„Yes Means Yes“ ist ein fürchterliches Gesetz, und ich unterstützte es vollkommen“

Ezra Klein. ein Mann und angesehener Wirtschaftsblogger, bewertet „Yes means Yes„:

If the Yes Means Yes law is taken even remotely seriously it will settle like a cold winter on college campuses, throwing everyday sexual practice into doubt and creating a haze of fear and confusion over what counts as consent. This is the case against it, and also the case for it. Because for one in five women to report an attempted or completed sexual assault means that everyday sexual practices on college campuses need to be upended, and men need to feel a cold spike of fear when they begin a sexual encounter.

The Yes Means Yes law could also be called the You Better Be Pretty Damn Sure law. You Better Be Pretty Damn Sure she said yes. You Better Be Pretty Damn Sure she meant to say yes, and wasn’t consenting because she was scared, or high, or too tired of fighting. If you’re one half of a loving, committed relationship, then you probably can Be Pretty Damn Sure. If you’re not, then you better fucking ask.

A version of the You Better Be Pretty Damn Sure law is already in effect at college campuses. It just sits as an impossible burden on women, who need to Be Pretty Damn Sure that the guy who was so nice to them at the party isn’t going to turn into a rapist if they let him into their dorm room — and that’s not something anyone can be sure about. It’s easier to get someone’s consent than it is to peer into their soul.

Das finde ich eine sehr erstaunliche Sicht, weil es – wiedermal – ausblendet, dass die Verlagerung der Beweislast einen Mißbrauch und eine Rache so einfach macht. Klar kann man sagen, dass man dann eben auf Sex verzichten muss, bei dem sie sich schlecht fühlen kann, bei dem sie Rachegelüste haben kann, bei dem für sie ein Anlass besteht, dass sie irgendetwas gegen ihn machen muss – er muss sich eben sicher sein, dass es für sie eine umfassend gute Sache ist – Pretty damm sure eben. Aber ist das wirklich der Weg wie man solche Interaktionen ablaufen lassen möchte? Sollten Erwachsene Leute nicht in der Lage sein, selbst Verantwortung für eine fehlgegangen Interaktion zu tragen?

Natürlich geht auch eine Frau ein Risiko ein, wenn sie mit einem Fremden mitgeht. Er könnte sie vergewaltigen. Die in dem Artikel wiedergegebene Zahl, das alte 1 von 5, ist aber eben so bei weiten nicht zutreffend.

Letztendlich geht es hier nicht darum, dass man sich sicher ist, dass sie wirklich zustimmt. Diese Grenzen sind den Leuten bewußt und wer gegen sie verstößt, der wird sich auch von den neuen Vorschriften nicht abschrecken lassen. Und auch die Regeln des Flirtens und die Lust auf Sex werden sich nicht wirklich ändern – man wird hauptsächlich mehr hoffen, dass sie keine Verrückte ist, die einen wegen irgendwas anzeigt.

47 Gedanken zu “„Yes Means Yes“ ist ein fürchterliches Gesetz, und ich unterstützte es vollkommen“

  1. „Und auch die Regeln des Flirtens und die Lust auf Sex werden sich nicht wirklich ändern …“

    Bringt uns heute für die Diss nix aber ich würde drauf wetten, daß es genauso kommt. Der Mensch hat ein Gehirn und wird sein Verhalten auch nach äusseren Umständen ausrichten und nicht nur an seinen Sex-Trieben.

  2. „er muss sich eben sicher sein, dass es für sie eine umfassend gute Sache ist“

    Das nutzt nur nichts, wenn sie eine Borderlinerin ist. Und 1 von 5 Amerikanerinnen ist BL.*

    Der wichtige Satz in deinem Post ist also „man wird hauptsächlich mehr hoffen, dass sie keine Verrückte ist,“

    Hoffen und dokumentieren.
    Die SMS vom nächsten Morgen aufbewahren als Minimum.

    *Die Zahl hat die gleiche Quelle wie alle Statistiken in diesem Zusammenhang: Gefühlte Wahrheit.

  3. Auf den Amateur Porno Videoportalen wird es dann wohl einen Anstieg der hochgeladenen Videos geben…

    Man könnte ja denken ‚die spinnen, die Amis‘, aber auch in GB in Sex mit einer angetrunkenen Frau eine Vergewaltigung, wenn die Frauen entscheidet dass der Kerl, der Abends in der Bar noch so süß war, am nächsten morgen in anderem Licht dann doch nicht mehr einen so vielversprechenden Eindruck macht. Auch hier gibt es fleißige Biench.I.nnen, die daran arbeiten, das Yes-means-Yes zum Standard zu erheben:

    „Da ja über kurz oder lang jeder Nonsens (siehe aktuelle Befragung DEUTSCHER Jurastudenten und -INNEN zur Todesstrafe) aus den USA hierüberschwappt, wird es wohl nicht mehr lange dauern bis diese Lizenz zum Gelddrucken für gleich zwei Anwälte (NK- und Anklagevertretung!) auch hier Raum greift. Widerspruch de lege ferenda aus der Anwaltschaft wird man natürlich nicht hören, da sich doch ein erweiteretes Geschäftsfeld auftun wird. Natürlich wird sich die Zahl der Verurteilungen bei weiter explodierenden Anzeigezahlen nicht weiter erhöhen – wie schon nach der letzten großen Gesetzesänderung nicht. Aber genau darum geht es ja auch nicht: Es geht darum Männer/Jugen aus Schule, Ausbildung, Studium, Job, Elternschaft oder mit Rachegelüste aus der Partnerschaft allein mit Denunziation rauszukicken.“

    http://www.jurablogs.com/2014/12/03/yes-means-yes-rechtsstaataushebelnder-boesartiger-schwachsinn-ante-portas-gesetz-aus-kalifornien-im-zdf-auslandsjournal-heute-abend

    • „… Aber genau darum geht es ja auch nicht: Es geht darum Männer/Jugen aus Schule, Ausbildung, Studium, Job, Elternschaft oder mit Rachegelüste aus der Partnerschaft allein mit Denunziation rauszukicken.”

      Das steckt hinter fast allem. Und darum geht es eigentlich wirklich.

      Es ist insgesamt ein Schema für den legalen Betrug, echtem Sexismus, Rassismus etc. Der Rechtsstaat stört insofern, indem er das noch verhindert.

      Aber das wird sicherlich langsam aber sicher auch verändert.

      Auch zeigt es die charakterliche wie kulturelle Entwicklung von Frauen und die dunklen Seiten ihres Naturells. Ich kenn eigentlich kein mieseres menschliches Zeugnis. Aber vielleicht werden auch Männer so, wenn sie sozial, gesetzlich, etc. nicht für ihr betrügerisch motiviertes Verhalten sanktioniert, sondern sogar belohnt werden.

      Menschlich und gesellschaftlich sehr widerlich, was sich das entwickelt.

      • @ petpanther

        „Auch zeigt es die charakterliche wie kulturelle Entwicklung von Frauen und die dunklen Seiten ihres Naturells.“

        Ich sehe das etwas anders. Jede Opfergruppe nimmt diese Angebote mehr oder weniger dankend an. Unabhängig vom Geschlecht.

      • „die dunklen Seiten ihres Naturells.“

        Oh Mann! Glaubst du das eigentlich? Das klingt für mich fast schon wie ein „alle Männer sind Vergewaltiger“.

        • “ Das klingt für mich fast schon wie ein “alle Männer sind Vergewaltiger”.“

          Ja fast. Aber ich meine es im Sinne, dass beide Geschlechter so ihre negativen Seiten haben. Und die der Frauen schlagen jetzt ungebremst und sichtbar durch.

          Ich schreibe ja auch, dass wenn man Männern derartige Freiräume ohne Konsequenzen ließe in diesem Sinne ihre Charakterschwächen hervortreten würden.

          Es ist nun mehr als deutlich wo diejenigen der Frauen sind.

        • @Matze, @petpanther:
          Sorry schon mal für dieses Video: http://www.liveleak.com/view?i=624_1366952938 – hier schneidet ein Mann seiner Frau den Kopf ab, angeblich als Folge eines Eifersuchtsdramas.

          So sieht meiner Meinung nach die dunkle Seite von Männern aus, wenn diese nicht durch Zivilisation und Gesetze eingeschränkt wird und Menschen das Gefühl bekommen sie können tun und lassen was ihnen beliebt (Mechanismen die z.B. in Mexiko gegenüber der Drogenmafia versagen)

          Da wird einem erst mal klar, wie abgründig Menschen sein können.

        • Menschen können abgründig sein. Das sagte ich ja. Eine Frau könnt so etwas genauso.

          Das sieht nach Nachahmung der Beheading Videos des IS aus. Mexico. Haben sie da nicht kürzlich mehr als ein dutzend Studenten geschlachtet? Auch dort Entgrenzung.

  4. Nun, mir scheint der entscheidende Teil-Satz in dieser bemerkenswerten (i.S.v. merkwürdigen) Einlassungen dieser hier zu sein:
    „and men need to feel a cold spike of fear when they begin a sexual encounter“.

    Hier scheint ein Motiv mit schillernder Tiefenstruktur durch.

    Und so ganz nebenbei wird – wieder einmal – die Axt an fundamentale rechtsstaatliche Prinzipien gelegt. Wenn man dem Link von Matze folgt, stößt man auf den Anmoderationstext einer ZDF-Auslandsjournal-Sendung aus dem letzten Monat, in dem es heißt:
    „Klarer wird die Regelung nicht. Auch hier können natürlich in einem Verfahren kaum gesicherte Beweise vorliegen. Aber, so hoffen die Befürworter des neuen Gesetzes, die Beweislast verschiebt sich jetzt vom Opfer auf den Täter.“

    Kurz: Gewonnen wir strafrechtlich-prozedural bezüglich der Wirklichen Klärung eines Sachverhalts nichts. In einer Aussage-gegen-Aussage-Situation wird nur das „es war einvernehmlich“ vs. „es war nicht einvernehmlich“ gegen „sie hat zugestimmt“ vs. „ich habe nicht zugestimmt“ getauscht. Ohne weitere Zeugen oder objektive Beweismittel bleibt das eine so schwierig wie das andere in der Beweiswürdigung in einem Strafprozesskontext.
    Aber: Die Beweislast ist umgedreht. Nicht die Anklage hat die Tat zu beweisen, der Angeklagte hat seine Unschuld zu beweisen.

    Es scheint: Das Zeitalter der bürgerlichen Freiheitsrechte und einer (relativen) Rechtssicherheit geht zu Ende. „Yes means Yes“ ist da nur ein Mosaikstein.

    We are doomed – and I do indeed feel a cold spike fo fear.

  5. Ich kenne da einen Ort, wo man völlig legalen Sex haben kann als Mann und keine Angst haben muss. Man bekommt dort keine Anzeige. Diesen Ort nennt man Bordell.

  6. Die vorwegnehmende Schuldzuweisung vor Eintritt einer Tat, die im Prinzip in jedem Fall auf´s neue vom vorweggenommenen Täter widerlegt werden muss, ist kafkaesk.

    Sie lädt überdurchschnittlich neurotisierte Seelchen, die man unter Frauen z.B. häufiger findet als unter Männern und unter Muslimen häufiger als unter Nichtmuslimen, förmlich dazu ein, sich über die phantasierte sowie aktiv aufgedrängte Opferrolle narzistisch aufzuladen und gleichzeitig die angebotene Opferrolle manipulativ auszunutzen, um materielle oder soziale Bevorzugungen zu erzielen.

    Dieses Vorgehen ist völlig hirnrissig, die gesellschaftlichen Folgen sind ja schon in großem Umfang zu bewundern.

    • @ adrian

      „Was sagt denn das Gesetz aus?“

      Beweislastumkehr.

      Der Beschuldigte muss nachweisen, dass die Beschuldigende eindeutig ihr Einverständnis zu sexuellen Handlungen gegeben hatte.

      Das dürfte nur durch schriftliche Einverständnisserklärungen wie vor medizinischen Eingriffen gewährleistet sein. Sonst steht Aussage gegen Aussage, was zur Schuldannahme führt…aufgrund der Beweislastumkehr. Es muss vom Beschuldigten nachgewiesen werden, dass KEIN Vergehen vorlag.

      Liegt keine vitale Indikation vor, müssen die Einwilligenden mindestens 24 Stunden Bedenkzeit haben, sonst ist die Einwilligung juristisch ungültig.

      Auch Einwilligungen unter Alkoholeinfluß oder anderen psychotropen Substanzen sind potentiell ungültig…ebenso wie Einwilligungen, die unter „emotionalem Druck“ zustande gekommen sind.

      Auch kann man die Einwilligung während der eingewilligten Prozedur jederzeit widerrufen. Das muss beachtet werden.

      Das heisst, der Beweis dafür, das der Sex einvernehmlich war, ist formaljuristisch eigentlich nicht möglich.

      Schöne neue Welt…

      *fg*

      • Wie werden die Richter das wohl bei Gang Bangs werten? Aussage gegen Aussage ist ja das eine, aber fünf Aussagen gegen eine? 😉

        Aber im Ernst:

        Realiter bleibt nur die Variante übrig, die GV-Partnerin entweder voll anyonym zu beglücken;

        Oder nur dann stattfinden zu lassen, wenn mann sicher sein kann, dass das soziale Umfeld der GV-Partnerin solche juristische Amokläufe von ihr verhindert…

      • Vielleicht könnte mann beim Notar nach jedem Geschlechtsakt prophylaktisch hinterlegen, dass man dem Akt nicht zugestimmt hat, sondern nur aus sozialem Druck gehandelt hat, also von der Frau genötigt wurde. Da man aber von einer Anzeige absieht, hinterlegt man nur der From halber die Aussage.

        Im Zweifelsfall wurden also beide gewungen und gaben ihr Einverständnis nicht. Es sei denn, die Frau kann beweisen, dass der Mann sein Einverständnis gegeben hat.

        • @only_me

          Wir brauchen eine obligatorische Kamera, die die Bilder verschlüsselt auf einen Server übersendet, eine Dekodierung nur unter Eingabe der dann vorgeschriebenen Sicherheitscodes beider sowie eines gerichtlichen dritten Schlüssels erlaubt.

          Das ist ja nun wirklich nicht zu kompliziert.

        • Ja, solche James-Bond-Phantasien habe ich auch manchmal 🙂

          Ich hab auf dem MGTOW Forum mal einen Bericht von einem gelesen, der aus einer Anschuldigung im Büro nur rausgekommen ist, weil er immer einen Stimm-aktivierten Voice-Recorder in der Hemdtasche hat und seinem Chef so vorspielen konnte, was wirklich gesagt wurde.
          Aber vielleicht war das ja auch eine Phantasie, die da einer in einem Beitrag ausgelebt hat. Veilleicht war’s ja auch ein Hund.

  7. Diese Diskussion gibt es immer wieder. Die gute Absicht, mehr Frauen vor sexueller Gewalt schützen zu wollen, wird zu einem Terror gegen Männer verdreht. Denn letzten Endes gilt das Gesetz der Verschwörungstheorie: Man kann nie ohne jeden Zweifel beweisen, dass sie wirklich zugestimmt hat. Selbst bei einem schriftlichen Vertrag kann man mutmaßen, dass sie gezwungen wurde / sich bedroht fühlte / aufgrund eines früheren Traumas eingeschränkt in ihrer Handlungsweise war. Selbst das Aufzeichnen jedes Geschlechtsaktes würde nichts helfen, da ja direkt vorher Gewalt angedroht worden sein kann.

    „men need to feel a cold spike of fear when they begin a sexual encounter.“

    Diesen Satz sollten wir uns gut aufheben. Halten wir ihn neben das Ideal der selbstbestimmten, angstfreien Sexualität, für die man sich nicht schämen muss. Nichts könnte weiter davon entfernt sein.

  8. and men need to feel a cold spike of fear when they begin a sexual encounter.

    Hier verlässt man die – in diesem Auswuchs ohnehin menschenrechtlich weit mehr als fragwürdige – Generalprävention und geht über zu einer offen bekundeten Logik des Terrors. Der „cold spike of fear“ beruht hier gerade darauf, dass man nie wissen kann ob eine Sanktion folgt oder nicht. Es fehlt hier an einer verläßlich befolgbaren Regel und es wird das menschenrechtlich tief verwurzelte Schuldprinzip bereitwillig dem Götzen „social change“ geopfert.

    „The Yes Means Yes law could also be called the You Better Be Pretty Damn Sure law.“ – man kann also nur Risikomanagement betreiben.

    Ezra Klein bekennt sich sehr offen zu dieser Logik des Terrors:

    A version of the You Better Be Pretty Damn Sure law is already in effect at college campuses. It just sits as an impossible burden on women, who need to Be Pretty Damn Sure that the guy who was so nice to them at the party isn’t going to turn into a rapist if they let him into their dorm room — and that’s not something anyone can be sure about.

    ..man müsse also dafür sorgen, dass Männer ein tiefes Gefühl der Rechtsunsicherheit entwickeln:

    For that reason, the law is only worth the paper it’s written on if some of the critics‘ fears come true. Critics worry that colleges will fill with cases in which campus boards convict young men (and, occasionally, young women) of sexual assault for genuinely ambiguous situations. Sadly, that’s necessary for the law’s success. It’s those cases — particularly the ones that feel genuinely unclear and maybe even unfair, the ones that become lore in frats and cautionary tales that fathers e-mail to their sons — that will convince men that they better Be Pretty Damn Sure.

    Jonathan Chait schreibt:

    Read that passage again. He is not merely arguing that, to make an omelette, one must break some eggs. He is arguing for false convictions as a conscious strategy in order to strike fear into the innocent. This is a conception of justice totally removed from the liberal tradition.

    http://nymag.com/daily/intelligencer/2014/10/does-liberalism-have-an-answer-to-campus-rape.html

    Glücklicherweise wurde Ezra Klein heftig verrissen, auch von vielen „liberals“. Was nmE ein starkes Indiz dafür ist, dass sich diese Moralpanik dem Ende zuneigt. Die Schweigespirale bricht. Es steht nicht mehr „conservatives vs. liberals“.

    Man könnte fast zu dem Schluß kommen, dass Ezra Klein bewußt diesen Diskurs ad absurdum führt. Allerdings sehe ich keinen Anhaltspunkt dafür, dass er es nicht ernst meint, er hat offenbar den tiefen Antihumanismus des vorherrschenden Feminismus voll gefressen.

    • Nebenbei bemerkt schadet eine derartige Erosion der Rechtssicherheit auch Frauen: Auch ihnen werden klare Kriterien dafür genommen, wann und wodurch ihre Rechte verletzt werden.

      Das bewirkt das genaue Gegenteil eines „Wertewandels“, es enwertet jeglichen Begriff von Rechten.

      Wenn man keinen klaren Begriff von Diebstahl hat, dann kann man auch keinen klaren Begriff von Eigentum haben.

      • „Das bewirkt das genaue Gegenteil eines “Wertewandels”, es enwertet jeglichen Begriff von Rechten.

        Wenn man keinen klaren Begriff von Diebstahl hat, dann kann man auch keinen klaren Begriff von Eigentum haben.“

        Ist es nicht so, das genau das intendiert ist?

        Denn genau das begünstigt die politisch-(a)moralisch herrschende heutige Klasse, mit dem Feminismus als einen ihrer Ausbeutungs- und Unterdrückungspfeiler.

        • Ist es nicht so, das genau das intendiert ist?

          Ich hätte es ahnen müssen, dass dieses Beispiel wieder mal in den Kontext der kulturmarxistischen Weltverschwörung gestellt wird. Ein besseres Beispiel wäre wohl gewesen: „Wenn man keinen klaren Begriff von Körperverletzung hat, dann kann man auch keinen klaren Begriff von dem Recht auf körperliche Unversehrtheit haben.”

          Nein, diese Sorte Antihumanismus ist eine fast regelmäße Begleiterscheinung jeglicher Moralpanik. Üblicherweise tun sich populistische Kulturkonservative damit besonders hervor.

          (e.g.: „war on terror“ oder auch „war on drugs“)

          Diese Art von Antihumanismus ist leider tief verwurzelt insbesondere in der US-Geschichte. Allerdings nicht nur dort.

          Johnathan Chait schreibt, als Einleitung des oben verlinkten Artikels:

          Americans tend to cherish liberal values, at least until we face frightening and morally outrageous threats, at which point they often give way. Liberals can be acutely aware of this dynamic when the threat involves, say, terrorism, but only sporadically so when the threat involves something like rape.

        • @ petpanther

          Wir leben in Zeiten, in denen alles nichts mit dem zu tun hat, mit dem es ganz offensichtlich was zu tun zu haben scheint.

          *fg*

        • ..man muss, wie gesagt, Ezra Klein ja fast schon dankbar sein dass er diese Logik des „Gegenterrors“ derart offen darlegt und auch noch vor sich herträgt. So mobilisiert er insbesondere bei den „liberals“ eine Opposition zu diesem trash.

          Die „rape enabler“-Keule wird so ziemlich wirkungslos, man kann diesen Diskurs ohne Isolationsfurcht kritisieren. Man hat dafür sehr gute Argumente, und niemand kann mehr behaupten, man erledige einen Strohmann. Ein Verweis auf Erza Klein genügt. Man kann das „Yes means Yes“-Gesetz scharf kritisieren, ohne befüchten zu müssen als pösartiger hinterwäldlerischer Konservativer zu gelten, der einen „war on women“ austrägt.

          Die Schweigespirale bricht.

        • ..Ezra Klein hat die diskursstrategische Regel #1 des Feminismus verletzt, die da lautet: „Lege dich niemals auf bewertbare Maßstäbe oder Positionen fest“

          Ezra Klein hat sich mächtig verhoben bei dem Versuch, das „Yes means Yes“-law (männlich) rational zu begründen.

        • @ Nick

          „Man kann das “Yes means Yes”-Gesetz scharf kritisieren, ohne befüchten zu müssen als pösartiger hinterwäldlerischer Konservativer zu gelten, der einen “war on women” austrägt.“

          Es ist ja genau das Gegenteil davon passiert, was du hier als logische Konsequenz dessen ansiehst, was hätte passieren müssen. Laut deiner Argumentation hätte das Gesetzt gar nie angenommen werden dürfen, aber genau das ist eingetreten.

          Fakt ist, je moralisierender und extremer der Feminismus wird, desto extremere Gesetze werden durchgedrückt. Je absurder die Forderungen werden, desto eher werden sie angenommen. Vor 15 Jahren hätte ein solches Gesetz gar keine Chance gehabt überhaupt ernst genommen zu werden.

          Wer schlussendlich denkt, man könne den Feminismus mit rationalen Argumenten zum Einlenken bewegen, der muss die Augen nur immer fester zudrücken, damit er nicht sieht, was wirklich gerade passiert.

        • @toxicvanguard:
          Es ist ja genau das Gegenteil davon passiert, was du hier als logische Konsequenz dessen ansiehst, was hätte passieren müssen. Laut deiner Argumentation hätte das Gesetzt gar nie angenommen werden dürfen, aber genau das ist eingetreten.

          Ja nun, das Gesetz wurde Ende September verabschiedet. Ezra Klein hat seinen Artikel Mitte Oktober geschrieben. Sein Artikel ist letztlich eine Rechtfertigungsschrift. Offenbar gab es nach der Verabschiedung so einigen Unmut, der sich nicht mehr durch die übliche „rape-apologist“-Keule zum Schweigen bringen ließ. Ezra Klein wählte die Flucht nach Vorne, nach dem Motto: „Ja, ihr habt vollkommen recht, es ist ein Gesetz, welches im krassen Widerspruch zu unseren zentralen Werten steht. Aber es ist doch un-ab-wendbar!!1!“ Dafür wurde er heftig verrissen. Ich habe jenseits seines eigenen hilflosen Rechtfertigungsversuches keinen einzigen Artikel gefunden, der ihn verteidigt.

          In der Folge kam dann der Rolling-Stone Skandal und die Department of Justice – Erhebung (warum eigentlich hat der Kulturmarxismus dies nicht verhindern können?)

          2014 fing für Radabfems gut an, man hatte eine Moralpanik angezettelt wie man sie wohl seit den 1970ern nicht erlebt hat. 2014 endete mit einem Glaubwürdigkeitsfiasko, vor allem – und das ist sehr wichtig – bei den Schichten, aus denen er zuvörderst seine Unterstützer aquiriert.

          Si tacuisses – am gefährlichsten ist Feminismus, wenn er die Klappe hält und seine institutionelle Politik betreibt.

          Wer schlussendlich denkt, man könne den Feminismus mit rationalen Argumenten zum Einlenken bewegen

          Wen interessieren Feministinnen? Die Unterstützer sind das Problem. Unterstützung kriegt Feminismus immer nur durch eine Politik der Moralpanik, und Moralpaniken können auch schnell implodieren.

          Das Kapital des Bildungsbürgers ist intellektuelle Glaubwürdigkeit, und die kann man schnell verlieren wenn man sinkende Moralpanik_Schiffe nicht rechtzeitig verlässt.

          Gut, das Gesetz ist durch, aber warten wir mal ab, wie lange es diese kangaroo-courts überhaupt noch gibt.

        • „2014 endete mit einem Glaubwürdigkeitsfiasko, vor allem – und das ist sehr wichtig – bei den Schichten, aus denen er zuvörderst seine Unterstützer aquiriert.“

          Genau das haben die Leute schon 2012, 2013 und 2014 geschrieben. Grundsätzlich wurde die Gesetzgebung aber immer extremer und nur wenn man Glaubwürdigkeit als ein Gut ansieht, das sich immer proportional umgekehrt zur eigenen Durchsetzungsfähigkeit definiert – nur dann macht das wahrlich wenig Sinn.

          „Yes means Yes“ wurde eingeführt, weil der Widerstand gegenüber dem Radikalfeminismus und seiner Gesetzgebung an den Hochschulen und Universität weitgehend erodiert und schlussendlich gebrochen wurde. Das ist in erster Linie passiert, weil die Thesen von Rape Culture an Glaubwürdigkeit/Macht und Einfluss gewonnen haben. Wäre der umgekehrte Mechanismus am Werk, (nämlich deine Version) hätte die ganze Rape Culture Hysterie den Radikalfeminismus empfindlich schwächen müssen. Wenn man es aber schafft demokratisch Gesetze durchzusetzen, dann lässt sich daraus nicht ableiten, dass die Glaubwürdigkeit der eigenen Position geschwächt wurde, dann ist das eher Wunschdenken.

          Du denkst einfach, das doch niemand so bescheuert sein kann und diese Inhalte auch noch ernst nimmt (so denke ich als rational arbeitender Mensch auch) aber die Realität sieht schlicht anders aus.

          Seitdem der Feminismus laut und extrem wurde hat er es geschafft, dass Männer an Hochschulen in obligatorische Kurse müssen, weil man ihnen sonst nicht zutraut, nicht zu vergewaltigen, man hat die 1 in 5 Lüge in grossen Teilen der Bevölkerung verankert (Was funktioniert hat, die Leute glauben, dass du ein Vergewaltiger bist, wenn du dagegen argumentierst) und nun wurde an einigen Universitäten die Unschuldsvermutung gegenüber Männer gekippt. Das alles lässt nur einen Schluss zu; der Feminismus ist sehr, sehr gefährlich, wenn er laut und obszön ist.

          Ich behaupte deine gefühlte Moralpanik wird sich nicht auflösen, dafür gibt es viel zu viele Indikatoren dagegen. Bis jetzt haben Maskulisten einfach jedesmal gesagt: „Diesmal haben sie den Bogen aber überspannt – diesmal kommt es zum Backlash“. Nur blieb der halt einfach aus.

        • Gut, allzu optimistisch bezüglich einer baldigen Kehrtwende sollte man nicht sein, aber es gibt offenbar durchaus assets:

          It was undoubtedly a year of heightened paranoia about rape on college campuses, with everyone from Lena Dunham to President Obama demanding immediate action to curtail a purported epidemic of sexual violence. But due to a string of embarrassments, 2014 ended on surprisingly sour note for illiberal activists conspiring to shunt aside due process in their zeal to eradicate an exaggerated and politicized problem.

          [..]

          Advocates for due process haven’t won the policy battle—let alone the war—yet, which means 2015 could be another rough year for students’ rights. But it’s impossible to deny that the chorus of voices demanding an end to kangaroo courts grew louder this year, with Harvard’s law faculty, Slate magazine, conservative organizations, and libertarians all decrying the travesties of campus injustice.

          „At the beginning of 2014, only a tiny handful of commentators and scholars were skeptical of the idea that American universities are plagued by a culture of rampant sexual violence,“ Caroline Kitchens, senior research associate at the American Enterprise Institute, told Reason. „Over the past year, the national discussion on campus rape has evolved dramatically, and I see a glimmer of a growing consensus that we need to focus on empowering the criminal justice system to handle cases of campus rape rather than university courts.“

          Still, Kaiser and Dillon don’t think they will need to quit their jobs anytime soon.

          Lesenswert:
          http://reason.com/archives/2014/12/30/campus-rape-narrative-and-due-process

          Das alles lässt nur einen Schluss zu; der Feminismus ist sehr, sehr gefährlich, wenn er laut und obszön ist.

          Ich denke nicht. Je mehr Feminismus polarisiert, desto mehr Gegner macht er sich. Je lauter Feminismus ist, desto mehr Unterstützer verliert er. Voraussetzung: „one in five“ wird nicht mehr gekauft. (das ist die Moralpanik)

  9. Ezra Klein ist der prototypische Vertreter des us-amerikanischen „liberalen“ (grundsätzlich andere Bedeutung als bei uns) juste milieu´s.

    Soziokulturell, religiös…passt alles.

    Sabrina Rubin Erdely kommt übrigens aus einem ganz ähnlichen Milieu.

    In dieser Szene ist es zu einem völligen Realitätsverlust gekommen…hochgeschraubt moralistische, humanitaristische Parallelwelten, die innerhalb der Blase generiert und außerhalb der Blase (von den anderen) gelebt werden sollen.

    Das Feindbild ist klar: männlich, weiß, christlich.

    Ein Dekadenzphänomen wie eine fetter Eiterpickel auf der linken Arschbacke, der sich zu einem Abszess ausgewachsen hat.

    Irgendwann machts knack und das Ding platzt…darauf muß man halt warten und die Scheiße dann aufputzen.

    • @ratloser

      Hier bekommt man auch ein bisschen ein Vorstellung davon, warum es die Republicans waren, die gegen die Sklaverei, KKK etc. kämpften und die aufklärerischen Freiheits- und Individualitätsgedanken hatten. Lincoln war erster republikanischer Präsident.

      Die Wahrnehmung ist heute eigenartigerweise umgekehrt.

      Aber auch hierzulande wird es aufgrund der zunehmenden politischen Korrektheit spürbar wer es ist, der puritanische „Gutmensch“ maskierte Spießbürger-Totalität forciert.

      Der nämliche „Eiterpickel“.

      • @ petpanther

        „Hier bekommt man auch ein bisschen ein Vorstellung davon, warum es die Republicans waren, die gegen die Sklaverei, KKK etc. kämpften und die aufklärerischen Freiheits- und Individualitätsgedanken hatten.“

        Ja, Du triffst es auf den Punkt.

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