Konservativer und linker Maskulismus

Toxicvanguard schreibt in einem Kommentar

Die meisten rechtskonservativen Männerrechtler versuchen weniger mehr als den Status Quo wiederherzustellen; dort wurden sie als Männer zwar fast gleich unfair behandelt wie jetzt, hatten aber jedoch wenigstens eine Familie und eine Frau, über die sie wenigstens das Gefühl hatten, doch noch etwas Einfluss und Wert in dieser Gesellschaft zu haben. Du hattest sozusagen wenigstens einen kleinen Ausgleich dafür zur Klasse der disposable Males zu gehören.

Das scheint tatsächlich der häufige Gedankengang zu sein. Es ist weniger eine tatsächliche Auseinandersetzung mit den Nachteilen der Rolle, etwa der Unterhaltspflicht, als vielmehr der Versuch sie wieder auszufüllen. Insofern ist es häufig eher eine Mehrverpflichtung der Männer.

Allgemein wird aus meiner Sicht der Einfluss konservativer Wertvorstellungen zum Nachteil der Männer unterschätzt. Häufig ist es weniger die „feministische Verschwörung“, sondern eher der konservative Anteil, der dazu führt, dass Männern Pflichten auferlegt werden. Die Verschärfungen des nachehelichen Unterhalts hin zu einer stärkeren Betonung der reinen Ehezeit ist beispielsweise meines Wissens nach auf die CDU zurückzuführen. Gerade dort lebt eben auch der Gedanke, dass der Mann Unterhalt zu zahlen hat, weil die Frau ja die Kinder versorgt bzw der Gedanke, dass man dafür die Voraussetzungen schaffen soll.

Zum Glück lässt sich das Rad nicht mehr zurückdrehen, denn der Staat würde ohne die Steuerabgaben der Frauen erst recht sterben und die Frauen wollen auch sicher nicht zurück, ausser ein Kollaps steht kurz bevor, dann fallen wir vielleicht wieder in alte Rollenbilder zurück.

In der Tat: Ich will auch nicht zurück in die alten Zeiten. Denn die Hausfrauenehe ist mit das gefährlichste, was einem Mann im Fall einer Scheidung passieren kann.

Gleichzeitig sieht es aber im linken Maskulismus nicht wirklich besser aus; auch dort glaubt man durch das stumpfe Wiederholen von gescheiterten Taktiken irgendwann ans Ziel zu kommen. Man kopiert dabei die Mechanismen des Feminismus, wundert sich dann, dass statt Mitleid nur Hass als Antwort kommt. Gleichzeitig verschlechtert sich das Bildungsniveau von Jungen und Männern stetig und Quoten werden im “Jahr des Mannes” durchgedrückt, während sich immer mehr Männer aus dieser Gesellschaft zurückziehen.

Ein Kopieren von gescheiterten Taktiken würde ich eher nicht sehen. Vielleicht allenfalls darin, dass auch an einer Opferrolle gearbeitet wird und daran, dass man in verschiedenen Punkten gleichzuziehen versucht, zB  was sexuelle Belästigung etc betrifft.

Andere Richtungen weiten die Opferrolle (und den Hass) denke ich eher aus, in dem sie auf eine Ausbeutung von Männern durch herzlose Frauen, die in den Männern nichts weiter als nützliche Idioten sehen, abstellen, was aber ein sehr radikaler Ansatz ist, der aus meiner Sicht stark im Abnehmen ist.

105 Gedanken zu “Konservativer und linker Maskulismus

  1. Na ja, ob es „linken“ Maskulismus wirklich gibt…
    Arne Hoffmann zB mag ja vielleicht linker SPD-Anhänger o.ä. sein, aber ob die Männerrechtsbewegung deswegen links ist….

    Klingt für mich eher nach einer Taktik, um den linksextremistischen Genderologen ihren exklusiven Alleinvertrertretungsanspruch streitig zu machen. Ob das funktioniert, würde ich bezweifeln. Das linke Ideologie-„Paket“, das im Augenblick im Westen vorherrscht, ist nun mal Anti-weiß/männlich/hetero/konservativ/christlich.

    Nur in einer Talkshow würde sich linker Maskulismus gut machen. Aber wurde Arne Hoffmann schon mal geladen? Bei Alice-Schwarzgeld-Kumpeline Fleischberger?

    Ich würde sagen, Maskulismus, sofern nicht haßerfüllt (Ex-Frau nervt, Kinder vorenthalten etc….), ist de facto immer moderat konservativ.

    Heißt, niemand will die Frauen in der Küche einsperren, wie die Linksextremisten gern kolpotieren („Herdprämie!“ Buh! Grauenvoll!); und da Kinder schon aus biologischen Gründen nach Scheidung meist bei der Mutter bleiben, muß der Exmann natürlich Unterhalt zahlen. Für die Kinder, versteht sich. Eine Ehefrau sollte heutzutage kein Recht mehr darauf haben, vom Exmann ausgehalten zu werden. Mit zwei Wohnungen ja auch schwer möglich.

    • „Ich würde sagen, Maskulismus, sofern nicht haßerfüllt (Ex-Frau nervt, Kinder vorenthalten etc….), ist de facto immer moderat konservativ.“

      Das würde zumindest erklären, warum ich kein Maskulist bin.

        • Der Spruch Kinder aus „biologischen“ Gründen bei der Mutter ist ja wohl extrem dämlich, es gibt heutzutage keine biologische Notwendigkeit mehr warum ein Kind nicht auch vom Vater groß gezogen werden kann und es zwingend zur Mutter gehört.

          Gerade gegen diesen Schwachsinn kämpft ja die Väterrechtsbewegung an.

          Von daher ist die Männer- und Väterrechsbewegung vielleicht nicht links aber garantiert nicht konservativ da ja gerade das konservative Weltbild zur Benachteiligung der Väter geführt hat.

        • Biologie ist auch im Kopf.
          Wieviele Väter wollen nach einer Trennung denn unbedingt, daß die Sprößlinge bei ihnen bleiben, und geben ggfs. ihren Vollzeitjob dafür auf?
          „Kramer gegen Kramer“ ist ja ein netter Film.
          Daß eine statistisch relevante Zahl von Männern zu Alleinerziehern wird, halte ich für unwahrscheinlich.

          Lasse mich aber gerne eines besseren belehren.

        • Biologie von der Du scheinbar keine Ahnung hast oder du hast keine Kinder…

          Und der Artikel in der Welt ist ja mal ein Epic Fail oder ein richtiges Eigentor.

          89% der Männer ziehen Karriere der Familie vor
          und 71% der Frauen ziehen auch die Karriere der Familie vor

          Da ist ja der Unbereinigte-Gender-Pay-Gap, um den es auch in dem Artikel geht, deutlich größer – was wohl auch ein Anhaltspunkt zur Seriosität des Artikels ist.

          Ach ja über die Ursachen also das „Warum“ sagt der Artikel nichts aus.

        • Genau, St.Elmo ist viel schlauer als ich. Er/sie lebt in einer Welt, wo die meisten Väter sich um ihre Kinder kümmern wollen, statt Karriere zu machen. Wo es keine Biologie gibt, sondern Männlein und Weiblein genau gleich sind.

          Die Kritik am Welt-Artikel ist berechtigt, weil beide Geschlechter hier erstaunlich hoch angesetzt sind.

    • Klingt für mich eher nach einer Taktik, um den linksextremistischen Genderologen ihren exklusiven Alleinvertrertretungsanspruch streitig zu machen.

      Selbstverständlich geht es darum, den Genderologen ihren Vertretungsanspruch streitig zu machen. Was denn sonst?

      Auch wenn Autoritärkonservative es nicht wahrhaben wollen und deshalb gebetsmühlenartig romantische Geschichtchen von finstren Dämonen, die den reinen und unschuldigen Volks- bzw. Frauenkörper verführen und ins Verderben führen, wiederholen: Soweit die Genderisten einen Vertretungsanspruch haben, wird ihnen dieser tatsächlich nennenswert vom Volkssouverän zugesprochen. Und das ist genau das eigentliche Problem.

      Ein adäquates Mittel dagegen ist es, ihre Glaubwürdigkeit aka Legitimation für die Kategorien „fortschrittlich“, „humanistisch“, „gerecht“ und „emanzipatorisch“ in Frage zu stellen. Stupid, it’s democracy.

      Wer solche Sündenbockideologen als „Mitstreiter“ hat, braucht keine Rosenbrocks und muss sich auch um den Fortbestand des Vertretungsanspruches der Genderisten keine Sorgen machen. Es geht dabei gar nicht um den Vertretungsanspruch der Genderisten, vielmehr ist Genderismus in all seiner Abstrusität ein willkommener Proxy für eine Wehklage darüber, dass der dumme Plebs nicht zurück in die 1950er will.

      Konservative, soweit man sie ernst nehmen kann, haben tatsächlich einen validen Punkt: Weiblichkeit wird tendenziell vollkommen entpflichtet, während Männlichkeit immer weiter in die Pflicht genommen wird. Ein auch nur ansatzweise konsistenter Standpunkt verpflichtet entweder alle gleich oder er entpflichtet alle gleich. Allerdings ist Konservativismus sehr erheblich mitschuldig an der Entwicklung. Die Entpflichtung des Weiblichen fügt sich nahtlos ein in die Geschichte des Konservativismus. Konsevative haben die Dworkins und Brownmillers, in ihrem Kampf zur Dämonisierung insbesondere der männlichen Sexualität, mit Verve unterstützt. Und der männliche Sexdämon und die damit verbundene Moralpanik der 1980er war das Maßgebliche Einfallstor für den feministischen Marsch durch die Institutionen.

      Auch bei der Entrechtung von Vätern waren Konservative stets voll dabei. Da kann man bis ins 19. Jahrhundert zurückblicken, als es darum ging, den inhärent unmoralischen Unterschichtmann in die Ehe zu zwingen. Die Anerkennung der Rechte des unehelichen Vaters geht ja gar nicht, da werden doch Konkubinate gefördert.

      Aus männerrechtlicher Sicht ist „links“ oder „rechts“ wie Kot oder Scheiße. Die Konservativen ebenso wie die Progressiven sollten, wenn sie in dieser Frage auch nur Ansatzweise ernst genommen werden wollen, erstmal ihre Hausaufgaben machen und den eigenen Anteil an dem in historischer Kolaboration entstanden Schlamassel herausarbeiten. Und tut mir leid, hier sehe ich bei linken Männerrechtlern weit mehr Bemühen. Ich habe bisher keinen linken Männerrechtler getroffen, der jeglichen Anteil von „seiner Seite“ bestreitet und die pösen Anderen als Sündenböcke framt.

      Wer lieber hochempört mit dem Zeigefinger auf die andere Seite zeigt, hat ziemlich offensichtlich eine andere Agenda als Männerrechte.

      • ät Nick:
        Ich meinte den Alleinvertretungsanspruch im linken Spektrum, nicht allgemein.
        Daß die Spinner allg. möglichst scharf angegangen werden müssen, ist klar.
        Auf Seiten der Linken sehe ich allerdings bislang eher nix. Daß intern vielleicht was läuft, kann sein, ist aber bis auf weiteres irrelevant, solange es nicht fürs Volk sichtbar in den Zeitungen auftaucht.

    • @ Axel

      „Na ja, ob es “linken” Maskulismus wirklich gibt…“

      Aber sicher doch.

      „Arne Hoffmann zB mag ja vielleicht linker SPD-Anhänger o.ä. sein,“

      Arne ist linksliberal und das ist auch in allen seinen Büchern zum Thema erkennbar.
      Schoppe ist z.B. klassischer Sozialdemokrat. (Ich sage bewusst „klassischer Sozialdemokrat“, dass man als Männerrechtler derzeit kein Fan der Geschlechterpolitik der zeitgenössischen SPD sein kann, dürfte klar sein.)

      „aber ob die Männerrechtsbewegung deswegen links ist….“

      Die Bezeichnung „linker Maskulismus“ besagt nicht, dass die gesamte Männerrechtsbewegung links ist, sondern ist eine Bezeichnung für den linken Flügel der Männerrechtsbewegung.
      Der Begriff bringt u.a. zum Ausdruck, dass der linke Flügel der Männerrechtsbewegung sich als eigenständige männerrechtliche Strömung mit spezifischen Sichtweisen, Theorien und Praxen versteht, die auf den Werten und Prinzipien der politischen Linken beruhen.

      „Klingt für mich eher nach einer Taktik, um den linksextremistischen Genderologen ihren exklusiven Alleinvertrertretungsanspruch streitig zu machen.“

      Es ist mehr als boße Taktik – linke Männerrrechtler sind politisch links, weil dies ihren politischen und philosophischen Überzeugungen entspricht. Diese hängt man ja nicht mal eben an der Garderobe ab, weil man sich gegen Diskriminierungen von Jungen und Männern engagiert.
      Darüber hinaus, sind die Genderisten höchstens eine Karikatur linken Denkens.
      Zwischen radikalem Feminismus und radikalen Konservatismus gibt es einige Gemeinsamkeiten:

      https://allesevolution.wordpress.com/2013/08/07/gemeinsamkeiten-zwischen-radikalem-feminismus-und-radikalem-konservatismus/

      Außerdem solltest du inzwischen gemerkt haben, dass es auch einige „linksextreme“ Männerrechtler gibt. („Linksextremismus“ ist natürlich eigentlich ein vom Verfassungsschutz erfundener Unsinnsbegriff und ich verwende ihn nur ironisch.)
      Der linke Maskulismus unterteilt sich zur Zeit mindestens in eine linksliberale, eine sozialdemokratische, eine marxistische und eine anarchistische Variante.

      „Ob das funktioniert, würde ich bezweifeln.“

      Ob das funktioniert, ist erstens nicht die vorrangige Frage und zweitens ist deine Annahme m.E. falsch. Selbst aus rein pragmatischer Perspektive hat die Männerrechtsbewegung langfristig die größten Chancen Erfolg zu haben, wenn seriöse und humanistische Vertreter der verschiedenen männerrechtlichen Strömungen sich darum bemühen, die Ideen der Männerrechtsbewegung jeweils für ihre Zielgruppe verständlich zu machen und deutlich zu machen, warum es sich bei der Männerrechtsbewegung im Kern um eine notwendige und berechtigte emanzipatorische Bewegung handelt.

      „Das linke Ideologie-“Paket”, das im Augenblick im Westen vorherrscht, ist nun mal Anti-weiß/männlich/hetero/konservativ/christlich.“

      Du hast von den verschiedenen Strömungen und Theorien inerhalb der Linken keine Ahnung.
      – „Anti-weiß“ ist nur für eine bestimmte Fraktion der postmodernen/poststrukturalistischen Linken typisch.
      – Eine unkritische Einstellung zum vorherrschende Feminismus besteht leider tatsächlich in den meisten linken Strömungen, was es aber nur um so wichtiger macht, dass linke Männerrechtler hier Aufklärungsarbeit leisten.
      – „Anti-Hetero“ ist ebenfalls nur für eine bestimmte Fraktion der postmodernen/poststrukturalistischen Linken typisch.
      – Dass Linke in der Regel nicht pro-konservativ sind, versteht sich von selbst.
      – Und natürlich gibt es auch viele linke Christen sowie viele Linke, die gegenüber Christen tolerant sind. (Ich habe z.B. in der anarchistischen Bewegung bisher höchst selten Anarchisten kennengelernt, die andere Anarchisten diffamieren, nur weil diese auch Christen sind.)

      „Ich würde sagen, Maskulismus, sofern nicht haßerfüllt (Ex-Frau nervt, Kinder vorenthalten etc….), ist de facto immer moderat konservativ.“

      Diese offensichtlich falsche Einschätzung rührt vermutlich daher, dass du wie die meisten Konservatien auf diesem Blog nicht dazu in der Lage bist, bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen um Objektivität bemüht zu sein sondern zum magischen Denken neigst.
      Es kann wohl für niemanden, der die Männerrechtsbewegung ein bißchen kennt, ein ernsthafter Zweifel daran bestehen, dass diese sich aus einem breiten Spektrum politischer Einstellungen rekrutiert und dass alle politischen Hauptströmungen in ihr vertreten sind. Du dürftest allein schon auf diesem Blog mit der Zeit viele linke und liberale Männerrechtler kennengelernt haben.
      Es stimmt allerdings, dass haßerfüllte Individuen innerhalb der Männerrechtsbewegung überdurchschnittlich oft dem konservativen Flügel angehören.

      • „Diese offensichtlich falsche Einschätzung rührt vermutlich daher, dass du wie die meisten Konservatien auf diesem Blog nicht dazu in der Lage bist, bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen um Objektivität bemüht zu sein sondern zum magischen Denken neigst.“

        🙂

        Wie im Märchen vom Dieb, als er haltet den Dieb schrie.

        Kennst du das, Leszek?

      • ät Leszek:

        „Darüber hinaus, sind die Genderisten höchstens eine Karikatur linken Denkens.“

        Schön gesagt. Wenn die Karikatur aber den Diskurs vorgibt, ist fraglich, ob der Begriff überhaupt sinnvoll ist.
        Außerdem: Irre und machtgeile Phantasien sind in der radikalen Linken (wie in der radikalen Rechten) eher Regel denn Ausnahme. Siehe Kreuzberg, Görli….

        „Zwischen radikalem Feminismus und radikalen Konservatismus gibt es einige Gemeinsamkeiten.“
        Stimmt, die Genderologen sind zum Teil erstaunlich sexistisch. Wie (Ur-)Opa zu Hause. Frauen MÜSSEN dies und jenes wollen! Jawoll! Weil ich das sage!


        „Außerdem solltest du inzwischen gemerkt haben, dass es auch einige “linksextreme” Männerrechtler gibt. “
        – Wir hatten das schon mal: Du bist eine Einmann-Partei. Leider.

        —–
        „Ob das funktioniert, ist erstens nicht die vorrangige Frage und zweitens ist deine Annahme m.E. falsch“

        Äh- das sollte die Frage ganz am Anfang sein! Der gefährliche Schmarotzx-Quatsch muß in die Schranken gewiesen werden. Theoretischer Widerstand ist (fast) keiner.
        Wenn Du optimistisch bist in Fragen der Genderbekämpfung, bitte, Dein Wort in Gottes Ohr. Ich befürchte, radikale Ideologien funktionieren nicht über den Verstand und können so auch nur schwer bekämpft werden.

        —-
        „Diese offensichtlich falsche Einschätzung rührt vermutlich daher, dass du wie die meisten Konservativen auf diesem Blog nicht dazu in der Lage bist, bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen um Objektivität bemüht zu sein sondern zum magischen Denken neigst.“

        Jaja, wer nicht anarchistisch ist, ist halt dumm und böse, wie immer.
        Zum xten Mal: Die depperten Theoriegebäude in den (tendenziell) roten Wissenschaften sind Betrug und Selbstbetrug in einem. Kaum treffen sie auf die Wirklichkeit, klapüpen sie in sich zusammen. Wiederum: Kreuzberg, Görli. Fahr mal hin.

        „Eine unkritische Einstellung zum vorherrschende Feminismus besteht leider tatsächlich in den meisten linken Strömungen, was es aber nur um so wichtiger macht, dass linke Männerrechtler hier Aufklärungsarbeit leisten.“
        -Dito. Wenn linke Antigenderer so zahlreich sind, viel Glück. Ich bin da pessimistisch. Die Erfindung von Opfergruppen ist leider symptomatisch für die Linken.

        • @Axel

          Alle politischen Orientierungen – inklusive konservativer und liberaler – jedoch besonders die Linke seit 1990 hat m.E. einen beispiellosen Verfall des theoretischen Niveaus hinnehmen müssen. (Wenn du das nicht glaubst, schaue einfach ein altes Interview von Günter Gaus auf youtube an)

          Das liegt u.a. an der Übernahme des postmodernen Relativismus und der Gender-Ideologie und zwar beide in der vulgärsten Form.
          In den meisten Fällen nämlich nicht im Original, sondern als Re-Import aus den USA.
          Nicht Foucault also, wie Foucault geschrieben hat, sondern so, wie Judith Butler ihn gelesen hat.

          Der Dekonstruktivismus a la Derrida hat bestimmte „Lesarten“ ermöglicht, in dem es gar nicht mehr wichtig ist, was der Autor gesagt hat und meinte, sondern wie der ihn Lesende ihn versteht oder verstehen will.

          Damit – und das ist natürlich großartig – geht die „Konstruktion“ der Bedeutung eines Textes vom *Autor* auf denjenigen über, der ihn liest. Diejenige, die *subjektiv* eine bestimmte Bedeutung in den Text *hinein*liest, braucht sich weder an Hand dieses Textes zu rechtfertigen, eine plausible Interpretation geliefert zu haben, noch kommt es auf die Intention des Autors überhaupt noch an.
          Sie produziert einfach nur eine weitere „Lesart“, die gleichberechtigt neben allen anderen steht.

          Damit kann man hervorragend in Windeseile Texte produzieren und das ist wichtig, um im wissenschaftlichen Betrieb Karriere zu machen – so weit zur Attraktivität.
          Und wenn alle intellektuellen und wissenschaftlichen Standards erst einmal geschliffen sind, dann auch so etwas:
          http://www.elsewhere.org/journal/pomo/

          Alan Sokal hat sich 1996 über den „elegant nonsense“ lustig gemacht und einen Skandal erzeugt mit einem Schwindel:
          http://de.wikipedia.org/wiki/Sokal-Aff%C3%A4re

          Wer auch immer hoffte, damit wäre die Sache gegessen, wurde bitter enttäuscht.
          Diese aberwitzige „Denke“ hat sich ausgebreitet wie ein Krebsgeschwür. Trotz ständiger Warnungen linker Intellektueller: http://www.taz.de/1/archiv/?dig=2004/12/10/a0052

          Ich rätsele aber selber noch, warum sich dieser Unsinn hat so schnell verbreiten können.

          Leszek pflichte ich bei, es handelt sich um eine Karikatur linker Ideen. Meistens um schlechte, wenig originelle Plagiate (Begriffe gestohlen ohne inhaltliche Bestimmung, entgegen des Kontexts, in dem sie überhaupt Sinn machen usw.)
          Die zudem genau die Dichotomien erst produzieren, die sie vorgeblich bekämpfen.

          Ich sage zu deinem Einwand: Wenn auf dem Markt die chinesische Kopie eines Audi verkauft wird, so würde kein vernünftiger Mensch dazu übergehen von Audi zu verlangen, sie mögen doch bitte die Kopie als Original anerkennen.
          Würden die nicht tun, ich auch nicht.

          Um von der Linken wegzukommen: die ersten Subventionierungsmassnahmen des Feminismus/Genderismus starteten Anfang der neunziger seitens des damaligen Familienministeriums.
          Das war bis 1998 in der Hand der CDU!
          Das Professorinnenprogramm stammt von Annette Schavan, CDU.

          Ihr habt nicht begriffen, dass inzwischen eine *ganz große* Koalition den Laden unterstützt.
          Die Kritik, der Genderismus sei ein rein „linkes Projekt“ geht an dieser Realität völlig vorbei.

          Schönen Gruß, crumar

        • @crumar

          “ … , dass inzwischen eine *ganz große* Koalition den Laden unterstützt.“

          Yup. Die Mätresse Feminismus schleicht sich überall ein und macht mit jedem.

          „Die Kritik, der Genderismus sei ein rein “linkes Projekt” geht an dieser Realität völlig vorbei.“

          Auch das ist m.E. richtig. Aber links ist leider der dämliche Steigbügelhalter, korrumpiert sich und überholt rechts.

          Passiert offenbar immer wieder und wieder. Nun ist es wohl wieder soweit.

        • ät Crumar & Petpanther:

          „Alle politischen Orientierungen – inklusive konservativer und liberaler – jedoch besonders die Linke seit 1990 hat m.E. einen beispiellosen Verfall des theoretischen Niveaus hinnehmen müssen. (Wenn du das nicht glaubst,….“

          Und wie ich das glaube!

          Denn:
          „die ersten Subventionierungsmassnahmen des Feminismus/Genderismus starteten Anfang der neunziger seitens des damaligen Familienministeriums..Das Professorinnenprogramm stammt von Annette Schavan, CDU.“

          Schavan hat das Profx-Programm gestartet? Wußte ich gar nicht. Na super. Fand die bislang eigentlich ganz gut.

          Wer hat denn das Gender Mainstraming im Fam-Ministerium gepuscht? Rotgrün zwar, aber die haben das zunächst etwas verschämt auf ihrer Seite versteckt.
          Panzer-Uschi war dann diejenige, die den Mumpitz lauthals rumposaunt hat! Und nun entprofessionalisiert sie die Bundeswehr mit Kindergärten und TV auf der Stube, während die Panzer rosten und die Flieger fluguntauglich sind.

          Stellt Euch mal vor, Uschi wird Kanzlerix….Kotzx.

        • @Axel @petpanther

          Erstens zu gender mainstreaming nach Wikipedia:

          „Der Begriff wurde erstmals 1985 auf der 3. UN-Weltfrauenkonferenz in Nairobi diskutiert und zehn Jahre später auf der 4. UN-Weltfrauenkonferenz in Peking weiterentwickelt.[2] Seit den Amsterdamer Verträgen von 1997/1999 ist Gender-Mainstreaming ein erklärtes Ziel der Europäischen Union.“

          Noch einmal und es ist mir sehr wichtig: BEGREIFT BITTE, dass hier seitens des Feminismus gaaaaaaaaanz dicke Bretter gebohrt worden sind. Und sie denken über lange Zeiträume – daran sollten wir uns ein Beispiel nehmen.

          Und bitte schaut auf die Hierarchien; der Kram wurde fein von OBEN nach UNTEN durchgesetzt.
          D.h. ohne Verbündete in der UN, in der EU und ohne parteiübergreifende Zusammenarbeit wäre dieser Putsch gar nicht möglich gewesen.

          Und NOCH EINMAL: 1985 herrschten Reagan, Kohl und Thatcher. Kohl war Kanzler und die CDU/FDP an der Macht bis 1998.
          Allein die politischen Tatsachen sprechen dagegen, vom Genderismus als allein linkem Projekt zu reden.

          Die Vorgehensweise ist immer dieselbe: es wird ganz harmlos verlangt, man möge doch die Verträge von ….. endlich in nationales Recht überführen. Dass die Verträge ganz vom Geiste des radikalen Feminismus durchweht sind und dass in diesen wiederum Artikel stehen, die sorgfältig HINEINgeschrieben worden sind, das spielt scheinbar keine Rolle.

          Wo sind wir gerade?
          Man möge doch die Istanbuler Verträge durchsetzen und schon zücken „terre des femmes“ und „djb“ einen Reformvorschlag zur Neuordnung des Sexualstrafrechts.

          Wenn sich der djb und/oder terre des femmes Vorschlag durchsetzt, dann setzt sich nur scheinbar „yes means yes“ durch.

          Es geht nämlich weiter: Frauen können jederzeit im Nachhinein behaupten, sie hätten dir zwar vor und während des Sex NICHT *gesagt*, dass sie keine Lust haben, du hättest das aber an ihren (nicht verbalen) Signalen merken müssen – das ist mit „fahrlässigem Handeln“ bei terre des femmes und noch viel schärfer als „bedingter Vorsatz“ beim djb gefasst.

          Der Clou ist damit, der neue §174 als Dreh- und Angelpunkt, Überschrift „Sexuelle MissHANDLUNG“, bedeutet für Männer, sie handeln auch dann, wenn sie NICHT handeln.
          Unterstellt wird ihnen nämlich Fall, *bedingt vorsätzlich* zu handeln.
          Und diese Theorie kennen wir doch schon: Jeder Akt der Penetration des Weibes ist im Grunde eine Vergewaltigung.

          Vorgeblich geht es um „den freien Willen“ und das gegenseitige „Einverständnis“ – liest man aber den Text des djb, dann ergeht er sich zu einem großen Teil darin, wann ein gegebenes Einverständnis UNWIRKSAM ist.

          Beispiel: Du lernst in einer Kneipe eine Frau kennen, flirten, knutschen, ab zu egal wem. Ein alkoholisiert gegebenes Einverständnis zum Sex mit einer Frau ist natürlich im Nachhinein nicht rechtswirksam – sie war ja alkoholisiert. Du warst auch alkoholisiert? Spielt keine Rolle.
          DU hättest merken müssen, dass SIE alkoholisiert und damit ihr Einverständnis NICHT rechtswirksam war. Ergo war die Sexualität mit einer alkoholisierten Frau von dir bedingt vorsätzlich und geschah GEGEN ihren Willen.

          Wenn sich diese „Reform“ durchsetzt, dann treiben sie die Fallzahlen für Vergewaltigung beliebig in die Höhe und das ist auch genau so gewollt.
          Es gibt per definitionem keine Falschbeschuldigung mehr!!!

          Wenn wir nicht so langsam wach werden und handeln, dann wird das für Männer eine Katastrophe!!!

          Schönen Gruß, crumar

        • @crumar

          Hab das schon begriffen. Seh das auch in der Intensität und Dramatik.

          Vielleicht ist mein Framing manchmal etwas anders. Aber die „Dinge“, den Werdegang und die Situation sehe ich auch. Genauso wie du.

          Auch die Verkürzung auf links wäre falsch.

          „Wenn wir nicht so langsam wach werden und handeln, dann wird das für Männer eine Katastrophe!!!“

          Yup.

        • ät Pantherle & Crumar:

          Daß das Gendering in den 80ern entwickelt wurde, als Kohl, Reagan und Thatcher dran waren, ist meiner Ansicht nach kein Grund anzunehmen, daß die Konservativen mitgegendert haben.

          In Demokratien ist die Macht auf verschiedenen Ebenen auf verschiedene Gruppen verteilt. So können linksradikale Spinner auf der Uni die Deutungsmacht erlangen, obwohl Rechte die Regierung stellen.

          Daß heute zB CDUler Gender-Geßlerhüte grüßen, ist schlicht Zwang oder Arschgekrieche, weil sie keine Deutungsmacht mehr haben. Überzeugte Ausnahmen mag es geben (Panzeruschi?).

          Ob die Genderspinnerixes seit den 80ern durchgehend geplant haben, weiß ich nicht. Einige ältere Namen wie Ilse Lenz sind ja durchaus bekannt. Allerdings ein erstaunlicher Gedanke.

          Wie sie den Mist obrigkeitsstaatlich („top-down“) durchbekommen haben, ist schwer zu fassen.
          Ein Vorschlag: Politiker und Obervbeamte sind meist studiert und sind in der Uni mit Politischer Korrektheit hirngewaschen worden. Daß ein Sozi oder wenigstens Liberaler in der oberen EU-Ebene nach ausreichender Nervung und Zermürbung Gender durchwinkt, erscheint daher möglich.

          Kennt Ihr die Geschichte aus Peking ’95? Die UN-Gender-Abstimmung wurde nach hinten verlegt. Abgeordnete aus ärmeren (katholischeren etc.) Ländern, die auf ihre festgebuchten Tickets angewiesen waren, konnten an der Abstimmung nicht mehr teilnehmen, weil ihr Flieger ging.

          So funktioniert Politik!

  2. „Gleichzeitig sieht es aber im linken Maskulismus nicht wirklich besser aus; auch dort glaubt man durch das stumpfe Wiederholen von gescheiterten Taktiken irgendwann ans Ziel zu kommen.“

    Mich würde auch interessieren, welche Taktiken an dieser Stelle genau gemeint sind.

    • Das hat z.B. Leszek vor einigen Tagen geschrieben (Ich nehme ihn für den Augenblick mal als „linken“ Prototypen für Männerrechtler, auch wenn er das vielleicht gar nicht ist)

      „Wenn das reale Ausmaß männlicher Opfer z.B. bei häuslicher und sexueller Gewalt oder bei Menschenrechtsverletzungen allgemein bekannt und anerkannt würde, dann würde natürlich Druck entstehen, dass auch für Jungen und Männer politisch mehr getan wird.”

      Die Idee dabei ist, dass die Gesellschaft Gewalt an Männern überhaupt verurteilen würde, wenn man z.B. Männer eher als Opfer darstellen würde. Nur ist das nie passiert, bzw. schlug die Situation immer ins Gegenteil um. Männern wurde nie etwas gegeben, nur weil sie als Opfer dargestellt wurden. Hinter dieser Forderung steckt in erster Linie der emotionale Wunsch, dass das physische Leiden von beiden Geschlechtern den gleichen Stellenwert haben soll, was aber rein empirisch nicht zu funktionieren scheint.

      Wie z.B ein ehemaliger Kolumnist auf AVfM richtig erkannt hat, als er sinngemäss sagte : „Wir haben nun einige Jahre lang über männliche Opfer berichtet, aber die Resonanz wurde nicht grösser, sondern stetig kleiner. Nobody fucking cares“. In die Medien wird zunehmend der Konflikt mit den Feministinnen stilisiert, aber für männliche Opfer hat es auch dort keinen Platz.

      Der Kernpunkt hinter dieser Annahme ist ja, dass in unserer Gesellschaft Mitleid und Empathie für alle Menschen innerhalb dieser Gruppe moralisch eingefordert werden können, sollten sie in Notsituationen kommen. Wenn sich nun aber herausstellt, dass die Möglichkeit von Männer und Frauen anderen Männern gegenüber Empathie und Mitleid zu empfinden sich als nicht reziprok erweist – vermutlich aufgrund von evolutionären Umständen. Sollte diese These z.B. zutreffen (und dafür gibt es genügend Massengräber, die unsere Gleichgültigkeit unter Beweis stellen) wird es nie möglich sein, auf demokratischem Weg Mehrheiten für die eigene Sache zu finden.

      Das ist aber genau, was der linke Maskulismus versucht; es ist ein Appell der Verletzten an eine Gesellschaft, die sie absichtlich und mit grosser Überzeugung verletzt. Dahinter steckt keine Missverständnis und keine Version von „Wenn die nur wüsste, was sie tun, dann würden sie sofort aufhören“.

      • @toxic

        “ es ist ein Appell der Verletzten an eine Gesellschaft, die sie absichtlich und mit grosser Überzeugung verletzt. Dahinter steckt keine Missverständnis und keine Version von “Wenn die nur wüsste, was sie tun, dann würden sie sofort aufhören”.“

        Ja, da ist was dran.

  3. @EvoChris

    „was aber ein sehr radikaler Ansatz ist, der aus meiner Sicht stark im Abnehmen ist.“

    Wo würdest du denn dieses Abnehmen lokalisieren? Soweit ich sehen kann, wird er vor allem in den Kreisen, die noch nie irgendwas vom Maskulismus gehört haben, gerade so richtig populär.

    • @elmar

      „Wo würdest du denn dieses Abnehmen lokalisieren?“

      Ich würde eine Wandlung der Szene daran festmachen, dass früher Blogs wie „Die Söhne von Perseus“ die wesentlichen Akteure waren, diese aber nun quasi verschwunden sind. Die meisten jetzt existierenden Blogs lehnen solche extremen Formulierungen ab.
      Ich nehme auch die IGAF nicht mehr in dem Umfang wahr, wie früher, was aber auch an einem anderen Fokus liegen kann.

      „Soweit ich sehen kann, wird er vor allem in den Kreisen, die noch nie irgendwas vom Maskulismus gehört haben, gerade so richtig populär.“

      Würde ich nicht sagen. Aber vielleicht nehme ich es auch nicht so wahr. Woran wird es denn für dich deutlich?

        • @ Adrian

          *Die Kommentare in diese Blog sind z. B. sehr viel deutlicher rechtsgeprägter als früher.*

          Weniger eine Folge eines Rechtstrendes im Maskulismus als Folge einer allmählichen Rechtsverschiebung des gesellschaftlichen Klimas in GANZ Europa („rechte“ Themen brennen den Menschen zunehmend auf den Nägeln und die linken Antworten haben an Glaubwürdigkeit verloren).

          In Frankreich ist das besonders drastisch deutlich (Front National), aber auch in GB (UKIP).

          Überall kämpfen die Eliten übrigens gegen diesen Rechtstrend, was anzeigt, wie sehr links mittlerweile „Establishment“ ist.

          In Deutschland ist der europäische Rechtstrend noch am wenigstens spürbar, weil sich hier die Nazikeule besonders effektiv einsetzen lässt (in Frankreich oder GB naturgemäß völlig wirkungslos).

          • Aus meiner persönlichen Sicht hat sich der Maskulismus hier in den Kommentaren weitgehend verabschiedet und ist einem hegemonialen Antifeminismus gewichen. Man kann sich natürlich fragen, ob Maskulismus jemals mehr war.
            Das ich meinen Teil dazu beigetragen habe, will ich gar nicht bestreiten.

        • „Überall kämpfen die Eliten übrigens gegen diesen Rechtstrend, was anzeigt, wie sehr links mittlerweile “Establishment” ist.“

          Eine andere Erklärung: NOCH ist Deutschland in der EU Profiteur und hegemonial. Die Länder mit dem Rechtsruck sind eher diejenigen, die durch die EU zu schwierigen Maßnahmen gezwungen werden. Ginge es Deutschland so, würde auch die Nazikeule einen Rechtstrend nicht aufhalten.

        • @ Lomi

          *würde auch die Nazikeule einen Rechtstrend nicht aufhalten.*

          Interessant ist ja, dass trotz Nazikeule und im Vergleich blendender Wirtschaftslage sich die AfD allmählich als Partei rechts von der CDU/CSU, die allerdings nach links gerückt ist, allmählich etabliert.

          D.h., die Nazikeule kann auch in Deutschland die „Plattentektonik“ untergründiger Zeitgeistverschiebungen (ja, ich denke das ist ein langfristiger Trend) nur verzögern, aber nicht aufhalten.

        • @ roslin

          Du hast mal wieder gar nichts kapiert.

          Es gibt kein „links“ und „rechts“ mehr.

          Es gibt nur noch „gut“ und „richtig“ versus „böse“ und „falsch“.

          Die Aufgabe des realitätsbezogenen politischen Diskurses zugunsten einer moralistischen Gleichschaltung funktioniert bestens und erfüllt gleich mehrere wichtige gesellschaftliche Funktionen.

          Durch die Tabuisierung des Diskurses, ja, durch die Tabuisierung sogar der nicht diskursgestatteten Themen (Selbstbestimmungsrecht der Frauen in Bezug auf ihre Mutterrolle, Einwanderungspolitik, Umgang mit zunehmendem Druck islamischer Interessenverbände in Richtung Parallelgesellschaften, Energiepolitik etc.) kann mit breiter Brust und reinem Gewissen bei Widerborstigkeit das ganze Instrumentarium der Negativsanktionen vorgezeigt werden.

          Für „falsch und böse“ gelten keine Meinungsfreiheit, keine Versammlungsfreiheit…die gelten ala Röschen Luxemburg nur für die Rechtgläubigen.

          Der Kampf gegen den Fetisch „RECHTS“ (und es ist ein Fetisch)…gegen die Phantomdivisionen nazistischer Revolutionäre, Kinderfresser und Schwulenbasher hält den Mob beisammen…und wenn´s mal einer härteren Gangart bedarf, gibt es ja noch die Sturmtruppen der ANTIFA´s, die strafrechtlicher Beschränkung aus übergeordneten Gründen weitgehend enthoben sind.

          Die hysterische, formelhafte und ideologisierte Rhetorik fast sämtlicher deutschsprachiger Massenmedien erinnert mich frapierend an das, was ich damals im Fernsehen der Ostzone sah und hörte.

          Christian ist ja schon zugute zu halten, dass er „konservativ“ statt „rechts“ schrieb.

          Eine Differenzierung, die den etwas überhitzten Gutmenschen hier im Forum schon gar nicht mehr möglich ist.

          „Rechts“ ist der Satan der linken Atheisten.

          Der „Gott sei bei uns“.

          Gegen „Rechts“ würden Millionen flagellierend durch die Straßen ziehen, gebe man ihnen etwas mehr propagandistischen Zucker.

          Alleine: die Probleme, die tabuisiert sind, wachsen….sie dehnen sich aus. Immer mehr können die Folge dieser Probleme nicht mehr verdrängen. Das erzeugt Unlust, Wut. Wie ein fettes Meningeom, das frühzeitig operiert harmlos verläuft, das aber sich selbst überlassen dem Träger mittels zunehmendem Druck in der Birne irgendwann den Saft abdreht.

          Und der Punkt wird kommen, an dem der Deckel hochgeschleudert wird.

          Ich fürchte nur, es wird mal wieder die falschen treffen.

          Der Druck sucht sich immer den Weg des geringsten Widerstands…und der ist gebahnt.

          • „Die hysterische, formelhafte und ideologisierte Rhetorik fast sämtlicher deutschsprachiger Massenmedien erinnert mich frapierend an das, was ich damals im Fernsehen der Ostzone sah und hörte.“

            Dann lebst Du in einer anderen Welt. Mich erinnert das nämlich nicht an das Fernsehen der Ostzone.

        • @ ratloser

          *Ich fürchte nur, es wird mal wieder die falschen treffen.*

          Das sowieso.

          Rechts ist so wenig richtig wie links.

          Die „Wahrnehmungsmoderation“ durch massenmediale Propaganda ist immer nur begrenzt wirksam (zeitlich und in ihrer Tiefenwirkung).

          Am Ende setzt sich die Realität durch (Du hast sie ja benannt: Parallelgesellschaften, demographische Verschiebungen, der ganze Katalog der linken Lebenslügen wird nach und nach auffliegen).

          Selbst Totalitarismen haben ein Verfallsdatum.

          Und ja, wenn der Deckel hochfliegt, wird es die Falschen treffen, denn die „Richtigen“ haben schon längst das Boot gewechselt und sich an die Spitze der neuen Konjunktur gesetzt.

          Diese Welt ist im letzten heillos.

          Weil der unerlöste, sündige Mensch heillos ist.

          Darum – im letzten – trifft es IMMER die Falschen.

          Die Richtigen werden erst beim Jüngsten Gericht adäquat belangt.

        • @EvoChris

          Das Problem, daß ich persönlich mit Biologismus habe, besteht darin, daß er mit einem Determinismus verknüpft wird.

          Diese Verknüpfung ist nämlich eigentlich gar nicht naheliegend. Dafür ein Beispiel:

          Sicher wird niemand abstreiten, daß das Gehirn den Geist und das Bewußtsein erzeugt. Aber legt deshalb auch die Menge der zerebralen Prozeße die Inhalte des Geistes fest?

          Ein biologischer Determinist würde das bejahen, ein biologischer Indeterminist würde das hingegen verneinen und könnte argumentieren, daß es einige zerebrale Vorgänge geben könnte, die etwas für das Bewußtsein Zwingendes haben, während andere zerebralen Vorgänge gerade die Träger des freien Willens sind.

          Und er würde argumentieren, daß eine biologische oder neurophysiologische oder auch evolutionär-anthopologische Untersuchung diese Frage unter keinen Umständen beantworten würde.

          Ein biologischer Determinist, der keine weiteren Positionen hat, würde dem noch nicht widersprechen. Fügt man dem biologischen Determinismus aber eine empiristische Vorstellung über den einzig zulässigen Charakter von Wissenschaft hinzu, nach der Beobachtungen theoriefrei gemacht werden können, dann würde ein empiristischer, biologischer Determinist behaupten, daß es solche, den freien Willen realisierenden Prozesse nicht geben kann – weil sie nicht empirisch nachweisbar sind.

          Nehmen wir nun an, wir befragen einen empiristischen, biologischen Deterministen nach seiner Erklärung des Verhaltens von Geschlechtern. Dann würde er sich hinstellen und behaupten, daß alles, was wir beobachten können, auch einen Grund dafür hat, da zu sein (was übrigens eine metaphysische Aussage ist). Und er würde den Grund in der Biologie, der Neurowissenschaft, der Biochemie oder der Evolutionstheorie suchen und behaupten, daß es wenig Zweck hat, sich gegen die faktische Situation zu wehren. Denn es gibt ja einen harten, naturwissenschaftlichen Grund für ihr Vorliegen.

          Die Folge davon, daß jemand eine empiristischen, biologische Determinismus – übrigens als philosophische Position und nicht infolge empirischer Studien – wählt, ist eine konservative Haltung gegenüber geschlechtsspezifischem Benehmen. Und natürlich würde ein empiristischer, biologischer Determinist gegen den Feminismus sein – einfach weil von diesem Standpunkt aus, der Feminismus die Tatsachen ignoriert.

          Die Pointe dieses langen Kommentars liegt darin, daß die Rolle der naturwissenschaftlicher Erklärungen vom empiristischen, biologischen Determinismus für das Geschlechterproblem falsch eingeschätzt wird: Vermutlich können wir naturwissenschaftliche Erklärungen gegen den Feminismus einsetzen, aber der empiristische, biologistische Determinist macht das noch falsch. Wir können etwas aus der Biologie lernen, aber der empiristische, biologiste Determinist weiß nicht wie.

          Kurz: Man könnte vermutlich das Image von Biologie/Darwinismus erheblich aufpolieren, aber im Moment ist unklar, wie genau das zu machen ist.

          Und am empiristischen, biologischen Determinismus kritisiere ich, daß er aus Mißverständnissen heraus überflüssig konservativ ist – zum sozialen und politischen Schaden aller.

          Natürlichc wirst du mich als Nächstes fragen, wie es denn richtig geht.

          Leider weiß ich das noch nicht, ich lese, denke drüber nach und habe wenig Lust, posts zu schreiben, die ich nach 3 Tagen schon wieder bereuen würde: Soweit ich das beurteilen kann, denken einige er klügsten Leute der Welt bislang erfolglos über diese Frage nach. Und an deren Teilerfolgen, die bisher da sind, muß man einfach dranbleiben.

          Die Probleme werden nicht gelöst, indem man – wie viele hier auf diesem blog – Thesen wiederholt, die in den 60iger und 70igern aufgestellt wurden und im wesentlichen von einem persönlichen Konservatismus gespeist werden, der die philosophische Position des empiristischen, biologischen Determinismus erst attraktiv macht.

          • @elmar

            „Sicher wird niemand abstreiten, daß das Gehirn den Geist und das Bewußtsein erzeugt. Aber legt deshalb auch die Menge der zerebralen Prozeße die Inhalte des Geistes fest?“

            Alles viel zu abstrakt. Zumal in der Verbindung mit Determinismus.
            zumal du da meiner Meinung nach auch wieder den klassischen „ich definiere und bespreche dann die Probleme, ohne auf die tatsächlichen Meinungen einzugehen“-Fehler machst.
            Das Verhalten ist nicht schlicht determiniert. Es ist eher disponiert. Bestimmter Input wird auf eine bestimmte Weise verarbeitet und bewertet. In diese Bearbeitung spielen biologisch bestimmte Regeln und sozial erlernte Regeln hinein. in den einen Vorgang mehr in den anderen weniger. Gerade im Geschlechterbereich gibt es Gründe dafür, dass Männern im Schnitt ein anderes Verhalten eher liegt als Frauen. Das ist, wenn man davon ausgeht, dass der Mensch ebenso ein Produkt der Evolution ist wie andere Lebewesen und die für diese in der Evolutionsbiologie entwickelten Regeln und Gesetze für anwendbar hält, auch gar nicht anders möglich. Das bedeutet aber nicht, dass diese Gründe für eine Selektion für uns relevant ist. Sie formen eher unsere Wünsche als ein striktes Handeln vorzugeben.
            Du hattest einmal Drogen als Beispiel angeführt. genauso wie diese Beschaffungskriminalität nicht determinieren, können sie aber dazu disponieren, weil der Wunsch zu Drogen nur über Geld oder Gewalt gegen den Händler umsetzbar ist. Wenn man den Wunsch nach Drogen auf andere Weise umsetzen kann, etwa weil man reich ist, dann kommt ein gänzliches anderes Verhalten dabei heraus. Geänderte Umstände können also auch ein anderes Ausleben der Wünsche gestatten. Genauso kann eingespeichert sein, dass Männer bzw. Frauen verschiedene Zustände als „glücklicher machend“ oder „unglücklicher machend“ empfinden, und dies auch in verschiedenen Ausprägungen. Wenn Männer zB bei der Aussicht auf Statuszuwachs mehr Glück empfinden als Frauen, dann wollen sie diesen auch eher erreichen. Dass kann in einer Karriere als CEO enden, in einem Scheitern, weil man zuviel riskiert oder einem subjektiven Status als jemand, der eine wunderbare Modelleisenbahnlandschaft gebaut hat.

            Biologie ist nicht konservativ: Sie erklärt den braven Familienvater genauso wie den Rockstar, der mit Groupies und Prostituierten schläft und mit 35 an Drogen stirbt. Biologie ist eher liberal. Biologie liebt vielfalt, weil das die Folge eines Genpools ist. Sie führt aber auch zu Häufungen, was man mit der Spieltheorie gut erklären kann. Sie kennt kein richtig, sie kennt allenfalls evolutionär stabile Strategien zwischen den Geschlechtern, aber auch die Wege, wie versucht wird, aus dieser Strategie auszubrechen.

            Wenn du in deinen Meinungen weiterkommen willst, dann musst du IMHO aus dem abstrakten ins konkrete kommen. Schau dir beispielsweise die Sexual strategies Theorie an und bespreche sie oder versuche David Reimer zu erklären oder CAH. Und höre auf dich lediglich mit deinen Vorstellungen der Theorien zu beschäftigen, sondern versuche zu verstehen, warum Leute diese Theorien für überzeugend halten und was sie dort tatsächlich vertreten (was ja nicht bedeuten muss, dass du es als Meinung teilst). Dann werden auch die Strohmänner weniger.

          • @elmar

            Vielleicht liegt es einfach daran, dass deine Theorien selbst nach deiner eigenen Aussage bisher kaum wirklich einen inhalt haben oder von dir auf praktische Themen angewendet werden können.

            Nimm dir doch mal die Klassiker vor. Dann würde einiges klarer werden. Ein ganzheitlicher Entwurf liegt ja wohl relativ unstreitig bei dir noch nicht vor. Du kannst auch nicht auf andere Autoren aus dem Geschlechterbereich verweisen.

            da du auch auf Gegenpositionen meist eher mit Schmähungen und Eigendefinitionen eingehst überzeugst du wenige von deiner Meinung. Momentan gibt es denke ich keinen in unserer Blogblase, der deiner Meinung ist (wolle hat sich ja neulich distanziert und andere haben sich auch für das integrierte Modell ausgesprochen).

            Das gibt dir allerdings leider nicht zu denken – weder bezüglich des inhalts deiner Thesen noch bezüglich der Art, wie du sie anderen darzustellen versuchst.

        • Eine alternative Erklärung: Es gibt inzwischen eine Reihe neuer Blogs in dieser Blogblase, und die sind meistens nicht konservativ (auch nicht unbedingt links). Wenn sich diese Leute vom Kommentieren zurückziehen und lieber eigene Beiträge schreiben, werden die verbleibenden Kommentare natürlich durchschnittlich konservativer.

          LoMi hatte sich meines Wissens deswegen hier weitgehend aus den Kommentaren verabschiedet. Ich kommentiere auch deutlich weniger, seit ich selbst blogge. Nicht das Schlechteste, meine ich, da Kommentare leicht untergehen.

        • @Graublau

          LoMi nehme ich einmal ausdrücklich aus.

          Aber dieses kindliche (Power)Damesling, dass nur dazu da ist sich damit gegen andere Durchzusetzen und keinen Deut besser ist (im Gegenteil sozial tatsächlich toxisch ist), ist auch schwer zu ertragen.

          Das gehört genau zu der dekandenten Unkultur, die der Feminismus zelebriert und die von links immer an zeitgenössisch hoch stehenden Werten destruktiv kultiviert wird.

          Es setzt den Keim von und treibt daraus Totalitarismus. Immer wieder und wieder und kann nur pilzen, wenn etwas Gesundes vorhanden ist, dass es tragen kann.

          Es ist der Kardinalfehler linken Denkens und Handelns. Gleichzeitig verbindet sich damit ihr Machtfaktor. Ein zuviel davon zerstört jede Gesellschaft, genau wie ein Pilz den größten gesunden Baum zu Fall bringt.

          Obwohl ein linke Kraft da sein muss und sollte, um die „Kleinen“ vor dem menschlich natürlich evolutionären egoistischen Trieb, der sich im (ungebremsten, und gebremst als Crony-)Kapitalismus äußert, zu schützen.

          Warum kann sich keine Linke ohne dies etabilieren, ohne dass sie Opposition als „Hater“, „Nazis“ etc, diffamiert, später in Gulags oder zur Guillotine führt. Ohne moralisch korruptes menschenverachtendes und – Missachtendes kollektivstisches Jakobinertum, dass sich im Endstadium gar in Massenschlachtungsveranstaltungen entlädt.

          Orwell hat es ja mit seiner Animal Farm und den gleicher als gleich Schweinen mit ihren moralischen Lügenfabrikationen gut vor Augen geführt.

          Besserung ist nicht in Sicht.

        • @ Petpanther

          „Orwell hat es ja mit seiner Animal Farm und den gleicher als gleich Schweinen mit ihren moralischen Lügenfabrikationen gut vor Augen geführt.“

          Ich empfehle übrigens auch mal sein Buch „Mein Katalonien“ zu lesen.
          George Orwell sympathisierte mit den Anarchisten und Linkskommunisten im Spanischen Bürgerkrieg während er den Stalinismus scharf kritisierte.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Mein_Katalonien

        • @Leszek

          Das kann ich gut nachvollziehen.

          Deshalb ja auch meine Frage:

          „… Warum kann sich keine Linke ohne dies etabilieren, ohne dass sie Opposition als “Hater”, “Nazis” etc, diffamiert, später in Gulags oder zur Guillotine führt.“

        • Christian

          „Momentan gibt es denke ich keinen in unserer Blogblase, der deiner Meinung ist “

          Bezogen auf die Blase könnte das fast stimmen. Das liegt aber daran, dass etliche Kommentatoren hier genervt das Handtuch geschmissen haben, weil sie auf Granit bissen. Es gab sehr wohl eine Reihe von Leuten, die zumindest ähnlich wie Elmar gedacht haben.

          • @LoMi

            In seiner extremen Form? Da hätte ich meine Zweifel.

            Wobei man ja eigentlich gar nicht weiß, was er eigentlich vertritt, weil er immer abstrakt bleibt. Außer, dass darin Biologie quasi nicht vorkommt.

            Was meinst du denn mit „auf Granit beißen?“. Ich zwinge ja niemanden meine Meinung anzunehmen. Und ich belege sie durchaus mit entsprechenden Studien und gehe auf Argumente ein.
            Vielleicht ist dieses „auf Granit beißen“ ja auch einfach die Folge davon, dass diejenigen eben weit aus seltener mit Studien kommen können, die ihre Meinung belegen oder zu den klassischen Fällen wie david reimer und Co keine passenden Theorien haben? Dann ist es weniger meine Unbelehrbarkeit als ihre.

            Bei Elmar fällt mir eben auf, dass er nie konkret werden kann und kaum wirklich auf bestimmte Punkte eingeht. Er arbeitet sehr viel mit Umformungen und abstrakten definitionen, selten aber tatsächlich an den konkreten Theorien. Auf Kritik hin wird er in der Regel ausfallend.

        • „Warum kann sich keine Linke ohne dies etabilieren, ohne dass sie Opposition als “Hater”, “Nazis” etc, diffamiert, später in Gulags oder zur Guillotine führt. Ohne moralisch korruptes menschenverachtendes und – Missachtendes kollektivstisches Jakobinertum, dass sich im Endstadium gar in Massenschlachtungsveranstaltungen entlädt.“

          Ja, das halte ich schon für ein echtes Problem der Linken.

          Unter Vorbehalt. Leszek kennt sich erheblich besser in der Literatur aus und kann sicherlich Differenzierungen benennen. Aber etwas mehr lebensweltlich gedacht hat man schon oft den Eindruck, dass Teile der Linken leider sehr verhaftet ist in radikale Gut-Böse-Schemata (das eint sie allerdings mit den radikalen Rechten und auch mit stark Rechtskonservativen). Wenn man z.B. mal die Schriften von Ulrike Meinhof liest, kann man schon erschrecken über ihre kalte und menschenfeindliche Sprache. Meinhof galt nicht wenigen als Ikone. Gewisse linke Subkulturen zeigen einen ähnlichen Sprachduktus. Aktuell war es etwa die Berliner Antifa-Fraktion in der Piratenpartei, die jeden Abweichler allzu schnell zum „Nazi“ stempelte.

          Hier wird man aber unterscheiden müssen zwischen Szenen und ihrer Tendenz zur Sektiererei und rationalen linken Politikkonzepten. Ich kenne davon nicht viele, meine aber, dass solche durchaus existieren und zwar auch welche, die frei sind von Lifestyle und identiy politics.

        • Christian

          „Vielleicht ist dieses “auf Granit beißen” ja auch einfach die Folge davon, dass diejenigen eben weit aus seltener mit Studien kommen können, die ihre Meinung belegen oder zu den klassischen Fällen wie david reimer und Co keine passenden Theorien haben? Dann ist es weniger meine Unbelehrbarkeit als ihre.“

          Ich denke z.B. an David, der unbestritten Fachkenntnis hat, keine radikale Position vertritt, aber oft genug darauf hinwies, dass z.B. die Computermetapher für das Gehirn nicht funktioniert.

          Auch andere Leute haben immer wieder darauf hingewiesen, an welchen Stellen gewisse Schlussfolgerungen aus der Biologie in philosophische und damit eher nicht beweisbare Positionen umschlagen. Das betrifft die Grundlagen des wissenschaftlichen Denkens, die Frage nach seinen Möglichkeiten und Grenzen und insbesondere die Frage, mit welchem Geltungsanspruch man bestimmte Dinge behaupten kann.

          Diese Leute haben hier reihenweise aufgegeben, sich weiter daran abzuarbeiten.

          • @LoMI

            „Ich denke z.B. an David, der unbestritten Fachkenntnis hat, keine radikale Position vertritt, aber oft genug darauf hinwies, dass z.B. die Computermetapher für das Gehirn nicht funktioniert“

            Das ist ja nicht der wesentliche Kern der Argumentation. David vertritt auch ein aus Sicht von Elmar „biologistisches Modell“. Hier sagt er zum Beispiel:

            https://allesevolution.wordpress.com/2014/07/25/korper-geist-problem-philosophie-des-geistes/#comment-133090

            Die Fülle an Beweisen, dass das Gehrin jegliche mentalen Zustände verursacht, ist ja schier unendlich.
            Das ist wohl schon seit Jahrhunderten klar. Inzwischen sind wir soweit, dass wir Hirnvorgänge auf molekularer Ebene und auch auf funktioneller Ebene sichtbar machen können. Wir können mit Psychopharmaka auch Affekte oder das Bewusstsein beeinflussen, sehen, wie diese verschaltet sind.
            Wir können auch zweifelsfrei sagen, dass das Bewusstsein sich hauptsächlich im Frontalhirn befindet.

            Sehr beeindruckend sind hierbei auch TMS und DBS, durch die wir Hirnfunktionen ganz einfach an- und ausknipsen können.

            In der KW modellieren wir Hirnvorgänge, zum Beispiel durch neuronale Netze oder kognitive Architekturen, und können damit Denkprozesse wie deduktives Reasoning in ihrer Genauigkeit und Dauer erstaunlich gut vorhersagen.

            Und dennoch, wie aus elektrischen Impulsen Erkenntnis entsteht, ist gewissermaßen ein Rätsel. Wir wissen, in welchen Hirnregionen Aktivität herrscht, wenn wir beide uns hier per Tastendruck unterhalten. Aber wie genau sich die geistige Welt in Impulse von Nervenzellen übersetzen lässt, ist nach wie vor ein chinesisches Zimmer. Plumpe Metaphern wie “wird irgendwie alles im Biocomputer berechnet” sind zwar plausibel, aber letztlich nur höchst unbefriedigende Vertröstungen.

            Bei dem Übergang von Philosophie zu Biologie bestehen streitigkeiten. Klar. Aber welche Argumente werden denn bisher aus dem philosophischen hergeleitet, die Mann und Frau betreffen?
            Daraus werden ja nicht die wesentlichen Theorien entwickelt, daraus kann man Mann und Frau schlicht nicht erklären.

            Die evolutionäre Psychologie kann dies durchaus. Sie erklärt viele Verhaltensweisen aus meiner Sicht sehr stimmig, reiht sie in ein bestehendes System ein, kann das ganze stimmig aufbauen und braucht dazu keine Gruppen, die sich bekämpfen, sondern kann auf das Individuum abstellen.
            Sie kann auch die biochemie und die Wirkung von Hormonen etc einbauen, ebenso wie kulturelle Ausformungen und deren Grenzen, bildet also weitaus eher einen „ganzheitlichen Ansatz“

        • @LoMi

          So einen ähnlichen Blick hab ich auch darauf.

          Bei mir ist es z.B. so, dass ich irgendwie sehr realitätsverbunden bin und offenbar ein ausgesprochenes Gerechtigkeitsgefühl habe (Und das kann ja auch ab und zu selbstgefällig durchbrennen wie bei jedem anderen auch).

          Menschen manipulieren gern.

          Deshalb ist es ja auch grundsätzlich und historisch gelernt (Aufklärung etc.) besser mit liberalen und individuell freiheitslassenden Negativgeboten etc. (dazu hattest du auch einmal etwas geschrieben) zu operieren und nicht wie im linken Spektrum üblich mit zeitgenössisch moralisierenden Positivgeboten (deshalb ja auch der der Missbrauch an dieser Stelle, Opfer-Sündenbock Deutungshoheiten etc., die genau zu dem führen was ich anprangere) an die Identitätspolitiken mit Privilegierung und Diskriminierung geknüpft sind.

          Und was die Grundlage zur kollektivistischen Sektiererei bis hin zum totalitären (üblicherweise gruppenbezogen rassistischen) Endstadium bildet. Am besten macht sich dieses immer wieder und wieder erstarkende Paradoxon am transzendenten und dazu missbrauchten Begriff „Equality“ deutlich.

          Man kann es doch z.B. am nun historischen Gegensatz DDR-Westdeutschland sehr deutlich sehen.

          Warum lernt man nicht und fällt immer wieder auf diese Honigfalle herein?

        • Ja, das halte ich schon für ein echtes Problem der Linken.

          Ich denke nicht, dass das ein genuin linkes Problem ist. „autoritär vs. liberal“ ist eine Variable, die nicht mit „links vs. rechts“ korelliert ist. Eine andere Dimension.

          Klar versuchen Sündenbockideologen regelmäßig Kategorien zu konstruieren, unter die sich alles historisch Böse subsummieren lässt und für die dann ihr Sündenbock stehen soll. Da wird dann beispielsweise auch der NS plötzlich „links“, weil er doch auch „kollektivistisch“ sei.

          Das ist allerdings genau „Opposition als “Hater”, “Nazis” etc diffamier[en]“

        • @Nick

          Es ist der kollektivistische Aspekt, der hier immer wieder greift und individueller Freiheit, die ihre Grenzen am Gegenüber findet, entgegensteht.

          Dieser Kollektivismus bzw. Gruppenzwang ist auch dem „konservativen“ Spießbürgertum innewohnend.

          Und heutzutage sitzt das „konservativ“ eher bei den Grün-Roten mit ihrer Ideologie, dass sich als „progessiv“ vom früheren „konservativen“ Kollektivismus distinguieren möchte und offenbar in diesem Sinne noch (nun auch medial Mainstream) spießbürgerlich scheinheiliger ist als das Vergangene, das es immer anprangert.

          Eine üble Maskerade für die es einen Kampfbegriff gibt, der für so manchen (eher links orientierten) als rotes Tuch gilt. Mit entsprechender Reaktion.

        • @ Petpanther

          Jede politische Strömung kann unter bestimmten Umständen ins Autoritäre umschlagen.
          Was die jeweiligen Voraussetzungen für ein solches Umschlagen sind, ist sicherlich eine interessante Frage.
          Im Falle des Umschlagens speziell linker politischer Strömungen ins Autoritäre sehe ich folgende begünstigende Bedingungen:

          1. Es gibt im libertären Sozialismus eine organisationssoziologische Analyse, die das historische Umschlagen großer Teile der marxistischen Bewegung innerhalb der klassischen Arbeiterbewegung von einer ursprünglich emanzipatorischen Bewegung hin zu einer autoritären aus deren Organisationsstrukturen zu erklären versucht.
          Kurz auf den Punkt gebracht: Je weniger demokratisch die Organisationsformen, desto größer die Gefahr, dass die Bewegung ins Autoritäre abdriftet. Zentralistische und autoritäre Organisationsformen üben einen Sozialisationsdruck aus, der eine Mentalität von Herrschern und Beherrschten fördert. Je geringer die demokratischer Kontrolle der Führer, desto leichter ist es, dass sich die Neigung zum menschlichen Machtmißbrauch verselbständigt. Je weniger Partizipationsmöglichkeiten, die normalen Mitglieder haben, desto schwerer wird es für sie sich zu kritisch denkenden, verantwortungsvollen und aktiven Persönlichkeiten zu entwickeln.
          Unsere libertär-sozialistische Schlussfolgerung daraus: Politische Organisationen sollten idealerweise so demokratisch wie möglich aufgebaut sein: direktdemokratisch, föderalistisch von unten nach oben und die Führung sollte einem imperativen Mandat unterliegen, so dass die Kontrolle letztendlich stets bei der Basis bleibt und einer Verselbständigung von Macht entgegenwirkt wird.

          2. Ich persönlich gehe davon aus, dass es des Weiteren eine wichtige ideologische bzw. theoretische Komponente gibt, die das Abdriten ins Autoritäre begünstigt, nämlich ein Mangel an universalistischen moralischen Prinzipien in den theoretischen Grundlagen. Im Allgemeinen wirkt univeralistische Moral bzw. moralischer Universalismus autoritären und soziozentrischen Tendenzen stark entgegen, weil in einer universalistisch-moralischen Sichtweise alle Menschen als gleichwertig gelten und nicht mit zweierlei Maß gemessen werden darf, die Interessen aller Menschen also gleichermaßen berücksichtigt werden müssen.

          Der orthodoxe Marxismus brachte z.B. leider Moral und wissenschaftlichen Anspruch oft nicht in ein angemessenes Verhältnis. Viele klassische Marxisten verstanden den Marxismus als „wissenschaftlichen Sozialismus“, hielten ethische Reflektionen aber für überflüssig. Resultat war eine zu geringe theoretische Fundierung im Bereich der Ethik.

          (Selbstverständlich gab und gibt es aber auch mehrere freiheitlich-marxistische Strömungen, auf die die genannten Kritikpunkte nicht zutreffen. In der heutigen marxistischen Linken gibt es wahrscheinlich mehr freiheitliche als autoritäre Marxisten.)

          Der französische Poststrukturalismus verwarf sogar anfangs – bezugnehmend auf Nietzsches Moralkritik – den moralischen Universalismus ganz bewusst. Im Zuge einer späteren einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Rezeption des Poststrukturalismus begünstigte dieser moralische Relativismus die Entstehung von Political Correctness, Multikulturalismus und Identity Politics.

          Ich schließe aus diesen Beispielen (so wie aus vielen weiteren Überlegungen), dass eine politische Bewegung mit zu geringer universalistischer moralischer Orientierung, leichter ins Autoritäre umschlägt.

          3. Ich denke, Ähnliches gilt für die Ebene der Erkenntnistheorie. Sowohl ein wissenschaftlicher Dogmatismus („Unsere Methoden produzieren zweifelsfreie Wahrheiten“) als auch ein Wahrheitsrelativismus („Objektive Wahrheit gibt es nicht“) begünstigt Rechthaberei, Immunisierung vor Kritik und einen Umschlag ins Autoritäre.

          Ersteres (wissenschaftlicher Dogmatismus) war in autoritär-marxistischen Ströungen verbreitet (aber nicht bei Marx selbst und auch nicht bei freiheitlich-marxistischen Strömungen), zweiteres (Wahrheitsrelativismus) ist in der postmodernen/poststrukturalistischen Linken verbreitet.
          Diesbezüglich wäre also ein prinzipieller Anti-Dogmatismus und Fallibilismus als Grundhaltung politischer Bewegungen wünschenswert.

          4. Davon zu unterscheiden sind dann noch Jugendsubkulturen. Die Autonomen z.B. haben z.T. einen deutlich jugendsubkulturellen Charakter. Dass bei einem Teil der Autonomen leider eine Anfälligkeit für PC-Blödsinn besteht, ist m.E. vor allem auf diesen jugendsubkulturellen Charakter zurückzuführen.
          Jugendliche neigen oft noch zum Konformismus, passen sich zu stark ihrer jeweiligen Bezugsgruppe an. Viele wachsen aber im späteren Alter darüber hinaus.

          Das sind m.E. einige der Faktoren, die zum Tragen kommen, wenn es sich um links-autoritäre Tendenzen handelt.
          Natürlich darf man dabei nicht vergessen, dass es ebenso die links-libertären Tendenzen und Strömungen gab und gibt, auf die diese Kritikpunkt nicht zutreffen.

          Unter welchen Bedingungen Liberalismus und Konservatismus ins Autoritäre umschlagen, wäre gesondert zu analysieren, es wird sicherlich sowohl Überschneidungen als auch Unterschiede geben.

        • @Petpaanther:
          Es ist der kollektivistische Aspekt, der hier immer wieder greift und individueller Freiheit, die ihre Grenzen am Gegenüber findet, entgegensteht.

          Kollektivismus ist der Gegensatz zu Individualismus.

          Du operierst mit einer falschen Dichotomie, die es dir erlaubt nach Belieben alles und jeden als „Feind der Freiheit“ zu framen. Selbst Verkehrsregeln sind so gesehen“Kollektivistisch“, weil mir ja die Freiheit genommen wird mich unmittelbar mit anderen Verkehrsteilnehmern darüber zu verständigen, wer z.B. wann fährt und wer warten muss. Jedes Sozialgefüge bedarf eines Mindestmaßes an „Kollektivismus“.

          Die Jakobiner und ihr Grand Terreur sind ein Beispiel dafür, wie man auch unter dem Deckmantel individueller Freiheit die „Feinde der Freiheit“ lethal verfolgen kann.

          Ich würde mich eher auf den Begriff der unantastbaren Menschenwürde berufen. Das Individuum darf niemals zum bloßen Objekt degradiert werden, darf also niemals bloßes Mittel zum Zweck sein.

          „Du bist nichts, dein Volk ist alles“ ist ebenso eine Degradierung zum bloßen Objekt wie „Die Errichtung des Sozialismus erfordert nun mal Opfer“. Jedwede Sonderbehandlung von Menschen aufgrund ihrer bloßen Zugehörigkeit zu Kollektiven ebenso.

        • „Ich würde mich eher auf den Begriff der unantastbaren Menschenwürde berufen. Das Individuum darf niemals zum bloßen Objekt degradiert werden, darf also niemals bloßes Mittel zum Zweck sein.“

          Dem kann ich auf diesem Level nur zustimmen.

          Allerdings folgt auf einem gesellschaftlichen Organisationslevel, dass Prinzip der individuellen Freiheit innerhalb von grenzen solange es nicht andere berührt. Daraus lassen sich auch kulturelle, politische und juristische Leitprinzipien ableiten.

          Das auch das mißbraucht werden kann, dessen bin ich mir bewusst. Und es ist ja gerade dieses Bewusstsein, was wichtig ist und das im Zuge der Aufklärung auch warnend mit z.B. „Wider der Vernunft“ so zu begreifen und warnend vornangestellt ist.

          Viele wissen das nicht, haben nicht die Bildung, sind ggf. gar zu dumm oder wie ich meine, die meisten ignorieren das selbstgefällig. Emotionaler Grund ist wohl immer der ach so menschliche narzisstische Impuls, aus dem ohnehin jede Finte und (Selbsttäuschung) zu wachsen scheint. Und das Weibliche scheint in dieser Hinsicht absolut den Vogel abzuschießen.

          Damit wird es sicherlich keine bessere Welt.

        • @ nick

          „Du operierst mit einer falschen dichotomie, …“

          Ich würde kollektivistisch-individualistisch nicht als dichotomie betrachten sondern als polarität. Wer auf dieser achse vollkommen beim individualistischen pol liegt, wird jedes staatliche sozialnetz ablehnen, die hilfe für bedürftige der privaten karitas überlassen. Wer eine strasse baut, soll sie selber bauen… Eigentlicht wird der politische individualist überhaupt keinen staat. Das mag für libertäre anarchisten eine verlockende utopie darstellen, für jeden aber, der zwischen den polen liegt, eine dystopie.

        • „Nazikeule“

          Da muss ich mal widersprechen. Die Grünen z.B. können sich durchaus mit Nazis (hier Vadim Trojan, Kommandeur des Bataillons „AZOV“) anfreunden.

          Spricht auch dagegen, dass Linke immer „antiwestlich“ seien, wie hier immer gern behauptet wird, ob von Adrian, Roslin oder Ratloser.

          Dieser junge Mann vertritt durchaus eure Ansichten.

          Polizei und Rechter Sektor arbeiten in Kiew zusammen

          http://www.heise.de/tp/artikel/43/43330/1.html

        • @Leszek

          Da liegen wir gar nicht so weit auseinander (1. bis 4.).

          „Unsere libertär-sozialistische Schlussfolgerung daraus: Politische Organisationen sollten idealerweise so demokratisch wie möglich aufgebaut sein: direktdemokratisch, föderalistisch von unten nach oben und die Führung sollte einem imperativen Mandat unterliegen, so dass die Kontrolle letztendlich stets bei der Basis bleibt und einer Verselbständigung von Macht entgegenwirkt wird.“

          Subsidar ist das Wort. Wie die alte Bundesrepublik.

          Das „sozialistisch“ allerdings stört.

          „Ich schließe aus diesen Beispielen (so wie aus vielen weiteren Überlegungen), dass eine politische Bewegung mit zu geringer universalistischer moralischer Orientierung, leichter ins Autoritäre umschlägt“

          Yup.

          Warum brauchst du diese sozialistische Krücke? Vielleicht reift es bei dir ja noch.

        • @ichichich

          „Die Grünen z.B. können sich durchaus mit Nazis (hier Vadim Trojan, Kommandeur des Bataillons “AZOV”) anfreunden.“

          Yup. Nur nennen sie es nicht so, sondern „progressiv“.

          „Polizei und Rechter Sektor arbeiten in Kiew zusammen“

          Weiß nicht. Vielleicht. Das da ein rechter totalitärer Sektor ist,das seh ich auch so.

        • @petpanther:
          Allerdings folgt auf einem gesellschaftlichen Organisationslevel, dass Prinzip der individuellen Freiheit innerhalb von grenzen solange es nicht andere berührt.

          Das Problem dabei ist, dass du unter der Prämisse die Unfreiheit eines Einzelnen durchaus zugunsten der Freiheit Vieler Opfern kannst.

          So ist ja auch die Stoßrichtung der Radabfems. Frei nach Valenti: „Jede vierte Frau wird vergewaltigt!! Und ihr seid besorgt darüber, dass ein junger Mann sich eine neue Uni suchen muss!“. Hier kommt man, jenseits eines Bestreitens des Grundes für eine derartige Moralpanik, nur damit weiter, dass man sich darauf beruft dass dieser junge Mann zum bloßen Objekt, zur bloßen Verfügungsmasse, degradiert wird. Und zwar selbst dann, wenn tatsächlich jede vierte Frau vergewaltigt würde. Frau Valenti demonstriert also, dass sie die Menschenwürde dieser jungen Männer für disponibel hält.

          Auf der anderen Seite wird ja beispielsweise bei Verkehrsregeln durchaus zugunsten des Gemeinwohles in Freiheitsrechte eingegriffen. Hier kann man eine Degradierung zum bloßen Objekt verneinen, weil der Eingriff nur geringfügige Konsequenzen hat und weil hier nicht ein einzelnes Individuum willkürlich zugunsten des Gemeinwohles sonderbehandelt wird. Letztendlich bleibt es aber eine Wertefrage.

          Daraus lassen sich auch kulturelle, politische und juristische Leitprinzipien ableiten.

          Ich würde eher sagen: Die Menschenwürde genießt als universeller Wert die höchtste Priorität. Sie darf als Wert nicht zur Disposition stehen. Wer andere Prioritäten setzt, ist antihumanistisch. Auch dann, wenn das politische Ziel noch so „Edel“ ist. Von daher ist es völlig belanglos, ob nun „links“ oder „rechts“.

        • @Ichichich

          „Dieser junge Mann vertritt durchaus eure Ansichten.“

          Nein.

          Steen ist ein verwirrter linksradikal-bürgerlich wie spießiger Modeideologe. Ein bisschen stalinistisch selbstgefällig und missionarisch dekadent.

          Ein junger Grüner halt.

        • @messi:
          Ich würde kollektivistisch-individualistisch nicht als dichotomie betrachten sondern als polarität.

          Ja, natürlich. Gerade deshalb ist es das rhetorische Mittel einer falsche Dichotomie, „Kollektivismus“ als die „Wurzel alles Bösen“, als gemeinsamen Kern aller totalitären Regime, zu framen.

        • @Nick

          „Das Problem dabei ist, dass du unter der Prämisse die Unfreiheit eines Einzelnen durchaus zugunsten der Freiheit Vieler Opfern kannst.“

          Überliest du dabei nicht den zweiten Teil von

          „dass Prinzip der individuellen Freiheit innerhalb von grenzen solange es nicht andere berührt.“

          beginnend mit „solange“?

          Deswegen sage und schreibe ich das nämlich immer.

          Denn die individuelle Freiheit gilt nicht uneingeschränkt. Und die Einschränkung ist immer und universell genau an der Stelle wo sie andere betrifft.

          Hier gilt eben Achtung vor dem/der anderen als Maß im Sinne von Leben-und-leben lassen.

          In Beziehungen nennt man das Grenzen achten. Wird umso wichtiger je näher man sich kommt. Ein gar zu anspruchsvolles Prinzip für manchen kindlich bös gebliebenen und verschlagenen Narzissten oder die (feministische Radikal-)Narzisstin von heute.

        • Petpanther

          „“Dieser junge Mann vertritt durchaus eure Ansichten.”

          Nein.

          Steen ist ein verwirrter linksradikal-bürgerlich wie spießiger Modeideologe. Ein bisschen stalinistisch selbstgefällig und missionarisch dekadent.“

          Das war insbesondere bezogen auf diejenigen. die hier öfters „antiwestlich“ oder „antiamerikanisch“ als Merkmal von Linken bzw. Sozialisten genannt haben, ob das jetzt Adrian ist oder Rsolin und Ratloser, die ja zu anderen Themen durchaus divergierende Meinungen haben.

          Trotzddem dürften die dürften sich inhaltlich mit dem jungen Mann identifizieren. Wenn nicht, würde mich mal interessieren, was sie denn an seiner Rede auszusetzen haben. Würde mich jedenfalls wundern, wenn es da inhaltliche Ablehnung gäbe.

        • @Petpanter:
          Überliest du dabei nicht den zweiten Teil von [..] beginnend mit “solange”?

          Nun ja, Valenti & Co „argumentieren“ ja gerade auf der „Grundlage“, dass das Recht auf freie Gestaltung der intimen Beziehungen der Freiheit der sexuellen Selbstbestimmung entgegenstehe. (Das ist übrigens nicht im Geringsten Kollektivistisch)

          Man braucht also, als weiteres Kriterium, die Menschenwürde. Der Staat darf auch zum Schutze der Freiheit nicht die Menschenwürde verletzen.

        • @Petpanther:

          Auch die von Radabfems immer wieder menschenrechtswidrig geforderte positive Generalpävention („wir müssen mit hohen Strafen für Sexualstraftaten für einen Bewußtseinswandel bezüglich Frauenkörper sorgen!“) lässt sich eigentlich nur mit einer Bezugnahme auf die Menschenwürde angreifen.

          Es scheint mir ein großes Problem zu sein, dass die US-Verfassung diesen Begriff nicht kennt.

        • @Nick

          Ok. Ich seh woher du da kommst.

          Es liegt an dieser fixen und mittlerweile sozial wie gesellschaftlichen missbräuchlichen Idee Rechte ohne Verpflichtung einfordern zu können.

          Daher muss immer ein Opferbild erzeugt werden. Also Opfer-Sündenbock Automatik. Der gesamte Feminismus beruht auf diesem Scam.

          Grundlage ist die schleichende Umkehrung von liberalen individuell freiheitlichen Negativgeboten (z.B. Menschenrechte etc.), die eben den Raum zur Individuellen Ausgestaltung hin offen lassen, hin zu Positivgeboten. Positivgebote sind eigentlich immer mit Sonderrechten verbunden, explizit eingeräumte Rechte oder auch Verbote zugunsten von Gruppen.

          Neben anderen unsere rechtsstaatlichen Prinzipien (z.B. ein damit vermeintlich, aber falscher, heilsbringender Zentralismus, der dem Subsidaritätsgebot entgegensteht) aushöhlenden Tendenzen ist das mit der größte Unfug.

          Es wird durch einen aus den späten sechzigern, siebzigern heraus sich nun so korrumpierenden Aktivismus getrieben. Das berühmte Moralunternehmertum (als Lobbyismus organisiert und vom um sich greifenden ebenfalls korrumpierenden Zentralismus symbiosenhaft gestützt), das unsere gesellschaftliche Produktivität eulenspiegelhaft mafiamäßig wie betrügerisch abschöpft und erdrückt.

          Eine Art neu entstandener Nepotismus mit perfider Gutmenschmaske.

        • @Petpanther:
          Es liegt an dieser fixen und mittlerweile sozial wie gesellschaftlichen missbräuchlichen Idee Rechte ohne Verpflichtung einfordern zu können.

          Ich denke nicht. Es liegt wohl eher an einer sehr klassischen Politik der moral panic:

          Moral panics have several distinct features. According to Goode and Ben-Yehuda, moral panic consists of the following characteristics:

          Concern – There must be belief that the behaviour of the group or category in question is likely to have a negative effect on society.
          Hostility – Hostility towards the group in question increases, and they become „folk devils“. A clear division forms between „them“ and „us“.
          Consensus – Though concern does not have to be nationwide, there must be widespread acceptance that the group in question poses a very real threat to society. It is important at this stage that the „moral entrepreneurs“ are vocal and the „folk devils“ appear weak and disorganised.
          Disproportionality – The action taken is disproportionate to the actual threat posed by the accused group.
          Volatility – Moral panics are highly volatile and tend to disappear as quickly as they appeared due to a wane in public interest or news reports changing to another topic.[1]

          In diesem Zusammenhang besonders hervorzuheben ist der Punkt „Disproportionality“. Die „höchste Gefahr für zentrale Werte der Gesellschaft“ wird in einem Maße an die Wand gemalt, dass die Beachtung von „Zimperlichkeiten“ wie die Menschenwürde „unangemessen“ erscheint.

          Dahinter steckt natürlich auch eine Haltung, derzufolge die Menschenwürde Einzelner sowas wie ein „Luxus“ ist, das in Zeiten „höchster Not“ zugunsten des Gemeinwohles leider geopfert werden müsse. Allerdings ist diese Haltung ebenfalls geradezu klassisch.

          Weiterhin steckt die Idee dahinter, dass Humanismus doch was für „gefühlsduselige Träumer“ sei, bei denen der „Feind“ ein „leichtes Spiel“ habe. Die nicht bereit seien, dem „perfidem Feinde“ mit der unbedingt notwendigen Härte entschlossen entgegenzutreten (hier der Bezug zum Begriff „Gutmensch“)

          Darüber hinaus steckt die Idee dahinter, dass der Humanismus bei der Herstellung von Gerechtigkeit „versagt“ habe und nur dazu diene, bestehende Machverhältnisse zu legitimieren. (Hier gibt es tatsächlich einen Anknüpfungspunkt zu manchen linken Ideologiegebäuden)

        • @Nick

          Ich denke du unterschätzt das.

          Hier z.B. die Reaktion von Kreisen auf Senator und Weißes Haus Ebene auf die nun offengelegte unfassbar dreiste (und meiner Meinung nach kriminelle) Falschbeschuldigung im Rolling Stone:

          http://www.philly.com/philly/news/politics/20141209_ap_38e28575e3e048ae86086bbeb51ec956.html?c=r

          Das wirkt tatsächlich wie auf der Ebene von Inquisition.

          Unverbesserliche moralisch und ethisch vollkommen korrupte fette arrogante Katzen, die wissen dass sie diesen ihren menschlichen Dreck, der faschistische Züge trägt, gedeckt bekommen.

          Solche Menschen gehören eigentlich auf eine Art Nürnberger Trial wegen Verbrechen an der Menschlichkeit.

          http://www.philly.com/philly/news/politics/20141209_ap_38e28575e3e048ae86086bbeb51ec956.html?c=r

        • Ich denke du unterschätzt das.

          Keine Ahnung, was du damit sagen willst. Moral-Panics sind brandgefährliche soziale Phänomene.

          Unverbesserliche moralisch und ethisch vollkommen korrupte fette arrogante Katzen

          ..lass es raus.

        • @Nick

          Geht ja nicht auf dich. Bin ja froh mit dir diskutieren zu können.

          Mein geposteter Text von Philly.com kann einen schon wütend machen. Zumindest mich. Denn diesen „Damen“ missbrauchen ihre Positionen und vergehen sich tatsächlich an der Versehrtheit von Menschen.

          Also lass ich’s ein bisserl raus. So falsch ist’s denke ich nicht.

        • UVA case

          Es sieht mir ganz danach aus, als hätten sie diesmal überzogen.

          Hier kommt der Punkt:

          Consensus – Though concern does not have to be nationwide, there must be widespread acceptance that the group in question poses a very real threat to society. It is important at this stage that the “moral entrepreneurs” are vocal and the “folk devils” appear weak and disorganised.

          ..zum Tragen. Das ist eng verwandt mit der Schweigespirale sowie mit dem Aspekt, dass die Moralproduzenten der Gesellschaft bei Strafe des Unterganges einen Ruf zu verlieren haben. Die Schutzmechanismen der Gesellschaft bzgl. Moralpaniken scheinen langsam zu greifen.

          Ich fürchte, Radabfems müssen sich jetzt verdammt warm anziehen.

        • @Petpanther:
          Kann nur hoffen, dass du da richtig liegst.

          Allzu große Hoffnungen auf eine baldige Kehrtwende in den (diesen Diskurs stark prägenden) USA, auf breiter Front, mache ich mir nicht. Dazu ist die Obzession der Amis mit Sexpaniken viel zu groß. Gab es dort überhaupt jemals eine Phase ohne irgendeine Sex-Panic?

          Das Eis wird halt dünner und der Gegenwind rauer. Man kann auch auf die Fresse fliegen wenn man als Skandaljournalist überzieht. Die Konkurrenz kann und darf neuerdings auch bei hochaufgeladenen feministischen Themen gefahrlos angreifen. Der Terminus „rape-hysteria“ scheint mir langsam in den Mainstream einzudiffundieren.

          Wenn die rape-hyteria breit und offen als rape-hysteria diskutiert werden kann, dann ist die Schweigespirale gebrochen. Dann hat die moral-panic sehr viel an Schadpotenzial verloren.

      • @EvoChris

        Daß IGAF und die Söhne schweigsamer sind, ist sicher ein Segen.

        „Woran wird es denn für dich deutlich?“

        Interessanterweise durch Frauen, die ein ganz anderes Gender-Problem formulieren: Seit etwa einem halben Jahr höre ich bei allen möglichen Gelegenheiten, daß Frauen berichten, daß Männer sich nicht mehr so für Frauen interessieren, wie dies sonst ihre Beobachtung war. Männer sprechen Frauen nicht mehr an, feiern nur mit ihren männlichen Parties und sind zwar nach wie vor bereit, mit Frauen bei Gelegenheit Spaß zu haben, sie z.B. als Modeberaterinnen mitzunehmen, aber daraus ergibt sich von Männerseite aus kein weiterer persönlicher Kontakt, nicht mal was rein Sexuelles. Die Männer werden nicht nur nicht mehr initiativ, sondern sie verfolgen auch bestehende Kontakte nicht mehr und versuchen nicht mehr, etwas daraus zu machen.

        Und wie bei Prostituierten ist das deshalb interessant, weil jede dieser Frauen natürlich eine Vielzahl von Männern kennt, da kommt schon eine ziemliche Anzahl von Alltagserfahrungen zusammen.

        Natürlich hat immer schon Frauen ohne Männer-Kontakte gegeben. Aber erstens haben sie nicht darüber in der Öffentlichkeit geredet und zweitens höre ich keine Beschwerden oder Klagen über unmännliche Männer mehr, sondern es wird echtes Bedauern über den Männermangel geäußert. Das ist neu.

        • @elmar

          „Interessanterweise durch Frauen, die ein ganz anderes Gender-Problem formulieren: Seit etwa einem halben Jahr höre ich bei allen möglichen Gelegenheiten, daß Frauen berichten, daß Männer sich nicht mehr so für Frauen interessieren, wie dies sonst ihre Beobachtung war. Männer sprechen Frauen nicht mehr an, feiern nur mit ihren männlichen Parties und sind zwar nach wie vor bereit, mit Frauen bei Gelegenheit Spaß zu haben, sie z.B. als Modeberaterinnen mitzunehmen, aber daraus ergibt sich von Männerseite aus kein weiterer persönlicher Kontakt, nicht mal was rein Sexuelles. Die Männer werden nicht nur nicht mehr initiativ, sondern sie verfolgen auch bestehende Kontakte nicht mehr und versuchen nicht mehr, etwas daraus zu machen.“

          Das ist aber etwas anderes als Frauen als reine Ausbeuterinnen zu sehen. Es ist eher ein Zurückziehen, dass aber nicht mit mit Feindschaft einhergehen muss. Auch in MGTOW muss man ja Männer nicht hassen. Man kann einfach der Auffassung sein, dass man keine Beziehung will oder einen diese zu sehr einschränkt

        • @EvoChris

          „Das ist aber etwas anderes als Frauen als reine Ausbeuterinnen zu sehen.“

          Natürlich.

          Es gibt viele mögliche Erklärungen für diesen Umstand. Die Aussage über die Popularität der Ausbeutungsthese ist meine persönliche Vermutung und sicher gibt es eine Menge Faktoren, die einen Einfluß haben:

          a) die kostenlose Verfügbarkeit von Pornographie
          b) die emotionale Belastung, Frustration und Stress, die Frauen Männern durch Praktizzieren von Weiblichkeit in Beziehungen zufügen
          c) Furcht vor erfundenen Beschuldigungen über sexuelle Belästigung oder Vergewaltigung
          d) eine generelle Zunahme des Hedonismus unter Männern, die keine Lust mehr auf Pflichteerfüllung haben

          Ich halte die psychische Belastung von Männern durch das Praktizieren von Weiblichkeit für ein viel größeres Problem als die Ausbeutung, die sich vor der Ehe in Grenzen hält und erst in der Ehe oder im Scheidungsfall dominant wird. Zum Praktizieren von Weiblichkeit gehört auch die Verachtung von Männern, das ist nichts spezifisch Feministisches.

          „Es ist eher ein Zurückziehen, dass aber nicht mit mit Feindschaft einhergehen muss.“

          Mag sein.

          „Auch in MGTOW muss man ja Männer nicht hassen.“

          Meiner Erfahrung nach ist MGTOW noch unbekannter als Maskulismus. Außerdem wird MGTOW auch damit in Zusammenhang gebracht, daß Männer mit dem Frauenthema innerlich abschließen – und das hab ich erst 1x in all den Jahren gehört.

          „Man kann einfach der Auffassung sein, dass man keine Beziehung will oder einen diese zu sehr einschränkt“

          Leider berichteten die Frauen nichts darüber, was die Männer selbst zur Erklärung ihres Desinteresses sagten.

          • @elmar

            Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass dieses „die Männer ziehen sich zurück“ insbesondere in Fachbereichen wie Physik, Informatik, Mathe stärker auftritt. Ein gewisser Anteil von Leuten dort ist eher in einer eigenen Welt, in der Frauen keine so große Rolle spielen und sie finden häufig eben auch keinen rechten Zugang zu den Frauen, nehmen Signale nicht wahr, können nicht wirklich flirten. Es ist ihnen insofern auch irgendwann zu anstrengend, entsprechende Bemühungen einzuleiten. (in dem Bereich gibt es natürlich auch Leute, die damit kein Problem haben, aber eben auch Leute, deren stärke nicht unbedingt der soziale Bereich ist und die mit Leuten, die auch eher in dem Bereich schwach sind, besser zurechtkommen).

            Stammen die Erfahrungen der Frauen vielleicht aus diesen Bereichen?

        • Dass die Beziehung zu Frauen für immer weniger Männer lohnend ist, das haben mir schon einige Heteros erzählt. Ich halte das aber weniger für eine Folge des Feminismus als vielmehr für eine Folge steigenden Individualismus. Überraschen tut es mich auch nicht. Männer und Frauen passen schwerlich zusammen 🙂

        • @EvoChris

          „Ich habe übrigens die Erfahrung gemacht, dass dieses “die Männer ziehen sich zurück” insbesondere in Fachbereichen wie Physik, Informatik, Mathe stärker auftritt.“

          Kann ich nicht bestätigen, würde mich aber nicht wundern. Solce Leute sind oft recht schüchtern.

          „Stammen die Erfahrungen der Frauen vielleicht aus diesen Bereichen?“

          Lass mich nachdecken, was dabei war: BWL, Soziologie, Erzieherin, Zahnarzthelferin, Theaterwissenschaften, Journalismus, Graphikdesign, Medizin, Friseurin, Medien, Kommunikationswissenschaften…. hab bestimmt noch was vergessen.

          Frauen aus den MINT-Fächern sind meist selbst Nerds und denen fallen solche Trends in der Regel nicht so auf.

        • @Adrian

          ich glaube das hat weniger mit Zusammenpassen zu tun als mit nicht mehr Zusammenpassen.

          Eine Hochzeit kann bei einer Trennung mit Lebenslangem Unterhalt für die Ex-Partnerin bestraft werden. Warum sollte man sich als Mann diesem Risiko aussetzen vor allem wenn 2/3 der Trennungen von den Frauen ausgehen, weil sie irgendwie unzufrieden fühlen, sich neu verliebt haben etc. pp

          Ob das jetzt Individualismus oder Feminismus ist ist ziemlich egal, das Problem ist doch das dann auf beiden Seiten Menschen einsam sind weil sie aus einem „Anspruchsdenken“ heraus nicht mehr bereit sind Kompromisse einzugehen oder an einer Beziehung zu Arbeiten.

        • @ Elmar

          Das sieht in meinem Freundeskreis teilweise ähnlich aus. Daran ist der Feminismus sicher nicht ganz unschuldig, hat aber nur indirekt Auswirkungen; das ist auch kein Gesprächsthema unter Freunden bei mir. Die einfache Verfügbarkeit von Pornografie in hoher Qualität (und bald VR-Porn etc.) spielt dabei sicher eine überaus grosse Rolle, genau wie halt die Erkenntnis, dass eine Beziehung durchaus auch viel emotionale und im schlimmsten Fall finanzielle Ressourcen in Anspruch nimmt und die Rechnung halt immer öfters nicht mehr zugunsten des Mannes ausfällt – wieso sollte man weiterhin blind ins Ungewisse investieren, wenn es so viele Dinge gibt, die auch ohne Frau im Leben Spass machen.

      • @ ratloser

        *“Rechts” ist der Satan der linken Atheisten.*

        Der sich allerdings abnutzt.

        Inflation entwertet, auch den Wert von (Ab-)Schreckvokabeln.

  4. „Vielleicht allenfalls darin, dass auch an einer Opferrolle gearbeitet wird und daran, dass man in verschiedenen Punkten gleichzuziehen versucht, zB was sexuelle Belästigung etc betrifft.“

    Solche Bestrebungen gibt es und manch einer hat damit einige Vorgehensweisen und Begriffe des Feminismus übernommen. Der Grundtenor ist die Skandalisierung von Normbrüchen.

    Unklar ist aber, was dies nun mit „links“ zu tun haben soll. Es wäre wahrscheinlich mal schlau, „links“ und „konservativ“ genauer zu definieren, bevor man die unterschiedlichen Denkweisen und Taktiken von Maskulisten so etikettiert.

    Die Herausarbeitung einer männlichen Opferrolle ist nicht genuin links. Genuin links wäre nach meinem Verständnis die Frage nach ökonomischen Ungleichheitsverhältnissen und ihren Auswirkungen auf die Lebenschancen des Einzelnen. Ein so verstandener Linker müsste also einen weiblichen Sexismus danach befragen, ob er Produkt oder Bedingung ökonomischer Ungleichheiten ist. Die schlichte Feststellung eines Sexismus allein ist noch nicht links in diesem Sinne.

    • @LoMi

      „Ein so verstandener Linker müsste also einen weiblichen Sexismus danach befragen, ob er Produkt oder Bedingung ökonomischer Ungleichheiten ist. Die schlichte Feststellung eines Sexismus allein ist noch nicht links in diesem Sinne.“

      AHHH – das war gut! 🙂

  5. Auch hier würde ich wieder zustimmen: Dass der Geschlechterstreit eine Links-Rechts-Sache ist, halte ich für einen der größten Irrtümer in der Debatte.

    Wie ich immer wieder zu erzählen pflege, sind auf der „männerfeindlichen“ Seite gerade konservative und traditionelle Sichtweisen zu finden. Da hält man einer widersprüchlichen feministischen Theorie zugute, dass sich ihre Erstellerin zumindest mal mit mehr als „Schuhen und Shoppen“ auseinander gesetzt habe (kein Witz) oder wird dem Mann im Grunde nur die Schwäche verboten, sich auch mal zu beklagen. Die puritanischen Kräfte, mit denen der sexnegative Feminismus zusammenarbeitet, um die sexuelle Revolution rückgängig zu machen, sind auch nicht gerade liberal zu nennen.

    Es wäre also falsch, anzunehmen, die Lager seien hier deckungsgleich oder würden auch nur eine wirklich relevante Überschneidung beinhalten. Ob jemand rechts, links, konservativ oder liberal ist, scheint im Endeffekt wenig darüber auszusagen, wo er in der Geschlechterdebatte bzw. ihren praktischen Auswirkungen steht.

  6. Das vollkommen schwachsinnige Rechts-Links-Zuweisungsmodell geht mit langsam nur noch auf den Sack.
    Es geht überhaupt niemanden etwas an, ob jemand sich selbst als links oder rechts bezeichnen möchte, zumal es über sein Handeln überhaupt gar nichts aussagt.
    Schon die Ansicht „Konservativ=rechts“ ist reiner Bullshit!
    Wichtig ist, was eine konkrete Ansicht oder Handlung im konkreten Fall bewirkt. Und da ist es völlig egal, ob das nun konservativ oder neophil ist, die Auswirkungen auf die Zielgruppe und weitere zählen, sonst nix.
    Schon Buchholz wies ja nach, daß das was heute als „links“ bezeichnet wird, oftmals totalitär und somit ultrarechts, nach der klassischen Definition ist.
    Zu Recht!
    Im Folgeschluss bedeutet das, daß „links“ oftmals rechter als „rechts“ ist. Und damit, ob etwas nun schon seit längerem probat ist, also „konservativ“, oder eben neophil, im Sinne von „wir müssen alles anders machen, koste es was es wolle“, hat das ganze zunächst mal gar nichts zu tun zu haben.
    Zweiteres ist übrigens eine erzkonservative Doktrin und trotzden nicht probat, wodurch sie sich selbst ad absurdum führt.

    Ich denke, LoMi kommt der Sache schon am nächsten.

    Nebenbei nervt mich auch die dämliche Zuweisung „Maskulist“ reichlich.

    Wir brauchen keine Männer-o. Frauenrechte!
    Die allgemeinen Menschenrechte sind offiziell gültig und sollten so langsam mal umgesetzt werden, anstatt sie mit irgendwelchen Blödforderungen nach Gruppenprivilegien schon vorher wieder abschaffen zu wollen.
    Vorrangig sind lediglich die Kinderrechte zu betrachten, weil die Kinder nicht für uns verantwortlich sind, sondern wir für sie.

    Das reicht!
    Alles weitere ist stupider Zickenjazz, der lediglich dazu dient, im Interesse der Macht- u. Wirtschaftspolitik jede sinnvolle Solidarität durch Spalterei zu behindern oder ganz zu zerstören!

    Man kann sich auch zu Tode schwafeln!

  7. Im parteipolitischen rechts-links-schema kann ich mich seit über zehn jahren nicht mehr einordnen. Früher sah ich mich als links, habe mich aber davon verabschiedet. Auslöser war die in linken kreisen besonders virulente feminitis. Nun hat dieses virus sich bis ins rechtsliberale lager (besonders frauen sind infiziert) ausgebreitet. Und die rechtskonservativen leiden unter femizentritis. Was also wählen? Letztes mal hab ich die liste einer liberalen mittepartei genommen, die meisten frauen rausgestrichen und sie durch nicht feminismusarschkriechende männer linker parteien ersetzt. (In der schweiz geht das.)

    Für mich ist inzwischen die politische orientierung anhand der „individualistisch-kollektivistisch“-achse einigermassen tauglich. Der feminismus/femizentrismus gedeiht besonders auf kollektivistschem boden, und solange die sozialdemokratie nicht zu mehr individualismus zurückkehrt, kriegt sie meine stimme nicht, obwohl ich viele ihrer klassischen werte von ganzem herzen teile.

  8. *** Feminism Killed the Space Age ***

    (Meine Abwandlung des Tropes wär: Feminism Kills Everything)

    D.h. es gibt noch einen anderen Aspekt, nämlich den nach verhinderter Exploration und verhindertem tatsächlichem Fortschritt. Sozial, technisch, wissenschaftlich, … etc.

    Kollektivismus, Feminismus, etc. … haben einen ausgesprochen konservativ (totalitär) hemmenden Aspekt, weil es hier immer um verlogen bemäntelte Vorteile geht. Eigentlich immer eine (pseudo) moralisierende spießig-scheinheilige „Gutmensch- und Progressivverarsche“, die sich schützend samariterhaft gibt, aber sich unverhohlen an den dazu ausgemachten Sündenböcken bedient, solange der Strom, das Geld etc. eben aus der Steckdose kommt.

    Kollektiv dekadente 1. Welt Verantwortungsvermeidung über Schuldablassprojektion und Nutzung des instinktiven Gynozentrismus.

    Eine sich darüber distinguieren wollende „vulgarisierend mobbende Feudalelite“. Gender und Equality sind die neuen benutzten „Werte“. Mit Frauen als unterstellend und davon maßgeblich profitierende posierende falsche 1. Welt Daueropferinnen.

    Eine gesellschaftliche Verwahrlosung.

    Dazu:

    Feminism Killed the Space Age: I Told You So (Shirtgate, Matt Taylor, etc.)

  9. Pingback: Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht | Alles Evolution

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