Sexuelle Belästigung: 10 Stunden durch New York

(andere: 1, 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8,  Pütz, Funnyordie, männliches Model)

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„Frauen träumen vom Alpha Softie“

Arne verlinkte einen Artikel in der BZ, in denen etwas zu den Vorlieben der Frauen in Bezug auf Männer gesagt wird und der den schönen Begriff des „Alpha Softies“ verwendet:

Das Ausgangsdilemma für den Mann wird wie folgt dargestellt:

Der Traum­mann 2014 hat es nicht leicht: Er muss die Spül­ma­schi­ne ein­räu­men, aber trotz­dem die Ho­sen an­ha­ben. Er soll er­folg­reich im Be­ruf, aber trotz­dem in Sa­chen Kin­der­er­zie­hung auf dem neu­es­ten Stand sein. Kurz: Das ko­mi­sche Mi­schwe­sen, das sich die Mehr­heit der mo­der­nen Frau­en wünscht, hört auf den Na­men Al­pha-Sof­tie!​

Der Begriff des Alpa-Softies ist – was sie indirekt später selbst auch anführen – eher irreführend. Es ist eher der „Alpha mit dem Herz aus Gold“ bzw. der Alpha, der ihr gegenüber aufgrund der bestehenden Bindung auch entsprechende Gefühle hat, der gefragt ist.

Halb Ma­cho, halb Frau­en­ver­ste­her. Kin­der­lieb und kar­rie­re­o­ri­en­tiert, zärt­lich, wild – und na­tür­lich char­mant, lus­tig und in­tel­li­gent. Um­fra­gen ha­ben es ans Ta­ges­licht ge­bracht. 88 Pro­zent der Frau­en wün­schen sich ei­nen sol­chen Mann an ih­rer Sei­te.​

Das sind ja sehr undiffernzierte Aufgaben, die eine gewisse Widersprüchlichkeit enthalten können. Tatsächlich sollte es wohl durchaus Karriereorientiert sein und dabei Kinderlieb, was aber nicht bedeutet, dass er selbst die Kinder betreuen will und dafür die Karriere zurückstellt.

„Frau­en su­chen nach wie vor den Al­pha-Mann und Ver­sor­ger, doch gleich­zei­tig soll­te Mr. Right emo­tio­na­le und so­zia­le Kom­pe­ten­zen ha­ben und sich eman­zi­piert in Er­zie­hung und Haus­halt ein­brin­gen“, weiß Di­plom-Psy­cho­lo­gin Li­sa Fisch­bach. Da­mit steht der Traum­mann 2.0 vor ei­ner ziem­lich schwie­ri­gen Auf­ga­be: Wie bringt man bit­te an­ti­quier­te Rol­len­kli­schees und Männ­lich­keits­fan­ta­si­en un­ter ei­nen Hut mit Kin­der­er­zie­hung und Koch­wä­sche?​

Kein Wun­der al­so, dass un­se­re Män­ner ver­wirrt sind. War frü­her in al­len Le­bens­la­gen das star­ke Al­pha-Männ­chen ge­fragt, muss der Traum­mann heu­te fast ei­ne mul­ti­ple Per­sön­lich­keit mit­brin­gen. Wie sonst schafft er es, ver­ständ­nis­vol­ler Zu­hö­rer, star­ke Schul­ter, ta­len­tier­ter Lover, lie­be­vol­ler Fa­mi­li­en­va­ter, Spit­zen­koch und Putz-Per­le zu sein?​

Die Verwirrung gut angesprochen. Pickup beantwortet aus meiner Sicht die Frage am besten, in dem es darauf abstellt, dass bestimmte Punkte eher sexuelle Anziehung (Attraktion) und andere Punkte eine Verbindung und Vertrauen (Komfort) aufbauen. Man kann insoweit beides bedienen, es muss eben nicht immer gleichzeitig sein. Man soll also nicht in jeder Situation „Alpha-Softie“ sein, sondern es geht eher darum zu erkennen, in welchen Situationen man welche dieser beiden Punkte bedient.

Ich finde nach wie vor diese kurze Auflistung von Punkten, die Attraktion und Komfort betreffen, ganz gelungen:

1. Attraction Switches

Pre-selected by women (“Von anderen Frauen für gut befunden)
Leader of men. (Anführer anderer Menschen)
Protector of loved ones (Beschützer von ihm Nahestehenden)
Willing to emote (In der Lage gesunde Gefühlsbindungen einzugehen)

2Komfortbuilding

Passion/Purpose
Seeing her the way she wants to be seen
Hot/Cold
Future Projections
Emotional Honesty
Whirlwind Courtship
The feeling that both of you are bound for greatness and you are on the same path

Das macht denke ich eher und auf eine praktischere Weise deutlich, welcher „Softieanteil“ hier gewünscht ist. Mit ihr Kinder haben, eine Zukunft aufbauen, tatsächliche Gefühle haben und damit ehrlich umgehen, sie als jemand besonderen sehen, und davon ausgehen, dass man zusammen großartiges erreichen kann, während man sich gleichzeitig nicht unterbuttern lässt oder sich rumkommandieren lässt, dass wäre wohl eher eine passende Beschreibung.

„Der ge­sell­schaft­li­che Wan­del und die ver­än­der­ten An­sprü­che der Frau­en ver­lan­gen dem star­ken Ge­schlecht ei­ni­ges ab“, gibt Di­plom-Psy­cho­lo­gin Li­sa Fisch­bach zu. Aber ge­nau dar­in sieht die Ex­per­tin die Chan­ce für die Her­ren: „Durch das Auf­bre­chen der ste­reo­ty­pen Rol­len hat der mo­der­ne Mann jetzt aber auch die Chan­ce, zwi­schen al­ter und neu­er Welt zu sur­fen.“​

Die hat er üblicherweise eben gerade nicht: Er soll kein Softie sein. Er soll ein Alphamann mit Herz sein. Rumjammern ist nach wie vor nicht sexy, Gefühle zeigen wegen einer wichtigen Sache kann hingegen eine tiefere Bindung bewirken und auch zeigen, dass man zu solchen Bindungen in der Lage ist.

Wer den Al­pha-Sof­tie-Spa­gat aber nicht hin­be­kommt, soll­te sich am bes­ten auf sei­ne Ma­cho-Qua­li­tä­ten be­sin­nen. Auch das be­le­gen Stu­di­en. Wenn sich die Frau­en näm­lich ent­schei­den müss­ten, dann ist der Mehr­heit doch der Voll­zeit-Ma­cker lie­ber als der Frau­en­ver­ste­her auf Le­bens­zeit.​

Und das ist eine der Aussagen, bei der viele Frauen wohl (vielleicht in etwas anderer Formulierung) zustimmen würden, die aber trotzdem politisch sehr unkorrekt ist und in vielen Bereichen genau deswegen ausgeblendet wird.

Mehr Zulauf zu männerrechtlichen Seiten?

Auf Genderama berichtet Arne von gesteigerten Zugriffszahlen:

Noch nie in der Geschichte dieses Blogs hatte Genderama mehr als 7000 Zugriffe pro Tag. Gestern waren es mehr als 7500. Nicht nur diese Zahl selbst gefällt mir, sondern auch dass sie kein „statistischer Ausreißer“, sondern momentaner Höhepunkt eines kontinuierlichen Anstiegs ist. Bin ich zu optimistisch, wenn ich das als Signal für die gestiegene Aufmerksamkeit für die Männerbewegung insgesamt interpretiere?

Auch aus meiner Sicht hat es in letzter Zeit wieder einen Anstieg gegeben:

Statistik Alles Evolution Zugriffe

Statistik Alles Evolution Zugriffe

Aus meiner Sicht steigen die Zugriffszahlen immer dann, wenn bestimmte feministische Aktionen in die Presse kommen und eine gewisse Aufmerksamkeit, aber auch Widerstand erzeugen. Ob hier der Aufschrei, der durch das Buch wieder häufiger in der Presse war, erneut zugeschlagen hat (als der Aufschrei groß durch die Presse ging sind meine Zahlen auch enorm gestiegen) oder es andere Aspekte sind, wäre interessant. In den Suchbegriffen zeigt sich da kein besonderer Trend.

Vielleicht ist es die Martensteindebatte, vielleicht auch noch eher Jürgen von der Lippe („Diese Gender-Scheiße macht mich fertig!“), denn solche Äußerungen populärer Leute bewirken einiges an Diskussionen und der feministische Aufschrei sorgt dafür, dass viele, die von der Lippe zustimmen dann ins Internet gehen. Vielleicht ist es auch das Gamergate, welches neue Leute auf die Idee bringt, da mal nach anderen Ideen zu suchen.

Wie erleben es denn andere Blogbetreiber oder Leser an sich? Eigentlich  müßte man sich ja ein umfangreicheres Auftreten von Radikalfeministinnen wünschen, denn mit jeder neuen größeren Aktion scheint die Opposition größer zu werden.

Schön wäre es natürlich, wenn der Anstieg – sofern er denn anhält – auch auf einer zunehmende Enttabuisierung von Kritik am Genderfeminismus oder anderen radikalen Varianten beruht.

Eltern-Kind-Entfremdung (Parental Alienation Syndrome (PAS))

1. Was ist Eltern-Kind-Entfremdung?

Ein großes Problem bei der Wahrnehmung von Umgang mit einem Kind nach einer Trennung ist, dass Probleme zwischen den Eltern durch ein Elternteil oder beide auf das Kind übertragen werden und dabei direkt oder indirekt eine Positionierung des Kindes in dem Streit der Eltern erreicht wird, die dazu führt, dass das Kind den anderen Elternteil ablehnt.

Das gemeine daran ist, dass es oft nicht direkt erfolgt, sondern auch in ganz kleinen Schritten und mit sehr subtilen Zeichen erreicht werden kann. Beispielsweise kann der Elternteil, bei dem das Kind lebt, auch einfach vor jedem Umgangskontakt schlecht gelaunt sein und nach dem Umgangskontakt, gerade wenn das Kind positives berichtet, noch schlechter gelaunt sein oder sich dann gegenüber dem Kind kalt verhalten. Auf diese Weise nimmt das Kind auf, dass der Umgang mit dem anderen Elternteil etwas schlechtes ist und solidarisiert sich mit dem Elternteil, bei dem es sich aufhält, ist dann auch besonders empfänglich für Gründe, den Umgang abzulehnen und sperrt sich schließlich gegen diesen.

Dabei kann es verschieden starke Formen geben: Es kann Kinder geben, die sich heulend und schreiend an den Elternteil, bei dem sie wohnen, klammern, wenn es zur Übergabe kommen soll und dann, sollte die Übergabe doch irgendwie klappen und sie bei dem Elternteil, welches Umgang hat, im Auto sitzen, sobald der andere Elternteil aus der Sicht ist, ein Herz und eine Seele sind und es ein schönes Umgangswochenende wird. Allerdings können die gleichen Kinder dann auch wieder „zuhause“ angekommen, den Umgang als nicht schön darstellen, damit sie dem anderen Elternteil gerecht werden.

2. Ist Eltern-Kind-Entfremdung bösartig?

Aus meiner Sicht gibt es bewußte und unbewußte Formen der Eltern-Kind-Entfremdung. In der bewußten Form ist natürlich eine Bösartigkeit häufig nicht zu leugnen. Allerdings ist auch dies nicht immer einfach zu bewerten. Möglicherweise ist der andere Elternteil aus der Sicht des handelnden Elternteils wirklich der böse und derjenige kann insoweit nicht aus seiner Haut heraus.

Schwieriger zu handhaben ist die unterbewußte Form der Eltern-Kind-Entfremdung, weil dieser häufig ein selbstverstärkender Effekt zugrundeliegt: Das Kind nimmt die negative Stimmung auf und beginnt, Widerwillen gegen den Umgang zu zeigen oder diesen herabzuspielen. Dies wiederum nimmt der beeinflussende Elternteil auf und hat nun etwas, auf dem er seine Sorge aufbauen kann: „Das Kind will nicht, es fühlt sich nicht wohl“. Daraus kann eine Spirale entstehen, bei der das Kind indirekt für Widerwillen belohnt wird, weil der Elternteil sich kümmert, tröstet etc und jede Verstärkung der Ablehnung des Kindes auch gleich wieder eine Berechtigung darstellt, das Kind zu beeinflussen.

Insofern wird die Eltern-Kind-Entfremdung auch häufig einen Beschützerinstinkt wecken und gerade solche Elternteile, die ihr Kind sehr stark „bemuttern“ werden noch eher in diese Spirale hineingleiten.

Ich bin durchaus überzeugt davon, dass sehr viele sich in diesem Moment als Beschützer der Interessen des Kindes sehen und nicht als jemand, der unlauter vorgeht und das Kind zu Unrecht gegen den anderen Elternteil einnimmt.  Sie werden durchaus aus Überzeugung anführen, dass sie ja alles machen, damit das Kind an den anderen Elternteil herausgegeben wird und vorhalte, dass das Kind dennoch gerade diese Vorbereitungen als Stress ansieht und an anderen Umständen merkt, dass es besser eigentlich nicht wollen soll, geradezu als Angriff auf sich sehen, der ihre ganzen Mühen abwertet.

Ein häufiger Einwand ist auch, dass man selbst ja versucht ganz ruhig zu sein, der andere aber genau wissen würde, welche Knöpfe er wie drücken kann, ohne das es groß aufhält und der andere eben keine Gelegenheit auslassen würde, einen zu reizen. Deswegen wäre es auch kein Wunder, wenn es da immer wieder zu Streitigkeiten kommen würde, die man eigentlich von dem Kind fernhalten wolle. Aufgrund dieser Provokationen sei es auch kein Wunder, wenn das Kind dann den anderen Elternteil nicht mehr sehen wollen würde.

3. Wer macht es?

Ich kenne keine Statistiken dazu. Zahlenmässig werden es fast automatisch wesentlich mehr Frauen als Männer sein, weil Kinder weitaus häufiger nach einer Trennung bei der Mutter leben und der Vater Umgang hat. Ob dies auch unter Berücksichtigung dieser Zahlen eher bei Frauen als bei Männern vorkommt, kann ich insofern nicht sagen.

Allerdings scheinen mir in dieser Hinsicht viele Mütter wesentlich „bemutternder“ und auch eher geneigt, die Beziehung zu dem anderen gerade auch stark zu emotionalisieren. Aber das kann ein aus den Zahlenverhältnissen resultierender subjektiver Eindruck sein.

4. Nochmal was dazu aus der Wikipedia

Zwei Stellen aus der Wikipedia noch:

Die erste beschreibt die Eltern-Kind-Entfremdung:

Das elterliche Entfremdungssyndrom wurde 1985 zum ersten Mal von dem US-amerikanischen Kinderpsychiater Richard A. Gardner so bezeichnet und beschrieben.[1] Gardner beschrieb das elterliche Entfremdungssyndrom als die Beschäftigung des Kindes damit, einen Elternteil zu kritisieren und abzuwerten.[12] Laut Gardner tritt das Syndrom dann auf, wenn im Kontext eines Sorgerechtstreits ein Elternteil bewusst oder unbewusst versucht, das Kind vom anderen Elternteil zu entfremden.[13] Gardner zufolge äußert sich das Syndrom in Form von acht Symptomen, die sich im Verhalten des Kindes zeigen. Diese Symptome sind:

Hass und Abwertung eines Elternteils durch das Kind
schwache, absurde oder alberne Begründungen für diesen Hass und diese Abwertung
Fehlen der üblichen Ambivalenz gegenüber dem entfremdeten Elternteil
starkes Bestehen des Kindes darauf, dass es allein seine Entscheidung war, einen Elternteil abzulehnen
reflexartige Unterstützung des bevorzugten Elternteils während des Sorgerechtsstreits
Fehlen von Schuldgefühlen bezüglich des Verhaltens gegenüber dem entfremdeten Elternteil
Gebrauch von Redewendungen und Szenarien des bevorzugten Elternteils
Abwertung nicht nur des entfremdeten Elternteils, sondern auch von dessen Familie und Freunden.[14][15][16]
Diese acht Faktoren wurden allerdings nicht von Experten in dem Bereich erforscht.[17]

Gardner unterscheidet drei Stufen des PAS, eine milde, eine mittlere und eine schwere. Die Anzahl und das Ausmaß der acht Symptome nehmen im Verlauf der Stufen zu.[18]

Als schwache Entfremdung gilt, wenn das Kind zwar gegen den entfremdeten, getrennt lebenden Elternteil eingestellt ist, es aber die Besuche des getrennt lebenden Elternteils wenig oder überhaupt nicht ablehnt. Die mittlere Stufe des Syndroms äußert sich in heftigerer Ablehnung von Besuchen und deutlich negativer Einstellung gegenüber dem entfremdeten Elternteil. Gardner empfiehlt in solchen Fällen, dass der betreuende Elternteil das Sorgerecht behält, falls er es unterlässt, das Kind vom getrennt lebenden Elternteil zu entfremden. Falls die Entfremdung fortgeführt wird, so empfiehlt Gardner die Übertragung des Sorgerechts auf den entfremdeten Elternteil sowie eine Therapie zur Verbesserung der Beziehung zwischen dem Kind und dem entfremdeten Elternteil.

In schweren Fällen weist das Kind alle acht Symptome auf und weigert sich, den entfremdeten Elternteil zu besuchen, bis hin zu Drohungen, fortzulaufen oder Selbstmord zu begehen, falls die Besuche fortgesetzt werden. Gardner empfiehlt, das Kind aus dem Haus des betreuenden, bevorzugten Elternteils zu entfernen und es in einem Heim unterzubringen, bis das Kind bei dem entfremdeten Elternteil einziehen kann. Zusätzlich befürwortet Gardner eine therapeutische Behandlung des Kindes.[1][16][18] Gardners empfohlene Interventionen für die mittlere und schwere Stufe des Syndroms, einschließlich der gerichtlich angeordneten Übergabe des Kindes an den entfremdeten Elternteil, wurden kritisiert, unter anderem als exzessive Strafmaßnahmen gegen das Kind und den betreuenden Elternteil.[19][20] Mit der Zeit revidierte Gardner seine Ansichten und sprach sich weniger befürwortend für die aggressivsten Interventionen aus.[19]

Die zweite Stelle behandelt die juristische Seite und den Gebrauch in der Männerrechtsbewegung:

Mit dem Erstarken der Väterrechts- und Männerrechtsbewegung wird das elterliche Entfremdungssyndrom gelegentlich im Rahmen von Umgangsrechtsstreitigkeiten, vor allem bei Umgangsverweigerung, thematisiert.[61][62]

Der abgelehnte Elternteil kann das Verhalten des ehemaligen Partners und dessen Beziehung zum Kind falsch deuten und es als krankhaft empfinden.[63][64] Häufig ist es unklar, ob das Kind einen Elternteil aus eigenen Stücken ablehnt oder ob die Ablehnung durch den sorgeberechtigten Elternteil verursacht wurde.[63] Laut Jörg M. Fegert handelt es sich beim „Parental Alienation Syndrome” tatsächlich um das „Parental Accusation Syndrome” (dt. elterliches Beschuldigungssyndrom), welches als taktische Waffe in Sorgerechtsfragen eingesetzt wird, um den anderen Elternteil vor Gericht zu belasten.[65][66] Der Diplompsychologe Jörg Fichtner wirft der Väterrechtsbewegung vor, das Kindeswohl mit den Interessen des getrennt lebenden Elternteils, meist des Vaters, zu verwechseln und Mütterlichkeit anzugreifen.[64] Der gesellschaftliche Anspruch eines lebendigen Kontaktes zu den eigenen Kinder habe für Väter zugenommen und dieser werde dann nachholend in Folge einer Trennung eingefordert; „was dann schon mal im Widerspruch zum bisherigen Alltag und zu den Vorstellungen der Mütter steht.“.[67]

5. Was kann man gegen eine Eltern-Kind-Entfremdung machen?

Ein gutes Verhältnis zu dem anderen Elternteil haben und diesen nicht provozieren ist natürlich der beste Weg so etwas vorzubeugen. Das ist aber natürlich nicht bei jeder Trennung möglich.

Das macht Gegenmaßnahmen oft sehr schwierig.

Eine Möglichkeit ist das Aufsuchen einer Beratungsstelle, die vermittelt, wie man wieder trotz Trennung relativ normal miteinander umgeht und versucht, Konflikte auszuräumen. Dies wird auch häufig von Gerichten angeraten. Zudem kann man sich an das Jugendamt wenden und diese um ein Tätigwerden bitten, was häufig zu gemeinsamen Elterngesprächen etc führt.

Ansonsten werden bei einer gerichtlichen Auseinandersetzung häufig die folgenden Schritte nach und nach umgesetzt:

a) Einen Antrag auf Umgang stellen: Es muss erst einmal überhaupt ein gerichtlich angeordneter Umgang vorliegen, damit man eine Handhabe hat.

b) Eine Umgangspflegschaft beantragen: Ein Umgangspfleger kann je nach Gericht entweder die Umgangszeiten und die Art und Weise des Umgangs regeln, die Umgangskontakte begleiten oder auch eine „kontaktlose Übergabe“ gestalten. Das bedeutet, dass das Kind erst zum Umgangspfleger gebracht wird und es dann der Umgangsberechtige dort abholt, was die Konfliktsituation für das Kind entschärfen kann, dass es dem anderen Elternteil nicht deutlich machen muss, dass es „auf seiner Seite“ steht. Zudem kann der Umgangspfleger auch dem Richter ein besseres Bild geben, inwiefern eine Beeinflussung des Kindes vorliegt.

c) Ein Gutachten zur Erziehungsfähigkeit: Wenn deutlich wird, dass der Elternteil das Kind so stark beeinflusst, dass dies krankhafte Züge annimmt, dann kann dies gegen die Erziehungsfähigkeit dieses Elternteils sprechen und das kann sogar dazu führen, dass das Kind diesem Elternteil weggenommen wird. Häufig wird aber nur damit gedroht, dass dies geschieht.

d) Festsetzung von Ordnungsgeldern: Das Gericht kann bei der vorsätzlichen Verhinderung von Umgang Ordnungsgelder, hilfweise Ordnungshaft festsetzen, und dies immer weiter ansteigend, bis sich der andere Elternteil daran hält. Dies wird allerdings von Gerichten eher zurückhaltend ausgeübt. Nach meiner Erfahrung noch zurückhaltender, wenn sie davon ausgehen, dass eine unterbewußte Beeinflussung vorliegt.

Wie man im Feminismus aus allem eine Diskriminierung macht

Hier ein paar einfache Tipps, wie man aus allem Diskriminierung machen kann:

  • wird die Handlung zur Beseitigung einer Diskriminierung von Männern oder zumindest einer anderen Gruppe durchgeführt, die im Intersektionalismus irgendwie priviligiert ist? Es ist ein Versuch sich reinzuwaschen und damit zuwenig. Zudem kann das Handeln dieser Wenigen den Eindruck erwecken 1. das die Diskriminierung tatsächlich besteht und dadurch Frauen mutlos gemacht werden 2. das Männer an sich etwas dagegen unternehmen, obwohl die sexistischen Strukturen bestehen bleiben
  • Anwendungsbeispiel: „Wenn Männer schwören, dass sie gegen die Rape Culture kämpfen und Frauen respektieren, dann machen sie nur deutlich, dass der Rest der Männer das nicht macht, sie müssen zudem mehr machen, nämlich die Strukturen bekämpfen, mit Worten ist Frauen nicht gedient
  • Kann man fordern, dass auch noch Intersektionale Aspekte zusätzlich eingebracht werden? Wer einen Aspekt übersieht, wenn er einen anderen bekämpft, der betreibt einen zu kritisierenden „Nicht gut genug-Feminismus“. Er hätte das bedenken sollen, dass seine Aktion auch diesem Aspekt nicht gerecht wird und kann als widerlicher Rassist/Klassist/Ableist bezeichnet werden
    Anwendungsbeispiel: Die Erfindung eines Nagellacks, der Vergewaltigungsdrogen anzeigt, kann Frauen mit zusatzkosten belegen, sofern er also nicht billig ist, ist er abzulehnen“
  • kann man vielleicht allgemein noch mehr machen? Dann kann man das „zuwenig“ als Diskriminierung darstellen (das „mehr“ muss nicht umsetzbar sein, solange man es als Forderung formulieren kann, reicht es)
    Anwendungsbeispiel: „Es reicht nicht dieses oder jenes zu machen, man muss die Gesellschaft insgesamt so ändern, dass es keine Vergewaltigung mehr gibt, sonst stützt man letztendlich das Patriarchat“)
  • Erfordert es ein eigenes Handeln auch nur in geringen Umfang oder fordert es zu einem solchen auf? Es ist nicht Aufgabe der Diskriminierten die Diskriminierung zu beseitigen, das wäre Victimblaming
    „Selbstverteidigungskurse sind Rape Culture, weil Frauen die Verantwortung übertragen wird, sich zu wehren und ihnen Angst gemacht wird“
  • Birgt es einen Vorteil, der in irgendeiner Weise konform mit Geschlechterrollen sein kann? Der Vorteil ist nur ein Köder, der einen die Geschlechterrolle schlucken läßt. Es ist also benevolent Sexism ihr diesen Vorteil einzuräumen
    Anwendungsbeispiel: „Das Frauen von ihren Männern finanziell  ausgehalten werden, dient dazu sie in Geschlechterrollen zu drängen“
  • Ist irgendein Teil davon mit Geschlechterrollen in Einklang zu bringen? Es stützt das Patriarchat
    „Das Hausfrauen sich in einem Internetforum über Kochen für ihren Mann austauschen zeigt die tiefgreifenden Strukturen des Patriarchats“
  • Schneidet es einem eine bestimmte Wahl ab? Eine Einengung der Frau, ganz egal, ob Männer diese auch erleben
    Anwendungsbeispiel:“Frauen müssen sich zwischen Kind und Karriere entscheiden, sie sollten beides haben können ohne sich einschränken zu müßen“
  • Kann man eine Statistik dazu darstellen, die zumindest eine Benachteiligung nahelegt, auch wenn man keine Basis für die Zahlen hat oder andere Umstände diese Zahlen abseits eines Sexismus erklären? Solange man es in „1 von X (x sollte unter 10 liegen) Frauen“ „Oder Frauen erhalten X weniger“ oder „Frauen sind in X weniger vertreten“ formulieren kann, ist es eine ernste Unterdrückung. Weitere Gründe, die die Ursache vielleicht auf andere Gründe als Sexismus zurückführen, sind einfach selbst als „Sexismus“ oder „Backlash“ abzutun.
    Anwendungsbeispiel: „1 von 3 Frauen wird vergewaltigt“ „Frauen erhalten 23% weniger Lohn“ „Nur 4% aller Aufsichtsratsmitglieder sind weiblich“
  • Kann man es – bei der Handlung von Frauen –  als verinnerlichter Sexismus oder erzwungene Anpassung an das Patriarchat ausgeben? Wenn eine Frau sich nicht so verhält, wie es die Theorien vorgeben, etwa Kritik am Feminismus äußert oder auf eine rollenkonforme Weise leben will, dann ist das nicht ihre eigene Entscheidung, sondern sie ist der patriarchalen Gehirnwäsche erlegen oder würde sich eigentlich anders entscheiden, wenn nicht das Patriarchat ihr nur diese Verhaltensweisen als Möglichkeit offen lässt.
    Anwendungsbeispiel: „leider verhalten sich viele Frauen so, weil sie im Patriarchat nicht anders können“ „ihre Äußerung, dass sie gerne Hausfrau ist, zeigt nur, dass sie den Sexismus gegen Frauen bereits selbst verinnerlicht hat“

Kann gerne ergänzt werden.

Die Privilegien hübscher Frauen

Im Selbstmachsamstag wurde von Slavo ein Bericht einer hässlichen Frau gepostet, die anhand der Behandlung ihrer hübscheren Freundinnen an sich selbst zweifelt. Ein Teil der Diskussion findet man bereits dort, ich möchte den Text aber auch noch mal aufgreifen:

I am an ugly woman. Objectively, I really am. Please don’t argue with me on this one, Reddit. I am not overweight, actually in better shape than most women my age, I dress well, I am great with makeup.

But last weekend the world just had to remind me that despite all this, people will go out of their way to kick me.

I don’t often go clubbing, but Saturday night was a special occasion. A friend was celebrating her 21st, and it was also the weekend after a long week of brutal exams. It felt like a good time to blow off some steam. Because I don’t often go clubbing, I really tried this night to look nice. There was an outfit that I had bought a long time ago, but that I’d never worn because it was a little sexier than what I usually wear. A close friend had picked it out for me when we were shopping, and, in that „you go girl“ kind of way had urged me to buy it. I did my makeup painstakingly, straightened my hair which always takes forever because my hair is huge, put on that too-sexy-for-me outfit.

And when I looked in the mirror I was even surprised at myself. „Wow, is that me? I actually look…nice!“

Im folgenden hat sie dennoch keinen Erfolg mit ihrem Aussehen und das macht sie traurig. Was ich verstehen kann. Man hat sich gerade so gut wie möglich zurecht gemacht, alles sitzt perfekt, so gut es eben geht, und man fühlt sich gut.

Aber die Wirkung ist sehr gering.

Das ist für sie persönlich natürlich ernüchternd. Schade, dass kein Bild dabei war.

I showed my friends. They all said I looked great. And they MEANT it too. Like, genuine happy encouragement. I could tell they were sincere and it made me feel so good, like for once I wasn’t just masquerading as an attractive girl with fancy makeup and clothes, but that I WAS the attractive girl. I hadn’t felt so attractive in ages, Reddit.

Ich fürchte da irrte sie. Sie meinten eher, dass sie für ihre Verhältnisse gut aussieht. Was sicherlich auch der Fall war. Aber sie war deswegen noch lange nicht das attraktive Mädchen.

„When we got to the club, we got a nasty surprise. We had been told that tonight there was no cover charge for girls, and so none of us had brought much cash on our person“

Es würde mich schon interessieren, mit wie viel Geld sie da losgezogen sind und wie hoch der Eintritt war. Klar, wenn man einen sehr teuren Eintritt zahlen muss, in einem angesagten Club, dann kann das die mitgebrachten Beträge leicht übersteigen.

Well, our info was wrong. They did indeed ask for a cover. Only one of us 6 girls had cash, and she only had enough to cover two people. When we got to the door and found this out, a group of guys behind us volunteered to help us out. They each forked over a couple of bucks to cover my friends, but not one of them offered to cover me.

Klar ist das für sie unangenehm. Allerdings sind die Jungs eben auch in keiner Weise verpflichtet Frauen auszuhalten. Ihre Strategie, den hübscheren Mädchen auszuhelfen, gibt ihnen immerhin die Möglichkeit, was mit einer anzufangen, aber dazu muss man eben nicht auch noch Geld auf die Freundin verschwenden. Interessant aber auch, dass jeder „a couple of bucks“ gegeben hat, was wenig klingt. Hatten die Frauen dann vor den Abend ohne Geld zu verbringen? Oder vermeidet sie da nur ein Nennung der Beträge, weil es ihren Wunsch, dass die Jungs einfach auch für sie zahlen, dann noch irrationaler zahlen würde.

One by one my friends were let in and they waited on the other side of the door until everyone got through. There was an ATM machine nearby and at this point I was wishing I could just slip away and get the cash from there, but I was holding up the line, my friends weren’t about to enter without me, and it was rather chilly and no one waiting in line was getting any happier. The guys were doing everything to avoid eye contact with me. They were looking at the ground, the street, pretending to look through their wallets for cash to cover one more girl.

Interessant, dass die Jungs hier das Gefühl hatten nach einer Ausrede suchen zu müssen: Sie waren ja in keinerlei Verpflichtung die Mädels auszuhalten, schon gar nicht die, die sie nicht interessiert. Es ist auch keine Unhöflichkeit per se, jemanden kein Geld zu schenken. Allenfalls macht es es weniger offensichtlich, was man eigentlich damit erreichen will, wenn man nicht nur für das hübsche Mädel zahlt. Es kann aber auch genau der gegenteilige Effekt eintreten: Zahlt man auch noch für die Freundin des Mädels, das man möchte, wirkt es noch eher needy.

It was so painfully obvious that I felt like just going home. Luckily, my friend with the extra cash covered me so I was allowed in.

Ihre Freunde scheinen sie echt zu mögen: Eine von ihnen hat anscheinend noch das Geld zusammen, läßt es aber die Erzählerin aussitzen und erst wenn es zu peinlich wird, zahlt man mit eigenem Geld, statt auf die Großzügigkeit der Männer zu warten.

Well, once we were inside I thought I could just forget about that incident. I had dressed up and come out, to have a good time and relax. So for a while I danced with my friends. It wasn’t long before other guys started dancing with us. We kind of paired off slowly, there was a guy whose two buddies had started dancing with other girls and he was left alone. At that point I too had lost track of my friends and was alone. He started dancing with me, but the whole time he seemed really distracted. Not once did he really look at my face, he was kinda looking around the club the whole time, like he was browsing the scene for another, more attractive girl he could bounce to. In less than 10 minutes, he had seen one. He peaced out without a word, and I saw him dancing a few minutes later with a very attractive brunette. The way he acted with her was just SO different than when he had danced with me. He was face to face with her, smiling, dancing enthusiastically.

Die Überschätzung des eigenen Marktwertes kann schon grausam sein. Da denkt sie, sie ist auf einer Stufe mit ihren hübschen Freundinnen und die Jungs würden mit der Gruppe tanzen, also auch mit ihr und verkennt, dass er viel zu schön für sie war (was ich mal daraus schließe, dass er dann mit der sehr attraktiven Brünette tanzt). Der Text ist schon merkwürdig: Sie scheint jedes Konzept von ihrer vorher so großzügig eingeräumten Hässlichkeit verloren zu haben und der Auffassung zu sein, dass etwas Makeup und ein Kleid alles ändern. Aus meiner Erfahrung ist bei „nicht so hübschen Frauen“ das Kleid, dass sie immer etwas „zu sexy“ fanden, meist eine sehr schlechte Wahl. Es ist eben dann häufig der Versuch ein „Costly Signal“ zu stemmen, welches man nicht gehoben bekommt. Und das betont dann eher die eigenen Nachteile.

That made my stomach drop. I went to the bar, found one of my friends who was sitting there with a guy. She introduced us, he bought everyone drinks. After a while I felt like a bit of a third wheel so I went back to the dance floor.

Eventually my group of girls regathered together. Everyone had a guy, except for one of them who had a bf at home. So I danced with her, with our friends and their guys near us.

Schon interessant, dass sie beständig versucht, bei den schönen Freundinnen dazuzugehören und für deren Männer interessant zu sein. Ich sehe keine Anzeichen, dass sie sich umorientiert, sich eingesteht, dass die anderen hübscher sind, und dann versucht mit einem Mann zu flirten, der eben eher zu ihrem „Sexuellen Marktwert“ (SMV) passt. Anscheinend waren diese für sie auch nicht interessant.

There was a photographer going around the club, taking pictures of the people there. I assume it was for some promo for their website or something. He got to our group, and literally circled us several times, taking several pics from different angles. I was kind of psyched about this, so I did my best to look like I was having a good time, made sure he could snap me at my best. But after a while I realized he wasn’t circling us to get our best angles. He was trying to get a frame without ME. If I moved closer to the center of the group, for instance, he would tilt his camera a little the other way. I couldn’t believe it until finally, he actually came up to me and asked me to get out of the shot.

Hart. Und verständlich, dass sie es als schlechten Tag sieht. Nicht sehr einfühlsam von ihm. Es zeigt aber auch, dass ihre übrigen Freunde anscheinend wesentlich besser aussehen als sie. Und schöne Menschen sind eben weit aus werbewirksamer als nichtschöne Menschen.

I felt so ugly right then. For all the effort I had put into looking and feeling good that night, it seemed like it just didn’t matter.

Aus meiner Sicht ist ihr Fehler, dass sie sich grenzenlos überschätzt zu haben scheint. Sich schön zurecht machen macht eben aus einer 5 keine 10. Wenn sie zB eine 6 geworden ist, dann hätte sie, wenn sie sich nach männlichen Sechsen umgeschaut hätte, vielleicht einen schönen Abend gehabt. Es ist schon interessant, dass in ihrem Text nur Männer vorkommen, die sich für ihre Freundinnen interessieren, andere Männer scheinen nicht im Klub gewesen zu sein. Oder: Sie war vielleicht gleichzeitig gemein zu „hässlichen Männern“, die sie in ihrer ganzen Erzählung nicht wahrnimmt.

Es war nicht gemein, dass die Jungs nicht für sie gezahlt haben. Es war nicht gemein, dass der andere Junge nicht mit ihr tanzen wollte. Es war sicherlich etwas hart von dem Fotografen, sie nicht im Bild haben zu wollen, aber sie scheint sich hier auch etwas dumm angestellt zu haben, wenn er immer wieder an ihr vorbeifotografiert und sie ihm dann immer wieder ins Bild springt.

Zusammenfassend ist es eine Geschichte, in der sie will, dass die Jungs sie genauso begehren, wie die hübschen Mädels. Sie möchte dazugehören, auch wenn sie die Voraussetzungen ihrerseits nicht erfüllt. Vielleicht auch der Grund, warum viele Frauen Freundinnen in der eigenen annährenden Schönheitsliga vorziehen, wenn sie die freie Wahl haben oder eben in dieser Hinsicht ein dickes Fell haben müssen. Die Vorteile von Schönheit sind eben in dieser Hinsicht enorm und sie nicht bewilligt zu bekommen, kann sehr hart für das eigene Ego sein.

Ihr Verständnis von „Nettigkeit“ ist insofern nicht die allgemeine Höflichkeit, sondern ein Teilhaben an der bevorzugten Behandlung der schönen Mädchen. Auch wenn sie selbst keinerlei Bemühungen zeigt, ihrerseits weniger hübsche Männer wahrzunehmen.

Man stelle sich vor, dass den Text ein kleiner Mann mit Halbglatze geschrieben hätte, der mit seinen großen Sportlerfreunden weggeht. Er hätte sich seine besten Klamotten angezogen, sich zurecht gemacht, aber TROTZDEM wollen die Mädchen nur mit den großen Sportlerfreunden reden. Und keiner der Frauen, die sich für die großen Sportlerfreunde interessieren, interessiert sich auch für ihn. Eine Frau, die in der Nähe seiner Sportlerfreunde getanzt hat, wendet sich sogar ab und tanzt einen anderen großen, sportlichen Mann an, als seine Freunde weg sind.

Man hätte ihm wohl schlicht gesagt, dass er mal auf den Boden der Tatsachen zurückkehren soll und das alles ja wohl sehr verständlich ist. Auch bei dem Fotografen hätte man wohl eher gesagt, dass es wohl klar ist, dass sie eher seine Freunde drauf haben wollen.

Ich hatte schon neulich einmal diesen Spruch zitiert:

„Frauen wollen nicht behandelt werden wie Männer, sie wollen behandelt werden, wie schöne Frauen“

Ich denke, dass das der eigentlich Punkt ist, über den sie sich beschwert.

 

Der Göttergatte und das Patriarchat

Wieder mal hat der Feminismus, hier in Gestalt des Fräulein Krawalls (eine Namensgebung, bei der sie anscheinend durchaus keine patriarchalen Strukturen oder verinnerlichten Sexismus sieht, sondern eher ein Spiel mit Klischees) mutig die Strukturen des Patriarchats aufgezeigt:

 

Wo das Patriarchat noch keinen einzigen Kratzer hat: im Forum von chefkoch.de. >>> /via

Welche schreckliche Frauenunterdrückung wird man dort wahrnehmen? Die Frau gefesselt an den Herd? Die Wahrheit ist schrecklicher:

Man findet dort Frauen, die ihren Mann als Göga, kurz für „Göttergatte“ bezeichnen. Und Männer, die diese Bezeichnung selbst für sich in Anspruch nehmen!!!1elf

Schrecklich, atmen wir lieber kurz durch.

Nie zeigt sich das Patriarchat ungebremster als bei dieser Verbindung von – Triggerwarnung  – „Gott“ und „Mann“ in einem Wort, also auch der Erhebung des Gatten zum Gott und damit der Unterordnung der Frau!

Es einfach umgangssprachlich als anderes Wort für Ehemann zu sehen wird dem nicht gerecht.

Es gar einfach als etwas übertriebene Koseform abzutun heißt das Leid unsichtbar machen.

Was aber macht nun der Göttergatte schreckliches:

  • Er hat heimlich die Bratensosse angedickt. Es wurde aber die Packung mit Bratensoße entdeckt. Wie soll man ihn zur Rede stellen?
  • Ein Göga isst keine Gürkchen, sondern verschmäht sie. Es wird nach Abhilfe gesucht
  • Ein Göga soll davon überzeugt werden, mehr Gemüse zu essen.
  • Er mag kein Fleisch mit Nudeln als Beilage, deswegen wird es ihm als Auflauf untergejubelt
  • Er hilft beim Haushalt, macht aber die Gardinen falsch ab, weswegen man sich über ihn lustig macht
  • Er hat eine Mutter, die man mit einem besonderen Gericht beeindrucken will

Also haben wir

  • einen kochenden Mann,
  • einen Mann, der im Haushalt hilft und
  • eine Mutter, die anscheinend beeindruckt werden will.

Klarere Nachweise für ein Patriarchat hat man lange nicht gesehen. Gestützt wird das noch dadurch, dass jemand bestimmte Essenskombinationen nicht mag.

Es wundert dann nicht, dass da auch noch ein „Deutschland-Auflauf“ der wie Bild 2 zeigt recht eindeutig ein „WM-Gericht“ war, als Anzeichen für Nationalismus gedeutet wird.

Hier noch ein paar Stimmen

 

Frauen, die kochen etc übernehmen und sich dazu – in wohl auch einer spassig-ironischen Verwendung des Begriffs „Göttergatten“ – darüber austauschen, sind anscheinend ein Skandal.

Man muss als Feministin wohl mit sehr fest verschlossenen Augen durch die Gegend gehen.

Das Patriarchat ist auch die Hausfrau. Selbst wenn sie sich über ihren Mann lustig macht