Axiomische Überlegungen, die als Ausgangspunkt nicht mehr hinterfragt werden

Maddes8cht schreibt:

Die axiomatische behauptung des frauenverachtenden Patriarchats wird an den Anfang aller überlegungen gesetzt und alles weitere daraus abgeleitet. Das hat alles dann eine gewisse “Logik”, wenn man die Anfangsüberlegung axiomatisch voraussetzt.

Daher führt es auch zu nichts, unter solchen Voraussetzungen mit jemandem zu diskutieren, um das axiom in Frage zu stellen. In einem Logiksystem, in dem eine Aussage das Anfangsaxiom verletzt, diskreditiert sich folgerichtig die Aussage, die dem Axiom widerspricht.
Ganz Logisch, Beweis durch Widerspruch: Aussage widerspricht dem Ausgangsaxiom => Aussage ist Unfug. qed.

Das scheint mir ein Problem vieler radikaler ideologischer Ansätze zu sein: Sie errichten Tabus um ihre Grundthesen, die dann nicht mehr hinterfragbar sind. Gespräche über diese werden dann üblicherweise abgeblockt und es soll nur noch über die Folgen daraus diskutiert werden.

Um das abzusichern gibt es verschiedenste Strategien: Beispielsweise wird im Feminismus ein Kritisieren der Grundlagen gerne als „Derailing“ angesehen oder angeführt, dass man sich eben erst einmal Grundlagen anlesen solle, man habe keine Zeit diese allen neuen zu erklären.

Zur Absicherung dieser Grundlagen, die man eigentlich nicht beweisen kann, die aber gleichzeitig der Grundbaustein sind, wird dann gerne auf nebelhafte Begriffe wie „Patriarchat“ „patriarachale Strukturen“ oder „Rape Culture“ ausgewichen, die man dann einfach voraussetzt oder die weit genug sind, um damit alles begründen zu können. Gerne wird es auch hinter nebelhaften Fachbegriffen und komplizierter Sprache versteckt, wie bei Butler.

Das ist natürlich nicht auf den Feminismus beschränkt, Elmar beispielsweise macht mit seinem „nichtreduzierbaren Pysikalismus“ und dessen angeblicher Unvereinbarkeit mit einem „Biologismus“ genau das Gleiche: Er hat entschieden, dass diese Begründung irgendwie gegen Biologie und deren Einfluss auf menschliches Verhalten sprechen muss, kann aber auf Nachfrage nicht erklären, warum dies der Fall ist, kann die gängigsten Fälle aus dem Bereich nicht erklären, und verfällt in dem Versuch ein Tabu zu errichten in Aggression.

Das ist davon abzugrenzen, dass man von etwas überzeugt ist und bereit ist die Grundlagen darzulegen, ebenso wie die Argumente dafür und darüber zu diskutieren. Eine Überzeugung zu haben und darauf aufzubauen ist nicht zu beanstanden, solange man deren Grundlagen nicht tabuisiert.