„Gender Sponging“

Science Files will einen neuen Begriff einführen:

Gender Sponging beschreibt den erfolgreichen Versuch von Mittelschichtsfrauen, sich unabhängig von Leistung Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, und zwar auf Kosten aller anderen gesellschaftlichen Gruppen. Gender Sponging ist gesellschaftlich schädliches Verhalten, da es knappe Ressourcen, die in einer für die Gesellschaft produktiven Weise hätten eingesetzt werden können, einer konsumptiven und somit unproduktiven Verwendungsweise zuführt.

Die direkte Übersetzung wäre wohl „Gender Schmarotzerei„, also das Ausnutzen eines bestimmten Geschlechts, um sich Privilegien, die einem nicht zustehen, einzuverleiben. In gewisser Weise also das, was man im Feminismus den Männern generell vorwirft übertragen auf Einzelpersonen.

Der dabei ausgenutzte Mythos soll der sein, dass Frauen benachteiligt sind und insofern durch Ausgleichsmaßnahmen gefördert werden müssen. Auf diesem Mythos aufbauend kann man dann sich selbst über die Ausgleichsmaßnahmen Vorteile verschaffen.

Ich finde es ein interessantes Reframing über ein neues Wort ein Möglichkeit zu schaffen, solche Ansinnen aus dem allgemein eher verwendeten Frame herauszulösen. Damit man dies nutzen kann, müsste es sich natürlich erst verbreiten. Es kann schnell zu einem ungerechten Vorwurf werden, denn tatsächlich gute Frauen können auch nicht verhindern, dass sie, weil die Unternehmen eben Frauenquoten, besonders begehrt sind.

Ist es aus eurer Sicht ein interessanter Begriff?

68 Gedanken zu “„Gender Sponging“

  1. Ich halte das, insbesondere bezogen auf die Frage der Wissenschaftlichkeit, für ein Werturteil.
    Und, es geht am Thema vorbei, nach meiner Auffassung.

    Wobei wir bei der Frage wären: Was ist eigentlich das Thema. Ich denke es geht vor allem darum, dass man mit Hilfe des Genderthemas
    1. gesellschaftliche Ressourcen beanspruchen will und
    2. Politik an der demokratischen Willensbildung vorbei machen will.

    Nun ist es aber so, dass viele Lobbygruppen genau das wollen, aber eben mal nich über das Genderthema. Und insofern ist dieses Bestreben nichts anderes als die Biobauern für ihre Biosiegel tun, die Homöopathen für ihre Pülverchen und Mittelchen, Religionen für ihren Glaube usw usf.

    In einer offenen Gesellschaft nehmen alle diese Gruppen an einem Wettbewerb um die öffentlichen Ressourcen teil.
    Wichtig ist dabei, dass diese Wettbewerb transparent und für alle Beteiligten gleich und nach gesetzlichen Regeln durchgeführt wird.
    Denn niemand weiss ja vorher was das Ergebnis ist und wie gesellschaftlich bedeutend dies am Ende ist.

    • Lobbygruppe haben aber häufig einen gewichtigen Gegenpart. Bei Biobauern ist es der (konservative) Bauerverband, bei Homöopathen sind es (zum Teil) die Krankenkassen, Wissenschaftlervereinigungen, bei Katholiken sind es die Evangelischen oder dort bei bestimmten Themen wie Abtreibung, Scheidung sind es die Parteien. Diese widerstreitenden Gruppen sind häufig gleich stark und/oder von ihren Ressourcen her gesehegeich gut ausgestattet. Das alles haben wir nicht im Falle des derzeit hegemonialen Feminismus‘ oder des Genderwesens. Es gibt keine mächtigen Interessen- oder Lobbygruppe, die sich dagegen wenden, nur ein paar versprengte Männerrechtler, ohne nennenswerten Einfluss oder materielle und personelle Ressourcen.

    • Ich finde das trifft es genau. Darum geht es wirklich.

      Deshalb ist die Benennung richtig, da sie die dem innewohnende Korruption richtig und der Realität entsprech deutlich macht.

      Man bedenke auch dass das bewusst ohne demokratrische Legitimation und verstohlen zu einer Leit-und Querschnittskultur erklärt wurde. Allein die Tatsache an sich so etwas zu erklären wiederspricht einer säkularisierten individuell freiheitlichen Gesellschaft. Das ist tatsächlich DDR 2.0 und ist bereits totalitär im Denken.

      Der aktive Teil im GG Art 3 Abs 2 ist nicht mehr im Geiste GG-konform allein durch den aktiven Aspekt, d.h. Handlungsermächtigung des Staates. Das GG ist zur Handlungsentmächtigung des Staates und zum Schutz des Bürgers da, deshalb dürfen da nur Passiva stehen.

      Wie das GM ausgelegt wird unterluegt der Willkür und ist ideologisch geprägt nämlich feministisch. Eine verlogene Sponging Ideologie par Excellence.

      Nicht nur das dieser Paragraph bereits von den Treiberinnen dazu mit diesem Ansinnen hineingebracht wurde, er ist der Hebel der unser gesamtes GG aushebelt. Damit ist der Rechtsstaat gefallen.

      Dies ist der Unterschied zu allen anderen Lobbygruppen. Es etabliert den totslen Staat, der natürlich immer von ausgrenzenden ideologisch markierten Gruppensponging durchzogen ist. Genau das ist ja Totalität.

      Und die klassischen Auswirkungen sind bereits überall zu spüren. Begünstigungen, Quotierungen, Auswahl nach Gesinnung, Rasse, Geschlecht, … für Gleichstellungen. Zensur und Meinungsunterdrückungen, Diffamierung von Kritik als Hate, politische Presse, …

      Gendersponging ist eigentlich noch zu milde.

  2. „dass sie, weil die Unternehmen eben Frauenquoten, besonders begehrt sind“

    da fehlt was.

    Und es kann nicht in der beschriebenen Weise zu einem „ungerechten“ Vorwurf werden. Dass eine Frauenquote auch dazu führt, dass „tatsächlich gute“ Frauen übermäßig begehrt sind (im Vergleich zu ihrer tatsächlichen Leistung) ist genau das, was Gender Sponging beschreibt. Da ist nichts positives dran – für den Rest der Gesellschaft. Der Vorwurf ist selbst bei der bestleistenden Frau, die von der Quote profitiert (und das tun alle Frauen, die einen quotenbetroffenen Posten haben), berechtigt.

    • Der Vorwurf ist selbst bei der bestleistenden Frau, die von der Quote profitiert (und das tun alle Frauen, die einen quotenbetroffenen Posten haben), berechtigt.

      Durchaus nicht.
      Solche „bestleistende“ Frauen brauchen überhaupt keine Quote. Dadurch, dass sie nur noch als Quotentussis wahrgenommen werden, schadet die Quote ihnen besonders.

      • Was passiert denn wenn eine “bestleistende” Fraue gegen einen “bestleistenden” Mann antritt? Die Frau profitiert dann durch die Quote? Ein fairer Auswahlprozess sieht anders aus.

        • Trotzdem hat Anne recht.
          Eine Frau, die im Bewerbungsverfahren alle Konkurrenten – inclusive der Männer – aufgrund ihrer fachlichen Fähigkeiten ausgestochen hat, muss dennoch mit dem – vielleicht unausgesprochenen – Vorwurf leben, nur aufgrund der Quote an ihre Position gekommen zu sein. Von daher ist die Quotenregelung für die wirklich fähigen Frauen noch unfairer, als für die Männer.
          Das dürfte auch der Grund sein, dass man in der freien Wirtschaft nahezu keine die Quote befürwortende Frau in einer Führungsposition findet.
          Auch hier reines Lesbenrecht für eine dünne Patina der Gesellschaft, die auch noch von ihrer Berufswahl her selbst kaum jemals in die Verlegenheit einer Karriere in der Wirtschaft kommen dürfte.

        • Wenn ich einen Posten bekomme, ist meinem Bankkonto der Grund der dann folgenden Gehaltszahlungen sehr wurst. Das Geld habe ich im Sack, im Gegensatz zu den Leuten die diesen Posten nicht besetzten.

          Dies Ergebnis solcher Postenvergabe ist jetzt also schon unfairer gegen mich, als gegen meine weiterhin postenlosen Mitbewerber. Das wußte ich bin heute allerdings noch nicht …

        • Ich denke nicht das es unfairer ist. Wenn sie ihren Job kann, wird sie sich integrieren und angenommen werden. Der Mann muss sich weiter bewerben und niemand erfährt wie oft er aufgrund seine Geschlechts abgelehnt wurde. Ist ja nicht so das dann irgendwer mal sagt, so nun hast du genug Frauen den Vortritt gelassen.

  3. Hat „Kritische Wissenschaft“ schon irgendwann einmal etwas richtig gemacht?

    Wenn der Begriff den erfolgreichen Versuch von Mittelschichtsfrauen beschreibt, sich unabhängig von Leistung Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, dann müsste es selbstredend „Female Sponging“ heißen, oder „Middle Class Female Sponging“. Andernfalls sollte man die Defintion geschlechtsneutral formulieren.

    2.) Möchte „Kritische Wissenschaft“ in einer Umverteilungsgesellschaft, in der sich irgendwann jeder Vorteile auf Kosten der Gesellschaft verschafft, tatsächlich ein präzises Werturteil darüber abgeben, was konkret „gesellschaftlich schädliches Verhalten“ ist? Darf ich auf dieser Grundlage, von den Autoren von „Kritische Wissenschaft“ eine präzise Auflistung Ihres Lebenslaufes, sowie ihrer Einmahmen und Ausgaben anfordern, um zu beurteilen, ob ihr bisheriges Leben gesellschaftlich eher nützlich oder schädlich gewesen ist?

  4. Wenn die vorgeschaltete Spezifizierung auf „Gender“ weggelassen wird, markiert und benennt der Begriff „Sponging“ einen korrupten unehrlichen Wertemißbrauch zur vielfältigen Bereicherung auf Kosten anderer. Er macht die Betrugs- und Vorteilsverschaffungsintention, die „Verspießung“, die dem „Moralunternehmertum“ so eigen ist, verdichtend deutlich.

    Kollateral von selbsterhöhendem Sponging ist ja Diffamierung und Unterstellungsdenunziation von Gruppen nach Rasse, Geschlecht, Gesinnung, …

  5. „Ist es aus eurer Sicht ein interessanter Begriff?“

    Definitiv – hab ich bereits ins Glossar eingefügt – mit link: Einen neuen Begriff zu prägen, bedeutet, daß die Aussagen zu einem weniger homogen sind. Und das bedeutet natürlich, daß der mainstream nicht zwangsläufig recht hat, weil er die einzige Position ist. Folglich muß man sich auch beim mainstream fragen, ob er recht hat – was für viele Feministen eine völlig neue Erfahrung sein dürfte.

    • @elmar

      „Folglich muß man sich auch beim mainstream fragen, ob er recht hat – was für viele Feministen eine völlig neue Erfahrung sein dürfte.“

      Das wäre erst dann richtig, wenn der Begriff häufiger verwendet wird und Leuten bekannt ist. Was nicht unbedingt zu erwarten ist. Insofern können sie es genauso ignorieren, wie sie auch bisher die „Masku-Szene“ ignorieren

  6. Ein interessanter Begriff, den man sich durchaus merken sollte – auch, wenn er natürlich missbraucht werden wird (eben in der angedachten Art, allen Frauen ihre Leistungen bzw. Bedürfnisse abzusprechen oder zu diskreditieren).
    Um das ein wenig abzumildern wäre es vielleicht sinnvoller, statt Gender (welches zwar auch Klassen und Rassen umfassen kann, aber doch in erster Linie für Geschlecht benutzt wird) etwas allgemeineres „Group“ o.ä. zu verwenden? Das würde den Begriff zumindest ein wenig vom Geschlechterkriegsschlachtfeld rücken.

    • „auch, wenn er natürlich missbraucht werden wird (eben in der angedachten Art, allen Frauen ihre Leistungen bzw. Bedürfnisse abzusprechen oder zu diskreditieren).“

      Ist Gender doch nur die Betrachtung der Frauenseite? Also genau das, was die Genderkritiker zu bemängeln haben?

      Gender Politik = Frauenpolitik … usw.

      • Das ist allgemein umstritten und umkämpft und da wage ich, keinerlei Prognosen oder Einteilungen vorzunehmen.
        Mein Beispiel beschrieb schlicht einen Fall, der bei Verbreitung des Begriffs unvermeidbar eintreten wird – wenn auch natürlich nicht als einziger.

  7. Sorry, aber ich finde, der Begriff stinkt ziemlich nach Sozialneid und ist zudem ziemlich schräg definiert. Pegida auf Gender?

    Wie ist „Leistung“ in diesem Kontext zu definieren? Und was kommt als nächstes? class sponging? race sponging?

    Ist die Vorstellung einer Meritokratie (auch und gerade im wissenschaftlichen Umfeld) nicht eine Illusion, die versucht den Einfluss von Netzwerken, Sympathiefaktor und dem klassischen quid pro quo zu negieren?

    Wie kann ein Wissenschaftler auf die Idee kommen, die Ressource Geld als fixe Größe mit einem variablen Verteilungsschlüssel zu sehen? Kein geld für Gender-Studies bedeutet nicht automatisch mehr Geld für andere Disziplinen.

    Und in einer konsumtiv orientierten Ökonomie den konsumtiven Faktor selber abzuwerten, ist auch ziemlich einäugig. Alle sollen also Schuhe produzieren, aber keiner soll sie kaufen?

    Mir scheint, da haben sich die Erfinder des Begriffs ein wenig verlaufen. Das Schicksal teilen sie dann wohl mit ner Menge Feministas, die auch vor lauter Rape-culture-Bäumen den Wald nicht mehr sehen…

    • Wo haben Sie nur das Geld gefunden?

      Hier die Definition:

      Gender Sponging beschreibt den erfolgreichen Versuch von Mittelschichtsfrauen, sich unabhängig von Leistung Zugang zu Ressourcen zu verschaffen, und zwar auf Kosten aller anderen gesellschaftlichen Gruppen. Gender Sponging ist gesellschaftlich schädliches Verhalten, da es knappe Ressourcen, die in einer für die Gesellschaft produktiven Weise hätten eingesetzt werden können, einer konsumptiven und somit unproduktiven Verwendungsweise zuführt.

      Mir scheint, vor lauter Mühe, uns bei einem Fehler zu erwischen, haben Sie sich verlaufen, aber machen Sie sich nichts daraus, dieses Schicksal teilen Sie, wie Sie ja wissen, mit vielen.

      Noch zum konsumptiven Faktor: Konsum hat nunmal keinen Mehrwert, was Keynesianer gerne vergessen, die denken, wenn man Nachfrage schafft wüchse die Wirtschaft, was sie nun auch im Jahre knapp 80 nach der großen Theorie nicht tut.

      • Habe ich etwas voreilig den verwendeten Begriff „Ressource“ mit Geld übersetzt? Möglicherweise meinten Sie eine ganz andere Ressource, zu denen sich Mittelschichtsfrauen leistungslosen Zugang verschaffen.

        Ich bitte um Aufklärung.

        Auch bin ich weiterhin neugierig, wie „Leistung“ definiert ist. Interpretiere ich den letzten Absatz richtig, dass hier „Mehrwert generieren“ gemeint ist?

        Keynes lag nicht falsch, allerdings hat ihn die Entwicklung überholt. Dennoch liegt er weiterhin in einem Teilbereich, nämlich der materiellen Wirtschaft richtig: materiell Produktion und materielle Konsumtion bedürfen einander.

        Richtig ist allerdings auch: Für das Wirtschaftswachstum als ökonomische Kenngröße ist der Konsum eher unbedeutend.

        • Ihre Fragen können Sie sich selbst beantworten – oder? Immerhin wissen Sie, das Keynes nur „in einem Teilbereich“ überholt ist, was ihn freuen würde, und Thomas Sowell vermutlich den Ärger ins Gesicht treibt, aber, egal, wer derat Bescheid weiß, kann selbst erschließen und bedarf nicht der Nachhilfe, das ist doch richtig – oder?

          Nur ein Tipp: Wenn wir Geld gemeint hätten, dann hätten wir Geld und nicht Ressource geschrieben.

          Die deutsche Sprache hat deshalb so viele Worte, weil es Sinn macht zwischen Kaffee und Rotwein zu unterscheiden.

          Falls Ihnen das alles nicht weiterhelfen sollte, lesen Sie Tullocks episches Werk zum Rent Seeking…

          Etwas Sowell zum Abschluss:

          There are still some die-hard Keynesians today who keep insisting that the government’s “stimulus” spending would have worked, if only it was bigger and lasted longer.
          This is one of those heads-I-win-and-tails-you-lose arguments. Even if the government spends itself into bankruptcy and the economy still does not recover, Keynesians can always say that it would have worked if only the government had spent more.

        • „Immerhin wissen Sie, das Keynes nur “in einem Teilbereich” überholt ist, was ihn freuen würde…“

          Eigentlich hatte ich nahezu das Gegenteil geschrieben: Er ist überholt bis auf einen ökonomischen Teilbereich. Ich denke nicht, dass ihn dies freuen würde. Vielleicht trösten? Vermutlich wäre es ihm völlig egal, getreu seines wohl wichtigsten Postulats: „In the long run…“

          Und, möglicherweise kann ich mir dies alles selber erschließen. Vielleicht auch nicht. Mitgenommen habe ich jetzt aber, dass Sie wohl kein Interesse an einer kritischen Diskussion haben. Ihre Entscheidung und die steht hier für sich selber.

        • Was Sie mitgenommen haben, ist das eine, was Sie hätten mitnehmen können ist, dass wir offensichtlich andere Standards darüber haben, was eine kritische Diskussion ist. Mir hat dazu generell der „positive Teil“ gefehlt, wie Hans Albert wohl gesagt hätte.

          Oder um Sie einmal etwas angewendet zu zitieren: Ist nicht die Vorstellung einer kritischen Diskussion „eine Illusion, die versucht den Einfluss von Netzwerken, Sympathiefaktor und dem klassischen quid pro quo zu negieren?“

          Schönen Abend noch. Mich ruft der Capitol One Cup.

        • Herr Klein, entwede lesen Sie mal Keynes “ The General Theory of Employment, Interest and Money“ oder schreiben Sie wenigstens nicht solchen Quatsch. Per se haben rent-seeking und deficit spending nichts miteinander zu tun. Bei ersterem geht es im Investitionen bei letzterem um Verteilung in Bürokratien oder wenn man es allgemeiner haben will.

          Und „Investitionen“ meint „Schaffung von Realkapital“ in der Abgrenzung der volkswirtschatlichen Gesamtrechnung und dazu soll der Staat sich verschulden, wenn die privaten Investitionen ausfallen.

          Man kann mit dieser Theorie einen expanisven Staatshaushalt nicht begründen. Man kann damit eine Verschuldung des Staates durch Investitionen in Realkapital und Schaffung von Beschäftigung in Krisenzeiten begründen. Der Rest ist politische Demagogie um – tja, rent seeking zu begründen. Keynes sind aber – gerade in Deutschland – allenfalls 5% des deutschen Staatshaushaltes geschuldet (und das ist schon optimistisch).

      • Hinrich Rosenbrock betreibt auch mit Genderzeuchs „rent seking“ im pseudowissenschaftlich-politischen Komplex.

        Aber da er keine Mittelschichtsfrau – jedenfalls nicht im herkömmlichen Sinne ist – würde er nicht unter diese Definition fallen.

        Oder ist das alles nur Satire, die zu weit gegangen ist?

    • „Kein geld für Gender-Studies bedeutet nicht automatisch mehr Geld für andere Disziplinen.“

      Ich habe schon viel feministisches Doublespeak gelesen und bin einigermaßen abgebrüht, aber dieser Satz ist wirklich eine einsame Spitzenleistung. Zum Satz selber:

      Zunächst einmal galt und gilt eher folgende Umkehrung: „Geld für Gender-Studies bedeutet automatisch weniger Geld für andere Disziplinen.“ Die Ministerien haben für Unis nur feste Summen in den Etats und können aktuell noch nicht einmal die Studienbeiträge, die in diversen Ländern entfallen sind, ersetzen. In der Vergangenheit haben sich die Gender Studies daher m.W. ausschließlich zu Lasten anderer Disziplinen ausgebreitet, z.B. durch direkte oder indirekte Umwidmung von Stellen.

      Wenn man „Kein geld für Gender-Studies“ versteht als „Kein geld MEHR für Gender-Studies“, also Studienangebote zu schließen und die Genderforscherinnen zu entlassen bzw. nicht weiterzubeschäftigen, dann hätte das natürlich umgehend mehr Geld für andere Disziplinen zur Folge. Die Uni-Etats richten sich nicht danach, ob die Studenten auf einen Studiengang mehr oder weniger verteilt sind.

      Inhaltlich ist der Satz also eine eindeutige Falschaussage. Zugleich erklärt er unter der Hand die enormen Ausgaben für das vorhandene Gender Studies-Personal zum Naturzustand – nichts könnte ferner von der Realität sein, s. hierzu die massive Krittik an der Wissenschaftlichkeit der Gender Studies.

      • „Inhaltlich ist der Satz also eine eindeutige Falschaussage.“

        Hmm, liege ich falsch?

        Die Hochschulfinanzierung erfolgt doch „üblicherweise“ (OK, hier gilt ja föderales Chaos) in einem Stufenmodell durch die Grundfinanzierung aber auch durch die leistungsorientierte Mittelvergabe. Und hier sind die Zielvorgaben ausformuliert. Zudem gibt es doch noch eine Programmfinanzierung, über die ganz explizit durch die Ministerien Lehr- und Forschungsschwerpunkte der Hochschulen gesteuert wird, auch abseits von Drittmitteln.

        Nehmen wir mal an, „gender studies“ wären direkt oder indirekt Teil der Zielvorgaben und/oder der Programmvorgaben.

        Damit entfiele bei einer Schließung der entsprechenden Institute die Grundlage der Mittelzuweisung. Und damit der entsprechende Geldfluss als solcher.

        Wäre dieser Satz dann immer noch „eine eindeutige Falschaussage“?

        P.S. „dieser Satz ist wirklich eine einsame Spitzenleistung.“

        Danke für die Blumen 😉

        • @PMüller > Hmm, liege ich falsch?

          Ja- Sehr.

          > Die Hochschulfinanzierung erfolgt doch “üblicherweise” (OK, hier gilt ja föderales Chaos) in einem Stufenmodell durch die Grundfinanzierung aber auch durch die leistungsorientierte Mittelvergabe.

          Theoretisch ja. Praktisch Nein.

          > Und hier sind die Zielvorgaben ausformuliert.

          Und wenn die „Zielvorgaben“ gegenderter Blödsinn sind, dann hat das nochmal welche Konsequenz für die Mittelvergabe?

          > Zudem gibt es doch noch eine Programmfinanzierung, über die ganz explizit durch die Ministerien Lehr- und Forschungsschwerpunkte der Hochschulen gesteuert wird, auch abseits von Drittmitteln.

          Äh… ja, das ist auch einer der Kritikpunkte: Die „Programmfinanzierung“ geht sehr zu Gunsten politischer Ziele und wenig zu Gunsten wissenschaftlicher Erkenntnisgebiete. Die wissenschaftliche Erkenntnis sind die Gender Studies de facto noch schuldig.

          > Nehmen wir mal an, “gender studies” wären direkt oder indirekt Teil der Zielvorgaben und/oder der Programmvorgaben.

          Ja sind sie doch. Man fragt sich nur, warum und zu welchem Zweck.

          > Wäre dieser Satz dann immer noch “eine eindeutige Falschaussage”?

          Das bezieht sich auf „die Genderforscherinnen zu entlassen .. hätte das natürlich umgehend mehr Geld für andere Disziplinen zur Folge.“

          Nö. Ich weiß auch nicht, woher dieses Postulat kommen soll. Es würde ja reichen, aufzuhören, Geld zu verbrennen. Aber wenn’s eh da ist, könnte man es ja sinnvoller verwenden, klar. Sagt aber niemand – außer Dir. Finde ich gut. Noch besser fände ich weniger Steuern. Auch die 0,x %.

        • @Peter Müller „Danke für die Blumen“

          tut mir leid, wenn meine Reaktion etwas harsch war, vermutlich kann man halbwegs brauchbare Kenntnisse über die Hochschulfinanzierung doch nicht als Allgemeinwissen unterstellen.

          Ich habe jetzt einen ausführlicheren Text Gehen Gender Studies zu Lasten anderer Disziplinen? geschrieben, der hoffentlich allgemeinverständlich in die Zusammenhänge, die in Wirklichkeit noch weitaus komplizierter sind, einführt.

          Die Antwort auf die Titelfrage ist jedenfalls: „ja“.

          Falls noch Fragen und Unklarheiten verbleiben, bitte hier äußern, ich verbessere den Text dann ggf.

          Die erwähnte leistungsorientierte Mittelvergabe ist hier irrelevant. Es geht bei den Gender Studies um grundständige Studiengänge, die über die Grundfinanzierung finanziert werden müssen. Die leistungsorientierte Mittelvergabe verteilt soweit mir bekannten nur einen kleinen Anteil (ca. 10%) der Grundfinanzierung zwischen den Hochschulen eines Landes (!) um. D.h. Studiengänge z.B. mit langen Durchschnittstudiendauern oder hohen Abbrecherquoten werden bestraft und bekommen Mittel von der eigentlich notwendigen Grundfinanzierung abgezogen, die dann den „besseren“ Hochschulen als Belohnung zugeteilt werden.

          Eine „Programmfinanzierung“, bei dem ein Wissenschaftsministerium Geld aus dem Hut zaubert und ein grundständiges, auf Dauer angelegtes Lehrangebot finanziert, kann ich mir nicht vorstellen. Sehr wohl kann natürlich ein feministisches Ministerium anordnen oder „es dringend empfehlen“, diese oder jene Professur, die neu besetzt werden muß, umzuwidmen in Richtung Gender Studies. Das ganze geht aber immer zu Lasten vorhandener anderer Fächer.

          Man darf das ganze m.E. nicht aus der Perspektive eines einzelnen Studiengangs sehen, sondern nur z.B. landesweit. Ein Wissenschaftsministerium sieht sich politisch z.B. 100.000 Studieninteressenten gegenüber und muß die möglichst preigünstig bedienen. Die Unis sind konkurrierende Anbieter von Studienangeboten, die Unis sollen ihre Angebote entsprechend an die Nachfrage anpassen. Das Wissenschaftsministerium kann in dieses Angebot eingreifen, aber es kann keine Immatrikulationen erzwingen und Auslastung erzeugen.

        • @ mitm

          Danke für die ausführlichen Zusatzinfos.

          Mir wurde das seinerzeit mal so erklärt, dass „Gender Studies“ ein den Hochschulen nahegelegter Königsweg wäre, die in den Zielvereinbarungen festgelegte Erhöhung des Frauenanteils zu erreichen.

          Ausserdem würde die EInrichtung als sinnvoll angesehen, um die Position der ansonsten ziemlich rendite- und prestigeschwachen Geisteswissenschaften in den Finanzierungsverhandlungen zu stärken. Dies klang schon so wie „Gender-Studies bewahrt ganze Fakultäten vor dem dicken und oftmals finalen Rotstift“

          Aber ich werde mich da nochmal kundig machen. In dem Thema stecke ich wirklich nicht so tief drin…

  8. „Kannst Du denn Nicht-Leistung definieren?“

    Da die Gesamtdefinition nicht von mir stammt, könnte ich es nur aus dem Text herausinterpretieren. Allerdings steht da nichts von „Nicht-Leistung“, sondern es wird von „unabhängig von Leistung“ gesprochen. Was ja etwas anderes ist, da es Leistung nicht ausschließt.

    Generell wird ja durch Quoten, „positiv“ diskriminierende Fördermaßnahmen etc. das Konkurrenzprinzip ja nicht ausgehebelt, sondern lediglich die Anzahl der Konkurrenten verringert. „Die Frau“ konkurriert dann nicht mehr mit Frauen und Männern, sondern „nur noch“ mit anderen Frauen. Was ja im konkreten Fall der konkreten Frau egal sein dürfte, vor allem wenn sie die begehrte Stelle nicht bekommt, weil eine andere besser Wimpernklimpern konnte.

    Als „Gender-Sponding“ würde ich ausschließlich den Versuch ansehen, dem einzelnen Individuum aufgrund seiner angeborenen Mitgliedschaft in einer Gruppe (hier: Ovularienträger – die Definition von „Gender“ entsorgen Frauen ganz schnell und werden Hardcore-Biologistinnen wenn es ernst wird) den exklusiven Zugang zu Ressourcen staatlich zu garantieren.

    Davon ist in dem Text aber nicht die Rede.

    • Wenn Du etwas unter einem Begriff verstehen würdest(! – warum tust Du es dann nicht einfach?), dies aber nicht in einem Text steht, muß der Fehler nicht im Text liegen.

      Die Praxis von Stellenvergaben widerspricht den von Dir behaupteten Zuständen. Allein wenn Stellenvergaben an eine Frauenförderung gekoppelt ist, zeigt dies doch, daß Männer eben doch ausgeschlossen sind. Ich denke Du kennst die entsprechenden Ausschreibungen nicht, oder willst uns hier einen unterschieben.

      Nebenbei, was rechtfertigt denn zB eine Mathestelle an der H U Berlin nicht an einen Mann zu vergeben, nur weil er ein Mann ist? Die lassen die Stelle lieber unbesetzt! Ist das etwa die Bestenauslese unter Frauen? Lieber eine leere Lehrstelle als dort einen Mann einstellen?

      • @ddbz

        Ich wundere mich auch immer über dur Ansivht von Fairness, Gerechtigkeit und individueller Freiheit sowie dem Prinzip von Leisting linker Denke.

        Irgrndwie ist da immer Gruppen-und Identitätsdenke eingebaut. Führt immer zu Geschleichschaltungsmechanismen, Gesinnungskontrolle, Planwirtschaft und Totalität.

        Vielleicht ein Gen, dass das Hirn anders verdrahtet?

      • @ ddbz

        „Nebenbei, was rechtfertigt denn zB eine Mathestelle an der H U Berlin nicht an einen Mann zu vergeben, nur weil er ein Mann ist?“

        Solche Stellenanzeigen werden dann leichter verstanden.

        Interner Aushang an einem Forschungszentrum:
        „Ausgeschrieben wird die Stelle einer/s Personalsachbearbeiters/in.

        Um den Anteil an Frauen in Führungspositionen(!) zu erhöhen, werden Frauen bei gleicher Qualifikation bevorzugt eingestellt.“

        Hintergrund: die Personalabteilung besteht zu 100% aus Frauen, 11 an der Zahl, wenn ich mich recht entsinne.
        Mit der 12. vergrößert sich die Abteilung also um etwa 8%, was folglich dann einen Frauenanteil Anteil von 108% ausmacht.
        Oder etwa nicht?
        Die Männer haben sich jedenfalls ob dieser mathematischen Fähigkeiten der Frauen köstlich amüsiert.
        Und ich ärgere mich wahrscheinlich bis ins Grab, dass ich die Stellenausschreibung nicht kopiert hab.

    • Irgendwie wird hier der zentrale Punkt übersehen:

      (PMüller)> Generell wird ja durch Quoten, “positiv” diskriminierende Fördermaßnahmen etc. das Konkurrenzprinzip ja nicht ausgehebelt, sondern lediglich die Anzahl der Konkurrenten verringert.

      Das ist Quark.

      Durch die Begrenzung der „´Konkurrenten“ auf „gewisse Konkurrenten“ wird sehr wohl ein freies Konkurrenzprinzip ausgehebelt. „Konkurrenz“ innerhalb einer – von wem auch immer – vorselektierten Gruppe als Konkurrenz zu bezeichnen ist verlogen.

      Beispiel: Wir suchen den besten Marathonläufer Deutschlands. Teilnehmen dürfen: Lieschen Müller aus Dortmund und Mareike Schmidt aus München. Tobias Schreindl aus München darf – aufgrund der verringerten „Anzahl der Konkurrenten“ – nicht teilnehmen. Lieschen Müller gewinnt mit 5h47 und bekommt den Titel „bester Marathonläufer Deutschlands“. Dass der Herr Schreindl nichtrmal die Hälfte der Zeit gebraucht hätte kann man ja getrost ignorieren, gell?

      • Die Gruppe der Konkurrenten ist immer vorselektiert. Im Zweifel ist das erste Selektionskriterium der Zugang zum Markt. Du kannst jetzt die Selektionskriterien unfair finden oder nachteilig auch für den Anbieter des Gutes um das konkurriert werden soll.

        Sowas wie ein „freies Konkurrenzprinzip“ gibt es allerdings nicht.

        Und zu Deinem Beispiel aus dem Sport das schöne, weil aktuelle Gegenbeispiel: Zur Zeit findet die Handball-WM in Katar statt. Die deutsche Mannschaft war eigentlich nicht qualifiziert, hat aber vom Weltverband eine eigens dafür eingeführte „Wildcard“ bekommen, um doch teilnehmen zu dürfen. Dafür wurden die (eigentlich qualifizierten) Australier wieder ausgeladen.

        Nach Deiner reinen Lehre darf sich der diesjährige Handball-Weltmeister (wer auch immer dies wird) dieses Titels nicht rühmen, da es keine richtige Konkurrenz gab. Schließlich hätten die Australier ja besser sein können, wenn sie hätten mitspielen dürfen, oder?

        Andererseits hat der diesjährige Weltmeister aber durchaus das ganze Turnier durchgespielt und zumindest immer dann gewonnen wenn es darauf ankam. Und zwar nach einem einheitlichen (für alle gleichem) Regelwerk. Also doch Konkurrenzkampf?

        Und zurück zu dem Hintergrund meiner Aussage: Ein Argument von Feministas für die Quote war ja u.a., dass damit das Konkurrenzgehabe ausgehebelt wird. Und ich weise daher gerne darauf hin, dass dem keineswegs so ist. Vielmehr konkurrieren Frauen über eine Quote eben nur untereinander. Was, wer Frauen schon hat untereinander um die Wurst hat kämpfen sehen weiss, kein Spaß ist. Nicht mal als Zuschauer…

        • @PMüller: Danke, endlich mal eine gehaltvolle Antwort hier (keinerlei Ironie oder Sarkasmus in dem Satz (und im letzten (und in dem (ach Gott, Internet ist scheiße)))). Ich stimme deinem OP vollumfänglich zu, mit Ausnahme der kritisierten Aussage. Jetzt wird’s allerdings mehr:

          > Die Gruppe der Konkurrenten ist immer vorselektiert.

          De facto vielleicht. Wenn man – wie ich – die Konkurrenten möglichst alle antreten lassen will, bleibt als zentrale Frage offen, wie man genau das hinbekommt. Die stellt nur keiner.

          > Im Zweifel ist das erste Selektionskriterium der Zugang zum Markt.

          Jupp, wäre etwas, was man allen ermöglichen sollte. Haben aber eher alle, wenn man sie nicht – wie durch eine Quote oder Frauenprofessorinnenprogramme oder Frauenbeauftragte oder sowas – von abhält.

          > Du kannst jetzt die Selektionskriterien unfair finden oder nachteilig auch für den Anbieter des Gutes um das konkurriert werden soll.

          Ich bin Freimarktanhänger. Die Selektionskriterien sollte sich der „Anbieter“ frei aussuchen dürfen. Ist ja sein Geld (Produkt etc.). Ich bin nur gegen staatliche Interventionen in den Markt. Der Markt per se ist immer frei und ergibt sich auch immer. Kannste ganz leicht sehen: Sobald Du (als Staat) was verbietest, gibt es sofort einen „Schwarzmarkt“.

          > Sowas wie ein “freies Konkurrenzprinzip” gibt es allerdings nicht.

          Doch. Das schöne an dem Gedanken eines Marktes ist, dass er nur funktionieren kann. Da ein freier Markt auf Subjektebene funktioniert (geh mal einkaufen), muss er auch auf Gesellschaftsebene funktionieren – das Problem ist schlicht, dass staatliche Interventionen immer verhindert haben, dass sich ein freier Markt entfaltet. Ich lasse mich da gerne eines besseren belehren, aber alles, was die Vergangenheit zeigt, ist, dass staatliche Eingriffe in den Markt immer und überall mittel- bis langfristig NUR negativ waren. Und jetzt sag bitte nicht Finanzkrise und Bankenrettung, das waren staatliche Eingriffe.

          > Handball

          Hmmm… natürlich darf sich der Gewinner „Weltmeister“ nach den Kriterien der xyz-Veranstalter nennen. Das heißt nun offenbar nicht, dass sie besser sind, als die Australier. Ist doch beim Boxen ganz deutlich: Da biste Weltmeister in der ABC, aber halt nicht in der DEF.

          Das war aber natürlich keine freie Konkurrenz. Die können sich Weltmeister oder Gott nennen, aber sie können halt nicht behaupten, sie wären besser als alle anderen.

          > Und zurück zu dem Hintergrund meiner Aussage: Ein Argument von Feministas für die Quote war ja u.a., dass damit das Konkurrenzgehabe ausgehebelt wird.

          Ich wüsste nicht, was an Wettbewerb schlecht ist. Wenn man gesellschaftlichen Fortschritt will, muss man um die beste Idee konkurrieren. Ich sehe da auch keine Alternative – außer Stagnation. Ich finde auch, dass es mir gut genug geht. Wir könnten auch gerne aufhören, so zu tun, als müsste es irgendwem besser gehen müssen. Ich sehe aber nur Verschlechterungspläne. Mag ich nicht so, ist sicher intuitiv verständlich

          > Und ich weise daher gerne darauf hin, dass dem keineswegs so ist. Vielmehr konkurrieren Frauen über eine Quote eben nur untereinander.

          Dass die Femi-„Argumente“ verlogen sind, diskutiere ich nichtmal. Das Problem ist nicht, wer da konkurriert, sondern dass – wie die Australier – Leute willkürlich ausgeschlossen werden. Das mag ich weder gutheißen noch unterstützen. Und das ist nicht die Handball-WM, das ist auch mein Land.

          > Was, wer Frauen schon hat untereinander um die Wurst hat kämpfen sehen weiss, kein Spaß ist. Nicht mal als Zuschauer…

          Ihr Problem.

        • @ ddbz

          Es würde mich zumindest schwer beeindrucken 😉 Aber am Ende hast Du recht: So ist das Leben. Da hilft nur mehr Macht zu haben dies zu verhindern. Oder zumindest genug Macht zu haben, um den Schaden für den Gegner so hoch erscheinen zu lassen, dass er gar nicht erst auf solche gefälligen Ideen kommt.

          Speak softly and carry a big stick 😉

        • Nachtrag: @ddbz: Das war nicht seine Aussage und unproduktiv.

          @Thema:

          Ich möchte noch ein Beispiel geben, wie sehr sich die Gesellschaft mittlerweile auf den Staat verlässt – eine gute Freundin arbeitet bei der ARGE und hört regelmäßig Sachen wie „wieso soll ich den Hartz4-Antrag selbst ausfüllen? Wozu sind Sie denn da? Wofür bezahle ich Sie denn

          Andere Bekannte sind Lehrer. Da kommen die Eltern und beschweren sich bei ihnen über die Noten ihrer Kinder. Geht auch an Unis, ich kenne auch Professoren. Was denkt ihr denn, wo eine Gesellschaft hinläuft, wenn keiner mehr auch nur auf die Idee kommt, dass er selbst seines eigenen Schicksals Schmied ist (danke, Sarah Connor)?

          Für jedes Problem, was unsere Gesellschaft hat, kennt der Staat nur eine Lösung: Mehr Staat. Seit 1949. Geholfen hat es nie. Und natürlich ist es vielleicht vermessen, zu behaupten, ich würde es besser wissen als alle anderen, aber das ist, da wir in einer Demokratie leben und mich sicher herzlich wenige wählen würden auch irrelevant. Davon finde ich es aber traurig, unserer an sich sehr netten Gesellschaft dabei zuzusehen, wie sie sich selbst ins Verderben stürzt.

          Und dank des Internets kann ich das wenigstens allen sagen, die das interessiert. Auch Dir, Peter / Ihnen, Herr Müller, wenn Du schreibst, „sowas wie ein freies Konkurrenzprinzip gibt es nicht“, ohne dass das Deine eigentliche Kritik ist. Freie Meinungsäußerung, freie Konkurrenz, freies Eigentum, freie Verträge, und einen Staat, der das garantiert. Alles weniger ist gottverdammtes Mittelalter. Und Mittelalter war nicht so toll wie heute – oder müssen wir das diskutieren? Falls doch: Meine Oma war Adelig und Papa Kleriker. Küss meine Füße, Abschaum.

        • @ Lollipops

          „Die Selektionskriterien sollte sich der “Anbieter” frei aussuchen dürfen. Ist ja sein Geld (Produkt etc.).“

          Dann dürfte es dich ja gar nicht stören, wenn der Anbieter von Stellen im öffentlichen Dienst sich seine Selektionskriterien entsprechend aussucht („Sollte angeborene Eierstöcke haben, mindestens aber eine Vagina“)

          „Da ein freier Markt auf Subjektebene funktioniert (geh mal einkaufen), muss er auch auf Gesellschaftsebene funktionieren – das Problem ist schlicht, dass staatliche Interventionen immer verhindert haben, dass sich ein freier Markt entfaltet.“

          Nach der Theorie ist ein freier Markt einer, in dem ein Polypol (viele Anbieter, viele Nachfrager) ohne Zeitdruck und aus einer jeweils isolierten Position dauerhaft gleichwertig miteinander interagieren.

          In der Praxis findet sich dies so nicht, bzw. nur in einem kleinen Marktsegment und in einem kurzen Zeitraum unmittelbar nach Entstehung des Marktes.

          Ob jetzt staatliche Interventionen dies unterbinden oder sich Interessensgemeinschaften von Marktteilnehmern zur Profitsicherung und -maximierung ausbilden (Kartellbildung), welche sich sich im Verlauf der Entwicklung staatsähnliche Macht aneignen, ist dabei für das Ergebnis (ein regulierter Markt) sekundär.

          „Wir könnten auch gerne aufhören, so zu tun, als müsste es irgendwem besser gehen müssen. Ich sehe aber nur Verschlechterungspläne. Mag ich nicht so, ist sicher intuitiv verständlich“

          Wer mag das schon…Nur ist eben das System zyklisch und wir rutschen gerade fröhlich die absteigende Flanke runter…

        • @ lolli

          Nein, das war nicht seine Aussage. Ich denke aber darauf würde es hinlaufen. Ich sehe nämlich kein Ende dieser Spirale. Es wird doch nicht bei Frauenquoten bleiben …

          Kurz, ich habe den Eindruck, daß eine Frauenquote jetzt scheinbar nicht SO schlimm ist … nur was kommt danach?

        • @ Lollipops

          Eine sehr fundamentale, aber interessante Diskussion:

          „Freie Meinungsäußerung, freie Konkurrenz, freies Eigentum, freie Verträge, und einen Staat, der das garantiert. Alles weniger ist gottverdammtes Mittelalter.“

          „Freie Meinungsäußerung, “

          Wirklich frei, also inklusive Beleidigungen, Verleumdungen etc? Oder doch nur eingeschränkt? Und wenn eingeschränkt, wer setzt die Grenzen fest?

          „freie Konkurrenz“

          Wie könnte eigentlich eine wirklich freie Konkurrenz bei natürlichen Monopolgütern aussehen? Land z.B. ist nicht beliebig vermehrbar und daher schon per se dem freien Markt entzogen.

          „freies Eigentum“

          irgendwie ein Widerspruch in sich. Ein freies Eigentum ist kein Eigentum, da es im Wesenskern des Eigentums liegt, eben nicht frei, sondern Eigentum zu sein.

          „freie Verträge“

          Völlige Vertragsfreiheit inklusive „übers Ohr hauen“ und Sklavenverträge?

          „und einen Staat, der das garantiert.“

          Die Kernfrage: Du willst eine mächtige Institution, die dir das garantiert, garantieren kann. Aber sie soll aus ihrer Macht heraus keine Eigeninteressen entwickeln, welche diese Garantien am Ende unterlaufen?

          Ich glaube, der letzte Versuch dieser Art war 1776. Erfolgreich? Nicht im Sinne dieser Definition…

          „Meine Oma war Adelig und Papa Kleriker. Küss meine Füße, Abschaum.“

          Kardinal von Lollipop, das alleine nützt Dir nichts. Du musst dem Abschaum vorher schon noch einreden und zur Not auch beweisen können, dass es besser für den Abschaum ist, Dir die Füße zu küssen. Kannst Du es nicht…nun: http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/0/03/Guillotine1.jpg

          😉

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