Schließt die Liebe zu Müttern etc eine Abwertung von Frauen aus?

Auf Meinungen und Deinungen wird eine interessante Passage aus einem anderen Beitrag zitiert:

Men, all through history, were nursed by women as infants, had their boo-boos kissed by women, were cuddled to sleep by women, had their illnesses tended by women, formed their very first and most important (most important because an infant is entirely dependent on the woman who feeds and nurtures it) emotional attachments with women. And yet the men so overwhelmingly influenced by the care and nurturing of women for their formative years, indeed, the men who were molded in the cradle of female love, affection, care and forbearance, created a society that subjugates and oppresses all women for men’s privilege and benefit.

That is the real assertion Marcotte and other feminists have consistently been making since the Declaration of Sentiments of 1848: that men are so sociopathic and subhuman that they would, collectively, oppress and subjugate the very people they formed their most intimate and important emotional bonds with. That men are so universally beyond the pale that they consider the person who brought them into the world and was their sole tether to life for their formative years, and all others like her, as less than human, as a slave class, as undeserving of the smallest human decency or respect.

Das klingt erst einmal nach einem stimmigen Argument und ich würde auch soweit zustimmen, dass man kaum ein Geschlecht dermaßen hassen kann, wie es der Feminismus zu erfordern scheint, insbesondere wenn er meint, dass Männer eine Rape Culture unterhalten um Frauen gefügig und abhängig zu halten.

Allerdings ist es aus meiner Sicht kein Argument, welches eine negative Rollenverteilung per se ausschließt:
Wir können durchaus jemanden in einer bestimmten Rolle lieben, aber in anderen Rollen für unfähig halten. Das zeigt sich ja auch in der Geschichte: Genug Männer hatten Mütter und Schwestern, sind aber durchaus davon ausgegangen, dass diese für höhere Ämter ungeeignet waren, für Kinder, Kirche und Küche verantwortlich waren etc.

Ebenso wie man von einer schwarzen Nanny aufgezogen worden sein kann und dennoch die Sklaverei von Schwarzen als Selbstverständlichkeit angesehen haben kann, wenn man zur passenden Zeit am passenden Ort aufgewachsen ist.

Hier würde ich durchaus eine Differenzierung zutrauen. Allerdings ist in unserer Gesellschaft eine Abwertung von Frauen in der Hinsicht nicht üblich, im Gegenteil. Und Frauen haben, wie der Text richtig darstellt, eine sehr starke Position über weite Teile unserer Erziehung, in der sie als Autoritätspersonen und nicht lediglich als Personal auftreten. Genug Kinder werden auch durchaus gemerkt haben, dass Mama dem Papa durchaus einiges zu sagen hat. Eine Tendenz zu einer so starken Abwertung, wie sie der Feminismus teilweise erfordert sehe ich insofern heutzutage keineswegs.

33 Gedanken zu “Schließt die Liebe zu Müttern etc eine Abwertung von Frauen aus?

  1. „That men are so universally beyond the pale that they consider the person who brought them into the world and was their sole tether to life for their formative years, and all others like her, as less than human, as a slave class, as undeserving of the smallest human decency or respect.“

    Bullshit. Sorry, viel mehr bleibt da nicht zu sagen, wenn die Prämisse schon so eine Schieflage hat,

  2. Tja, pathogene Mütter produzieren pathologische Jungs (und Mädchen).

    C´est la vie.

    Das Potential der mütterlichen Pathogenität nicht zu erkennen oder gar zu leugnen, ist ein sehr interessantes Thema.

  3. Wir können durchaus jemanden in einer bestimmten Rolle lieben, aber in anderen Rollen für unfähig halten.

    „Für unfähig halten“ ist allerdings noch lange nicht „entmenschlichen“. Und letzteres behauptet eben das feministische Konzept der „(sexual) objectification“, welches den real existierenden Feminismus sehr tief und nachhaltig prägte. „sexual objectification“ ist wiederum ein Rekurs auf die „white slavery“-Moralpanik des ausgehenden 19. Jahrhunderts.

    Das Konzept der „Sexual objectification“ ist der ideologische Kern zur Gleichsetzung von Rassismus und „Sexismus“. Weshalb man – allen Lippenbekenntnissen der Distanz von Dworkin zum Trotze – dieses schöne Tool auch nicht aus der Hand geben möchte.

    In diesem Kontext sind es in der Tat Marcotte und ihre Hassgenossinnen, die Menschen ob ihrer bloßen vermeintlichen Zugehörigkeit zu einem Kollektiv regelrecht entmenschlichen:

    that men are so sociopathic and subhuman that they would, collectively, oppress and subjugate the very people they formed their most intimate and important emotional bonds with.

    – wie der Autor zurecht feststellt, eine lupenreine Projektion der eigenen, sehr ausgeprägten Tendenz zur Entmenschlichung von Männern.

    Um also auf den Einwand zurückzukommen: Man muss wohl tatsächlich .. etwas differenzieren zwischen: Vorurteil, Essenzialisierung und Entmenschlichung. Die Entmenschlichung von Mitgliedern eines Kollektives funktioniert zwar nur unter Zuhilfenahme einer Essenzialisierung(*), aber eine Essenzialisierung ist keine hinreichende Bedingung für Entmenschlichung. Essenzialisierung mag eine kritisierbare (oder auch: vermeintliche) Erkenntnis sein, sie beinhaltet aber, als bloße Erkenntnis nicht einmal eine Bewertung.

    Ein Vorurteil hingegen ist schwächer als eine Essezialisierung, es ist eher sowas wie die Vorstufe einer Erkenntnis. Natürlich haben Vorurteile meistens Bestätigungsfehler zur Folge, weshalb sie ein großes Potenzial haben zu Essenzialisierungen zu geraten.

    Ein so genannter „*ismus“ (alle diese teils recht ominösen „*ismen“ sind letztlich aus Rassismus abgeleitet) ist nach meiner Auffassung nur dann gegeben, wenn eine entsprechende negative Bewertung oder Anschuldigung hinzukommt. Um es mit Albert Memmi zu sagen:

    Wertung

    Das bloße Aufzeigen einer Verschiedenheit zwischen zwei Individuen oder Gruppen stellt, so Memmi, für sich allein genommen noch keinen Rassismus dar. „Der Rassismus liegt nicht in der Feststellung eines Unterschieds, sondern in dessen Verwendung gegen einen anderen“ (Memmi, S. 214).[37] „Der Rassismus ist die Wertung [..]“, er beginnt dort, wo der Unterschied eine Interpretation[45] erfährt und ihm eine (zusätzliche) Bedeutung beigemessen wird, in der Art, dass sie (ab)wertend wirkt und Nachteile für den Bewerteten nach sich zieht.[46] „Erst im Kontext des Rassi
    http://en.wikipedia.org/wiki/Mammy_archetypesmus nimmt diese Betonung des Unterschieds eine besondere Bedeutung an [..]“ (Memmi, S. 166).[37] Die Hervorhebung von tatsächlichen oder eingebildeten Unterschieden ist für Memmi lediglich ein „bequemes Werkzeug für etwas ganz anderes, nämlich die Infragestellung des Opfers“, woraus sich als Konsequenz ergibt, dass die Merkmale des anderen stets negative sind, sie bezeichnen etwas Schlechtes, während die Merkmale des Rassisten gut sind. „Der Rassist ist liebenswert, weil sein Opfer verabscheuungswürdig ist. Die Welt des Rassisten ist die des Guten, die Welt seines Opfers die des Bösen“ (Memmi, S. 98–99).[37]

    Demzufolge ist also der hach so pöse Macho, der sich nur eine traditionelle Arbeitsteilung in seiner Familie vorstellen kann, weil er meint dass dies der „Natur der Geschlechter“ am nächsten komme erstmal kein Sexist. Wohingegen Marcotte, Sarkeesian, und wie sie alle heißen, wohl ganz klar einen lupenreinen und malignanten Sexismus frönen.

    Ebenso wie man von einer schwarzen Nanny aufgezogen worden sein kann und dennoch die Sklaverei von Schwarzen als Selbstverständlichkeit angesehen haben kann, wenn man zur passenden Zeit am passenden Ort aufgewachsen ist.

    Die „Mammy“ hatte allerdings einen ziemlichen Sonderstatus:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Mammy_archetype

    • „Das Konzept der “Sexual objectification” ist der ideologische Kern zur Gleichsetzung von Rassismus und “Sexismus”. Weshalb man – allen Lippenbekenntnissen der Distanz von Dworkin zum Trotze – dieses schöne Tool auch nicht aus der Hand geben möchte.“

      Ich halte es allerdings weniger für ein Tool, als um etwas inhärent weibliches. Ich denke, dass viele Frauen keinerlei Ahnung von männlicher Sexualität haben, und ihre eigenen Emotionen und ihre eigene Sexualität auf Männer projezieren. Für viele Frauen ist es offenbar unvorstellbar, dass Männer einfach so Sex mit Frauen haben wollen, ohne dass dahinter eine Absicht steckt.

      • @Adrian

        „Ich denke, dass viele Frauen keinerlei Ahnung von männlicher Sexualität haben, und ihre eigenen Emotionen und ihre eigene Sexualität auf Männer projezieren. Für viele Frauen ist es offenbar unvorstellbar, dass Männer einfach so Sex mit Frauen haben wollen, ohne dass dahinter eine Absicht steckt.“

        Wow. Das halte ich auch für zutreffend.

        Auch steckt darin, dass Frauen sozial und bindungsmäßig ziemlich berechnend sind und ihrerseits nicht nur sehr stark Männer objektifizieren, sondern ihre eigene Sexualität und die der Männer objektifizierend benutzen.

        Ganz entgegen dem gesellschaftlich kolportierten bzw. akzeptierten Bild.

      • Ist wohl eine Geschlechtseigene Phantasielosigkeit- wärend Männer sich spielend vorstellen können von einem Harem angehimmelt zu werden geht den meistens Frauen das reindenken in Männer völlig ab.
        Lustig bei Diskussionen das weiblicher Sextrieb von Frauen als MINDESTENS GENAUSO stark eingeschätzt wird (Erlebt man aber auch bei, noch erfolglosen aber gläubigen, PU Jüngeren).
        Wobei Frauen und SCHÄTZEN eine Geschichte für sich ist…

        • Dazu kommt wohl auch das sich Frauen, selbst bei durchschnittlichem Aussehen, nie große Gedanken um mangelnde Kandidaten machen müssen -wer sich darum keinerlei Gedanken macht geht auch keine fünf Schritte weiter und macht sich Gedanken wies in Männern wohl aussieht.
          Dazu noch eine Portion Selbstschutz – er will mich wegen meiner Einzigartigkeit, nicht weil ich die passabelste seiner begrenzten Optionen war.

        • Und Männer können sich besser reindenken?

          Hier lese ich ständig, als Frau kann man doch sofort wahllos Sex mit irgendwem haben, wieso beklagen die sich? Auch nicht viel empathischer.

          und @Petpanther

          Diese Objektifizierung findet aber auch von Männerseite statt:

          Alter, Aussehen, Sexuelle Vergangenheit, Einstellung zur Monogamie, das sind oft auch Sachen, die einen guten Charakter und individuelle Persönlichkeit und all den ganzen Inneren Werte Kram mehr als in den Schatten stellen.
          Und das „Benutzen“ zum eigenen Vorteil können Männer auch ganz gut, stellt euch doch hier nicht immer als Saubermänner und arme Opfer die nur das Beste im Sinne haben dar. Mag im Einzelfall ja so sein, aber im Allgemeinen sollte man schon genug Realitätssinn haben.

        • @Atacama

          „Diese Objektifizierung findet aber auch von Männerseite statt: …“

          Beide machen das.

          Der Unterschied ist, dass Frauen meinen damit hausieren und betrügen zu können. Um es dann sogar Männern unterzuschieben.

          Und sie haben „recht“ damit, denn bis heute klappt dieses menschliche Abziehen ja ganz gut.

          Zu schade aber auch, dass aufgrund ihrer grotesken gierigen Übertreibung damit, zunehmend Männer wie auch Frauen anfangen hinzuschauen, ohne ideologisch indokrinierende feministische Missbrauchssichtschutzbrillen.

          Das ist Realitätssinn.

          Und sich falsch zum Opfer stilisierende und dämonisierende Missbraucherinnen, die sich weiterhin versuchen zu beschweren, um von ihrer eigenen Haltung und Taten abzulenken, find ich menschlich mehr als widerlich.

          Frau sollte halt nicht mit großen Steinen werfen, wenn sie selbst im Glashaus sitzt. Aber sie haben es über die letzten Jahrzehnte getan und tun es gar auch weiterhin.

          Aber du gehörst sicherlich nicht dazu. Nicht?

        • Und das “Benutzen” zum eigenen Vorteil können Männer auch ganz gut, stellt euch doch hier nicht immer als Saubermänner und arme Opfer die nur das Beste im Sinne haben dar.

          Mache ich zumindest doch gar nicht. Es geht mir um das Entmenschlichen durch den vorherrschenden Feminismus. Damit ist nichts über Frauen per se oder über Männer per se ausgesagt und wenn Feminismuskritik in eine Klage über FrauenAnSich ausartet, dann ist das irgendwas zwischen dumm, schade und die gleiche Soße wie Feminismus in grün.

      • Ich halte es allerdings weniger für ein Tool, als um etwas inhärent weibliches.

        Man muss nmE schon zwischen Frauen und der feministischen Ideologie trennen.

        Wenn eine „normale“ Frau den Begriff „Objektifizierung“ aufschnappt (so muss man es wohl nennen, den allerwenigsten ist der ideologische Kontext auch nur ansatzwiese bekannt) dann bringt sie damit meistens ein Unbehagen, Befremden oder gar einen Ekel über ein nicht auf Gegenseitigkeit beruhendes, rein sexuelles Begehren zum Ausdruck. Solche Gefühle halte auch ich für „typisch weiblich“

        Die vorherrschende Kultur liefert ihr diese Schablone und sie ist auch eng verknüpft mit der Vorstellung, dass „Sex ohne Gefühle“ irgendwie nicht ganz sauber und vor allem für Frauen entwürdigend sei.

        Da kommt eben die ideologische Verbiegung von Kant, der ursprünglich den Begriff „Objektifizierung“ geprägt hat, durch Dworkin zum Tragen.

        Für die vorherrschende feministische Ideologie ist „Objektifizierung“, nach meiner Auffassung, tatsächlich ein Universaltotschlagwerkzeug. Mit diesem ideologischem Tool kann man a) jeden beliebigen heterosexuellen Mann angreifen und b) ihn so als „sexistisches“ Äquivalent zu einem Rassisten framen.

        • Nur, um es klarzustellen:

          „Solche Gefühle halte auch ich für “typisch weiblich”: Damit ist natürlich nicht gesagt, dass diese Gefühle irgendwie „bösartig“, „ungerechtfertigt“ oder sonstwie „schlecht“ sind.

          Gefühle kann man nicht verurteilen.

        • Ich finde es eher erschreckend, daß Frauen im Ernst meinen, es gäbe überhaupt Sex ohne Gefühle. Das halte ich eher für eine extreme Ausnahme, stattdessen geht es darum, WELCHE Gefühle im Spiel sind. Spontane Begeisterung z.B. und der Wunsch, z.B. einem schönen Menschen, der einen an etwas Persönliches erinnert, etwas Gutes zu tun, ist natürlich infolge der von Frauen typischerweise verlangten, langwierigen Prozedur des Werbens ebenfalls unerwünscht.

          Erst, wenn man Frauen danach befragt, danach, welche Gefühle beim Mann sie als Bedingung für Sex verlangen, kommt man der Natur weiblicher Sexualität auf die Spur.

    • @Nick

      „Die “Mammy” hatte allerdings einen ziemlichen Sonderstatus:“

      ja, das würde ich auch so sehen. Aber eben nur für den, mit dem sie diese Bindung hatte.
      Wenn jeder dann eben nur SEINE Mutter etc als schützenswert ansieht, alle anderen Frauen aber nicht, dann kann so etwas wie Sklaverei dennoch entstehen. Und in dieser wurden ja durchaus unmenschliche Praktiken genutzt und es waren sicherlich auch viele schwarze Frauen sexuellen Übergriffen ausgesetzt, auch wenn man es gegen die eigene Nanny verhindert hätte. Wenn ein anderer Plantagenbesitzer dann beschlossen hätte, dass er sexuelles Interesse an der Nanny seiner Kinder hätte, hätten ihn seine Nachbarn aber wohl nicht der Vergewaltigung beschuldigt (ungeachtet entsprechender Rassegesetze).

      Das Phänomen, dass man eine Gruppe dämonisiert, davon aber einem nahestehende Personen ausklammert, dass sieht man ja umgekehrt auch im Feminismus: Männer an sich unterhalten die Rape Culture, aber der eigene Vater, der eigene Partner, der eigene Bruder eben nicht.

      Insofern könnte man ja mal die Umkehrung des Arguments untersuchen:

      Wenn Feministinnen eine Bindung an ihre Väter, ihre Brüder und ihre Partner haben (hier zB Valenti “ I have the most amazing men in my life. My father, who bought me chemistry sets and robots for every tea set or doll. My husband, an incredible feminist who is an equal partner in parenting and the home. My male friends, who believe that gender justice is important and worth fighting for. I don’t have a hard time finding these amazing men because – shockingly – most men are pretty cool guys.“) wie kann man dann glauben, dass sie ihnen etwas so schockierendes wie eine Rape Culture vorhalten, für die sie sie vollkommen entmenschlichen müssen, damit sie glauben, dass diese so etwas machen würden?

      • „Wenn Feministinnen eine Bindung an ihre Väter, ihre Brüder und ihre Partner haben wie kann man dann glauben, dass sie ihnen etwas so schockierendes wie eine Rape Culture vorhalten, für die sie sie vollkommen entmenschlichen müssen, damit sie glauben, dass diese so etwas machen würden?“

        Simpel: Weibliche Sexualität. Diese spielt im Zusammenhang mit dem Vater keine Rolle.
        Schau Dir die Kommentare zu PU bei „onyx“ an. Weibliche Sexualität ist mit männlicher nicht kompatibel. Die Rape-Culture-Panik ist die kulturell überhöhte instinktive Angst der Frauen, das Kind von einem Mann mit schechten Genen austragen zu müssen.
        Das solltest Dir als Evolutionsbiologe eigentlich einleuchten 🙂

        • @adrian

          Das deswegen die Rape Culture Theorie so erfolgreich ist, würde ich auch sagen (habe ich bestimmt auch irgendwo schon mal). Sie baut auf einer biologisch relevanten und veranlagten Angst auf.

          Aber das würde dennoch in Bezug auf das Hauptargument aus dem Artikel nicht weiterhelfen oder?
          Allenfalls könnte man darauf abstellen, dass eine solche Verteufelung eben auf einer Grundangst aufbauen muss, damit sie sich dennoch durchsetzen kann

        • Selbst Feministinnen horchen manchmal auf, wenn feministische Gesetzgebung auf die eigene Familie zurückfällt; in guter Erinnerung bliebt mir die Feministin, die sich immer für die Aufhebung der Unschuldsvermutung eingesetzt hat, genau bis ihr Sohn beschuldigt wurde. Denn das kann ja gar nicht sein.

          Frauen sehen die meisten Männer, die nicht Mitglied der erweiterten Familie sind (und damit sexuell potentiell eine Bedrohung für die eigene Familie darstellen) zwangsweise erst einmal als gefährliche Menschen; die vielgerühmte Empathie ist auch meistens auf die eigene Familie beschränkt. So ist es z.B. überhaupt kein Zufall, dass es einen Orden der weissen Feder und das Konzept der Rape Culture gibt/gab. (Dämonisiert und schadet beides unbekannten Männern, die nicht zum inneren Kreis gehören und daher von Frauen als nicht schützenswert, sondern als gefährlich eingestuft werden.)

          Darum ist es für Valenti kein Widerspruch zu sagen, dass alle Männer Vergewaltiger sind, denn damit sind Männer innerhalb der eigenen Familie bereits per Definition ausgeschlossen. Besonders brutal sind diese Verhältnisse, wenn du zum Exmann wirst, denn dann landest du plötzlich wieder ausserhalb des vertrauten, gesichertem Kreises – oft mit entsprechenden Folgen.

      • Ergänzung:
        Es ist übrigens auch kein Wunder, dass diese Angst der Frauen in einer Gesellschaft mit freier Sexualität panikartige Züge annimmt. Der Mann ist heute nicht mehr per se verpflichtet, eine Frau, mit der er sexuell aktiv ist, zu ehelichen und sie zu unterstützen (abgesehen vom finanziellen). Freie Sexualität bedeutet, dass Fraue von vielen Männenr eindeutige Angebote bekommen, und das eben auch von vielen „schlechten Männern“.
        Früher hätte es so etwas nicht gegeben, da musste sich der interessierte Mann artig beim Familienvater vorstellen und um die Hand bitten. Der Vater war sozusagne das Schutzschild zwischen der Tochter und all den schlechten Männern da draußen, die sich heute erdreisten, auf Brüste zu starren, die ja eigentlich nur für die guten Männer freigelegt werden.

        • @adrian

          Da wäre ja die These, dass freie Sexualität gleichzeitig die Angst vor Vergewaltigung verstärken kann.

          Da scheint mir aber eher das Gegenteil der Fall zu sein:
          Ich vermute mal die heutige Frau hat weniger Angst als eine Frau im Mittelalter, einfach weil die Zeiten insgesamt wesentlich sicherer sind, Männer eben ihre Sexualität ja auch abseits der Ehe ausleben können etc.

        • @ C
          Bei Rape Culture geht es ja auch weniger um echte Vergewaltigungen als vielmehr um sexuelle Objektivierung. Das ist für nicht wenige Frauen das Kernproblem. Allerdings emotional voneinander kaum zu trennen. Man liest ja durchaus Berichte, in denen Frauen sich nach schlechtem Sex, oder Sex der ihnen spirituell und emotional nicht zugesagt hat, irgendwie vergewaltigt fühlen. Ergibt evolutionsbiologisch Sinn.

      • „wie kann man dann glauben, dass sie ihnen etwas so schockierendes wie eine Rape Culture vorhalten, für die sie sie vollkommen entmenschlichen müssen, damit sie glauben, dass diese so etwas machen würden?“

        Ich hege ja die Vermutung, dass Feministinnen keinen großen Wert auf konsistente Weltbilder legen. Widersprüche werden nicht als schmerzhaft oder auch nur problematisch angesehen.
        Das ist der Vorteil, wenn man nach Wahrlichkeit und nicht nach Wahrheit strebt.

      • @christian

        Kinder haben gegenüber ihren primären Bezugspersonen, in der Regel die Mutter, aufgrund der primär gegebenen existentiellen Abhängigkeit eine angeborene Aggressionshemmung…die bei neurotischer Entwicklung bis in ein Alter, in dem objektiv eine Autonomie besteht, fortgesetzt werden kann.

        Es liegt nahe, dass Aggressionen, die zum Beispiel durch eine bindungsgestörte Mutter in dem Kind ausgelöst werden, in der späteren Biographie auf Mutterersatzobjekte, wie z.B. Partnerinnen projiziert und u.U. an ihnen ausgelebt werden.

        Die kognitive Übersichtlichkeit der Feministinnen führt zu einfältigen Annahmen über das Entstehen und das Ausagieren „schlechter Gefühle“.

        Feministinnen sind letztendlich auf dem Alter der selbstgerechten, egozentrischen Prinzessinchen stehen geblieben, das zwischen 3 und 7 den Normalzustand darstellt.

      • @Christian:
        Wenn Feministinnen eine Bindung an ihre Väter, ihre Brüder und ihre Partner haben [..] wie kann man dann glauben, dass sie ihnen etwas so schockierendes wie eine Rape Culture vorhalten, für die sie sie vollkommen entmenschlichen müssen, damit sie glauben, dass diese so etwas machen würden?

        Der Unterschied ist der, dass der vorherrschende Feminismus Frauenhass bei als inhärent oder wesenhaft männlich konstruiert. Alleine eine Assimilation unter der Agenda des Feminismus (also: eine Abkehr von Männlichkeit) könne dem abhelfen.

        Natürlich ist eine gelungene Mutter-Kind-Bindung keine Garantie, oder: keine hinreichende (und auch keine notwendige) Bedingung für ein nicht-entmenschlichen von Frauen. Goebbels beispielsweise hat eine jüdische Jugendliebe auch nicht von seinem lethalen Antisemitismus abgehalten.

        Wenn jeder dann eben nur SEINE Mutter etc als schützenswert ansieht, alle anderen Frauen aber nicht, dann kann so etwas wie Sklaverei dennoch entstehen.

        Ja, das sehe ich auch so. Insofern taugt das Argument auch wenig als Widerlegung eines „Patriarchates“ an sich. Darauf wolltest du offenbar auch hinaus. Allerdings deutest du ja die geistigen Verenkungen an, die erforderlich sind um „ich liebe meine Nanny“ und „Schwarze sind nur Halbmenschen“ in einen Kopf zu kriegen. Und eine Nanny ist noch nichteinmal eine Mutter, da ist die Bindung in aller Regel wesentlich intensiver und existenzieller.

        Man muss hier vor allem den Kontext beachten: Ein „Nerd“ beschreibt seine Erfahrung als Heranwachsender/junger Erwachsener mit der feministischen Dämonisierung seiner Sexualität per se. Von feministischer Seite wird er dann auf breiter Front mit dem „Argument“ regelrecht gemobbt, dahinter offenbare sich nur „entitlement“. Er betrachte Frauen nicht als Menschen, die ein recht darauf hätten keinen Sex mit ihm zu wollen.

        Das ist insofern entmenschlichend, als dass schon das Potenzial bei Männern grundsätzlich in Abrede gestellt wird, aufgrund einer tiefen Bindung zur Mutter Frauen als Menschen zu betrachten. Es wird eben nicht über die Ausnahme, sondern über den angeblichen Regelfall „Männlichkeit“ schwadroniert. Das impliziert, dass Männer ihre Mütter im Regelfall nicht lieben, was ein nur allzugut bekanntes Entmenschlichungsmittel der Kriegspropaganda ist, zum Zwecke einer Außerkraftsetzung der Empathie und damit der Hemmung, „Feinde“ zu töten, die man nicht kennt und die einem nichts getan haben.

      • ..wie kann man dann glauben, dass sie ihnen etwas so schockierendes wie eine Rape Culture vorhalten, für die sie sie vollkommen entmenschlichen müssen, damit sie glauben, dass diese so etwas machen würden?

        In aller Regel dürften ja auch Frauen mit einer gesunden Beziehung zum Vater auch wenig Affinität zu solchen Hassideologien haben. Behaupte ich mal, aufgrund meiner Privatempirie.

        Ausnahmen bestätigen die Regel. Was weiß ich, was bei Valenti schief gelaufen ist, vielleicht lügt sie ja auch dreist, um sich gegen den Vorwurf des man-hatings zu immunisieren.

  4. Ja, so sehr ich Straughan schätze, ist diese Argumentation wirklich nicht ganz stimmig. Zwar ist der Verweis auf Mütter nicht ganz von der Hand zu weisen, wenn einige besonders extreme/paranoide Feministinnen nicht nur eine strukturelle Unterdrückung, sondern einen persönlichen Hass aller Männer auf alle Frauen behaupten, aber das ist ja nun wirklich eine kleine Minderheit.
    Das Beispiel mit den Schwarzen trifft den Unterschied tatsächlich sehr gut. Filme wie „Django Unchained“ stellen es oft so dar, als wenn die Sklavenhalter allesamt sadistische, hasserfüllte Schurken waren, aber es gab ja durchaus auch nette, die halt eben trotzdem ein durchweg rassistisches System lebten.

    • ..aber das ist ja nun wirklich eine kleine Minderheit.

      Leider eine Minderheit, die dem Diskurs sehr gründlich ihren Stempel aufdrückt.

      Die Annahme, dass AlleMänner von einem tiefen Hass auf Frauen getrieben sind gehört leider zum sehr lange etablierten Mindset des vorherrschenden Feminismus. Brownillers „rape is a conscious process of intimidation by which all men keep all women in a state of fear.“ ist der Kern der Vorstellung von einer „rape culture“.

      ->“Es gibt durchaus nette, die halt eben trotzdem ein durchweg misandrisches Mindset hegen“

      Wenn die „Netten“ sich beharrlich jeglicher Auseinandersetzung mit der im vorherrschenden Feminismus tief angelegten Misandrie verweigern, dann sind sie eben nur selektiv nett. So, wie der Rassist selektiv „nett“ zu seiner Nanny ist.

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