine Ahnung, aber ich finde einfach, dass das ein besseres Privileg ist, als die Tür aufgehalten zu bekommen.

Klar ist das ein besseres Privileg. Aber was ist das bessere Privileg wenn man „mehr Zeit mit der Familie und den Kindern verbringen können“ mit „eher Opfer von sonstiger Gewalt zu sein“ vergleicht oder „Die Kinder bei einer Scheidung eher verlieren“ mit „wird mitunter lüstern angeschaut“? Solche Vergleiche sind insofern reichlich unergiebig.

Und weitere Privilegien von Frauen:

Wie schon eben gesagt, ziehen Frauen in Sachen Privilegien oft den Kürzeren, aber das wird auch durch andere Sachen wieder kompensiert. Die Leute vertrauen mir jetzt zum Beispiel mehr. Als Frau kannst du in der Öffentlichkeit Kinder anlächeln und die Eltern nehmen nicht sofort an, dass du pädophil bist. Wenn ich damals als junger Mann in Kapuzenpullover und mit Baseball-Cap unterwegs war, hatte das Sicherheitspersonal ständig ein Auge auf mich—darüber beschweren sich auf oft junge schwarze Männer. Seit meiner Umwandlung wurde ich noch nie des Ladendiebstahls bezichtigt (auch dann nicht, als ich ganz dreist geklaut habe). Das ist ganz schön.

Frauen wird beigebracht, vor der großen weiten Welt Angst zu haben, aber ich fühle mich jetzt tatsächlich sicherer. Männer können in der Öffentlichkeit ein aggressives Verhalten an den Tag legen—das ist dann ein Zeichen ihrer Männlichkeit. Wenn man jedoch keine heterosexuellen Privilegien besitzt und als Schwuler angesehen wird (so wie es bei mir der Fall war), dann bekommt man ziemlich wahrscheinlich die Fresse poliert. Als femininer Mann hatte ich damals weniger Privilegien als jetzt als feminine Frau. Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich das letzte Mal in der Öffentlichkeit wirklich Angst hatte. Da ist es mir doch lieber, wenn mich jemand bevormundet, indem er mir die Tür aufhält, als das irgendein Arschloch mit mir einen Streit vom Zaun brechen will.

Das sind ja durchaus einige Pluspunkte, die erheblich sind „es wird einem weitaus weniger schlechtes zugetraut, selbst wenn man es tut“, „man wird weitaus weniger verdächtigt“ „man muss weniger Angst haben, Opfer von Gewalt zu sein“.

Und weiter:

Ich wünschte, ich könnte euch hier eine aufregende Geschichte erzählen, in der irgendein Typ vor mir eine Beförderung bekommen hat, aber die Wahrheit sieht folgendermaßen aus: Ich bin eine überaus erfolgreiche Frau, trotz der ganzen Männer, die über mich hinwegreden wollen, mich bevormunden und ein großes Drama um meine Kleidung machen. Weitere Vorteile? Ich kann das Herz auf der Zunge tragen und bekomme Frauenrabatt. Ach ja, und natürlich meine Titten, die habe ich ganz vergessen. Ich weiß, dass Titten manchmal auch echt nervig sein können, aber liebe Frauen, sie sind eigentlich echt toll. Das sage ich als Frau, die auf ihren schönen Vorbau etwas länger warten musste. Ja, das Titten-Privileg ist definitiv keine Einbildung.

Also sagen können, was sie will, sie ist trotzdem erfolgreich, Frauenrabatt und Tittenbonus.

51 Gedanken zu “„Transgender wissen, welches Geschlecht welche Privilegien hat“

  1. Ich habe ja die gleichen Erfahrungen gemacht, auch wenn ich aufgrund meiner noch nicht erfolgten Genitaloperation Annäherungsversuche und Situationen die zu solchen führen könnten vermeide, kann ich zumindest über den „Alltag“ berichten.

    Ich muss dazu sagen, früher hätte man mich wohl in meinen sozialen Gruppen als „Alpha-Männchen“ bezeichnen können, wodurch der Unterschied vielleicht krasser ist als im Durchschnitt.

    Gruppendynamik
    =================
    Wenn es früher um Entscheidungen über Gruppenaktivitäten ging, musste ich nur was sagen und loslegen, der Rest hat dann automatisch mitgemacht. Wenn ich einen Witz gemacht habe, wurde immer darüber gelacht. Wenn ich geredet habe, wurde mir eigentlich immer zugehört und auch darauf eingegangen, egal was für einen Quatsch ich geredet habe.

    Jetzt muss ich Männern hinterherlaufen, die sich wenn es mal für 2 Minuten andersrum ist (zum Beispiel weil nur ich weiß wo wir hin müssen), sofort beschweren. Witze werden nur noch mit Lachen bedacht, wenn sie auch witzig waren. In Gruppenunterhaltungen werden meine Beiträge nur selten allgemein zur Kenntnis genommen, es ist also sinnvoller, innerhalb der Gruppe ein Einzelgespräch zu führen.

    Außerhalb
    =================
    Die Leute sind herzlicher und freundlicher zu mir, mir wird oft der Vortritt gelassen und man ist mir offenbar wohlwollender gesinnt, zB wurde ich vor Kurzem nicht vom Gericht fürs (zugebenermaßen unbeabsichtigte, das hat die vorher aber auch nie interessiert) Schwarzfahren bestraft, weil ich mich ein Bisschen dumm gestellt habe.

    Wenn man mit einem Mann irgendwo hin geht, ist es eigentlich selbstverständlich, dass der Mann angesprochen, egal ob jetzt Elektronikgeschäft, Cafehaus oder auf der Straße. Stört mich aber ehrlich gesagt auch nicht so stark, wenn ich was sagen möchte, sage ich es trotzdem und die Hauptgesprächslast liegt dann halt nicht bei mir.

    Männer weichen meinem Blick nicht mehr aus und ich fühle mich automatisch unsicher wenn ich ihnen in die Augen schaue.

    „Männer“
    =================
    Wenn ich was hübscheres anziehe, werde ich öfters mal angehupt. Männer schauen mich generell sehr viel mehr an.

    Wenn es doch mal zu einer Situation kommt in der ich „angegraben“ werde und nicht eindeutig klarstelle, dass kein Interesse besteht, dann wird das Ganze sehr penetrant. Einmal hat ein Typ den ich gerade erst kennen gelernt habe eine Stunde lang auf mich vor der Praxis meines Psychologen gewartet. Generell sind die Männer dann auch sehr nett, forcieren aber bereits nach extrem kurzer Zeit einen Kuss und versuchen Körperkontakt herzustellen. Es gab eigentlich noch nie einen Typen der nicht nach zwei Stunden seine Hand an meinem Po hatte (und das auch wiederholt wenn man die Hand dann weg drückt, sagt das man das nicht will oder Ähnliches), ich frage mich ob das tatsächlich die Taktik ist, mit der Mann bei anderen Frauen Erfolg haben kann? Naja gut, früher hat das bei mir zumindest in der Disko geklappt. Vielleicht muss man sich wenn man „nen Typen haben will“ mit dieser Form von Annäherungsversuchen arrangieren, auch wenn ich für die Zeit in der ich endlich geschlechtsverkehrs-, und damit beziehungsfähig bin die Hoffnung nicht aufgebe, dass es auch weniger aufdringliche Männer gibt.

    Im Alltag zeigen Männer in der Regel eindeutig, dass sie sich für überlegen halten und wenn man sich nicht unterbuttern lassen möchte, muss man schon sehr schlagfertig sein, weil es meist nicht bei einem Seitenhieb bleibt. Gute Freunde sind sogar schon soweit gegangen meinen Kopf in der Öffentlichkeit (Shishabar, S-Bahn) zur Zurschaustellung von Oralsex zu Vereinnahmen.

    Männliche Freunde zeigen oft, dass sie kein Interesse haben, einem zuzuhören wenn man was erzählt und auch wenn man was schon fünfmal erzählt hat, erinnern sie sich auch oft immer noch nicht daran.

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    Ich persönlich finde es zwar durchaus reizvoll etwas dominiert zu werden und betrachte viele der genannten Dinge die sich vielleicht negativ anhören zweischneidig oder auch positiv, an vieles habe ich mich auch einfach gewöhnt (zum Beispiel das ich manchmal einfach mit Fötzchen angesprochen werde etc). Es ist auch oft durchaus von Vorteil nicht ganz für voll genommen zu werden. Ich muss auch keine Angst mehr haben von irgendwelchen Jugendlichen tätlich angegriffen oder angepöbelt zu werden, generell ist das Prädikat „schützenswert“ etwas sehr beruhigendes für mich, sodass ich mich obwohl ich auch mit zwei Armen kein Armdrücken mehr gewinnen würde keine große Angst zu haben brauche. Trotzdem bin ich in der Retrospektive sehr überrascht, wie extrem man wirklich aufgrund seines Geschlechtes mit Aufmerksamkeit, Respekt oder Zuneigung bedacht wird – oder eben nicht.

    • Danke erst einmal für deinen Bericht, finde ich sehr interessant.
      Gerade der schutzaspekt bzw die Sicherheit und das da die Unterschiede so deutlich wahrgenommen werden.
      Auch gesprächsanteile finde ich interessant. Würdest du sagen, dass sich dein Gesprächsstil als Frau geändert hat?
      Und du warst eher ein Alpha-mann? Da würde mich auch mehr interessieren

      • Keine Ursache, bei sonem Thema äußer ich mich (online, im RL eher nicht) halt auch mal gern^^

        http://4.bp.blogspot.com/-P-p5SfCbHgY/ULukpu_PKvI/AAAAAAAAAGc/B5ktF4l8XlA/s1600/02.05.2012.jpg ======== https://fbcdn-sphotos-b-a.akamaihd.net/hphotos-ak-xfp1/v/t1.0-9/10957689_412038848959038_2514812366459670800_n.jpg?oh=86407250852ca946a743aa99bf37d3c5&oe=55933DE1&__gda__=1431175272_913ea2351c0c0ec7978c94942cf53458

        Zur Sicherheit, ist vielleicht trügerisch, aber es fühlt sich sicher an, weil halt schon lange keiner mehr mir gegenüber aggressiv geworden ist. Als ich mal von einem Betrunkenem massiv belästigt wurde, kam sofort ein anderer Typ herbeigerannt und dann war das geregelt. Als Typ hab ich mir schonmal grundlos eine gefangen von irgendwelchen Verdrufften und da kommt dann auch keiner helfen, irgendwer hat mir danach ne Zigarette spendiert, das wars aber auch^^ Es gibt halt auch den männlichen Ehrenkodex keine Hand an Frauen zu legen und das scheint (bis auf manchmal scheinbar unkontrollierte Geilheit) auch ganz gut zu funktionieren.

        Generell habe ich das Gefühl mehr zu reden als früher wenn ich die Chance dazu habe, in Gruppensituationen jedoch seltener die Chance zu haben. Mein Mitbewohner zB ärgert mich gerne damit, dass er mich ignoriert, zum Beispiel wenn er sich mitten während ich rede Kopfhörer ins Ohr steckt. Mir ist aufgefallen, dass ich nach fast jedem dummen Witz von Typen lache (hört sich Scheiße an, ist aber irgendwie nen Automatismus geworden). Weiß nicht was du sonst noch zu Gesprächsverhalten zählst, ich selbst kann das natürlich auch nicht ganz erfassen wie sich mein Verhalten verändert hat und die meisten mit denen ich heute Umgang pflege kennen mich gar nicht von früher. Vielleicht hast du ja eine spezifischere Frage.

        In meiner Vergangenheit hatte ich mir durch Tipps aus Flirtratgebern und die Bundeswehr ein relativ dominantes Gehabe zugelegt, nachdem ich in meiner frühen Adoleszenz eher sehr zurückhalten war (Minderwertigkeitskomplexe durch überdominanten Vater etc). Meine Bundeswehr hat auf diese Änderung auch immer positiv reagiert. Bei gleichzeitigem Drogenkonsum (zB mdpv das koks sehr ähnlich wirkt) artete das teilweise in Größenwahn aus, was aber auch immer nur mehr Erfolg im Umgang mit Anderen brachte. Ich hatte in der Zeit sicher den Ruf ein Arschloch zu sein, aber trotzdem haben sich alle Mädchen an mich rangeschmissen und alle Typen gemacht was ich wollte. Ich denke Selbstzweifel zu ignorieren und auf eine „Ich bin eh besser als alle Anderen“ – Stimmung zu wechseln dürfte bei den meisten Männern zu erstaunlichen Ergebnissen im Bezug auf Anziehung und Rangordnung führen.

        Naja, jedenfalls bin ich jetzt am Feinschliff, Stimmband-OP (meine Stimme reicht zwar um am Telefon als Frau angesprochen zu werden, aber da geht noch was), Doppelkinnentfernung, zweite Nasen-OP, Narben übertatoowieren, GaOP, mit großflächigen Fettabsaugungen Körpermodellage betreiben. Momentan bin ich wohl nicht sonderlich attraktiv, werde aber im Alltag eindeutig als weiblich wahrgenommen. Ich denke, dass sich im weiteren Verlauf noch einiges an den Umweltreaktionen ändern wird.

        • Weiß nicht was du sonst noch zu Gesprächsverhalten zählst, ich selbst kann das natürlich auch nicht ganz erfassen wie sich mein Verhalten verändert hat und die meisten mit denen ich heute Umgang pflege kennen mich gar nicht von früher. Vielleicht hast du ja eine spezifischere Frage.

          Neigst du in gemischten Gruppen jetzt mehr dazu Aussagen und Vorschläge zu relativieren, oder als Frage zu formulieren, als früher? Schliesst du Gesprächsbeiträge gefühlt öfter mit einem konzilianten Lächeln ab?

    • Das finde ich sehr interessant. Von dem was du schreibst und nach dem Bild zu urteilen konntest du dich mit der männlichen Rolle ja zumindest vordergründig gut arrangieren und man sieht auch optisch nichts „Gegenteiliges“. Diese Transfrau die ich kenne wirkte bis zum Outing wie ein „ganz normaler“, sogar ziemlich maskuliner Mann.
      Wusstest du schon immer und auch währenddessen, dass du eigentlich gar kein Mann bist und hast dich einfach trotzdem mit den Erwartungen an dein vordergründig sichtbares Geschlecht angepasst oder wie lief das? Oder ist das zu privat?

      • Naja an sich wusste ich schon mit 13 oder so was los ist, aber ich hab mich nicht getraut mit Jemandem drüber zu reden, weil mein Vater sehr dominant war und ich meinen Freunden das nicht anvertrauen wollte, mit 16 hab ich dann mit Drogen angefangen und im polytoxikomanem Schleier der nächsten Jahre ging das mehr oder minder unter, zurück kam die Gewissheit das mit mir was nicht stimmt erst als ich zur Bundeswehr ging (19), mit 20 wusste ich dann was ich tun muss wenn ich mich nicht umbringe, mit 21 hab ichs dann in Angriff genommen. Die nach außen hergestellte Fassade wurde während der ganzen Zeit eher stärker als bröckeliger, erst die extrem schwere depressive Episode kurz vor meinem 21. Geburtstag bis zum Outing 3 Monate später wird wohl Fragen aufgeworfen haben

    • Keine Ahnung ob du es richtig verstanden hast, liest sich irgendwie missverständlich^^ ALso Hand hinter den Kopf und dann runter drücken und wieder hoch und runter aber natürlich mit Hose an xD

        • Kann ich was dafür das dus nicht glaubst? xD Wahrscheinlich würdest du mir auch nicht glauben das mir mal so ein gruseliger Typ von der Wäscherei bis nach Hause hinterhergelaufen ist. Ist aber trotzdem Alles passiert^^

        • „Wahrscheinlich würdest du mir auch nicht glauben das mir mal so ein gruseliger Typ von der Wäscherei bis nach Hause hinterhergelaufen ist. Ist aber trotzdem Alles passiert^^“

          Doch! Das glaube ich sofort! Wird wahrscheinlich einen Grund gehabt haben der gruselige Typ.

          Hast wahrscheinlich die Wäschereizeche geprellt oder was kaputt gemacht und den hat seine Chefin hinterher geschickt. Oder der wohnt da in der Gegend, wollte nur nach Hause und hat sich gedacht: „Hoffentlich ist die gruselige Zicke da vorn nicht meine neue Nachbarin.“

          Aber passiert ist es ganz sicher … 🙂

    • weiterlesen lohnt aber, dann kommt die Quintessenz:
      Im Prinzip steht hinter den Ausführungen der beiden Transgender das gleiche. Frauen haben es in den wesentlichen Dingen, da worauf es ankommt besser.
      Und sie haben obwohl ja nicht als Frau aufgewachsen und sozialisiert scheinbar schnell in die Rolle der Inszenierung von eigenen Vorteilen als Nachteile hereingefunden.
      Wenn man es so liest eigentlich traurig in welcher Welt Hetero-Männer leben. Sozial und emotional vernachlässigt, Gewalt ausgesetzt, ständig unter Verdacht gestellt. Das sie dann aggressiv werden ist ja fast klar. Zynischerweise wird ihnen dann auch noch unterstellt sie seien ja weniger emotional brauchen halt nicht soviel Zuwendung wie Frauen. Und tragischerweise richten sie ihre aus dieser psychosozialen Notlage entstehenden Aggressionen gegeneinander, statt gegen die Ursachen.
      Im wahrsten Sinne „arme Schweine“. Auch diesen wird ja ein Gefühlsleben abgesprochen, um sie in der Massentierhaltung verwursten zu können, und auch die fallen im Stall übereinander her und beißen sich die Schwänze ab, und nicht ihren „Landwirt“.
      Und die Alphas sind im Grunde doch auch Getriebene.
      Das ganze Macho-Gehabe, haben doch Frauen den Männern erst im Laufe der Evolution angezüchtet.
      Obwohl ich ja an den meißten Frauen kein wirkliches Interesse habe spiele ich manchmal mit ihnen, und bin immer wieder erstaunt wie schnell sie anspringen, wenn man mal den Dominanten rauskehrt.
      Gleich haben sie so ein Leuchten in den Augen.
      Umgekehrt wird aber in den Beiträgen überhaupt nicht thematisiert, daß es viele dominante Frauen gibt. Ich erlebe gerade bei Partys, Feiern etc. wo ich naturgemäß meißtens in der Rolle des neutralen Beobachters bin, daß sich die Situation so ab 30- 40 jährigen oft umkehrt. Da sind dann im Gespräch, in der Konversation, oft die Frauen viel dominanter als Männer. Der Mann der was erzählen will, und seine Frau fällt ihm dauernd ins Wort, korrigiert ihn usw. ist keine loriot’sche Witzfigur sondern, von Loriot hervorragend beobachtete Realität.

      • „Wenn man es so liest eigentlich traurig in welcher Welt Hetero-Männer leben“

        Alkoholismus (wie eigentlich jeder Drogenmissbrauch) ist männlich
        Spielsucht ist männlich
        Suizid ist männlich

        Dieser Beitrag zeigt auch wieder schön, eine soziale Bewegung die sich Gleichberechtigung auf die Fahne schreibt, diese aber nur aus der Sicht eines Geschlechts versteht, ist keine Bewegung für Gleichberechtigung sondern Priviligierung.

        Und: Sie wird scheitern. Denn frauen müssen sich auch ändern. Nicht nach Dominanz selektieren. Nach unten heiraten. Männer nicht funktionalisieren. Aber…wie realistisch ist das?

        Aber letztlich müssen wir Männer uns da selbst rausholen. Unsere Meinung artikulieren, uns ermutigen aus dem hamsterrad um weibliche Gunst auszubrechen, unseren Preis für sex und commitment zu steigern.

        • „Aber letztlich müssen wir Männer uns da selbst rausholen. Unsere Meinung artikulieren, uns ermutigen aus dem hamsterrad um weibliche Gunst auszubrechen, unseren Preis für sex und commitment zu steigern.“

          Das dürfte vielen sehr schwer fallen, es fehlt auch noch, das Problembewusstsein.
          Es ist aber leider wirklich so, wenn man als weitgehend asexueller Mensch die Welt sozusagen aus der Brille des neutralen Beobachters betrachtet, es schon seltsam, wie Blind Männer selbst für ihre Benachteiligungen sind.
          Frauen opfern sich auch oft für Männer auf, aber sie können diese Rolle viel leichter verlassen als Männer, auch wenn das subjektiv wegen emotionaler Abhängigkeit für sie selbst oft nicht zu erkennen ist.
          Die gesellschaftlich organisierten Fluchthilfen sind jedoch da.

        • „Aber letztlich müssen wir Männer uns da selbst rausholen. Unsere Meinung artikulieren, uns ermutigen aus dem hamsterrad um weibliche Gunst auszubrechen, unseren Preis für sex und commitment zu steigern.“

          Das starke männliche Bedürfnis nach Sex einerseits und die Sozialisation durch die Mutter ist da allerdings ein großes Hindernis. Es lassen sich allerdings bereits Anzeichen erkennen, dass die Bereitschaft von Männern, den Kasper für Frauen zu spielen, abnimmt:

          a) das Bedürfnis nach Bindung mit Frauen sinkt
          b) Freundschaften unter Männern erstarken
          c) Männer sind weniger dominant und ehrgeizig
          d) die Galanterie gegenüber Frauen sinkt
          e) Homophobie nimmt ab

          Einen großen Anteil daran dürfte die leichte Verfügbarkeit von Pornografie haben. Die Entwicklung von realistischen Sexbots dürfte diese Entwicklung beschleunigen.

  2. „Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass Frauen bei all dem Privilegienquatsch den Kürzeren gezogen haben. Bei Männern ist es zum Beispiel viel unwahrscheinlicher, dass sie vergewaltigt werden. Keine Ahnung, aber ich finde einfach, dass das ein besseres Privileg ist, als die Tür aufgehalten zu bekommen“

    könnte man äpfel mit Birnen vergleichen, so könnte man vergewaltigung mit Tür aufhalten vergleichen. Wäre so wie ein kleiner Apfel mit einer riesigen genveränderten Birne zu vergleichen. Das der Apfel da den kürzeren zieht ist logisch.

    Frauen haben Grundsätzlich den Vorteil aus allem anstrengenden und tendenziell bedrohlichen herausgehalten zu werden, es sei denn sie wollen.

    • „Frauen haben Grundsätzlich den Vorteil aus allem anstrengenden und tendenziell bedrohlichen herausgehalten zu werden, es sei denn sie wollen.“

      Ich habe vor einigen Tagen eine Statistik gelesen, finde die Quelle leider nicht mehr, glaube war bei der Tagesschau, über die Opfer im syrischen Bürgerkrieg.
      Es sind in erster Linie, wohl etwa zur Hälfte Soldaten und Aufständische etwa 50:50.
      Die andere Hälfte sind Zivilisten, ganz überwiegend Männer (so etwa 2/3 bis 3/4), dann Kinder !!!!!!!, und im geringem Umfang auch Frauen, wenn ich recht erinnere, so etwa 10 % der Gesamtopferzahl.

      Also bitte die numerischen Angaben nicht auf die Goldwaage legen, aber die Proportionen waren in etwa so.

      Die vielen Ausrufezeichen zeigen mein Befremden, jeder normale Mensch hat doch Mitgefühl für Kinder. Es stimmt mich nachdenklich, das dieses zumindest medial, in unserer Gesellschaft oft übertönt wird von den vielen Klagen über die schlechte Lage von Frauen (kein Aufsichtsratsposten etc.), gerade auch von Frauen, von denen man doch eher erwarten würde, daß ihnen Kinder wichtiger sind als das eigene Wohl.
      Nun gut verhaltensbiologisch nur die eigenen Kinder, aber das sollte doch irgendwie auch gesamtgesellschaftlich durchschlagen, könnte man annehmen.

    • @Teardown

      “Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, dass Frauen bei all dem Privilegienquatsch den Kürzeren gezogen haben. Bei Männern ist es zum Beispiel viel unwahrscheinlicher, dass sie vergewaltigt werden. Keine Ahnung, aber ich finde einfach, dass das ein besseres Privileg ist, als die Tür aufgehalten zu bekommen”

      könnte man äpfel mit Birnen vergleichen, so könnte man vergewaltigung mit Tür aufhalten vergleichen. Wäre so wie ein kleiner Apfel mit einer riesigen genveränderten Birne zu vergleichen. Das der Apfel da den kürzeren zieht ist logisch.

      Stimmt das denn? Ich bin nicht sicher, aber finden die meisten Vergewaltigungen nicht in Gefängnissen statt?

      • „Ich bin nicht sicher, aber finden die meisten Vergewaltigungen nicht in Gefängnissen statt?“

        Ja, aber die werden ja auch von Männer vergewaltigt.

        • Diese ‚Argumentation‘ von der Art „Ja, aber die werden ja auch von Männer vergewaltigt.“ ist mir nur schon häufiger begegnet, wenn man mal erwähnt das Männer häufiger oder genauso oft getötet werden/Gewalt erfahren wie Frauen. Das die Täter Männer sind soll dann wohl irgendwie implizieren das man den männlichen Opfern nicht helfen kann/muss.

        • @Matze
          Naja, der Strafvollzug ist ein staatlich kontrollierter, stark eingeschränkter und von Menschen explizit konzipierter Raum.
          Außerdem kann man davon ausgehen, dass sich die daran Befindlichen wenig freiwillig da aufhalten.
          Er gibt eine Perspektive darauf, wie die Welt aussehe, wenn Politik sich uneingeschränkt auf alle Lebensbereiche ausdehnen und sie bestimmen kann.

  3. Gerade das erste Beispiel habe ich immer völlig anders aufgefasst.
    M.E. liegt das Ignorieren der Frau nicht unbedingt daran, dass man ihr keine Kompetenz zutraut.
    Der Kneipenwirt/Handyverkäufer vermeidet jedoch, mit ihr zu sprechen und sie direkt anzuschauen, um sich nicht dem Verdacht auszusetzen, mit ihr flirten zu wollen, was sonst wohl zu einer Konfrontation mit ihrem Begleiter führen würde.

    • guter Hinweis, ich denke das ist es. Wird sicher oft auch unbewusst erfolgen.

      Zum anderen hat die Frau, wenn dann etwas technisch nicht funktioniert oder zufriedenstellt beim Handy (um bei dem Beispiel zu bleiben) natürlich auch wieder Jemanden, ihren Begleiter, der Schuld ist, weil er es nicht richtig verstanden hat, was ihm da erklärt wurde.

  4. Transsexuelle haben die Erfahrung von zwei Geschlechtern statt von einem. Wenn sie von sich selbst auf alle anderen schließen, ist das also doppelt so fundiert und objektiv. Aber zweimal Null ist immer noch Null.

  5. Dieses Empfinden wird sich nicht ändern. Selbst wenn DieFrauen mehr Privilegien besitzen, werden sie sich immer noch unterprivilegiert fühlen.

    Die Einseitigkeit der Betrachtung ist auch wirklich beachtlich. Es wird bemängelt das Männer Männer ernster nehmen, wenn es um bestimmte Bereiche geht, aber all die Bereich in denen man Männer nix zutraut werden ausgeblendet (Mann kauft Papers und die Verkäufern an der Kasse frag ihn ob seine Frau auch gesagt hat welche er kaufen soll und ob das wirklich diese sind). Ich erlebe es so das sich die Gesprächsthemen in Frauen- und Männergruppen unterscheiden. Es ist für mich einfach viel wahrscheinlicher, das wenn ich einen Mann und eine Frau zum Thema Sport, Politik, Technik oder Handwerk frag, der Mann eher eine Ahnung hat. Wenn es um den Weg geht, ist es genauso, weil in meinem Bekanntenkreis die Männer beruflich auch einfach viel mehr rumkommen. Und wenn man als Paar ins Kino oder ein Restaurant geht… wer wird da in den meisten Fällen bezahlen? Und ist es da so verwunderlich das diese Person angesprochen wird?

    Die Vorteile die man als Mann hat werden ziemlich aufgeblasen, während die Vorteile die Frauen haben heruntergespielt werden.

    „Bei Männern ist es zum Beispiel viel unwahrscheinlicher, dass sie vergewaltigt werden.“

    Solange sich das nicht ändert, werden Frauen sich immer wieder beschweren. Da ändert der Frauenrabatt bei Justizstrafen nix und da wird sich wohl auch nix dran ändern, wenn man Frauen überhaupt nicht mehr einsperrt oder für Verbrechen bestraft, so wie es einzelne Feministinnen immer wieder fordern.

    Es ist auch wirklich sehr praktisch das Frauen bei der Kontaktanbahung mit dem anderen Geschlecht immer schön den passiven Part spielen können. Da ist die Gefahr etwas falsch zu machen, was den anderen nicht gefällt auch viel kleiner.

  6. Interessant. Kaum hat man weibliche Hormone im Körper, fühlt man sich plötzlich als Opfer und trifft nur noch Arschlöcher.
    Eigentlich wollte ich noch ganz süffisant theoretisieren, dass die Hormone wohl auch die Fähigkeit zum logischen Denken zerstören, aber zugunsten aller intelligenter Frauen gehe ich lieber davon aus, dass diese Fähigkeit bei Paris nie sonderlich ausgeprägt war.

    • Zerstört wird die Fähigkeit sicherlich nicht. Aber ich würde mal davon ausgehen, dass sie eher in den Hintergrund rutscht. Und die Wahrnehmung der Umwelt und allgemein die Reizverarbeitung durch das Gehirn sich ändert.

      Logisch-abstrahiertes Denken wird so zu einem bewußteren Akt, den frau eben aktiv in sich selber anstossen muss. So sie denn dies möchte – Wäre ja die nächste Frage: Womit fährt frau besser im Sinne von „sich wohlfühlen“?

  7. Das die Täter Männer sind soll dann wohl irgendwie implizieren das man den männlichen Opfern nicht helfen kann/muss.

    Nö, das soll implizieren dass die tradierten männlich dominierten Strukturen und Verhaltensweisen ( vulgo. Das Patriarchat) daran schuld sind, die der Feminismus ja schon zum Feind erklärt hat, so dass sie den Männern schon helfen.

    Dabei wird darauf hingewiesen, dass in solchen Situationen das Opfer ja in eine traditionell weibliche Rolle gezwungen wird, und quasi als Frau behandelt wird.

    Ich mag die Position jetzt nicht verteidigen, also hau mich nicht :).

    • „die der Feminismus ja schon zum Feind erklärt hat, so dass sie den Männern schon helfen.“

      Frankreich 1943. Ein Jude auf der Flucht vor Nazihäschern klopft an eine resistance Familie und bittet um kurzweiligen Unterschlupf. Die Antwort: Wie spähen nazistellungen für die Alliierten aus und kämpfen auch sonst gegen die Nazis. Wir helfen also auch dir unr schlagen ihm die Tür vor der Nase zu.

      Es ist dieses faschistische Gerede im radikalen feminismus, nein das Individuum ist nicht schlecht, es ist die gruppe. Der mann als boyfriend ist gut, die Ausnahme, die Gruppe der Männer wird bekämpft doch nicht er. Deshalb muss man individuellen Männern auch nicht helfen, weil man ja die Männer bekämpft….

      Und feminismus ist eine Menschenrechtsbewegung…hhaha

  8. @Nina

    Beides ja

    Danke.

    Es kommt mit der Rolle, denke ich. Wenn du sozial Frau bist, willst du ja nicht mit den Jungs um Status konkurrieren. Sonst fangen sie blos an dich als einen von den Jungs zu behandeln, und das war ja nicht die Idee. 🙂

    Es ist eventuell das Gleiche mit den Witzen.

  9. Zum Handykauf: Ja, die Vorurteile! Ich glaube aber gerade nicht, dass es (aus Sicht des Verkäufers) effektiver ist, über den Kopf der Person hinwegzureden, die Kaufinteressent ist. Das ist nur dann förderlich, wenn diese Person signalisiert hat, dass sie die „Verhandlungen“ vom mitgebrachten Helfer führen lassen möchte (der sich dann üblicherweise auch entsprechend einschaltet). In einem Laden, in dem ICH etwas kaufen will und der Verkäufer nicht auf mich eingeht (=seine Verkaufsbemühungen ungefragt nicht auf mich richtet), da kaufe ich doch nix, wenn ich Alternativen habe.

    Im Übrigen ist das Verkaufspersonal in solchen Läden auch nicht immer die Spitze der Intelligenzpyramide. Bei meinem letzten Handykauf habe ich zuletzt die technischen Details der beiden in Betracht kommenden Geräte und die jeweiligen Preise verglichen. Es stellte sich heraus, dass ein Gerät technisch besser bei gleichzeitig niedrigerem (absoluten) Preis war. Das andere hatte ein geringfügig stylischeres Design. Ich habe dann das erste genommen, was den Verkäufer total aus der Bahn geworfen hat. Überhaupt war für ihn unverständlich, dass man sich „für einen Opel entscheidet, wenn man doch nen BMW haben kann“. Das iPhone wäre finanziell nämlich auch drin gewesen, ich habe mich aber aus Gründen (Was ist mir bei einem Handy wichtig, was nicht? Was brauche ich? Wie wirkt sich das auf den Preis aus?) dagegen entschieden.

    • Mir fehlt ein bisschen die Phantasie mir vorzustellen, dass ein Pärchen in einen Elektromarkt geht sie etwas zu einem Produkt fragt, und der Verkäufer ihm antwortet. Tatsächlich wird er beiden antworten, weil er weiss, dass für ihre Kaufentscheidung seine Meinung sehr wesentlich ist. Wenn ich mit Kumpels Klamotten kaufe ist seine Meinung nämlich auch sehr wesentlich, sieht es gut an mir aus oder nicht.

      Also ich glaube nicht, dass ein Verkäufer wenn sie offensichtlich Kaufinteressentin ist, die Männer das Thema unter sich abkaspeln. Dann eher, weil sie sich aus dem Verkaufsgespräch zurückzieht und die Wortführerschaft an ihren männlichen begleiter abgibt. Das ist dann aber wieder eine neue Situation.

      Wenn in einem elektrofachmarkt Verkäufer den männlichen Part eines Pärchen ansprechen, von sich heraus, dann wohl eher aufgrund der Annahme, das der Grund für den Besuch eben männliches Interesse an Technikprodukten ist. Hier wird wieder ein sexismusthema aus einer ganz alltäglichen Situation gestrickt, das nichts mit der Realität zu tun hat. 99 Prozent der dessousverkäuferinnen wird wohl auch vermuten, dass ein mann etwas für frau oder Freundin kaufen will, und nicht für sich. Es ist das wahrscheinlichste, und keine willentliche Diskriminierung von transen zb.

      Junge junge….

      • Das mit den Dessous ist m. E. kein gutes Beispiel, da es in der Tat wenig Männer gibt, die Dessous tragen. Mir fällt aber ein anderes Beispiel ein. Als ich mir nach meinem Auszug aus dem Elternhaus eine Waschmaschine kaufen wollte, hat mich eine Freundin begleitet. Der Verkäufer hat mehr mit ihr geredet als mit mir. Ich könnte daraus jetzt auch Sexismus ableiten und mich beklagen, dass mir als Mann nicht zugetraut wird, eine Waschmaschine zu bedienen. Aber mir war es egal, und wäre es anders gewesen, hätte ich den Verkäufer darauf hingewiesen, dass es hier um eine Waschmaschine für mich geht.

          • @ Nachtschattengewächs
            Damit hast Du wohl recht. Ich finde es auch nicht in jedem Fall schlimm, wenn man mir als Mann etwas nicht zutraut, weil es gesellschaftlich als Frauensache framed. Ich finde es übrigens auch nicht mehr dramatisch, wenn man mir unterstellt, ich hätte eine Freundin. Ich werde wohl altersmilde 🙂

      • @Teardown

        Dann zweifelst Du die Darstellung von Paris Lee an? Denkbar, dass sie es falsch wiedergibt. Besonders schlau von dem Verkäufer wäre es tatsächlich nicht. Nun sind aber natürlich nicht alle Verkäufer besonders schlau, so dass auch das Gegenteil nicht ausgeschlossen ist.

        Das Ganze aber – so habe ich Christians Kommentar verstanden – damit zu erklären, dass das Verkaufspersonal in Paris Lees Beispielfällen den männlichen Begleiter jeweils im betreffenden Sachgebiet für kompetenter hielt und deshalb Paris nicht geantwortet hat, obwohl es um sie ging und sie gefragt hatte, wäre zwar nicht unmöglich, unterstellt große Dummheit beim Verkäufer. Sein Verhälten wäre vor allem auch aus eigennützigen Gründen dumm. Ein Verkäufer, der auf diese Weise potentielle Kunden verärgert, wird tendenziell eher weniger Umsatz machen.

  10. Es hängt zwar nur entfernt mit dem Thema zusammen, aber trotzdem.
    Etwas hat mich bei der gender identity sache immer gewundert:

    Die meisten Leute scheinen sich einig, dass es in Thailand eine Menge mehr Jungs gibt die lieber Mädchen werden, als in europäischen Ländern.

    Schätzungen zur Häufigkeit gibt es etwa hier

    Das hier aus den USA gibt Häufigkeiten von 0.1% – 0.3%.

    Im Gegenzug schätzt ein thailandischer Oberlehrer hier

    The headteacher, Sitisak Sumontha, estimates that in any year between 10% and 20% of his boys consider themselves to be transgender – boys who would rather be girls.

    Meine Hypothesen bis hierhin in keiner speziellen Reihenfolge:

    1) Der Mann spinnt (unwahrscheinlich weil Schätzungen in dem Bereich öfter mal hochkommen)

    2) In Übereinstimmung mit vorherrschenden biologischen Modellen gibt es mindestens einen Einfluß in Thailand, der prä-natale Hormonlevel vergleichsweise kräftig durchschüttelt.

    3) Geschlechtsidentität bei Männern ist weitaus flexibler als man gemeinhin annimmt, und es gibt tatsächlich eine Menge Männer die sich in beiden Rollen wohlfühlen können, sofern kulturelle Einflüsse ‚weiblichen‘ Selbstausdruck bei Männern nicht stark entmutigen.

    Gibt es Meinungen dazu?

  11. Sorry. MAAB ( male assigned at birth ) und FAAB (female assigned at birth) haben ursprünglich die Intersexe verwendet um hervorzuheben, dass sie nicht gefragt wurden. Ein paar von den aufgeregteren amerikanischen Transadvokaten haben das dran übernommen.

    Wenn sie wirklich betonen wollen, dass sie keiner gefragt hat, nehmen sie CAMAN (coercively assigned male at birth ). Bischen redundant, weil in dem Alter eh niemand konsensfähig ist, aber ich finde den Ausdruck ganz lustig. 🙂

  12. Pingback: Warum ich Transsexuelle nicht für Kronzeugen bei Geschlechterthemen halte | Geschlechterallerlei

  13. Pingback: Transgender über Unterschiede nach dem Wechsel in die andere Geschlechterrolle | Alles Evolution

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