Im allumfassenden Patriarchat des Feminismus gibt es keine individuell handelnden Menschen

LoMi führt auf Geschlechterallerlei in den Kommentaren etwas interessantes dazu aus, dass es im Feminismus dank der umfassenden Patriarchatstheorie bzw. den Geschlechterrollen, aus denen man nicht ausbrechen kann, keine Individualität gibt:

Der Feminismus ist nur gerecht vor dem Hintergrund der Patriarchatsthese. Allein die Annahme übermächtiger und umfassender Herrschaft rechtfertigt alles das, was Feministen tun und Männern an-tun. Ohne diese These hat die feministische Moral keinen Boden mehr.

Ein weiteres Gerechtigkeitsproblem entspringt dem Menschenbild des Feminismus. Genau dieses Menschenbild führt zur hypoagency. Im allumfassenden Patriarchat gibt es keine individuell handelnden Menschen. Frauen sind allesamt bis tief in ihre Psyche hinein strukturiert durch das System und damit unterdrückt. Alles was sie tun und sogar denken, ist Ausdruck der Herrschaft. Diese Frauen können folglich keine Eigenverantwortung haben, denn sie sind ja gewissermaßen programmiert durchs Patriarchat.

Bei Männern ebenso: sie sind zwar handlungsmächtig, weil Herrscher, aber sie agieren als vollkommene Automaten im Dienste der Aufrechterhaltung der Männerherrschaft.

Beiden Geschlechtern wird keinerlei Fähigkeit einer kreativen Auslegung und Nutzung gesellschaftlicher Strukturen zugestanden. Deshalb zählen auch individuelle Handlungserklärungen auch nicht: Bei Frauen nicht, weil sie ja doch nur vollziehen, was ihnen die Männer eingeimpft haben. Sie können also nicht wirklich Spaß am Sex mit Männern haben. Bei Männern nicht, weil diese gar nicht bemerken, dass die von ihnen als harmlos eingestuften Handlungen (“hallo” auf der Straße) massive Unterdrückungshandlungen sind.

Insofern gibt es im Feminismus überhaupt keine Abwägung, die ein Tun individualisiert und das die dahinterliegenden Absichten miteinbezieht in das Urteil.

Man fragt sich nur, wie es den Feministinnen gelungen sein soll, sich quasi zu einem göttlichen Beobachterstandpunkt außerhalb des Systems aufzuschwingen.

Das hatte ich auch schon einmal in einem Artikel geschrieben:

An diesem Beispiel wird auch deutlich, dass Sozialisierungs-Theorien gegen biologischen Modellen mit fließenden Geschlechtergrenzen und lediglich Häufungen bei bestimmten Mittelwerten wesentlich essentialistischer und determinierter sein können.

Danach unterliegen dann eben ALLE Frauen einer bestimmten Sozialisierung, weil die gesellschaftlichen Normen, die weiblichen Identitäten, die Geschlechterrollen jeder einzelnen Frau kraft Phänoptyp zugewiesen werden und Druck auf sie in diese Richtung ausgeübt wird.

  • Wer von einer starken Sozialisation ausgeht, die Frauen und Männer betrifft, der muss auch gleichzeitig davon ausgehen, dass es eine geringere Individualität bezüglich dieses Sozialisationsaspektes gibt.
  • Wer von einer schwachen Sozialisation ausgeht, dem fehlt das Argument, warum Frauen sich nicht so leicht von dieser frei machen können.

Der Nachweis, dass es erhebliche Abweichungen gibt, würde damit bedeuten, dass Geschlechterrollen nicht stark sind, und damit dem Feminismus ein wesentliches Element seiner Theorien nehmen, der Nachweis, dass sie stark sind und Frauen hindern, würde hingegen Frauen gleichzeitig ungeeignet für andere Bereiche machen, die entgegen ihrer Rollen bestehen.

Da der Feminismus von starken Rollen ausgeht, müssen Menschen alle gleich sein, wie Marionetten an den Fäden ihrer Geschlechterrollen etc hängen und von diesen kaum abweichen können. Denn anscheinend erkennen beispielsweise Frauen noch nicht einmal, wie nachteilig die Gesellschaft für sie ist und das sie dies in einer Demokratie ändern können, da sie die Mehrheit haben. Ein weitergehendes Denken beider Geschlechter, jedenfalls aber der Frauen, ist mit dem feministischen System nicht vereinbar. Individualität dürfte es nur in den engen Grenzen der Geschlechterrolle geben.

86 Gedanken zu “Im allumfassenden Patriarchat des Feminismus gibt es keine individuell handelnden Menschen

  1. Institutionalisierter Feminismus ist eine klassische Ausgrenzungsideologie, man kann es nicht oft genug wiederholen. Eine Ausgrenzungsideologie die wunderbar an die menschlichen Instinktpositionen anknüpft. Sie hat nicht mehr Nationalismus, Rassismus, klassismus oder Sexualität als baseline der Ausgrenzung, sondern Geschlecht. Das ist sehr verführerisch, es fehlt das historische Beispiel, man erkennt dieses Muster nicht auf den ersten blick, aber es wird immer deutlicher.

    Wenn wir uns heute fragen, wie es eine Ideologie wie der Nationalsozialismus geschafft hat sich in Europa so breit zu machen, denn völkische Gedanken waren damals nicht nur in Deutschland weit verbreitet, es war diese spezifische historische Konfiguration in europa die den ns möglich gemacht hat, dann brauchen wir nur schauen wie feminismus heute funktioniert. Und er funktioniert gut. Nur eben das heute frauen die Mitläufer sind. Es iaz beängstigend.

    • Wie überzeugt man angeblich aufgeklärte Menschen, ein autoritär-totalitäres Weltbild zu übernehmen, das vor gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit nur so trieft?

      Die Rechtfertigung, dass das eigene Handeln legitim ist, weil man sich gegen schier unermessliche Ungerechtigkeiten lediglich zur Wehr setzt, ist altbekannt. Falls ihr mir den Godwin nachseht: Deswegen waren der Nazi-Ideologie nach „Entglasungen“ nur recht und billig, weil „der Jude“ mittels einer internationalen Weltverschwörung „die Deutschen“ ins Unglück stürzte. Deswegen sind Benachteiligungen und die Verächtlichmachung des Mannes als Repräsentant des unterdrückerischen Patriarchats moralisch nicht nur erlaubt, sondern auch geboten.

      Auch wissen wir, wie out-grouping und Dehumanisierung im Grunde funktionieren und wir können diese Tendenzen auch im radikalen Feminismus erkennen: der Sex-Dämon ist es nicht wert, dass man ihm einen fairen Prozess zugesteht.

      Das ist alles ein alter Hut und aufgeklärte Menschen sollten in der Lage sein, diese Dynamiken zu erkennen, zu benennen und nicht auf sie hereinzufallen.

      Das wirklich Neue am autoritären Feminismus, der Grund warum diese tendenziell totalitäre Ideologie es schafft, Menschen zu verführen, die es eigentlich besser wissen sollten, ist aber der Folgende.

      Der autoritäre Feminismus hat seiner Hauptzielgruppe erfolgreich weis gemacht, dass sie den Verlockungen autoritär-totalitärer Denkmuster gegenüber immun sind. Faschismus, Gewalt, Machtmissbrauch, und Unterdrückung sind männlich. Eine Frau – edel, hilfreich und gut wie sie ist – kann so gar nicht denken. Mithin kann der autoritäre Feminismus als Frauenbewegung schlicht nicht autoritär sein. Das ist ein männliches Attribut.

      Aus diesem Grunde muss man sich auch keine Sorgen machen, dass die immer weitreichenderen und Grundrechte verletzenden Befugnisse, die der autoritäre Feminismus bestimmten Frauen zusprechen will, missbraucht werden. Eine Schuldvermutung gegenüber dem durch eine Frau angeklagten Mann, eine Aufhebung seines Rechts auf einen fairen Prozess ist so lange kein Problem, wie die Frau als Wesen angesehen wird, dass schlicht nicht lügen kann.

      Schoppe setzt sich mit diesen Mechanismen hier auseinander:

      http://man-tau.blogspot.de/2014/11/wie-man-einen-rechtsstaat-sturmreif.html

      Es ist erschreckend.

      • @Neuer Peter

        „Der autoritäre Feminismus hat seiner Hauptzielgruppe erfolgreich weis gemacht, dass sie den Verlockungen autoritär-totalitärer Denkmuster gegenüber immun sind. Faschismus, Gewalt, Machtmissbrauch, und Unterdrückung sind männlich“

        Das ist denke ich ein häufiger Ansatz aller, die Einschränkungen des Individuums zur Erziehung für die bessere Gesellschaft fordern. Sie erklären ein aus ihrer Sicht gutes Ziel und wehren damit Einwände ab, dass man die Mittel ja nur dazu einsetzen würde. Das dies missbraucht werden kann, dass ist wegen der Gutheit des Ziels aus ihrer Sicht nicht möglich.
        Das ist naiv. Jede Macht wird missbraucht. Ich würde sogar sagen: Jedes Ziel, welches zu unkritisch Umerziehung für das Gute auch mit unlauteren Mitteln betreibt wird nicht erreicht werden, sondern die entsprechende Bewegung wird erleben müssen, wie die Macht zu anderen Zwecken eingesetzt wird

        • „Sie erklären ein aus ihrer Sicht gutes Ziel und wehren damit Einwände ab, dass man die Mittel ja nur dazu einsetzen würde. Das dies missbraucht werden kann, dass ist wegen der Gutheit des Ziels aus ihrer Sicht nicht möglich.“

          Durchaus. Aber das wissen wir bereits. Es ist spätestens seit Stalin und Hitler tief in unser kollektives Gedächtnis eingebrannt. Es bedurfte eines besonderen Zaubertricks, diese Lehren vergessen zu machen.

    • Ich meine es ist alles da, es ist alles da was eine totalitäre Ausgrenzungsideologie braucht:

      – eine Verschwörungstheorie allumfassender macht der zu unterdrückenden: patriarchat, weltumspannend koordiniert und alle männer profitieren.
      -eine Geschichtsschreibung die die eigene Vergangenheit als Geschichte der Unterdrückung liest, als eine art Geschichte der Geschlechterkriege, die von Männern gewonnen wurden (siehe Marxismus)
      -eine Ideologie die die unterdrückten eigentlich als bessere Menschen versteht, die ihre Potenziale nie einbringen konnte, während die Unterdrücker nur auf ihre Kosten leben.
      -neue wissenschaften zur Legitimation der eigenen Ideologie, lustigerweise wie so häufig in biologie, klare Ablehnung der Evolutionstheorie bei partieller Anwendung davon. Zb. Frauen als sozialere Wesen (Wer sich dir doku die Arier anschaut, erkennt was für ein Humbug eigentlich die ns wissenschaft war)
      – die Erfindung einer neuen Sprache, die das denken der eigenen community absichert und andere exkludiert. Wenn ich gender Leute so reden höre, könnte man nur mit den Augen rollen.
      -die schrittweise Einrichtung von schutzzonen, und Arealen, in denen die unterdrückten die Unterdrücker fernhalten können. In Berlin fing es damals mit Parkbänken an, am ende standen Berufsverbote….
      -eugenikphantasien der Vordenker der Ideologie. Und auch hier der Gedanke von ekel und Hygiene, etwas das Ausgrenzungsideologien merkwürdig gemein haben. In Dresden gibt es hierzu ein schönes Museum.
      – schrittweise Ausschaltung fundamentaler Prinzipien der moderne: Demokratie gleiches aktives und passives Wahlrecht; Rechtsstaatlichkeit.
      – kollektivismus und gruppendenken, der einzelne kann leiden, weil seine Gruppe ja priviligiert ist, während von den Trägern der Ideologie jeder Verstoß gegen einzelne geahndet wird.
      – narrative die einen immer wieder begegnen: das muss man aushalten, um bessere Verhältnisse ohne unterdrückung zu erreichen, muss man eben jetzt zeitlich befristet Ungerechtigkeiten aushalten, die stilisierung der eigenen tat als historisch, schönes Beispiel aktuell in der zeit von frau groll: bald wird man sich erinnern: 2014 wurde die quote beschlossen, ich musste da unweigerlich an himmler denken nach der Katastrophe von Stalingrad…
      – das führt direkt zu expansivität seiner destruktivität. Es wird kein ende geben, immer weitere Bereiche werden problematisiert und müssen bearbeitet werden, die Ideologie hat einen weltumspannenden Auftrag, getrieben von zwanghaft missionarischen Eifer muss jedes Individuum beglückt werden.

      hab icb etwas vergessen? Ich glaube im wiki Artikel zu totalitarismus sind neun Qualifizierungsmerkmale dessen aufgeführt. Kann man sich ja mal durchlesen und mit feminismus vergleichen.

      Übrigens bin ich mir bewusst, dass es wieder heißen wird „nazivergleich“ wo sind die kz für Männer? Es ist hier immer sehr einfach, den Endpunkt einer Ausgrenzungsideologie heranzuziehen, und ich glaube nicht das feminismus derart fanatisch wird. Aber der weg zur systematischen Vernichtung von Minderheiten war eine eskalationsspirale. Je erfolgreicher die Ideologie wurde, desto abgedrehter und schriller wurde das opfernarrativ und der handlungsdruck. Nicht zufällig wurde die Endlösung der Judenfrage zu einem Zeitpunkt beschlossen, als das dritte reich auf seinem mächtigen zenit war, und der Endsieg scheinbar greifbar nah.

      Deshalb ärgert mich die quote so, eine weitere Grenze iet gefallen, ein weiterer Punkt wo man feminismus hätte eingrenzen können. Dieser Erfolg wird Feministinnen wieder Auftrieb geben. Ich halte es da mit Brecht und den vielen anderen, die immer darauf hinwiesen, dass wenn alles um dich herum in eine Richtung läuft man seine eigene Meinung kritisch reflektieren muss.

  2. @ LoMi

    *Man fragt sich nur, wie es den Feministinnen gelungen sein soll, sich quasi zu einem göttlichen Beobachterstandpunkt außerhalb des Systems aufzuschwingen.*

    Recht einfach erklärlich innerhalb der Psychodynamik, die Feminist.I.nnen werden lässt.

    Feminismus dient ja weithin als Krücke für humpelnde Seelen: Frauen, geschlagen mit Minderwertigkeitsgefühlen, voller Neid gegenüber der (imaginierten!) männlichen Freiheit, „Überlegenheit“ und „Privilegierung“ (dann verlieben sie sich meist auch noch nur in Männer, die einen Kopf größer sind!), tief unzufrieden und unglücklich über ihr Frausein, wählen diese Ideologie aus dem Bauchladen gängiger Weltdeutungen, um ihre Frustrationen, schonend für’s eigene, ohnehin schwach entwickelte Selbstbewusstsein „sinnstiftend“ zu deuten („ICH BIN KEIN VERSAGER! KEIN MISFIT! Sondern ein unterdrücktes, gequältes OPFA, das nicht schuld ist, keinerlei Verantwortung hat für sein vielfältiges Versagen!“).

    Darum auch die manische Beflissenheit, mit der Männlichkeit/Männer diffamiert/heruntergebracht werden müssen.

    Sind die nicht mehr so groß, sind sie nicht mehr so klein.

    So erlaubt es Feminismus der Feminist.I.n sich als Avant-Garde zu fühlen, als zu den wenigen Frauen gehörend, die es schafften, den patriarchalen Verhängniszusammenhang, der die „gewöhnliche“ Frau gefangen hält, zu durchschauen und zu übersteigen.

    Eine ganz großartige, einzigartige Leistung der feministisch erkannt habenden Frau!

    Sie gehören zu einer „begnadeten“ Elite, bestimmt dazu, die Frauschaft aus ihrer Gefangenschaft zu führen.

    Das empauert die beschädigten Seelchen ungeheuer: aus Misfits werden Heldinnen, die mit entsprechendem Eliteanspruch und schnippischer Arroganz auftreten (denn dahinter hockt ja immer noch das arme kleine Seelchen, das sich in keine Auseinandersetzungen einlassen will und kann, weil es tief drinnen um seine Schwäche weiß > Angstbeißerinnen, die von vorneherein Diskussionen vermeiden wollen durch ihr „herrisches“ Auftreten gegenüber nichtfeministischen Frauen und den Dudes).

    • @ Teardown

      *Hier, ein schönes Titelbild für diesen Thread zum Thema Dehumanisierung und individuelles Handeln:*

      Ich hoffe, der in diesem Foto den Männern unterstellte Groll ist tatsächlich vorhanden und sie lassen die feist grinsende Dame davon etwas spüren.

      Nur wenn Frauen endlich auch unter feministischer Gouvernanz leiden, wird sich etwas ändern!

      Männer sollten also in jeder vorgesetzten Frau eine Quotenjule sehen und sie entsprechend subtil oder offen mit Missachtung strafen.

      Das mag im Einzelfall bitter ungerecht sein, mais à la guerre comme à la guerre.

      Man hat längst aufgehört, gegenüber Männern fair zu spielen, demzufolge sind auch sie nicht mehr auf Fairness gegenüber Frauen zu verpflichten.

      Die einzelne Vorgesetzte mag keine Quotenjule sein, sie hat sich aber in der Regel auch nicht gegen den Krieg gegen Mann/Männlichkeit gestellt, den Feminist.I.nnen gegen Männer führen.

      Seit Jahren und höchst einseitig.

      Je mehr Karrierefrauen mit Burn Out, desto besser.

      Die Zeit, Nettigkeiten auszutauschen, ist vorbei.

      Wenn Männer ihre Unzufriedenheit mit den geschaffenen und immer weiter ausgebauten Verhältnissen nicht direkt und sehr persönlich spüren lassen, besteht kein Anreiz, das nette und für Frauen so profitable Spielchen zu beenden.

      LASST FRAUEN UNTER DEM FEMINISMUS LEIDEN!

      Wie?

      Eine spitze Bemerkung hier, ein höhnisches Grinsen da, das genügt, das ermüdet, das ermattet, gerade Frauen, deren Selbstbewusstsein in der Regel nicht sehr fest im Sattel sitzt.

      Das ist nicht fair, aber angesichts der sich verschärfenden Zustände legitim.

      Männer haben viel zu lange versucht, fair zu sein gegenüber einem absolut unfairen FEIND.

      • „Das mag im Einzelfall bitter ungerecht sein,“

        Ja.

        Deshalb:

        „Männer sollten also in jeder vorgesetzten Frau eine Quotenjule sehen und sie entsprechend subtil oder offen mit Missachtung strafen.“

        Nein.

        • Woher will man wissen, dass sie es nicht ist?

          Ich würd ja auch gern die Unschuldsvermutung gelten lassen.

          Aber das System wurde nun in dieser Richtung vorgespannt.

          Wir haben eine explizit gewollte männerdiskriminierende und frauenbevorzugende ideologische, aber so zu beachtenden und zu interpretierende Leit- und Querschnittskultur verordnet bekommen.

          Darüber hinaus haben wir es mit einer sich etablierenden und absichtlich so forcierten männerdämonisierenden Unterstellungs- und Denunziationskultur zu tun, die man eigentlich einem Rassismus zuordnen muss. Und an einer allgmeingültigen Umkehr der Unschuldsvermutung für Männer auch vor dem Gesetz wird schon gearbeitet. Sozial ist sie eigentlich bereits etabliert.

          Nochmal: Woher will man wissen, dass sie es nicht ist?

          Die Wahrscheinlichkeit, dass sie es ist, ist sehr hoch. Und daher kann man es auch nicht mehr als Vorurteil bezeichnen.

          Und Frauen haben dies so gewollt, da so gut wie keine sich politisch aktiv dagegengestellt hat.

        • @ NP
          Fein. Diese egalitären Prinzipien werden mit der Quote gerade abgeschafft.

          Aber man könnte seinen Protest natürlich auch subtiler asudrücken: Man könnte jede arbeitenden Frau einfach fragen, ob sie mittels Quote ihren Job bekommen hat. Fragen ist ja wohl erlaubt.

        • „Und Frauen haben dies so gewollt, da so gut wie keine sich politisch aktiv dagegengestellt hat.“

          Gesamtgesellschaftlich betrachtet haben sich auch kaum Männer dagegengestellt.

        • @NP

          „Auf den egalitären Prinzipien eines Rechsstaates zu bestehen, der sich den individualistischen Idealen der Aufklärung verpflichtet sieht.“

          Den sehe ich nicht mehr.

          Wir haben nun stattdessen einen Staat, der Identitätspolitik betreibt und genau nicht mehr auf den egalitären Prinzipien eines Rechtsstaates zu bestehen, der sich den individualistischen Idealen der Aufklärung verpflichtet sieht.

          Er ist mit dem aktiven GG Passus §3,2 und dem auch nicht mehr schützenden §19,2 gefallen.

          Die gesetzliche Quote ist der erste offene Bruch damit. Und es wird nicht dabei bleiben. Aber sogar einer reicht schon aus für den Beleg. Man kann nicht nur manchmal Tod sein.

        • @ NP

          *Auf den egalitären Prinzipien eines Rechsstaates zu bestehen, der sich den individualistischen Idealen der Aufklärung verpflichtet sieht.*

          Falls es Dir noch nicht aufgefallen sein sollte: DER RECHTSSTAAT wird für Männer sukzessive abgeschafft!

          Appeasementpolitik hilft nicht gegen totalitäre Ideologien, nicht gegen die Nazis, nicht gegen Stalinisten, nicht gegen Feministen.

          Ihr werdet Gelegenheit erhalten, diese Lektion wieder zu lernen, verlasst euch drauf.

        • „@ NP
          Fein. Diese egalitären Prinzipien werden mit der Quote gerade abgeschafft.“

          Eben. Weshalb es not tut, ihnen wieder aufzuhelfen.

          Die Vorstellung, dass man sich nicht an die Gebote der Fairness zu halten habe, weil der „Feind“ sie eben auch missachte, hat uns erst in diese Lage gebracht. Das sind exakt die Denkmuster, auf denen der autoritäre Feminismus aufbaut.

        • „Gesamtgesellschaftlich betrachtet haben sich auch kaum Männer dagegengestellt.“

          Ja, weil Männer nun mal nett und brav sind und wir nicht in einem Patriarchat leben. Eigentlich ist es fast schon aberwitzig: EIn Patriatchat mit einer Kanzlerin, einer Verteidigungsministerin udn einer Familienministerin an der Spitze. Und diese von Frauen geführte patriarchale Gesellschaft setzt eine Frauenquote durch. Und die Patriarchen lassen sich das gefallen.

        • @NP

          „Gesamtgesellschaftlich betrachtet haben sich auch kaum Männer dagegengestellt.“

          Stimmt.

          Macht es einer öffentlich wird er meist verlacht, extrem angefeindet und von seinen Grundrechten befreit gemobbt.

          Auch das zeigt meine These. Und es gilt auch für Frauen die sich dagegenstellen. Beispiel Monika Ebeling, Astrid von Friesen, etc.

          Dies zeugt auch von dem wo wirklich Privileg und Macht sitzt.

          Wir werden in allen Bereichen weiter da hineinrutschen. Zur Zeit ist es gewinnbringend sich an korrupten Moralarbeitenehmertum und Moralunternehmertum über die eingeforderte Diskriminierung von Sündenbockgruppen zur Privilegierung von Opfergruppen zu bereichern.

          Das wird sich in eine totalitäre Gesinnungs- und Denunziationsgesellschaft verfestigen.

          Aber vielleicht passieren ja auch Wunder. Wer weiß.

      • @roslin

        „Männer sollten also in jeder vorgesetzten Frau eine Quotenjule sehen und sie entsprechend subtil oder offen mit Missachtung strafen.“

        Das finde ich vollkommen falsch. Es ist schlicht ungerecht gegenüber der einzelnen Frau, die ebenso wenig etwas dafür kann, dass eine Frauenquote eingerichtet wird wie der typische Mann.
        warum nicht einfach den Einzelfall betrachten?

        • „warum nicht einfach den Einzelfall betrachten?“

          Wie will man in einer Gesellschaft mit institutionalisierter Frauenquote unterscheiden, welche Frau ihren Job „berechtigt“ oder welche ihn „unberechtigt“ erhalten hat?

        • @ Christian

          Weil der Gegner auch nicht den Einzelfall betrachtet.

          Davon profitiert auch die mitlaufende Frau.

          Wenn Männer weiterhin versuchen, nett und fair = „stark“ den feministischen Punch Bag geben, der wegsteckt, ohne auszuteilen, senden sie ein Signal: „Mit westlichen Männern kann man Schlitten fahren! Es wäre dumm, es daher nicht zu tun, kost‘ ja nix.“

          Aber gut, ihr könnt‘ es ja versuchen, bleibt nett und fair, wie die letzten Jahrzehnte auch und erlebt, wie sich die feministische Wut weiter steigert und eine Eskalationsstufe auf die nächste folgt.

          Wenn Männer nicht in der Lage sind zu sagen:“Bis hierher und nicht weiter!“, dann werden sie untergebuttert, wie bisher auch – völlig zu Recht.

          Wer es mit sich machen lässt, mit dem wird’s gemacht.

        • @ Christian

          *Und? Wenn dir die Methoden der Gegenseite nicht gefallen, dann ist das kein Grund selbst kritische Methoden einzusetzen?*

          Eben.

          Mir gefallen die Methoden des Gegners nicht und für MICH ist das Grund genug, „kritische“ Methoden einzusetzen.

          Denn alle anderen Methoden sind von einer plüschigen Harmlosigkeit, die nur verfangen, wenn der Gegner in rührselige Stimmung gerät.

          Das ist aber nicht in Sicht.

          Ich also werde – wenn immer möglich – diese kritischen Methoden anwenden.

          Du magst für Dich entscheiden, weiterhin nett zu spielen.

          Da das wohl – instinktbedingt – die Mehrheit der westlichen Männer so halten wird, werden wir das Ergebnis eurer Taktik bald begutachten können – es wird ein Desaster.

          Hitler hat gerade Polen überfallen und kassiert, aber wir bleiben bitte nett, es könnte den bösen Mann ja verärgern.

          Und nicht alle Deutschen sind Nazis!

          Ja nicht mal die Mehrheit!

        • Es ist doch eindeutig ein politischer Kampf, wenn man so will eine Art Krieg. Welche Mittel sollen denn hier helfen?

          Das mit Argumenten und Fakten scheint’s ja nicht so zu bringen. Die fallen als geeignete Mittel ja ganz offensichtlich aus, sind wirkungsloser Unsinn. Haben Fakten etwa das Märchen vom Gender Pay Gap erschüttern können?

          Der Verein Pro-Qiote schaltet einfach die Kommentarfunktion ab und macht so weiter wie gehabt. Was also hilft?

        • @ddbz

          Politik ist „ein starkes langsames Bohren von harten Brettern mit Leidenschaft und Augenmaß zugleich“ (Weber). Veränderung geschieht in dieser Sphäre nicht von heute auf morgen. Auch die feministische Bewegung hat Jahrzehnte gebraucht um dorthin zu kommen, wo sie heute ist.

          Ich bin aber der Meinung, dass die Trutzmauern des autoritären Feminismus langsam anfangen zu bröckeln. Langsam aber sicher entgleitet ihnen die Kontrolle der öffentlichen Meinung. Gerade in Amerika sehe ich da einen gealtigen Umschwung auf uns zu kommen.

        • @ddbz

          Dabei sollte man nicht vergessen, dass Warren Farrell bereits vor einigen Jahrzehnten angefangen hat. Seitdem hat sich die Situation kontinuierlich verschlechtert. In der gleichen Zeit hat der Feminismus viel mehr erreicht.

          Die Idee, dass man mit langen, sachlichen Diskursen die Realpolitik verändern kann ist bestenfalls etwas naiv, im schlimmsten Fall ein Konzept, dass Millionen von Menschenleben gekostet hat, weil es mit schrecklicher, erdrückender Regelmässigkeit denjenigen Bewegungen Aufwind verschafft hat, die sich nicht an diese Regeln halten.

          Darum, wenn jetzt nochmals 50 Jahre vergehen und nochmals nichts besser wird, darf man dann endlich sagen, dass dieser Strategie nicht klappt, das es tatsächlich doch etwas mehr braucht. Ich habe den Eindruck den meisten Leuten hier ist wohl wichtiger, dass das Verpackungspapier passt und der eigentliche Inhalt ist schon längstens egal, Hauptsache es schneidet sich niemand beim auspacken.

      • @ NP

        *Eben. Weshalb es not tut, ihnen wieder aufzuhelfen.*

        Durch Geschwätz, Nettsein, Hacken zusammenschlagen, Zähne zusammenbeißen und freundlich kuschen?

        Es ist wirklich aberwitzig, in welchem Ausmaß westliche Männer Kampfgeist und Selbstachtung verloren haben.

        Wir haben es mit einem FANATISCHEN Gegner zu tun, der auf jede Art von Fairness pfeift.

        Und ihr wollt dem Rechtsstaat „aufhelfen“.

        Durch Predigt?

        Solche Gegner wünscht man sich.

        • Du bist doch ein religiöser Mensch. Und ein Freund des Pathos noch dazu.

          Vielleicht kann ich dir meine Haltung verständlicher machen, wenn ich sage, dass ich den Teufel nicht bekämpfen möchte, indem ich mich zum Beelzebub mache.

          Denn dann habe ich schon verloren, bevor wir überhaupt anfangen zu kämpfen.

        • @ NP

          Und wer ist der Teufel? Sind nicht auch die kleine Teufelchen, die den anderen Teufeln in ihren teuflichen Taten nicht Widerstand leisten? Der Herr Jesus hattte ganz andere Machtmittel und andere Ziele …

          Macht sich ein Mitläufer oder ein Erdulder nicht auch schuldig, trotz aller Gebete?

          Ist es nicht schon soweit, daß eine Frau erklären muss gegen Feminismus zu sein, um aus dieser Nummer rauszukommen?

        • @ NP

          *Vielleicht kann ich dir meine Haltung verständlicher machen, wenn ich sage, dass ich den Teufel nicht bekämpfen möchte, indem ich mich zum Beelzebub mache.*

          Ja, Du bekämpfst den Diabolos, wenn Du gegen den Feminismus antrittst.

          Den bekämpft man nicht durch Nettsein.

          Und Hohn, Spott, verweigerte Achtung sind denkbar milde Mittel angesichts der Schwere und Bösartigkeit des Übels.

          Hier scheinen immer noch zu viele der Überzeugung zu sein, der Krebsschaden dieser Ideologie sei mittels Gesundbeten zu beseitigen.

          Sie unterschätzen immer noch sowohl totalitäres Ausmaß wie Bösartigkeit der Krankheit.

          Angesichts dessen ist meine Methode rührend harmlos.

          In wenigen Jahrzehnten – wenn das weitergeht und die Netten werden gar nichts aufhalten, das haben sie in den letzten 40 Jahren nicht vermocht! – wird man mit dem Amputieren beginnen müssen.

          Dann – sollte ich das noch erleben – reden wir noch mal über Satan, Beelzebub und Gewalt.

        • @ Leszek

          *“Eine spitze Bemerkung hier, ein höhnisches Grinsen da, das genügt, das ermüdet, das ermattet, gerade Frauen, deren Selbstbewusstsein in der Regel nicht sehr fest im Sattel sitzt.”*

          Was ist das gegen Mehlbomben, die Du ja offensichtlich für erlaubt und zielführend hältst.

          Als gewaltfreie Aktion.

          Wenn sie sich denn nur gegen einen Mann wie Blair richten.

          Mein Handeln scheint mir da wesentlich gewaltfreier.

          Es richtet sich allerdings direkt gegen die primären Profiteure dieses feministischen Gesellschaftsverderbs – FRAUEN.

      • „Das mag im Einzelfall bitter ungerecht sein, mais à la guerre comme à la guerre.“

        „Das ist nicht fair, aber angesichts der sich verschärfenden Zustände legitim.“

        Interessant, dass Roslin leider mal wieder seinen destruktiven Neigungen nachgibt – und es offenbar noch nicht einmal merkt, wenn ein problematischer Persönlichkeitsanteil sich bei ihm in den Bewusstseins-Vordergrund drängt und die Kontrolle zu übernehmen versucht.

        @ Roslin

        Nur eine Frage, bevor ich jetzt anfange mich so zu verhalten, wie du es wünschst.
        Wäre es nicht eventuell möglich, dass dies dem katholischen Gott mißfällt. (Ich bin zwar Agnostiker und glaube nicht an den katholischen Gott, aber man weiß ja nie.) Nicht dass der katholische Gott am Ende noch auf irgendwelchen Geboten der Nächstenliebe oder sowas besteht und dann nach meinem Ableben meine Seele – für Gott weiß wie lange – in den metaphysischen Sack der Einsamkeit steckt.
        Das fände ich nämlich doof, das wäre mir glaube ich zu langweilig.

        Ach ja, google bei Gelegenheit vielleicht mal was zum Thema „gewaltfreie direkte Aktion“, wenn du wieder halbwegs zur Vernunft gekommen ist. Es gibt viele Methoden sich öffentlichkeitswirksam zu wehren, ohne andere Menschen (oder gar Unschuldige) unnötig zu verletzen (auch nicht psychisch).

        Gewaltfreie direkte Aktionen – das sollte der nächste Schritt für die Männerrechtsbewegung sein, keine irrationalen Mobbing-Aktionen gegen weibliche Vorgesetzte (und auch kein Männerstreik), sondern gewaltfreie direkte Aktionen für Männerrechte.

        • „sondern gewaltfreie direkte Aktionen für Männerrechte“

          Aha! Einer Vorgesetzen seine Achtung zu verweigern ist also Gewalt?

          Gewalt ist, wenn Du ein Mann bist, egal wie gut Du als Feminist sein willst … war erst gestern Thema hier. 🙂

        • Aus dem offiziellen Katechismus der Katholischen Kirche:

          The strict conditions for legitimate defense by military force require rigorous consideration. The gravity of such a decision makes it subject to rigorous conditions of moral legitimacy. At one and the same time:
          the damage inflicted by the aggressor on the nation or community of nations must be lasting, grave, and certain;
          all other means of putting an end to it must have been shown to be impractical or ineffective;
          there must be serious prospects of success;
          the use of arms must not produce evils and disorders graver than the evil to be eliminated. The power of modern means of destruction weighs very heavily in evaluating this condition.

          These are the traditional elements enumerated in what is called the „just war“ doctrine. The evaluation of these conditions for moral legitimacy belongs to the prudential judgment of those who have responsibility for the common good.

          Bei dieser Abwägung handelt es sich um militärische Gewalt.

          Meine Politik der verweigerten Achtung ist davon noch weit entfernt, ist gewaltlos und – angesichts der psychischen Konstitution des Gegners – mutmaßlich effektiv.

          Sie kann von jedem Individuum angewandt werden, bedarf keiner Absprachen und keiner öffentlichen Deklamation, an der organisierte gewaltlose Aktionen gegen Frauen/Frauenpolitik bisher immer gescheitert sind und auch weiterhin scheitern werden.

          Sie ist denkbar niedrigschwellig.

          Männer, die sich an öffentlichen Aktionen beteiligen wollen, können – da ihre Opposition öffentlich werden müsste – viel zu leicht beschämt werden im Zusammenspiel von Feminist.I.nnen und Weißen Rittern.

          Außerdem genügt die Drohung mit Arbeitsplatzverlust, ja sogar schon mit Nichtbeförderung, um den Widerstandswillen der allermeisten zu lähmen.

          Dein Weg ist unrealistisch.

          Viele kleine Widerstandsakte vieler Individuen, die das Klima für Allefrauen unleidlicher machen, so wie der Feminismus das Klima für Allemänner unleidlicher macht, ist dagegen realistisch und aussichtsreich, wenn sich nur viele genug lange genug daran beteiligen.

          Sie müssen ja nur aufhören, die Faust im Sack zu ballen und ein bißchen von ihrem Unmut sichtbar werden lassen.

        • @ Adrian

          „Mach einen Vorschlag. Eine “Ich-mag-Titten”-Demo habe ich ja bereits desöfteren vorgeschlagen.“

          Das will gut überlegt sein. (Jetzt gerade habe ich wenig Zeit).

          Um die Anliegen der Männerrechtsbewegung in die Öffentlichkeit zu bringen, braucht es m.E. öffentlichkeitswirksame gewaltfreie Aktionen.
          (Eine echte, gut geplante und öffentlichkeitswirksame Männerstreik-Aktion gehört natürlich auch zu den gewaltfreien Aktionsmethoden, mit meiner obigen Distanzierung vom Männerstreik-Ansatz meinte ich lediglich die unkoordinierte und unorganisierte Variante.)
          Was wir brauchen sind gewaltfreie Aktionen, die dazu geeignet sind Interesse und Sympathie für die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen zu schaffen.
          Selbstverständlich keine menschenfeindlichen Inhalte und nichts, was abstoßend wirkt.
          Unterhaltsam und provokativ können solche Aktionen ansonsten aber gerne sein, u.a. weil dann die Medien leichter zu erreichen sind.

          Es sollte allerdings nicht darum gehen, die Methode, die die IGAF manchmal angewendet hat, zu kopieren, wo offenbar manchmal versucht wurde, mit z.T. fragwürdigen Inhalten und Provokationen die Presse zu erreichen, um durch schlechte Presse Aufmerksamkeit zu erzeugen.

          Während man natürlich niemals völlig ausschließen kann, dass die Presse negativ berichtet, sollten durchgeführte Aktionen prinzipiell stets von Vornherein so ausgerichtet sein, dass sie potentiell geeignet sind Sympathie und positives Interesse in der Bevölkerung zu wecken und eine positive Berichterstattung in der Presse wäre zumindest wünschenswert.

          Für die Umsetzung dieser Idee braucht die Männerrechtsbewegung allerdings ein paar Leute, die nicht (wie ich) auf Anonymität angewiesen sind, die bereit sind sich einige Zeit mit Theorie und Praxis gewaltfreier Aktion auseinanderzusetzen und die verantwortungsvoll, selbst-diszipliniert und kritikfähig sind.

          Hätten wir eine gewaltfreie männerrechtliche Aktionsgruppe in Deutschland (oder noch besser mehrere), die regelmäßig gewalftfreie Aktionen durchführen würde(n), wäre die Wahrscheinlichkeit die Presse zu erreichen und am Thema zu halten sehr hoch. Gemäß journalistischer Selektionsmechanismen muss die Presse über aus dem gewöhnlichen Rahmen fallende Dinge berichten.
          So würden unsere Inhalte immer bekannter, gleichzeitig würde idealerweise Interesse und Sympathie für die Männerrechtsbewegung und ihre Anliegen sowohl im journalistischen und sozialwissenschaftlichen Bereich als auch in der Bevölkerung zunehmen.

          Das wäre m.E. der nächste notwendige Schritt raus aus der Filter- Bubble.

        • @ Roslin

          „Aus dem offiziellen Katechismus der Katholischen Kirche:“

          Ja, das Problem mit euch Religiösen ist oft, dass ihr euch stets alles schön reden könnt.
          Für fast jede unmoralische Handlung findet sich irgendeine Passage in einer „heiligen Schrift“, die man so auslegen kann, dass sie diese legitimiert.

          „Meine Politik der verweigerten Achtung ist davon noch weit entfernt, ist gewaltlos“

          Nein, es handelt sich um einen Aufruf zu psychischer Gewalt.

          „Männer, die sich an öffentlichen Aktionen beteiligen wollen, können – da ihre Opposition öffentlich werden müsste – viel zu leicht beschämt werden im Zusammenspiel von Feminist.I.nnen und Weißen Rittern.“

          Als wenn es nicht zig soziale Bewegungen gegeben hätte, die in ihrer Anfangsphase mit Beschämungsversuchen konfrontiert wurden, trotzdem weiter gemacht haben und später Erfolg hatten.

          „Außerdem genügt die Drohung mit Arbeitsplatzverlust, ja sogar schon mit Nichtbeförderung, um den Widerstandswillen der allermeisten zu lähmen.“

          Man merkt, dass politischer Aktivismus dir fremd ist. (Ist wohl zu „kulturmarxistisch“)
          Es steht zu hoffen, dass sich trotzdem ausreichend Personen finden, die nicht sofort alle möglichen Bedenken vorschieben, sondern zur gewaltfreien Tat schreiten. Nur mit solchen Leuten hat man Erfolg.

          „Dein Weg ist unrealistisch.“

          Nein, mein Vorschlag ist realistisch, potentiell effektiv und moralisch vertretbar.
          Was sich bei vielen anderen sozialen Bewegungen bewährt hat, das würde sich auch bei der Männerrechtsbewegung bewähren.
          Und wenn die Männerrechtsbewegung nicht dazu in der Lage ist, das auf die Beine zu stellen, was jede andere soziale Bewegung auch geschafft hat, braucht sie sich über mangelnden Erfolg nicht zu beklagen.

        • Aus einem Interview mit Arne Hoffmann:

          MANNdat: Du befasst dich auch sehr intensiv mit der amerikanischen Männerrechtsbewegung. Ist man dort schon weiter und wenn ja, was können wir für uns daraus lernen?

          Hoffmann: Ich würde hier nicht nur auf den amerikanischen, sondern den angelsächsischen Raum insgesamt schauen – Kanada und Australien sind uns ja auch weit voraus. Ein gutes Beispiel für gelingendes Engagement sind aber auch die britischen Fathers 4 Justice. Deren Mitglieder haben als Superhelden verkleidet bekannte Bauwerke bestiegen, sich an eine Ministerin gekettet, Tony Blair mit Mehlbomben beworfen und vor dem Haus eines Ministers einen Hungerstreik veranstaltet. Als Folge davon erreichten sie mit ihren Anliegen landesweite Bekanntheit und das sprang auf andere Männeranliegen über. Inzwischen kann in Großbritannien eine Mutter ins Gefängnis kommen, die einen Scheidungsvater sein Kind nicht sehen lässt, Frauenhäuser müssen auch Männer aufnehmen, Männerrechtler wie Glen Poole und Ally Fogg veröffentlichen regelmäßig in führenden Zeitungen und junge Männer gelten an Hochschulen als “benachteiligte Gruppe”. In Kanada und den USA kleben Männerrechtler provokative Plakate gegen Falschbeschuldigungen sexueller Gewalt, sie halten Vorträge in Universitäten und versuchen, dort bleibende Einrichtungen zu etablieren. Die gewalttätigen Übergriffe von Feministinnen auf männerpolitische Aktivisten führen regelmäßig zu einer breiten Berichterstattung über die Anliegen der Männerrechtler.

          So erfreulich die in den letzten Jahren entstandene maskulistische Bloggerszene ist, so bedauerlich ist es zugleich, wie sehr sich die meisten von uns noch darauf beschränken, innerhalb der eigenen Filterbubble zu lamentieren, zu analysieren, zu kommentieren und zu diskutieren. Zahllose Blogposts und endlos lange Kommentarspalten helfen uns aber nur begrenzt. Allmählich wären Beiträge dringend geboten, die Aktionen initiieren, um die Positionen und Argumente der Männerbewegung so vielen Leuten wie möglich bekannt machen. Manchmal hat man fast den Eindruck, viele Protagonisten hierzulande wollen weniger die Verhältnisse verändern, als sich selbst darstellen und die Zeit totschlagen. Und dann wundern wir uns darüber, dass die Wochenzeitung “Die Zeit” schreiben kann, eine Männerbewegung sei hierzulande überfällig.

          http://manndat.de/interview/gleichgesinnte-finden-anstatt-sich-fanatikern-abarbeiten.html

        • @ Leszek

          *Man merkt, dass politischer Aktivismus dir fremd ist. (Ist wohl zu “kulturmarxistisch”)
          Es steht zu hoffen, dass sich trotzdem ausreichend Personen finden, die nicht sofort alle möglichen Bedenken vorschieben, sondern zur gewaltfreien Tat schreiten. Nur mit solchen Leuten hat man Erfolg.*

          Zitat, Leszek:

          *Für die Umsetzung dieser Idee braucht die Männerrechtsbewegung allerdings ein paar Leute, die nicht (wie ich) auf Anonymität angewiesen sind, die bereit sind sich einige Zeit mit Theorie und Praxis gewaltfreier Aktion auseinanderzusetzen und die verantwortungsvoll, selbst-diszipliniert und kritikfähig sind.*

          Also Dich braucht sie nicht.

          Man merkt, dass man Dich nicht ernst nehmen muss.

          Du willst in den Müllstrom?

          Verstehe nicht, warum Du dort nicht schon längst schwimmst.

          Du passtest bestens hinein.

        • @ Roslin

          Ja, er verlangt in einer Umgebung, in der er sich nicht zu erkennen traut (klar, jedem seine Sache, aber trotzdem bezeichnend!) von anderen sich NUR so zu wehren, wie es ihm in den Kram passt.

          Ja, dieses Heldenvorschicken ist schon eine feine Sache. Wenn es Ärger gibt, kann man ja leicht mit dem Mainstream mitschimpfen … 🙂

        • Sind Mehlbomben gegen Tony Blair nicht viel gewalttätiger und missachtender als Hohn und Spott?

          Wo bleibt Deine Gutmenschensensibilität?

          Versagt sie, weil Blair ein Mann ist?

          Zudem redet sich auch Hoffmann die Lage schön. Schauen wir doch in den angelsächsischen Raum, nach GB.

          Welches Gesetz ist dort gerade in der Pipeline, von einer konservativ-liberalen r Regierung vorbereitet?

          Na, das hier:

          http://www.telegraph.co.uk/news/uknews/law-and-order/11244275/New-domestic-violence-law-will-outlaw-coercive-control.html

          Der Gewaltbegriff wird weiter entgrenzt, die Drohung, die sich über allen Männern zusammenzieht, wird immer düsterer.

          *Theresa May, the Home Secretary, is expected to announce new powers allowing the police to prosecute those who are guilty of psychological and emotional abuse.

          It means for the first time men who control their partners through threats or by restricting their personal or financial freedom, could face prison in the same way as those who are violent towards them.

          [Feminist] Campaigners have long called for a change in the law to put psychological exploitation on a par with physical violence, in the hope it will encourage more victims to come forward and report abuse in the home.*

          Natürlich geschlechtsneutral formuliert, aber wir wissen ja, wie’s gemeint ist, wie’s angewandt wird.

          Wer’s nicht weiß, dem muss man es ganz offen sagen.

          Das tut man auch:

          *It is thought as many as 1.2 million women experience some kind of domestic abuse in Britain each year.

          But many do so silently, having little faith they will be believed or protected if they go to the police.

          Those who do find the courage to report an abusive partner often do not do so until there have been at least 30 incidents.

          Tragically it can be too late for some as the escalating pattern of abuse and violence sees an estimated two women murdered by a partner or ex-partner every week in Britain.*

          Dass fast ebenso viele Männer von ihren Partnerinnen umgelegt werden, who cares?

          *Under the terms of the Bill a person convicted of coercive control could face up to 14-years in prison and there will be no statutory time limit for the offences, meaning abuse dating back years can be taken into account.

          When similar laws were introduced in the United States it led to a 50 per cent rise in the number of women coming forward to report domestic abuse.*

          Labour/der Linken geht das natürlich noch nicht weit genug.

          Sind die wieder dran, wird die Schraube dann eben noch ein wenig weiter in’s Holz gedreht.

          Und so weiter und so fort.

          Auch im angelsächsischen Raum geht der feministisch-femizentrische Umbau ungebremst weiter.

          Warum auch nicht.

          Es kostet die Frauen ja nichts, gar nichts.

          *Harry Fletcher, the director of Digital-Trust, who helped worked on details of the Bill said: “Any move to criminalise coercive control without time limits will be a major step forward. It will increase victims’ confidence in the system and lead to more successful prosecutions.”*

          Without time limits.

          Ihr seid Traumtänzer.

        • @ Roslin

          „Also Dich braucht sie nicht.“

          Ich habe durchaus etwas Erfahrung mit politischem Aktivismus, bin im Kontext der Männerrechtsbewegung aber zur Zeit auf Anonymität angewiesen – genau wie du.

          „Man merkt, dass man Dich nicht ernst nehmen muss.“

          Man merkt, dass du offensichtlich keine Ahnung vom Thema „gewaltfreie Aktion“ hast, weshalb ich dir ja geraten habe, mal zum Thema zu recherchieren.

          „Du willst in den Müllstrom?“

          Als Aktivist im Kontext der anarchistischen Bewegung ist der Mainstream nicht mein primäres Ziel.
          Was aber die Männerrechtsbewegung und ihre berechtigten Anliegen angeht, ist das Erreichen des Mainstreams m.E. sehr wichtig – auf moralisch vertretbare Weise versteht sich.

          „Verstehe nicht, warum Du dort nicht schon längst schwimmst.
          Du passtest bestens hinein.“

          Das glaube ich eher nicht.

        • @ ddbz

          „So ein Unsinn! Wenn das so wäre, wäre Deine Art hier zB @Roslin zu kritisieren auch eine solche Gewalt. Du überdehnst den Gewaltbegriff aber gewaltig.“

          Zitat Roslin:

          „Je mehr Karrierefrauen mit Burn Out, desto besser.“

          „Eine spitze Bemerkung hier, ein höhnisches Grinsen da, das genügt, das ermüdet, das ermattet, gerade Frauen, deren Selbstbewusstsein in der Regel nicht sehr fest im Sattel sitzt.“

        • Sollte hierin:

          @ Leszek

          *“Eine spitze Bemerkung hier, ein höhnisches Grinsen da, das genügt, das ermüdet, das ermattet, gerade Frauen, deren Selbstbewusstsein in der Regel nicht sehr fest im Sattel sitzt.”*

          Was ist das gegen Mehlbomben, die Du ja offensichtlich für erlaubt und zielführend hältst.

          Als gewaltfreie Aktion.

          Wenn sie sich denn nur gegen einen Mann wie Blair richten.

          Mein Handeln scheint mir da wesentlich gewaltfreier.

          Es richtet sich allerdings direkt gegen die primären Profiteure dieses feministischen Gesellschaftsverderbs – FRAUEN.

          Fazit:

          Mehr Pirincci, weniger Leszek, weniger linkes Gutmenschensalbadern.

        • @ Roslin

          „Sind Mehlbomben gegen Tony Blair nicht viel gewalttätiger und missachtender als Hohn und Spott?“

          Mehlbomben gegen Politiker sind offensichtlich harmlos.
          Das wird ein Spitzenpolitiker verkraften müssen.

          Darüber hinaus habe ich keine Probleme damit, Vorgesetzte zu mobben, wenn es sich um Individuen handelt, die Arschlöcher sind, aber ich tue das ganz bestimmt nicht wegen des Geschlechts.

          „Wo bleibt Deine Gutmenschensensibilität?“

          Ich lehne den rechten Kampfbegriff „Gutmensch“ ab.

          „Versagt sie, weil Blair ein Mann ist?“

          Keineswegs, was für die eine Seite gilt, hat auch stets für die andere Seite zu gelten. Auch eine Spitzenpolitikerin muss dementsprechend Mehlbomben verkraften können.

          „Schauen wir doch in den angelsächsischen Raum, nach GB.“

          Ja und? Das ist doch kein Argument gegen gewaltfreie männerrechtliche Aktionen, sondern lediglich ein Argument für mehr gewalftreie männerrechtliche Aktionen.
          Es muss sich eben auch erstmal eine kontinuierliche aktivistische Tradition entwickeln, bevor mit größeren Erfolgen gerechnet werden kann.

          „Ihr seid Traumtänzer.“

          Nein, nur mit mehr Sinn für Pragmatismus ausgestattet als du.

        • @ Leszek

          Und? Wo ist der Unterschied zu Deinem Verhalten, zumal Du ja offensichtlich sogar Mehlbomben gegen einen Mann nicht als Gewalt betrachtest. Du hast auch mehrfach erklärt den @Roslin und andere weiter scharf zu kritisieren, komme was da wolle. Hab ich ja nix gegen, nur Deine Doppelaxt ist hier falsch angesetzt.

          Machen wir es doch mal ganz einfach, erkläre mir genau was für Dich Gewalt ist und was nicht.

          Wenn ich denke eine Nutzniesserin dieses Frauenbevorzugungssystems vor mir zu haben, kann ich einfach nicht anders als mit Verachtung reagieren. Du willst doch nicht, daß ich meiner Natur Gewalt antue? 🙂

        • @ Roslin

          „Es richtet sich allerdings direkt gegen die primären Profiteure dieses feministischen Gesellschaftsverderbs – FRAUEN.“

          Mit mir gibt´s keinen Geschlechterklassenkampf, mit mir gibt´s nur ökonomischen Klassenkampf – und den gegen männliche wie weibliche Vorgesetzte und in Solidarität mit den männlichen und weiblichen Kollegen.

        • @ ddbz

          „Und? Wo ist der Unterschied zu Deinem Verhalten,“

          Ich betreibe kein Mobbing und rufe nicht dazu auf. Ich kritisiere höchstens scharf und zwar kontextbezogen.

          „zumal Du ja offensichtlich sogar Mehlbomben gegen einen Mann nicht als Gewalt betrachtest.“

          Ich betrachte Mehlbomben gegen Spitzenpolitiker jederlei Geschlechts als harmlos.

          „Machen wir es doch mal ganz einfach, erkläre mir genau was für Dich Gewalt ist und was nicht.“

          So genau müssen wir da gar nicht definitorisch einsteigen.
          Wenn intendiert ist, weibliche Vorgesetzte durch Mobbing-Verhalten in den Burnout zu treiben, ist das natürlich psychische Gewalt, was denn sonst?

          Ich bin libertärer Sozialist, ich betrachte (fast) jeden Vorgesetzten IN SEINER FUNKTION als Gegner, aber nicht als Person. Auf der persönlichen Ebene betrachte ich nur solche Vorgesetzten, als Gegner, die Arschlöcher sind und das geschlechtsunabhängig.

          „Wenn ich denke eine Nutzniesserin dieses Frauenbevorzugungssystems vor mir zu haben, kann ich einfach nicht anders als mit Verachtung reagieren. Du willst doch nicht, daß ich meiner Natur Gewalt antue?“

          Wenn du mutig bist und es dir wichtig genug ist, dann stehe offen zu deiner Meinung, dass Quoten abzulehnen sind, nenne Kollegen und Vorgesetzten deine Argumente gegen Quoten und engagiere dich politisch.

          Aber allen Ernstes geschlechtsbezogenes Mobbing gegen weibliche Vorgesetzte als männerrechtliche Aktionsform zu diskutieren, zeigt nur, wie gering ein konstruktives aktivistisches Bewusstsein bislang offenbar ausgeprägt ist.
          Das ist wieder sowas, wo ich denke: Wenn ich das meinen anarchistischen Genossen erzählen würde – viele von ihnen langjährige verantwortungsvolle Aktivisten – was für ein erbärmliches Bild der Männerrechtsbewegung
          da rüberkommen würde.

        • @ Leszek

          *was für ein erbärmliches Bild der Männerrechtsbewegung
          da rüberkommen würde.*

          Vielleicht sollte Dich mehr interessieren, was für ein erbärmliches Bild der Linken/des Anarchismus bei Männerrechtlern ankommt.

        • @ Leszek

          „Ich bin libertärer Sozialist, ich betrachte (fast) jeden Vorgesetzten IN SEINER FUNKTION als Gegner, aber nicht als Person.“

          Welche Vorgesetzten betrachtest du nicht als Gegner?

          „Wenn ich das meinen anarchistischen Genossen erzählen würde – viele von ihnen langjährige verantwortungsvolle Aktivisten – was für ein erbärmliches Bild der Männerrechtsbewegung da rüberkommen würde.“

          Für wie groß schätzt du die Bereitschaft deiner anarchistischen Genossen ein, sich für männerrechtliche Anliegen einzusetzen?

        • @ JC Denton

          „Welche Vorgesetzten betrachtest du nicht als Gegner?“

          Jemanden, von dem ich weiß, dass er die Position als Vorgesetzter nur aus funktionalen Zwängen heraus übernommen hat und der sehr verantwortungsbewusst mit dieser umgeht.
          (Sollte es allerdings zu einem Arbeitskampf kommen, könnte auch hier eine funktionale Gegnerschaft entstehen.)

          „Für wie groß schätzt du die Bereitschaft deiner anarchistischen Genossen ein, sich für männerrechtliche Anliegen einzusetzen?“

          Gering. Haben meist keine Ahnung vom Thema.
          Mir ging es bei dem Beispiel auch weniger um den Anarchismus, sondern darum, dass ein solcher Vorschlag auf ernsthafte langjährige politische Aktivisten nur grotesk wirken kann.

        • @ Leszek

          „Jemanden, von dem ich weiß, dass er die Position als Vorgesetzter nur aus funktionalen Zwängen heraus übernommen hat und der sehr verantwortungsbewusst mit dieser umgeht.“

          Also betrachtest du Menschen, die den Posten haben, weil sie gerne Verantwortung übernehmen oder über eine größere Qualifikation verfügen, als Gegner? Selbst dann, wenn sie ihren Job gut machen?

          „Gering. Haben meist keine Ahnung vom Thema.“

          Scheinbar siehst du es nicht als deine Aufgabe an, sie dahingehend aufzuklären. Hast du etwa Angst, dass du dann plötzlich als pöhser Rechtsradikaler dastehen würdest?

        • @ JC Denton

          „Also betrachtest du Menschen, die den Posten haben, weil sie gerne Verantwortung übernehmen oder über eine größere Qualifikation verfügen, als Gegner? Selbst dann, wenn sie ihren Job gut machen?“

          Aus klassenkämpferisch-anarchistischer Perspektive ist eine Person, die sich in einer Position befindet, andere Menschen einzustellen oder zu entlassen, nun einmal grundsätzlich als Gegner in einem funktionalen Sinne aufzufassen.
          Es hat ja auch seinen guten Sinn, dass jemand in einer solchen Position nicht Mitglied in einer klassenkämpferischen Organisation werden kann. Diese müssen gegnerfrei bleiben.

          Über die persönliche Ebene sagt das jedoch nichts aus.
          Der Vorgesetzte kann ein netter Mensch sein oder ein Arschloch oder alles dazwischen, es geht hier um eine funktionale Betrachtung für den Kontext des Klassenkampfs.

          „Scheinbar siehst du es nicht als deine Aufgabe an, sie dahingehend aufzuklären.“

          Doch. Ich tue das in einigen der linken Kontexte, in denen ich verkehre durchaus, in manchen ist es aber nicht möglich.

          „Hast du etwa Angst, dass du dann plötzlich als pöhser Rechtsradikaler dastehen würdest?“

          Wenn es sich um einen linken Kontext handelt, der zu stark vulgärfeministisch geprägt ist, wären solche Vorwürfe nicht auszuschließen. Meiner Erfahrung nach kommt es dann aber eher zu Sexismus-Vorwürfen. Zu Beschimpfungen gegen mich von radikalfeministischer Seite („Sexist“,. „Antifeminist“ blah, blah, blah) kam es bisher zwei mal.

        • @ Leszek

          „…männerrechtliche Aktionsform zu diskutieren, …“

          Männerrechtliches ist mir eigentlich wurst. Da ich aber damit rechne bei diesen weiblichen Vorgesetzten Quotenbenutzerinnen vor mir zu haben, werde ich die entsprechend behandeln.

          Zu Deiner lieben Mehlbombe: Haben sich die Anwender denn kundig gemacht ob deren Ziel keine entsprechende Allergie hat?

          *Bei Inhalation von Mehlstaub kommt es in erster Linie zu allergischem Asthma („Bäckerasthma“), nur selten zu einem anaphylaktischen Schock.*

          https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/getreideallergie.html

          Abgesehen von eventellen Folgeunfällen durch Schreckreaktion des mit Mehlargumenten zu überzeugenden oder durch Überreaktion angespannter Personenschützer …

          Du bist mir ein feiner gewaltfreier, folgenbedenkender Gutmensch. 😦

        • „Die einzelne Vorgesetzte mag keine Quotenjule sein, sie hat sich aber in der Regel auch nicht gegen den Krieg gegen Mann/Männlichkeit gestellt, den Feminist.I.nnen gegen Männer führen.“

          „Eine spitze Bemerkung hier, ein höhnisches Grinsen da, das genügt, das ermüdet, das ermattet, gerade Frauen, deren Selbstbewusstsein in der Regel nicht sehr fest im Sattel sitzt.

          Das ist nicht fair, aber angesichts der sich verschärfenden Zustände legitim.

          Männer haben viel zu lange versucht, fair zu sein gegenüber einem absolut unfairen FEIND.“

          Das ist genau das gleiche Argument, mit dem viele Feministinnen legitimieren, den einzelnen Mann als Feind zu betrachten und zu behandeln.

          „Der einzelne Mann mag kein Macker sein, hat sich aber in der Regel auch nicht gegen den Krieg gegen die Frauen gestellt, den das Patriarchat führt“

          „Das ist nicht fair, aber angesichts der sich verschärfenden Zustände legitim.

          Frauen haben viel zu lange versucht, fair zu sein gegenüber einem absolut unfairen FEIND.“

          Nietzsche sagte doch, wenn du zu lange in den Abgrund schaust, sieht der Abgrund irgendwann auch in dich hinein.

          @ Leszek

          „Darüber hinaus habe ich keine Probleme damit, Vorgesetzte zu mobben, wenn es sich um Individuen handelt, die Arschlöcher sind, aber ich tue das ganz bestimmt nicht wegen des Geschlechts.“

          Ich weiß nicht, wie du Mobbing definierst, aber ich denke, es ist nie in Ordnung. Was allerdings in Ordnung ist, ist sich gegen sadistische Vorgesetzte zur Wehr zu setzen, z.B. indem man ihre Handlungen dokumentiert und offenlegt. Gegen Intrigen kämpft man doch am besten mit offenem Visier, nicht indem man selbst intrigiert?

        • JC Denton

          „Also betrachtest du Menschen, die den Posten haben, weil sie gerne Verantwortung übernehmen oder über eine größere Qualifikation verfügen, als Gegner? Selbst dann, wenn sie ihren Job gut machen?“

          Den Job gut zu machen, kann ja für deinen Vorgesetzten darin bestehen, dich für weniger Geld mehr arbeiten zu lassen oder dich eine gefährliche Arbeit verrichten zu lassen, der sich der Vorgesetzte nicht aussetzen will. Die Gegnerschaft ist ja in der „Weisungsbefugnis“ des einen über den anderen schon enthalten und kommt natürlich in dem Moment zum Tragen, wo es einen Interessenskonflikt gibt. Ansonsten könnte ja die Vernunft die Weisungsbefugnis ersetzen, indem das „bessere Argument“ beiden einleuchtet.

        • @ ddbz

          „Zu Deiner lieben Mehlbombe: Haben sich die Anwender denn kundig gemacht ob deren Ziel keine entsprechende Allergie hat?
          *Bei Inhalation von Mehlstaub kommt es in erster Linie zu allergischem Asthma („Bäckerasthma“), nur selten zu einem anaphylaktischen Schock.*
          https://www.gesundheit.gv.at/Portal.Node/ghp/public/content/getreideallergie.html

          O.k., das ist bezüglich der Mehlbomben dann mal ein gutes Gegenargument.
          War mir in der Tat nicht bekannt, ich hatte jetzt nur die (einmalige) peinliche Situation für Spitzenpolitiker im Hinterkopf, die ich als nicht so gravierend bewertet habe.

          Im Fall der Möglichkeit gesundheitlicher Risiken entfernen wir die Mehlbomben mal aus dem Arsenal gewaltfreier Kampfmittel und verzichten darauf.
          Um Mehlbomben ging es mir bei meiner Argumentation für gewaltfreie männerrechtliche Aktionen ohnehin nicht.

        • @ Leszek

          „Aus klassenkämpferisch-anarchistischer Perspektive ist eine Person, die sich in einer Position befindet, andere Menschen einzustellen oder zu entlassen, nun einmal grundsätzlich als Gegner in einem funktionalen Sinne aufzufassen.“

          Ein Vorgesetzter ist aber nicht zwangsläufig jemand, der über Einstellungen oder Entlassungen entscheidet. Ein Vorgesetzter ist schlicht jemand, der dir Anweisungen gibt bzw. die Betriebsabläufe koordiniert.

          „Doch. Ich tue das in einigen der linken Kontexte, in denen ich verkehre durchaus, in manchen ist es aber nicht möglich. “

          Liegt das an den Radikalfeministen oder an anderen Faktoren?

          „Wenn es sich um einen linken Kontext handelt, der zu stark vulgärfeministisch geprägt ist, wären solche Vorwürfe nicht auszuschließen. Meiner Erfahrung nach kommt es dann aber eher zu Sexismus-Vorwürfen. Zu Beschimpfungen gegen mich von radikalfeministischer Seite (“Sexist”,. “Antifeminist” blah, blah, blah) kam es bisher zwei mal.“

          Wie hast du auf die Vorwürfe reagiert, und was haben deine nichtradikalfeministischen Genossen gesagt?

        • @ ichichich

          „Den Job gut zu machen, kann ja für deinen Vorgesetzten darin bestehen, dich für weniger Geld mehr arbeiten zu lassen oder dich eine gefährliche Arbeit verrichten zu lassen, der sich der Vorgesetzte nicht aussetzen will. Die Gegnerschaft ist ja in der “Weisungsbefugnis” des einen über den anderen schon enthalten und kommt natürlich in dem Moment zum Tragen, wo es einen Interessenskonflikt gibt. Ansonsten könnte ja die Vernunft die Weisungsbefugnis ersetzen, indem das “bessere Argument” beiden einleuchtet.“

          Mit „gut machen“ meinte ich in diesem Kontext, dass der Vorgesetzte seine Untergebenen korrekt behandelt und kein Arschloch ist. Ich bestreite nicht, dass Vorgesetzter und Untergebener verschiedene Interessen haben. Dieser Interessengegensatz ist nicht aufhebbar und würde auch bestehen, wenn es nur Gleichrangige gäbe.

        • @ ichichich

          „Ich weiß nicht, wie du Mobbing definierst, aber ich denke, es ist nie in Ordnung. Was allerdings in Ordnung ist, ist sich gegen sadistische Vorgesetzte zur Wehr zu setzen, z.B. indem man ihre Handlungen dokumentiert und offenlegt. Gegen Intrigen kämpft man doch am besten mit offenem Visier, nicht indem man selbst intrigiert?“

          Wenn möglich ja.
          Es kann aber Kontexte geben, z.B. in prekären Beschäftigungsverhältnissen, in denen es kaum solche Möglichkeiten gibt. Dann kann man es den Arbeitern m.E. nicht verdenken, wenn sie sich gegen einen sadistischen Chef mit Intrigen versuchen zur Wehr zu setzen

          (Und „Dienst nach Vorschrift“ und „Sabotage“ gehören übrigens ohnehin zu den traditionellen anarcho-syndikalistischen Methoden, die im Arbeitskampf Anwendung finden können, falls dies von der Belegschaft als sinnvoll angesehen wird.)

        • „“Dienst nach Vorschrift” und “Sabotage” “ würde ich nicht unter Mobbing zusammenfassen.

          Mobbing wäre z.B., dem Vorgesetzten heimlich Kipo auf den Rechner zu laden und dann anzuzeigen.

          Ich würde den Begriff „Mobbing“ einfach nicht gebrauchen, selbst wenn es um aggressivere Methoden des Arbeitskampfs ginge. Sonst wirkt das so, als gäbe es „gerechtes Mobbing“. Ich denke, beim Mobbing geht es vorrangig um die psychische Zerstörung einer Person, nicht um Angriffe auf Funktionsträger.

        • @ Leszek

          So ist das wohl mit Argumenten. Du und die meisten hier lassen sich von solchen auch mal überzeugen. Das ist eben ein Unterschied zu Feminist.I.nnen. Bei denen helfen keine Fakten, Argumente oder so Zeug.

          Mir scheint daher auch die einzige Möglichkeit diese bei ihren Gefühlen zu packen. Finde ich auch traurig, ist aber wohl leider so.

          Ich glaube eben auch nicht, daß man fair mit dieser Bande umgehen kann … 😦

        • @ JC Denton

          „Ein Vorgesetzter ist aber nicht zwangsläufig jemand, der über Einstellungen oder Entlassungen entscheidet. Ein Vorgesetzter ist schlicht jemand, der dir Anweisungen gibt bzw. die Betriebsabläufe koordiniert.“

          Ist ein Vorgesetzter mit den Beschäftigten in einem Arbeitskampf solidarisch und handelt entsprechend, ergeben sich keine Probleme.
          Handelt er – sei es aus Überzeugung, sei es aufgrund eines Interessengegensatzes oder sei es, weil er sich durch seine Funktion dazu gezwungen sieht – gegen die Interessen der Beschäftigten im Arbeitskampf, so muss er eben im funktionalen Sinne als Gegner betrachtet werden.

          „Liegt das an den Radikalfeministen oder an anderen Faktoren?“

          Das liegt an radikalfeministischen Einflüssen.

          „Wie hast du auf die Vorwürfe reagiert,“

          Ich reagiere in solchen Situationen meist mit Erklärungen zu den theoretischen Grundlagen der sozialistischen und anarchistischen Frauenbewegung der ersten Welle der Frauenbewegung und warum diese mit dem zeitgenössischen Radikal- und Gender-Feminismus nicht vereinbar sind, aber mit berechtigten männerrechtlichen Anliegen sehr wohl und ich erkläre das Konzept des „integralen Antisexismus“
          Erfahrungsgemäß lassen sich fanatische Anhänger einer Variante des radikalen Feminismus zwar nicht überzeugen, aber durchschnittliche Linke häufiger schon.

          „und was haben deine nichtradikalfeministischen Genossen gesagt?“

          Darüber kann ich dir natürlich keine Details mitteilen, aber viele, mit denen ich später darüber gesprochen habe, waren meinen Argumenten durchaus zugänglich. Allerdings setzen solche Gespräche Interesse am Thema und Zeit voraus.
          In der Gegenwart von PC-Fanatikern oder radikalen Feministinnen ist die Kommunikationsatmosphäre sehr ungünstig für rationale Diskussionen.

        • @ Leszek

          „Ist ein Vorgesetzter mit den Beschäftigten in einem Arbeitskampf solidarisch und handelt entsprechend, ergeben sich keine Probleme.“

          Ich dachte eher an den Betriebsalltag, nicht an Arbeitskämpfe.

  3. „Man fragt sich nur, wie es den Feministinnen gelungen sein soll, sich quasi zu einem göttlichen Beobachterstandpunkt außerhalb des Systems aufzuschwingen.“ (LoMi)
    „Der autoritäre Feminismus hat seiner Hauptzielgruppe erfolgreich weis gemacht, dass sie den Verlockungen autoritär-totalitärer Denkmuster gegenüber immun sind.“ (Neuer Peter)

    Das ist in meinen Augen ein sehr wichtiger Aspekt. Darüber lässt sich auch erklären, warum heutige feministische Positionen durchaus ernstzunehmende Traditionen aufgreifen, dabei aber zu etwas verzerren können, was tatsächlich einen totalitären Charakter bekommt. Ich versuch das einmal am Beispiel von Adorno, weil das hier gut passt.

    Die Vorstelleung, dass es kein richtiges Leben im Falschen gebe, ist ja mittlerweile fast Bestandteil der Popkultur, so leicht lässt sie sich zitieren. Bei Adorno war die Überzeugung einer umfassenden Falschheit übrigens nicht (wie manchmal unterstellt) Ausdruck eines Hasses auf die westliche Kultur, im Gegenteil – die verehrte er, gerade die bildungsbürgerlichen Standards (der Großteil seiner Schriften besteht aus Schriften zur Musik). Für ihn ging es vor allem darum, zu erklären, wie so etwas wie Auschwitz möglich sein konnte.

    Anders als z.B. Hannah Arendt, die von einem „Choc“ sprach und die Massenmorde an den europäischen Juden als absoluten Zivilisationsbruch wahrnahm, versuchte Adorno, eine Kontinuität zwischen den Massenmorden und der (kapitalistischen) zivilen Gesellschaftsordnung zu beschreiben. Für ihn war diese Ordnung damit radikal diskreditiert.

    Wichtig aber: Auch die Kritik an dieser Ordnung, auch seine eigene Position war für ihn ebenso diskreditiert, Teil vom „Falschen“. „Alle Kultur nach Auschwitz, samt der dringlichen Kritik daran, ist Müll.“ Es gibt hier keinen „guten“ Standpunkt.

    Ich persönlich fand die Auseinandersetzung mit Adorno, besonders mit seiner ästhetischen Theorie, sehr lohnend, auch wenn ich seine Position eindeutig falsch finde. Es gibt im Pragmatismus, auch bei Donald Davidson sehr schöne Argumente gegen die Vorstellung einer umfassenden „Falschheit“.

    Davidson argumentiert sinngemäß: Wenn wir einen Zweifel formulieren, dann können wir das nur auf der Basis einer unübersehbaren Menge von Aussagen tun, die wir in diesem Moment schlicht als gegeben voraussetzen, die wir eben nicht bezweifeln. Wer bezweifelt, dass Werder am Wochenende gegen den HSV gewonnen hat, der setzt immerhin voraus, dass es Werder gibt, den HSV, ein Spiel, ein Konzept des Gewinnens und Verlierens, Wochenenden etc..

    Ein Schluss daraus: Die Idee einer umfassenden Falschheit ist schlicht sinnlos. Wir können entsprechende Wörter aneinanderreihen, aber wir merken dann möglicherweise nicht einmal, dass diese Wörter überhaupt keinen Sinn ergeben.

    Adorno, immerhin, versucht, diese Position ehrlich durchzudeklinieren, vor dem Hintergrund seiner eigenen realen (und ja auch biographischen) Erschütterung angesichts des Nationalsozialismus. Im heutigen Gerede vom umfassenden Patriarchat ist so ein Hintergrund jedoch überhaupt nicht mehr da – übrig bleibt ein eitles Spiel mit Wörtern.

    Mir ist das einmal bei Schrupp aufgefallen, bei der ich den Eindruck habe, dass sie mit Adorno durchaus vertraut ist. Z.B. in ihrer Metapher vom Sexismus als allgegenwärtigem „Regen“ greift sie auf die Vorstellung einer umfassenden Falschheit zurück – präsentiert aber sofort feministische Politik als Heilmittel dagegen.

    Das heißt, sie bedient sich Adornos mit dem Ethos einer Quacksalberin.

    Was von den Traditionen, aus denen sich Schrupp und co. ungeniert bedienen, bleibt, ist dann z.B. gar nicht mehr der unmögliche Versuch, mit den Konsequenzen von Auschwitz klarzukommen – das ist Schrupp ebenso egal wie anderen Feministinnen. Hier dient die Idee einer umfassenden Falschheit nur noch der eigenen Selbstvergewisserung und –überhöhung: Gegen die Falschheit der Welt ist die eigene Richtigkeit das einzige Heilmittel.

    (PS. @ Neuer Peter: Danke für die Verlinkung!)

    • Schoppe

      „Wer bezweifelt, dass Werder am Wochenende gegen den HSV gewonnen hat, der setzt immerhin voraus, dass es Werder gibt, den HSV, ein Spiel, ein Konzept des Gewinnens und Verlierens, Wochenenden etc..

      Ein Schluss daraus: Die Idee einer umfassenden Falschheit ist schlicht sinnlos.“

      Das ist aber eine unzureichende Kritik an Adorno, weil du die „Falschheit“ i.S. einer moralischen Diskreditierung/eines moralischen Bankrotts (wenn Adorno selbst den Begriff „falsch“ benutzt hat) hier mit „falsch“ als Gegenteil von „wahr“ gleichsetzt.

      In dem Sinne, dass sich eine Gesellschaftsordnung als „wahr“ beweist, indem sie sich verwirklicht, hat Adorno sie doch auch nicht bestritten.

      Adornos Punkt ist doch, dass die Aufklärung – als Weg aus der Barbarei – irgendwann in Barbarei umkippt.

      Dass die Kritik Adornos auch die eigene Kritik einbezieht, wird von vielen seienr Anhänger tatsächlich gerne unter den Teppich gekehrt. Häufiger als zur Zerstörung bürgerlicher Werte (;-)) wird Adorno ja zur Verbrämung bildungsbürgerlicher Kultur genutzt, wobei er ja selbst gesagt hat, die Massenkultur sei das schlechte Gewissen der bürgerlichen Kunst, die ihre Freiheit immer mit dem Ausschluss und mit der Ausbeutung der Massen erkauft habe.

      „Mir ist das einmal bei Schrupp aufgefallen, bei der ich den Eindruck habe, dass sie mit Adorno durchaus vertraut ist. Z.B. in ihrer Metapher vom Sexismus als allgegenwärtigem „Regen“ greift sie auf die Vorstellung einer umfassenden Falschheit zurück – präsentiert aber sofort feministische Politik als Heilmittel dagegen.

      Das heißt, sie bedient sich Adornos mit dem Ethos einer Quacksalberin.“

      Interessanter Punkt.

      • „Das ist aber eine unzureichende Kritik an Adorno, weil du die “Falschheit” i.S. einer moralischen Diskreditierung/eines moralischen Bankrotts (wenn Adorno selbst den Begriff “falsch” benutzt hat) hier mit “falsch” als Gegenteil von “wahr” gleichsetzt.“

        Ja, es stimmt – Davidson argumentiert erkenntnistheoretisch, gegen den Skeptizismus, Adorno hingegen im Hinblick auf eine politische und moralische „Falschheit“. Ich glaube aber, dass das Argument übertragbar ist – auch wenn wir etwas im moralischen Sinne etwas als falsch beschreiben, setzt das irgendeine moralische Intaktheit voraus. Es kann nicht alles rundum moralisch falsch sein, weil wir diese Falschheit dann gar nicht mehr beschreiben und feststellen könnten.

        Zumal in einem praktischen Sinn ist das in meinen Augen ganz sicher richtig – wenn alles rundum moralisch radikal verkommen wäre, würden wir gar nicht die Gelegenheit haben, darüber zu lamentieren, weil wir ständig damit zu tun hätten, nicht zu krepieren (was uns vermutlich nicht allzu lange gelingen würde).

        Adorno war intellektuell so integer, dass er niemals den Eindruck erweckt, in einer rundum „falschen“ Gesellschaftsordnung könnte ER in seinem Inneren wie durch Zauberei „richtig“ sein. Diese Integrität fehlt sich bei heutigen Feministinnen mit großer Selbstverständlichkeit.

        „JA ICH WEISS/ICH BIN FALSCH/HIER/IN DIESER WELT/ODER//DIESE WELT/MIT IHREN NORMEN/UND KATEGORISIERUNGEN/IST FALSCH“ Natürlich ist dann DIE WELT falsch – deshalb findet Lann Hornscheidt, von der die Zeilen stammen, ja auch, dass „Interventionen“ in Ordnung sind, mit denen sie zu Straftaten und zum Terrorisieren anderer aufruft. Das tut sie, INDEM sie erhebliche Privilegien dieser falschen Welt besitzt und nutzt. http://sciencefiles.org/2014/11/25/ein-profx-das-zu-straftaten-aufruft/

        Das ist in meinen Augen weithin typisch für den heutigen Feminismus: Die Welt wird als rundum falsche, als durchdringende patriarchale Ordnung beschrieben – mit einer Kriegsrhetorik, die auf der eigenen Seite jede Inhumanität legitimiert. Und zugleich ist es für die, die so reden, völlig selbstverständlich, dass ausgerechnet die schrecklichen Feinde selbst sofort massenhaft den Bedrohten und Angegriffenen zu Hilfe eilen. Ich kenne z.B. keine einzige Feministin, die ein „Patriarchat“ beschreibt und sich auch nur zwei Sekunden lang darüber Gedanken machen würde, wieso dieses „Patriarchat“ Zig-Milliarden pro Jahr allein über seine öffentlichen Kassen von Männern hin zu Frauen verteilt.

        Insofern hat Roslin oben schon einen Punkt. Ich verstehe ihn so: Wenn wir als Männer beständig als gegnerische Kriegspartie hingestellt und behandelt werden, dann gäbe uns das noch nicht das recht, nun unsererseits in Kriegslogik zu fallen. Wir könnten aber denen, die uns als Kriegsgegner hinstellen, zumindest den zivilen Beistand entziehen, auf den sie bei allem Kriegsgeschrei beständig so selbstverständlich bauen.

        Finde ich völlig einleuchtend. Das einzige Problem daran ist für mich, dass es viele treffen würde, die überhaupt keinen Geschlechterkrieg beschwören. Ich hab als Trennungs-Vater zum Beispiel von Frauen sehr engagierte Hilfe bekommen, die die überhaupt nicht nötig gehabt hätten. Ich bin auch nicht zufällig der einzige Mann, der solche Erfahrungen gemacht hat.

        Deshalb (und aus anderen Gründen) finde ich diese Perspektive sinnvoller: Es gibt eine zivile Ordnung. Die wird tatsächlich angegriffen, ist aber in vieler Hinsicht noch intakt. Wenn man die wesentliche Auseinandersetzung als eine zwischen Männern und Frauen praktiziert, lenkt man nur ab von den Auseinandersetzungen, die tatsächlich wichtig wären.

        • @ all

          Interessante diskussion!
          Ich meine, man sollte jeder frau, die in einem quotierten bereich tätig ist zu verstehen geben, dass es primär keinen grund gibt, sie nicht als quotentrulla zu sehen. Dass man jeder frau deutlich macht, dass man gewillt ist, sie sehr genau zu beobachten, ihre arbeit minutiös zu prüfen und zu bewerten, dass man bereit ist, immer wieder zu fragen, ob es sekundär einen grund gibt, sie nicht als quotenfrau zu betrachten.

          Das ist kein mobbing, kein sexistischer angriff auf frauen, sondern das ist verantwortungsbewusster umgang mit der sexistischen quoten und ihren nutzniesserinnen. Und zu denen gehören nicht alle frauen. Wer quotenprivilegien entgegen nimmt, steht völlig zu recht unter verschärfter kritischer beobachtung. Das ist der mindestpreis.

          Diejenigen, die darob ausbrennen, können ja die kisten packen und in einem bereich arbeiten, wo es keine solchen quoten gibt. Und wo es keinen legitimen grund gibt, jemanden auf grund seines geschlechts verschärft zu beobachten.

          @ roslin

          Geht deine forderung weiter, als die von mir skizzierte?

          @ leszek

          Gegen politische aktionen habe ich nichts einzuwenden, allerdings habe ich eine kleine, persönliche aversion dagegen, mitzumarschieren.

        • @ Schoppe

          *Das einzige Problem daran ist für mich, dass es viele treffen würde, die überhaupt keinen Geschlechterkrieg beschwören. *

          Das Problem sehe ich auch. Es ist nur leider unvermeidlich. Jede Form der WIRKSAMEN Gegenwehr von Männern wird Kollateralschäden produzieren.

          Keine Kollateralschäden produzierte allein das willfährige Laufenlassen der Entwicklung.

          Nur führt diese selbst in’s Desaster, da eine vollumfänglich feministisch umgebaute Gesellschaft nicht überlebensfähig ist.

          Wir haben uns in eine Lage manövriert/manövrieren lassen, aus der heraus es keine billigen, angenehmen, sanften Auswege mehr gibt.

          Dazu ist der Krebsschaden zu weit fortgeschritten.

  4. @ messi

    *Geht deine forderung weiter, als die von mir skizzierte?*

    Ich werde JEDER Frau mit mentaler Reserve gegenübertreten, bis sie eindeutig sich sowohl als kompetent wie auch als nichtfeministisch erwiesen hat.

    Auch die kompetente Feministin würde von mir als Feind betrachtet und nach Möglichkeit gemobbt.

    Die inkompetente Nichtfeministin ebenso.

    Selbst die „neutrale“ kompetente Frau würde ich mobben, weil es in diesem Kampf keine Legitimität mehr für Neutralität gibt.

    Auch sie hatte es mutmaßlich leichter, weil von feministischer Kriegführung gegen Männer profitierend, weil Frau.

    Was es mir erlaubt, es ihr schwerer zu machen.

    Der Angriff auf Männer/Männlichkeit ist totalitär in seinem Anspruch, allumfassend,keinen Sektor aussparend.

    Die gesamte Gesellschaft, jeder Ort, an dem Männer und Frauen interagieren, wurde und wird zur Geschlechterkampfzone.

    Appeasementpolitik führt hier nicht weiter.

    JEDER muss sich verhalten und positionieren.

    Neutralität war gestern.

    • Oder um es positiv zu formulieren:

      Mit meiner uneingeschränkten Loyalität könnte nur eine erkennbar antifeministische kompetente Frau rechnen.

      Denn diese hat sicher nicht von feministischer Kriegführung gegen Mann/Männlichkeit profitiert.

      Feminist.I.nnen achten ja sorgfältig darauf, dass nicht einfach Frauen in Position gehievt werden, sondern die richtigen.

    • @ roslin

      „Selbst die „neutrale“ kompetente frau würde ich mobben, …“

      Auch wenn sie in einem bereich tätig ist, der eindeutig frei von jeder frauenprivilegierung ist?

      „Die gesamte gesellschaft, jeder ort, an dem frauen und männer interagieren, wurde und wird zur geschlechterkampfzone“

      Du übertreibst, da du offenbar jede natürliche sexistische spannung zwischen „den männern“ und „den frauen“ als einen von den feministen angezettelten krieg begreifst. Die feministen benützen diese spannung und kurbeln sie an. Wenn du von appeasementpolitik sprichst und damit den heutigen staatsfeminismus in die nähe des naziregimes rückst, dann solltest du gegen die feministen kämpfen, welchen geschlechts auch immer, nicht gegen unpolitische frauen. Jeder hat das recht, den kampf oder ein bekenntnis gegen unrecht zu verweigern, solange er vom unrecht nicht selbst profitiert. Was für einen nichtjüdischen, unpolitischen, rechtschaffenen, nicht heldenhaften deutschen in nazideutschland gilt, gilt auch für die unpolitische frau von heute.
      Oder bist du da anderer meinung?

  5. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

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