Ein sicherer Raum, der Menschen willkommen heißt muss eines selbst ausgrenzen: Hass

Im #Gamergate geht es darum, dass Spielern vorgeworfen wird, angeblich Frauen und auch sonstigen Minderheiten gegenüber feindlich eingestellt zu sein. Die GamerGate-Bewegung weist diese Vorwürfe zurück. „Social Justice Warriors“ hingegen werfen genau dies vor.

Im Rahmen der Auseinandersetzung wurde dabei von der Seite, die den Spielern Sexismus vorwirft, eine Kampagne gestartet, in der es darum gehen sollte, dass Computer-Spiele für alle da sind und damit auch alle Leute, egal welches Geschlecht oder welcher sonstigen Diskriminierungszugehörigkeit aufnehmen sollen. Das Symbol sollte ein herzförmiger Avatar sein.

Dieses Symbol machte sich die GamerGate-Bewegung dann gleich zu eigen und betonte, dass sie ebenfalls der Auffassung wäre, dass alle willkommen wären und insofern die Vorwürfe falsch sein. Die Initiatoren der Aktion waren verärgert, denn sie wollten ja weiterhin auf die GamerGate-Anhänger zeigen können und diese als die Bösen, die nicht hinreichend inklusiven, die WHMs eben, darstellen können. Sie erklärten also, dass das Logo nicht für GamerGate-Anhänger verwendet werden dürfte. Diese wiesen dann daraufhin, dass sie als Motto dargestellt hätten, dass Spiele für alle wären, damit ja auch für Anhänger von GamerGate.

Die Erklärung, warum man dennoch, gerade wenn man inklusiv für alle sein will, bestimmte Personen ausschließen will, entspricht klassischer poststrukturalistischer Theorie, wie sie im SJW-Bereich verbreitet ist,  und erklärt damit auch ähnliche feministische Theorien:

Sie werfen “Doppeldenk” – ein Begriff aus George Orwells “1984” – vor und derailendie Diskussion dabei selbst durch ein absichtliches Missverständnis des Wortes Inklusive. Ein Raum kann nicht inklusiv sein, wenn er Platz für Misogynie und Transphobie – also Hass und Ausgrenzung – bietet. So bedeutet die Aussage, “alle” sind willkommen auch immer, dass viele ausgegrenzt werden. Ein sicherer Raum, der Menschen willkommen heißt muss eines selbst ausgrenzen: Hass. Wie schon bei demStatement von Blizzard, das ebenfalls vage formuliert und dann missinterpretiert wurde, zeigt sich wieder, dass diese Abgrenzung von Gamergate nicht klar genug formuliert werden kann.

Das ist ja erst einmal auch durchaus nachvollziehbar: Wer alle willkommen heißen will, der muss die ausschließen, die Andere ausschließen. Mit einer solchen Atmosphäre der Offenheit sind Leute, die gegen diese Offenheit arbeiten, nicht zu vereinbaren. Ich erlebe dies ja selbst, auch wenn ich anfangs davon ausging niemanden sperren zu müssen, wurden einige Leute schlicht zu anstrengend, um sie dauerhaft hier schreiben zu lassen. Und genug Leute werden der Auffassung sein, dass ich hier noch viel zu viel zulasse, und das je nach Ansicht sowohl in die eine als auch die andere Richtung.

Der Kern ist dabei natürlich, wann die Grenze erreicht ist, bei der man noch davon sprechen kann, dass man Hass ausgrenzt und ab wann man einfach andere Meinungen abwürgt. Hier scheinen mir die Maßstäbe innerhalb der SJW-Bewegung arg verschoben zu sein. Was auch gerade wieder gut an einer Block-Aktion bei Twitter zu beobachten war: Es wurde eine Blockliste erstellt, die alle betraf, die auf „GamerGate-Seite“ besonders aktiv waren – und alle, die diesen folgten. Achdomina beispielsweise war meines Wissens nach auch auf der Liste und damit ich wohl auch in zweiter Instanz, da ich ihm folge. Auch von den Blocks betroffen war dann wohl der Vorsitzende der besagten Vereinigung, der wohl auch einigen von „GamerGate“ gefolgt war.

Solche Form der Übertreibungen passen in diese Bewegung, in der es nicht darum geht, dass man tatsächlich beeinträchtigten hilft, sondern eher darum, dass man zeigt, wie gut man selbst ist.

Dazu heißt es gerade in einem Artikel in der Welt:

Andere schon: „Politisch korrektes Englisch wird dazu genutzt, dass sein Sprecher bestimmte Tugenden ausdrücken und sich gleichzeitig dazu beglückwünschen kann“, schreibt David Foster Wallace: „Es dient dem Eigeninteresse des politisch Korrekten viel mehr als irgendeiner der Personen oder Gruppen, von denen es spricht.“

Wer politisch korrekt spricht, will seine Tugend ausstellen. Das ist sehr bürgerlich, in einem schlechten Sinne sogar konservativ, aber etwas ganz anderes als der gute alte Anstand. Der schont ja rücksichtsvoll sein Gegenüber, während sich die politische Korrektheit darüber erhebt. Sie führt die Gleichheit im Munde, zielt aber tatsächlich auf „Distinktionsgewinn“, wie es der französische Philosoph Pierre Bourdieu genannt hätte. Distinktionsgewinn kann man einstreichen, indem man den Nachbarn zeigt, dass man den besseren Wein trinkt, den schöneren Altbau bewohnt oder eine klügere Zeitung abonniert hat. Oder indem man besonders politisch korrekt ist.

Diese Selbstdarstellung macht unter Betrachtung der Signalling Theorie und dem „Costly Signal“ durchaus Sinn. Man signalisiert sein eigenes Gutsein, indem man die Lasten der korrekten Sprache auf sich nimmt. (man sollte sich aber auch vor der gegenteiligen Praxis hüten: Dort lauert die Einschätzung, dass man eine kontroverse Meinung vertreten sollte, weil das zeigt, dass man sich gegen den Strom stellen kann oder gar der Fehlschluss, dass diese Meinung richtig ist, weil ihr Kontroversheit bedeutet, dass andere sie verhindern wollen, obwohl sie richtig ist).

In einer Bewegung, in der politisch korrekte Sprache und absoluter Minderheitenschutz ihrer eigentlichen Bedeutung beraubt sind und nur noch dem Wettkampf um die Darstellung der eigenen Gutheit dienen, sind Grenzen zum Schutz vor Hass nicht mehr zu ziehen. Denn in diesen wird alles Hass, was nicht die Spirale der Richtigkeit mitmacht.

Insoweit wäre die Begründung grundsätzlich tragfähig, allerdings wird sie eben so umgesetzt, dass sie selbst in Hass ausartet und tatsächliche Inklusion nicht mehr leisten kann.

125 Gedanken zu “Ein sicherer Raum, der Menschen willkommen heißt muss eines selbst ausgrenzen: Hass

  1. @ Christian

    “Social Justice Warriors” hingegen werfen genau dies vor.“

    „Social Justice Warriors“ – was soll das sein?
    Ein neuer Kampfbegriff der Political Correctness von rechts, ähnlich wie „Gutmensch“ oder „Kulturmarxist“?
    Der Begriff ist auf diesem Blog doch von Petpanther eingeführt worden. Die Vermutung dürfte also angebracht sein, dass der Begriff aus irgendwelchen üblen reaktionären Kreisen stammt (bei solchen bedient Petpanther sich ja hin und wieder mal gerne) und vor allem negativen Zwecken dient.

    Ich finde soziale Gerechtigkeit gut, den Kampf dafür auch, bin ich jetzt ein „Social Justice Warrior“? Dann bin ich es gerne und werde mich in Zukunft gerne so nennen.

    Da es sich bei „Social Justice Warriors“ um einen neuen irrationalen Kampfbegriff aus dem konservativen/rechten Lager zu handeln scheint, sollten rational argumentierende Männerrechtler (wie du oder Achdomina) ihn m.E. nicht unreflektiert übernehmen.
    Außerdem: Normalerweise magst du Kampfbegriffe doch eigentlich nicht.

    Die Verwendung irrationaler Kampfbegriffe signalisiert zudem oft, dass man keine echten Argumente hat, häufig sind es diejenigen, die ansonsten auf argumentativer Ebene nicht viel zu bieten haben, die mit solchen Begriffen um sich werfen. Mich macht so etwas mißtrauisch.

    • Na dann willkommen im Lager von sanczny.

      Dort waerst du sicher gut aufgehoben. Du legst eine solchen Fokus auf korrekte Sprache, wenn sich die Feministinnen sich ab morgen alle Social Justice Warriors nennen wuerden, du wuerdest den Begriff als rechten Kampfbegriff verbieten wollen.

      • @ priestofhate

        „Na dann willkommen im Lager von sanczny.“

        Die den Begriff wohl eher ironisch verwendet, denn als ernstgemeinte Selbstbezeichnung.

        „Dort waerst du sicher gut aufgehoben.“

        Findest du?
        Ich befürchte Sanczny (Miterfinderin von „Critical Hetness“) würde das wohl anders sehen:

        http://robinsurbanlifestories.wordpress.com/2013/04/11/knutschverbot-eine-absolut-logische-durchfuhrbare-und-uberhaupt-nicht-beschissene-idee-hust/#comment-746

        „Du legst eine solchen Fokus auf korrekte Sprache“

        Tja, so ist das eben, wenn man um Objektivität bemüht ist.
        Ist für Leute wie dich, denen wissenschaftliches Denken offensichtlich fremd ist, eventuell schwer nachzuvollziehen.

        „wenn sich die Feministinnen sich ab morgen alle Social Justice Warriors nennen wuerden, du wuerdest den Begriff als rechten Kampfbegriff verbieten wollen.“

        Nein, ich bin gegen juristische Verbote solcher Begriffe.
        Ich bekämpfe irrationale Kampfbegriffe durch kritische Analyse und Argumente.
        Schon klar, mit kritischer Analyse und Argumenten hast du es nicht so.

        • Wie alle hier gemerkt haben feuerst du blind sobald es sich bei den Begriffen um etwas handeln koennten, dass vielleicht rechts steht.

          Die Feministinnen bei Gamergate nennen sich Social Justice Warrior damit nuetzliche Idioten wie du im echten Sinne erstmal die Nazikeule rausholen. Das ist alles bereits gescripted um die Gegner von Gamergate in die gleiche Ecke zu draengen wie du es tust. Mission accomplished…

          Da nützen auch deine Verweise auf Wissenschaftlichkeit nichts mehr, denn du hast gerade reflexartig emotional auf einen Begriff reagiert und nicht ich. Du haettest mit deiner Wissenachaftlichkeit doch sicher nachlesen koennen fuer was Social Justice Warrior im Gamergatekontext mittlerweile steht anstatt gleich wieder Politik und Ausgrenzung zu betreiben. Oder ist das zu viel verlangt?

        • @ priestofhate

          „Du haettest mit deiner Wissenachaftlichkeit doch sicher nachlesen koennen fuer was Social Justice Warrior im Gamergatekontext mittlerweile steht anstatt gleich wieder Politik und Ausgrenzung zu betreiben. Oder ist das zu viel verlangt?“

          Ich habe selbstverständlich im Netz nachrecherchiert, wie der Begriff allgemein verwendet wird – und dadurch bin ich zu dem obigen Ergebnis gekommen.

        • @ ddbz

          „Du selbst versuchst uns doch dauernd Deine Politik als Wissenschaft zu verkaufen.“

          Ein beliebtes Scheinargument deinerseits.
          Es erspart tatsächliche Argumente, Recherche und Belege, nicht wahr?

        • @ C

          Leszek versucht jede ihm nicht passende Meinung als unwissenschaftlich abzutun.

          Wenn Wissenschaft zu so eindeutigen Ergebnissen führen würde, wie er suggeriert, ist es doch ein Wunder warum nicht alle Welt oder mindestens alle Wissenschaftler nicht seiner Meinung sind und zB Anarchisten werden.

          Zu behaupten zB Gutmensch sei wissenschaftlich als rechter Kampfbegriff enttarnt ist reine, pure Politik.

          An der Unterstellung nicht vorhandener Recherche kann man die auch schön sehen. Ich gebe ihm einen Link für eine Erklärung für Gutmensch an, aber er behauptet ich würde nicht recherchieren. Wahrscheinlich ist mein Suchen erst dann gut genug für ihn, wenn ich zu gleichem Ergebnis komme wie er selbst.

          Das ist Politik, nicht Wissenschaft …

        • „Wenn Wissenschaft zu so eindeutigen Ergebnissen führen würde, wie er suggeriert, ist es doch ein Wunder warum nicht alle Welt oder mindestens alle Wissenschaftler nicht seiner Meinung sind und zB Anarchisten werden.“

          Dass WIssenschaft zu eindeutigen Ergebnissen führt, ist hier doch eher die Behauptung der rechten konservativen „MINT“-PRler. In den Geisteswissenschaften liegt es in der Natur in der Sache, dass es statt einem „stand der Wissenschaft“ wie in den Naturwissenschaften verschiedene Schulen gibt, die ihren jeweiligen Standpunkt behaupten.

          Es ist immer eine Auseinandersetzung mit Worten gegen Worte.

          Warum das so ist, mehr dazu hier:

          http://www.amazon.de/Struktur-wissenschaftlicher-Revolutionen-taschenbuch-wissenschaft/dp/3518276255/ref=sr_1_1?ie=UTF8&qid=1417515666&sr=8-1&keywords=thomas+kuhn

          Dabei können die „MINT“ler selbst nicht mal einen Werbebegriff wie „MINT“ (warum nicht TNIM?) von einer seriösen wissenschaftlichen Disziplin wie „Physik“ oder „Mathematik“ unterscheiden.

          Neben „linken“ geisteswissenschaftlichen Schulen gibt es auch „rechte“, die teils auch die Oberhand haben (in den Wirtschaftswissenschaften z.B.). „Neutralität“ kann in den nichtnaturwissenschaftlichen Disziplinen höchstens die Leugnung der Subjektivität des eigenen Standpunkts sein, also eigentlich die totale Form von Ideologie.

        • @ tripple x

          „Dass WIssenschaft zu eindeutigen Ergebnissen führt, ist hier doch eher die Behauptung der rechten konservativen “MINT”-PRler. In den Geisteswissenschaften liegt es in der Natur in der Sache, dass es statt einem “stand der Wissenschaft” wie in den Naturwissenschaften verschiedene Schulen gibt, die ihren jeweiligen Standpunkt behaupten.“

          Deine Argumentation stellt klar, dass es sich bei Geistes“wissenschaft“ en, um keine Wissenschaften im eigentlichen Sinne des Wortes handelt.

          Diese Einsicht begrüße ich.

          PS: vergess die Gänsefüßchen bitte das nächste Mal nicht.

        • „Deine Argumentation stellt klar, dass es sich bei Geistes”wissenschaft” en, um keine Wissenschaften im eigentlichen Sinne des Wortes handelt.“

          Das ist dein Schluss, weil du selbst keinen (geistes)wissenschaftlichen Zugang zu Sprache hast, sondern den Begriffen ein magisches Verhältnis zu den Dingen unterstellst, das eigentlich seit de Saussure obsolet ist.

          Im englischen Sprachgebrauch gibt es tatsächlich keine Geisteswissenschaften, weil Science das bezeichnet, was in der dt. Sprache die Naturwissenschaften bezeichnet. Im Deutschen gibt’s aber Geisteswissenschaften.

    • Ich finde den Begriff eigentlich sehr deskriptiv. Er beschreibt eben genau nicht diejenigen, die sich für „social justice“ einsetzen, sondern diejenigen, die das Konzept als Waffe nutzen um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Mehr noch polarisieren sie dabei oft genug Leute die einfach nur gutes tun wollen und nicht wissen was, oder solche die einfach „eine gute Feministin sein wollen“. In anderen Zeiten wären diese Leute die Geistlichen gewesen, die zu Hexenjagd und Glaubenskrieg aufrufen um ihre Macht und ihr Geld zu mehren, heute sind es eben die Priester dieser sekularen Religion. Wie Achdomina passend schreibt teilen sie eben für ohre Jünger alles in Freund oder Feind ein, und der Feind darf mitallen Mitteln bekämpft werden. Insbesondere sind sie in den allermeisten Fällen (so auch insbesondere in Gamergate) in jedem einzelnen Punkt schuldig, dessen sie ihre Ziele anklagen.

      Dem gegenüber stehen für mich social justice advocates, die sich tatsächlich für etwas einsetzen und Positives bewirken. Es ist allerdings schwierig etwas zu tun, UND Propaganda zu machen, weswegen die SJW Seite, die wesentlich mehr Zeit darauf aufwenden kann und damit wesentlich mehr Presse für sich machen kann.

      Dabei sind die warrior für mich tatsächlich ein kleiner Teil der Leute die meist als solche bezeichnet werden. Es sind die Figuren an der Spitze solche Bewegungen. Im Fall Gamergate z.B. Leigh Alexander oder John McIntosh. Der größte Teil ist lediglich eine Bauernarmee, die mit großen Reden und Bildern aus der Hölle in eine Richtung gelenkt und losgelassen werden. Ein sehr deutliches Beispiel dafür ist z.B. auch #Shirtgate. Ich bin sicherein großer Teil derer, die sich über das „sexistische Shirt“ beschwert haben, hätten das aus eigenem Antrieb nie gemacht, wohlmöglich nicht einmal bemerkt. Es reicht jedoch ein SJW, um sie auszurichten, und abzufeuern, und so einen gestandenen Mann während dem größten Triumph seines Lebens dazu zu bringen in Tränen zusammenzubrechen.

    • Achso, dabei noch eine Frage: was genau bedeutet soziale Gerechtigkeit? Insbesondere, was unterscheidet es von Gerechtigkeit, was also macht das „sozial“ da aus?

      • @ Paul

        „Achso, dabei noch eine Frage: was genau bedeutet soziale Gerechtigkeit?
        Insbesondere, was unterscheidet es von Gerechtigkeit, was also macht das “sozial” da aus?“

        Ich zitiere mal die Definition aus einem Lexikon zur Soziologie:

        „Gerechtigkeit, soziale, taucht als Begriff erst im 20 Jahrhundert auf, vor allem in Zusammenhang mit sozialpolitischen Maßnahmen, als G. bezogen auf das Verhältnis von Klassen und Ständen. Zweck der sozialen Gerechtigkeit ist es, mittels ethisch-rechtlicher Maßnahmen Ungleichverteilungen vornehmlich im wirtschaftlichen Bereich zu verhindern und/oder zu beheben.“

        aus: Lexikon zur Soziologie, hrsg. von Werner Fuchs-Heinritz, Rüdiger Lautmann, Otthein Rammstedt & Hanns Wienold, 3. Auflage 1995, S. 232

        Als zentraler Begriff der Sozialphilosophie/Politischen Philosophie gibt es je nach politischem und philosophischem Standpunkt verschiedene Arten und Weisen den Begriff „soziale Gerechtigkeit“ zu definieren und mit Inhalt zu füllen:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Soziale_Gerechtigkeit

        • Und das Lexikon definiert Feminismus as Gleichstellung zwischen Mann und Frau. Mich interessiert deine persönliche Definition, denn wie du selbst sagst, und wie der Wikipedia Artikel auch sagt, kann es so ziemlich alles und nichts sein.

        • „Ungleichverteilungen vornehmlich im wirtschaftlichen Bereich zu verhindern und/oder zu beheben.” “
          Dies ist eine bemerkenswerte Quantifizierung – wenn also alle nackt und rechtlos sind, dann ist die soziale Gerechtigkeit maximiert.

        • “Ungleichverteilungen vornehmlich im wirtschaftlichen Bereich zu verhindern und/oder zu beheben.” ”

          Wonach sollten Menschen denn dann streben? Alles für die Gemeinschaft?

          Das endet ganz sicher wie bei den Schweinen: *Alle Tiere sind gleich, einige sind gleicher!*

        • @ Paul

          Ich bin libertärer Sozialist in der Tradition Bakunins.
          Der libertäre Sozialismus geht davon aus, dass über Dinge, die nur einen selbst betreffen, nur das Individuum selbst zu bestimmen hat, über Dinge, die alle Menschen betreffen jedoch – soweit wie möglich – alle mitbestimmen können sollten.

          Daraus ergibt sich u.a., dass jeder über sein eigenes Leben und seine eigene Lebensweise selbst bestimmen soll, dass über das ökonomische gesellschaftliche Teilsystem jedoch in letzter Instanz in egalitärer und demokratischer Weise entschieden werden sollte.

          Daher streben wir u.a. eine DIREKTDEMOKRATISCHE Vergesellschaftung des ökonomischen Teilsystems der Gesellschaft durch Kollektivierung, Syndikalisierung oder Kommunalisierung der Produktionsmittel an – KEINE Verstaatlichung, da dies nur eine neue herrschende Klasse reproduzieren würde.

          An sich halte ich das Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ für ein idealtypisch gerechtes sozialpolitisches Prinzip, das wäre also reiner Kommunismus. Dieser ist pragmatisch allerdings schwer umsetzbar und wirft weitere interessante Fragen zur sozialen Gerechtigkeit auf.

          Der australische Philosoph Peter Singer hat (leider ausgerechnet in jenem seiner Bücher, das auch Kapitel enthält, die von Interessengruppen von Menschen mit Behinderung berechtigt kritisiert werden) dargelegt, dass und warum reiner Kommunismus, also das Prinzip “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen” ein gerechtes Prinzip der Gesellschaftsorganisation darstellt:

          “Chancengleichheit ist somit kein attraktives Ideal. Sie belohnt die Glücklichen, die solche Fähigkeiten erben, die es ihnen erlauben, interessante und einträgliche Berufswege zu beschreiten. Sie bestraft die Unglücklichen, deren genetische Konstellation ihnen einen ähnlichen Erfolg sehr erschwert.
          (…) die Beseitigung von gesellschaftlich bedingten Nachteilen wird nicht ausreichen, um eine gleiche oder eine gerechte Einkommensverteilung zu schaffen – eine gleiche Verteilung deshalb nicht, weil diejenigen, welche die mit hohem IQ verbundenen Fähigkeiten erben, auch weiterhin mehr verdienen werden als die anderen; und eine gerechte Verteilung deshalb nicht, weil die Verteilung nach den ererbten Fähigkeiten auf einer willkürlichen Form von Selektion beruht, die nichts mit dem zu tun hat, was Menschen zusteht oder was sie brauchen. Dasselbe gilt für die visuell-räumliche Fähigkeit und die Aggression, falls diese zu höherem Einkommen oder Status führen. Wenn, wie ich argumentiert habe, gleiche Interessenabwägung die Grundlage von Gleichheit ist und die wichtigsten menschlichen Interessen mit diesen Faktoren wenig oder nichts zu tun haben, dann bleibt etwas fragwürdig an einer Gesellschaft, in der Einkommen und soziale Stellung auf eben diese Faktoren ganz wesentlich bezogen sind.
          (…)
          Beiden wäre besser gedient in einer Gesellschaft, die die bekannte marxistische Devise befolgte: “Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen”. (…)
          Nur dann hätten wir eine Gesellschaft, die wirklich auf dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung beruhte.”

          (aus: Peter Singer, Praktische Ethik, S. 62 f.)

          Reiner Kommunismus („Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“) birgt jedoch m.E. auch potentiell die Gefahr der Entstehung neuer Ungerechtigkeiten, insofern Menschen, die mehr arbeiten als andere oder besonders schwerer oder gefährlicher Arbeit nachgehen begründet argumentieren können, dass ihnen für diese Tätigkeiten auch gerechterweise mehr Lohn zustehen sollte als Anderen.

          Ich halte dieses Argument für nicht von der Hand zu weisen und folge daher nicht dem rein libertär-kommunistischen, sondern dem libertär-kollektivistischen Ansatz zur Lohngerechtigkeit, indem gewisse Lohnunterschiede weiterbestehen können, wenn sie nicht zu groß ausfallen. Wer mehr arbeitet als andere oder schwerer körperlicher Arbeit oder gefährlicher Arbeit nachgeht oder einer Arbeit bezüglich der allgemeine Übereinstimmung hinsichtlich einer besonderen gesellschaftlichen Bedeutung besteht, kann ruhig mehr verdienen. Dafür befürwortet der libertär-kollektivistischen Ansatz eine Einschränkung des Erbrechtes, damit sich kein Reichtum über Generationen ansammeln kann.

          Allerdings war es eigentlich nicht meine Absicht jetzt eine Diskussion über soziale Gerechtigkeit zu führen.

    • @Leszek

      „Social Justice Warriors” – was soll das sein?“

      Es hat natürlich einen wertenden Moment. Ich würde es als jemanden definieren, der sich auf totalitäre Weise und unter starken, überbordenden Feindbildaufbau für seine Vorstellung einer sozialen Gerechtigkeit einsetzt.
      Das passt aus meiner Sicht durchaus auf die Anti-GG-Bewegung. Welchen Begriff würdest du denn besser finden?

      • @ Christian

        „Es hat natürlich einen wertenden Moment. Ich würde es als jemanden definieren, der sich auf totalitäre Weise und unter starken, überbordenden Feindbildaufbau für seine Vorstellung einer sozialen Gerechtigkeit einsetzt.“

        Das träfe dann z.B. auf einen Stalinisten zu, aber nicht auf irgendwelche durchgeknallten Radikalfeministinnen oder PC-Spinner.
        „Soziale Gerechtigkeit“ bezieht sich ursprünglich auf sozialpolitische Fragestellungen (siehe die Definition weiter oben.)

        „Das passt aus meiner Sicht durchaus auf die Anti-GG-Bewegung.“

        Den Begriff „Social Justice Warrior“ gab es doch schon vorher. Ich hatte schon vor vielen Monaten einmal zu dem Begriff im Netz recherchiert.

        „Welchen Begriff würdest du denn besser finden?“

        Man nenne die Leute einfach beim Namen: radikale Feministinnen.

        • @leszek

          @ Christian

          „Das träfe dann z.B. auf einen Stalinisten zu, aber nicht auf irgendwelche durchgeknallten Radikalfeministinnen oder PC-Spinner“

          PC-Spinner ist aber auch ein Kampfbegriff oder nicht? Da ist Social Justice Warrior eigentlich schöner
          Ich finde Totalitär durchaus zutreffend:

          Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.

          „Den Begriff “Social Justice Warrior” gab es doch schon vorher. Ich hatte schon vor vielen Monaten einmal zu dem Begriff im Netz recherchiert.“

          Deswegen kann er ja trotzdem auf sie passen

          „Man nenne die Leute einfach beim Namen: radikale Feministinnen.“

          Es geht allerdings nicht nur um Feminismus, also reine Frauenaspekte.

        • @leszek

          @ Christian

          „Das träfe dann z.B. auf einen Stalinisten zu, aber nicht auf irgendwelche durchgeknallten Radikalfeministinnen oder PC-Spinner“

          PC-Spinner ist aber auch ein Kampfbegriff oder nicht? Da ist Social Justice Warrior eigentlich schöner
          Ich finde Totalitär durchaus zutreffend:

          Totalitarismus bezeichnet in der Politikwissenschaft eine diktatorische Form von Herrschaft, die, im Unterschied zu einer autoritären Diktatur, in alle sozialen Verhältnisse hinein zu wirken strebt, oft verbunden mit dem Anspruch, einen „neuen Menschen“ gemäß einer bestimmten Ideologie zu formen. Während eine autoritäre Diktatur den Status quo aufrechtzuerhalten sucht, fordert eine totalitäre Diktatur von den Beherrschten eine äußerst aktive Beteiligung am Staatsleben sowie dessen Weiterentwicklung in eine Richtung, die durch die jeweilige Ideologie angewiesen wird.

          „Den Begriff “Social Justice Warrior” gab es doch schon vorher. Ich hatte schon vor vielen Monaten einmal zu dem Begriff im Netz recherchiert.“

          Deswegen kann er ja trotzdem auf sie passen

          „Man nenne die Leute einfach beim Namen: radikale Feministinnen.“

          Es geht allerdings nicht nur um Feminismus, also reine Frauenaspekte.

        • @ Christian

          „PC-Spinner ist aber auch ein Kampfbegriff oder nicht?“

          Aufgrund der geringen Verbreitung wohl eher nicht.
          Jedenfalls ist eher präziser.

          „Da ist Social Justice Warrior eigentlich schöner“

          Das finde ich nicht.
          Ein Kampfbegriff, der auf inhaltlicher Ebene das Engagement für (soziale) Gerechtigkeit diskreditiert, öffnet bereits implizit Tür und Tor für die Legitimierung von Ansichten, die sich um Gerechtigkeit nicht scheren.

          „Ich finde Totalitär durchaus zutreffend:“

          Ich habe nicht gesagt, dass radikale Feministinnen und PC-Spinner keine totalitären Tendenzen hätten, sondern dass sie in der Regel nichts mit „sozialer Gerechtigkeit“ zu tun haben.
          Man könnte vielleicht davon sprechen, dass sie auf fehlgeleitete, irrationale und fanatische Weise versuchen einer Vorstellung von Gerechtigkeit auf Ebene der Anerkennung zum Erfolg zu verhelfen, aber nicht auf der sozialpolitischen Ebene.

          „Deswegen kann er ja trotzdem auf sie passen“

          Tut er aber nicht.

          „Es geht allerdings nicht nur um Feminismus, also reine Frauenaspekte.“

          Worum noch?
          (Allerdings sprach ich ja ohnehin von radikalen Feministinnen UND PC-Spinnern.)

          • @Leszek

            „Aufgrund der geringen Verbreitung wohl eher nicht.
            Jedenfalls ist eher präziser.“

            Er enhtält „political Correctness“ und eine Abwertung, hattest du PC nicht selbst mal als Kampfbegriff bezeichnet? Es steht hinter Social Justice Warrior eigentlich nicht viel zurück.

            „Ein Kampfbegriff, der auf inhaltlicher Ebene das Engagement für (soziale) Gerechtigkeit diskreditiert öffnet bereits implizit Tür und Tor für die Legitimierung von Ansichten, die sich um Gerechtigkeit nicht scheren.“

            Und das ist bei „Political Correctness“ keine Gefahr?

            „Ich habe nicht gesagt, dass radikale Feministinnen und PC-Spinner keine totalitären Tendenzen hätten, sondern dass sie in der Regel nichts mit “sozialer Gerechtigkeit” zu tun haben.“

            Nach ihrer Vorstellung ist es aber genau das, für das sie kämpfen

            „Man könnte vielleicht davon sprechen, dass sie auf fehlgeleitete, irrationale und fanatische Weise versuchen einer Vorstellung von Gerechtigkeit auf Ebene der Anerkennung zum Erfolg zu verhelfen, aber nicht auf der sozialpolitischen Ebene.“

            Auf welcher denn sonst? Natürlich wollen sie damit ihre Vorstellung von Sozialpolitik umsetzen?

            „Worum noch? (Allerdings sprach ich ja ohnehin von radikalen Feministinnen UND PC-Spinnern.)“

            Der übliche Mix aus Minderheiten

        • @ Christian

          „Er enhtält “political Correctness” und eine Abwertung,“

          War auch nicht als Vorschlag für einen neuen Kampfbegriff gemeint, nur eine persönliche Wertung.

          „hattest du PC nicht selbst mal als Kampfbegriff bezeichnet?“

          Nein, hatte ich nicht.
          Stattdesen spreche ich von verschiedenen Formen von Political Correctness (z.B. linke, liberale, konservative/rechte,. feministische und maskulisische Political Correctness).
          Ich verwende den Begriff sowohl für die jeweiligen Propagandalügen, manipulativen Diskrussstrategien, argumentfreien Selbstaufwertungs- und Gegnerdämonisierungsstrategien in den verschiedenen politischen Lagern als auch für die jeweiligen besonderen Formen, in denen dies aktuell auftritt.

          „Und das ist bei “Political Correctness” keine Gefahr?“

          In dem Begriff „Political Correctness“ kommt „Gerechtigkeit“ oder „soziale Gerechtigkeit“ nicht vor.

          „Auf welcher denn sonst? Natürlich wollen sie damit ihre Vorstellung von Sozialpolitik umsetzen?“

          Sie wollen damit wohl eher ihre Vorstellung einer gerechten „Anerkennungspolitik“ durchsetzen.
          Bei dem Konflikt mit den Gamern geht es doch offenbar um Forderungen um die Darstellungen und Repräsentationen bestimmter Gruppen gemäß bestimmter Anerkennungskriterien.
          Auf dieser Ebene – einer fehlgeleiteten Auffassung von Anerkennungspolitik, nicht von Sozialpolitik – sollte die Sache daher m.E. kritisch analysiert werden.

        • @ Neuer Peter

          „Hättest du ein Beispiel für liberale Political Correctness?“

          Ich habe mich mit der Analyse der liberalen Variante der Political Correctness bisher weniger beschäftigt als mit den anderen Varianten.

          Typisch für die rechtsliberale PC scheinen undifferenzierte Sozialismus-Vorwürfe zu sein (natürlich ohne die Verschiedenheit der Strömungen im Sozialismus zu berücksichtigen und völlig unabhängig davon, ob die kritisierte Person/Gruppe etwas mit Sozialismus zu tun hat).

          Im Allgemeinen scheint mir liberale PC ansonsten viel über (undifferenzierte und argumentfreie) Totalitarismus-Vorwürfe zu laufen. Bei mit Argumenten vorgetragenen, von der liberalen Perspektive abweichenden Meinungen zu einem Thema findet dann schnell eine Ettikettierung dieser Position als „totalitär“, „freiheitsfeindlich“ etc. statt, anstatt auf die Sachargumente einzugehen.

          Nicht, dass es nicht Positionen gibt, wo der Vorwurf des „Totalitären“ und „Freiheitsfeindlichen“ begründet und berechtigt ist, es geht bei liberaler PC um überdehnte und undifferenzierte Anwendungen (ähnlich wie wenn linke PC an sich sinnvolle Begriffe wie „Sexismus“, „Rassismus“ etc. maßlos überdehnt).

        • @ Leszek

          Ja, das lässt sich tatsächlich manchmal beobachten. Aber ist das wirklich ein Ausdruck von PC?

          Wie würdest du PC denn definieren? Es gehört ja nun mehr dazu als nur ein überzogener Vorwurf. Es muss auch der Wille vorhanden sein, den Diskurs zu kontrollieren, Sprachhygiene zu betreiben.

          Und dann ließe sich auch noch darüber streiten, ob auch die reale Möglichkeit der Diskurskontrolle dazu gehört.

        • @ Neuer Peter

          „Ja, das lässt sich tatsächlich manchmal beobachten. Aber ist das wirklich ein Ausdruck von PC?“

          Nach meinem Verständnis von PC ja.

          „Wie würdest du PC denn definieren?“

          Ich verwende PC wie gesagt als Begriff für die jeweiligen Propagandalügen, manipulativen Diskursstrategien, argumentfreien Selbstaufwertungs- und Gegnerdämonisierungsstrategien in den verschiedenen politischen Strömungen und Unterströmungen, mit denen diese ideologische Hegemonie anstreben sowie für die spezifischen Formen, die sich dabei herausbilden (einschließlich der Verwendung der entsprechenden Kampfbegriffe).

          Rationale Argumentationen auf Grundlage von Recherche, nachvollziehbaren Argumenten und Belegen ist natürlich kein PC – auch nicht, wenn das Stilmittel der Polemik genutzt wird.
          Von PC spreche ich nur, wenn Lüge und/oder Manipulation im Spiel ist.
          Auch das Anstreben kultureller Hegemonie ist an sich noch kein PC, erst wenn Lüge und Manipulation ins Spiel kommen, spreche ich von PC.
          Moralische Argumente sind auch kein PC, manipulative moralisierende Diskursstrategien sind hingegen Teil von PC.

          „Es gehört ja nun mehr dazu als nur ein überzogener Vorwurf. Es muss auch der Wille vorhanden sein, den Diskurs zu kontrollieren, Sprachhygiene zu betreiben.“

          Das ist ja auch bei den Beispielen liberaler PC, die ich nannte, gegeben. Auch dabei geht es darum, die eigenen Reihen zu schließen, potentiellen Abweichlern von vornherein klar zu machen, was gedacht werden darf und was nicht, um Selbstaufwertung, Gegnerdämonisierung und Mobilisierung der eigenen Basis durch ein entsprechendes Feindbild, dass der jeweiligen Wertepräferenz entspricht.

          Konservative PC zielt auf die Wertepräferenz von Konservativen für den Wert Sicherheit ab.
          Linke PC zielt auf die Wertepräferenz von Linken für den Wert Gerechtigkeit ab.
          Liberale PC zielt auf die Wertepräferenz von Liberalen für den Wert Freiheit ab.

        • Nachtrag:

          Maßlose Übertreibungen und unzulässige Verallgemeinerungen gehören neben Lüge und Manipulation natürlich auch noch zur Charakteristik von PC dazu.

        • „Ich verwende PC wie gesagt als Begriff für die jeweiligen Propagandalügen, manipulativen Diskursstrategien, argumentfreien Selbstaufwertungs- und Gegnerdämonisierungsstrategien in den verschiedenen politischen Strömungen und Unterströmungen, mit denen diese ideologische Hegemonie anstreben sowie für die spezifischen Formen, die sich dabei herausbilden (einschließlich der Verwendung der entsprechenden Kampfbegriffe). “

          Ich muss sagen, dass mir diese Definition zu weit ist. Deiner Lesart nach könnte man PC schlicht als Synonym für „manipulative Diskursstrategien“ verwenden.

          Ich habe PC allerdings immer als eine ganz besondere Art der Diskursmanipulation verstanden.

          PC zielt über die Moralisierung des Diskurses darauf ab, Gegenargumente zur eigenen Position moralisch abzuwerten und somit unsagbar zu machen.

          Die rechte Gutmenschen-Rhetorik zielt zwar auf die Verächtlichmachung des politischen Gegners, aber sie wäre meiner Ansicht nach nicht der PC zuzuordnen. Die diversen Sozialismus-Vorwürfe, wie man sie von der amerikanischen Rechten kennt, würde ich allerdings ganz klar hier einordnen. Ebenso natürlich die Sexismus- und Rassismus-Vorwürfe der radikalen Linken.

        • @ Neuer Peter

          „Ich muss sagen, dass mir diese Definition zu weit ist. Deiner Lesart nach könnte man PC schlicht als Synonym für “manipulative Diskursstrategien” verwenden.
          Ich habe PC allerdings immer als eine ganz besondere Art der Diskursmanipulation verstanden.
          PC zielt über die Moralisierung des Diskurses darauf ab, Gegenargumente zur eigenen Position moralisch abzuwerten und somit unsagbar zu machen.“

          Man könnte es sicherlich auch enger definieren und die Definition auf rein moralisierende Diskursstrategien beschränken. Allerdings hängt da oft noch einen Rattenschwanz von weiteren manipulativen Diskursstrategien und Propagandalügen mit dran, der schwer von den rein moralisierenden Diskursstrategien zu isolieren ist, daher arbeite ich im Moment lieber mit einer umfassenderen Definition.

          „Die rechte Gutmenschen-Rhetorik zielt zwar auf die Verächtlichmachung des politischen Gegners, aber sie wäre meiner Ansicht nach nicht der PC zuzuordnen.“

          Die rechte Gutmenschen-Rhetorik soll u.a. das Mem vermitteln: „So darfst du doch nicht denken, sonst bist du ein Gutmensch“.
          Es unterscheidet sich in der Struktur also nicht von z.B.: „Du darfst den Feminismus nicht kritisieren, sonst bist du ein Sexist.“

          Das Stigma des „Gutmenschen“ soll bestimmte Dinge undenkbar und unsagbar machen, soll ohne rationale Argumente delegitimieren und aus dem Diskurs ausschließen.
          Der moralisierende Aspekt ist übrigens auch vorhanden, der „Gutmensch“ ist ja in diesem Diskurs per Definition ein Vertreter entweder einer falschen und schädlichen Moral oder scheinheilig und ein Heuchler.
          Daher würde ich den konservativen/rechten Anti-Gutmensch-Diskurs selbst bei der von dir präferierten engeren PC-Definition der PC zuordnen.

        • Sehr spannende Diskussion!

          „Man könnte es sicherlich auch enger definieren und die Definition auf rein moralisierende Diskursstrategien beschränken. Allerdings hängt da oft noch einen Rattenschwanz von weiteren manipulativen Diskursstrategien und Propagandalügen mit dran, der schwer von den rein moralisierenden Diskursstrategien zu isolieren ist, daher arbeite ich im Moment lieber mit einer umfassenderen Definition. “

          Könntest du das konkretisieren, vielleicht anhand eines Beispiels? Natürlich lassen sich auf Basis einer erfolgreichen Moralisierung eines Diskurses auch weitere Diskursmanipulationen durchführen, die selbst nicht mehr unbedingt moralisierend sind. Aber das ist doch trivial. Oder meinst du eher, dass moralisierende Diskursmanipulationen nur dann zum Erfolg führen, wenn sie im Verbund mit anderen Taktiken auftreten?

          „Das Stigma des “Gutmenschen” soll bestimmte Dinge undenkbar und unsagbar machen, soll ohne rationale Argumente delegitimieren und aus dem Diskurs ausschließen.“

          Das habe ich so noch nicht wahrgenommen. Wer das Wort „Gutmensch“ im Munde führt, will sich eher über die vermeintliche Naivität seines Gegenübers lustig machen. Als besonders moralisierend empfinde ich den Gebrauch nicht.

        • @NP, Leszek

          Gehe mal davon aus, dass ihr ungestört in eurer projektiv zurechtgelegten Welt schwelgen möchtet.

          Es ist offenbar sehr schwierig für *nur* links denkende Menschen ihre imaginierte moralische Überlegenheit, die sich immer nur und letztendlich eigennützig an Geschaffenem abarbeitet und niemals selber schafft, ein zentrales Leben-und-Leben lassen zu entwickeln. Es ist ja immer mit dem Zwingen anderer verbunden, mit Gruppendenken anstelle von Achtung vor dem individuellen Menschen und Leben.

          Und es hat schon immer zur gesellschaftlichen wie menschlichen Tragödie geführt, da es im Kern immer dehumanisierend und eine Ausrede ist.

          Man kann hier herrlich psychologisieren woher dieser offenbar innere Impuls dazu wohl kommt.

        • @NP

          Ich auch.

          Und deshalb mag ich es auch nicht, wenn Menschen mit utopistisch selbstgefällig und rechthaberischem Groupthink unterwegs sind.

          Ich schätze individuelle Freiheit, die am Persönlichen des Gegenübers ihre Grenzen findet.

        • „Wer das Wort “Gutmensch” im Munde führt, will sich eher über die vermeintliche Naivität seines Gegenübers lustig machen.“

          Stimmt.
          „Gutmenschen“ haben einen extrem überhöhten moralischen Anspruch – höher, als jeder, dem sie begegnen.
          Moralisieren tut also nicht der, der den Begriff benutzt, sondern der „Gutmensch“, für den das Gegenüber NIE genug tut, um die Sorgen der Welt zu verringern.
          Damit stellt er sich moralisch über die Menschen seiner Umgebung.

          Der entscheidende Unterschied zwischen einem „Gutmenschen“ und einer Radikalfeministin ist, dass man diese ob ihrer Bösartigkeit nie als solchen bezeichnen würde.
          Ein Gutmensch sagt: „Du tust zu wenig, um gut zu sein“, während eine Feministin sagt: „Egal, was du tust, du bist qua Geburt schlecht“.
          Über den Ersteren kann man sich lustig machen, über die Zweite nicht.

        • „Und deshalb mag ich es auch nicht, wenn Menschen mit utopistisch selbstgefällig und rechthaberischem Groupthink unterwegs sind.

          Ich schätze individuelle Freiheit, die am Persönlichen des Gegenübers ihre Grenzen findet.“

          Da sind wir einer Meinung.

          Nur: Was hat das damit zu tun, dass Leszek und ich hier manipulative Diskurstaktiken besprechen?

          Irgendetwas muss deine Reaktion ja ausgelöst haben. Und – so leid es mir tut – da fällt mir eigentlich nur ein, dass wir hier ausnahmsweise einmal nicht undifferenziert auf alles Linke eingedroschen haben, wie es hier in letzter Zeit leider üblich geworden ist.

        • @Dummerjan

          Eine Diktatur ja, aber nicht der weniger Privilegierten.

          PC istvein 1. Welt Problem bei dem falscher Opferstatus und Schuld(gefühl) falsch moralisierend zur Statuserhöhung, Kontrolle/Einfluss etc. Erzeugt wird.

          Gutgläubigkeit wird abgezockt. Moralunternehmertum, Crony-Capitalism, übrrbordender Lobbyismus, Clientelpolitik.

          Spießbürgertum, dass sich mit links-liberalem Mantel samariterhaft maskiert, um sich nach unten abzugrenzen und nach oben identitäts- und gesinnungsbezogen den Zugang zu Status und Ressourcen frei zu halten.

          Jede Kritik an diesem scheinheiligem Treiben muss unterbunden werden und wird als „Hate“ gebrandmarkt. Feminismus ist die Mätresse.

        • @NP

          Eine echte Linke, die für die Arbeiter eintritt, gibt es gar nicht mehr.

          Anstelle ist dort nur noch PC, ideologische Sündenbockhetzerei, korruptes Funkrionärstum, Identiätspolitik etc.

          Daher mein Impuls gegen diese dies verstärkende Theoretisiererei. Und historisch ist das der sog. Linke Leviathan der innewohnende Denkfehler, der uns im Endstadium z.B. und u.a. schon so etwas wie Stalinismus, Nationalsozialismus etc. Gebracht hat. Letztes deutsche Beispiel DDR.

        • Entschuldige bitte, aber du sprengst hier eine sachliche Diskussion zum Thema moralisierende Diskursmanipulation, um einen antilinken Rant abzuladen, der vollkommen am Thema vorbei geht.

          Und warum? Weil dir die „Theoretisiererei“ auf den Keks geht, die du anscheinend mit linkem Gedankengut gleichsetzt.

          Ehrlich gesagt hast du gerade geschafft, woran Leszek gescheitert ist: Du hast mich davon überzeugt, dass die Gutmenschenrhetorik mitunter tatsächlich zur moralisierenden Diskurszerstörung genutzt werden kann.

        • @ Neuer Peter

          Sorry für die verspätete Antwort, war die letzten Tage unterwegs.

          „Das habe ich so noch nicht wahrgenommen. Wer das Wort “Gutmensch” im Munde führt, will sich eher über die vermeintliche Naivität seines Gegenübers lustig machen.“

          Weit mehr als das. Es geht auch darum die gegnerischen Positionen ohne Argumente zu diskreditieren und ein irrationales Über-Ich zu schaffen und zu verbreiten: „So darfst du nicht denken, sonst bist du ein Gutmensch.“

          „Als besonders moralisierend empfinde ich den Gebrauch nicht.“

          Es gibt zwei Varianten des Gebrauchs, beide haben eine moralisierende Komponente, denn in beiden Fällen ist der „Gutmensch“ moralisch minderwertig.

          In der ersten Variante ist der „Gutmensch“ naiv und unrealistisch, wodurch automatisch der konservative/rechte Diskursteilnehmer moralisch aufgewertet wird, weil er der „schädlichen moralischen Naivität“ die „einzig wahre, realistische Sichtweise“ entgegensetzen kann.

          In der zweiten Variante wird der „Gutmensch“ als Heuchler, scheinheilig, wenn nicht sogar als verschlagen und böse betrachtet.
          Auch in diesem Fall ist der Konservative/Rechte dann moralisch überlegen.
          So oder so – die Moral des „Gutmenschen“ ist gegenüber der des Konservativen/Rechten stets minderwertig.

          Es gibt im Zusammenhang mit dem konservativen/rechten Anti-Gutmensch-Diskurs aber auch noch eine komplementäre Funktion des Kampfbegriffs „Gutmensch“. Da hier der „gute Mensch“ zum Feindbild erklärt wird, wird nämlich der Ausdruck eigener antisozialer Tendenzen und Einstellungen begünstigt.
          Der Anti-Gutmensch-Diskurs spricht in psychodynamischer Hinsicht tendenziell das Schlechte in den Menschen an und neigt dazu es hervorzubringen – denn das Feindbild ist jetzt der “gute Mensch”. Menschenfeindliche Äußerungen werden legitim, “es ist doch nur der Gutmensch, der mir vorschreiben will, solche Äußerungen zu unterlassen. Werde ich für meine asozialen und menschenfeindlichen Äußerungen und Einstellungen kritisiert, dann bekommt der Kritiker die “Gutmensch”-Keule zu spüren. Und ohnehin, wenn ich es mit meinen Äußerungen übertreibe, dann war es ja in Wahrheit gar nicht ernst gemeint, ich wollte ja nur die “Gutmenschen” provozieren.” Diese Funkion des Anti-Gutmensch-Diskurses scheint mir bei einigen Anwendern des Begriffs ziemlich auffällig zu sein.

          „Könntest du das konkretisieren, vielleicht anhand eines Beispiels? Natürlich lassen sich auf Basis einer erfolgreichen Moralisierung eines Diskurses auch weitere Diskursmanipulationen durchführen, die selbst nicht mehr unbedingt moralisierend sind. Aber das ist doch trivial. Oder meinst du eher, dass moralisierende Diskursmanipulationen nur dann zum Erfolg führen, wenn sie im Verbund mit anderen Taktiken auftreten?“

          Die moralisierenden Diskursstrategien sind oft in bestimmte, sie stützende ideologische Diskurse eingebettet und ergeben erst innerhalb dieser ihren Sinn.

          Lässt sich der Vorwurf des „Kulturmarxismus“ – also eine Variante konservativer/rechter PC – verstehen, ohne das irrationale Lügengebäude, dass damit gekoppelt ist? Sicherlich nicht.

          Petpanther verweist weiter oben gerade auf eine weitere Diskursstrategie, die ich als eine verbreitete Variante rechter PC betrachte, der „Der Nationalsozialismus war links“-Diskurs, wenn er schreibt:

          „Linke Leviathan der innewohnende Denkfehler, der uns im Endstadium z.B. und u.a. schon so etwas wie Stalinismus, Nationalsozialismus etc. Gebracht hat.“

          Beim „Der Nationalsozialismus war links“-Diskurs geht es natürlich darum, zu versuchen die Assoziation von Nationalsozialismus mit der politischen Rechten zu entkoppeln und ihn stattdessen assoziativ an die politische Linke anzubinden.

          Diese Diskursstrategie versucht sich zunutze zu machen, dass die Nationalsozialisten z.T. linke oder pseudo-linke Symbolik, Begriffe und Parolen verwendeten, um dadurch auch bei der Arbeiterklasse Anklang zu finden und mit den tatsächlich sozialistischen Strömungen leichter in Konkurrenz treten zu können.

          In wissenschaftlicher Perspektive wird aus den Nazis, die einer Ideologie des Rassenkampfes anhingen (nicht des Klassenkampfes), die extrem nationalistisch waren (nicht internationalistisch wie tatsächliche Sozialisten), die die reale Klassenteilung und den Klassenkampf durch das Konzept der „Volksgemeinschaft“ ideologisch zu verschleiern versuchten und die strukturell-soziologische Kapitalismuskritik durch den Juden als Sündenbock ersetzten, natürlich niemals eine linke oder sozialistische Partei, nur weil sie aus strategischen Gründen auch linke oder pseudo-linke Symbole und Begriffe verwendeten.

          Wissenschaftlich betrachtet handelt es sich beim konservativen/rechten „Der Nationalsozialismus war links“ – Diskurs um eine Lüge.
          Der argumentfreie, moralisierende Vorwurf, der damit implizit einhergeht („Ob Stalinismus oder Nationalsozialismus – alles links, links ist böse“) – ist wiederum in ein bestimmtes Lügengebäude eingebunden und ergibt ohne dieses keinen Sinn.

          Oder nehmen wir (gender)-feministische Political Correctness.
          Sexismus-Vorwürfe sind hier von vornherein eingebettet in bestimmte irrationale Definitionen, die nur in eine Richtung funktionieren, so dass es nach dieser Definition gegen Jungen und Männer gerichteten Sexismus nicht geben kann.
          (Um diese einseitige und beschränkte Definition aufrechtzuerhalten ist ein großes Spektrum an Fehlinformationen, Ausblendungen, unzulässigen Verallgemeinerungen, undifferenzierten Behauptungen, Appex-Fallacys etc. nötig.)
          Die gender-feministischen moralisierenden Diskursstrategien sind nicht zu trennen von diesem ideologischen Kontext, der genau auf sie zugeschnitten ist.

          Während auch ich der Ansicht bin, dass bei PC stets eine normative Dimension im Zentrum steht, würde ich diese doch etwas umfassender verstehen als lediglich moralisierende Diskursstrategien, (wiewohl diese eine wichtige Variante darstellen.)
          Im Zentrum jeder PC-Strategie – egal welche politische Richtung sie nutzt – steht meinem Verständnis zufolge der Versuch irrationale Über-Ich-Funktionen zu verbreiten, also ein argumentfreies „Du sollst“ in den Köpfen der Menschen zu verankern und hegemonial werden zu lassen.

          Dass sich dies nicht auf moralisierende Diskursstrategien beschränkt, zeigt einer der beliebten Kampfbegriffe innerhalb der maskulistischen Variante der Political Correctness, nämlich der „lila Pudel“-Vorwurf. Er stellt keine unmittelbar moralisierende Diskursstrategie dar – zwar ist der „lila Pudel“ natürlich moralisch minderwertig, aber primär wird hier auf männliche Instinktdispositionen abgezielt.
          Ansonsten erfüllt er aber in vielerlei Hinsicht ähnliche Funktionen, wie z.B. undifferenzierte und argumentfreie feministische Vorwürfe wie „Sexist“, „neo-patriarchalischer Antifeminist etc“.
          Auch hier wird versucht eine irrationale Über-Ich-Funktion zu schaffen und zu verbreiten, Menschen argumentfrei ein „Du sollst“ in den Kopf zu setzen, festzulegen, was gedacht und gesagt werden darf.
          Aufgrund der funktionalen Ähnlichkeit und gleichen Strukturlogik zu moralisierenden Diskursstrategien sehe ich es nicht als sinnvoll an, hierfür eine eigene Kategorie zu schaffen, sondern subsumiere es ebenfalls unter PC – in diesem Fall maskulistische oder antifeministische PC.
          Lila Pudel, weißer Ritter, Mangina, feministischer Maskulist – das sind Kampfbegriffe der maskulistischen oder antifeministischen Version von PC – genauso argumentfrei, manipulativ und autoritär wie feministische PC und mit den gleichen Funktionen.

        • @Leszek:

          Du schreibst, „Es gibt zwei Varianten des Gebrauchs, beide haben eine moralisierende Komponente, denn in beiden Fällen ist der “Gutmensch” moralisch minderwertig.“

          Das basiere darauf, dass der als „Gutmensch“ bezeichnete wahlweise „naiv und unrealistisch“ oder „Heuchler, scheinheilig, wenn nicht sogar als verschlagen und böse“ ist.

          Ich kenne deine Moralvorstellungen nicht, aber findest du naive, unrealistische, scheinheilige, verschlagene und böse Heuchler nicht moralisch minderwertig?

          Damit will ich nicht sagen, dass der Vorwurf „Gutmensch“ automatisch und immer richtig ist, aber er bezeichnet mE in idR genau das, was Du beschreibst.

          Wenn er zutreffend wäre, also wenn das Gegenüber eine oder alle der fünf Eigenschaften aufweist – was ja leicht überprüfbar ist – ist der Begriff dann nicht völlig zurecht moralisch abwertend?

          Natürlich sollte der Wahrheitsgehalt hinterfragt werden, aber ich finde es falsch und verlogen, es einfach als „Kampfbegriff“ abgetan werden. Typisches Gutmenschenverhalten, btw., andere als Sexist, Rassist, oder Rechte zu bezeichnen und sich dann empören, wenn die auch moralisierende Begriffe verwenden. Dumm halt, wenn die damit auch noch Recht haben.

          Natürlich gibt es da „gute“ und „schlechte“ Verwendungszusammenhänge; lauter wäre zB:

          „Die Gutmenschen treiben schon wieder ihre lange widerlegte 1 in 4-Rape-Lüge durch die Zeitungen“ ist lauter.

          „Die Gutmenschen haben sich schon wieder eine neue Lüge ausgedacht“ ist unlauter – die Lüge muss natürlich belegt werden. Aber nicht jedes Mal.

          Es ist nicht Hauptzweck des von Dir als „rechts“ eingestuften Gutmenschenbegriffs, zu moralisieren. Es vereint (a) eine Gegenwehr gegen rein moralische Argumentation und eine faktenbasierte Kritik wie „Lüge“.

          Ist natürlich schwierig für mehr oder weniger radikale Linke, da die außer Sozialutopien (oder -dystopien) nichts zu bieten haben außer postulierter moralischer Überlegenheit, und natürlich müssen die sich dann wehren, wenn man ihnen auch noch die wegnehmen will, aber das ist eben vom Verwendungszusammenhang abhängig, und der ist – wie oben gezeigt – in den meisten Fällen lauter.

        • @ Leszek

          Deine Ausführungen zu feministischer und antifeministischer PC finde ich sehr einleuchtend. Gerade der abwertende „Mangina“-Kampfbegriff soll exakt für die Effekte sorgen, die du beschrieben hast.

          Bei der Gutmenschen-Rhetorik bin ich mir nach wie vor nicht sicher. Sicherlich wird sie *auch* so verwendet, wie du sie beschrieben hast, beispielsweise auf Seiten wie PI-News oder der Achse des Guten. Allerdings gibt es daneben noch eine zweite Verwendungsart, die durch l4e ganz gut beschrieben wurde.

          Man sucht schlicht einen despiktierlichen Ausdruck, um damit Menschen zu belegen, die einen Diskurs auf unzulässige und unlautere Art und Weise moralisieren um ihre Gegner im Anschluss diffamieren zu können. Wobei ich bei den meisten Schnappatmern noch nicht einmal böse Absicht vermute. Ich denke, die meisten von ihnen sind schlicht dumm.

    • „Ich finde Gleichberechtigung gut, den Kampf dafür auch, bin ich jetzt ein “Feminist”? Dann bin ich es gerne und werde mich in Zukunft gerne so nennen.“

      Leszek ist Feminist, weil er an unbeugsame Begriffe glaubt, die den Römern erfolgreich Widerstand leisten.
      Witzig 🙂

      • @leszek
        EIn idealtypisches Prinzip von etwas sollte aber konsistent mit den behauptete Mitteln sein.

        „Jedem nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen“ ist aber nicht konsistent mit „sozialer Gerechtigkeit“, da es ja eben entsprechend der Kriterien Ungleichverteilung als Maßstab setzt (Bedürfnisse, Fähigkeiten).

      • @ ddbz

        „Gutmensch ist kein rechter Kampfbegriff, auch wenn @Leszek dies gerne so hätte.“

        Doch, selbstverständlich ist er das.
        Er wird nämlich überwiegend von Personen aus dem konservativen/rechten Spektrum als Kampfbegriff verwendet.

        • @ Leszek

          Gutmensch mag AUCH ein rechter Kampfbegriff sein, aber er ist es nich immer. Ich habe Dir einen Beleg gebracht und ich verwende Gutmensch auch nicht als rechten Kampfbegriff, zumal ich kein Rechter bin.

          „Gutmensch“, mit den kindischen Gänsefüsschen, ist ein linker Kampfbegriff, was nochmal zeigt, daß Du Politik betreibst, keine Wissenschaft. 🙂

        • „Gutmensch“ kam mir erstmalig in den 80er Jahren zu Ohren, wo Konservative (Rechte spielten politisch damals keine Rolle) genervt auf die ständigen Attacken der Grünen, Energie zu sparen, den Müll zu trennen, die Einkäufe nur in Jute-Taschen zu transportieren, Kaffee aus fairem Anbau zu trinken (wir hatten lieber gespendet, weil der Kaffee ungenießbar war), und, und und …
          reagierten.

          Wenn man schon Konservative als „Rechte“ bezeichnen möchte, mag der Vorwurf stimmen, aber ich z.B. als grüner Fundi finde den Begriff prägnant und verwende ihn auch, wenn 120%ige Ökos ihn zum Schulmeistern benutzen.
          Vor 20 Jahren war man als Vegetarier ein „Gutmensch“, heute ist man dort schon fast als Reaktionär verortet. Man muss schon Veganer sein und mit einem Reisigbüschel den Weg vor den Plastiklatschen von Insekten freifegen, will man „echte“ PC beweisen.
          In der Soziologie sind streng genommen alle Begriffe unpräzise, aber wenn sie prägnant sind, finde ich sie statthaft.
          Wie will man sonst seine Ideen transportieren.
          Man muss ja nicht gleich derart simplifizieren, wie BILD

        • gutmensch ist eine treffende beschreibung für einen wohlmeinenden menschen, der, so wie du @lezsek, soziale gerechtigkeit durch gleichheit erreichen will, getreu der marxistischen maxime: jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen, dabei die menschliche natur verkennt und genau das gegenteil bewirkt.

          doing gender, doing ageing und auch deine anarchischen utopien funktionieren halt nicht, weil sie die menschliche natur verkennen. im gegensatz dazu funktioniert PUA, weil es der menschlichen natur entspricht.

        • ich muss mich korrigieren, @lezsek. gutmenschen können durch gleichstellungsmaßnahmen für mehr gleichheit sorgen, aber der preis den sie dafür bezahlen ist, dass es allen schlechter geht. damit ist niemandem gedient.

          dann dieser quatsch mit den IQ, von singer:

          *eine gleiche Verteilung deshalb nicht, weil diejenigen, welche die mit hohem IQ verbundenen Fähigkeiten erben, auch weiterhin mehr verdienen werden als die anderen; und eine gerechte Verteilung deshalb nicht, weil die Verteilung nach den ererbten Fähigkeiten auf einer willkürlichen Form von Selektion beruht, die nichts mit dem zu tun hat, was Menschen zusteht oder was sie brauchen.*

          ersetze doch mal IQ mit ererbter faulheit oder fleiß, @lezsek. was soll daran willkürlich sein? was steht dir ohne jedwede gegenleistung zu? menschenwürde, gleiches recht, gleicher wohlstand, gleiche sexuelle erfüllung, gleiches essen? was soll daran gerecht sein. es ist halt nur gleich. blöde von gutmenschen propagierte kulturmarxistische gleichmacherei, @lezsek, die dazu führt, dass es allen schlechter geht.

        • es ist nicht nur wider der menschlichen natur, sondern auch wider den eigenen interessen. stell dir mal vor, @lezsek, du wärst in deinem libertär-kollektivistischen modell ein höher bezahlter programmierer; zusammen mit 20 anderen. du wärst wegen deiner ererbten intelligenz der beste und würdest die gleiche arbeit in 50% der zeit erledigen, die die anderen brauchen. was machst du mit den verbleibenden 4 stunden? gehst du deinem vergnügen nach, verdienst du was dazu, leistest du doppelt soviel wie anderen, pflegst du soziale kontakte, ruhst du dich aus?

          der intelligentere ist immer im vorteil, der faule ist immer im nachteil. deine gleichheitsutopien können selbst kulturmarxistische social justice warrior nicht per pc-sprech oder dekret verwirklichen, denn es ist unmöglich, weil falsch.

        • „der intelligentere ist immer im vorteil, der faule ist immer im nachteil. “

          Nee, der Faule ist immer im Vorteil, weil er bezogen auf seinen Einsatz mehr erhält, als der Fleißige.
          Genau das ist der Grund, weshalb alle sozialistischen Systeme nicht funktioniert haben.
          Es liegt in der Natur des Menschen, möglichst ein Maximum an Erfolg für ein Minimum an Einsatz zu generieren. Das war in der Zeit, als dieses Programm im Gehirn der Menschen verankert wurde, durchaus sinnvoll, weil es sich faktisch nur auf die Futterbeschaffung beschränkte. Da damals keiner wusste, wann es das nächste Mal was zu kauen gab, war man also gezwungen, mit den eigenen Ressourcen hauszuhalten.

          Sozialistische Philosophen verweisen gern auf Naturvölker, wo das sozialistische Prinzip nahezu ideal verwirklicht erscheint.
          Dabei verkennen sie, dass die betrachteten Völker in aller Regel aus Stämmen mit überschaubarer Zahl von Individuen bestehen – selten mehr als 50 Personen -, bei denen ein hoher Grad von Verwandtschaft besteht.
          Hier macht es durchaus Sinn, im Einzelfall mehr als das Minimum an Arbeitsaufwand zu investieren, weil Kooperation das Überleben des ganzen Clans verbessert, sowie in der Summe den Arbeitsaufwand des Einzelnen wiederum verringert.

          In unseren künstlichen Staatsgebilden von mehreren Mio. Menschen besteht nicht nur keine nachvollziehbare Verwandschaftsbeziehung, sie ist auch optisch und mental unüberschaubar. Es ist also einem Schwaben nicht klarzumachen, weshalb er mehr arbeiten soll, damit es einem Holsteiner besser geht.

          Merkwürdig nur, dass die sozialistischen Utopien unverdrossen weiter geglaubt und propagiert werden.

        • @ Albert

          „soziale gerechtigkeit durch gleichheit erreichen will, getreu der marxistischen maxime: jeder nach seinen fähigkeiten, jedem nach seinen bedürfnissen,“

          Ein kleiner Tipp:
          Da du ja kürzlich erwähntest, du würdest meine Kommentare nur anlesen, würde ich dir empfehlen zumindest wenn du selbst einen Kommentar zu einem Beitrag von mir schreiben möchtest, meinen Beitrag vorher vollständig und konzentriert gelesen zu haben.
          Dann könntest du es vielleicht sogar vermeiden irgendwelche Kritiken zu formulieren, auf die ich in dem Kommentar selbst bereits eingegangen bin. Ich habe weiter oben nämlich geschrieben, warum ich das Prinzip „jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ für nicht ausreichend halte.

          „dann dieser quatsch mit den IQ, von singer:“

          Um zu erkennen, dass der „Quatsch mit dem IQ“ eine in Singers ethischer Perspektive kohärente und schlüssige Argumentation darstellt, sollte man schon auch seine ethische Theorie berücksichtigen, die auf dem Prinzip der gleichen Interessenabwägung beruht. Nach diesem Prinzip ist eine Gesellschaft dann gerecht, wenn sie – so weit wie möglich – so eingerichtet ist, dass die Interessen jedes Menschen gleichermaßen berücksichtigt werden.
          In Singers Gleichheitsbegriff geht es nicht um gleiche Behandlung, sondern um gleiche Berücksichtigung der Interessen von Menschen.

          „ersetze doch mal IQ mit ererbter faulheit oder fleiß, @lezsek. was soll daran willkürlich sein?“

          Es war nicht die Absicht des zitierten Absatzes Detailprobleme zu erörtern, sondern ein idealtypisches Prinzip zu formulieren, dass als Grundorientierung dient.
          Das schließt nicht aus, Personen, die von ihrer gesundheitlichen Verfassung her arbeiten könnten, es aber nicht tun wollen und die ohne Gegenleistung auf Kosten anderer leben wollen, zu sanktionieren.
          Ein idealtypisches Prinzip muss weder allen möglichen Einzelfallproblemen gerecht werden, noch in Gänze umsetzbar sein, es dient lediglich als allgemeine Orientierung zu einer bestmöglichen Annäherung ähnlich wie ja auch z.B. das christliche Prinzip der Nächstenliebe in einer realistischen theologischen Sicht nicht tasächlich umgesetzt werden kann, sondern als normativer Bezugspunkt dient, bezüglich dessen eine Annäherung als wünschenswert angesehen wird.

          „was steht dir ohne jedwede gegenleistung zu?“

          Das hängt u.a. davon ab, ob und inwieweit ein Mensch dazu in der Lage ist, eine Gegenleistung zu erbringen. M.E. steht Kindern, Menschen mit Behinderung, Alten und Kranken auch dann eine Berücksichtigung ihrer Bedürfnisse und Interessen zu, wenn sie keine Gegenleistung erbringen können.

          „menschenwürde, gleiches recht,“

          Auf jeden Fall.

          „gleicher wohlstand, gleiche sexuelle erfüllung, gleiches essen?“

          Das Prinzip „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ zielt nicht darauf ab, dass alle das gleiche bekommen sollen, sondern dass die Gesellschaft – so weit wie möglich – so eingerichtet sein sollte, dass die VERSCHIEDENEN Bedürfnisse jedes einzelnen in gleicher Weise berücksichtigt werden.

          Auf gleiche sexuelle Erfüllung kann es außerdem keinen Anspruch geben, da über den eigenen Körper jedes Individuum selbst zu bestimmen hat, es somit nur gleiche sexuelle Freiheit für alle als gerechte Forderung geben kann.

          „was soll daran gerecht sein.“

          Aus der Gleichwertigkeit aller Menschen ergibt sich das Prinzip der gleichen Berücksichtigung von Interessen aller Menschen, daraus ergibt sich als Forderung an die Gerechtigkeit die Gesellschaft – so weit wie möglich – so einzurichten, dass die Interessen jedes Menschen gleichermaßen berücksichtigt werden, daraus ergibt sich Kommunismus („Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“) als idealtypisches Prinzip der Gerechtigkeit für den ökonomischen Bereich.

          Warum ich trotzdem nicht den reinen libertären Kommunismus vertrete, sondern den libertären Kollektivismus, wurde von mir oben kurz erklärt.

          „es ist halt nur gleich.“

          Nein, da Interesse und Bedürfnisse menschlicher Individuen in vielerlei Hinsicht unterschiedlich ausfallen können, führt gleiche Berücksichtigung von Interessen oder gleiche Berücksichtigung von Bedürfnissen eben nicht zur Gleichheit im Sinne von Gleichmacherei, sondern ermöglicht den Ausdruck von menschlicher Verschiedenheit.

          Der australische Philosoph Peter Singer ist übrigens u.a. der Autor des Buches „A Darwinian Left“, eine der ersten Einbeziehungen von Forschungsergebnissen und Theorien der Evolutionären Psychologie in die linke Theoriebildung. Der bekannte evolutionäre Psychologe Steven Pinker schrieb zu diesem Buch von Peter Singer: „This book is deep, original, and beautifully researched and argued.“

          „blöde von gutmenschen propagierte kulturmarxistische gleichmacherei, @lezsek,“

          „Gutmensch“ ist ein irrationaler konservativer/rechter Kampfbegriff, der dazu tendiert das Schlechte in den Menschen anzusprechen und hervorzubringen und „Kulturmarxismus“ gibt es nicht, ist vielmehr ebenfalls ein irrationaler konservativer/rechter Kampfbegriff, verbunden mit einer antilinken, homophoben und antisemitischen Verschwörungstheorie und Sündenbockideologie.

        • wenn ich dich richtig verstehe, @lezsek, bedeutet gleichheit

          *gleiche Berücksichtigung der Interessen von Menschen.*

          was mich zugegebenermaßen verwirrt. klingt für mich wie ein wunschkonzert, jeder artikuliert, seine unter umständen widersprüchlichen interessen und wird gleichermaßen berücksichtigt und stellte ich mir erst unglaublich kompliziert vor, aber dafür haben wir ja den IQ. die durch ererbten IQ verursachten nachteile werden ausgeglichen, aber nicht die durch ererbte faulheit, weil

          *sondern ein idealtypisches Prinzip zu formulieren, dass als Grundorientierung dient.*

          das stelle ich mir nun noch komplizierter vor, jetzt muss man mühsam charakterliche und körperliche merkmale dahingehend bewerten, ob sie ausgeglichen werden sollen oder nicht. dann müsste man bei jedem menschen ergründen, eine art benachteiligungs profil erstellen, woraus sich dann die individuelle kompensation ergibt.

          da frage ich mich halt, ob es eigentlich sinnvoll ist sich an prinzipien zu orientieren, die nicht mal ansatzweise, irgendwo und irgendwann umgesetzt werden können? was ist ein guter interessenausgleich? gibt es bessere?

          dass erstaunliche ist nun, dass für die social justice warrior gleichmacherei immer und überall den komplexen interessenausgleich am besten bewerkstelligt.

          ich weiß, @lezsek, das libertäre-kollektivisten für die gerechte entlohnung schwerer arbeit deutlich komplexere strategien, als die gleichmacherei entwickelt haben: sie zahlen etwas höhere löhne.

          ich hätte den marxismus nicht so eloquent und stringent aus völlig irrealen utopien, sogenannte phantasien ableiten können, @lezsek

          *Aus der Gleichwertigkeit aller Menschen ergibt sich das Prinzip der gleichen Berücksichtigung von Interessen aller Menschen, daraus ergibt sich als Forderung an die Gerechtigkeit die Gesellschaft – so weit wie möglich – so einzurichten, dass die Interessen jedes Menschen gleichermaßen berücksichtigt werden, daraus ergibt sich Kommunismus (“Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen”) als idealtypisches Prinzip der Gerechtigkeit für den ökonomischen Bereich.*

          aber in der sache stimmen wir überein: marxismus basiert auf einer phantasie.

          du behauptest nur die interessen und bedürfnisse aller menschen gleich zu berücksichtigen, indem du alles gleich machst. es kann nicht stimmen, denn man kann nicht mal mutmaßen wie eine lösung aussieht, die die interessen einiger menschen in guter weise berücksichtigt. die gleichmachrei ist dein snake-oil.

          gutmenschen meinen es gut und machen es schlecht.

          social justice warrior fordern auch in bester absicht gleichheit.

        • Albert

          „aber in der sache stimmen wir überein: marxismus basiert auf einer phantasie.“

          Bist du betrunken? Leszek hat doch schon häufig genug zu Protokoll gegeben, dass er kein Marxist ist.

          Was hat euer Dialog mit Marx zu tun? (Das ist eine rhetorische Frage, brauchst du nicht zu beantworten. Ich weiß ja, das du keinen Schimmer hast, was bei Marx zwischen zwei Buchdeckeln so geschrieben steht).

      • @ DDBZ

        *Gutmensch ist kein rechter Kampfbegriff, auch wenn @Leszek dies gerne so hätte.*

        Es ist mir völlig wurscht, ob Leszek das als linken, rechten oder sonstigen Kampfbegriff wertet.

        Es gibt Linke und es gibt Rechte. Es gibt linke und rechte Kampfbegriffe, weil Linke und Rechte in einer Demokratie um die Macht kämpfen.

        DAS MUSS SOGAR SO SEIN, damit Demokratie lebensfähig bleibt und eine Monokultur verhindert wird.

        Nur wenn eine Seite ihre Kampfbegriffe zur „Wissenschaft“ adelt, die eigene Parteilichkeit zur alleinseligmachenden, allein legitimen, allein GUTEN Position erklärt, wird es lästig und erbärmlich.

        Das kann man im Rahmen einer Religion (die dann schmalspurigen Sektencharakter annimmt) vielleicht noch halbwegs gefahrlos tun (vorausgesetzt, diese akzeptiert, dass ihr Reich nicht von dieser Welt ist), als politische Ideologie wird eine solche moralinsaure Überhöhung der eigenen Position brandgefährlich, auch in anarchosyndikalistischer Ausführung.

        Um Himmels willen niemals mit Macht ausstatten, solche gutmenschlichen Phrasendrescher und Weltenretter, die sich sicher sind, „wissenschaftlich“ abgesichert, auf der „richtigen“ Seite der Geschichte zu stehen, die sofort erkennen, wer gut, wer böse ist, allein schon am korrekten Sprachgebrauch!

        Sie sind am Ende die besten Ketzerbrenner und Hexenverfolger.

        • „Das kann man im Rahmen einer Religion (die dann schmalspurigen Sektencharakter annimmt) vielleicht noch halbwegs gefahrlos tun (vorausgesetzt, diese akzeptiert, dass ihr Reich nicht von dieser Welt ist)“

          Tötet sie alle – gefahrlos für die unsterblichen Seelen, denn der HErr wird die Seinen erkennen. 😀

        • @ Ich ³

          *Tötet sie alle – gefahrlos für die unsterblichen Seelen, denn der HErr wird die Seinen erkennen.*

          Sicher, dass der, dem man das zuschreibt, es auch tatsächlich gesagt hat?

          Sicher, dass überhaupt in dem Ausmaß passierte, was passiert zu sein behauptet wird?

          Dann weißt Du mehr als ich.

          *Bilan et conséquences[modifier

          La prise-éclair et le massacre de Béziers fait l’effet d’un coup de tonnerre, et la nouvelle se répand dans toute l’Europe. C’est une grande surprise pour tous car la ville était puissamment fortifiée et rien ne laissait penser qu’elle ne tiendrait pas longtemps.[réf. nécessaire]

          Les chroniqueurs estiment le nombre de morts entre 15 000 et 22 0005. Le chroniqueur Pierre des Vaux de Cernay parle de 7 000 personnes massacrées dans la seule église Sainte-Madeleine. Ces chiffres sont manifestement exagérés, la population de Béziers à l’époque n’excédant pas 14 500 habitants6[réf. incomplète],1. Certains estiment le nombre de morts à la moitié de la population7[réf. incomplète], Jacques Berlioz à quelques centaines. Le massacre de la ville de Béziers est entré dans la mémoire locale sous le nom de grand masèl (grande boucherie en occitan).

          L’autre conséquence de la prise de la ville est que le vicomte Raimond-Roger Trencavel est paralysé dans son combat. Secourir Béziers n’a plus de sens, et il ne lui reste plus qu’à se retrancher dans Carcassonne pour attendre la fin de la quarantaine, mais le manque d’eau l’oblige à capituler le 15 août 1209. Ses vicomtés sont alors remises par élection à Simon de Montfort qui tenta de refuser cette charge. Trencavel mourra en prison, probablement assassiné, dès décembre 1209.
          Tuez-les tous, Dieu reconnaîtra les siens[modifier | modifier le code]

          Lors de la prise de Béziers par la première Croisade des Albigeois, en 1209, le chef de la Croisade, Arnaud Amaury (ou Arnaud Amalric), légat pontifical et abbé de Cîteaux, aurait déclaré, selon le chroniqueur cistercien Césaire de Heisterbach : « Massacrez-les, car le seigneur connaît les siens », parole que la tradition historiographique a transmise sous la forme de « Tuez-les tous, Dieu reconnaîtra les siens »8. Cette citation est largement soumise à caution : seul Césaire, un moine allemand de l’abbaye cistercienne de Heisterbach, l’affirme dans son recueil Dialogues des miracles écrit entre 1219 et 1223, alors que les sources locales et contemporaines n’en soufflent mot. Les historiens catholiques concluent généralement à l’inauthenticité de la phrase. Par exemple Ph. Tamizey de Larroque, en 1866, dans un article qui reproduit les diverses sources9. Jacques Berlioz, dans son ouvrage consacré à cette citation, l’estime vraisemblable. Il conclut en plus qu’elle correspond tout à fait à la mentalité de l’époque.

          Le déroulement du siège montre qu’Arnaud Amaury n’est mis au courant de la prise de la ville qu’après le début du massacre. Il ne peut donc pas donner les directives qui lui sont attribuées. Il faut cependant reconnaître que lorsqu’il exige au début du siège que tous les catholiques sortent de la ville pour ne pas partager le sort des cathares, il n’est pas très loin dans l’esprit de cette directive.*

          http://fr.wikipedia.org/wiki/Siège_de_Béziers

        • @ roslin

          Amalrichs Zitat ist vom Hörensagen und wird in seiner Authentizität von Historikern mehrheitlich angezweifelt.

          Aber das macht nichts, weil es darum nicht geht.

          Auch der weiße Kolonialismus war nicht wirklich das, was von westlich atheistischen Bußpredigern behauptet wird.

          Es geht um das antiklerikale Narrativ, Roslin.

          Das NARRATIV!!!

          Das Narrativ bestimmt die Realität.

          Das Ressentiment bestimmt das gewünschte Narrativ.

          Das Ressentiment bestimmt die Realität.

        • @ Ratloser

          *Es geht um das antiklerikale Narrativ, Roslin.

          Das NARRATIV!!!*

          Klar.

          Die Katholische Kirche, der Fels Petri, ist und bleibt der sperrigste Block, der den linken Weltenrettern den Weg in die strahlende Zukunft des sozialistisch erlösten Menschen versperrt.

          Wobei sie genügend Verbrechen aufzuarbeiten und zu bereuen hat, denn auch die Kirche ist auf Erden nur durch MENSCHEN vertreten, die sündigen, ihre sündigen, egomanischen Triebe rationalisieren, auch mit vorgeblicher Gottgefälligkeit, von den Päpsten an abwärts.

          Aber die Kirche weiß das.

          Und sie ist, was das anlangt, ein Waisenknäblein im Vergleich zu ihren Gegnern und Anklägern.

          Jede Anekdote, die sich zur antikatholischen Hetze verwenden lässt, wird ausgegraben mit der Wut hungriger Säue, die sich auf’s schimmelige Brot stürzen.

          Sexskandal in der Katholischen Kirche?

          Wunderbar, Schlagzeilen quer über die Hauptstrasse.

          Kinderschändende Imame, Rabbiner, Protestantische Pfarrer, rot-grüne Lehrer – kaum ein Wort und rasch vergessen.

          Kinderschändende Priester meist schwule Knabenliebhaber (Ephebophile)?

          BITTE NICHT ERWÄHNEN!

          DAS IST HOMOPHOB!!

          Statt dessen betonen, der Zölibat sei schuld.

        • „Die Katholische Kirche, der Fels Petri, ist und bleibt der sperrigste Block, der den linken Weltenrettern den Weg in die strahlende Zukunft des sozialistisch erlösten Menschen versperrt.“

          Ach, Quark.

          „Jede Anekdote, die sich zur antikatholischen Hetze verwenden lässt, wird ausgegraben mit der Wut hungriger Säue, die sich auf’s schimmelige Brot stürzen.“

          Falls es dich beruhigt, mir ist die katholische Kirche sogar sympathischer als die protestantische mit ihrer Sinnenfeindlichkeit bis hin zum Bilderverbot.

          Aber für mich ist das halt Folklore. Um wirklich einen „antikatholischen“ Furor zu entwickeln, muss man ja auch irgendwie glauben. Die ganze Bilderstürmerei beruht ja auch darauf, den Bildern eine quasi magische Wirkmächtigkeit zuzuschreiben.

        • @ichichich

          „Falls es dich beruhigt, mir ist die katholische Kirche sogar sympathischer als die protestantische mit ihrer Sinnenfeindlichkeit bis hin zum Bilderverbot.“

          Mir mittlerweile auch. Die Protestanten gendern scheinheilig. Fast wie ein Ablasshandel.

          Wie die Welt sich doch ändert.

        • @Roislin

          Ich denke, dass die Katholische Kirche seit jeher (auch!) ein Auffangbecken für Menschen mit als problematisch empfundener Sexualität gewesen sein könnte.
          Wenn du aus welchem Grund auch immer nicht eine Frau heiraten und als ehrbarer Ehemann leben möchtest. Eine kirchliche Laufbahn war doch eine tolle Sache, welche gottesfürchtige Mutter wünscht sich denn nicht einen Sohn, der sich ganz in SEINEN Dienst stellen will? Da Familien damals grö0er waren als heute, gab es mit hoher Wahrscheinlichkeit auch noch den ein oder anderen Sohn, der den Namen fortsetzen kann.
          In der Kirche wird Sexualität theoretisch viel weniger relevant, weil sie dort theoretisch keine oder zumindest keine derartige Rolle spielt als im normalen Leben.
          Man kann sich dem möglcherweise persönlich sehr konfliktträchtigen Thema und den gesellschaftlichen Anforderungen gut entziehen und hat gleichzeitig eine noble, krisensichere Beschäftigung.

          Homophob wird es dann, wenn man wegen der Geschlechtszusammensetzung versucht, einen Bogen zu spannen zwischen Mißbrauch von Jungen und dem Durchschnittsschwulen.
          Mir ist es unbegreiflich, warum bei solchen Vorkommnissen der Chromosomensatz für relevanter erachtet wird, als das Alter.
          Ob das deine Intention war, weiß ich nicht, oft genug wird das jedenfalls suggeriert.

        • Also ich hab auch nichts gegen katholische Pfaffen … IM VATIKAN!! Dort dürfen sie von mir aus den ganzen Tag predigen. Andernorts sollten sie die Klappe halten, denn nichts ist so schön, wie dem Schweigen der Dummköpfe zu lauschen.

    • @ Leszek

      *Da es sich bei “Social Justice Warriors” um einen neuen irrationalen Kampfbegriff aus dem konservativen/rechten Lager zu handeln scheint, sollten rational argumentierende Männerrechtler (wie du oder Achdomina) ihn m.E. nicht unreflektiert übernehmen.
      Außerdem: Normalerweise magst du Kampfbegriffe doch eigentlich nicht.*

      Du solltest stärker darauf achten, Dein eigenes Machtstreben besser hinter der Gutmenschenfassade zu verbergen.

      Dein Anspruch, zu bestimmen, wie das Haus politisch korrekt möbliert zu werden hat, sprich: Deinem „wissenschaftlich“ erprobten Geschmack folgend, wird sonst allzu offensichtlich, Herr Distinktionsgewinnler.

      • @ Roslin

        „Du solltest stärker darauf achten, Dein eigenes Machtstreben besser hinter der Gutmenschenfassade zu verbergen.“

        Nö, denn bei mir gibt´s weder Machtstreben, noch etwas zu verbergen.

        „Dein Anspruch, zu bestimmen, wie das Haus politisch korrekt möbliert zu werden hat, sprich: Deinem “wissenschaftlich” erprobten Geschmack folgend, wird sonst allzu offensichtlich, Herr Distinktionsgewinnler.“

        Das lass mal meine Sorge sein.
        Ich werde eure rechten Kampfbegriffe kritisieren, auch wenn es dir nicht passt.

        • @ Leszek

          *Das lass mal meine Sorge sein.
          Ich werde eure rechten Kampfbegriffe kritisieren, auch wenn es dir nicht passt.*

          Aber munter immerzu!

          Denn ich werde sie verwenden, weil sie zutreffen, auch wenn sie einem Linken wie Dir nicht passen.

          Betrachte das als Schule der Toleranz.

  2. Moin Leszek,

    Gruß ins Kartönchen…Du vernahmst schon mal den Begriff „Projektion“?!

    „Social justice“ aka „soziale Gerechtigkeit“ ist übrigens auch ein rein projektiver „Kampfbegriff“.

    Es liegt im Wesen der linken Ersatzreligion, eigene kleine, etwas fischig riechende Motive zu sakralisieren.

    „Social justice warrior“`n gehts genauso viel um die humanitären Interessen weiblicher Gamer, wie es den ANTIFA´s um den Schutz der freiheitlichen Grundordnung oder den Autonomen in Friedrichshain um das Interesse der afrikanischen Armutsflüchtlinge geht.

    Man benutzt das vorgebliche Eintreten für „Benachteiligte“ für die eigene Agenda.

    Man funktionalisiert Andere.

    Das ist menschlich.

    Tut man es aber unreflektiert, ist es blöd und menschenverachtend (übrigens auch: „rassistisch“).

    Tut man es unreflektiert und kollektiv ist es nicht nur blöd, sondern auch brandgefährlich, weil es das Ausleben des eigenen Hasspotentials legitimiert.

    Das Hasspotential des „Gutmenschen“ ist zu verorten, ohne dass man über seismologische Sensibilitäten verfügen muss.

    Totalitäre Vernichtungsphantasien deutscher Klimaforscher gegenüber Menschen, die deren spekulativen Klimadystopien mißtrauen, sind nur eine winzige Facette dieses mühsam kontrollierten Hasses.

    Männliche und weibliche Sozial“wissenschaftler“, die Kritikern des Genderblödsinns allfällig faschistoide Einstellung unterstellen, eine andere.

    • Moin Ratloser,

      „“Social justice warrior”`n gehts genauso viel um die humanitären Interessen weiblicher Gamer, wie es den ANTIFA´s um den Schutz der freiheitlichen Grundordnung oder den Autonomen in Friedrichshain um das Interesse der afrikanischen Armutsflüchtlinge geht.“

      Du hast noch nicht viele Antifas oder Autonome persönlich kennengelernt, oder?
      Ich schon.
      Doch Ratloser, den meisten Antifas und Autonomen geht es ehrlich, um diejenigen Ziele, die sie auch offen angeben.
      Viele dieser Ziele teile ich auch.

      Kritikwürdige unreife Aspekte bei Antifas und Autonomen, z.B. die bedauerliche partielle Anfälligkeit für PC-Blödsinn resultiert aus dem teils jugendsubkulturellen Charakter dieser Bewegungen.

      Hatte ich hier schon mal erklärt:
      (vorletzter Kommentar)

      https://elitemedium.wordpress.com/2013/02/21/warum-sich-als-weiser-antirassitischfeministisch-engagieren/

    • „Es liegt im Wesen der linken Ersatzreligion, eigene kleine, etwas fischig riechende Motive zu sakralisieren“

      Ich war gestern bei einem Vortrag von hohepristerin rawelyn connell. Das war kein wissenschaftlicher Vortrag, dass war sektenhaft….gruselig.

      • @ teardown

        „She has been an advisor to UNESCO and UNO initiatives relating men, boys and masculinities to gender equality and peacemaking.“

        Die politischen Vernetzungen dieser Bagage sind schon beeindruckend. Das erklärt neben anderem die weit überproportionale Deutungshoheit.

        • @ ratloser

          *Die politischen Vernetzungen dieser Bagage sind schon beeindruckend. Das erklärt neben anderem die weit überproportionale Deutungshoheit.*

          Der Marsch durch die Institutionen ist weithin geglückt (in den „linken“ Fächern besonders).

          Und nun erklären uns diese Ideologen „wissenschaftlich“ die Welt.

          Benutzen ihre Tugendphrasen als Totschlagkeulen, um Kritiker, allesamt „unwissenschaftllich“, weil nicht auf einen Fundus selbstfabrizierten Ideologiemülls rückgreifen könnend, den man hin und her zitierend zur Schaffung selbstreferentiller „Evidenz“ verwendet, aus dem Feld zu schlagen.

          Ein Linker zitiert die linken Machinationen eines anderen linken Weltdeuters zum Beleg der „Wissenschaftlichkeit“ seiner linken Weltdeutung – WEIL ES GESCHRIEBEN STEHT.

          Und natürlich geht es den Antifas, die Bullen klatschen und Autos abfackeln um höchst edle Ziele.

          Nicht, dass noch jemand auf die Idee käme, die edlen Ziele seien nur Rationalisierungen ganz ordinärer Hassgefühle und Machtansprüche, geboren aus dem nagenden Neid der Misfits, die Funktionstüchtiges aufzubauen unfähig sind und ihre Minderwertigkeitsgefühle in „Gerechtigkeitsstreben“ kanalisieren, hassgeladen, neidbefrachtet.

        • @ roslin

          Eric John Ernest Hobsbawm rechtfertigte in einem schönen Interview einmal genozidale Aktionen (auf Stalin Bezug nehmend), wenn sie zum Erreichen des neuen Menschen notwendig wären.

          Der Wahn der linken Erlösungsidee liegt in der unantastbaren Höhe dessen, um was es ihnen angeblich geht: die Erlösung des Menschen von sich selbst…von der Natur.

          Das immunisiert gegen Selbstreflexion und gegen Bindung an allgemeingültige Regeln.

          Daher auch die frohgemut doppelte moralische Buchführung.

          Auch Röschens Meinungsfreiheit des Andersdenkenden galt ja nur den Andersdenkenden, die sich innerhalb ihres ideologischen Schuhkartons bewegten.

        • Mr. Hobsbawm: „Because in a period in which, as you might imagine, mass murder and mass suffering are absolutely universal, the chance of a new world being born in great suffering would still have been worth backing. Now the point is, looking back as a historian, I would say that the sacrifices made by the Russian people were probably only marginally worthwhile. The sacrifices were enormous; they were excessive by almost any standard and excessively great. But I’m looking back at it now and I’m saying that because it turns out that the Soviet Union was not the beginning of the world revolution. Had it been, I’m not sure.“

          Times Literary Supplement Oct. 28, 1994,

        • @roslin

          Also ich habe gestern Abend viel über gender studies gelernt. Eine „Wissenschaft“ die sich in selektivität verliert. Eine wissenschaft die anekdotische Evidenz als Beleg für ihre eigene wissenschaftliche argumentatio anwendet. Eine wissenschaft die gar keine Quellenkritik mehr kennt und nur noch das historisiert, was ihr in den ideologischen Kram passt. So lässt sich dann tatsächlich das patriarchat beweisen, so lässt sich dann tatsächlich so etwas wie hegemoniale Männlichkeit(en) identifizieren. Und so lässt sich dann Wissenschaft als speerspitze einer politischen bewegung zur veränderung gesellschaftlicher Verhältnisse begreifen.

          Neuste Erkenntnis aus dem hause connell: transnationale Unternehmen sind jetzt die Spielweise patriarchaler macht und Unterdrückung, die hegemoniale Männlichkeit wandert aus den Staaten und politischen Organisationen wie Regierungen in die wirtschaftlichen Institutionen um dort zu wirken, der Neoliberalismus als Klassenfeind. Garniert wird das ganze mit esoterischen Anekdoten, das wissensproduktion heutzutage nur im Norden passiert, während in ehemaligen Kolonien nur Forschungsergebnisse rezitiert werden. Dort entsteht nichts neues. Eine beispiellose Abwertung wissenschaftlicher Arbeit außerhalb des Westens und eine merkwürdig eurozentrische perspektive, die aber verfängt, da die wissensproduktion im westen bös patriarchal ist.

          Weiteres Highlight: man kann den Süden und seine gender relations nicht ohne die kolonialgeschichte dieser Gesellschaften verstehen. Ist das noch wissenschaft oder kann das weg? Erstaunlich dünn, und das von einer der bedeutendsten vertreterin ihres Fachs. Selektivität, beschämung und null Empirie. Das sind gender studies.

        • @ teardown

          *Also ich habe gestern Abend viel über gender studies gelernt.*

          Und das Ganze von Raewyn Connell, dieser INKARNATION des Problemes vieler dieser Geschlechterklassenkämpfer und Misfits, die an sich und der Welt und dem Dasein schlechthin leiden.

          Weil sie privilegiert genug sind, sich diesen Luxusleiden hinzugeben.

          Raewyn Connell, ein sich selbst kastriert habender Mann, eine in JEDER Hinsicht groteske Erscheinung, FLEISCHgewordenes Problembewusstsein, aber prädestiniert, DER MÄNNEREXPERTE der allermodernsten Soziologie zu sein.

          Wenn das kein Symptom für die Verrottung eines Wissenschaftssystemes ist, für Dekadenz, was dann?

      • @Teardown

        Hast du das ggf. per Smartphone aufgenommen?

        Raewyn Connell bzw. Robert William Connell ist ja einer der schlimmsten misandrischen Verhetzer in der Psychologie mit seiner nun weltweit etablierten „Toxic Masculinity“.


        -Wirklichkeit erkennen
        -wissen relevant machen
        -Wahrheit sprechen

        Schlimm.

      • @ christian

        „und der schluss Appell von ihr an die kommenden “intelectual thinkers”:

        -Wirklichkeit erkennen
        -wissen relevant machen
        -Wahrheit sprechen“

        Ist Dir das angesichts der vertretenen Thesen eigentlich „sektenhaft“ genug?

  3. Auch für Social Justice Warriors gilt, was der Psychologe Nietzsche schon vor mehr als 100 Jahren diagnostizierte:

    Von den Taranteln

    *Siehe, das ist der Tarantel Höhle! Willst du sie selber sehn? Hier hängt ihr Netz: rühre daran, dass es erzittert.

    Da kommt sie willig: willkommen, Tarantel! Schwarz sitzt auf deinem Rücken dein Dreieck und Wahrzeichen; und ich weiss auch, was in deiner Seele sitzt.

    Rache sitzt in deiner Seele: wohin du beissest, da wächst schwarzer Schorf; mit Rache macht dein Gift die Seele drehend!

    Also rede ich zu euch im Gleichniss, die ihr die Seelen drehend macht, ihr Prediger der Gleichheit! Taranteln seid ihr mir und versteckte Rachsüchtige!

    Aber ich will eure Verstecke schon an’s Licht bringen: darum lache ich euch in’s Antlitz mein Gelächter der Höhe.

    Darum reisse ich an eurem Netze, dass eure Wuth euch aus eurer Lügen-Höhle locke, und eure Rache hervorspringe hinter eurem Wort »Gerechtigkeit.«

    Denn dass der Mensch erlöst werde von der Rache: das ist mir die Brücke zur höchsten Hoffnung und ein Regenbogen nach langen Unwettern.

    Aber anders wollen es freilich die Taranteln. »Das gerade heisse uns Gerechtigkeit, dass die Welt voll werde von den Unwettern unsrer Rache« – also reden sie mit einander.

    »Rache wollen wir üben und Beschimpfung an Allen, die uns nicht gleich sind« – so geloben sich die Tarantel-Herzen.

    Und »Wille zur Gleichheit« – das selber soll fürderhin der Name für Tugend werden; und gegen Alles, was Macht hat, wollen wir unser Geschrei erheben!«

    Ihr Prediger der Gleichheit, der Tyrannen-Wahnsinn der Ohnmacht schreit also aus euch nach »Gleichheit«: eure heimlichsten Tyrannen-Gelüste vermummen sich also in Tugend-Worte!

    Vergrämter Dünkel, verhaltener Neid, vielleicht eurer Väter Dünkel und Neid: aus euch bricht’s als Flamme heraus und Wahnsinn der Rache.

    Was der Vater schwieg, das kommt im Sohne zum Reden; und oft fand ich den Sohn als des Vaters entblösstes Geheimniss.

    Den Begeisterten gleichen sie: aber nicht das Herz ist es, was sie begeistert, – sondern die Rache. Und wenn sie fein und kalt werden, ist’s nicht der Geist, sondern der Neid, der sie fein und kalt macht.

    Ihre Eifersucht führt sie auch auf der Denker Pfade; und diess ist das Merkmal ihrer Eifersucht – immer gehn sie zu weit: dass ihre Müdigkeit sich zuletzt noch auf Schnee schlafen legen muss.

    Aus jeder ihrer Klagen tönt Rache, in jedem ihrer Lobsprüche ist ein Wehethun; und Richter-sein scheint ihnen Seligkeit.

    Also aber rathe ich euch, meine Freunde: misstraut Allen, in welchen der Trieb, zu strafen, mächtig ist!

    Das ist Volk schlechter Art und Abkunft; aus ihren Gesichtern blickt der Henker und der Spürhund.

    Misstraut allen Denen, die viel von ihrer Gerechtigkeit reden! Wahrlich, ihren Seelen fehlt es nicht nur an Honig.

    Und wenn sie sich selber »die Guten und Gerechten« nennen, so vergesst nicht, dass ihnen zum Pharisäer Nichts fehlt als – Macht!

    …*

    http://gutenberg.spiegel.de/buch/also-sprach-zarathustra-ein-buch-f-3248/40

  4. Ein sicherer Raum, der Menschen willkommen heißt muss eines selbst ausgrenzen: Hass.

    Ich bin der Meinung, diese Behauptung manipuliativ ist, da sie als aus einer Definition abgeleitet dargestellt wird, so als würde man sagen: eine Gemüßesuppe muss natürlich aus Gemüse bestehen.

    Per definition muss ein sicherer, willkommenheißender Raum aber nur Unsicherheit und nicht-Willkommenheißen ausgrenzen.

    Und das heist nicht zwangsläufig, dass man Hass ausgrenzen muss.

    Denn: es gibt durchaus „Hass“, der die Kriterien „Unsicherheitsfördernd“ nicht erfüllt. Hier im Forum finden sich z.B. genug „Hater“, aber solange der Hass nicht Ad Hominem ist, leidet niemandens Sicherheit oder Willkommenheit.

    So sehr z.B. liberale/linke Atheisten abstrakt von bestimmten Teilnehmern dafür gehasst werden, dass sie an der allumfassenden Weltverschwörung des Kulturmarxismus teilnehmen: ich als (eher) linker, liberaler Atheist muss dadurch nichts zu befürchten. Real sowieso nichts, weil ich nicht in einem Boxring bin sondern hinter einer Tastatur, und – da hominem unterbleibt – nicht mal Beleidigung oder Demütigung.

    Außer man fasst den Begriff Sicherheit so weit, dass er „sicher vor anderen Meinugen ist“.

    Gleiches beim „Willkommenheißen“: solange man eine „low context culture“ hat, und neuen nicht nahegelegt wird, dass sie sich erst „verdient“ machen müssten, und „dazugehören“, um etwas zu dürfen, und diese Kultur von den Hausrechtsinhabern auch demonstriert wird, ist man imho Willkommen.

    Natürlch wieder, außer, man fasst den Begriff „Willkommen“ so weit, dass man keine Gegenrede erhalten darf.

    Ich denke, dass ironischerweise auch die meisten, die dem Statement zustimmen, beim richtigen kontext meiner Argumentationslinie folgen: für „Ich hasse Merkel für ihre menschenverachtende Flüchtlingspolitik“ würde – so denke ich – Variationen meiner Argumentation als Erklärung, warum es ok ist, produzieren.

    So, das Statement ist also falsch, aber was kümmerts?

    Imho ist das Perfide am Statement das Outgrouping, getarnt als Notwendigkeit.

    Statt zu klären, was objektive Kriterien wären, nach denen ausgegrenzt wird, und sich so gegebenenfalls auch angreifbar zu machen, gibt man einfach die Parole raus „wenn ich Ausgrenze, ist das Ok, weil der ausgegrenzte ein Hater war“.

    Ironischerweise schafft das wieder die Ungeschriebenen Gesetze die das Willkommenheißen verhindern, und arbeitet mit Demütigung durch Labels, was man wohl kaum als „Safe Space“ sehen kann.

    Ich für meinen Teil fühle mich hier im Blog, umgeben von all dem Hass, sehr viel sicherer und willkommen als in jeder Diskussion, die je ich mit einem (von mir so klassifizierten) SJW hatte.

    • @keppla

      „Imho ist das Perfide am Statement das Outgrouping, getarnt als Notwendigkeit.

      Statt zu klären, was objektive Kriterien wären, nach denen ausgegrenzt wird, und sich so gegebenenfalls auch angreifbar zu machen, gibt man einfach die Parole raus “wenn ich Ausgrenze, ist das Ok, weil der ausgegrenzte ein Hater war”.

      Ironischerweise schafft das wieder die Ungeschriebenen Gesetze die das Willkommenheißen verhindern, und arbeitet mit Demütigung durch Labels, was man wohl kaum als “Safe Space” sehen kann.“

      Also letzendlich die Willkürlichkeit, das totalitäre der Betrachtung und die Lableung. Finde ich einen guten Ansatz zur Erklärung, was falsch läuft

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