„Ihr müsst dafür sorgen, dass der Mann euch jagt“

Beim Goodmen-Project berichtet eine Frau über „Flirt- und Partnerschaftstipps“ für Frauen. Darunter der Folgende:

A few years ago I was working at a sex shop and this CEO came in to buy a vibrator. Her hands were laden with expensive rings and she carried herself with the air of someone who knew she was important. My coworker Sandy* and I, excited by her ultra-powerful presence and happy to put vibrator dusting on hold, leaned over the counter, wide-eyed, while she explained to us what we needed to know about men. “You see, girls,” she leaned closer to us, her Chanel perfume swimming in my nostrils, “The key to men is—never give them everything. If you give them everything, you lose. Then, they don’t want you anymore. You have to always keep them chasing you. Never quite give them what they want. Don’t ever, ever tell them how you feel about them. Never tell them how much they mean to you. You know, that’s how Kate Bekinsale got the Prince. She always kept him wanting more.”

Es ist ja eine alte These, dass man Männer immer jagen lassen soll, dass deswegen Frauen geheimisvoll und undurchschaubar sein sollen. Und natürlich hat das auch, wenn man es als Teil eines Spiels aufbaut und es eine gewisse Lockerheit hat, durchaus seine Wirkung, weil es dem Aufbau sexueller Spannung dient und diese hält. Wie alles kann man es übertreiben. Irgendwann wird zuviel Verweigerung und Herauszögerung nervig.  Auch die Frau sollte hier auf den jeweiligen Mann kalibrieren. Und der Versuch, tatsächlich etwas vorzuhalten, ist in einer längeren Beziehung wohl auch schwer umsetzbar, weil es entweder irgendwann seinen Reiz verliert oder es eben doch alltäglich wird. Aber in den Anfängen eines Flirts ist es ein beliebtes Mittel um die Kennenlernphase zu verlängern und ihn gleichzeitig interessiert zu halten.

Derjenige zu sein, der sich um den anderen bemühen muss, lässt diesen automatisch wertvoller erscheinen. Sonst würde man sich ja nicht um ihn bemühen. Im Pickup rät man demnach genau das Gegenteil: Man sollte die Rollenumkehr vornehmen und die Frau dazu bringen, einen zu jagen.

Beide Geschlechter benutzen eben teilweise die gleichen Taktiken. Bei Frauen sind sie allerdings akzeptierter.

 

 

42 Gedanken zu “„Ihr müsst dafür sorgen, dass der Mann euch jagt“

  1. Jede gute Beziehung basiert auf Taktik, Manipulation und der perfekten Strategie, den Partner so zu beeinflussen, dass er tut was man will. Echte Partnerschaft und einen Menschen zu finden, bei dem man man selbst sein kann wird überbewertet, denn auch mit der Person, mit der man den Rest des Lebes verbringen will, sollte man sich nie entspannen sondern immer Spielchen spielen und sich verstellen.
    (Sagte jede Person mit dem tief sitzenden Gefühl nicht liebenswert zu sein, ever)

      • „Das private ist politisch!“ Die dahinterstehende ideologie ist äusserst destruktiv. Sicher sind die grenzen fliessend, aber die gleichsetzung vom privaten, ja sogar intimen mit machtpolitik ist brutal. Sie dient der kontrolle individueller beziehungen und damit ihrer zerstörung. Wer eine intime beziehung kontrolliert -als beteiligter oder aussenstehender- vernichtet ihr wesen; es mag intime beziehungen geben, die zerstört werden sollen, aber die präventive generalkontrolle ist totalitär und böse! Es ist die bosheit der kollektivisten, der gleichmacher und gleichsteller, der neidischen und herzensgeizigen, der flach- und engköpfigen, der doppellinkshändigen vielbefingerer und nichtskönner.

    • @breakpoint

      Ja, viele dieser Mechanismen haben eine gewisse Eigendynamik und werden aus guten Grund praktiziert. Ich finde es interessant, das aufzuschlüsseln.
      Sich zu zieren erfüllt denke ich viele Funktionen, insbesondere erlaubt es passiver zu bleiben, ihn erstmal besser kennen zu lernen und bis zu einem gewissen grad auch Leute mit nur einem sehr oberflächlichen Interesse (also etwa Sex) rauszufiltern, wenn man das nicht will. Zudem erlaubt es ein Testen auf verschiedene evolutionär interessante Punkte, wie selbstbewußtsein, Needyness, Erfahrenheit mit Frauen, Umgang mit Widerstand, Wortgewandtheit, Intelligenz und was nicht alles.
      Deswegen überrascht es Männer denke ich auch häufig: Es ist ein überraschendes Sonderangebot, bei dem man eine Falle vermutet.

    • @Tom
      Selbstverständlich kommt es auf die Dosierung an.

      @Christian
      Genau, das Zieren ist eine Strategie, um Hartnäckigkeit und Ernsthaftigkeit zu überprüfen.
      Wohl keine Frau will sich mit einem Mann einlassen, der bei jedem kleinen Widerstand sofort aufgibt.

      • @breakpoint

        Wahrscheinlich auch der Grund, warum für viele Frauen „feminstisches Flirten“ mit extremen Konsens-Prinzip recht uninteressant ist. Es raubt die Möglichkeiten zum Testen und damit entscheidene Informationsquellen. Es macht vieles schlicht recht plump und ermöglicht weit weniger sexuelle Spannung aufzubauen

      • Selbstverständlich kommt es auf die Dosierung an.

        Nun ja, bei „The key to men is—never(!) give them everything. If you give them everything, you lose(!). Then, they don’t want you anymore(!). You have to always(!) keep them chasing you. Never(!) quite give them what they want. Don’t ever, ever(!) tell them how you feel(!) about them. Never(!) tell them how much they mean to you(!).“

        ..scheint mir das Ganze schon sehr stark in Richtung einer ziemlich ungesunden Unterdosis an (Selbst-; Grund-)Vertrauen zu gehen. Dementsprechend dürfte wohl eine „Beziehung“ mit dieser Madame gestrickt sein: „Vertrauen ist gefährlich, Kontrolle ist besser“

        Da sollte man wohl lieber das Weite suchen, anstatt etwas hinterher zu „jagen“, was die offensichtlich tief verletzte Seele dieser Madame überhaupt nicht geben _kann_.

        Der kluge Jäger sollte sich verletzten Tieren nur mit äußerster Vorsicht nähern 😉

        • @Anne nühm:
          Diese ihre Äußerungen erinnern mich an “Die Mathematik der Nina Gluckstein”

          Habe ich zwar nicht gelesen, aber für einen Chucho Santelmo hat vielleicht die hard never-to-get einen großen Reiz. Soweit ich das mitgekriegt habe gibt Nina Gluckstein die Freiheit auf, ihre Liebe zu zeigen.

          Freiheit kann man um der Liebe willen nur aufgeben, wenn man sie auch hat. Diese Dame scheint mir die Freiheit, ihren Liebschaften ihre Zuneigung zu zeigen, gar nicht zu haben. Sie scheint mir eher eine Getriebene zu sein, die merkt, dass ihr die Männer schreiend davonlaufen wenn sie ihr unbändiges Klammerbedürfnis zeigt. „Don’t ever, ever tell them how you feel about them“ – das klingt schon _sehr_ bitter. Sie hat sich deshalb offenbar auf eine weniger sichtbare Form des Klammerns verlegt.

          Natürlich kenne ich die Dame nicht, aber es riecht mir stark danach. Ich lese da nichts Spielerisches heraus, es klingt mir eher wie ein „wenn du dich auch nur eine Sekunde fallen lässt (die Kontrolle über dich und deinen Partner verlierst), dann bist du hoffnungslos verloren!“. Eine ziemlich gnadenlose Härte, da gefriert einem doch das Blut in den Adern.

        • Allerdings ist das genau das was pick up auch lehrt. Jetzt eben mal umgedreht.

          Naja, auch wer pick up – Lehren bluternst nimmt und mit bitterer Härte durchzieht, wird wohl ziemliche Probleme kriegen oder schon haben. Da werden die Mechanismen in der Tat die gleichen sein.

        • Das ist zumindest exakt das was Roosh, Krauser, Julien Blacn, Heratiste kurz jeder, von dem ich bisher etwas gelesen habe propagieren.

    • @aka
      nein, nicht wirklich. DAs ist nur eine Ausrede von Frauen um nicht den ersten schritt zu machen. Fällt in die gleiche Kategorie wie die Versorgerehe, sich durchfüttern lassen weil Frau keine lust auf arbeit hat, aber so zu tun, als ob sie damit dem Mann was gutes tut (ich halt ihm den rücken frei für die Karriere)

    • ich glaube schon, dass es für den Ausführenden klappen kann, abhängig, wer die Person ist mit der man es „lebt“.
      Wenn man jemanden hat, der einen total doll will, doller als umgekehrt, ist man, wenn man es geschickt anstellt, in einer größeren Machtposition.
      Gesund ist so was sicherlich nicht, aber funktionieren kann es, wenn bestimmte Persönlichkeitstypen oder auch „Psycho-Störungs-Typen“ aufeinander treffen.

      • Ein großes Problem für mich. Die frauen mit denen ich was anfange, wollen irgendwann mehr als ich. Die wollen irgendwann ganz doll. Die sind total lieb….aber diese dolle gernhaben finde ich nicht attraktiv. Diese zwei Geschwindigkeiten. Etwas was mir immer wieder passiert, etwas das ich nicht toll finde, Machtposition bäh! Hast du einen tipp für mich atacama?

        • von vornherein sagen, dass man nicht an einer richtigen bzw zukunftsorientierten beziehung interessiert ist und es gerne emotional lockerer hätte und das auch immer mal wieder artikulieren, damit sie es nicht vergisst. Darauf hinweisen, dass du für mögliche Schäden, weil ihr Kopf es zwar kapiert, der Rest aber nicht, keine Verantwortung übernimmst.
          Oder gleich direkt nach Hausfreundinnen, Affären und wie man es nennt suchen.

          Oder versuche, nach einer Frau zu suchen, die so ist, wie die, die in dem obigen Artikel zitiert wurde, nur ist das natürlich schlecht planbar.

  2. Meine ganz bescheidende persönliche Erfahrung:
    Dort, wo derartige Jagdszenen und das dazugehörige Hin- und Her stattfand, entstand hinterher keine wirklich haltbare Beziehung. Das waren sexuell spannende Beziehungen, ja. Aber von echter langjähriger Dauer waren die Geschichten, die recht „unspannend“ und offen sich ergeben hatten, ohne das Spiel des Verzögerns und der Jagd.

  3. Männer die mir gefallen will ich am liebsten sofort in die nächste Tiefgarage zerren und Männer die mir nicht gefallen, gefallen mir nicht. Ich brauche so ein Getue nicht. Kann da nichts spannend dran finden.

  4. @Atacama

    „Männer die mir gefallen will ich am liebsten sofort in die nächste Tiefgarage zerren „

    Das glaube ich dir gerne, aber wie oft hast du das tatsächlich auch erfolgreich getan?
    Ich habe die direkte Vorgehensweise ausprobiert, weil mir das übliche Procedere zu langwierig war, kann das aber nicht empfehlen.
    Dafür ist das typische Männerhirn nicht konzipiert.

    Im Übrigen stimme ich @LoMi zu. Ernsthafte Beziehungen entwickeln sich anders, sind dafür auch stabiler.

    • Mit der Tür ins Haus rumsen funktioniert vermutlich nicht, ein bisschen Flirt schadet nie. Es gibt ja doch auch mindestens 50 Schatten von Grau ^^ Ich glaube, kein Gehirn ist auf unmittelbaren Entscheidungszwang programmiert. Frauenhirne mögen die direkte Ansprache auch nicht. Ein klein bisschen Vernebelung des Ernstes der Situation scheint für alle Beteiligten besser zu sein als der Druck, prompt ja oder nein sagen zu müssen.

      Menschen sind komisch ^^

    • „Dafür ist das typische Männerhirn nicht konzipiert.“

      Ich denke, das hat eher was damit zu tun, dass dieses Vorgehen für Frauen sehr ungewöhnlich ist und Männer dem nicht trauen, weil sie es halt nicht kennen. Unter Männern sieht das ganz anders aus 🙂

        • Naja, die Nutzbarmachung des männlichen Triebes zu Manipulationszwecken ist wohl älter als das älteste Gewerbe der Welt. Von daher ist ein gesundes Mißtrauen wohl fast schon überlebenswichtig.

          Ich erinnere daran, dass erwachsene Agentinnen in Florida auf Datingportalen für Erwachsene Männer sehr intensiv anbaggern, um sie in Polizeifallen zu locken. (Im Nebensatz behaupten sie, minderjährig zu sein, schicken aber teils Fotos von eindeutig erwachsenen Frauen, teils mit Ehering)

          Das endet dann so:

          Male Privilege und so..

      • Würde mir aber auch ähnlich gehen; bei einer so direkten Konfrontation würde ich mittlerweile schon eher die Kamera suchen oder eine sonstige Manipulation vermuten. Einfach weil das Szenario so selten ist, dass beinahe jede andere Möglichkeit wahrscheinlicher ist, Prostitution eingeschlossen.

    • Ich schätze der Grund, warum die direkte Vorgehensweise nicht klappt, ist ein anderer. Du bekommst sofort das Ergebnis, ob du dem Mann gefällst oder nicht und meistens gefällst du ihm nicht. Das ist normal, das liegt nicht an dir. Bei der direkten Methode kannst du dir hinterher Nichts schön reden, wie z. B. dir einreden, dass du ja eigentlich diejenige warst, die gar nicht so richtig wollte.

      Nehmen wir mal an, an ca. 10% aller Frauen könnte ich ein Interesse entwickeln. Und nun versucht mich eine anzumachen. Dann stellt sich nur die Frage, ob sie zu den 10% gehört oder zu den 90% anderen(ok, es gibt vielleicht noch eine Grauzone von ca 20-30%, bei der man sagt, man könnte es ja eventuell mal probieren) . Gehört sie zu den 90%, kann sie sich Methoden ausdenken bis der Arzt kommt, es wird Nichts. Völlig unabhängig, ob sie es direkt oder indirekt versucht.

      Gehe ich selbst auf eine Frau zu, gehört sie sicher zu den 10%. Dann stellt sich nur noch die Frage, ob ich zu ihrer Zielgruppe gehöre. Wenn ja, fangen wir was miteinander an, wenn nein, dann hab ich´s eben umsonst versucht. Wenn sie versucht rumzutricksen, wandert sie zu den anderen 90%.

      Deine Trefferchance erhöht sich natürlich, je öfter du es versuchst. Dazu brauchst du ein gewisses Mass an Frustrationstoleranz. Die seh ich bei Frauen in Sachen Sex und Beziehungen aber nicht. Ablehnung ist für sie meistens ein harter Schlag. Sie haben ja auch keine Übung darin, Ablehnung einzustecken, weil sie viel seltener die Initiative ergreifen.

      Es gibt noch einen gravierenden Unterschied zwischen Männern und Frauen auf dem Gebiet: Ein Mann kann jede Menge Dinge tun, die seine Chancen schmälern, aber auch einige, die seine Chancen steigern. Ein Frau kann zwar auch Einiges falsch machen, aber lange nicht soviel und so leicht, dafür sind ihre Möglichkeiten, durch Verhalten ihre Chancen zu steigern, weitaus begrenzter.

      Die Frau aus dem Beispiel hat im Grunde keine Ahnung. Möglicherweise kauft sie ja auch deshalb einen Vibrator.

  5. Entweder eine Frau ist interessiert oder nicht. Jede die sich jagen lassen will, ist es nicht wert, das man mehr als 10 minuten an sie verschwendet.

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