Neid als Grundlage der Privilegientheorie

Die Privilegientheorie entdeckt in nahezu allem, was jemanden in irgendeiner Weise besser dastehen lässt, einen unlauteren Vorteil, den er nach Möglichkeit abbauen soll. Das Zeigen, dass es einem gut geht, wird als Angriff auf die, denen es nicht gut geht oder die diesen Vorteil nicht haben, verstanden.

Das macht Neid als Motiv sehr wahrscheinlich. Ich bin neulich noch einmal über diesen Kommentar von Roslin dazu gestolpert:

Neid ist ein weithin unterschätzter Faktor menschlichen Verhaltens.

Auch viele „Gerechtigkeitsfanatiker“ sind im Grunde ihres Tarantelherzens Neidhammel.

Mir fällt ja hier weniger das Poststrukturalistische in’s Auge als das Sozialistische, Gleichheitssehnsüchtige, das Sozialistische im Poststrukturalistischen.

Wenn schon nicht alle gleich glücklich sein können, dann soll doch wenigstens niemand glücklicher sein als ich selbst, denn das macht mich noch unglücklicher, weil obendrein noch neidisch auf das Glück der Glücklicheren.

Besser also, niemand ist glücklich, wenn ich schon unglücklich bin, dann muss ich wenigstens nicht auch noch neidisch sein.

Also gelingt Gleichheit, indem ich alle unglücklich mache, denn alle glücklich zu machen, ist so sehr viel schwerer, so gut wie unmöglich.

Alle unglücklich zu machen, das dagegen ist möglich.

Und so sieht sie auch aus, die Politik aus Tarantelherzen, wenn man ihnen Macht verleiht, den Traranteln.

Sie stellen gleich, indem sie alle gleich unglücklich machen, gleich ihnen selbst, den Taranteln.

Darum wächst schwarzer Schorf, wohin sie beißen, der Schorf, der schon längst in ihren Seelen sitzt, ihren schwarzen, giftigen, an deren Gift sie leiden, etwas weniger, wenn sie auch die anderen leiden machen können.

Wenigstens das.

Mehr können sie nicht, diese „Sozialisten“, Gleichsteller und „Gerechten“, die ihre Tyrannengelüste hinter Tugendphrasen verbergen.

Leiden können sie machen, gleichstellen im Leiden.

Auf ihr Niveau gleichstellen.

Nach unten herunterziehen.

(…)

Das Hohe herunterzubringen, ist relativ einfach, das Niedrige hochzuwuchten dagegen sehr schwer, fast unmöglich, ja oft wirklich unmöglich.

So sieht Gleichstellung mit Macht denn auch oft aus: Das Hohe herunterbringen, die Glücklichen unglücklich machen, die eigene Skrofulose weitergeben, alle infizieren.

Dann ist man immerhin nicht mehr so alleine, ist „normal“.

Macht zwar die Unglücklichen nicht wirklich glücklich, macht die Neidischen aber wenigstens ein bißchen weniger neidisch und lindert so deren Qual.

Durch Vemehrung der Qualen anderer.

Wenn ich leide, sollen wenigstens viele leiden, damit ich nicht auch noch neidisch sein muss auf das Glück derer, die es wagen, glücklich zu sein.

Obwohl ich leide.

Selbst wenn ich vor allem an mir, an meinem unglücklichen Bewusstsein leide, an meinen oft sebst verschuldeten oder vom Schicksal verschuldeten seelischen Verwachsungen und Verkrüppelungen.

Denn auch daran muss ja jemand schuld sein.

Ich kann, ich darf es nicht sein.

Und ein blindes Schicksal, das ich nicht verantwortlich machen kann, darf es auch nicht sein.

Im intersektionalistischen, poststrukturalistischen Feminismus würde man wohl eher sagen, dass ja alle gleich glücklich sein sollen und das eben Eintritt, wenn jeder seine Privilegien aufgibt. Der Begriff der Privilegien ist aber inzwischen so ausgedehnt, dass nahezu alles ein Privileg sein kann. Jedes Glück ist etwas, was man dann hinterfragen muss, vor dessen Wahrnehmung man die Anderen schützen muss, das quasi verheimlicht werden muss – „Heten können ja auch zuhause küssen“ ist insofern ein Neidansatz, wo es „alle sollen Küssen können, wo sie wollen“ nicht wäre.

46 Gedanken zu “Neid als Grundlage der Privilegientheorie

  1. @Christian

    Wo ist Roslin eigentlich hin?
    Weiß das irgendwer?
    Ohne unseren Quoten-Katholiken geht es nicht! 😉

    Bemerkenswert an seiner Kritik ist, sie ist ähnlich der Kritik von ganz links – bzw. der Ex-Antideutschen, die sich auf die kritische Theorie beziehen:

    Repression für alle / „konkret“:

    „Privileg ist ein Wort, von dem auch geduldigen Lesern linker Blogs und Pamphlete mittlerweile speiübel werden dürfte, so omnipräsent ist es; wie Glutamat wird es über fade Textprodukte gestreut, die aus eigener Kraft kaum nach Kritik schmecken.(…)

    Wenn Privilegien sich darüber definieren, »Resultate von Gewaltbeziehungen als genußvoll erlebte Normalität wahrzunehmen« (Kathrin Ganz), dann ist zumindest ein Teil der Bewegung spitz darauf, das Unrecht nicht an der Gewalt, sondern am Genuß zu diagnostizieren. Weil das Privileg auf Gewalt basiert, ist der Privilegierte immer zugleich schuldig, und ihm seine Komplizenschaft aufzuzeigen, Aufgabe des Aktivisten.(…)

    Gleichzeitig wohnt der Theorie vom Privileg selbst die Gewalt inne, die sie vorgeblich bekämpfen will – gehören Privilegien doch schon dem Begriff nach abgeschafft. Mögen Männer auch behaupten, schreibt McIntosh, »sie würden an der Verbesserung der Stellung der Frau, sei es gesellschaftlich, an den Universitäten oder in den Lehrplänen, arbeiten, … sie wollen oder können die Idee der Einschränkung der männlichen Privilegien innerhalb dieser Bereiche nicht unterstützen«. Wenn nicht Rechte erkämpft werden, sondern Privilegien gestrichen, ist das Eichmaß des gesellschaftlichen Fortschritts nicht gewonnene Freiheit, sondern möglichst gleichmäßig verteilte Repression.(…)

    Das Leben derjenigen, die der Unterdrückung entronnen sind, soll mit Schuld aufgeladen, ihr Genuß getrübt werden. Daß frei nach Adorno das Privileg eine Vorstufe zum Menschenrecht ist oder das Privileg eigentlich das Menschenrecht ist, das den anderen fehlt, wird nicht gesehen, denn dem Glück selber wird mißtraut: Alle sollen so unglücklich sein wie die jeweils Unglücklichsten, die die Gesellschaft hervorgebracht hat.

    Paradoxerweise dürfen Privilegien nur dann ausgeübt werden, wenn alle sie haben können; das Glück muß entweder total sein, oder es darf überhaupt nicht sein. Auf Basis dieses reaktionären Privilegienbegriffs ist es dann auch logisch, öffentliche Küsse und Umarmungen zwischen Heterosexuellen zu unterbinden, weil Homosexuelle diese nicht so leicht haben können ebenso logisch wie der Verzicht aufs Essen, weil anderswo Menschen hungern.(…)

    In ihrer Glücksfeindlichkeit verlängern die auf Privilegien angesetzten Kritiker bloß die Repression– und reproduzieren unbewußt jene Ideologie, deren einfachster Modus die Mißgunst ist: Wo immer der Gedanke ans Glück »inmitten der prinzipiellen Versagung als verwirklicht erscheint, müssen sie die Unterdrückung wiederholen, die der eigenen Sehnsucht galt« (Adorno: Elemente des Antisemitismus).

    http://www.konkret-magazin.de/hefte/heftarchiv/id-2013/heft-112013/articles/repression-fuer-alle.html

    Ich hoffe, das trifft ihn nicht allzu hart… 😉

    Schönen Gruß, crumar

    • Danke, crumar, dass Du diesen grandiosen Text mal wieder in Erinnerung rufst.

      Ich habe den Text auch schon mal zitiert unter:
      https://geschlechterallerlei.wordpress.com/2014/11/25/freethenipple-und-feministische-doppelstandards/

      Aufhänger des Textes war der Vorfall bei dem Konzert der Punkband “Feine Sahne Fischfilet” im ArbeiterInnen-Jugend-Zentrum Bielefeld, bei dem sich ein Mitglied der Band erdreistet hatte, ein männliches Privileg in Anspruch zu nehmen, nämlich das Blankziehen des nackten Oberkörpers, was Frauen ja nicht gestattet sei. Was m.E. Nonsens ist, dann Frauen verzichten ja freiwillig auf dieses „Privileg“.

      • @ Aranxo

        „Aufhänger des Textes war der Vorfall bei dem Konzert der Punkband “Feine Sahne Fischfilet” im ArbeiterInnen-Jugend-Zentrum Bielefeld, bei dem sich ein Mitglied der Band erdreistet hatte, ein männliches Privileg in Anspruch zu nehmen, nämlich das Blankziehen des nackten Oberkörpers, was Frauen ja nicht gestattet sei. Was m.E. Nonsens ist, dann Frauen verzichten ja freiwillig auf dieses “Privileg”.“

        Tun sie noch nicht mal wirklich. Frauen können mit Bikini-Oberteil im Prinzip sogar umso „besser“ blankziehen – dann haben sie zwar keinen vollständig nackten Oberkörper, aber mehr Effekt beim anderen Geschlecht hat das dann ja schon. Bauchfrei sieht man auch oft bei Frauen. Und barbusig? Kommt an Badeseen, am Meer, in der Sauna usw. auch oft genug vor.

        Wir Männer haben doch schon lange nicht mehr das Monopol auf freiliegende Nippel. Wofür auch?

      • @Aranxo

        Ahhh, das wusste ich nicht!

        Ist es nicht lustig, dass in Sachen Genderisten so langsam eine Art von „Querfront“ entsteht? 😉
        Die gehen anscheinend *jeder* politischen Fraktion inzwischen schwer auf die Nerven.

        Meine Idee zum Umgang mit den Vollpfosten: „Oh, ein Babbelfluch Opfer!“ 🙂

        Gruß, crumar

    • @ Crumar

      „Wo ist Roslin eigentlich hin?
      Weiß das irgendwer?“

      Ja, das wüsste ich auch gerne mal. Wo ist Roslin? Da drängt sich einem fast schon ein furchtbarer Verdacht auf: Die Femis haben ihn entführt! Womöglich waterboarden die ihn gerade in ihrem Folterkeller.

      Oder er ist vom Geheindienst ins „Gedöns“-Ministerium verschleppt und dort auf einen Wink von Küstenbarbie hin ins vermutlich vorhandene Pyranha-Becken zwecks Entsorgung von „Maskutrollen“ geschmissen worden. Wer weiß?

      Vielleicht hat er aber auch nur eine von Tippse mit dem Nudelholz abgekriegt, weil er zu viel „rumgetrollt“ und sie zu wenig gestreichelt hat.

      ABER KEINE AHNUNG – da kann alles mögliche sein.

      Mal im Ernst: Es ist doch nicht sein Stil, sich einfach so wortlos nicht mehr zu melden?!

      „Ohne unseren Quoten-Katholiken geht es nicht! “

      Das ist allerdings wahr – ich hoffe mal, es ist beim ihm nix Ernstes…

    • @crumar: danke für den Hinweis auf den konkret-Artikel, wirklich lesenswert. Ich bin noch auf einen ähnlichen Artikel gestoßen, den ich genauso interessant fand:

      Alvaro Pino: »Die postmoderne Liebe zu den Schwachen sorgt dafür, dass die Schwachen auch schwach bleiben« (Interview mit Robert Pfaller). Jungle World Nr. 35, 30. August 2012 http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46161.html

      Dieser Text erläutert u.a. den von Robert Pfaller geprägten Begriff „Beuteverzicht“, den „Schutz vor Belästigung“ als zentrales postmodernes gesellschaftliches Leitbild und die desaströsen Auswirkungen dieses Leitbilds.

      Zum Begriff Neid: Roslin benutzt hier alleine die übliche negative Begriffsdeutung (es gibt auch eine positive). Daraus leitet er eine Nivellierung nach unten ab, was vom Ergebnis her sehr ähnlich wie die Theorie von Robert Pfaller aussieht. Pfaller argumentiert aber nach meinem Eindruck viel indirekter und allgemeiner. Seinen „Beuteverzicht“ kann man als Strategie sehen, die in einer desintegrierten Gesellschaft die Entstehung von Neid und Mißgunst verhindert oder reduziert.

      Zum Vergleich von Neid und feministischer Privilegientheorie: beide beziehen sich auf eine jeweilige biologische oder soziale Ungleichheit. Nun ist aber die Wahrnehmung und Bewertung von Ungleichheiten oft ein sozial gesteuerter Vorgang. Die feministische Privilegientheorie dient so gesehen vor allem dazu, die Wahrnehmung und Bewertung von Ungleichheiten zu verstärken und Unzufriedenheit zu erzeugen. Das gilt vor allem für biologische Ungleichheiten (Intelligenz, Gesundheit,…) , die praktisch nicht behebbar sind, und graduelle Ungleichheiten (nach Rainer Paris: Gleichheit. Merkur, 11.08.2009), deren Bewertung willkürlich ist. Paris stellt recht plastisch dar, daß der Prozeß der Behebung gradueller Ungleichheiten, a.k.a. Gleichstellung, nicht zu einem Ende konvergiert. D.h. das Ziel der Gleichheit ist nicht erreichbar und garantiert feministischen Akteuren dauerhafte Arbeitsplätze. Im Gegensatz dazu ist negativer Neid (Mißgunst) eher eine individuelle Charakterschwäche, die überwunden werden kann.

    • „Wo ist Roslin eigentlich hin? Weiß das irgendwer?“

      Dito für Lomi. Letzter Post auf suwasu am 19.12.2014, ungefähr seit der Zeit habe ich auch auf anderen Blogs kein Zeichen mehr von ihm gesehen.

      Opfer der Erkältungs- und UrlaubüberdieJahreswende-Welle? 6 Wochen lang?

      Oder masculist fatigue? Verspüre das manchmal auch. Man hat irgendwie keine Chance, gegen den institutionalisierten Feminismus etwas zu bewirken, die Übermacht ist einfach zu groß

  2. Ist ein wenig offtopic, aber den Aspekt würde ich trotzdem gerne einbringen:

    Der Neidvorwurf ist ja nun ein altbekannter, von Konservativen und Liberalen an das linke/progressive Lager gerichteter, zumindest dann, wenn es um die gesellschaftliche Verteilung von Einkommen und Vermögen, sprich Geld geht. Darin steckt wohl ein Körnchen Wahrheit, auch wenn ich trotzdem der Ansicht bin, dass das gesellschaftliche Vermögen auf ziemlich ungerechte Weise verteilt ist.

    Auf der anderen Seite wird der umgekehrte Vorwurf der Gier an die (Neo-)Liberalen erhoben. Mir fällt da immer unwillkürlich die Rede „Greed is Good“ von Gordon Gekko in „Wall Street“ ein. Michael Douglas war wohl ziemlich irritiert, als er viele Briefe von Wall Street-Managern bekam, die ihm schrieben, dass sie diese Figur als Idol betrachteten, obwohl sie doch eindeutig als eine Schurkenrolle angelegt ist.

    Wer von unschönen Umschreibungen bezüglich Untugenden in Sachen Geld ein wenig verschont wurde bisher, das sind die Konservativen. Ich für meinen Teil denke, die vorherrschende Untugend ist da der Geiz. Konservative sind meistens Menschen, die schon vermögend sind und dieses Vermögen im Unterschied zu den Liberalen oft nicht selbst erarbeitet haben, sondern ererbt. Davon will man natürlich nur möglichst wenig hergeben für die, die nichts haben und in den Augen der Konservativen eh zu faul sind, sich selbst etwas zu erarbeiten.

    Bin gespannt, was Roslin dazu sagt. 😉

    Zum Topic selbst ließe sich auch noch viel sagen. Z.B. dass man vielleicht mehr für das eigene Glück kämpfen sollte als für das Unglück der anderen, z.B. indem Schwule und Lesben eben auch öffentlich knutschen, bis sich darüber irgendwann keiner mehr aufregt. Oder man anstatt über die angeblichen Privilegien der anderen zu lamentieren mal über die eigenen Privilegien nachdenkt (die Frauen ohne Frage haben).

    Auch so ein Opferstatus bringt ja immer ein paar Privilegien mit sich, alleine schon dass man sich damit Mitleid und damit oft Unterstützung erheischt, auch wenn es manchmal gar nicht berechtigt ist. Ich vermute, das ist sogar die eigentliche Strategie hinter der Privilegientheorie.

  3. Es macht schon einen Unterschied, ob man „Chancengleichheit“ fordert oder „Ergebnisgleichheit“:
    Nach der Chancengleichheit ist es ok, daß Bill Gates jetzt der reichste Mann der Welt ist, er hat entsprechende Chancen gehabt und genutzt. Die Brüder Albrecht haben sich ihr Geld redlich verdient. Diese v.g. Personen haben etwas sehr nützliches für die Gesellschaft geschaffen, es sei ihnen gegönnt.
    Nicht mehr mit Chancengleichheit ist z.b. Karl Theodor zu Guttemberg zu erklären, der mit einem ererbten Millionenvermögen und einer zusammenkopierten Doktorarbeit große Auftritte hinlegt(e), eine (für mich) erkennbare nützliche Leistung aber nicht erbracht hat.

    Allerdings driften die Feministinnen inzwischen in die Ergebnisgleichheit ab. D.h. es sollen bestimmte Gruppen über eine Quote dieselben Resulate erreichen, egal ob gleicher oder vergleichbarer Einsatz oder gleiche Chancen bestehen. Hier werden die Chancen der „nichtquotegeförderten“ künstlich beschnitten, um das gewünschte Ergebnis zu erreichen. Es widerspricht der Chancengleichheit, denn echte Chancengleichheit dürfte nicht auf den Chromosomensatz der Personen schauen.

  4. Der Wunsch, gleich behandelt zu werden, nicht schlechter gestellt zu werden als andere, ist natürlich eine fundamentale moralische Intuition, die sicher jeder empfindet.

    Problematisch wird es in dem Augenblick, wo ich jedes negative Gefühl, das ich empfinde, darauf zurückführe, dass ich schlechter gestellt bin als jemand anderes und dieser dafür vernatwortlich ist, das zu ändern.

    So kann man wunderbar die Verantwortung für das eigene Leben abschieben. Wenn es mir schlecht geht, dann müssen erstmal andere ihre Privilegien checken und sie abbauen.

    • @ el mocho

      „Der Wunsch, gleich behandelt zu werden, nicht schlechter gestellt zu werden als andere, ist natürlich eine fundamentale moralische Intuition, die sicher jeder empfindet.“

      Was heisst „nicht schlechter gestellt“?

      Ist der, der einen IQ von 95 hat und deshalb außerhalb der Geistes- und Sozialwissenschaften keinen akademischen Abschluß erreichen kann, „schlechter gestellt“?

      Ist der, der nur 165 cm groß ist und deswegen trotz großem sportlichen Talent keine Handballerkarriere machen kann, „schlechter gestellt“?

      Der Wahn, dass jeder gleich sei und ist er nicht gleich, dies Ausdruck einer „Ungerechtigkeit“ sei, frisst sich durch unsere Gesellschaft.

      Der egalitäre Anspruch, den ja das Christentum vorangetrieben hat, bezog sich ursprünglich auf Gleichheit vor dem Gesetz und gleicher Würde vor Gott.

      Dieser Anspruch wurde dahingehend pervertiert, dass er auf den sozialen, wirtschaftlichen, beruflichen, gesundheitlichen etc. etc. Status, auf Ergebnisgleichheit ausgedehnt wurde.

      Dieser Wahn korrumpiert wichtige gesellschaftliche Entscheidungen wir Schul- und Einwanderungspolitik, um nur zwei zu nennen.

      Das vergiftete die Gemüter.

      Der Neid wurde und wird von den Linken angefüttert. Die Linke lebt vom Neid.

      Pars pro toto ist der Feminismus ein prima Vehikel, eigene Insuffizienzgefühle zu kontrollieren…Privilegien zu erpressen und gesellschaftlich eigentlich negativ konnotierte Gefühle wie Neid, Mißgunst, Ressentiment und Aggressivität in scheinbar moralisch legitimierter Form auszuleben.

      All das ist menschlich.

      Aber Kultur ist auch, nicht alles, was menschlich ist, ungefiltert zum Ausleben zu bringen.

        • Nein, ich meine es wirklich so banal. In Situationen, in denen Menschen als gleiche auftreten, wenn um knappe Güter konkurriert wird stellt sich diese Intuition ein.

          Daraus ergibt sich dann das Streben nach der Eliminierung von Free Ridern.

    • EIn wichtiger Apekt: Nicht alles was individuell vernünftig ist, führt auch gesellschaftlich zu einem vernünftigen Ergebnis und umgekehrt.
      EIn Beispiel: Man könnte man sicher große Einkommen mit noch höheren Prozentsätzen besteuern, würde aber entsprechend Auswanderung riskieren und so ggf. das Steueraufkommen effektiv verringern.

  5. Auch wenn es off-topic ist: Der Text erinnert mich an meine Nachbarn, die meinen Müll durchwühlen, Pakete nur angenommen haben, um zu sehen vom wem und wie oft ich Post bekomme; die an Türen lauschen, die am Wühlen sind, wo sie an Informationen herkommen, mit denen sie mir schaden können und nach Aussagen der anderen Nachbarn Anwesenheitslisten über mich führen. Aus reinem Neid. Da sie nichts finden, erzählen sie eben herum, dass ich so viele Pakte bekommen. Vermutlich mit dem Unterton, ich könne nicht mit Geld umgehen.

    Als wenn ich daran schuld wäre, dass ich besser gestellt bin als sie. Aber der Text hat mir ein paar schöne Zitate geliefert, dass nächste Mal, wenn sie mich Trampel, Arschloch oder blöde Kuh nennen (das ist ein richtig primitives Gesocks), werde ich ihnen jedes Mal mit einem Lächeln ein Zitat um die Ohren werfen.

    • Wenn jemand neidisch ist, am besten von oben herab behandeln. Oder eben die Zitate zum Neid lächelnd zum Besten geben. Bei meinen Nachbarn bemerke ich, dass sie danach oft bis zur Grenze des Herzinfakts am Toben sind.
      Und genau da will ich sie haben, wobei ich darauf achte, auch immer wieder zwischendurch freundlich zu sein, damit kein Gewöhnungseffekt eintritt.

      Morgen schicke ich mal meine Putzfrau zum Flurputzen, dann ist der nächste Wutanfall bei denen garantiert 😉 .

      • Ich habe mehrfach Anzeige wegen Beleidigung erstattet, als ich auf der Wache war, war der Kommissar eher wütend auf mich, weil ich ihm Arbeitszeit koste als auf die. O-Ton:Sind eben alte Leute, die ändert man nicht mehr.

        Gesetze oder auch die Hausordnung interessieren die auch nicht. Sie sind mehrfach angeschrieben worden, dass sie die Flurtüre schließen müssen, aber sie haben sie offen gelassen, obwohl die Hausverwaltung einen Zettel an die Türe gehängt hatte. Sie haben in den Hausflur Löcher gebohrt, um dort ihr Putzzeug zu deponieren. Genau wie die ihr Mineralwasser dort lagern und Poster aufhängen.

        Solchen Leuten kommt man nicht bei, gerade als Eigentümer. Narzissten (vielleicht schon an der Grenze zur asozialen Persönlichkeitsstörung) kann man nur durch Härte begegen. Ich reize sie wo ich kann bis auf Blut, und zwar lieb und nett. Dann sind sie diejenigen, die sich aufregen.

        • Das hat mir der Rechtsanwalt meiner Familie auch schon gesagt. Der Kommissar hat mich ans Ortsgericht verwiesen. Dann müssten sie sich erklären, wobei ich davon ausgehe, dass solchem Gesocks nichts peinlich ist.
          Das ist mir gestern wieder klar geworden, als ich mit einem anderen Nachbarn im Flur unterhielt und die Frau den Kopf aus der Türe streckte, um besser hören zu können. Die beiden hängen hinter der Türe und lauschen, was sich da tut. Wahrscheinlich nicht nur bei mir.

          Das Problem ist nur, dass es ohne Zeugen keine Handhabe gibt. Die beiden brechen täglich mehrere Gesetze, bei der Hausordnung geben sie nicht einmal mehr vor, dass sie sie interessiert.

          Ich fahre mit einem Wechsel aus freundlich und Spitzen verteilen sehr gut, und da deren Motivation der reine Neid ist, kann man die obigen Zitate mit einem Grinsen im Gesicht ab und zu hinpfeffern.

          Die bekommen jetzt schon oft einen Koller, ohne etwas sagen zu können. Letztens hat der Mann wieder in der Wohnung rumgekrieschen, nachdem ich die Frau in Gegenwart anderer mit den Worten *Da kommt ja die Dame mit dem vornehmen Wortschatz* begrüßt habe – und jeder grinste, weil inzwischen jeder weiß, dass die beiden sich bei Trampel, blöde Kuh und Arschloch mal langsam anfangen wohl zu fühlen.

          Letztendlich schaden sie sich so nur selbst, vor allem, da er wohl herzkrank ist und vor allem ein richtiger Choleriker 😉 .

        • ät Nomade:

          „Sie haben in den Hausflur Löcher gebohrt, um dort ihr Putzzeug zu deponieren. Genau wie die ihr Mineralwasser dort lagern und Poster aufhängen.“

          Sag mal, wohnst Du im Problembezirk? 🙂
          Aber wenn Ihr Wasser offen rumsteht, bringt das einen ja auf Ideen. Viele Abführmittel sind farblos…..

        • Ganz im Gegenteil, vor ein paar Jahren hatten wir hier den vierthöchsten Mietspiegel in ganz Deutschland. Der Ort gehört zum Speckgürten von Frankfurt/Main. Aber asoziales Gesocks gibt es halt überall. Auf die Idee mit dem Wasser bin ich auch schon gekommen, aber ich mache mich wegen denen doch nicht strafbar.

          Wie schon geschrieben, er soll herzkrank sein, ein Choleriker ist er auf jeden Fall, damit kann man durchaus arbeiten. Eben auf die freundliche Art, zur Begrüßung, wie schön es ist, das liebliche Gesicht der Frau zu sehen (sie sieht total verbittert aus); wenn Leute dabei sind, die Bescheid wissen, verlauten lassen, dass da die Dame mit dem vornehmen Wortschatz kommt…ich habe auch meine Methoden.

          Außer das sie neidisch sind (wofür ich aber auch nichts kann), habe ich denen nie etwas getan. Im Gegenteil, ich habe einmal erlebt, dass er mir strahlend ein Paket überreichte, und als die Wohnungstüre noch nicht ganz zu war, haben beide aufs Widerlichste über mich hergezogen, wie dumm, blöd und wasweißichnichtalles ich bin, weil ich *Malen nach Zahlen* mache. (Ich hatte mir das Bild direkt von Schipper schicken lassen).
          Denen ist keine Information zu klein, um sie nicht negativ auszuschlachten. Und ich war trotz dieses Vorfalls immer noch nett und freundlich zu ihnen.
          Ich weiß auch, dass sie mich seit 4,5 Jahren aufs Peinlichste kontrollieren und wenn ich mit Leuten aus dem Haus spreche, dann erzählen diese immer, dass die beiden schon versucht haben, mich zu verleumden.

          Aber seit einem halben sind sie offen feindselig und irgendwann konnte ich das auch nicht mehr überspielen.
          Jetzt demütige ich sie eben, wo immer ich kann. Einmal meinte sie, ich würde nie den Flur putzen, sondern putzen lassen. Worauf ich ihr anstrahlte und meinte, dass sich ordiäre Proleten wie sie es sind dafür auch besser eigenen würden. Dem Gesichtsausdruck nach hat das gesessen.

          Das war das Härteste, was ich denen je gesagt habe, ich arbeite lieber mit Ironie, die kommt fast noch besser an. Ich habe genug Bücher über die Narzzistische Persönlichkeitsstörung gelesen, um zu wissen, man den (so gut die nicht vorhandenen) Kern der Persönlichkeit treffen und endgültig zerstören kann.

          Gestern war der Mann wieder wütend, dass ich die Brandschutztüre geschlossen habe und schrie mich an, ich wäre ein Trampel. Ich strahlte ihn an und meinte, es wäre schön, mit einem so ausgeglichen Charakter auf einem Flur leben zu dürfen. Und schönen Tag noch. – Da hat er die Wohnungstüre zugeknallt, dass ich dachte, die fliegt gleich aus den Angeln.

          Und Ursache des ganzen ist, dass sie vor Neid zerfressen müssen. Sie phantasieren sich etwas zusammen, meine Familie wird in deren Köpfen immer reicher (und sie im Verhältnis immer ärmer) und damit kommen sie nicht klar.

        • ät Nomade:

          Das Bohren von riesigen Löchern in Wände zum Verstauen von Gegenständen ist schwere Sachbeschädigung. Müßte der Hausbesitzer da nicht fuchsig werden? Mein Vermieter wir schon nervös, wenn ich einen Haken in die Decke schraube.

          Ansonsten finde ich den Vorschlag von Evochris günstig. Dokumentieren, Zeugenaussagen sammeln, den Vermieter bombardieren, dann zuschlagen. Irgendwann nutzt auch das Mietrecht nach 20 Jahren (?) Mietdauer nichts mehr.

          Wenn die alten Leutchen unzurechnungsfähig werden, ist das ein Grund, sie staatlicherseits in ein Heim zu stecken.

        • Gehört denen die Wohnung oder das ganze Haus? Im letzteren Fall wäre ein Umzug Deinerseits ja nicht ganz sinnlos..

          Trotzdem: riesige Löcher bohren im Allmende-Bereich? Da können die anderen Besitzer fuchsig werden.

        • https://nomasfotos.wordpress.com/2015/01/31/flur/

          Das war schon so, als ich eingezogen bin. Das sie am Ende des Flurs wohnen, hat es mich auch nie gestört.

          Was mich ganz massiv störist, dass sie seit meinem Einzug mich im ganzen Haus zu verleumden versuchen und nun offen aggressiv mit Beleidigungen um sich schmeissen.

          Und das aus purem Neid, weil es mir gut geht und bei denen der Höhepunkt des Jahres drei Wochen Schweiz sind. Vielleicht auch, weil sie sich nach Auskunft der direkten Nachbarn angehen wie die Besenbinder, während ich unbelastet bin.

          Ich kann aus meiner Warte nur sagen, dass ich immer betont höflich gewesen bin und über Vieles hinweg gesehen habe. Sofern ich überhaupt etwas mit ihnen zu tun hatte, meistens habe ich mich kurz bedankt, dass sie meine Pakete angenommen haben, wenn auch aus reiner Neugierde, und bin wieder in meiner Wohnung verschwunden.

          Sie wurden auch schon mehrmals wegen dem Offenstehen der Flurtüre angeschrieben, im aktuellen Schreiben an alle weist der Verwalter darauf hin, dass es ein Straftatbestand ist, wenn diese offen steht. Und was passiert? Ich komme nach Hause, schließe die Flurtüre und keine fünf Minuten später reißen sie die Türe auf. Sie wollen, dass den ganzen Tag der Flur durchlüftet wird und wenn es richtig doll kommt, werden im Hausflur noch die Fenster auf Kippe gestellt, damit es noch mal so richtig schön kalt wird.

          Keine der drei anderen Parteien auf unserem Flur möchte, dass die Türe offen steht, aber die beiden setzen sich über den Willen der anderen, die Hausordung und Gesetze einfach hinweg.

        • Da können die anderen Besitzer fuchsig werden.

          – Tja, die machen es so, wie ich seit meinem Umzug: Sie finden es häßlich, wollen aber keinen Ärger. Was auch das Vernünftigste ist, wenn die beiden nicht seit sechs Monaten so offen aggressiv wären, hätte ich auch geschluckt, aber nichts gesagt.

          Dabei ist mir die geschlossene Türe wegen Diebesbanden sehr wichtig. Beim Nachbarn meiner Eltern, ebenfalls hier im Kreis wohnend, wurde schon fünf Mal eingebrochen.

        • Du kannst sie zivilrechtlich auf Unterlassung verklagen. Dann werden bei jeder weiteren Zuwiderhandlung Ordnungsgelder fällig, wenn sie die außergerichtliche Unterlassungserklärung unterschreiben sogar Vertragsstrafen direkt an dich

          – Gerade erst gesehen, Entschuldigung.

          Die lassen ihre unflätigen Ausdrücke schon immer nur dann los, wenn kein Zeuge dabei ist. Wobei man Ar***loch, blöde Kuh, Trampel ect. als Ausdruck der Hilflosgkeit sehen muss, wenn ich nachfrage, warum sie die Hausordung missachten oder einfach hinter ihnen die Türe schliesse. Weil sie außer ihrem Alterstarrsinn, bei sind 1943 geboren, keine Begründung haben.

        • Habe die Bilder gerade gesehen. Ach so, da ist nur ein Haken. Dachte, die hätten da richtige Löcher in die Wand gestemmt. 🙂
          Sehe ich als nicht-nutzfähige Bagatelle an.

          Das „A-Loch“ würd ich allerdings nutzen. Aufnahmefunktion am Händi (oder Kamera…) oder Diktiergerät, und schon hagelt es Geldstrafen…
          Da überlegen sie sich in Zukunft vielleicht, was sie tun.

  6. Im Spiegel stand mal ein Artikel über eine Studie/Theorie zu Neid: Er soll ein natürlich evolvierter Faktor sein, um wenigstens innerhalb einer Gruppe Statusabgrenzungen abzumildern.

    Leider gibt es ja beim Menschen ein erhebliches Bedürfnis, sich durch „moralische“ Ideologien (wie bei reichen Linken-Gendas-PClern) oder auch schlicht Luxusgeprotze gegenüber anderen Menschen abzuheben.

    Gleichzeitig habe sich der Neid als Gegengewicht gebildet.

    Was haltet Ihr von dieser Idee?

    • „Was haltet Ihr von dieser Idee?“

      Viel – es ist einfach schrecklich wahr: Der Mensch ist ein Hierarchietier und hat dementsprechend unangenehme Eigenschaften. Deshalb das Geprotze mit den Autos und in jüngerer Vergangenheit dieses fast schon zwanghafte Smartphone-zur-Schau-Stellen in öffentlichen Verkehrsmitteln und sonst wo. Und mit der Markenkleidung bei Jugendlichen.

      Im Bezug auf Ideologien: Es wird auch Menschen mit echten Idealen geben. Aber es kommt halt vor, dass Weltanschauungen aller Art, teils auch Religionen, und vor allem deren demonstrative Vertretung vor allem dem Statusaufbau dient, dazu dient, die Schichtszugehörigkeit zu unterstreichen. Motto: „Seht her, wir gehören dazu, wir sind kein Gesinde, gehören nicht zur Unterschicht!“

      Gerade auch im Bildungsbereich geht es im Wahrheit oft um Status und die Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Schicht – und nicht um die Bildung selbst.

      Wie viele Eltern wollen um jeden Preis ein Vorzeigekind mit Abitur, Hochschulabschluss, prestigeträchtigem Job, dicken Gehalt und vorher mit der Fähigkeit, eines oder mehrere Musikinstrumente spielen zu können?

      Verdammt viele. Und die interessieren sich meist nicht für die Bildung selbst, oft noch nicht mal für ihr Kind, sondern dafür, sich mit den Federn ihres Vorzeigekindes schmücken zu können.

      Einmal damals im Zug – da war ich vielleicht 22, 23, oder 24 Jahre alt – unterhielt ich mich mit einem Ehepaar.

      Die waren eigentlich ganz nett. Aber dann, am Ende des Gespräches, packte sie aus mit „Mein Sohn ist Oberarzt in Düsseldorf.“

      Mir wäre fast ein „…und meiner ist Chefarzt in der Berliner Charité!“ herausgerutscht, um ihr mal den Spiegel vorzuhalten. Aber sie war ja sonst ganz nett, da hab ich es mir verkniffen.

      Als wenn solche Leute sich für die Medizin als Fach selbst groß interessierten. Aber als Sohn einen Oberarzt in Düsseldorf zu haben, das finden die geil, der ist für die zumindest auch das, was für den männlichen Pfau die langen, bunten Federn sind.

      Einmal meinte – das fällt mir an der Stelle gerade ein – am Fernsehen eine Domina: „Jo, zu mir kommen nicht nur Perverse, sondern auch Ärzte & Rechtsanwälte…“

      Da soll noch einer sagen, Bildungs- und Berufsabschlüsse hätten nichts mit Status zu tun.

      • Nachtrag:

        Das hier

        poetree2013.files.wordpress.com/2013/05/die-hochleistungstochter.doc

        passt zu so Eltern, die ein Vorzeigekind brauchen zwecks Statusaufbau.

      • „Es wird auch Menschen mit echten Idealen geben. “

        Findste wirklich? Na ja. OK, ich kenne Christen, die in Afrika soziale Arbeit geleistet haben. Oder welche, die sich hier um Streunerkatzen kümmern. Hat allerdings eher doch immer einen egoistischen Kern.
        Nun gut, wenn was dabei rumkommt….

        Was ich meinte ist, daß der Neid sich als Korrektiv zum Statusgeprotze entwickelt hat.

        Die Fortpflanzungsstrategie von Männern zB ist ja nicht NUR auf Masse ausgelegt; es gibt auch Liebe, um zumindest zeitweise testosternlastiges Verhalten zu mildern, weil es dem aktuellen Nachwuchs dient.

      • Und mit der Markenkleidung bei Jugendlichen.

        – Wobei ich zugeben muss: Wenn ich gute Kleidung anziehe, dann merke ich, dass ich mich ganz anders bewege, als wenn ich im Schlabber-T-Shirt herumlaufe. Ich habe andere Leute befragt und denen geht es genauso. Ich laufe aufrechter, bewege die Beine anders und fühle mich auch anders.

        Bei Jugendlichen kommt noch ein Anpassungsdruck dazu, unsere Standarduniform waren Nike, Levis 501 und Windsurfing Chiemsee. Und obwohl ich das Design von WC nie sonderlich schön fand, habe ich es angezogen, um dazu zugegehören. Mit protzen hat das nichts zu tun gehabt.

  7. Dem kann man nur durch ein rationales Gerechtigkeitskonzept entgehen.
    Was vielleicht zu Hause funktioniert, funktioniert ob seiner vielfältigen Seiteneffekte nicht notwendigerweise gesellschaftlich.

    Was für die schwäbische Hausfrau gut ist, muss nicht notwendigerweise für die Gesellchaft als Ganzes gut sein. Und -leider – auch umgekehrt.

    Mein Leitspruch dazu ist „Schau anderen nur in den Suppentopf, wenn Du wissen willst ob er genug hat, nicht aber ob er mehr hat“.

  8. „Im intersektionalistischen, poststrukturalistischen Feminismus würde man wohl eher sagen, dass ja alle gleich glücklich sein sollen und das eben Eintritt, wenn jeder seine Privilegien aufgibt.“
    Interessant ist dabei auch ich die Frage, wie das nun passieren soll. Ich bin z.B. privilegiert gegenüber einem Rollstuhlfahrer, weil ich zwei gesunde Beine habe. Wie gebe ich dieses Privileg denn auf? Indem ich mir selbst die Beine breche?

  9. Bei der Thematik bildungsprolle ich sogleich mal, indem ich die Lektüre von Kurt Vonneguts „Harrison Bergeron“ empfehle.

    In dieser Kurzgeschichte wurde die Gleichheit aller Amerikaner dadurch erreicht, dass schöne Menschen Masken und starke Menschen Gewichte und kluge Menschen lärmende Ohrenstöpsel tragen müssen, damit sie alle auf dem Niveau der Schlechtestgestellten sind.

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