Arbeitgeber bezahlen für Einfrieren von Eizellen

Die Süddeutsche berichtet darüber, dass Apple und Facebook anscheinend Mitarbeiterinnen das Einfrieren der Eizellen bezahlen. Es sollen dabei Kosten von ca. 20.000 € für den Vorgang und die Lagerkosten übernommen werden.

Grund soll sein, die Firmen für Frauen attraktiver zu machen, auch und gerade in den höheren Positionen (ich nehme auch mal an, dass man etwas höher in der Hierarchie sein muss, damit das bewilligt wird und eine einfache Lagermitarbeiterin nicht in den Genuss kommt).

Ich kann verstehen, dass dies mit gemischten Gefühlen gesehen wird. Denn jede Erhöhung der Wettbewerbsmöglichkeit für Frauen ist auch gleichzeitig eine Aufforderung, diese zu nutzen und insoweit eine Erhöhung innerhalb der sozialen Regeln und der intrasexuellen Konkurrenz.

Wenn man eben einer weiblichen Mitarbeiterin die Option bietet, sich für eine Führungsoption zu entscheiden, dann aber im Gegenzug erst einmal keine Kinder zu bekommen, damit es sich auch lohnt, dann wird eine Frau, die früher Kinder bekommt eben innerhalb dieser Konkurrenz eher abgehängt bzw. es kann eher von ihr verlangt werden, dass sie diese Option auch nutzt.

Das ist ähnlich wie bei der nur 5 Tage dauernden „Baby-Pause“ (also von der Geburt des Kindes bis sie wieder am Schreibtisch saß) der französischen Ministerin Rachida Dati, die ebenfalls Proteste auslöste. Eine Handlungserweiterung ist insoweit häufig nicht nur eine Option, sondern kann zugleich auch Anfoderungen an die betroffene Gruppe stellen, diese zu nutzen.

Und natürlich ist eine spätere Schwangerschaft auch so mit höheren Risiken belastet und das Verfahren noch nicht ausgereift.

Für Facebook und Apple könnte sich das durchaus lohnen, wenn sie insoweit Managerinnen haben, die dadurch weniger aussetzen oder später weniger Kinder bekommen. Es kann insoweit helfen, die Kosten dafür, dass man sich moderner geben kann, geringer zu halten.