Selbermach Samstag 114 (13.12.2014)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Überblick: Pickup und Game

1. Allgemeine Grundlagen

2. Bestimmte Techniken

3. Pickup und Beziehungen und Komfort

4. Kritik an Pickup

5. Pickup und ich & Pickup und andere

6. Reguläres Flirten

7. Pickup und Wissenschaft

8. Videos etc von Pickupern

9. Anekdoten

10. „Nice Guys“

11. Nein heißt Nein

12. Vermischtes

Die Auflösung der Familie etc in der Moderne

Gerade in konservativen Kreisen wird gerne angeführt, dass die Gesellschaft zu individuell und zu auf sich bezogen ist und dabei die „klassische Familie“ beschädigt wird. Gerne wird dies auch „dem Feminismus“ oder gar dem „Staatsfeminismus“ zugerechnet, der diese zerstören will.

Meiner Meinung nach ist dies allerdings eine Entwicklung, die relativ zwangsläufig aus bestimmten Faktoren stammt, die entsprechende Strategien einfach ein ich würde eher sagen, dass wir einfach eine Gesellschaft haben, in der Kooperation weit weniger zwingend ist für die Geschlechter als früher.

Wenn man davon ausgeht, dass die Familie evolutionäre eine Gemeinschaft war, die dazu diente, die hohen Kosten der sehr unselbständigen Menschenkinder und den Umstand, dass Menschen eher auf Qualität ihrer Kinder setzen (durch Ausbildung etc) als auf reine Quantität, dann war es einfach lange so, dass die Geschlechter gar nicht anders konnten als zusammen zu sein und eine langfristige Bindung einzugehen.

Mittel dazu waren der Sexualtrieb, die Arbeitsteilung, der hohe Aufwand der Kinderbetreuung, die gegenseitige Absicherung, die Vatersicherheit etc.

Viele dieser Mittel greifen heute nicht mehr:

  • Wir sind inzwischen so wohlhabend geworden, dass das tägliche Überleben kein Risiko mehr ist. Die medizinische Betreuung ist gut und beide Geschlechter können ihren Lebensunterhalt mit Arbeit verdienen. Über das dabei erzielte Gehalt können dann auch zur Deckung von Betreuungskosten etc eingesetzt werden
  • Verhütung ermöglicht es uns, Sex zu haben, ohne Verpflichtungen einzugehen. Wo vorher das Risiko der Schwangerschaft bestand, kann man nunmehr vergleichsweise sicher sein, dass der Sex folgenlos bleibt. Das senkt die Kosten des Sex, so dass weit weniger Bindung dafür verlangt werden kann. Das wiederum macht andersrum den Preis einer festen Verbindung in gewisser Weise höher. Demnach kann man mit Verhütung die Verbindlichkeit einer Beziehung herauszögern, als Mann sogar noch länger als eine Frau. Die Entscheidung für eine sexuelle Partnerschaft ist heute Abgekoppelt von der Fortpflanzung, diese ist ein weiterer Schritt.
  • Die Anonymität der Gesellschaft macht die Kosten von Fehlverhalten geringer. Man kann insbesondere auch einem Umfeld besser entgehen, dass einem entsprechendes Vorhalten konnte. Trennte man sich früher und enthielt dabei seinem Vater die Kinder vor oder kümmerte sich nicht um diese, dann bestand eine höhere Wahrscheinlichkeit, dass Leute dies einem vorgehalten haben. Heute kann man sich eher beispielsweise vom Freundeskreis oder den Verwandten eines ehemaligen Partners fernhalten bzw. andere eigene Kreise müssen nicht mit diesen in Kontakt stehen. Ehekrisen und Fremdgehen fällt weniger auf, wenn man die Nachbarn kaum kennt und wirken sich bei einer Trennung auch weniger aus, wenn man danach umzieht. Durch gestiegende Mobilität sind seltener die eigenen Familien um einen herum, die auch eine soziale Kontrolle ausüben können.
  • Der Sozialstaat bildet ein soziales Netz, welches einen zusätzlich auffängt und somit eine Trennung erleichtert
  • Regeln wie Unterhalt, Zugewinn, Versorgungsausgleich etc. sichern Frauen einen Teil der in der Beziehung sonst erhaltenen Unterstützung auch ohne diese zu.

Das scheinen mir die wesentlichen Faktoren zu sein.

Ich bin mir recht sicher, dass einige davon kaum rückgängig zu machen sind: Hoher Wohlstand, Verhütung und eine gewisse Anonymität der Gesellschaft führen fast zwangsläufig dazu, dass Partnerbindungen einer anderen Kostenbetrachtung unterliegen.

Der soziale Vater

Seine Freundin hat sich von ihm getrennt. Sie hat schon einen Neuen. 5 Jahre waren sie zusammen, er hat in dieser Zeit ihre Kinder aus erster Ehe mitbetreut. Am Anfang waren sie 5 und 7. Jetzt sind sie 10 und 12.

Ich gehe mit ihm ein Bier trinken. Etwas Solidarität eben. Ihm Gelegenheit geben mal einfach nur über die Sache zu reden.

Er meint, dass es sich ja angekündigt habe. Irgendwie habe er es nicht so recht geglaubt am Anfang. Es habe ihn schon alles sehr mitgenommen. Jetzt gehe es aber so langsam. Er habe schon nach einer neuen Wohnung geschaut und eine gefunden, ganz in der Nähe von ihr.

Ich frage ihn, ob es eine gute Idee ist. So in die Nähe der Ex, das sei ja auch nicht das wahre.

Er sagt, dass er es ja nicht wegen ihr mache. Aber er habe jetzt die Kinder wachsen sehen, 5 Jahre mit ihnen gelebt. Sie hätten ja eh schon Umgang mit ihrem Vater, da wolle er nicht auch noch auf ein Wochenende bestehen.

So könnten sie wenigstens gelegentlich mal selbst zu Besuch kommen. Wenn sie Lust haben. So könnte er sie dann gelegentlich mal sehen.

Es sei schon komisch, so plötzlich ohne Kinder. Auch wenn es ja nicht seine wären.

 

 

Konservativer und linker Maskulismus

Toxicvanguard schreibt in einem Kommentar

Die meisten rechtskonservativen Männerrechtler versuchen weniger mehr als den Status Quo wiederherzustellen; dort wurden sie als Männer zwar fast gleich unfair behandelt wie jetzt, hatten aber jedoch wenigstens eine Familie und eine Frau, über die sie wenigstens das Gefühl hatten, doch noch etwas Einfluss und Wert in dieser Gesellschaft zu haben. Du hattest sozusagen wenigstens einen kleinen Ausgleich dafür zur Klasse der disposable Males zu gehören.

Das scheint tatsächlich der häufige Gedankengang zu sein. Es ist weniger eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Nachteilen der Rolle, etwa der Unterhaltspflicht, als vielmehr der Versuch sie wieder auszufüllen. Insofern ist es häufig eher eine Mehrverpflichtung der Männer.

Allgemein wird aus meiner Sicht der Einfluss konservativer Wertvorstellungen zum Nachteil der Männer unterschätzt. Häufig ist es weniger die „feministische Verschwörung“, sondern eher der konservative Anteil, der dazu führt, dass Männern Pflichten auferlegt werden. Die Verschärfungen des nachehelichen Unterhalts hin zu einer stärkeren Betonung der reinen Ehezeit ist beispielsweise meines Wissens nach auf die CDU zurückzuführen. Gerade dort lebt eben auch der Gedanke, dass der Mann Unterhalt zu zahlen hat, weil die Frau ja die Kinder versorgt bzw der Gedanke, dass man dafür die Voraussetzungen schaffen soll.

Zum Glück lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen, denn der Staat würde ohne die Steuerabgaben der Frauen erst recht sterben und die Frauen wollen auch sicher nicht zurück, ausser ein Kollaps steht kurz bevor, dann fallen wir vielleicht wieder in alte Rollenbilder zurück.

In der Tat: Ich will auch nicht zurück in die alten Zeiten. Denn die Hausfrauenehe ist mit das gefährlichste, was einem Mann im Fall einer Scheidung passieren kann.

Gleichzeitig sieht es aber im linken Maskulismus nicht wirklich besser aus; auch dort glaubt man durch das stumpfe Wiederholen von gescheiterten Taktiken irgendwann ans Ziel zu kommen. Man kopiert dabei die Mechanismen des Feminismus, wundert sich dann, dass statt Mitleid nur Hass als Antwort kommt. Gleichzeitig verschlechtert sich das Bildungsniveau von Jungen und Männern stetig und Quoten werden im “Jahr des Mannes” durchgedrückt, während sich immer mehr Männer aus dieser Gesellschaft zurückziehen.

Ein Kopieren von gescheiterten Taktiken würde ich eher nicht sehen. Vielleicht allenfalls darin, dass auch an einer Opferrolle gearbeitet wird und daran, dass man in verschiedenen Punkten gleichzuziehen versucht, zB  was sexuelle Belästigung etc betrifft.

Andere Richtungen weiten die Opferrolle (und den Hass) denke ich eher aus, in dem sie auf eine Ausbeutung von Männern durch herzlose Frauen, die in den Männern nichts weiter als nützliche Idioten sehen, abstellen, was aber ein sehr radikaler Ansatz ist, der aus meiner Sicht stark im Abnehmen ist.

Angst vor Unmännlichkeit bzw. Homophobie als Hindernis

Wolfgang Wenger stellt, was auch Arne bereits aufgegriffen hat, in seinem Blog die These auf, dass Männer sich nicht für Männer einsetzen, weil sie befürchten, für homosexuell gehalten zu werden.

Homophobie heißt nicht, das Männer Angst vor Homosexualität haben, sondern dass sie Angst haben, als homosexuell zu gelten!!!!

Und wie gelten sie als homosexuell? Wenn sie sich um Männerangelegenheiten kümmern!

Es gibt inzwischen viele Organisationen, die sich für Männer und Jungen einsetzen: Vafk, MANNdat, AGENS, Inclusion (http://www.forum-inklusion.eu/) und nicht zuletzt mein eigener Verein junge(n)welten e.V. (http://www.jungenwelten.de/)

ALLE haben einen Mangel an Unterstützung durch Männer.

Männer labern lieber oder beklagen sich – Hilfe fordern sie von anderen, von Strukturen, von Institutionen, sogar von Organisationen, die Frauen unterstützen!

Männer bezeichnen sich als BABYS, die unterstützt und gefördert werden müssen, wenn man sie auffordert, sich selbst zu organisieren und durchzusetzen. Was SEHR wichtig wäre!!!

Aus meiner Sicht ist der Zusammenhang mit der Furcht für Homosexuell gehalten zu werden, eher dünn. Eher plausibel erscheint mir, dass sie „um Hilfe bitten“ als Zeichen der Schwäche sehen, die sie sich so als Männer nicht eingestehen wollen. Sie wollen nicht als schwach angesehen werden.

Da spielt intrasexuelle Konkurrenz unter Männern, aber eben auch Geschlechterrollen mit hinein. Und darein kann auch wiederum Homophobie im Sinne von Wolfgang hineinspielen, weil schwul sein eben in Verbindung mit „unmännlich sein“ gelesen wird oder jedenfalls als Verstoß gegen die Geschlechterrolle.

Aktiv in dem Bereich zu werden, dass bedeutet eben auch sich angreifbar zu machen. Einer der armen Männer zu sein, die Hilfe brauchen. Das ist ein Verstoß gegen die Geschlechterrollen. Und die meisten Männer haben denke ich gelernt, dass sie sich in der Richtung lieber nicht angreifbar machen.

Ich vermute, dass „Labern und sich beklagen“ einfach in einer anonymeren Form möglich ist als aktive Mitarbeit. Mitarbeit macht einen eher sichtbar und setzt einen daher auch eher Kritik aus. Man kann sich leicht sagen, dass man neben der Arbeit und neben weiteren Bereichen dafür die Zeit nicht hat.

Worin genau besteht die Verletzbarkeit in dem Bereich?:

  • Das Fordern von Männerrechten passt nicht dazu, ein starker Mann zu sein (Wirst du armer Mann von Frauen unterdrückt?)
  • Es besteht eine starke Tabuisierung dagegen, Frauen „Rechte wegzunehmen“ oder ihnen die Verantwortung zuzuweisen. Es kann als Angriff auf die eigene Beziehung verstanden werden, weil es als Angriff auf Frauen verstanden wird.
  • Man ist sehr schnell in der Situation sich rechtfertigen und viel erklären zu müssen – und die Argumente werden schnell auch so verstanden, dass man etwas gegen Frauen hat.
  • Der Status von Männerrechtsgruppen ist sehr fraglich: Zu schnell ist man in einer Gruppe, die nicht akzeptiert ist/zu unseriös/zu frauenfeindlich/was auch immer gilt

Vor diesen potentiellen Gefahren flüchten sich Männer anscheinend gerne in ein „es betrifft mich ja nicht„, solange dies möglich ist. Wenn es sie betrifft, etwa bei einer Scheidung, dann wird eher das konkrete Problem gesehen als der große Zusammenhang, also der Kampf um die eigenen Rechte.

Vielleicht wäre es für eine breitere Unterstützung sinnvoll, kleinere Bereiche mit konkreten Fragen abzutrennen und diese als Frage nicht der Benachteiligung darzustellen, sondern als Ausdruck der Gerechtigkeit zwischen den Geschlechtern.

Ich könnte es mir beispielsweise in den Bereichen „Unterhalt“ und „Sorgerecht“ gut vorstellen, dass man dort entsprechende Kampagnen starten könnte, die man als „wir leben in einer emanzipierten Welt, da ist es ganz klar, dass Männer auch das gemeinsame Sorgerecht für ihr Kind haben müssen/dass Frauen selbst arbeiten müssen und Unterhalt beschränkt ist“. Vielleicht wäre es geschickt diese Punkte anhand von bestimmten Fällen, die die Ungerechtigkeit der gegenwärtigen Regelung ansprechen, zB wie hier, aufzuarbeiten, damit es überschaubar und abgrenzbar wird.

Das Narrativ des weiblichen Opfers ist leicht vertretbar. Es ist bekannt, es passt zur ohnehin bestehenden Rolle, es ist leicht abstrakt forderbar. Männer fühlen sich denke ich eher unwohl, wenn sie sich in diese Rolle begeben und suchen dann nach einem Halt, der bei so allgemeinen Themen wie „Jungs werden in der Schule benachteiligt“ oder „Männer werden allgemein benachteiligt“.

Es ist aber jedenfalls eine interessante Beobachtung, dass in vielen der Vereine Männer nur sehr eingeschränkt mitarbeiten und viele Frauen eher aktiv sind. Dazu würden mich Erfahrungen anderer interessieren, die in dem Bereich aktiv sind.

„Ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität oder gar sexuelle Minderwertigkeitsgefühle wirken auf viele Frauen abstoßend“

Auf dem Blog „Der lange Weg zum ersten Mal“, der Pickuptipps für „Absolute Beginner„, also Erwachsene, die in einem Alter, wo viele schon Sex und Beziehungen hatte, diese noch nicht hatte, gibt, befindet sich ein interessanter Kommentar einer Leserin zu sexueller Unerfahrenheit:

Ich würde die Ausführungen zum Pick-Up gerne aus der Perspektive einer Frau kommentieren. Ich weiß, dass Männer unter sexueller Unerfahrenheit häufig noch stärker leiden als Frauen, und ich finde es mehr als legitim, etwas dagegen zu unternehmen. Aber ich glaube trotzdem, dass PU der falsche Weg ist und dass die Annahme, sexuelle Unerfahrenheit sei der größtmögliche Attraktivitätskiller (vgl. den Beitrag zum Thema “Coming out als AB”), auf einem Missverständnis beruht.

Tatsache ist, dass ein negatives Verhältnis zur eigenen Sexualität oder gar sexuelle Minderwertigkeitsgefühle (und Minderwertigkeitsgefühle überhaupt, vor allem wenn sie auch noch offen zur Schau gestellt werden) auf viele Frauen – mich eingeschlossen – abstoßend wirken, und zwar selbst dann, wenn man den Betreffenden sonst durchaus sympathisch findet. Und natürlich ist es extrem schwer, ein positives Verhältnis zur eigenen Sexualität zu entwickeln, wenn man immer wieder die Erfahrung macht, bei Frauen sexuell nicht anzukommen.

Die PU-Szene vermittelt Männern jedoch eine Haltung zu Sexualität, die dieses Problem nur oberflächlich kuriert. Ich spreche aus Erfahrung, denn ich war selbst einige Monate mit einem Mann zusammen, der auf diesem Weg versucht hat, seine sexuelle Attraktivität zu steigern. Er hat es tatsächlich geschafft, sehr schnell – schneller, als ich es bei einem Kennenlernen erwartet oder mir gewünscht hätte – eine sexuelle Beziehung mit mir zu initiieren. Aber der Sex mit ihm hatte etwas merkwürdig Mechanisches (obwohl er alles geradezu lehrbuchartig gemacht hat), war „ohne Herz“, ohne echte Intimität. Ich hatte nicht das Gefühl, dass ich ihm dabei wirklich begegne, und das war es, wonach ich mich gesehnt hatte. Natürlich habe ich keinen Beweis dafür, dass es am PU-Training lag (von dem er mir am Anfang auch nichts erzählt hat – klugerweise, wie man wohl sagen muss). Aber nach dem, was ich über PU gelesen habe, wird den Männern dort leider nicht das vermittelt, was Frauen, die an einer echten Beziehung – im Gegensatz zu einem ONS oder einem Freund, der vor allem als Statussymbol dienen soll – interessiert sind, sich wünschen: Jemanden, der im Kontakt zu seinen eigenen Emotionen steht und Sexualität als Medium emotionaler Kommunikation einsetzen kann. Insofern würde ich allen männlichen ABs eher raten, eine klassische Sexualberatung (z.B. von pro familia) aufzusuchen, die – hoffentlich – einen ganzheitlicheren Ansatz verfolgt.

PU (und meines Erachtens auch dieser Blog, lieber Autor) lebt von Halbwahrheiten. Ja, Frauen – selbst solche, die in erster Linie auf innere Werte stehen – mögen keine Looser-Typen. Aber die Looser-Ausstrahlung entsteht durch nicht durch die sexuelle Unerfahrenheit als solche (ich wüsste beim besten Willen nicht, was mich daran anekeln sollte), sondern durchs Jammern, durch Passivität, Selbstmitleid, fishing-for-compliments etc. Wer es schafft, das zu überwinden, kommt nach meiner Erfahrung bei Frauen auch ohne spezielle Verführungstechniken gut an.

Mich interessieren dabei weniger die Ausführungen zu Pickup – wie so meist in Pickup-Kritik wird hier nicht bedacht, dass Pickup nicht nur auf Attraktion abstellt, sondern auch auf Komfort – sondern die Passagen zu den Anforderungen von Frauen und den Wirkungen sexueller Unerfahrenheit.

Hier werden starke „Anti-Game“-Mechanismen aufgeführt, die bei evolutionärer Einordnung auf einen geringen Partnerwert bzw. Sexual Market Value (SMV) schließen lassen.

  • negatives Verhältnis zu eigenen Sexualität
  • sexuelle Minderwertigkeitsgefühle
  • Jammern
  • Passivität
  • Selbstmitleid
  • Fishing for Compliments
  • Needyness in Bezug auf Sex
  • Entitlement („so langsam steht mir eine Frau zu“)
  • Frau wird nicht als emotionale Verbindung, sondern als reines Statussymbol gewollt (aber gleichzeitig dabei aufs Podest gestellt)
  • keine hinreichendes Interesse an einer emotionalen Verbindung.
  • kein „willing to emote“

Viele dieser Mechanismen sind Indikatoren dafür, dass andere Frauen nicht an einen interessiert sind und man auch ansonsten keinen Status hat.

Das Gemeine an diesen Faktoren ist, dass sie sich gegenseitig verstärken können. Wer keinen Erfolg beim anderen Geschlecht hat, der entwickelt Minderwertigkeitsgefühle, verkrampft, Jammert, meint, dass ihn „die Frauen“ doch nun langsam mal besser behandeln müssten, entwickelt negative Gefühle gegenüber Frauen, wertet sie ab und kann noch weniger eine Verbindung zu ihnen eingehen.

In diesem Fall hilft wohl nur, eine vollkommen neue Perspektive auf sich selbst und Frauen zu gewinnen, damit man aus diesem Kreislauf ausbrechen kann. Das ist allerdings verdammt schwer

Männerrechte

Männerrechte sind erstaunlicherweise ein heikles Thema. Dies wohl, weil sie als Opposition zu Frauenrechten gesehen werden und insofern als Versuch, seine Machtposition als Gruppe Mann auszubauen. Dabei könnte man sich hier den Spruch aus dem Feminismus zu eigen machen, dass es in den Männerrechten auch nur um die Vorstellung geht, dass Männer Menschen sind und insofern Beeinträchtigungen aufgrund ihres Geschlechts auch ihnen gegenüber abzulehnen sind.

Dabei werden Männerrechte insbesondere in den Bereichen diskutiert, in denen

  • Männern besondere Pflichten auferlegt werden
  • Männern bestimmte Rechte nicht oder nur eingeschränkt gewährt werden
  • Männer abgewertet werden.

Dies scheinen mir die drei Hauptbereiche zu sein, in denen eine Diskussion um Männerrechte stattfindet und sinnvoll ist.

a) Männerrechte und auferlegte Pflichten

Bei der Auferlegung von bestimmten Pflichten können Männerrechte beeinträchtigt sein, weil ein mehr an Pflichten eben eine zusätzliche Belastung von Männern ist. Typische Pflichten sind dabei:

  • Schutzpflichten gegenüber Frauen, Kindern oder der Gemeinschaft an sich
  • Versorgerpflichten gegenüber Frauen, Kindern oder der Gemeinschaft an sich

Die Schutzpflichten können dabei gesetzlich geregelt sein und insofern „echte Pflichten“ darstellen, wie etwa ein Wehrdienst oder eine Feuerwehrpflicht oder sie können aus bestimmten Geschlechterrollen kommen, etwa indem von „echten Männern“ erwartet wird, dass sie bestimmte Schutzaufgaben übernehmen, sei es indem sie einer frierenden Frau eher den eigenen Mantel geben, auch wenn sie dann selbst frieren oder sich bei Gefahr schützend vor sie stellen oder eben in dem sie Frauen sonst von den Unbillen des Lebens abschirmen. Regeln wie „Frauen und Kinder zuerst“ sind eine Ausprägung solcher Pflichten, ebenso wie Anforderungen Leuten beizustehen. Das kann sich auch daran zeigen, dass Frauen, die Schutzpflichten übernehmen, als besonders heldenhaft angesehen werden, während es bei Männern als normaler und damit weniger besonders angesehen wird.

Die Versorgerpflichten können ebenfalls gesetzlich geregelt sein, zB indem über gesetzliche Regelungen zum Unterhalt und zu sonstigen Folgen einer Ehe eine Versorgung meist der Frau erzwingen. Sie können auch aus reinen Geschlechterrollen kommen, indem vom Mann erwartet wird, dass er eine Familie ernähren kann und daran auch seine Attraktivität bemessen wird.

Gründe dafür, dass solche Rollen auferlegt werden können vielfältig sein: Es können konservative Vorstellungen sein, man kann diese als Ausgestaltung biologischer Vorgänge sehen, man kann die Erwartungshaltungen der Frauen hier als ursächlich sehen, es können feministische Forderungen mit hineinspielen, es kann eine Mischung aus allem sein, die diese Pflichten hier auferlegen und die Frage, inwieweit dies berechtigt ist, damit zu einer Frage um Männerrechte macht.

b) Männerrechte und Einschränkung von Rechten

Auch in der Einschränkung von Rechten bzw. deren Nichtgewährung kann ein männerrechtliches Problem liegen. Diese Rechte können Männern durch Gesetz vorenthalten werden, beispielsweise indem sie das Sorgerecht nicht automatisch erhalten oder wiederum aus den Geschlechterrollen kommen, etwa indem an Männer andere Anforderungen gestellt werden, was das Eingehen von Risiken oder den Umgang mit Kritik oder Schmerzen angeht (ein Mann, der nach Kritik seines Chefs heult wird weit mehr Abzug erleiden als eine Frau, ebenso wird ein bei schmerzen jammernder Mann weniger Verständnis erhalten).

Die Gründe, aus denen diese Einschränkungen von Männerrechten erfolgen, können ebenso wie bei den Pflichten aus den gleichen Gründen auftreten: Konservative Vorstellungen, was ein Mann aushalten muss oder was sein Platz ist, Vorstellungen davon, dass bestimmte Rechte Frauen zustehen, Vorstellungen davon, dass Männer in bestimmten Bereichen mehr leisten müssen etc.

c) Männerrechte als Abwehr von Abwertungen

Ein dritter Bereich ist aus meiner Sicht die Abwehr von Abwertungen. Männer sind keine schlechteren Menschen, sie sind vielleicht anderes als Frauen, aber das rechtfertigt es nicht, ihre Art und Weise als moralisch verwerflich darzustellen. Natürlich ergibt sich daraus auch nicht, dass diese moralisch richtig ist. 

Häufige Bereiche, in denen Männerrechte durch Abwertungen beeinträchtigt sind, sind:

  • Die Sexualität: Der Mann als Schwein, die Abwertung von männlichen Interessen an schönen Frauen, Busen, schnellen Sex, als primitiv und verachtenswert. Die Dämonisierung männlicher Sexualität
  • Die Einordnung von Männern als Unterdrücker von Frauen

In diesem Bereich ist eine Überschneidung von Männerrechten mit einem Antifeminismus vorhanden, nämlich insoweit als im (radikalen) Feminismus diese Abwertungen gegenüber Männern erfolgt, indem Männern hier wie oben dargestellt abgewertet werden. Ein Einsatz für Männerrechte erfordert insofern, diesen einseitigen Abwertungen eigene Positionen gegenüber zu stellen und deutlich zu machen, dass Unterschiede nicht per se eine Unterdrückung als Grund haben müssen. Es ist aus meiner Sicht auch eine männerrechtliche Position darzustellen, dass männliche Sexualität ihre eigenen Rechte hat und hier die weiblichen Vorstellungen keinen Deutungsvorgang in moralischer Hinsicht haben.

Selbermach Samstag 113 (06.12.2014)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade?

Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer?

Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

und natürlich: Was hattet ihr heute in euren Schuhen? (Froher Nikolaustag)

PS:

Irgendwas stimmt mit dem Feed nicht, ich habe keine Ahnung, woran es liegt, da man bei WordPress.com da nichts einstellen kann. Vielleicht hängt es irgendwie mit dem Theme zusammen? Für Hinweise bin ich dankbar

„Ich habe einen Freund“ beim Flirten

Viele, gerade hübsche, Frauen sind häufig in der Situation einen unerwünschten Verehrer loszuwerden. Als effektiv hat sich hier die Aussage „ich habe einen Freund“ gezeigt, ob man einen hat oder nicht.

Die Effektivität liegt aus meiner Sicht darin, dass es einen Grund vorgibt, der nicht in der Person des Verehrers liegt und bei dem man ein unlauteres Verhalten ihrerseits fordern muss, damit sie über ihn hinwegkommt.

Andere Gründe hingegen laden eher dazu ein, noch einmal nachzuhaken:

Er: Hey, kann ich dich zu einem Drink einladen?

Sie: Ich bin nicht durstig

Er: Na, dann können wir auch einfach so reden

****************

Er: Hey, wie geht´s?

Sie: Ich bin nicht interessiert

Er: Noch nicht, aber du kennst mich ja auch noch nicht

****************

ER: Hallo, ich heiße [Name]

Sie: *Starrer Blick geradeaus*

Er: HALLO, ICH HEISSE [Name], GANZ SCHÖN LAUT HIER ODER?

****************

Der Verweis darauf, dass sie einen Freund hat, ist zudem auch nicht per se unfreundlich, es gibt ihr einen guten Grund ihn abzulehnen, ohne dass er sich beleidigt fühlen muss, so dass er auch nicht provoziert werden kann wie bei anderer unfreundlicherer Ablehnung. Es liefert einen Grund außerhalb der beiderseitigen Macht, weil Liebe an sich in romantisierter Vorstellung eben für jeden anderen die Chance kaputt macht. Zudem stellt es eben auch noch einen potentiellen Mann in den Raum, der intrasexueller Konkurrenz hinzukommen lässt.

Im radikalen Feminismus gilt diese Aussage jedoch als Zeichen dafür, wie sehr die Rape Culture und die Unterdrückung der Frau in unsere Gesellschaft verankert ist.

Verschiedenste feministische Artikel greifen dies auf  und die Argumentation kurz zusammengefasst lautet wie folgt:

Male privilege is “I have a boyfriend” being the only thing that can actually stop someone from hitting on you because they respect another male-bodied person more than they respect your rejection/lack of interest

Oder etwas länger:

The idea that a woman should only be left alone if she is “taken” or “spoken for” (terms that make my brain twitch) completely removes the level of respect that should be expected toward that woman.

It completely removes the agency of the woman, her ability to speak for herself and make her own decisions regarding when and where the conversation begins or ends. It is basically a real-life example of feminist theory at work–women (along with women’s choices, desires, etc.) being considered supplemental to or secondary to men, be it the man with whom she is interacting or the man to whom she “belongs” (see the theory of Simone de Beauvoir, the story of Adam and Eve, etc.).

Nicht immer bringt die Gegenprobe etwas, hier scheint sie mir jedoch zu passen: Ich behaupte einfach mal, dass auch bei einer Frau, die an einem Mann interessiert ist, die Aussage, dass er eine Freundin hat, mit das effektivste sein kann, wenn er nicht interessiert ist. Und „Hat der eigentlich eine Freundin?“ dürfte auch eine Frage sein, die viele Frauen als erste an einem Mann interessiert, den sie gut finden. Ersetzt hier der Wille der Freundin und die Vorstellung wem der Mann „gehört“ den Willen des Mannes? Auch hier wird wohl eher der Gedanke stoppen, dass man damit etwas unmoralisches verlangt und sich in eine bestehende Beziehung einmischt und insoweit eher die „böse“ ist. Man macht sich einfach allgemein angreifbarer, wenn man versucht jemanden den Freund/die Freundin auszuspannen als wenn man versucht jemanden zu überreden, etwas mit einem anzufangen. Bei der ersten Version ist man recht unstreitig der „böse“ und droht insofern auch eher an Gesicht zu verlieren, bei der zweiten Version ist man es nicht unbedingt. Es ist weitaus akzeptierter etwas hartnäckig zu sein als eine Beziehung auseinander zu bringen.

Zu dieser Wertung kann man im radikalen Feminismus natürlich nicht kommen, denn dort hat man nur eine Sichtweise: Dieses Verhalten muss Mißbilligung gegenüber Frauen ausdrücken und eine Unterordnung dieser unter Männer begründen. Es ist insofern zwangsläufig als Entitlement zu sehen. Wer Sexismus finden will, der kann ihn eben überall finden.

Weil es eine so effektive Abwehr ist, ist es auch eine gern genutzte Variante des „Bitchshields“. Darunter versteht man im Pickup eine standardisierte Abwehr von Bewerbern, die von Frauen genutzt wird, die zu viele Bewerber haben oder gerade keinen Wollen und diese deswegen erst einmal reflexmäßig abwehren. Sie geben sich besonders kalt um so die Zeitdauer, die sie für das „Loswerden“ eines Interessenten brauchen möglichst zu verkürzen. Auch bei Unsicherheit bietet es sich als effektiver Mechanismus an.

Der Vollständigkeit halb daher noch einmal Tipps, wie man damit theoretisch umgehen könnte:

Wenn man davon ausgeht, dass sie tatsächlich einen Freund hat, dann sollte man sich erst einmal fragen, ob man sich da einmischen sollte.

Ist man der Meinung, dass sie keinen hat oder sieht man darin für sich kein moralisches Problem, dann kann man es als Shittest behandeln. Gängige Taktiken wären, es einfach zu ignorieren („Herzlichen Glückwunsch! Wie ich gerade sagte…“) es zu reframen und als Gelegenheit nutzen sexueller zu werden und dabei gleich seine Absichten ehrlich darzustellen („trifft sich gut, ich suche gerade auch nichts festes und keine Frau, die sich verliebt“) oder ähnliches: Dazu noch ein paar Funde aus dem Netz:

Hier:

Woman: I have a boyfriend

Future: That’s cool.  Does he treat you nice?

Woman: Yes

Future: Oh.  [Pause].  I wouldn’t.  [Continue conversation]

Hier:

HB: Sorry, but I have a boyfriend.
You: *Laughing* Hey, I just met you and you are already telling me about your problems:)?

ASF: „If I ask her to meet me somewhere and she says „But I have boyfriend“, I answer with „If he makes you happy, then you could bring him along.“ Then I ask, „Does he make you happy?“. I decide if I should follow up based on the response. Most have had some complaints about him which gives me something that I can work with later and a topic of discussion.“

ASF: „[One reason she might be saying she has a BF is that] she really does have a BF, likes you, but doesn’t want to feel guilty about cheating on her BF. This is classical „chick logic“ at work here and is good, because it means you are on your way to a fuck, even in spite of the BF… Basically this happens because she thinks that if she tells you about the BF now, she can relax and let you you fuck her anyways, since its „not her fault now“ that she fucked you, because, she *did* tell you about the boyfriend, and you ignored it, ie. she „had no choice in the matter“.“

HER: I have a boyfriend.
ME: That’s nice … so anyway ….
REASONING – ignore the topic and so will she.

Her: „I have a boyfriend“
You: „Thats *good* – I’m not really looking for a girlfriend either:)“

In der Tat kann der Umstand, dass sie einem mitteilt, dass sie einen Freund hat, verschiedenes bedeuteten:

  • Sie will einen loswerden
  • sie hat einen Freund und liebt ihn
  • sie hat einen Freund und ein schlechtes Gewissen, findet einen aber interessant. Dann muss man entscheiden, ob man sich darauf einlässt. Ein Zeichen dafür ist, dass man vorher geflirtet hat, und sie Interesse signalisiert hat und der Hinweis darauf, dass sie einen Freund hat, sehr spät kommt.
  • sie hat einen Freund und will mitteilen, wie die Situation ist, damit man Bescheid weiß, auf was man sich einlässt und diskret ist oder versteht, dass es nicht ganz einfach wird, zB weil es schlecht läuft, sie erst Schluss machen muss etc.

In den ersten beiden Fällen stehen die Chancen schlecht, in den letzten beiden kann ignorieren eine effektive Strategie sein. Die Antworten machen auch deutlich, dass man die damit verbundene Wirkung der sozialen Regeln, dass man sich nicht in Beziehungen einmischt, einfach von sich weist. Das „Über den Regeln stehen“ ist aber ein klassisches Zeichen hohen Status, was attraktiv sein kann. Zudem erlaubt man ihr diesen Faktor im Wege der Rückwartsrationalisierung auszublenden: Wenn er ihn nicht wichtig findet, dann muss es wohl nicht so wichtig sein.

All dies klappt natürlich nicht, wenn sie einen Freund hat, den sie liebt oder sie einen selbst nicht mag. Und es kann einen natürlich auch schlicht als ein Arschloch dastehen lassen, der vergebene Frauen anmacht. Wobei die Gefahr recht gering ist, wenn man ansonsten mit dem passenden Charme auftritt.