Die Theorie der somatischen Marker

In der Theorie taucht häufiger Antonio Demasio auf, der interessante Gebiete behandelt:

António Damásios Untersuchungen beziehen sich zum einen auf den Bereich der gehirnanatomischen Substrate komplexen Verhaltens und zum anderen auf die neuronalen Grundlagen von Sprache und Kognition sowie den Zusammenhang von Gefühl, Emotion undVernunft.

Eines seiner Arbeitsgebiete ist die direkte Korrelation von morphologischen Ausfällen im CT und MRT mit den funktionellen neurologischen Ausfällen bei dem betroffenen Patienten. Insbesondere beim Schlaganfall ist diese Methode sehr erfolgreich, um lokalisierte Hirnprozesse zu erkennen, da sich der Funktionsverlust innerhalb kürzester Zeit einstellt und damit klarer erkennbar ist.

Ein gewisse Rolle spielen dabei in seinem Buch insbesondere auch zwei Fälle:

In seinen Abhandlungen Descartes’ Irrtum (im Original: Descartes’ Error: Emotion, Reason, and the Human Brain), Ich fühle, also bin ich (The Feeling of What Happens: Body and Emotion in the Making of Consciousness) und Der Spinoza-Effekt (Looking for Spinoza) untersucht er vor allem die Wechselwirkungen zwischen Körper und Bewusstsein und kommt – durch zahlreiche empirische Belege – zu dem Schluss, dass die jahrhundertelang angenommene, vor allem von Descartes postulierte, Trennung zwischen Körperund Geist (Dualismus) ein Irrtum sei. Stattdessen konstatiert er einen unauflösbaren Zusammenhang zwischen Körper und Geist, die sich ständig gegenseitig beeinflussen.

Seine These der Untrennbarkeit zwischen Geist und Materie untermauert Damásio u. a. durch zwei Fallbeispiele.

1. Fall: Phineas Gage
1848 wird Phineas Gage, damals 25-jähriger Vorarbeiter bei einer Eisenbahngesellschaft, Opfer eines schweren Unfalls. Bei einer Sprengung im Rahmen der Verlegung von Schienen durch den US-Bundesstaat Vermont bohrt sich eine 6 kg schwere, 1,10 m lange und 3 cm dicke Eisenstange mit einer Spitze von 6 mm von unterhalb des linken Wangenknochens bis zu den vorderen Schädelknochen durch Gages Schädel und fliegt danach noch 30 m weiter. Es entsteht eine ca. 4–5 cm große, kraterförmige Wunde.

Trotz des offensichtlich schweren Unfalls ist Gage während der gesamten Zeit bei Bewusstsein, und ist als Überlebender in der Lage, über den vollständigen Hergang des Unfalls zu berichten. Seine Verletzung heilt innerhalb von zwei Monaten, nur der Verlust des linken Auges ist körperlich irreversibel. Die Ärzte stellen keine Beeinträchtigung von Wahrnehmung, Gedächtnisleistung, Intelligenz, Sprachfähigkeit oder Motorik fest.

Trotzdem kommt es in der Zeit nach dem Unfall zu auffälligen Persönlichkeitsveränderungen bei Gage: War er zuvor verantwortungsbewusst, besonnen, ausgeglichen und freundlich, erscheint er seiner Umgebung nun zunehmend ungeduldig, launisch, wankelmütig und respektlos. Darüber hinaus kommt es zu einer Störung seiner Entscheidungsfähigkeit: Er trifft Entscheidungen, die seinen Interessen offensichtlich zuwiderlaufen, er kann seine Zukunft nicht mehr vernünftig planen und erleidet als Folge einen beruflichen und sozialen Abstieg.

2. Fall: Elliot
Als einen „modernen Phineas Gage“ beschreibt Damásio einen seiner Patienten, dem aufgrund eines Tumors ein Teil des präfrontalen Cortex entfernt wurde. Nach dem operativen Eingriff veränderte sich auch Elliots Persönlichkeit radikal. Zwar kommt es auch bei ihm nicht zur Einschränkung von kognitiven, motorischen oder sensorischen Fähigkeiten, jedoch weist er eine empfindliche Störung seiner Entscheidungsfähigkeit und einen Mangel an Gefühlen auf. Bilder von Situationen, die ihn einst erregten, lösen nun bei ihm keinerlei Reaktionen aus. Die Korrelation zwischen Gefühlsarmut und Entscheidungsunfähigkeit führt Damásio zur Theorie der somatischen Marker.

Die daraus abgeleitete Theorie:

Damásio vermutet, dass Elliots Gefühllosigkeit ihn daran hindert, verschiedenen Handlungsalternativen emotionale Werte beizumessen, die anderen Menschen bei der Entscheidungsfindung helfen.

Damásio stellt die Theorie auf, dass alle Erfahrungen des Menschen im Laufe seines Aufwachsens in einem emotionalen Erfahrungsgedächtnis gespeichert werden. Dieses Erfahrungsgedächtnis teilt sich laut Damásio über ein körperliches Signalsystem mit, das dem Menschen bei der Entscheidungsfindung hilft und das Damasio als somatische Marker beschreibt. Bei der Vorstellung verschiedener Handlungsalternativen geben die somatischen Marker also eine durch bisherige Erfahrungen bestimmte Rückmeldung, die dem im Entscheidungsprozess befindlichen Menschen helfen, indem sie zunächst alle emotional nicht tragbaren Handlungsmöglichkeiten ausschließen.

Die somatischen Marker sind also ein automatisches körpereigenes System zur Bewertung von Vorhersagen. Sie wirken oft unbewusst als „Alarmglocke“ oder Startsignal, nehmen einem aber prinzipiell nicht das Denken ab, sondern helfen beim Denken, indem sie Alternativen, die − aufgrund individueller Erfahrung – als günstig oder gefährlich zu bewerten sind, als solche erscheinen lassen.

Als neuronales System, das den Erwerb der somatischen Marker erlaubt, glaubt Damásio die präfrontalen Rindenfelder im Gehirn lokalisiert zu haben. Seine Theorie von den somatischen Markern erklärt den Zusammenhang zwischen Phineas Gages und Elliots Gefühlsstörungen und ihrer Unfähigkeit, sich zu entscheiden, und stellt den offenbar unauflösbaren Zusammenhang zwischen rationalen Entscheidungsprozessen und Gefühlen auf

Das wäre also wohl einer der Gründe für ein sogenanntes „Bauchgefühl“, bei dem man bestimme Entscheidungen „instinktiv“ ablehnt. Es erscheint mir auch ein interessantes Gebiet für biologische Grundlagen zu sein, gerade wenn in bestimmten Bereichen somatische Marker eher gesetzt werden oder eben teilweise schon gesetzt sind.

Auch diese Ausführungen im englischen Wikipedia-Artikel fand ich interessant:

Iowa Gambling Task

The human brain has evolved over time to best benefit one’s genes in any decision-making circumstance.[21] It is important to understand that “natural selection shapes not only the physical characteristics of organisms, but also their behavioral and cognitive traits”.[22]

The Iowa Gambling Task is the most common experimental paradigm used to test decision-making processes under various contexts and is frequently used in experiments exploring the Somatic Marker Hypothesis. The Iowa Gambling Task is a computerized task in which participants are presented with four decks of cards from which they repeatedly choose. Each deck contains various amounts of rewards of either $50 or $100, and occasional losses that are greater in the decks with higher rewards. The penalty cards are periodically located in the deck so the participant will not know when they will arise and the participants are told to pick cards that will maximize their winnings. The most profitable strategy is to only choose cards from the small reward/penalty decks because although the reward is smaller, the penalty is proportionally much smaller than in the higher reward/penalty deck. Over the course of a session, this deck will yield a significantly higher net profit compared to the alternative deck. Most healthy control participants adopt the beneficial low reward/penalty deck strategy during the duration of the task. Participants with brain damage however, are unable to determine the better deck to choose from, and continue to choose from the high reward/penalty deck despite this action causing a clear lower net profit than the other deck.[23] This experiment has been used to analyze the impairments suffered by people with damage to the ventromedial prefrontal cortex, which has been known to affect neural signaling of prospective rewards or punishments.[1] Since the Iowa Gambling Task measures participants’ quickness in “developing anticipatory emotional responses to guide advantageous choices,” it is helpful in testing the Somatic Marker Hypothesis since it studies how anticipatory signals affect decision-making.[24] The study of human behavior in respect to evolutionary psychology demonstrates “that much, if not all, of our behavior can be explained by appeal to internal psychological mechanisms”.[25] The Iowa Gambling Task and the Somatic Marker Hypothesis relate to this theory by revealing that emotions may have evolved during the course of human evolution to help people make better decisions. Therefore, the brain has been trained to make immediate decisions that will benefit the decision-maker. Evolutionary theory and the Somatic Marker Hypothesis suggest that human emotions have evolved to send signals to the brain which will help someone make quick decisions that will benefit them. The Iowa Gambling Task upholds this evolutionary theory by demonstrating that lesions to the ventromedial prefrontal cortex act as a blockade to the emotional decision-making signals that have evolved in helping humans make quick and beneficial decisions. As suggested by Comsides and Tooby, “Mechanisms involved in hierarchically ranking goals or calibrating other kinds of motivational and reward systems should be emotion-dependent”.[26]

Although the Iowa Gambling Task is a well-known experimental measure used to explore how emotions may have evolved in humans to guide decision-making, there are “real-life” factors that can be added to the Iowa Gambling Task to test differences in participants’ results. One such study found that people who were given more time to complete the Iowa Gambling Task had better results compared to people that had less time [27] In a more recent study aimed to determine the effects of perceived time constraints, the experimental group was told that they would likely not be able to finish the task in the time allotted, whereas the control group was informed they had a sufficient amount of time to finish. As expected, the participants who were informed they had an insufficient amount of time to complete the task performed more poorly than the participants who were told they had ample time to finish it. The results of this test can be correlated to the real world in which professionals are told they have an adequate amount of time to complete a project are less likely to make mistakes.[28] Thus, recent studies suggest that the Iowa Gambling Task does not appropriately mimic “real-life” decision-making tasks because other factors, such as time, play into one’s success in the task instead of merely the health of the ventromedial prefontal cortex. However, human neuroimaging studies support the validity of the Iowa Gambling Task and show a clear link to “real-life” decision-making situations. Li and colleagues (2010) used functional magnetic resonance imaging (fMRI) to analyze the brain during the Iowa Gambling Task. This imaging reveals brain activity during the Iowa Gambling Task and indicates which parts of the brain are being used during decision-making processes. The results suggest that the brain regions that were activated during the Iowa Gambling Task were consistent with the ones hypothesized to trigger decision-making by somatic markers (i.e. brain regions involved in emotional processing). This adds validity to the Iowa Gambling task in conjunction with the Somatic Marker Hypothesis and suggests emotional processing is causing these regions to be activated as well as regions associated with decision-making.[29]

Application To Risky Sexual Behavior
Emotional decision-making can greatly affect aspects of people’s daily lives, such as their sex drive. Sensation is connected to the brain and likely stimulates precarious sexual behavior by making the riskier sexual behaviors more exhilarating and pleasurable.[30] The risky sexual behavior evaluated in a study by Wardle and colleagues was continued sexual activity in individuals who are already infected with HIV and are substance dependent. The Somatic Marker Hypothesis proposes that the Iowa Gambling Task may distinguish HIV+ and substance dependent people who have emotional influenced risks, from those who have risks caused by other, unrelated factors. The Somatic Marker Hypothesis was tested in a circumstance when extraneous factors become present, such as a lethal sexually transmitted disease and substance abuse. Wardle and colleagues performed a study utilizing the Iowa Gambling Task in which they drew together 190 HIV+ participants in the Chicago area who all had a history of drug dependency or abuse. Among the factors that were held constant in all participants were: education, race, and brain related items such as no history of neurological disorders or head injury. It was hypothesized that the Iowa Gambling Task would reveal that HIV+ substance dependent people, who are at increased risk for impairment and emotional suffering, are “motivated by negative emotion in their sexual risks”.[24] The results of the study supported the hypothesis that with the better performers on the Iowa Gambling Task there was a clear connection between distress and risk relatedness. The greater the distress, the greater risk these people would take in regards to sexual acts. However, the poor performers on the Iowa Gambling Task did not show a significant link between distress and sexual risk. These findings suggest that people with intact decision-making abilities can attenuate their risk-seeking behavior by decreasing their emotional distress. This conclusion is inconsistent with the Somatic Marker Hypothesis that posits that people with “dysfunctional decision-making circuitry as reflected by poor Iowa Gambling Task performance and emotional distress has little influence on their decision-making capacity”.[24] Instead of concluding that the Iowa Gambling Task is not fully accurate in demonstrating how we have psychologically evolved, it can be determined that sexual risk is a complex neurocognitive process, and emotional variables do not have as much weight in this aspect as in others actions by humans. Additionally, the entirety of human evolutionary psychology evolved without the implications of modern day drugs such as cocaine and other similar substances that have only been presently used and distributed for the past several hundred years.[31] Therefore, it is highly likely that the new initiation of drugs and also diseases (which have always been present through evolution) act as a similar blockade as a lesion to the ventromedial prefrontal cortex, which affects neural signaling. Though many “Theories about innate human predispositions are extremely difficult to verify” the Somatic Marker Hypothesis has clear evidence leading to its validity as tested in the Iowa Gambling Task.[32]

 

20 Gedanken zu “Die Theorie der somatischen Marker

  1. Ohne biologische Materie ist nichts.

    Die biologische Materie besitzt einen individuellen Rahmen, innerhalb dessen sie interne und externe Einflüsse aller Art verarbeiten kann.

    Die biologische Materie kann durch innere und äußere Einflüsse in bestimmten Maß nicht nur funktionell sondern auch materiell modifiziert (und auch pathologisch fixiert) werden.

    Ältere Anteile der biologischen Materie stechen im Zweifelsfall jüngere Anteile der biologischen Materie.

    Je höher das Lustniveau, desto niedriger die rationale Kontrolle.

    Je inhibierter die rationale Kontrolle durch psychotrope Substanzen, desto größere Risiken werden eingegangen.

    • „Psychotrop“ – hihi, stimmt, bei Alk-Genuß kommt es häufiger zu handfesten Diskussionen mit schlagkräftigen Argumenten. 😉

      Die die Kultur berücksichtigende Ratio wird dann abgeschaltet, und der Drang, einen Konkurrenten zu unterdrücken oder gar auszuschalten, bricht durch.

  2. Zu diesem Thema könnte folgender Artikel von Alice Miller interessant sein:

    Körper und Moral

    Aus der Einleitung:

    Ich las vor kurzem eine Mitteilung über eine Therapiegruppe mit Kriegsveteranen, die an ihren schweren in Vietnam erlittenen Traumen zwei Jahre gearbeitet haben. Nachdem sie gelernt hatten, ihre eingefrorenen Emotionen dank der Empathie der Gruppe leben zu lassen, tauchten bei all diesen Menschen die Traumen ihrer Kindheit auf, und alle waren der Meinung, dass diese noch viel schmerzhafter waren, als die späteren Erlebnisse im grausamen Krieg. Diese Mitteilung gab mir den letzten Impuls zum Schreiben dieses Artikels, den ich schon vor einigen Wochen schreiben wollte, nachdem ich nämlich einen Brief und einen Artikel von einem Forschungsteam in San Diego erhalten hatte, der mir sehr aufschlussreich erschien.

    Das Team hat 17 000 Menschen, im Durchschnittsalter von 57 Jahren, befragt wie ihre Kindheit gewesen war und welche Krankheiten sie in ihrem Leben zu verzeichnen hatten. Es hat sich eindeutig herausgestellt, dass die Zahl der schweren Erkrankungen bei einst misshandelten Kindern um ein vielfaches größer war, als bei Menschen, die ohne Misshandlungen aufgewachsen sind, auch ohne erzieherische Schläge. Diese hatten sich im späteren Leben nicht über Krankheiten zu beklagen. Der Titel des kurzen Artikels war: Wie man aus Gold Blei macht, und der Kommentar des Autors lautete: Die Resultate sind eindeutig, vielsagend, aber verborgen, versteckt.

    Alice Miller bezieht sich in ihren letzten Büchern auch auf Damasio.

    • Drei Leute haben offenbar Angst vor der Wahrheit.

      Ich kann den Text nur empfehlen, aber auf diesem Blog scheint man ja lieber in eine Art Pseudointellektualität zu flüchten und macht sich vor, irgendetwas erkannt zu haben.

      Dabei handelt es sich meist nur um beliebige Konstruktionen, die nichts erklären.

    • vorgestern vormittag gab es im deutschland radio eine diskussion über die isis. ein hörer meinte, dass die gewalt auf frühkindlichen gewalterfahrungen zurückzuführen ist. ich dachte schon, dass ich dich höre, aber es gab keinen verweis auf alice miller 😉 warst du’s, @captain?

    • Nee, war ich nicht. Aber die Welt wird auch klüger. Langfristig verringert sich die Abwehr. Hast du dich mal mit deiner Kindheit beschäftigt und mit Empathie das Kind betrachtet, das du warst?

      Dann erhöht sich das Verständnis für diese Zusammenhänge merklich. 🙂

  3. Damasios Theorie der somatischen Marker ist psychotherapeutisch höchst bedeutsam. Zum einen weil sie uns eine Beschreibung für das Versagen der neuralen Entscheidungsinstanzen bei emotionaler Überlastung (oder wenn man so will: dysfunktionalen somatischen Markern) liefert. Zum anderen, weil die Beteiligung wesentlicher neuraler Areale wie OFC (orbitofrontaler Cortex), DLPFC (dorsolateraler präfontaler C.), VLPFC oder Hippocampus an der Emotionsregulation sichtbar wird und wir einen Eindruck davon gewinnen, welche verhaltensseitigen Interventionen geeignet sind, diese Areale zu aktivieren und so eine Abmodulierung und Integration der entgleisten emotionalen Reaktion einzuleiten.

    • @ zip

      Hoffentlich sind sich OFC (orbitofrontaler Cortex), DLPFC (dorsolateraler präfontaler C.), VLPFC oder Hippocampus ihrer „verhaltensseitigen“ Modulierbarkeit bewusst!

      *fg*

      Ich fürchte, nicht so ganz….

      😉

      • Bewusst ist ein gutes Stichwort. *gg*

        Diese Areale werden tatsächlich bei Achtsamkeitsübungen und Meditation aktiviert. Mit diesem „Verhalten“ in Exposition zu gehen (z.B in das Wiedererleben eines traumatischen Geschehens) führt zu vielversprechenden Ergebnissen.

        Buchtipp: Daniel Siegel. Mindsight.

        Auf jeden Fall verdient diese Art der Aufmerksamkeit unsere Aufmerksamkeit 😉

        • @ zip

          In die Richtung geht ja auch die Traumatherapie…

          Ich habe als Kind die Erfahrung gemacht, dass ich angsbesetzte Träume durch angsteinflössende Erlebnisse vermeiden konnte, in dem ich kurz vor dem Einschlafen nochmal bewusst diese Erlebnisse rekapitulierte.

          Wir verfügen schon über eine gewisse Möglichkeit der Autoumprogrammierung…faszinierend!

  4. ich finde ja auch die beiden dort genannten Fälle, „Elliot“ und „phineas Gage“ sehr interessant.
    Sie scheinen mir ein recht deutlicher Nachweis zu sein, dass bestimmte Denkvorgänge und Einstellungen eben auch direkt mit dem Gehirn zusammenhängen und wir nicht einfach einen freien undbeeinflussten Willen haben

    • @ christian

      Schon lange, lange Zeit vor dem Verständnis dessen, was unsere kognitiv emotionale Existenz ausmacht, wurde in Kasuistiken beschrieben, welche persönlichkeitsverändernde Wirkung verschiedenste materielle Einwirkungen auf das Gehirn haben können.

      Das „Denken“ ist eine letztendlich biologisch determinierte Leistung wie Defäkation, Schwitzen oder Orgasmus.

      Das kränkt manche.

      Aber das Gefühl der Kränkung ändert (leider) nichts an der Evidenz.

      Die eigene Ignoranz als Ahnungslosigkeit der Anderen zu verdrehen, mag dem Ignoranten kurzfristige Erleichterung verschaffen, wie dem Alki ein Gläschen Rasierwasser..aber es führt zu nichts.

        • @ ratloser

          Das Beschweigen dieses Beitrages meinerseits spricht nur dafür, dass ich nichts dagegen einzuwenden habe.

          Die materielle Basis des Bewußtseins, das Organ „Gehirn“, ist für mich nur das Klavier, auf dem die Seele musiziert.

          Natürlich ist die Musik nicht unabhängig vom Zustand des Klaviers und der Musikant ist in seinen Möglichkeiten auch abhängig von Zustand und Tauglichkeit des Instrumentes.

          Wer also glaubt, das Beschweigen dieses Beitrages sei der Verlegenheit der Gläubigen an die Existenz einer immateriellen Seele angesichts der „Materialität“ des hirnabhängigen Geistes/Bewusstsein geschuldet, irrt.

        • @ roslin

          Ich hatte eher an andere Verdächtige gedacht…. 😉

          Bezüglich Vereinbarkeit von Realitätsakzeptanz und Glauben…das geht in die Richtung der Antwort auf kirk…

          Hier ist hier und jenseits ist jenseits…die Transzendenz mag die Perzeption des hier modulieren, aber muss sie nicht zwangsläufig zum Verkennen travestieren.

      • Beschweigen von Beiträgen kann auch an der Art der Beiträge liegen – hat mir mein defäkatives Denken gerade mitgeteilt.

        Scroll doch mal den Beitrag etwas flott von oben nach unten. Dann wird dir etwas auffallen.

        Im übrigen kann auch unsere starke materielle Bedingtheit in dieser Welt Teil einer großen Täuschung und Inszenierung sein. 🙂

        Alles eine Frage der Transzendenz, deren mögliches Vorhandensein man weder belegen noch widerlegen kann. Was allerdings manch atheistischen Fundamentalisten vor gewaltige Herausforderungen im defäkativen Denken stellt.

        • @ kirk

          Die intrapsychische Bewußtseinserweiterung über das hinaus, was uns als Welt sinnlich erfahrbar ist, ist eine Sache.

          Das Leugnen oder willkürliche Umdefinieren der sinnlich erfahrbaren Welt eine andere.

  5. Pingback: Übersicht: Evolution, Evolutionäre Psychologie und Partnerwahl | Alles Evolution

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