Selbermach Samstag 102 (13.09.2014)

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

168 Gedanken zu “Selbermach Samstag 102 (13.09.2014)

  1. Jippiiieeeeeh, Selbermach-Samstag. Endlich wieder die Lila Miezekatze auf den Baum jagen, solange es noch legal ist. (vgl. z.B. http://www.blu-news.org/2013/09/26/eu-will-feminismus-kritik-verbieten/) Und anständig verbellen. (*Wau wau wau*)

    Alles fällt, wie üblich, unter „meiner Meinung nach“. Von den verlinkten Inhalten distanziere ich mich, empfehle sie aber als lesenswert weiter.

    Erstmal was über Harald Eia:

    http://m.kurier.at/politik/ein-affront-fuer-die-genderforscher/822.768

    Manndat:

    http://manndat.de/gewalt-gegen-maenner/haeusliche-gewalt-was-tun-als-maennlicher-betroffener.html (nichts aktuelles, sondern Klassiker von 2011)

    Dann ein „Extrembeispiel“ für einen ganz besonders „gefährlichen“, „radikalen Maskutroll“ und seine „überzogene Polemik“ (HA HA HA HA HA):

    http://man-tau.blogspot.de/2014/09/wie-uns-die-zeit-wieder-mal-davonlief.html

    http://man-tau.blogspot.de/2014/09/in-diesem-august-monatsruckblick-august.html

    Nochmal ein Warnhinweis: Der Mann ist äußerst radikal und alles, was er schreibt, völlig überzogen. Hat jedenfalls die ZEIT gesagt. Überhaupt immer diese rechten Meinungskrieger!!!

    Siehe dazu auch: http://www.danisch.de/blog/2014/09/12/journalistischer-tiefpunkt-die-zeit-wirft-mit-dreck-ferngesteuert-von-der-spd/#more-9207

    Wolle Pelz:

    http://www.pelzblog.de/2014/09/warum-es-mir-egal-ist-keinen-sex-zu-haben/

    Nichtfeminist:

    http://nicht-feminist.de/2014/09/liste-maennliche-benachteiligungen/#more-254224

    http://nicht-feminist.de/2014/09/klassiker-des-feminismus-1975-esther-vilar-vs-alice-schwarzer/

    Mann-om-man:

    http://mann-om-man.blogspot.de/2014/09/feindlich-gesinnter-feminismus.html

    http://mann-om-man.blogspot.de/2014/09/virtuelle-salutschusse-fur-robin.html

    http://mann-om-man.blogspot.de/2014/09/es-ist-leichter-starke-kinder-zu-formen.html

    Zur Wehrpflicht und Bezahlung bei dieser in Österreich:

    http://derstandard.at/2000005210531/Sie-geloben-exerzieren-und-leiden

    (via http://www.freimann.at/aktuell.htm)

    Weiteres zur Wehrpflicht:

    http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/viele-der-jungen-manner-furchten-die.html

    http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/warum-mehrheitsentscheidungen-oft.html

    http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/schweden-mehrheit-der-befragten-fur.html

    http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/ddr-das-leiden-der-bausoldaten.html

    http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/soziologe-viele-ukrainische-soldaten.html

    http://bastakampagne.blogspot.de/2014/09/frank-walter-steinmeier-gegen.html

    …und der Surftipp des Tages:

    http://de.wikimannia.org/Hauptseite

    Das Letzte:

    http://genderama.blogspot.de/2014/09/professorin-der-humboldt-uni-wenn.html

    http://www.pnn.de/politik/889493/ (Wird Alice S. vom femizentrischen Staat mit Samthandschuhen angefasst?)

    Sonst, DIE Informationsquelle zum täglichen Gebrauch, gerade auch für Journalisten, die noch richtig recherchieren, statt wie auf der Schule den Blödsinn von anderen abzuschreiben:

    http://genderama.blogspot.de (URL gut zum Weiterverbreiten in Kommentarspalten der Mainstreammedien geeignet, da Linklisten dort eher zensiert werden.)

    Da ist alles höchst relevant – deshalb verlinke ich die einzelnen Artikel nicht mehr extra, von Ausnahmefällen abgesehen.

    Auch sonst sag ich nur: Weiterverbreiten, wenn möglich auch „offline“ (z.B. Weitersagen, Flugblätter)

    http://frauengewalt.wordpress.com/ (Auch auf einer meiner beiden „supitollen“ Listen zu finden. Extra-Verlinkung als besondere Empfehlung! Da sind die Studien drin, die zeigen, dass es in Sachen häuslicher Gewalt eine Pattsituation zwischen den Geschlechtern gibt.)

    Liste des radikalfeministischen Hate Speech:

    https://allesevolution.wordpress.com/2014/02/22/selbermach-samstag-lxxiii/#comment-112353

    Normale „supitolle“ Liste:

    https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/19/selbermach-samstag-lxxxi/#comment-118618

    http://femokratie.com/tatort-diese-vaeter-sind-zum-grauen/04-2014/comment-page-1/#comment-31698 (nicht meine Liste, aber nicht schlecht)

    Zu guter Letzt: Meine Reihe „Feministinnen mit Tierfilmszenen ärgern“ (Hintergrund: http://www.spiegel.de/spiegel/a-457053.html), heute: Drohne besorgt es seiner Königin

    Preisfrage: Bei solchen Bienen- und Hummelarten gibt es bekanntermaßen Arbeiterin, Königin und Drohne. Wie viele Geschlechter gibt es bei diesen Tieren also?

    Selbermach-Samstag-Special III: Biolehrer & Didaktiker

    Ich besuchte eine Lehrveranstaltung mit dem Titel: „Entwicklung einer Unterrichtseinheit: Sexualerziehung“. Wieder einmal stieß ich dabei auf die enorme Hysterie gegen den „Frontalunterricht“ und überhaupt gegen „fachorientierten“ Unterricht. Ich musste dort eine Unterrichtsstunde planen. Ich hatte für die ersten zwei Minuten der Stunde einen „Lehrervortrag“ geplant, also bösen Frontalunterricht. Wohlgemerkt nur für zwei Minuten – meine Güte. Und nur dafür, um den (fiktiven) Schülern ihren Arbeitsauftrag zu erklären. Die Dozentin – eine Biolehrerin – dazu, als sie das Wort „Lehrervortrag“ sah: „Kommen Sie davon weg!“

    Es ging wirklich nur um zwei Minuten von 45. Aber so einem richtig strammen Didaktiker ist das bereits zu viel. Wenn ein Lehrer heute seinen Schülern kurz erklärt, was sie machen sollen, hat er bereits bösen Frontalunterricht gemacht. In derselben Lehrveranstaltung erlebte ich noch mehr bemerkenswertes: Ich kritisierte, dass im Aufklärungsunterricht der Schule das menschliche Verhalten nicht genug im Lichte der Evolution betrachtet würde. Als Schüler hätte ich es nämlich gern im Nachhinein aus dieser Perspektive gehabt. Das wurde natürlich von allen Seiten sofort bestritten. Ich sprach dann während einer Gruppenarbeit mit Kommilitonen die Konkurrenz der Männchen um die Weibchen an, die es von Natur aus gibt. Eine Kommilitonin grinste mich dämlich an und sagte sofort „Das sehe ich anders.“

    Es waren einige von denen recht unfreundlich, meist ohne dass ich erkennen konnte, warum einige von denen immer so eine offene Abneigung gegen mich zeigten (Ich war halt als Diplomstudent der „Diplomsarsch“). Es bestand keine gute Diskussionskultur. Ich hielt dann meine „Unterrichststunde“ mit den Kommilitonen als „Schüler“ – jeder war mal dran damit. Ich nahm beim Beantworten einer Frage das Wort „Hochdruck“ in den Mund. Also Hochdruck im Sinne von „Wenn jemand nötig aufs Klo muss, ahat er Hochdruck“. Die Dozentin meinte hinterher, „Hochdruck“ wäre kein passender Ausdruck und ich müsste doch Vorbild für die Kinder sein (!). Was andere da für Unterrichtsstunden vorführten, darüber kann ich nur noch mit dem Kopf schütteln. Hier Gruppenarbeit, das „Stationenlernen“, „selbstentdeckendes Lernen“ usw. – moderne Methoden und Sozialformen. Und bloß nichts Fachliches. Als hinterher in der Klausur auch fachliches über die Geschlechtsorgane abgefragt wurde, konnten viele von denen die einfachsten Sachen nicht beschriften. Z.B. Cowpersche Drüse, Bläschendrüse und so beim Mann – kennen die nicht. Im Seminar kam dann mal die Rede auf den Säureschutzmantel der Haut, beim Thema Hygiene. Da wusste einer nicht, aus was der Säureschutzmantel besteht und konnte den Begriff „Säure“ nicht definieren (!!!). Was man unter dem pH-Wert versteht, wusste er auch nicht. Wohlgemerkt: als angehender Biologielehrer. Alles kein Witz.

    Im Zuge dieser Veranstaltung haben wir dann Pro Familia besucht. Die Frau dort unterstellte pauschal, Mädchen/Frauen würden wirklich lieben und Jungen/Männer seien nur am „rein Mechanischen“ interessiert. Auf einen beleidigten Blick von mir hin relativierte sie das etwas, von wegen „verspielt“ und so. Beim Thema „Abtreibung“ ging sie ziemlich die katholische Kirche und den Papst an.

    In der Veranstaltung über Sexualkunde fiel mir auch auf, dass in typischen Unterrichtsmaterialien dafür oft die Rede davon war, dass Frauen und Mädchen überall viel sexuell ausgebeutet würden. Die umgekehrte Darstellung, nach der Frauen das Geschlecht mit der großen, sexuellen Macht sind und zuweilen Männer ausbeuten, und überhaupt von natürlichen Geschlechterrollen war nie die Rede. Sexuelle Selektion u.ä.? Fehlanzeige, war kein Thema. Es war fürchterlich oberflächlig und zugleich vom feministischen Zeitgeist und vom typischen Didaktikerzeitgeist geprägt – mit Letzterem meine ich diesen „Nicht Wissen sondern Kompetenzen müssen wir fördern“-Schmarrn u.ä. – als wenn das ein Widerspruch wäre.

    Mir erzählte im selben Sommer eine Lehramtsstudentin einer anderen Uni, die nicht Bio studierte (sondern Deutsch & Englisch), sie hätte auch vor ihren Kommilitonen unterrichten müssen. Danach habe sie der Didaktik-Dozent in sein Dienstzimmer bestellt, und sie dort „bearbeitet“ von wegen sie solle sich doch überlegen, ob sie Wissen oder Kompetenzen fördern wollte… – naja.

    Ein paar Monate später: Ich musste wieder mal in einer Didaktik-Veranstaltung mit so ner Bio-Lehramtsstudentin zusammenarbeiten. Es ging um Biomembranen und Diffusion. Beim rein fachlichen Gespräch vorab stellte ich fest, dass sie – und das als Studentin mit der Fächerkombination Biologie UND Chemie – die einfachsten Dinge nicht wusste darüber, welche Substanzen grundsätzlich durch die Phopholipidschicht einer Biomembran diffundieren können und welche dass nur durch die Transmembranproteeine schaffen, die dazu da sein. Dass man hierbei zwischen polaren, unpolaren, geladenen und ungeladenen Molekülen/Atomen unterscheiden muss, wusste sie nicht. Ich erklärte es ihr kurz – wohlgemerkt Basics, die sie zu dem Zeitpunkt schon lange hätte draufhaben müssen. Ihre reaktion: „Bist Du ein wandelndes Lexikon?“

    Solche und ähnlich Erlebnisse haben mich nur noch sprachlos gemacht, immer wieder. Einmal ging es in einer anderen Didaktik-Veranstaltung wieder um Diffusion und Osmose – immerhin hochrelevante Themen auf der Schule. Ich dachte mich in den Sachverhalt rein, begründete, wie man es aus meiner Sicht erklären müsste, damit Schüler es richtig verstehen können, und eine Bio-Lehramtsstudentin sagte einfach nur dämlich grinsend „Nein!“ dazu und genoss das sichtlich. Ich mache nur meinen Job als Student, es geht mir nur um die Sache, und Lehramtsstudentinnen sagen einfach „Nein“ und grinsen dämlich. Widersprechen ohne Argumente, und immer schön ad personam.

    In dem Semester, in dem ich das erlebte, lernte ich ein Paar Förster kennen, die dort auf Biolehrer umsattelten, weil der liebe Staat je so gerne Stellen einspart, denn Existenzen braucht das Volk im Zeitalter der Massenarbeitslosigkeit ja schließlich nicht. Die Förster waren durchweg nette Leute, und die Gespräche mit ihnen viel interessanter als mit originären Bio-Lehrämtlern. Denn diese Leute wussten was anstatt alles besser. Von den damals in Hessen umgeschulten Förstern kam auch ein Feedback über den Lehramts- und DIdaktik-Bereich, das sehr aufschlussreich ist:

    http://www.bdf-online.de/pdf/zeitung/2007/BDF_Aktuell-2007_6_1.pdf (ab Seite 20 unten)

    Das Beste daraus:

    „Auch die anderen „richtigen“ Lehramtsanwärter haben uns oft in den Seminargruppen eher reserviert aufgenommen und uns das auch merken lassen. Man konnte insgesamt
    merken, dass man nicht willkommen war und das sollte wohl auch so sein. Abgesehen davon merke ich jetzt, dass viele der im Studienseminar behandelten Inhalte für die Praxis überhaupt nicht relevant sind.“

    „Im Biologieseminar ist mir besonders aufgefallen, dass die normalen „Lehramtsbiologen“ erschreckend geringe Kenntnisse über Naturzusammenhänge und fast keine Artenkenntnisse haben. Da hatten wir einen klaren großen Vorteil. Allerdings zahlte er sich nicht aus, weil nie danach gefragt worden ist…“

    „Das schlimmste war, dass ich (es ging um Tollwut) gesagt hatte „so ein Viech fasst man nicht an!“ das war ja viel zu umgangssprachlich und überhaupt drückt man sich so ja nicht als Biologe aus.“ (Ich finde, so darf sich jeder ausdrücken – sonst klingt es zu ach-so-seriös, und das ist einer der Gründe, warum Lehrern oft das Menschsein abgesprochen wird.)

    „Das, was man für diese Unterrichtsbesuche fabriziert, hat nichts aber auch überhaupt nichts mit dem normalen Unterrichtsalltag zu tun. Ich empfand sie als aufwendig, praxisfern und die Kritik in den folgenden Besprechungen oft als reine Schikane.“

    Es bleibt spannend – bleiben Sie dran und lesen Sie nächsten Selbermach-Samstag den vierten Teil meines Specials über die Didaktiker bzw. die Bio-Lehrämtler! Da kommt noch mehr Ungeheuerlichkeiten von denen. Wenn ich mit dem Didaktik-Special fertig bin, überarbeite ich alles davon noch einmal und poste es als zusammenhängenden Text.

    • ät Matthias:

      Irgendwie gibt´s hier keine Lehrer, was? Außer Maren…
      Aber eigentlich dürften doch mehrere hier Kinder haben.

      Jaja, der böse Frontalunterricht…
      Ich glaube langsam, daß die Fokussierung auf „Fähigkeiten“ und „Methoden“ ne Ausrede ist, um nicht so viel lernen zu müssen.

      Ich will nicht leugnen, daß ich erst durch jahrelange praktische Arbeit zum Profi geworden bin.
      Das aber nicht in einer Gruppe von 20 Schülerixes! Sondern allein oder mit 2-3 Kommilitonixes.

      Um dahin zu kommen, braucht man allerdings erst mal fundiertes Fachwissen, zm Beispiel über Zellehre, Biochemie und Genetik.

      Wie soll man das lernen, wenn nicht durch ein Tafelbild oder Folien?

      Sexualkunde ohne Frontalvortrag stelle ich mir übrigens unfreiwillig komisch vor – Matthias inmitten seiner pubertierenden kichernden Schülerinnen, und alle müssen mal ein Kondom über die herumgereichte Banane ziehen.

      Hormonzyklen müssen allerdings außen vor bleiben, das wäre zu „frontal“. Unverzichtbar ist allerdings das „Wissen“ zu LSBTI, dem sozialen Geschlecht und der Unterdrückung der Frau.

      Auch bei proFamilia nebenbei? Ich dachte, die wären eher gegen Abtreibung etc.

      Ein Grund für die schlechte Lehrerausbildung ist allerdings auch das westdeutsche System. In der DDR gab es zB in Potsdam eine zentrale Lehreruni. Heute müssen die Lehrämtler dort zwischen den Campi hin- und herrasen und sich irgendwo in die Diplomkurse quetschen. Außerdem haben sie 60h additiv pro Semester und Woche mehr als die Diplomer.
      Daß da nicht viel Fachwissen hängenbleibt, tut nicht Wunder.

      Toll, wir Deutschen werden immer weniger, und nun auch noch dümmer ohne ordentliche Lehrer.

      Kennst Du dieses Buch:

      Ist 10 Jahre alt, wird aber eher immer aktueller. Obwohl sie die 68er als Hauptschuldige an der Lehrermisere identifiziert.

      • @ Axel

        „Irgendwie gibt´s hier keine Lehrer, was? Außer Maren…“

        Und Robin. Sind aber noch keine Lehrerinnen, sondern Lehramtsstudentinnen. Und FRobin macht glaub ich ein Doppelstudium mit Magister. Aber egal.

        Lehrer? Ja gut, Lucas Schoppe ist Lehrer. Aber ich glaube nicht Bio. Die anderen beiden auch nicht. Aber mir geht es nicht um hier anwesende, sondern einfach um das, was ich erlebt habe.

        Mit Lehrern allgemein habe ich keineswegs nur schlechte Erfahrungen gemacht. Wobei ich da auch die dollsten Dinge erzählen könnte. Die unterscheiden sich halt stark voneinander.

        „Aber eigentlich dürften doch mehrere hier Kinder haben.“

        Das denke ich mir.

        „Jaja, der böse Frontalunterricht…
        Ich glaube langsam, daß die Fokussierung auf “Fähigkeiten” und “Methoden” ne Ausrede ist, um nicht so viel lernen zu müssen.“

        Das kann zu einem hohen Prozentsatz stimmen. Was aber dagegenspricht, ist, dass meiner Erfahrung nach auch diejenigen mit dem Methoden- und Sozialformenfimmel oft stark leistungsorientiert sein können und von Schülern im Kleinen, Winzigkleinen und Unbedeutenden Leistungen verlangen und damit gerade im Falle des Faches Biologie viel kaputt machen können. Da wird irgendeine unbedeutende Hausaufgabe vergessen und der Schüler kriegt Ärger. Ich finde: In der Sek. I braucht man in Bio kaum Hausaufgaben. Der Unterricht sollte Interesse wecken. Und die Schüler sollten etwas verstehen, etwas mitnehmen. Und nicht die seichte Strampelitis mitmachen, die auf der Schule immer verlangt wird.

        Ich selbst habe in Klasse 8 praktisch nie Hausaufgaben in Biologie gemacht. Oder zumindest selten. Wozu auch? In Klasse 7 hatte ich nicht nur Hausaufgaben sehr ausführlich gemacht, sondern darüber hinaus noch viel getan, auch schriftlich. Ich hatte sogar Abbildungen und Fotos in mein Heft eingeklebt. Und mich sehr stark am Unterricht beteiligt. Zeugnisnote: 2 Warum? Der Lehrer gab sich selbst eine eins.

        Und eine zwei kann man mit verdammt viel weniger Aufwand haben.

        In Klasse 8 und 9 hatte ich dann eine eins auf dem Zeugnis, wenn er – jetzt ein anderer Lehrer – nichts von bemerkt hat, dass ich keine Hausaufgaben hatte. In zwei zwei Halbjahren hatte ich eine eins. In den zwei anderen nur eine zwei, auch in dem Halbjahr, wo er meinte, ich hätte mein Heft ja eigentlich nie dabei. Ich hatte es auch nie dabei, es existierte glaub ich auch nicht immer. „Ich habe mein Heft vergessen!“ ist ja die Standart-Ausrede.

        Aber auch dann hatte ich eine zwei auf dem Zeugnis. Weil ich in dem Fach auch damals schon eine relativ hohe „PS-Zahl“ und viel „Drehmoment“ hatte. (HA HA HA HA HA) Zumindest im Vergleich zu den meisten Mitschülern – es war halt ein großes Interesse bei mir vorhanden, und ich wusste viel aus privat gelesenen Büchern. Und wozu dann noch Hausaufgaben machen, wenn die notenmäßige „Bezahlung“ dafür nicht stimmt? Ich kommte mir also das „Handicap“ keine Hausaufgaben gemacht zu haben leisten, weil ich ansonsten Überschüsse hatte – man könnte also unterstellen, dass ich es als costly signal eingesetzt habe. (HA HA HA HA HA)

        Warum erzähle ich das? Weil Lehrer meiner Erfahrung nach häufig mit Argusaugen drauf gucken, ob die heiligen Hausaufgaben gemacht wurden und den Schüler anpissen, wenn nicht – auch dann, wenn es bei der Hausaufgabe/den Hausaufgaben um Kleinigkeiten geht. Auf das große Ganze wird oft nichtgeguckt. Also z.B. darauf, dass der Schüler ein hochinteressiertes Exemplar und mit DEM Biologieunterricht völlig unterfordert ist.

        Deshalb bin ichauch dafür – ich habe mich letzten Samstag mit dem Marenleinchen darüber gestritten – dass Neigungsfächer in der Sek. I schon als Hauptfach gewählt werden können. Dann hätte ich als Hauptfächer Mathe, Deutsch, Englisch und dann Bio statt Latein gehabt.

        Das hätte mir weitaus mehr geholfen, aber von individueller Förderung wird in der Branche ja lieber gelabert, als dass sie einfach praktiziert wird.

        Warum erzähle ich das noch? Weil viele – auch Lehrer – die vollkommen falsche Vorstellung haben, dass ein Schüler, der in Bio keine Hausaufgaben macht, nicht das Zeug zum Biologen hat. (Es geht noch doller: Im Bio-LK las einer immer die Computerzeitschrift „Ct“ heimlich unterm Tisch. Was ist er jetzt von Beruf? Diplom-Biologe, im Gegensatz zu mir sogar promoviert. Das geht. Auch wenn es unprofessionell ist. Es macht aber bei der ohnehin schon fragwürdigen Art und Weise, wie Biologie heutzutage unterrichtet wird, den Braten auch nicht mehr fett.)

        In der Sek. II gab die Lehrerin – in der Hinsicht recht vernünftig – kaum welche auf. Lernen war gefragt, nicht Hausaufgaben, um was zum vorzeigen zu haben.

        „Ich will nicht leugnen, daß ich erst durch jahrelange praktische Arbeit zum Profi geworden bin.
        Das aber nicht in einer Gruppe von 20 Schülerixes! Sondern allein oder mit 2-3 Kommilitonixes.“

        Ich habe auf der Uni damals auch die Erfahrung gemacht, dass Teamarbeit erst dann funktioniert, wenn es Erwachsene Leute sind, diese was können und vor allem sich vorher jeder alleine drauf vorbereitet hat. In der Schule funktioniert das so leicht nicht. Und trotzdem glauben viele Lehrer, sie hätten uns Teamfähigkeit beigebracht.

        Und klar, praktische Arbeit kann starke Effekte haben.

        „Um dahin zu kommen, braucht man allerdings erst mal fundiertes Fachwissen, zm Beispiel über Zellehre, Biochemie und Genetik.“

        Eben.

        „Wie soll man das lernen, wenn nicht durch ein Tafelbild oder Folien?“

        Genau hier liegt das Problem: Die Pragmatiker haben in dem Bereich nichts zu sagen. Den Ideologen gehört der Laden.

        „Sexualkunde ohne Frontalvortrag stelle ich mir übrigens unfreiwillig komisch vor – Matthias inmitten seiner pubertierenden kichernden Schülerinnen, und alle müssen mal ein Kondom über die herumgereichte Banane ziehen.“

        Mit echten Schülern ist es ja nicht so weitgekommen. Ich fidne, Schüler müssen auch zumindest eine Zeitlang ihrem Lehrer zuhören können. Ist doch auch eine wichtige Kompetenz.

        „Hormonzyklen müssen allerdings außen vor bleiben, das wäre zu “frontal”. Unverzichtbar ist allerdings das “Wissen” zu LSBTI, dem sozialen Geschlecht und der Unterdrückung der Frau.“

        Selbstverständlich – dann ist Wissen auf ein mal gut, aber klar doch.

        „Auch bei proFamilia nebenbei? Ich dachte, die wären eher gegen Abtreibung etc.“

        Ich kenne deren offizielle Psoition nicht. Die Frau damals war wohl eher für Abtreibungen.

        „Ein Grund für die schlechte Lehrerausbildung ist allerdings auch das westdeutsche System. In der DDR gab es zB in Potsdam eine zentrale Lehreruni. Heute müssen die Lehrämtler dort zwischen den Campi hin- und herrasen und sich irgendwo in die Diplomkurse quetschen. Außerdem haben sie 60h additiv pro Semester und Woche mehr als die Diplomer.
        Daß da nicht viel Fachwissen hängenbleibt, tut nicht Wunder.“

        Ich glaub aber nicht, dass das überall im Westen so ist.

        Aber das Bio-Lehramtsstudium – den Ablaufplan von dem damaligen, nichtmodularisierten hatte ich mir mal angeguckt – das ist ziemlich daneben. Alles, was auf der Schule eine große Rolle spielt, spielt in dem Studium eine ganz kleine Rolle. Es kommt das dran, was auf der Schule kaum noch eine Rolle spielt. Näheres dazu an einem der nächsten Samstage. Ist einer der Gründe, warum die Genderideologen DIESE Biolehrer nicht fürchten brauchen. In einem funktionierendem Bildungssystem hätte die Masse der Biolehrer den Gendersens schon längst die Niederlage des Jahrhunderts beigebracht. Da würde die Genderideologie direktnach dem Kreationismus als reine Ideologie vorgestellt und vor den Schülern wiederlegt.

        „Toll, wir Deutschen werden immer weniger, und nun auch noch dümmer ohne ordentliche Lehrer.“

        Da könnte erschreckend viel dran sein. Aber die Lehrer sind nicht alle so. Es gibt auch sehr gute.

        „Kennst Du dieses Buch:

        Das Lehrerhasser-Buch: Eine Mutter rechnet ab“

        Das kenne ich, das habe ich damals gelesen. In manchem hat sie Recht, in manch einer Hinsicht aber auch nicht. Ist halt durchwachsen.

        „Ist 10 Jahre alt, wird aber eher immer aktueller. Obwohl sie die 68er als Hauptschuldige an der Lehrermisere identifiziert.“

        Sie beschreibt darin z.B. das „freie Schreiben“: Kinder im Grundschulalter dürfen Rechtschreibfehler und überhaupt Fehler machen (!!!), weil Fehler ja „Lernchancen“ sind und blabla. (Ja, aber es sind wirklich die irrsinnigsten Spinnereien, die in der Branche durchgedrückt werden, koste es, was es wolle. Und wehe, ein Referendar oder Junglehrer sagt was dagegen oder denkt noch selbstständig – den lassen sie dann durchs zweite Staatsexamen segeln.) Ergebnis: Kinder lernen keine vernünftige Rechtschreibung mehr. In solchen Hinsichten wird es immer aktueller. Sie prangert aber auch Probleme an, die es schon lange gibt, wenn Lehrer z.B. Kinder zu hart anpacken.

        • Und? Was soll das? und warum unter meinen Postings? Bzw. denen von Axel?

          Und wer nennt sich hier eigentlich „Solanas“?

          Solanas war die Feministin, die Männer am liebsten in der Gaskammer gesehen hätte. Und die, die einen Mann niedergeschossen hat.

        • ät Matthias:

          Hihi, wieder so ein Gender-Troll. Ah, das war die Bekloppte von „I shot Andy Warhol“. Eine Radfem, die einen Schwulen niederschießt. Balla-balla.

          Aber Blogchef Chris will ja mehr so Leute hier haben. Natürlich kommt dann so was raus, weil radikale Genderer sowohl von Ausbildung wie auch Gesinnung gemäß Leszeks Typologie weniger auf fundierte Diskussion, sondern mehr auf Krawall aus sind.
          Kennst das hier: http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/495567/christian-ulmen-was-stort-ihn-an-feministinnen ?

          A propos: Deine Literatursammelliste ist ja meist allgemein ausgelegt.
          Was hälst Du von einer Ergänzung zu konkretren Gendernachrichten, die die Woche über aufgelaufen sind?
          Vielleicht ergibt sich ja die ein oder andere Diskussion zum Thema, damit hier nicht immer nur über Kulturmarxismus uä. gestritten wird.

          Ich fang mal an:
          JURA-PROFESSORIN VO DER HUMBUG-UNIVERSITÄT BERLIN SCHLÄGT BESCHNEIDUNG VON MÄDCHEN VOR

          (http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/hu-professorin-fordert–beschneidung-bei-maedchen-soll-erlaubt-werden,7169128,28384580.html)

          Aus Gerechtigkeitsgründen. Oder so…

          Daher erscheint mein Vorschlag, die Sozial-Geisteswissenschaften von den NW abzutrennen, vielleicht doch nicht so abwegig.

          Die GSGWler können dann den Ruf ihrer Uni fleißig ruinieren, ohne die echten Wissenschaftler mit reinzureiten.

          • @axel

            Nochmal der Hinweis darauf, dass Kommentare bitte höflich gegen andere Kommentatoren bleiben sollen.

            Sieh es doch einfach als Chance zu einer Diskussion, bei der du für Dritte direkt aufzeigen kannst, dass deine Meinung die argumentativ besser vertretbare ist

            Zu den Beschneidungen:
            Die Initiative von Hörnle ist natürlich fürchterlich, aber auch eine Chance deutlich zu machen, dass die Beschneidung von Jungs ebenso fürchterlich ist. Denn das scheint ja ihr Argument zu sein: Wenn man es einmal bei Jungen erlaubt, warum dann bei Mädchen verbieten. Das Argument kann man eigentlich auch umdrehen: Warum es bei Jungen erlauben, wenn man es bei Mädchen verbietet?

        • @ Axel

          „Hihi, wieder so ein Gender-Troll. Ah, das war die Bekloppte von “I shot Andy Warhol”. Eine Radfem, die einen Schwulen niederschießt. Balla-balla.“

          Yepp. Die Gendersens sind aus meiner Sicht fast alles Trolle. Berufstrolle, die auf der Uni rumtrollen und richtig fett Staatsknete dafür abkassieren.

          „Aber Blogchef Chris will ja mehr so Leute hier haben. Natürlich kommt dann so was raus, weil radikale Genderer sowohl von Ausbildung wie auch Gesinnung gemäß Leszeks Typologie weniger auf fundierte Diskussion, sondern mehr auf Krawall aus sind.“

          Könnte stimmen.

          „Kennst das hier: http://www.noz.de/deutschland-welt/medien/artikel/495567/christian-ulmen-was-stort-ihn-an-feministinnen ?“

          Nee, hatte ich noch nicht gesehen.

          „A propos: Deine Literatursammelliste ist ja meist allgemein ausgelegt.
          Was hälst Du von einer Ergänzung zu konkretren Gendernachrichten, die die Woche über aufgelaufen sind?“

          Viel, aber dauernd die Listen aktualisieren ist auch schwierig. Generell poste ich sowas ja wöchentlich, wobei eine Best of-Sammlung davon auch eine eigene Liste hergeben könnte.

          Wir können hier gerne mal besonders gelungene Artikel zusammentragen, für eine Artikel-Liste.

          „Vielleicht ergibt sich ja die ein oder andere Diskussion zum Thema, damit hier nicht immer nur über Kulturmarxismus uä. gestritten wird.“

          Kulturmarxismus – mit dem Thema werde ich auch so leicht nicht warm. Ich glaube auch nicht, dass die Männerrechtlerszene mit dem Thema punkten kann. Aber wer weiß.

          „Ich fang mal an:
          JURA-PROFESSORIN VO DER HUMBUG-UNIVERSITÄT BERLIN SCHLÄGT BESCHNEIDUNG VON MÄDCHEN VOR

          (http://www.berliner-kurier.de/kiez-stadt/hu-professorin-fordert–beschneidung-bei-maedchen-soll-erlaubt-werden,7169128,28384580.html)

          Aus Gerechtigkeitsgründen. Oder so…“

          Bei einigen Leuten von der Humbug-Universität fragt man sich bald wirklich, bei welchem Promillespiegel die ihren Job machen.

          Den Audruck „Humbug-Universität“ finde ich jedenfalls sehr treffend.

          „Daher erscheint mein Vorschlag, die Sozial-Geisteswissenschaften von den NW abzutrennen, vielleicht doch nicht so abwegig.“

          Abtrennen im Sinne von auf eine andere Uni? Eine NW-Uni hier, eine GW-Uni da?

          Weiß nicht. Wichtig ist nur, dass mit und in bestimmten Fachbereichen mal richtig aufgeräumt wird. So, wie Harald Eia das in Norwegen angestoßen hat.

          „Die GSGWler können dann den Ruf ihrer Uni fleißig ruinieren, ohne die echten Wissenschaftler mit reinzureiten.“

          Ja gut, aber es ist ja nicht nur die Uni selbst. Auch eine reine Naturwissenschaften-Uni bzw. eine für Natur- und Ingenieurswissenschaften plus Medizin wäre eine öffentliche, staatlich finanzierte Einrichtung. Mit Beamtenrecht und allen Dauemschrauben, die dazugehören. (Disziplinarrecht, Maulkorberlass usw.)

          Die hätten dann auch eine Frauenbeauftragte. Und den ganzen Ärger da.

          Außerdem sollten wir uns von den Gendersens nicht aufzwingen lassen, traditionelle Universitäten mit vielen Fachbereichen derart stark zu verändern.

          Es reicht, wenn die Gendersens ihren Hut nehmen müssen. Bzw. auch andere „Wissenschaftler“, wenn sie nachweislich keine echten sind.

          Wenn ich was zu sagen hätte, würde aufgeräumt! (HA HA HA HA HA)

          Wobei: Im Gegensatz zu den Gendersens würde ich nicht einfach mit der Keule Existenzen vernichten.

          Diese Gender-Lehrstuhlinhaberinnen würden als Beamte eh eine Existenz behalten. Ich weiß nicht, wie man die einsetzen kann. Als Putzkolonne (hihi) wäre „selbst“ mir zu hart. (Hinterher bringt sich noch eine um oder läuft Amok – läuft mit der Schere Amok!!!) Als Sekretärin? Zum Kaffeekochen? Ach nee, besser nicht, wer weiß was die da reinrühren…

          Das ist überhaupt eine gute Frage: Wie werden die Gender-Berufs-Trullas eingesetzt, wenn wir sie entmachtet haben? Vor derm evolutionsbiologischen Institut den Hof kehren geht schlecht. Werden hinterher noch echte Fachleute mit dem Besen erschlagen.

          Hat da einer ne Idee?

        • ät Evochris:

          Du kennst ja meinen Vorwurf der einseitigen Kritik an „Rechten“.
          Ich erinnere mich an einen Kommentar von MuttiSheera neulich, wo sie Dich geradezu beschimpft hat. Von Dir keine Reaktion.

          Ich denke, Du willst nicht kritisiert werden; zumindest nicht blogpolitisch. Wer selber kritikunfähig ist, kann anderen allerdings nur schwer Fehlverhalten vorwerfen.

          Besonders dann, wenn ich nur große Gruppen an Unis, und auch noch zu Recht, statt einzelner Anwesender, kritisiere.

          Zu Hörnle: Ich denke, es ist nicht unsere Aufgabe, Ausreden für „freakige“ (genderama) Initiativen zu suchen.
          Wenn Deine Vermutung zu Ihrer Motivation richtig sein sollte, hat sie es gut versteckt.

          • @axel

            Mich zu beschimpfen, da bin ich auch wesentlich großzügiger als andere zu beschimpfen.
            Wenn ich dich eher kritisiere, dann liegt es daran, dass du häufiger deutlich machst, dass die anderen hier nicht sein sollten und abfällig wirst. Ich will, wie aber richtig angemerkt wurde, die anderen sehr gerne hier haben. Weil ich glaube, dass eine Gegenposition eine Diskussion immer spannender macht als eine Diskussion unter Leuten, die eh die gleiche Meinung haben.
            Möge dann das bessere Argument gewinnen

            „Wenn Deine Vermutung zu Ihrer Motivation richtig sein sollte, hat sie es gut versteckt.“

            Nein, ich habe nicht gesagt, dass das ihre Motivation ist. Ich sage, dass man das auf diese weise nutzen kann

        • ät Evochris:

          „Weil ich glaube, dass eine Gegenposition eine Diskussion immer spannender macht als eine Diskussion unter Leuten, die eh die gleiche Meinung haben.
          Möge dann das bessere Argument gewinnen.“

          Dito.
          Wenn es denn Realität wäre. Wenn aber nur provoziert wird, wie durch Luzia oder Solanas oben, hast Du keine Diskussion, sondern es werden Müllkilometer produziert und die Trolle lachen sich nen Ast. Mission erfüllt, Evolutionsblog sabotiert.

          Du erinnerst Dich vielleicht an den linken Troll von Wikipedia („Türke, Österreicherin“). Nachdem er rausgeflogen ist, mischt der garantiert auch in anderen Foren wie hier mit.

          • @axel

            „Wenn es denn Realität wäre. Wenn aber nur provoziert wird, wie durch Luzia oder Solanas oben, hast Du keine Diskussion, sondern es werden Müllkilometer produziert und die Trolle lachen sich nen Ast. Mission erfüllt, Evolutionsblog sabotiert.“

            Sehe ich anders. Aus meiner Sicht machen sie allenfalls deutlich, dass auch der Feminismus Trolle und dazu sehr extremes Gedankengut hat. Das ist eine gar nicht unwesentliche Botschaft

        • ät Matthias:

          „Abtrennen im Sinne von auf eine andere Uni? Eine NW-Uni hier, eine GW-Uni da? Weiß nicht. Wichtig ist nur, dass mit und in bestimmten Fachbereichen mal richtig aufgeräumt wird. So, wie Harald Eia das in Norwegen angestoßen hat. “

          Richtig. Wie wir schon mal diskutiert hatten. Sozis und Genderer alle nach Bielefeld, Hildesheim oder Bochum (böäh 😉 ), richtige Wissenschaftler nach Berlin und Dresden.

          Aufräumen halte ich unrealistisch. Art. 5GG; die kontrollieren sich selbst.
          Und Eia? Na ja, entgegen den Berichten ist das Genderinstitut ja nicht dichtgemacht, sondern nur verlegt und verkleinert worden. Die Fanatiker sitzen jetzt in Göteborg.
          War nur ein Anfang. Hoffe aber, daß er in einem großen Flächenland wie Deutschland mal einen Film drehen darf. Ob die ARD-Reporter das zulassen? Wohl eher nicht.

          „Ja gut, aber es ist ja nicht nur die Uni selbst. Auch eine reine Naturwissenschaften-Uni bzw. eine für Natur- und Ingenieurswissenschaften plus Medizin wäre eine öffentliche, staatlich finanzierte Einrichtung. Mit Beamtenrecht und allen Dauemschrauben, die dazugehören. (Disziplinarrecht, Maulkorberlass usw.) Die hätten dann auch eine Frauenbeauftragte. Und den ganzen Ärger da. “

          Da fällt mir ein, eine Uni in Hessen glaub ich, hat Genderforscher bei den INGENIEUREN (!) eingestellt.
          Hehe, die werden´s nicht leicht haben.

          Ich denke, daß auch eine MINT-Uni ohne Sozialwissenschaftler mit Genderdeppen im Frauenbüro keine großen Probleme hat.

          Alle NWler auf Arbeit finden Gender bekloppt oder halten es für eine ABM.
          Die Deppen haben gar keine Chance, irgendwas durchzusetzen. Mangels Masse.

          Was wir mit studierten Gendas nach dem Rausschmiß machen, ist ne gute Frage.

          Aber Arbeiter werden ja auch Hartzer, wenn die Fabrik dichtmacht. Dann kommen die Genderistas ebenfalls in den Plattenbau mit 700 Euros.

          Wer schmarotzt, dessen berufliche Existenz wird eben vernichtet. Pech gehabt. Sterben müssen sie ja nicht.

          Denn: Was passiert mit der Existenz von NWlern, wenn sie beim Pfuschen erwischt werden? Die werden auch nicht durchgefüttert!

          A propos Genderschmarotzer: Hab grade Videos von Anita Sarkeesian geguckt. Motto „Erfinde ein Problem und biete Dich selbst als Lösung an“.

          Guck mal: http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/anita-sarkeesian-feministische-videospielkritik-und-morddrohungen-a-988906.html

        • ät Evochris:

          Du hast ja die Ruhe weg. Gut, ist Dein Blog. Wenn Du Dich gerne mit Störern streitest.
          Was die extremen Positionen angeht, macht die Tages- und Wochenpresse aber wesentlich umfassender deutlich, wie extrem, „freakig“ Gender ist.

          Siehe Hörnle.

  2. Aus der Serie fortlaufenden Endlosserie „The Hypergamy Games“ unsere heutige Folge: Steven Bauer (57, Ex-Ehemann von Melanie Griffith, sieht aber noch fast so gut aus wie ich) und seine 18-jährige Freundin

    http://i.huffpost.com/gen/2049058/thumbs/o-STEVEN-BAUER-570.jpg?1

    Ich hoffe, sie ist wenigstens schon 18, so jung wie sie aussieht

    Quelle:

    http://www.huffingtonpost.com/2014/09/11/steven-bauer-girlfriend_n_5804410.html

    Die Mutter (offensichtlich ist die Tochter kein armes Hascherl von der Sozialhilfe-Weide geklaut):

    *Loudon’s mother, Gina Gentry Loudon, wrote a candid blog post about her daughter’s relationship with Bauer for WorldNetDaily. She described how their family dealt with the relationship and admitted she wondered „why Mr. Bauer did not walk the moment he realized where all of this was going.“

    „My daughter’s choice has challenged me,“ wrote Gentry Loudon, an author and Fox News contributor. „In perspective, this was a choice regarding love. She did not choose to break the law, harm an innocent or betray our country. Several friends asked us to consider whether love really is a choice. Others beseeched us to embrace that she found a special love with a special, gentle man. These were defining questions.“*

    Warum verlieben sich so viele junge Frauen in ältere, statushohe Männer und so wenige 18-jährige Männer in 57-jährige Frauen?

    Oder liegt es an den 57-jährigen Frauen, die sich nicht in 18-jährige Männer verlieben?

    Egal.

    Die Antwort kann nur lauten: DAS PATRIARCHAT IST SCHULD!

    Ich warte auf die 80-jährige, die mir ein Schloss finanziert.

    Bisher allerdings vergebens.

    Irgendetwas mache ich falsch.

    Bin ich nicht patriarchal genug?

    Tippse kann doch nicht allein der Grund sein?

    Die müsste nämlich mit.

    Aber Platz wär‘ ja genuch in einem Schloss.

    Als Zugabe für treue Leserinnen und Leser, auch Leserxe und andere Exen/Genderreptilien/Wechselwarme/Kaltblüter dürfen sich angesprochen fühlen, eine tolldrastische Geschichte aus der Serie „(Hot) Chicks Dig Jerks“ (Nein, diesmal nicht wieder der liebenswerte Greis Charles Manson und seine hübsche Geliebte)

    Eine 34-jährige Staatsanwältin soll einem Mann (6 Vorstrafen) geholfen haben, seiner Verhaftung zu entgehen und ihn zusätzlich mittels Bikinifoto für sich eingenommen haben.

    Die Staatsanwältin und ihr Angebeteter (1300 SMS innerhalb eines Monats):

    So richtig schön scheint er mir ja nicht zu sein.

    Falls das ein Heteromann bei einem anderen Mann beurteilen kann.

    Muss also andere (Alpha-)Qualitäten gehabt haben, um eine Staatsanwältin für sich einzunehmen (hat immerhin studiert, ob Foucault gelesen, weiß ich nicht).

    Muss ein Sweet Beta Boy lange für stricken, bevor er hoffen darf, Bikinifotos von einer Staatsanwältin zu erhalten.

    Falls je.

  3. Die Kontroversen Quinnspiracy, #Gamergate und #NotYourShield, die schon an vergangenen Selbermach-Samstagen erwähnt wurden, laufen immer noch. Diese Kontroversen berühren viele verschiedene Bereiche. DMJ hat letzten Samstag seine gute Zusammenfassung verlinkt:
    http://www.buddelfisch.de/?p=6974

    – Wesentlich finde ich: immer mehr Spieler und Spieleentwickler (meist anonym) protestieren gegen die Propaganda und Sexismus-Hysterie von Feministen und linken Spiele-Journalisten, die Spiele mit sexy dargestellten weiblichen Charakteren als sexistisch bezeichnen und deren Entwickler als „pubertäre 14-Jährige“.

    – Die beschuldigten Journalisten bilden eine Wagenburg und veröffentlichen hetzerische Artikel gegen die Spieler, also ihr eigenes Publikum, so z.B. Leigh Alexander auf Gamasutra, einer zentralen Webseite der Spieleentwickler-Industrie: „Gamers are over. That’s why they’re so mad. These obtuse shitslingers, these wailing hyper-consumers, these childish internet-arguers — they are not my audience. They don’t have to be yours. There is no ‘side’ to be on, there is no ‘debate’ to be had.“

    – Spieler aus aller Welt, jeden Geschlechts und jeder Hautfarbe wehren sich unter dem Hashtag #NotYourShield dagegen, dass feministische Spiele-Journalisten in ihrem Namen sprechen.

    – Anonyme Spieleentwickler mit konservativen Meinungen berichten darüber, durch Blacklists aus der Industrie ausgeschlossen zu werden.

    – Eine akademische Vereinigung namens DIGRA ist gut mit zentralen Spiele-Webseiten vernetzt und versucht ihre radikalfeministische Ideologie in der Spieleindustrie durchzusetzen.

    Ich zitiere hier noch ein paar interessante Aussagen:

    1. Christina H. Sommers auf Twitter: „A splenetic, male-averse 3rd wave feminism has marched unopposed thru the academy, journalism, politics. Maybe it will take gamers to stop it!“

    2. Milo Yiannopoulos auf Twitter: „Fascinating comment – sounds like #GamerGate echoes what’s happening in science fiction and fantasy too“

    3. Daniel Vavra ist einer der wenigen Spieleentwickler, der nicht anonym kommentiert – als Chef eines unabhängigen Entwicklerstudios kann er das auch eher als andere.
    http://techraptor.net/2014/09/12/interview-daniel-vavra/

    „Nobody ever dares to argue or protect his art, because it would mean instant accusation of misogyny/racism/homophobia/sexism… And then you realize that the people who are accusing others everyday have terrible conflicts of interests and very weird ethics.

    The biggest problem we have is, that there is a group of people that think they know what’s right and what’s wrong and that they have a mission to make the world a better place and protect the oppressed by any means. They don’t even care what the “oppressed” people think. They censor any feedback they don’t like.

    It’s funny that they are absolutely unable to have any discussion or provide solid arguments. Have you ever seen any of them in direct confrontation with their opponents? I guess you didn’t, because they only know how to bark at others from behind the fence and then how to play victims when somebody barks back.

    And they will never be happy. If you don’t have a gay character in your game, you are homophobic, if you do have gay character in your game, you are homophobic, because they don’t like the character. If women in your game look good, you are sexist, if they look bad, you are sexist, if you can fight with them, you are misogynistic, if you can’t fight with them, you are using them as objects, if you don’t have any women, because there is no correct way how to have them, you are misogynistic.

    It’s a witch hunt and it’s affecting my artistic freedom.

    Leigh Alexander, who writes for several mainstream magazines, has a PR agency at the same time while she is an editor at Gamasutra and threatens people that “She is a megaphone that could destroy them” and says that Adam Baldwin is a “washed up crackhead”. WTF is that? How could she still have a job? And that same person is teaching us about ethics and writing articles about childish misogynistic basement trolls? Give me a break!“

    4. Feministen schreiben auch auf Mainstream-Seiten über Gamergate:
    http://www.telegraph.co.uk/technology/video-games/11087308/Women-strike-back-in-the-video-games-sex-war.html#comment-1583892155

    Der beliebtester Kommentar unter dem Artikel lautet: „Note the arrogance, the triumphalism, and the sheer man-hatred in this article. „We are going to hurt you, and you can’t stop us“. This is the language of the Feminist; the language of the bully, the language of the abuser, and of the tyrant. This is why Feminism has to be stopped and rolled back.“

    5. Im Forum des Escapist Magazine äußert sich deren Manager, der als einer der wenigen ausdrücklich nicht Teil der Wagenburg ist und seinen Journalisten verordnet hat, in Zukunft beide Seiten zu Wort kommen zu lassen, bzgl. der zugrundeliegenden Ideologie der „Social Justice Warriors“ (SJWs):
    http://www.escapistmagazine.com/forums/read/18.858347-Zoe-Quinn-and-the-surrounding-controversy?page=709#21379727

    „The denial of objective truth is a core component of the Frankfurt School of cultural Marxism, which in turn spawned the postmodernism which is the centerpiece of contemporary culture. Like the other tenets of the Frankfurt School, the denial of objective truth is a weapon designed to gain influence and power. A society must have some way of making decisions about what is real and true. When society abandons objective truth as its standard, it is left only with „the consensus“ to determine what is true. Consensus is something that can be formed and shaped by experts controlling the narrative. Reality is replaced by wikiality, and those who control the wiki (the narrative, the consensus) control that reality.

    In general, when I encounter someone who decries the value or virtue of objective truth, I set my shields on full power and arm photon torpedoes.
    However, the problem with the postmodernist’s „truth is the consensus“ strategy is that it leads to the majority defining the consensus. Since postmodernists don’t command the majority… the the next step in the postmodern playbook is to claim that only the „truth“ (opinion) of particular groups is relevant to topics relating to their groups. Voila! Truth is defined by consensus, but it’s a consensus that excludes majority opinion as you are „on the wrong side of history“, part of the wrong group, etc.“

    Vielleicht ist der Zenit der SJWs langsam wirklich überschritten. Immer mehr Leute haben die Nase voll von den ständigen und immer kleinlicher werdenden Vorwürfen bzgl. Sexismus, Homophobie, Transphobie etc. Immer mehr Leute realisieren, dass die professionellen Nörgler nie Ruhe geben werden, egal wie sehr man ihnen entgegenkommt. Und Computerspieler haben sich schon gegen mehrere „Moral Panics“ gewehrt, siehe z.B. die „Killerspiel“-Debatte.

    Zum Abschluss noch was Lustiges:

    • Dazu vielleicht eine sehr interessante HoneyBadgerRadio Sendung mit einem Gast von den Fine Young Capitalists http://www.thefineyoungcapitalists.com/ , den Mitgründern des Wettbewerbs um den sich Quinnspiracy bzw. Gamergate dreht.

      Sehr interessant was er dazu zu sagen hat.

      Wen es interessiert unter Youtube Channel HoneyBadgerRadio: Badgerpod NerdCast 9: The Fine Young Capitalists!

    • Kurz darauf verkündete Anita Sarkeesian, durch Drohungen auf Twitter aus ihrer Wohnung fliehen zu müssen. – Und nun sprangen die Websites auch darauf an! Nun hatten sie endlich die vertraute Narrative von tapferen Frauen, die von hasserfüllten Männern unterdrückt wurden.

      Wobei die Presse, sofern es denn jemals thematisiert wird, dem Narrativ folgt und jede kritische Aufarbeitung und Recherche vermissen lässt. Die Frau wurde bedroht, ist also Opfer und deshalb im Recht.

      Typisch für die unkritische Berichterstattung ist dieser Artikel des Zürcher Tages Anzeigers:

      http://www.tagesanzeiger.ch/digital/social-media/GamerSeximsus-auf-der-Abschussliste/story/29625804

  4. Greg Cochran und die Idioten

    Allen, die sich immer wieder über meine „Pferdezüchterdenke“ (eher Hundezüchter, denn Hunde wurden sehr viel einschneidender auf Charakterunterschiede hin selektiert als Pferde, je nach Zweck, Stichwort: Jagdhund, Hütehund, Kampfhund, Wachhund, Schoßhund – und das hat geklappt, weil psychische Eigenschaften erblich sind, nicht nur beim Hund), sei eine bissige Bemerkung von Cochran zitiert:

    *Natural selection is not an odd, unusual, poorly understood phenomenon like ball lighting. It is not something that last occurred 50 million years ago, like a kimberlite pipe eruption. And, of course, it applies to human behavioral traits, which are significantly heritable. Unless you think that the optimum mental phenotype (considering costs and payoffs) was the same in tropical hunter-gatherers, arctic hunter-gatherers, neolithic peasants, and medieval moneylenders (which would strongly suggest that you are an idiot), natural selection must have generated significant differences between populations. Differences whose consequences we see every day, and that have been copiously documented by psychometricians.*

    http://westhunt.wordpress.com/2014/08/24/pygmification/

    Manchmal ist er halt sehr deutlich. Weshalb er auch in Utah hockt und nicht in Harvard, wo man die Polite Society dessen, was heute als Juste Milieu durchgeht, doch mehr schätzt als in der Salzwüste.

    • Manchmal ist er halt sehr deutlich. Weshalb er auch in Utah hockt und nicht in Harvard, wo man die Polite Society dessen, was heute als Juste Milieu durchgeht, doch mehr schätzt als in der Salzwüste.

      In Utah, bei den Religioten der Heiligen der letzten Tage, da ist er genau richtig.
      Das Buch Mormon ist wohl der grösste Schwachsinn, der jemals zu Papier gebracht wurde. Ich hoffe, ich habe keine religiotischen Gefühle verletzt. Nichts läge mir ferner!

    • @ Peter

      Nur die Ruhe, Peter. Er ist Atheist wie Du. Aber die Mormonen in Utah sind wohl mittlerweile toleranter als die ordinären „Liberals“ in Harvard mit ihrer PC-Religion.

      Die haben ja jetzt Laurie Penny, den Leuchtturm feministischer Rhetorik und britischer Eloquenz.

  5. Und zum Schluss noch ein mögliches Beispiel für die Coevolution von Genen/Kultur/Gesellschaft

    Der mögliche Einfluss der Katholischen Kirche auf die europäische Familienstruktur, die „Zuchtbedigngungen“ des westlichen Menschen.

    Das Verbot der Verwandtenheirat unter Vettern/Kusinen, in manchen Fällen bis zum 6. Grad (also äußerst weitläufige Verwandtschaft) führte in den von ihr beeinflussten Gesellschaften zu einem hohen Ausmaß an „Auszucht“, d.h. möglicherweise zu einem höheren Ausmaß des Binnenvertrauens innerhalb einer lockereren, aber weiter gestreuten extendierten Familie, in der man eben nicht nur dem Clanangehörigen ein gerüttelt Maß an Vertrauensvorschuss spendiert.

    Im Unterschied zu Gesellschaften mit höherer Inzuchtrate (mehr Heiraten zwischen Verwandten/Clanangehörigen), was zu einer höheren Binnenorientierung und -solidarität INNERHALB des eigenen Clans führen könnte, mit dem man dichter/vielfältiger verknüpft ist, dem man auch genetisch sehr viel ähnlicher ist als dies in katholisch beeinflussten Ländern der Fall war/ist.
    Was dann wiederum in solchen Ländern zu erhöhter Feindseligkeit/Ablehnung von Fremden führen könnte, zu mehr Nepotismus und Clanwirtschaft, die das Formieren einer clanübergreifenden Struktur, wie sie ein modernes Staatswesen erfordert, erschweren dürfte.

    Man vertraut vor allem dem Angehörigen des eigenen Stammes/Clans, befördert den auf Posten, fördert den als Geschäftspartner, wider alle „sachlichen“ Erwägungen, hebelt so den Rechtsstaat eher aus, der fordert, ohne Ansehen der Person zu urteilen/handeln.

    Man lebt, handelt, vertraut „mafiamäßig“ innerhalb der „Familie“, die wichtiger ist als jeder Staat, jede Justiz (Süditalien, um bei diesem Beispiel zu bleiben – Stichwort: Hajnal-Linie – ist zwar sehr stark katholisch beeinflusst, aber noch sehr viel stärker/tiefer/älter arabisch-byzantinisch).

    Man sollte daran denken, dass auch Unterschiede in der Empathie stark genetisch beeinflusst sind und Patriotismus ist eigentlich nichts anderes als Empathie mit einer sehr weitgespannten, extendierten „Familie“, dem eigenen Volk/der eigenen Nation, so wie Clandenken/Familiendenken Ausdruck einer starken Solidarität/Empathie mit der eigenen, enger definierten Blutsverwandtschaft ist, mit der man dank Generationen von „Inzucht“ = Verwandtenheirat auch sehr viel enger verwandtt/genetisch ähnlicher ist als in Gesellschaften mit mehr Ausheirat (aus der Familie heraus), die dafür unter einer weitergespannten „Kuppel“ (= Genpool) einader ähnlicher sind, wenn auch auf schwächere Weise als innerhalb eines „Inzuchtclans“.

    Ein Hinweis darauf, wie wichtig die Zusammenführung genetischer Muster mit sozialen Mustern sein könnte, eine interdisziplinäre Betrachtung sozialer Phänomene UND biologischer Muster um alle Wirkfaktoren,die gesellschaftliche Muster erzeugen, zu erkennen.

    Eine Soziologie, die sich von vorneherein darauf kapriziert, dass Biologie bei der Formung von Gesellschaft/gesellschaftlich-politischem Verhalten keine oder bestenfalls eine vernachlässigbare Rolle spielt, leistet das nicht.

    Genau das scheint mir aber die vorherrschende Haltung innerhalb der gegenwärtigen Soziologie zu sein („Gesellschaft hat ausschließlich gesellschaftlich-kulturelle Ursachen!“ oder “ Wer US-Panzer in Bagdad sieht, guckt in die falsche Richtung!“).

    *For example, two months before the 2003 invasion of Iraq there appeared an essay called “the Cousin Marriage Conundrum” by journalist Steve Sailer. In the piece Sailer made an original, and almost eccentric argument, for why democracy in Iraq would fail – its high rates of cousin marriage. Noting that between 46 and 53 per cent of Iraqis married first or second cousins, he suggested: “By fostering intense family loyalties and strong nepotistic urges”, cousin marriage “makes the development of civil society more difficult”. Not only was Iraq split between Kurds in the North, Sunni Arabs in the centre and Shia in the south, but each was sub-divided into “smaller tribes, clans, and inbred extended families – each with their own alliances, rivals, and feuds”.

    Countries without cousin marriage have far stronger civic institutions while in contrast extended families make civil society, honest government and democracy difficult, since the aim of each individual in attaining power is to help out his clan.

    Although both large Abrahamic faiths are universalist, western Christianity was far more jealous of rival loyalties, such as could be found in the clan, and wanted to weaken them. St Augustine of Hippo and St Thomas Aquinas both encouraged marrying out as a way of widening social ties, and in Summa Theologica Aquinas objected to cousin marriages on the grounds that they “prevent people widening their circle of friends”. He wrote: “When a man takes a wife from another family he is joined in special friendship with her relations; they are to him as his own.”

    The influence of the Church caused Europeans to be less clannish and therefore made it easier for large territorial magnates to forge nation-states.

    Another consequence was the nuclear family, which developed in the North Sea region around the turn of the millennium. It was influenced by the western European manor system of agriculture, under which peasants managed their own farms let out to them by the lord of the manor, owing him obligations of work. This encouraged adult children to move out of the family home, whereas in most cultures three generations lived together under a paterfamilias.

    With the nuclear family came a move away from group identity and towards the western concept of individual rights and liberalism. It was a revolutionary idea and in parts of the world where the clan still rules it is still an alien one.

    http://www.edwest.co.uk/catholic-herald/the-church-v-the-family/

    Zur Hajnal-Linie quer durch Europa:

    http://en.wikipedia.org/wiki/Hajnal_line

  6. Hatte das schon einmal gepostet („Kränkungen …“). Nun hier nochmal im SMS 102.

    Anbei also ein mir kürzlich untergekommenes Video von Brigitte Gabriel. Eine mutige Frau aus dem Libanon, nun wohl Amerikanerin. Kannte sie vorher nicht.

    Sehr augenöffnend.

    U.a. aktuell zu den Vorgängen bezüglich Mißbrauch von Multikulturismus, Islam und Isis etc.

    Aber auch bezüglich Political Correctness und die subversiven Methoden, insbesondere auch die Installation politischer Agitation und Indoktrination im Bildungssystem von Grundschule bis zu den Unis.

    Islamic und Gender Studies Parallelen. Ähnlichkeiten der Methoden des fanatischen Islams mit denen des Feminismus.

    Unehrlichkeit, bewusste Unschuldigkeitsmaskerade, Downplay und eigentlich unfassbares und kaum glaubbares Anliegen, die westliche Gesellschaften zu stürzen bzw. zu schwächen oder umzuerziehen. Von Innen heraus. Und die zugehörige Gewalt dazu.

    Vom Mißbrauch tatsächlicher Toleranz freier Gesellschaften und staatlicher Realitätskontrolle. Und wie (der unselige amerikanische und bei uns in der deutschen Form grassierende) Kulturmarxismus hier gegenseitig
    begünstigend mit hineingreift.

    Ab ca. 21:50.

    Sie ist etwas langatmig, aber interessanter Stoff, den ich so noch nirgends gehört habe.

    … ab 39:27

    … kulminiert ihre Rede mit

    “We in this country have cut silence for a very long time about a lot of things happening in our country we do not agree with. And I believe this is the time we need to take political correctness and throw it in the garbage where it belongs.”

    Und sie bringt weitere gute Punkte danach.

    Brigitte Gabriel: Radical Islam: The Plan to Destroy America from Within: Infiltration (2011)

    • Na Petpanther,
      wieder mal am Lügen, Hetzen und Dämonisieren?

      Möchtest du uns diesmal auch mal Belege für den „Kulturmarxismus“ liefern oder wolltest du nur wieder mal zur Verbreitung einer antisemitischen Verschwörungstheorie beitragen, die Opfer von Breivik indirekt verhöhnen und die Männerrechtsbewegung in Verruf bringen?

      • @ddbz

        Wie kann ich dir jetzt recht unauffällig geben 🙂

        @Leszek

        Niemand verhöhnt Breiviks Opfer oder bringt die Männerrechtsbewegung in Verruf, wenn er Kulturmarxismus erwähnt.

        Beides liegt nicht in meinem Interesse. Und mein Post ist auch keine „Lüge, … etc.“.

        • @ Petpanther

          „Niemand verhöhnt Breiviks Opfer oder bringt die Männerrechtsbewegung in Verruf, wenn er Kulturmarxismus erwähnt.“

          Nun ja, es lässt sich schwer bestreiten, dass Breiviks Opfer gestorben sind, einerseits wegen der psychischen Störungen von Breivik und andererseits weil es Leute wie dich gibt, die glauben ein Recht auf Lügen-, Hetz- und Dämonisierungspropaganda gegen Andersdenkende zu haben.
          Und in den Mainstream kommt die Männerrechtsbewegung so verständlicherweise nicht.

          „Beides liegt nicht in meinem Interesse. Und mein Post ist auch keine “Lüge, … etc.”.“

          Also gibt´s mal wieder keine Belege?

          Klar ist dein Post eine Lüge – wie immer.
          Vergiss nicht, dass ich die real existierende Linke gut kenne und weiß, dass es keine „Kulturmarxisten“ gibt.
          Es wundert mich daher auch nicht, dass auch diesmal die Frage nach Belegen an dich zu keinem Ergebnis führt.

        • Und in den Mainstream kommt die Männerrechtsbewegung so verständlicherweise nicht.

          Da will Leszek also mal wieder wissen und bestimmen, wie der Hase zu laufen und was jeder einzelne zu tun hat.

          Es ist diese Zwanghaftigkeit, die nervt. Wenn er es wenigstens einfach bei Kritik beließe. Nein, es muß immer die ganz große Nummer sein, in deren Zusammenhang alles gedeutet und abgeurteilt wird.

          Leszek sieht die ganz großen Linien. 🙂 Und weiß, wie wir in den Hauptstrom kommen.

          Leszek weiß leider noch nicht, daß wir auch dann nie in den Hauptstrom kommen würden, wenn wir uns alle so verhielten wie er oder andere von ihm gebenedeite Männerrechtler es wollen.

          Er weiß es einfach noch nicht. 🙂

          Belege gibt es aber genug.

          Und blöderweise möchte Leszek auch Dinge ausblenden und verbieten, die völlig legitim sind, aber eben nicht in sein Weltbild passen.

          Es ist eigentlich diese totalitäre Haltung, die bei Leszek nervt, nicht eventuelle einfache Kritik. Bei ihm geht es immer um die Orthodoxie, das richtige Bewußtsein etc. Er ist da völlig verblendet.

        • @ Leszek

          Deine Breivikbeweise stehen noch aus. Besonder willst Du doch sicher mal nachweisen was Kommentatoren hier damit zu schaffen haben?

          Warum die MRB so schlecht dasteht will ich Dir sagen! Es liegt an solchen rechten Lümmeln wie Arne Hoffmann! Zumindest nach Aussage einiger Stiftungen … 🙂

        • @ Leszek

          „Nun ja, es lässt sich schwer bestreiten, dass Breiviks Opfer gestorben sind, einerseits wegen der psychischen Störungen von Breivik und andererseits weil es Leute wie dich gibt, die glauben ein Recht auf Lügen-, Hetz- und Dämonisierungspropaganda gegen Andersdenkende zu haben.“

          Sag mal, meinst Du ernsthaft @petpnther hätte eine Mitschuld an den Morden des Breivik? Kann es sein, daß Du in Deinem Gutmenschenfuror doch etwas zu weit gehst?

          Schämst Du Dich nicht?

        • @ ddbz

          „Sag mal, meinst Du ernsthaft @petpnther hätte eine Mitschuld an den Morden des Breivik?“

          Nein. Habe ich auch nicht geschrieben.
          Die Formulierung lautet:

          „(…) und andererseits weil es Leute wie dich gibt, die glauben ein Recht auf Lügen-, Hetz- und Dämonisierungspropaganda gegen Andersdenkende zu haben.”

          „Leute wie dich“ ist etwas anderes als „wegen dir“.

          „Kann es sein, daß Du in Deinem Gutmenschenfuror doch etwas zu weit gehst?“

          Nein, meine Aussage ist zutreffend.
          Der rechte Kampf- und Unsinnsbegriff „Gutmensch“ wird im Übrigen von mir abgelehnt.

          „Schämst Du Dich nicht?“

          Das kannst du ja mal Petpanther fragen.

        • @ Leszek

          Ich habe nunmal Dich gefragt. Daß keine Antwort kommt ist mir klar.

          Der Unsinnsbegriff Gutmensch ist ein solcher, weil er zB Deinen Unsinn sehr gut beschreibt.

          Du kannst Dich mit Deinen Wortverderhungen versuchen reinzuwaschen. Ich habe den Eindruck, daß Du die Mordopfer für Deine politischen Zwecke gebrauchen willst. Das finde ich schäbig! 😦

        • @ Kirk

          „Konkrete Kritiken“ zu diesem Thema mit ausführlichen Begründungen, Verlinkungen und Belegquellen gibt es von mir Dutzende auf diesem Blog.

        • “Konkrete Kritiken” zu diesem Thema mit ausführlichen Begründungen, Verlinkungen und Belegquellen gibt es von mir Dutzende auf diesem Blog.

          Eben nicht. Es handelt sich immer um Geschwafel der Sorte „du redest wie die Bösen von dort und dort“. Schlimm, böser Junge.“

          Daß du den Begriff des Gutmenschen ablehnst, wissen wir bereits. Denn man muß diesen ja in seinem Kontext sehen. Und genau aus den gleichen Gründen, findest du Feminismus ganz geil. Denn da muß man sich nicht den mißbräuchlichen Kontext dieses Begriffes anschauen. Wozu?

          Du befürwortest diesen Begriff ja.

          Du bist peinlich, Leszek. So etwas Verlogenes habe ich selten gesehen. Du bist ja nicht doof. Merkst aber offenbar deine politische Ideologisierung nicht.

          Erklär‘ und doch mal, wie wir die anarchistische Gesellschaftsordnung genau erreichen werden.

          Adrian redet sein übliches dummes Zeug. Alice Miller ist nicht nötig für überzeugende Argumente. Dummes Geschwafel.

        • @ Kirk

          „Eben nicht.“

          Eben doch.
          Du musst einfach mal lernen konzentrierter zu lesen und dich mehr für die komplexen politischen Realitäten zu interessieren.

          „Und genau aus den gleichen Gründen, findest du Feminismus ganz geil.“

          Meine Einstellung zum Feminismus kannst du hier nachlesen:

          https://allesevolution.wordpress.com/2014/03/30/das-paradigma-des-radikalfeminismus/

          „Du befürwortest diesen Begriff ja.“

          Ich beurteile die Tiefenstruktur von Frauenbewegungen und feministischen Strömungen. Ich kritisiere diejenigen, die auf dem „Paradigma des Radikalfeminismus“ beruhen und zu männlichen Diskriminierungen beitragen und ich befürworte solche, die auf den Grundsätzen „Gleichwertigkeit der Geschlechter, nicht-normative Geschlechterbilder, gleiche Rechte UND gleiche Pflichten“ beruhen. Wie sie sich nennen ist mir egal, da die Inhalte ausschlaggebend für die Beurteilung sind.

          „Erklär’ und doch mal, wie wir die anarchistische Gesellschaftsordnung genau erreichen werden.“

          Auf diese Erklärung musst du heute leider verzichten.

        • da unsere christliche abendländische kultur klar zwei geschlechterbilder propagiert und pflegt, bist du zumindest in diesem punkt ganz klar kultur zersetzend tätig, da du für nicht-normative geschlechterbilder eintritts.

          du und deinesgleichen wollen die etablierten strukturen, die bestehende kultur zerschlagen. das ist doch das erklärte ziel. die, die die macht besaßen es zu tun, haben es oft getan:
          stalin, maos kulturrevolution, pol-pot in kambodscha, die kims in nord-korea, unsere gendersens.

          es wird noch ein bisschen dauern, @lezsek, aber dann stell ich dich mit vergnügen als kulturmarxisten an den pranger.

        • @ albert

          „da unsere christliche abendländische kultur klar zwei geschlechterbilder propagiert und pflegt, bist du zumindest in diesem punkt ganz klar kultur zersetzend tätig, da du für nicht-normative geschlechterbilder eintritts.“

          Findest du? Macht nichts, ich pfeife auf die „christliche Kultur“. Was ich bewahren will, ist die Kultur der Aufklärung, die Menschenrechte, Demokratie und individuelle Freiheitsrechte ermöglicht hat.

          „es wird noch ein bisschen dauern, @lezsek, aber dann stell ich dich mit vergnügen als kulturmarxisten an den pranger.“

          Ich halte es bezüglich des Themas „nicht-normative Geschlechterbilder“ ganz mit dem „Kulturmarxisten“ Arne Hoffmann:

          “Als Alternative sowohl zum Traditionalismus (“Männer müssen hart sein und dürfen nicht jammern”) als auch zum Genderismus (“Männlichkeit ist eine Art Krankheit, von der die Menschen geheilt werden müssen”) fordert linke emanzipatorische Männerpolitik den Respekt vor jedem Individuum, wie es ist und sein will, solange es andere Menschen dadurch nicht schädigt. Jeder Versuch, menschlichen Individuen ein autoritäres “Du sollst” bezüglich ihrer geschlechtsbezogenen Identität in den Kopf zu setzen wird von dieser linken Männerpolitik radikal abgelehnt: die traditionalistische Botschaft: “Sei ganz Mann” ebenso wie die genderistische Botschaft “Sei so wenig männlich, wie es geht”. Beide Botschaften sind zwei Seiten derselben Medaille, da beide die geschlechtsbezogenen Identitäten von Männern und Frauen gemäß bestimmter Rollenvorgaben strukturieren wollen. Erst jenseits solcher Dogmen beginnt die Freiheit. Nur wenn man über beide Ideologien hinausgeht, hat man es mit einem wirklich emanzipatorischen Ansatz zu tun. Denn Emanzipation bedeutet, sich von den Zwängen einer fremdbestimmten Männerrolle zu befreien.”

          (aus: Arne Hoffmann – Plädoyer für eine linke Männerpolitik, 3. Kapitel: Geschlechterrollen – Männer emanzipieren sich, S. 90 f.)

        • „Macht nichts, ich pfeife auf die “christliche Kultur”. Was ich bewahren will, ist die Kultur der Aufklärung, die Menschenrechte, Demokratie und individuelle Freiheitsrechte ermöglicht hat.“

          Daumen hoch.

        • Die Aufklärung hat die Demokratie ermöglicht? Wie das? Wann bekommen wir die denn die Demokratie und was haben wir dann davon?

          Auch scheint mir um die Kultur der Aufklärung zu bewahren bist Du etwas spät dran … wahrscheinlich zu spät.

      • @lezsek, ich frage dich als marxismusexperten nun zum dritten un letzten mal, ob man die chinesischen marxisten der kulturrevution, als kulturmarxisten bezeichnen darf, oder nicht. ansonsten interpretiere ich dein schweigen als stillschweigende zustimmung. Vielen dank fuer deine muehe, @leszek.

        • @ albert

          Na ja, es macht m.E. nicht so viel Sinn, einen Begriff, der bereits mit einer (allerdings unsinnigen) Bedeutung versehen wurde auf ganz andere Kontexte anzuwenden. Das stiftet eher zusätzliche Verwirrung. Ansonsten wäre es mir natürlich egal, ob dieser Begriff in anderer Weise genutzt würde.
          Am besten wäre es m.E. allerdings ihn aus dem Sprachgebrauch zu beseitigen, da er aufgrund des Mißbrauchs als rechter Kampfbegriff zur Zeit ein verbrannter Begriff ist.

        • laber rababer, erklärtes ziel dieser maoisten war es die traditionell chinesische kultur zur zerstören – als beleg verweise ich auf die wiki. das haben sie im namen der gleichheit mit vehemenz versucht, fast bis hin zur selbstzerfleischung. es war dann deng siau ping der dies auf grund der nahenden wirtschaftlichen katastrophe stoppte.

          oder meinst du mit kontext den chinesischen und christlichen kulturkreis?

          um den bogen zu dir und den gendersens zu spannen fehlen noch ein paar bausteine, aber dieser pflock ist jetzt mal verankert 🙂

          der deiner argumentation ist ja fast schon ein hilfeschrei. der angeblich falsche begriffe hat ja soviel schaden angerichtet, bitte benutze ihn nicht weiter. was wenn er aber richtig ist? dann wäre es ja gar kein missbrauch, richtig?

        • @ albert

          „das haben sie im namen der gleichheit mit vehemenz versucht,“

          Im Namen der Gleichheit?
          Du weißt schon, dass die chinesischen Kommunisten streng hierarchisch organisiert waren und eine üble Diktatur errichtet haben, oder?
          Hat mit Gleichheit nichts zu tun.

          „um den bogen zu dir und den gendersens zu spannen fehlen noch ein paar bausteine, aber dieser pflock ist jetzt mal verankert“

          Welcher Pflock soll das denn sein? Ich bin zufällig Anti-Maoist und Anti-Genderist – da beides mit den Werten und Prinzipien des libertären Sozialismus nicht vereinbar ist.

        • @Leszek: „da beides mit den Werten und Prinzipien des libertären Sozialismus nicht vereinbar ist“

          Ich lese „libertärer Sozialismus“ jetzt schon so oft von Dir… was soll das sein? Ist das sowas wie „trockenes Wasser“? Nur weil Du den Punkt „vereinbar“ bringst… Für mich ist

          (a) libertär: Die Freiheit, grundsätzlich alles zu machen, was man will, solange es niemanden mittelbar negativ beeinflusst

          (b) Sozialismus: Politische Bewegung zur Schaffung einer egalitären Gesellschaft.

          (a) ist Freiheit, (b) ist Gleichmacherei. Wie lässt sich das denn vereinbaren? Außer natürlich, alle Menschen sind genau gleich an Begabung, Willen, Intentionen, Bedürfnissen etc… was weder im Liberalismus noch im Sozialismus das Weltbild darstellt.

        • @Leszek (bezieht sich hauptsächlich auf https://allesevolution.wordpress.com/2014/03/15/selbermach-samstag-lxxvi/#comment-114255):

          Erstmal Danke. Zu dem verlinkten Text: Ich sehe mein kategorisches Problem als – Du würdest mich vllt. „radikal-liberal“ nennen, aber ich nenne mich lieber „libertär“, da „liberal“ von Sozialisten vereinnahmt wurde (wie mittlerweile offenbar „libertär“ auch) – nicht aufgelöst an. Das liegt daran, dass an Sozialismus nichts „liberales“ oder „libertäres“ ist; es ist schlicht eine Verfemung des Wortes. Machen Sozialisten gerne – spätestens seit Stalin, der konnte das verdammt gut (und sollte in jedem Marketing-Kurs gelehrt werden). Aber zum Thema:

          Ich kann folgende Punkte (immer Zitate) nicht verstehen:

          (1) Außerhalb einer menschlichen Gesellschaft ergibt der Begriff “persönliche Freiheit” keinen Sinn.

          Weil? Nimm an, ich umsegle mit meinem Boot die Welt. Erklär mir das.

          Ich mach mal zuerst: Als Libertärer werde ich annehmen, auf vielfältige, mich mehr oder weniger freundlich begrüßende/ablehnende Gesellschaften zu stoßen. Damit ist zwar meine „persönliche Freiheit immer [.] verortet in einem sozialen Kontext“, aber es ist ganz sicher nicht so, dass

          (2) Persönliche Freiheit ist daher immer von einem gesellschaftlichen Wertesystem abhängig, das diese persönlich Freiheit achtet und wertschätzt – nicht nur in einer libertär-sozialistischen Gesellschaft, sondern immer und überall.

          Ich muss nämlich nicht nach Nordkorea segeln. Ich muss überhaupt nirgendwo hin, wenn ich meine persönliche Freiheit habe. Die Orte, wo ich die nicht habe, sind die, wo Sozialismus in der einen oder anderen Form herrscht; dieser kennzeichnet sich dadurch, dass er

          (3) eine Verstaatlichung der Produktionsmittel [oder/anstatt] ihre direktdemokratische Vergesellschaftung befürworten

          Mir als Individuum kann es nämlich egal sein, ob mir der Staat oder eine Direktdemokratie mein Boot wegnimmt. Weg ist weg. Das finde ich nicht gut. Deswegen bin ich libertär. Es ist – und wird nicht – libertär, irgendwem irgendwas wegzunehmen.

          Unabhängig von diesem Beispiel halte ich das (sozialistische) Grundaxiom

          (4) Die Gesellschaft – nicht das Individuum – war zuerst da.

          für falsch (a) – oder verlogen (b). Rein historisch kann es nicht anders gewesen sein, als dass sich eine gewisse Menge an Individuen zu einer Gesellschaft zusammengeschlossen haben – sei es in der Steinzeit für reine Überlebenszwecke, aber das waren Individuen. Jetzt zu behaupten, das wäre umgekehrt, verleugnet die Existenz der nicht-vergesellschafteten (und wohl daher verstorbenen) Individuen. Dass das auch verlogen sein kann (b), sieht man an den real existierenden und existiert habenden Sozialismen – alle zeichnen sich enorm dadurch aus, dass sie dem Individuum nicht die Freiheit zu geben, sich aus der Gesellschaft zu verabschieden (DDR, UdSSR, Nordkorea).

          Letzteres widerspricht allen libertären Prinzipien.

          An diesem Punkt fasse ich zusammen: Dein „libertärer Sozialismus“ ist schlicht Sozialismus mit einem verfemten Adjektiv davor. Aber es wird besser/schlimmer:

          (5) Wir sind der Auffassung, dass Kapitalismus und Nationalstaat zwangsläufig zur Zerstörung gemeinschaftlicher Formen der Selbstorganisation führen …

          Dazu (a): Kapitalismus ist eine gemeinschaftliche Form der Selbstorganisation; (b) Nationalstaat auch und (c) kommt das von Marx = Sozialismus.

          (6) … und dass der Kapitalismus notwendigerweise Werte- und Gemeinschaftsverfall produziert.

          Hat Marx auch behauptet. Stimmte damals nicht. Warum sollte es heute stimmen? Und vorher: was soll „Werte- und Gemeinschaftsverfall“ eigentlich sein – vor allem als Libertärer, der so viel Wert auf Individuen legt?

          (7) Unser “Wertekonservatismus” strebt danach humanistische Werte und freiwillige gemeinschaftliche Formen der Selbstorganisation zu erhalten bzw. aufzubauen.

          Nenne ein „freiwilliges“ Element des Sozialismus als politisches System. Ich weise an dieser Stelle darauf hin, dass sich alle solidarischen Zweckverbände (Innungen, Genossenschaften, frühe Gewerkschaften und frühe „soziale/solidarische“ Absicherungen sich aus dem Kapitalismus ergeben haben – als freiwilliger Zusammenschluss von Individuen, zB von Bergarbeitern, die einen „Sozialfonds“ für verstorbene oder verunfallte Kollegen eingerichtet haben – sie konnten und wollten es sich leisten, und es hätte jeden treffen können. Das war freiwillig. Sozialismus war die Bewegung, die den Jungs eingeredet hat, dass sie auch solidarisch mit den Mädels im Büro sein sollten, obwohl die es sich weder leisten konnten noch irgendwie betroffen waren. Leider waren die Arbeiter (auch dank Krisen) dumm genug, das zu glauben, aber das ist irrelevant; Leuten das Blaue vom Himmel zu versprechen und sich nicht daran halten ist – aus libertärer Perspektive – schlicht verachtenswert. Ich nehme auch ein Beispiel, wo der Sozialismus seine Versprechen gehalten hat. Und sag nicht Rente – ich übertrage Dir gerne all meine Rentenansprüche zum Nennwert gegen den nicht-diskontierten Zeitwert, wenn Du dran glaubst).

          Um das abzuschließen:

          (8) Ich verstehe den libertären Sozialismus daher als eine Synthese der besten Elemente von Liberalismus, Sozialismus und Konservatismus.

          Nein, das tust Du nicht. Du vertrittst einen klassischen Sozialismus, der rein gar nichts mit den Werten des Liberalismus ieS oder gar des libertarian movements zu tun hat, und der „Wertekonservativismus“ basiert auf nur solchen Werten, die der Sozialismus erst zerstört hat.

          Versteh mich bitte nicht falsch: Ich respektiere Deine Ideologie. Ich halte sie für falsch (s.o.) und verlogen (s.o.), aber was mich wirklich stört, ist dass Menschen wie Du für sich den Begriff „libertär“ vereinnahmen, obwohl sie das Gegenteil dessen machen, unterstützen und befürworten, wofür der Begriff steht.

          Ich bin kein großer Fan von Hanlon’s Razor („Never attribute to malice that which can be adequately explained by stupidity“), aber ich halte Dich vor allem nicht für dumm, daher:

          Lügner.

        • @ jck5000

          „Ich sehe mein kategorisches Problem als – Du würdest mich vllt. “radikal-liberal” nennen, aber ich nenne mich lieber “libertär”, da “liberal” von Sozialisten vereinnahmt wurde (wie mittlerweile offenbar “libertär” auch) – nicht aufgelöst an. Das liegt daran, dass an Sozialismus nichts “liberales” oder “libertäres” ist; es ist schlicht eine Verfemung des Wortes. Machen Sozialisten gerne – spätestens seit Stalin, der konnte das verdammt gut (und sollte in jedem Marketing-Kurs gelehrt werden)“

          „Libertär“ bedeutete ursprünglich (19. Jahrhundert) nichts anderes als „anarchosozialistisch“. Das Verständnis als „radikalliberal“ kam erst später auf, nachdem sich die Liberalen in den USA in Libertarians umbenannten, weil der englische Begriff „liberal“ von Sozialdemokraten/Linksliberalen vereinnahmt wurde.

          Leszek scheint zu meinen, dass Freiheit nur im sozialistischen Kollektiv verwirklicht werden kann. Das ist natürlich mit einem individualistischen Freiheitsverständnis nicht vereinbar. Interessanterweise hält er eine Wirtschafts- und Geselllschaftsordnung, in der ein Zentralplanungsausschuss top-down Anweisungen erteilt und Widerstände notfalls mit Gewalt brechen kann, nicht für einen Staat. Soviel zu Leszeks Verständnis von Anarchie.
          Überhaupt sind Leszeks Vorstellungen wenig durchdacht, wozu auch eine gewisse ökonomischen Ignoranz gehört. Die Mängel der Zentralverwaltungswirtschaft sind ja durchaus bekannt, und der Glaube, man könnte eine komplexe Wirtschaft mit Millionen Mitgliedern, Milliarden Gütern und Billionen Kombinationsmöglichkeiten derselben irgendwie basisdemokratisch ohne Bürokratie lenken, hoffnungslos naiv.
          Leszeks Traumvorstellung scheint mir eine Verbindung kleinerer Kommunen mit vielleicht hundert Mitgliedern und einer einfacher Wirtschaft zu sein. Zumindest legt seine Begeisterung für primitive, egalitäre Gesellschaften das nahe. Leider sind das auch die einzigen, wo sein Anarchosyndikalismus Erfolg haben kann.

          Leszek ist kein Lügner, nur ein Träumer. Möge er irgendwann aus diesem Traum aufwachen, bevor er Realität wird, diese wird nämlich weder ihm noch uns gefallen.

        • @ jck5000

          „aber was mich wirklich stört, ist dass Menschen wie Du für sich den Begriff “libertär” vereinnahmen,“

          Da musste ich lachen.
          Der Begriff „libertär“ stammt doch ideengeschichtlich von dem Begriff „libertärer Sozialismus“ und war von jeher ein Synonym für „sozial-anarchistisch“ bzw. „anarcho-sozialistisch“.
          Vereinnahmt bzw. geklaut und umfunktionalisiert wurde er dann von Radikal-Liberalen wie dir.
          Ich halte mich dagegen an die ursprüngliche Bedeutung von „libertär“ als „libertärer Sozialismus“, die zeitlich viel weiter zurückgeht.
          Du klaust dir also einfach einen Begriff aus einer anderen politischen Philosophie und nennst andere dann „Lügner“.
          Das ist in der Tat amüsant – und ziemlich dreist.

        • les dir doch nochmals die übereinstimmenden erläuterungen zur entwicklung der begriffe libertär und liberal von @jck5000 und @jc denton durch, @lezsek. möchtest du sie sachlich widerlegen oder polemisieren?

        • @ Leszek

          „ideengeschichtlich“

          Woher willst Du wissen wer zuerst auf die Idee kam? Nicht der erste Aufschreiber muss auch der erste Ideeant gewesen sein.

          Ausserdem kann es ja sein, daß die ersten Benutzer eines Begriffs diesen missbräuchlich zum Lügen benutzt haben.

          Deine Ausführungen beweisen nix, insbesondere widerlegen sie @jck 5000 nicht. 🙂

        • @ albert

          „es dir doch nochmals die übereinstimmenden erläuterungen zur entwicklung der begriffe libertär und liberal von @jck5000 und @jc denton durch, @lezsek. möchtest du sie sachlich widerlegen oder polemisieren?“

          Du solltest etwas genauer lesen, albert.
          JC Denton sagt dazu keineswegs das gleiche wie @jck5000, sondern das gleiche wie ich.

          Er schrieb:

          “Libertär” bedeutete ursprünglich (19. Jahrhundert) nichts anderes als “anarchosozialistisch”. Das Verständnis als “radikalliberal” kam erst später auf, (…).

        • @albert:
          les dir doch nochmals die übereinstimmenden erläuterungen zur entwicklung der begriffe libertär und liberal von @jck5000 und @jc denton durch,

          Hat der Schaum vorm Mund dir die Klüsen verklebt oder sitzt du vor einem TFT-Spiegel?

        • @jck5000 schreibt

          „da “liberal” von Sozialisten vereinnahmt wurde“

          @jc denton schreibt

          „weil der englische Begriff “liberal” von Sozialdemokraten/Linksliberalen vereinnahmt wurde.“

          das zum thema leseverständnis.

          @nick, lass doch deinen großen meister @lezsek sprechen, der kann wenigsten zitieren und bringt mehr als einen satz zu papier, ohne polemisch zu werden.

        • @ ddbz

          „Woher willst Du wissen wer zuerst auf die Idee kam?“

          Vielleicht weil ich mit der Begriffsgeschichte vertraut bin?

          „Joseph Déjacque (French: [deʒak]; December 27, 1821, Paris – 1864, Paris) was a French early anarcho-communist poet and writer. Déjacque was the first recorded person to employ the term libertarian (French: libertaire) for himself[1][2] in a political sense, in a letter written in 1857 criticizing Pierre-Joseph Proudhon for his sexist views on women, his support of individual ownership of the product of labor, and of a market economy (…)“

          http://en.wikipedia.org/wiki/Joseph_D%C3%A9jacque#cite_note-theanarchistlibrary.org-2

        • hier haben wir also eine verbindung zwischen anarcho-kommunisten und dem sexismus quatsch, der aktuell von den gendersens propagiert wird, @lezsek. da kommt noch mehr und bald darf man die ganze meschpoke als kulturmarxisten bezeichnen 😀

        • @albert:
          der kann wenigsten zitieren und bringt mehr als einen satz zu papier, ohne polemisch zu werden.

          Polemik (gr. pólemos ‚Krieg, Streit‘) ist hier wohl der falsche Begriff, denn es ist wohl ganz klar unbestreitbar, dass du meilenweit das Streitthema verfehlst.

          Tut mir leid, eine sachliche Antwort kannst du bei einer derartigen Ignoranz nicht mehr erwarten.

        • @ albert

          „hier haben wir also eine verbindung zwischen anarcho-kommunisten und dem sexismus quatsch, der aktuell von den gendersens propagiert wird, @lezsek.“

          Keineswegs, denn die klassische frauenrechtliche Tradition des Anarchismus, die von mir selbstverständlich bejaht wird, hatte nichts mit dem Gender-Feminismus zu tun. Sie war nicht männerfeindlich, beruhte auf der Klassensolidarität von Männern und Frauen und außerdem setzten sich die klassischen anarchistischen Frauenrechtlerinnen auch für Belange ein, die wir heute als männerrechtsrelevant ansehen würden.

          Nicht umsonst war die anarchistische Frauenrechtlerin Emma Goldman eine frühe Kritikerin von männerfeindlichen Tendenzen in der frühen bürgerlichen Frauenbewegung:

          „Es ist heute für die Frau notwendig geworden, sich von der Emanzipation zu emanzipieren, will sie wirklich frei sein. Das mag paradox klingen, ist jedoch nur zu wahr.
          (…)
          Die Frauenrechtsbewegung hat sicherlich viele alte Fesseln gesprengt, gleichzeitig jedoch zum Entstehen neuer beigetragen. Die große, wahre Frauenrechtsbewegung hat nur wenige Anhängerinnen gefunden, die der Freiheit furchtlos ins Gesicht sehen konnten. Ihre bornierte und puritanische Einschätzung der Bewegung verbannte den Mann als Störenfried und zwielichtigen Charakter aus ihrem Gefühlsleben. Um keinen Preis wurde der Mann toleriert, außer vielleicht als Vater eines Kindes, da ein Kind ja schlecht ohne Vater geboren werden konnte. Glücklicherweise werden jedoch auch die strengen Puritaner nie stark genug sein, das angeborene Verlangen nach Mutterschaft abzutöten. Aber die Freiheit der Frau steht in engem Verhältnis zur Freiheit des Mannes, und viele meiner sogenannten emanzipierten Schwestern scheinen zu übersehen, daß ein in Freiheit geborenes Kind Liebe und Zuneigung von allen es umgebenden Menschen braucht, seien sie nun männlich oder weiblich. Leider liegt es an dieser bornierten Einschätzung zwischenmenschlicher Beziehungen, daß das Leben der Männer und Frauen von heute oft recht trostlos erscheint.
          (…)
          Die Forderung nach gleichen Rechten ist gerecht und fair; letztendlich ist jedoch das wichtigste Recht das Recht auf Liebe und darauf, geliebt zu werden. Soll die teilweise Emanzipation tatsächlich zu vollständiger und reiner Emanzipation werden, so muß aufgeräumt werden mit der lächerlichen Vorstellung, geliebt zu werden, Geliebte und Mutter zu sein, sei gleichbedeutend mit Sklave und Untertan zu sein. Es muß aufgeräumt werden mit der absurden Vorstellung des Dualismus der Geschlechter oder daß Mann und Frau Vertreter zweier feindlicher Lager seien.“
          (…)
          Kleinlichkeit spaltet, Großzügigkeit verbindet. Laßt uns groß und großzügig sein. Laßt uns über all das Triviale das Wesentliche nicht aus den Augen verlieren. In der echten Beziehung zwischen Mann und Frau wird es keinen Sieger und keinen Besiegten geben sondern nur eines: immer wieder zu geben, um dadurch bereichert zu werden, tiefer empfinden zu können und gütiger zu werden. Dies allein kann die Leere ausfüllen, kann das Tragische an der Emanzipation der Frau ersetzen durch Glück, grenzenloses Glück.“

          (aus: Emma Goldman – Das Tragische an der Emanzipation der Frau, 1911)

          Und die spanische anarchistische Frauenorganisation „Mujeres Libres“ verfasste 1977 einen Text, in dem sie sich deutlich vom Radikalfeminismus distanzierten:

          Mujeres Libres (Freie Frauen) (1977)

          Aus: Wie treiben wir unseren Kampf richtig voran?

          „Eine echte Befreiung der Frau, und allgemeiner, die Befreiung des Individuums, kann nur möglich werden, wenn gleichzeitig die politische und ökonomische Struktur der gegenwärtigen Gesellschaft zerstört wird. An diesem Kampf müssen Männer und Frauen völlig gleichberechtigt teilnehmen, jeder nach seinen Fähigkeiten und seinen Mitteln.
          Dieser gemeinsame Kampf muss in alle Bereiche des sozialen und psychischen Lebens getragen werden. Einer dieser Bereiche ist die „Lage der Frau“. Hier handelt es sich nun aber nicht um einen Kampf gegen die Männer, sondern um einen Kampf gegen die politischen und geistigen Strukturen.
          (…)
          Wir, Männer und Frauen, sind durch die politischen und geistigen Strukturen unterdrückt, die beide Geschlechter betreffen. Man hat uns unterschiedliche Rollen spielen lassen, aber im Grunde ist keines der Geschlechter zu beneiden. Unsere Befreiung als Frauen und Männer kann nicht ohne die Zerstörung der politischen und ökonomischen Struktur der gegenwärtigen Gesellschaft erfolgen. Unsere (feministische) Bewegung kann nicht klassenkämpferisch sein, denn wir halten die Frauen nicht für eine soziale Klasse.
          Wir können die gemeinsamen Probleme nicht gut lösen, wenn wir es mit einer zerstörerischen Dialektik der Konfrontation versuchen. In den Fällen, in denen die Interessen der Männer nicht mit denen der Frauen übereinstimmen und umgekehrt, müssen sich die beiden Seiten auf gleicher Ebene auseinandersetzen, so dass es weder einen Überlegenen noch Unterlegenen gibt, noch am Ende einen Sieger oder Besiegten. Die Auseinandersetzungen müssen, wie wir schon gesagt haben, auf einer anderen Ebene stattfinden: Wenn irgendjemand angegriffen werden muss, sind es die Männer und Frauen, die sich der Befreiung des Menschen widersetzen.
          (…)
          Der Mann ist nicht der Gegner der Frau, auch nicht umgekehrt. Die Angelegenheiten müssen zwischen beiden geregelt werden, Seite an Seite. Wir müssen die Beziehungen der Menschen untereinander zu verändern suchen, damit sich Männer und Frauen treffen, zusammenarbeiten und nicht wetteifern. So können sie ihre Konflikte durch neue Beziehungsformen und durch die persönliche Entwicklung beider verringern.
          Wir wollen keine Gesellschaft von Frauen, sondern eine neue Gesellschaft freier Männer und Frauen. Eine Neben-Welt zu schaffen, eine feministische Subkultur, führt zu nichts Neuem.
          (…)
          Die Frau darf die Rolle des Mannes nicht übernehmen, die ständig wetteifern und die Stirn bieten zu müssen bedeutet, um die Macht zu erringen oder irgendein materielles Ziel zu erreichen, und sei es auch nur das, bequem zu leben. Dieses Vorbild ist unmenschlich, sowohl für die Frau als auch für den Mann. Man muss ein besseres Leben für beide erreichen.
          (…)
          Wir meinen, dass die Arbeit an sich nicht die Befreiung bedeutet, sondern nur ein Teil des Problems ist. Wir glauben, dass eine wirtschaftliche Unabhängigkeit notwendig ist, um ein verantwortlicher Mensch zu werden, aber man darf nicht vergessen, dass man sich bei der Arbeit Regeln unterwerfen muss, die wir ablehnen, weil Ausbeutung und Entfremdung auch in der Arbeitswelt gegeben sind. Die Arbeit bedeutet nicht die Befreiung von irgendjemandem, weder vom Mann, noch von der Frau, und wir müssen von der entfremdeten und erschöpfenden Arbeit sprechen, die Spannungen schafft.
          Die Arbeitsorganisation muss verändert werden, sowohl für die Frau als auch für den Mann. Für die Frau muss gefordert werden, dass sie von keinerlei Arbeit ferngehalten wird, die sie ausüben will (…) und dass man ihr wirkliche Verantwortung überträgt. (…)
          Aber wir wollen keine Klasse von leitenden Frauen, die Betriebe müssen von den Arbeitern selbst organisiert und kontrolliert werden, von Männern und Frauen. Es ist offensichtlich, dass eine Frau anstelle eines Mannes in einer führenden, leitenden oder Geschäftsführer-Stellung nichts ändert.”

          Der klassische anarchistische Antisexismus ist mit dem linken Maskulismus, wie er z.B. von Warren Farrell und Arne Hoffmann vertreten wird, die sich selbst übrigens auch als antisexistisch bezeichnen, gut vereinbar.

          Des Weiteren hatte Joseph Déjacque mit seiner Kritik an Proudhon diesbezüglich auch völlig Recht. Pierre Proudhon, den ich als Soziologen und Wirtschaftswissenschaftler schätze, war nunmal leider ein frauenfeindliches Arschloch.

          „da kommt noch mehr und bald darf man die ganze meschpoke als kulturmarxisten bezeichnen“

          Das ist schon deshalb Unsinn, weil Anarchisten nunmal keine Marxisten sind und Gender-Ideologen erst Recht nicht.
          Eine völlig unwissenschaftliche Haltung zeigt sich stets, wenn man ganz unterschiedliche politische und philosophische Strömungen unter einen falschen Begriff zusammenfassen will.
          Wer dies versucht, verdeutlicht dadurch, dass er ideologische Motive hat, keine wissenschaftlichen.

        • wieso wundert mich das bei dir nicht, @nick? du hast doch „falsifikation“ für ein buzz-word gehalten, richtig? und warst darauf angewiesen, dass ich dir das alles geduldig und sachlich erklärt habe. jetzt musst du dich wenigstens bei diesem thema nicht mehr blamieren.

        • du hast doch “falsifikation” für ein buzz-word gehalten, richtig?

          Du hast nun mal seinerzeit „falsifikation“ als buzz-word verwendet, freilich meilenweit an Popper vorbei.

          Es haben mehrere Leute geduldig versucht, dir zu erklären worum es bei falsifizierbarkeit geht. (Ich fürchte, du hast es immer noch nicht begriffen)

        • @lezsek, ich sammle novh meine argumemte und bin dir in so weit für deine hilfe dankbar. hier aus den von dir zitierten texten:

          „… gleichzeitig die politische und ökonomische Struktur der gegenwärtigen Gesellschaft zerstört wird. An diesem Kampf … Dieser gemeinsame Kampf muss in alle Bereiche des sozialen und psychischen Lebens getragen werden.“

          erklärtes ziel ist also die zerstörrung. es geht weiter

          „… sondern um einen Kampf gegen die politischen und geistigen Strukturen.“

          und fordern das ende der leistungsgesellschaft

          „… damit sich Männer und Frauen treffen, zusammenarbeiten und nicht wetteifern.“

          der meschpoke ist trotz aller verschiedenheiten gemein, dass sie die abendländische kultur zerstören wollen. was hältst du von begriff kulturdestruktivisten, @lezsek?

        • @nick, bei naturwissenschaftlichen themen hast du weder die ausbildung, noch die kenntnisse oder gar leidenschaft mir das wasser zu reichen. aber du darfst es gern versuchen 🙂 ich versprech dir auch dich ganz sachlich zu widerlegen oder dir recht zu geben, falls du je recht haben solltest 🙂

          aber zieh doch keine anderen personen mit rein. das ist ja rufschädigend.

        • @ albert

          „der meschpoke ist trotz aller verschiedenheiten gemein, dass sie die abendländische kultur zerstören wollen.“

          Nicht um die abendländische Kultur geht es da, albert, sondern um das kapitalistische System.

          Was kulturelle Errungenschaften in Philosophie, Kunst, Literatur etc. angeht, ist der libertäre Sozialismus in hohem Maße kulturfreundlich. Anarchistische Theoretiker wie Rudolf Rocker, Gustav Landauer, Murray Bookchin und Paul Goodman gehören zu den größten Verteidigern der Errungenschaften der westlichen Kultur.

        • bei naturwissenschaftlichen themen hast du weder die ausbildung, noch die kenntnisse oder gar leidenschaft mir das wasser zu reichen. aber du darfst es gern versuchen 🙂

          We’re so sorry, Uncle Albert..

        • Äh… http://en.wikipedia.org/wiki/Libertarianism:

          Libertarian came to mean an advocate or defender of liberty, especially in the political and social spheres, as early as 1796, when the London Packet printed on 12 February: „Lately marched out of the Prison at Bristol, 450 of the French Libertarians“

          Danach kommt die 1857-Erwähnung mit dem Anarcho-Kommunisten (oder so). Die Tatsache, dass ein verlogener Kommunist den Begriff bereits 1857 verfremdet hat rechtfertigt nicht, das heute wieder zu machen.

          Ich weise zudem darauf ex ante darauf hin, was ich unter „libertär“ verstehe (12:10). Wenn Dein Konzept an meiner Definition scheitert, hättest Du das ja gleich sagen können „nein, das ist nicht wie trockenes Wasser, also, nicht in dem Sinn von trocken, wie Du ihn meinst, sondern trocken eher im Sinne von ’nass'“.

          Ich hatte gehofft, Du könntest mir erklären, wie Kommunisten* mit solchen Widersprüchen leben können.

        • wenn ich dein onkel wäre @nick, dann würdest du dich besser auskennen. hinsichtlich der wissenschaftstheorie hast du sicher recht, aber anscheinend kennen sich naturwissenschaftler mit den zentralen aussagen wie der falsifizierung besser aus als die geisteswissenschaftler. ich kann mich auch gar nicht mehr daran erinnern was du damals behauptest hast, @nick. aber das ist wohl auch besser so. meine aussage kann ich gerne wiederholen, wenn du es möchtest 🙂

        • @ Nick & Albert

          „(Der kritische Rationalismus ist übrigens Wissenschaftstheorie, nicht Naturwissenschaft)“

          Interessant finde ich ja, dass der aus dieser Ecke häufig als Relativist missbilligte Thomas S. Kuhn im Gegensatz zu Popper tatsächlich Naturwissenschaftler (Physiker) war.

          „anscheinend kennen sich naturwissenschaftler mit den zentralen aussagen wie der falsifizierung besser aus als die geisteswissenschaftler“

          Ich glaube, die Naturwissenschaftler kommen idR auch ohne Popper-Lektüre ganz gut zurecht mit ihrem Zeugs.

      • @ JC Denton

        „Interessanterweise hält er eine Wirtschafts- und Geselllschaftsordnung, in der ein Zentralplanungsausschuss top-down Anweisungen erteilt und Widerstände notfalls mit Gewalt brechen kann, nicht für einen Staat. Soviel zu Leszeks Verständnis von Anarchie.“

        Wie ich schon mehrfach erlärte, unterliegen die Föderationsräte in einem libertär-sozialistischen System – auch die für die Ökonomie zuständigen Föderationsräte – einem imperativen Mandat

        http://de.wikipedia.org/wiki/Imperatives_Mandat

        und können jederzeit durch die Basis abberufen werden. Sie können also nur dann Anweisungen erteilen Widerstände notfalls mit Gewalt zu brechen, insoweit dies von der Mehrheit der Bevölkerung so gewünscht und Teil der entsprechenden Rechtsordnung ist bzw. wenn sie dazu von der Mehrheit der Bevölkerung irgendwie autorisiert wurden.

        Wie es der Anarchist Augustin Souchy in seinem Buch zur Spanischen Revolution erklärt:

        “Die während des spanischen Bürgerkriegs errichteten Kollektive waren wirtschaftliche Arbeitsgemeinschaften ohne Privateigentum. Der kollektivierte Betrieb gehörte den Arbeitern und Angestellten, war aber nicht ihr Privateigentum im Sinne der heutigen Gesetzgebung. Die Kollektive hatte kein Recht, die Fabrik oder Werkstatt im ganzen oder oder einzelne Teile davon zu verkaufen oder sonstwie zu veräußern. Trotzdem aber war sie nicht identisch mit dem “volkseigenen” Betrieb in der Ostzone Deutschlands. Der rechtliche Garant der Kollektive war nicht der Staat, sondern die CNT (anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation), d.h. der Landesarbeitsbund. Doch auch dieser hatte nicht das Recht durch seinen Vorstand nach Gutdünken zu verfügen. Alles musste durch die Arbeiter selbst auf Konferenzen und Kongressen entschieden werden.”

        (aus: Augustin Souchy, Nacht über Spanien. Anarcho-Syndikalisten in Revolution und Bürgerkrieg, S. 164 f.)

        Das für libertäre Sozialisten zu lösende Problem hattest du ja mal angesprochen.
        Wenn man einfach nur die Betriebe kollektiviert, dann kann leicht eine Marktwirtschaft mit Kollektivbetrieben entstehen. Das wollen die meisten libertären Sozialisten – abgesehen von einigen Mutualisten – aber nicht.
        Die Betriebe zu verstaatlichen führt hingegen zum Staatssozialismus bzw. Staatskapitalismus, den wir ebenfalls ablehnen.
        Daher plädieren wir für eine direktdemokratische Vergesellschaftung der Produktionsmittel (durch Syndikalisierung, Kommunalisierung oder Regionalisierung der Produktionsmittel) mit Föderationsräten als Koordinationsinstanzen – diese unterliegen allerdings einem imperativen Mandat.
        Darauf will Augustin Souchy mit seiner Beschreibung der Funktionsweise der libertär-sozialistisch organisierten Wirtschaft im damaligen Spanien hinaus.

        „Überhaupt sind Leszeks Vorstellungen wenig durchdacht,“

        Die Erfahrung zeigt, dass es nicht möglich ist, jedes Detail einer libertär-sozialistischen Gesellschaft im Vorhinein am Reißbrett zu planen. Man kann die Grundlinien bestimmen, man kann die historischen Beispiele für direktdemokratische politische und ökonomische Organisationsformen erforschen und analysieren, vieles muss für eine tatsächliche Realisierung aber vor Ort von den Menschen selbst durch Kreativität und Experiment bestimmt werden.

        Im Allgemeinen gibt es zwei Extrempositionen diesbezüglich in sozialistischen Sozialphilosophien. Manche frühen Sozialisten entwarfen ausgeklügelte Modelle sozialistischer Gesellschaften mit zahlreichen Details, dagegen postulierte z.B. die Kritische Theorie der Frankfurter Schule, dass man nichts über eine potentielle zukünftige freiheitlich-sozialistische Gesellschaftsordnung aussagen könne und jeder Versuch dies zu tun bereits ein Element der Verdinglichung beinhalte.
        Der libertäre Sozialismus steht zwischen diesen beiden Extrempositionen, er hält es für möglich und wünschenswert Aussagen über die Möglichkeiten direktdemokratischer libertär-sozialistischer Selbstorganisation zu machen, glaubt aber nicht daran, dass es möglich oder wünschenswert sei, jedes Detailproblem vorab zu lösen und eine Gesellschaft bis in die Details hinein zu planen. Diesbezüglich hält er den Raum frei für kontextsspezifische Problemlösungen, Kreativität und Experimente. Nicht umsonst hat z.B. Bakunin gerne vom „spontanen Schöpfertum der Massen“ gesprochen.

        • @ Leszek

          Der Markt scheint Dir ein Greul? Wie kommen denn aber Deine anarchischen Räte zu ihren Mehrheiten, wenn nicht auf dem Markt der Meinungen?

          Wäre es der Mehrheit auch erlaubt die Räte abzuschaffen und sich eine gänzlich andere Art des Lebens zu wählen?

        • das ist ein völlig unrealistischer schwachsinn was du propagierst und kann in komplexen großen gesellschaften überhaupt nicht funktionieren, @lezsek. märchen sind dagegen geradezu zynisch realistisch.

        • @ ddbz

          „Der Markt scheint Dir ein Greul? Wie kommen denn aber Deine anarchischen Räte zu ihren Mehrheiten, wenn nicht auf dem Markt der Meinungen?“

          Gegen den „Markt der Meinungen“ haben wir nichts einzuwenden.

          „Wäre es der Mehrheit auch erlaubt die Räte abzuschaffen und sich eine gänzlich andere Art des Lebens zu wählen?“

          Ja.
          Allerdings zeigen die Ergebnisse der Glücksforschung, dass die Verbindung von individueller Freiheit, politischer Partizipation und relativer ökonomischer Gleichheit sich positiv auf Gesundheit und Lebenszufriedenheit auswirkt.
          Siehe hierzu: Stefan Klein – Die Glücksformel, S. 259 – 280

        • @ Leszek

          Alles klar! Anarchoräte machen glücklich und wer die nicht mag, kann ja nicht ganz richtig in der Birne sein, weil er ja von seinem Glück nix wissen will?

          Wenn sich andere um mein Glück einen Kopf machen, wird mir immer gaz schwummerig.

          Glücksforscher mit Glücksformel, tsts! Wat es nich alles für einen Unsinn gibt …

          Kannst Du oder diese Forscher vielleicht sagen ab wieviel cm Glück ich als glücklich zu gelten habe? 🙂

        • @ Leszek

          „Wie ich schon mehrfach erlärte, unterliegen die Föderationsräte in einem libertär-sozialistischen System – auch die für die Ökonomie zuständigen Föderationsräte – einem imperativen Mandat und können jederzeit durch die Basis abberufen werden. Sie können also nur dann Anweisungen erteilen Widerstände notfalls mit Gewalt zu brechen, insoweit dies von der Mehrheit der Bevölkerung so gewünscht und Teil der entsprechenden Rechtsordnung ist bzw. wenn sie dazu von der Mehrheit der Bevölkerung irgendwie autorisiert wurden.“

          Mir ist immer noch nicht klar, was dein System von einem demokratischen Staat unterscheiden soll. Das imperative Mandat (dem du übrigens eine viel zu bedeutende Rolle beimisst) ist ja nichts spezifisch anarchistisches.

          „Daher plädieren wir für eine direktdemokratische Vergesellschaftung der Produktionsmittel (durch Syndikalisierung, Kommunalisierung oder Regionalisierung der Produktionsmittel) mit Föderationsräten als Koordinationsinstanzen – diese unterliegen allerdings einem imperativen Mandat.“

          Und ich habe dazu immer noch ein paar Fragen: Meinst du, die wirtschaftlichen Probleme des Realsozialismus treten nicht auf, nur weil ein demokratisch gewählter anarchistischer Zentralplanungsausschuss das Sagen hat und nicht ein diktatorisches Politbüro? Ist das nicht der gleiche top-down-Ansatz? Was passiert, wenn eine Genossenschaft sich von der Gesamtmehrheit ausgebeutet fühlt und nicht mehr Teil der anarchistischen Befehlsempfängerhierarchie sein will? Oder ist bei dir die Ausbeutung einer (produktiven) Minderheit grundsätzlich ausgeschlossen?

          „Die Erfahrung zeigt, dass es nicht möglich ist, jedes Detail einer libertär-sozialistischen Gesellschaft im Vorhinein am Reißbrett zu planen. Man kann die Grundlinien bestimmen, man kann die historischen Beispiele für direktdemokratische politische und ökonomische Organisationsformen erforschen und analysieren, vieles muss für eine tatsächliche Realisierung aber vor Ort von den Menschen selbst durch Kreativität und Experiment bestimmt werden.“

          Man muss nicht alles im Voraus planen, man muss aber schon gewisse Vorstellungen darüber haben, wie das Ganze laufen soll. Ich habe den Eindruck, du unterschätzt massiv die Herausforderungen, die sich deinen Föderationsräten bei ihrer Arbeit stellen.
          Stell dir mal vor, eine Genossenschaft wil eine neue Schule bauen. Sie brauch dafür Arbeiter und Baumaterialien. Weil Arbeiter und Baumaterialien knappe Güter sind und alternative Verwendungsmöglichkeiten bestehen, muss nun entschieden werden, ob die Schule gebaut wird oder ob Arbeiter und Baumaterialien woanders eher gebraucht werden. Wer entscheidet darüber und nach welchen Kriterien? Dieselbe Entscheidung muss für jedes einzelne Gut, für jeden einzelnen Arbeiter in Anbetracht ihrer unzähligen Verwendungsmöglichkeiten getroffen werden. Jetzt einfach auf direkte Demokratie, Kreativität und Experimente zu verweisen hilft da nicht weiter, zumal sich diese auch nicht gut mit zentraler Lenkung vertragen.
          In einer Marktwirtschaft funktioniert die Koordination der Akteure dezentral über den Preismechanismus und mittels einer Erfolgskontrolle in Form von unternehmerischen Gewinnen oder Verlusten. Hast du etwas besseres anzubieten?

        • @ JC Denton

          „Ich habe den Eindruck, du unterschätzt massiv die Herausforderungen, die sich deinen Föderationsräten bei ihrer Arbeit stellen.
          Stell dir mal vor, eine Genossenschaft wil eine neue Schule bauen.“

          Das ist aber ein schlechtes Beispiel. Hier und heute wird eine Schule ja auch durch zentrale Planung und nicht durch das „freie Spiel der Kräfte“ gebaut.

        • @ ichichich

          „Das ist aber ein schlechtes Beispiel. Hier und heute wird eine Schule ja auch durch zentrale Planung und nicht durch das “freie Spiel der Kräfte” gebaut.“

          Das Beispiel funktioniert für das, was ich demonstrieren wollte. Du kannst die Schule aber gerne durch eine Autofabrik oder ein ganz gewöhnliches Haus ersetzen.
          Darüber hinaus bin ich mir auch ziemlich sicher, dass der Bau von Schulgebäuden in Deutschland nicht zentral geplant wird. Es sind wohl eher Kommunen, die eine Ausschreibung durchführen und dann ein privates Bauunternehmen beauftragen.

    • „Vom Mißbrauch tatsächlicher Toleranz freier Gesellschaften und staatlicher Realitätskontrolle. Und wie (der unselige amerikanische und bei uns in der deutschen Form grassierende) Kulturmarxismus hier gegenseitig
      begünstigend mit hineingreift.“

      Die Zuneigung der Linken zum Islam ist in der Tat ein interessantes Phänomen. Erklärt sich m. E. aber aus dem antiwestlichen Ressentiment beider Strömungen.

      • @Adrian

        Eines der Mysterien, die wir wohl nicht wirklich ergründen können.

        Aber mit deiner kollektiven Selbsthassvermutung könntest du recht haben.

        Wie sonst ist es zu erklären, dass sie z.B. nicht sehen möchten, dass der radikale Islam als extrem gynozentrische Gesellschaft (wenige wissen das), die er auch ist, Homosexuelle verfolgt und ggf. geradezu so bestialisch umbringt, dass man am Menschsein zweifelt.

        • @ Petpanther

          *Eines der Mysterien, die wir wohl nicht wirklich ergründen können.

          Aber mit deiner kollektiven Selbsthassvermutung könntest du recht haben.*

          Vielleicht auch biologisch-genetisch unterfüttert als Folge von zuviel „Auszucht“ mit der Konsequenz eine zu weitgespannte Solidaritätskuppel, die Gruppen zu überwölben versucht, die selbst sehr viel binnenkohärenter/gruppenegoistischer sind, weil viel tribalistischer/inzüchtiger gezüchtet.

          Wodurch die Kuppel, zur aufgepumpten, überdehnten Blase ausgedünnt, zum Platzen gebracht wird, durch diese Überdehnung.

          Die Verbände reißen.

          Pathologischer, selbstschädigender, übertriebener Altruismus – vielleicht ein Kennzeichen vor allem von Gesellschften, die zu erfolgreich/zu lange Auszucht betrieben, damit zu wenig instinktive Binnenkohärenz besitzen, etwas, was schon Thomas von Aquin als Kehrseite seiner Agitation gegen Verwandtenheirat befürchtete (s.o.)

          Die Dosis macht vielleicht auch hier das Gift – das rechte Maß muss gewahrt bleiben.

          http://psychcentral.com/blog/archives/2012/10/14/too-much-of-a-selfless-good-thing-pathological-altruism/

          Ein gesellschaftsweites Helfer.I.nnensyndrom hat vielleicht den Westen befallen, bis zur Selbstzerstörung.

          Nicht nur des Individuums, sondern eines ganzen zivilisatorischen Organismus.

      • @ Adrian

        „Die Zuneigung der Linken zum Islam ist in der Tat ein interessantes Phänomen. Erklärt sich m. E. aber aus dem antiwestlichen Ressentiment beider Strömungen.“

        Es ist nicht DIE Linke an sich, die eine Zuneigung zum orthodoxen Islam hat, sondern es handelt sich um zwei klar benennbare linke Strömungen, die auf Grundlage völlig unterschiedlicher theoretischer Grundlagen, jeweils eine Ideologie vertreten, die eine unkritischen Haltung gegenüber dem orthodoxen Islam innerhalb der Linken propagiert.

        Das sind einmal einige (aber nicht alle) Anhänger des Poststrukturalismus. Bei diesen resultiert die unkritische Haltung zum orthodoxen Islam daraus, dass der Poststrukturalismus sich in seiner Theoriebildung stark auf die Analyse und Kritik der vermeintlichen oder tatsächlichen Ausschlussfunktion bestimmter Normen konzentriert.

        Das das „Westliche“ in einer bestimmten Form poststrukturalistischer Analyse als eine ausschließende Norm gilt, also als ein Diskurs, der quasi bestimmt, wie der vollwertige Mensch sein soll, ergreifen manche Poststrukturalisten hier Partei für das aus ihrer Sicht von der Norm Abweichende und Ausgeschlossene, dass sich für sie u.a. im Islam verkörpert.

        Diese Perspektive hat einen Vorteil und einen Nachteil. Der Vorteil ist, dass tatsächlich vorhandene fremdenfeindliche Einstellungen gegenüber Muslimen leichter erkannt und kritisiert werden können. Der Nachteil ist, dass es leicht zu einer unkritischen Haltung gegenüber dem orthodoxen Islam kommt, die prämodernen und autoritären Aspekte des orthodoxen Islam nicht angemessen wahrgenommen werden und ein naiver und unkritischer kulturrelativistischer Multikulturalismus propagiert wird, der Gefahr läuft die universalistisch-humanistischen Errungenschaften der westlichen Zivilisation zu unterminieren.
        Multikulturalisten haben dabei tatsächlich subjektiv gute Absichten, sie sind in dieser Hinsicht tatsächlich naive Spinner.

        Weil der Gender-Feminismus eine poststrukturalistische Feminismusvariante ist, ist er übrigens multikulturalistisch, während der klassische Radikalfeminismus den Multikulturalismus ablehnt.

        Die zweite linke Strömung, die eine unkritische Haltung zum orthodoxen Islam propagiert sind die marxistisch-leninistischen Antiimperialisten. Diese sind selbstverständlich weder Neo-Marxisten noch Poststrukturalisten, vielmehr handelt es sich bei ihnen um orthodoxe Leninisten, die in ihren theoretischen Grundlagen auf die leninistische Imperialismusanalyse aufbauen. (Aber Vorsicht: Nicht alle Leninisten sind Antiimps). Die Antiimps sympathisieren weltweit mit Gruppierungen, die aus ihrer Sicht von westlicher Fremdbeherrschung betroffen sind und sich dagegen wehren. Dazu können u.U. auch orthodox-islamische und islamistische Gruppen gehören.
        Natürlich gibt es auch bei den Antiimps wieder gemäßigtere und radikalere Vertreter, nicht jeder Antiimp sympthasiert mit Islamistengruppen, aber manche schon. Bei den Antiimps ist ein als Antizionismus getarnter Antisemitismus nicht selten.

        Um mal ein Beispiel zu geben, die „Antiimperialistische Koordination“ (AIK) ist eine besonders durchgeknallte Antiimp-Sekte:

        „Ein Medienecho erzielte die AIK im Jahr 2003 mit der in Assisi beschlossenen internationalen Kampagne „10 Euro für das irakische Volk im Widerstand“[1] (auch: „10 Euro für den irakischen Widerstand“[2]). Für Aufsehen sorgten auch die Glückwünsche der AIK an Mahmud Ahmadinedschad und die ausdrückliche Begrüßung seiner Wiederwahl, im Zuge der kontroversiellen Präsidentenwahl 2009.“

        http://de.wikipedia.org/wiki/Antiimperialistische_Koordination

        Diese beiden, völlig unterschiedlichen linken Strömungen sind diejenigen, von denen eine unkritische Haltung gegenüber dem orthodoxen Islam innerhalb der Linken propagiert wird. Selbstverständlich werden beide aber auch von anderen linken Strömungen kritisiert.

        Dagegen haben Neo-Marxisten in der Tradition der Kritischen Theorie oder Wilhelm Reichs nichts mit dem Multikulturalismus zu tun.
        Der Neo-Marxist Hartmut Krauss ist z.B. ein linker Islamkritiker und das islamkritische Buch von Jaya Gopal „Gabriels Einflüsterungen“ ist in einem reichianischen Verlag erschienen.

        • Typisches Leszek-Sprech. So höret denn, ihr Dummen aus meinem weisen Munde: Es gibt genau die und die Strömungen, die das und das vertreten. Ihr liegt also völlig falsch.

          Wir benutzen hier unseren gesunden Menschenverstand, Leszek, und schauen uns die konkreten Politiker der linken Parteien an – und nicht irgendwelche akademischen Doktorarbeiten, die neunmalklug zwei Strömungen am Arsch der Welt ausmachen.

          Leszek ist wirklich ein Naturwunder. Ich habe noch nie solch einen durchakademisierten, weltfremden Typen gesehen.

        • @ Kirk

          „Wir benutzen hier unseren gesunden Menschenverstand, Leszek“

          Ach so, das war mir bei dir noch gar nicht aufgefallen, da dein Hang zur Monokausalität eher ein bißchen mechanisch wirkt.

          „und schauen uns die konkreten Politiker der linken Parteien an“

          Also du meinst die neoliberalen Parteispitzen „linker“ Parteien wie SPD und Grüne. Die sind von den ökonomischen Eliten gekauft und verrichten deren Arbeit, jedenfalls soweit es mit ihren eigenen Interessen konform geht. Bei den Parteispitzen „linker“ Parteien ist keine Analyse auf der Basis von Ideologien gefragt, sondern auf der Basis von Interessen.

        • willst du damit andeuten, dass man künftig die pds und die sozis nicht mehr als linke bezeichnen darf und deren tun und handeln nichts mit linker politik zu tun hat @lezsek?

          wie viel lezsek-approved-linke bleiben dann noch übrig?

        • @ albert

          „willst du damit andeuten, dass man künftig die pds und die sozis nicht mehr als linke bezeichnen darf“

          Die Links-Partei ist m.E. noch nicht in gleichem Maße von den ökonomischen Eliten gekauft wie SPD und Grüne, aber das kommt noch.
          Man darf diese Parteien natürlich als links bezeichnen, sollte sich aber m.E. im Bewusstsein behalten, dass die Parteispitzen von SPD und Grünen (spätestens klar seit der Agenda 2010) eben neoliberal sind.

          „wie viel lezsek-approved-linke bleiben dann noch übrig?“

          Ich bin libertärer Sozialist. Ich halte generell nicht so viel von Parteien.

        • Leszek wird immer peinlicher. Erst geht es um die Islamophilie linker Parteien. Jetzt erzählt er uns etwas davon, daß die neoliberal sind. Ganz anderes Thema. Was ist dann eigentlich die FDP?

          Leszek ist wohl politikverdrossen und hat noch nicht gecheckt, daß SPD und Grüne vielleicht mal Fehler gemacht haben im damaligen Zeitgeist, aber keineswegs als neoliberal zu bezeichnen sind.

          Das ist so dermaßen albern wie das Argument, alle Parteien seien gleich und nicht mehr zu unterscheiden.

          Dann übt sich Leszek auch noch schön in Verschwörungstheorien der vom Kapital gekauften Parteien. Das wird ja immer lustiger hier. Solche Linke wie Leszek sind das Problem. Mit dieser weltfremden Linksradikalität wird man nie etwas erreichen und die Gesellschaft wird sich auch nicht in diese Richtung entwickeln.

          Finde ja lustig, daß Leszek sich immer über rechte Verschwörungstheorien mokiert, dabei ist sein Weltbild ähnlich gestrickt – nur von links. 🙂

        • @ Kirk

          „Ganz anderes Thema. Was ist dann eigentlich die FDP?“

          Natürlich ebenfalls eine Partei, deren Parteiführung von den ökonomischen Eliten gekauft ist, genau wie die CDU.

          „Dann übt sich Leszek auch noch schön in Verschwörungstheorien der vom Kapital gekauften Parteien“

          Ein interessantes Interview zu dem Thema mit einem Elitesoziologen gibt es hier:

          http://www.heise.de/tp/artikel/31/31762/1.html

          http://www.heise.de/tp/artikel/31/31763/1.html

      • Die Zuneigung der Linken zum Islam ist in der Tat ein interessantes Phänomen. Erklärt sich m. E. aber aus dem antiwestlichen Ressentiment beider Strömungen.

        Das ist dem „gegen rechts-Reflex“ geschuldet und hat nichts mit Zuneigung zur Religion zu tun.

        • Bei einem “gegen rechts-Reflex” müsste man aber erst recht gegen den Islam sein.

          Ja, richtig. Wollte das zuerst erwähnen. Ist erstaunlich, dass der Islam als politische Ideologie sehr weit rchts anzusiedeln ist, von der Linken aber (meist) nicht so wahrgenommen wird. Paradox ist aber auch, dass die grössten Kritiker des Islam selbst auch meist Rechte sind. Irgendwie sind die Koordinaten durcheinandergeraten.

        • „Paradox ist aber auch, dass die grössten Kritiker des Islam selbst auch meist Rechte sind.“

          Ich würde das so erklären: Diese Kritiker sind gar nicht so selten konservative Christen. Den Islam mögen sie nicht, weil er eine Konkurrenz ist. Liest man sich ihre Texte genauer durch, schwingt immer eine klammheimliche Bewunderung für den Islam durch.

          Selbst mein Roslin hat mal so was ähnliches gesagt wie: Lieber Islam als gar keine Religion.

        • @ Adrian

          „Liest man sich ihre Texte genauer durch, schwingt immer eine klammheimliche Bewunderung für den Islam durch.“

          Der neo-marxistische Islam-Kritiker Hartmut Krauss meint sogar, dass es da teils eine Interessenüberschneidung zwischen konservativem Christentum und orthodoxem Islam gebe:

          „Große Teile der christlichen Kirchen in Deutschland erhoffen sich von der Ausbreitung des Islam eine Umkehrung des gesamtgesellschaftlichen Einflussrückganges des Religiösen und damit eine indirekte Stärkung ihrer eigenen angeschlagenen Machtpositionen. D.h. sie spekulieren auf eine positive Teilhabe an der schleichenden Islamisierung. Deshalb der (…) Einsatz für islamischen Religionsunterricht an öffentlichen Schulen, für expansiven Moscheebau, für Beschneidungen, für islamische Speisevorschriften in Kindergärten, für die Einrichtung von islamischen Gebetsräumen in Krankenhäusern, für die Einrichtung separater islamischer Gräberfelder, für die Befolgung islamischer Bestattungsriten etc. Zudem ist zu berücksichtigen, dass die Kumpanei zwischen konservativem Christentum und orthodoxem Islam in der gleichgerichteten Feindseligkeit gegenüber einer säkular-humanistischen Lebenskultur und Werteordnung eine „natürliche Basis“ besitzt. So wird immer wieder das „umfassende Verständnis von Religionsfreiheit“ hervorgekehrt, während gleichzeitig die Unvereinbarkeit von zahlreichen Religionsinhalten, Menschenrechten und liberalen Verfassungsgrundsätzen verdunkelt wird.“

          (aus: Hartmut Krauss – Der Islam als grund- und menschenrechtswidrige Weltanschauung, S. 195)

        • Ich würde das so erklären: Diese Kritiker sind gar nicht so selten konservative Christen. Den Islam mögen sie nicht, weil er eine Konkurrenz ist. Liest man sich ihre Texte genauer durch, schwingt immer eine klammheimliche Bewunderung für den Islam durch.

          Eine klammheimliche Bewunderung – diesen Eindruck hatte ich auch schon öfters. Davon abgesehen, erhoffen sich manche Christen im Zuge der Immigration von Muxslimen und deren Religiösität eine Revitalisierung ihrer Mumie „Christentum“.

        • Große Teile der christlichen Kirchen in Deutschland erhoffen sich von der Ausbreitung des Islam eine Umkehrung des gesamtgesellschaftlichen Einflussrückganges des Religiösen und damit eine indirekte Stärkung ihrer eigenen angeschlagenen Machtpositionen.

          Genau das vermute ich auch – habe es bloss etwas salopper formuliert – „Revitalisierung der Mumie“.

        • @Adrian

          Bei christen und besonders bei generell Konservativen.
          Eigentlich ist man gegen den Islam, aber als Aussenstehender versteht man garnicht, warum, weil so ziemlich alle Probleme dann gelöst wären.
          – Verschwulung
          – Entmännlichung
          – Frauenrechte
          – Dekadenz
          – Familienzerstöung

          Man müsste sich nur einen Bart wachsen lassen.

    • @ Petpanther

      Auch wenn bei einem Ideologen wie dir natürlich jedes Argument sinnlos ist, hier für dich ein Auszug aus einem Interview mit dem neo-marxistischen Islam-Kritiker Hartmut Krauss:

      http://www.citizentimes.eu/2013/06/04/nationalsozialismus-stalinismus-und-islam-sind-varianten-totaler-herrschaft/

      Frage: In der „islamkritischen Szene“ wirft man den Achtundsechzigern – zu denen Sie ja gehören – meist vor, die Gefahren einer Islamisierung Europas zu verleugnen. Inwiefern verkennen Ihre „linken Kollegen“ hier die Realität – und vor allem warum?

      Hartmut Krauss: Zu dieser Frage der Konstitution der sehr komplexen und heterogenen Achtundsechziger-Bewegung müsste man eigentlich ein gesondertes ausführliches Interview führen. Ich will mich hier deshalb nur auf folgende verkürzten Anmerkungen beschränken.

      Erstens: Bei aller Unterschiedlichkeit handelte es sich bei den Achtundsechzigern primär um eine sehr wirkungsvolle westdeutsche Protestbewegung gegen die postfaschistische Ordnungsideologie in Staat, Politik, Gesellschaft, Alltagskultur und in den nazistisch demolierten Mentalitäten der Eltern- und Großelterngeneration. Lange Haare, Beatmusik und subkulturelle Klamotten symbolisierten unter den damaligen Bedingungen eine heute schwer nachvollziehbare, provokatorisch-rebellische Haltung gegen die verklemmte und repressive „Spießermoral“.

      In den intellektuellen Zirkeln wurden Massenpsychologie des Faschismus und Funktion des Orgasmus von Wilhelm Reich oder Studien über Autorität und Familie (Horkheimer u. a.) und Adornos Studien zum autoritären Charakter gelesen.

      Dass sich mit der Masseneinwanderung von orthodoxen Muslimen zukünftig eine neue, besonders reaktionäre islamisch-orientalische Form des autoritären Charakters mit Kopftuchzwang, Zwangsverheiratung, Verbot von vorehelichem Sex und Ehrenmorden etc. unter staatlicher Duldung und Förderung festsetzen würde, war damals noch nicht abzusehen. Andernfalls hätte es vermutlich schwerste Unruhen gegeben. Heute dagegen kann man sogar in der taz lesen, dass die Sexualmoral der jungen Muslime in etwa der deutschen Sexualmoral der 1950er Jahre entspricht.

      Zweitens: Bereits Anfang der 1970er Jahre zerfiel die Achtundsechziger-Bewegung sowie die APO [Außerparlamentarische Opposition, Anm. d. R.] und spaltete sich (a) in die sogenannten K-Gruppen, (b) die „Marschierer durch die Institutionen“ sowie (c) in eine sich zunehmend entpolitisierende „Underground-Bewegung “ auf. Ab Ende der 1970er Jahre setzte dann eine „geistig-moralische Wende“ mit zwei zentralen Einschnitten ein: Zum einen die Zurückdrängung marxistischer und kritisch-theoretischer Orientierungen in den Gesellschafts- und Geisteswissenschaften und deren Ersetzung durch die antimarxistischen Modeideologien des Postmodernismus, Poststrukturalismus, Multikulturalismus und Kulturrelativismus und zum anderen der Aufstieg der „grün-alternativen Bewegung“. Es sind also nicht die neomarxistischen Achtundsechziger, sondern vielmehr die grün-alternativen „Post-Achtundsechziger“ in Verbindung mit diesen beiden regressiven Einschnitten, die zur Herausbildung der islamapologetischen Hegemonie im sozialdemokratisch-grünen Lager von Politik und Medien beigetragen haben.

      Der von Ihnen angesprochenen islamkritischen Szene außerhalb des von mir vertretenen Spektrums würde ich deshalb dringend raten, ihren pauschal „antilinken“ Affekt zu überdenken bzw. zu korrigieren.

      • @Leszek

        Duzen ist ok. Wir kennen uns ja auf einer gewissen Ebene 🙂

        Würde es genauso sein wie du es in deinem vorletzten Absatz beschreibst, habe ich sogar Sympatien für neo-marxistische 68er. Du siehst da ist noch Hoffnung 🙂 Dennoch bin ich vom Herz und Denken dann doch eher freiheitsliebend individualistisch orientiert. Etwa so wie jck5000 es beschreibt. Libertär.

        In Abgrenzung zu pharisäherhaften bürgerlich spießigen rot-grün, auch den anderen Parteien.

        Auch ich nehm da verlogen doppelmoralische elitär-eigennützige Haltungen und Denken wahr. Und was da als „links“ verkauft wird ist es im ursprünglichen Sinn ganz sicher nicht mehr. Das ist alles mehr als spießbürgerlich.

        Nur mag ich eben auch die paternalistische Bevormundung von Kollektivisten auch nicht. Ganz und gar nicht. Und dafür stehen sie, die Marxisten, und sind so auch immer Handreicher spießbürgerlicher Opfer-Sündenbock Ideologie und Totalität, die dann bis zum Infernal gereicht.
        Wie man das in vielen Beispielen im letzten Jahrhundert auch sehen kann.

        Das haben sie noch nie begriffen.

  7. @ DDBZ

    12 Minuten, DDBZ, 12 Minuten!

    Zuverlässig wie der Dschinn in Aladins Wunderlampe.

    Jetzt noch etwas wirklich Wichtiges

    DER Traumwagen meiner frühen Kindheit: ein Citroën DS Chapron cabriolet in schwarz (in unserer Straße wohnte im Haus gegenüber ein Staatsschauspieler (!, fest engagiert am Staatstheater unserer hochbedeutenden Landeshauptstadt, manchmal auch in kleineren Fernsehrollen zu sehen, einmal sogar in einer Nebenrolle des Wilhelm Tell), der fuhr einen solchen, Den sah ich mindestens einmal die Woche parken in unserer Straße, neiderfüllt.
    Was mich meinen Papa beknieen ließ, doch auch so einen anzuschaffen, so eine wunderbar hydraulisch gefederte Sänfte.

    Hat er nicht gemacht, zu wenig Geld als relativ junger Lehrer (Simca war der erste Wagen in der Familie, SIMCA, immerhin auch französisch).

    Später dann stand ihm der Sinn nach Auto-Union = Audi (ja, ja, die Nürburgringrennen hat er am Volksempfänger verfolgt), so blieb der Traum ein Traum und auch mir steht heute der Sinn nach Audi, nachdem Citroën nur noch ein Schatten einstiger Größe (DE GAULLE > Hollande in Not) ist.

    Aber schön, schön ist der Schlitten scho noch: Citroën DS Chapron cabriolet.

    • hydraulisch gefederte Sänfte

      Weil ja die Franzosen das physikalische Wunder vollbracht haben, mit LHM eine kompressible Flüssigkeit auf dem Markt zu bringen 😀

      (Hydropneumatisch oder Stickstoffgefedert – wenn schon)

      • @ Nick

        *Weil ja die Franzosen das physikalische Wunder vollbracht haben, mit LHM eine kompressible Flüssigkeit auf dem Markt zu bringen 😀

        (Hydropneumatisch oder Stickstoffgefedert – wenn schon)*

        Hydropneumatische Federung – Du hast natürlich Recht, Nick, danke – Ordnung muss sein.

        Es geht doch nichts über Korrektheit(en).

        Wer stünde aufrechter für die ein als unsere Forumslinken.

        *Anstelle von klassischen mechanischen Federn und Stoßdämpfern ist jedes Rad durch den Kolben eines Hydraulikzylinders mit einer Federkugel verbunden. Diese ist mit Stickstoff unter hohem Druck gefüllt, der durch eine Membran von der auf ihn einwirkenden Hydraulikflüssigkeit getrennt ist. Dieses Gas stellt das eigentliche Federungselement dar. Die Verbindung zum Rad wird über eine variable Menge an Hydraulikflüssigkeit hergestellt, welche die Radbewegungen über den Hydraulikzylinder auf die Membran der zugehörigen Federkugel überträgt. Die Menge der Hydraulikflüssigkeit in den Radzylindern der jeweiligen Achse wird von einem automatischen Regulierventil, dem sogenannten Höhenkorrektor, beeinflusst. Die Hydraulikflüssigkeit wird hierzu von einer Hochdruckpumpe permanent zur Verfügung gestellt. Die Schwingungsdämpfung wird über biegsame Ventilplättchen und Bypassbohrungen realisiert, welche den Durchfluss der Flüssigkeit zur Federkugel bremsen.*

        http://de.wikipedia.org/wiki/Hydropneumatik

        Uns Kindern war das eigentliche Federungselement egal, damals. Wir wussten nur, dass der Citroen DS „hydraulisch“ gefedert war, nicht mechanisch.

        Das war das Besondere an ihm, das Wahrnehmbare: das besonders weiche Schwingen, die Höhenverstellbarkeit der Straßenlage – hydraulisch eben.

        Du verzeihst die kleine Ungenauigkeit?

        Und um noch eine weitere Ungenauigkeit meiner Kindheitserinnerung zu präzisieren: Natürlich bekniete ich meinen Vater (unwissentlich), sich einen Citroen DS Pallas zu besorgen, einen Chaperon (Sondermodell) hätte er sich eh niemals leisten können.

        Wie unser Staatsschauspieler an den Chaperon kam, denn eigentlich war der auch weit jenseits seiner finanziellen Möglichkeiten, obwohl er im Vergleich zu uns sehr wohlhabend war – Erbe eines wilhelminischen „Stadtpalastes“, des aufwändigsten in nnserer Straße = 3 stöckiges Mietshaus mit üppiger Neurenaissancefassade, er bewohnte die Bel Étage selbst, mit Stuck an den Decken und im Treppenhaus plus Kacheln plus Holzvertäfelungen in der Wohnung plus Villeroy & Boch-Fliesen auf den Böden etc.), weiß ich nicht (Geschenk? Gute Beziehungen zur französischen Kultusbürokratie, die ihm eine abgelegte Staatskarosse billig vermittelte? Keine Ahnung).

        Ich wusste damals als Kind nicht einmal, wie luxuriös-exclusiv der schöne Wagen eigentlich war. Für mich war es nur ein besonders schicker Citroen DS.

        Ja, wir sprachen von DEM Citroen DS.
        Dass DS Déesse bedeutet und es sich demzufolge um eine Sie handelte, wussten wir auch noch nicht.

        PS:

        Die 2 Pünktchen über dem e zu organisieren, dazu war ich um diese Zeit zu faul – Katholik halt.

        Ich hoffe, Du übersiehst die kleine Unkorrektheit.

        • Wer stünde aufrechter für die ein als unsere Forumslinken.

          Es mag dir schwer fallen das nachempfinden zu können, aber die Wortwahl „hydraulische Federung“ ist nicht nur physikalisch eine grobe Dissonanz, sondern wird auch dieser speziellen technischen Rafinesse nicht gerecht.

  8. Die Grünen kämpfen ja normalerweise vehement dafür, daß sich auch die seltensten sexuellen Minderheiten jederzeit frei entfalten dürfen, auf keinen Fall kritisiert werden dürfen und erinnern mit Gendersternen in jedem Absatz an die Unterdrückten. Man ist ja für mehr Vielfalt und kämpft für die Freiheit.
    Nicht so indessen bei Dirndl-Trägerinnen, vor allem wenn sie auch noch umwerfend darin aussehen und womöglich intrasexuelle Konkurrenz verursachen:
    https://twitter.com/hashtag/dirndlgate
    https://de.nachrichten.yahoo.com/streit-um-dirndl–gr%C3%BCnen-politikerin-verspottet-staatssekret%C3%A4rin-101514996.html
    http://www.augsburger-allgemeine.de/bayern/Doro-Baer-und-die-Gruenen-Darf-man-im-Bundestag-Dirndl-tragen-id31307507.html
    http://www.merkur-online.de/aktuelles/politik/gruenenpolitikern-wettert-gegen-csu-staatssekretaerin-dirndl-3853572.html

    Besonders erfreut dürfte die grüne Dirndlbekämpferin Sylvia Kotting-Uhl darüber sein, zusammen mit Rainer Brüderle die parteiübergreifende exklusive Gruppe der Personen zu bilden, die ein Dirndlgate ausgelöst haben, weil sie sich sexistisch über Frauen in Dirndls ausgelassen haben :-))

  9. 1. Honey Badger Radio: Death of Due Process

    Eine recht interessante Diskussion bei den HoneyBadgers vom Donnerstag über die mittlerweile heftige Tendenz in den USA die Unschuldsvermutung mainstreammässig fallen zu lassen.

    Unterstellungs-, Denunziations- und Lynchkultur und den Zusammenhang mit dem Feminismus, der da maßgeblich durch Mißbrauch dran beteiligt ist (Rape Culture etc.)

    Ab ca. 43:40.

    Anfangs auch über Quinnspiracy/Gamergate, das eigentlich eine kleine Version von damselnden feministischen selbsternannten SJWs als Beutelschneiderinnen darstellt, die ebenfalls in diese
    Kerbe schlagen.

    2. The Boy Crisis

    MANstream Media Weekly mit dem Psychologen Tom Golden, Paul Elam und Dr. Warren Farrell über die Krise der Jungen, die ja auch bei uns mittlerweile auch deutlich erkennbar ist und vor allem medial gleichgeschaltet krampfhaft verleugnet wird, da nicht politisch korrekt mädchen- und frauenorientiert.

    Stattdessen bei uns misandrische tatsächliche Hetz- und Zensurartikel als „Gegenangriff“ in der Zeit wie sie auch derzeit bei Lucas Schoppe zurecht bearbeitet (http://man-tau.blogspot.de/2014/09/wie-uns-die-zeit-wieder-mal-davonlief.html) besprochen werden:

    “Vom Zorn abgehängter Männer

    Im Internet wie im Feuilleton suhlen sich rechte Meinungskrieger in ihren Ressentiments. Ein Gegenangriff von Christina Schildmann und Anna-Katharina Meßmer”

    http://www.zeit.de/2014/38/online-kommentare-digitale-oeffentlichkeit

    Die Zeit wird zum SPD-nahen Stürmer, inhaltsgleich ihren Stiftungen FES und HBS. Ideologisch feministisch-suprematistisch verbohrt und (gender) rassistisch wird auf Leute eingeschlagen gepaart mit Kritikverbot. Von zwei ausgesprochenen Vorzeigeexemplaren dieser neuen tatsächlich faschistoid Inklinierten. So etwas ist echte Hetze. Und zwar in ganz großem Stil.

    Schoppes abschließender Satz dazu

    „Die Privilegierten in Angst um ihre Privilegien sind eher die, die in Schriften wie Robert Claus‘ „Maskulismus“ oder wie in diesem Zeit-Artikel zum „Gegenangriff“ starten.“

    Und könnte es sein, dass zwischen beiden Themen ein Zusammenhang besteht?

    Honey Badger Radio: Death of Due Process

    The Boy Crisis

  10. Ich beschäftige mich schon länger mit Pick Up jetzt. Mein Problem ist widerspricht diamentral meiner eher introvertierten, schüchternen Persönlichkeit. Persönlichkeit ist ja auch genetisch festgelegt, deshalb schwer zu ändern. Für mich ist dieser ganze evolutionär-psychologisch analysierte Partnermarkt deshalb eine schlechte Vision.

    • Ich bin auch schüchtern und introvertiert. Das war aber am Ende kein entscheidendes Hindernis.

      Pickup kann mit seiner grundsätzlichen Erklärung von Attraktivität vielleicht als „Gegengift“ zu einigen feministischen / zeitgeistlichen Ansichten dienen (die einem schüchternen Mann tatsächlich sowohl positives Selbstbild als auch Erfolgsaussichten schwer machen), ich würde es aber nie als vollständiges oder allgemeingültiges Modell für Erfolg sehen. So sehr es einige motivieren mag, so sehr können auch andere erst recht abgeschreckt werden. Es liegt in Deiner Verantwortung, zu entscheiden, welchen Weg Du gehen willst.

      Dafür ist es natürlich immer besser, Alternativen zu kennen. Ich meine, es sei Rexi gewesen, die hier in den Kommentaren z.B. erwähnt hat, dass sie ihre Partner immer im Freundeskreis gesucht hat. Wie sieht es also mit Deinem Freundeskreis aus? Gibt’s da (genügend) viele Frauen? Wenn nein, wäre es vielleicht Zeit, ihn zu erweitern.

      Tipp Nr. 2 kam, wenn ich mich nicht irre, von erzaehlmirnix. Sie sagte, in irgendetwas richtig gut werden sei attraktiv. Ein interessantes (sozial kompatibles) Hobby kann der Weg sein. Musik vielleicht? Sowohl als Fan als auch als Musiker kann man schnell Kontakte zu Gleichgesinnten knüpfen – und hat auch gleich ein Gesprächsthema.

      Noch ein Vermeidetipp von mir: Vergleiche Dich nicht mit Extrovertierten. Du siehst immer nur, wie gut es ihnen in Gesellschaft anderer geht, aber nie, wie schlecht, wenn sie alleine sind. Vergleiche Dich auch nicht mit den erfolgreichsten Leuten auf dem Partnermarkt – denn alle anderen, die sich mit ihnen vergleichen, verlieren dabei.

      Es ist sehr schwer, sich selbst komplett gegen den Strich zu bürsten. Besser ist es, sich auf seine Stärken zu besinnen und Sachen auszubauen, die man ohnehin gut kann. Introvertierte können als weniger flatterhaft und weniger oberflächlich durchgehen. In Zeiten des Internets gibt es viel mehr Leute, die sich als introvertiert zu erkennen geben. (Das wäre auch ein möglicher Tipp: Suche gezielt eine introvertierte Frau, die ähnliche Interessen hat.)

      Bei einem jungen Mann würde ich inzwischen auch empfehlen: Einfach mal eine Reihe von Hobbys und Aktivitäten ausprobieren. Zu Konzerten von kleineren Bands gehen. Die Stadt kennenlernen, diverse Clubs und Cafés. Erst dann kann man wirklich bewusst entscheiden, was man will.

  11. Alltagssexismus in Deutschland:

    Ich war diese Woche nach langer Zeit mal wieder im Hallenbad. Nach dem Schwimmen stehe ich unter der Dusche (in Badehose). Drei andere Männer duschen auch (nackt). Ein Bademeisterin kommt herein und sagt kurz, sie müsse leider jetzt durchspritzen. Sie spritzt die Duschen sauber. Einer der (nackten) Männer beschwert sich und fragt, ob bei den Frauen denn dann ein Mann durchspritzt. Die Bademeisterin stellt sich dumm und sagt, sie müsse, dass nun mal jetzt machen. Er fragt weiter, ob das nicht ein männlicher Kollege machen könnte. Die Bademeisterin meint plump, das ginge nicht. Sie ist fertig und verschwindet. Der Mann, der sich beschwert hatte, geht ebenfalls. Die beiden verbliebenen (nackten) Männer machen sich etwas über den Mann lustig, der sich beschwert hatte. Sie hätten ja nichts zu verbergen etc.. Beim Hinausgehen aus dem Schwimmbad fallen mir zwei männliche Bademeister auf, die das wohl auch hätten machen können.

    ____________

    Das ungenierte Eindringen von Frauen in Umkleiden/Toiletten/Duschen von Männern, als wäre es das Normalste der Welt, habe ich schon oft erlebt. Allerdings war das das erste Mal, dass ich gesehen habe, dass sich jemand deshalb beschwert. Obwohl mir es auch unangenehm war/ist, hab ich dem Mann nicht beigepflichtet. (Nicht der sozial kompetenteste.) Ich vermeide solche Situation möglichst z.B. durch das Anbehalten der Badehose (s.o.).

    Ist euch so etwas auch unangenehm? Sagt jemand etwas dagegen, wenn es zu so einer Situation kommt?

    • Nö. Frau kann mich gerne nackt sehen. Sie wird das, was ich biete, nie bekommen 😀

      Das ungenierte Eindringen von Frauen in Umkleiden/Toiletten/Duschen von Männern ist mir auch schon aufgefallen. Mich stört daran nur ein Aspekt: Das es andersrum undenkbar wäre, das hier also eine Ungleichbehandlung vorliegt.
      Ansonsten kann Frau mich gerne nackt sehen. Sie wird das, was ich biete, sowieso nie bekommen 😀

    • ät minoritym.:

      Ist ja krass.
      Du kannst von Glück sagen, daß sie Dich nicht aufgefordert hat, die Hose beim Duschen auszuziehen, damit eine gründliche Reinigung gewährleistet ist.

      Ist mir mal passiert…. 😉

      War aber eine bademeister-#*Innende Person, die als cis-Mann gelesen werden kann.

  12. Hallo Zusammen,

    Nach all dem Gewese uber zornige weisse Männer bin ich zu dem Schluss gekommen, dass ich auch einer bin.
    Un das vollkommen berechtigter Weise.
    Also wollte ich dazu stehen, und es klar zum Ausdruck bringen.

    So machte ich mich in den Weiten des Netzes auf die Suche nach einem ANGRY WHITE MAN Tshirt, aber merkwürdigerweise gibt es so etwas nicht zu kaufen.
    Das müsste doch der Renner sein.

    Da werde ich mich wohl an die Selbstanfertigung machen müssen.
    Ich dachte an ein schwarzes Tshirt mit fetten,weissen Lettern auf dem Rücken.

    Wenn alle auf die zornigen, weissen Männer einprügeln, wird es Zeit Farbe zu bekennen.

    • … man kann uns nur nicht einordnen.

      Es geht auch im dopprlomoralischen Betrug. Politische Korrektness. Doublethink und Speak.

      Bei mir ist es das was ich dort als „libertär“ versucht habe zusammenzufassen. Gegen totalitäres Gruppendenken.

      Beispiel Europa. Will ich auvh. Aber nicht zentralistisch, sondern subsidar. Von unten nach oben. Aber dann auch nicht kollektivistisch, wss ja dann wieder zu totalitär orwellsch top-down und Gesinnungskontrolle führt.

      Auch keine erzwungene Anerkennung sog. „Sozialer Konstrukte“, insbesondere eigenütziges Pandering mit Geschlechtsidentitäten, die andere diskrimonieren sollen und rassische Privilegien sichern sollen. Kolportiert über Missbrauch des Gleichheitsbegriffs unter Opfer-Sündenbock etc.

      Keine verlogene Opfer-, Unterstellungs-, Diffamierungs- und Denunziationskultur unter fadenscheiniger eigennütziger „social justice“ Beutelschneiderei, die teiweise berechtigte Anliegen mißbraucht aber auch unberechtigte fabriziert. Durch stigmatisierende und dämonisierendende Lügen. Im Endeffekt neue Formen von Rassismus.

      Diebe, die haltet den Dieb schreien. Eine Art gesellschaftliches Dekadenzgeschwür.

      • … Lynchkultur hatte ich vergessen. Das Umkehren und Aufweichen der Unschuldsvermutung.

        Gesinnungsstaat. Staatliche Realitätskontrolle. Feministisches „Selbstsucht, Privilegien und Genderassenrecht“.

        Aufweichen und Hintertreiben von Verfassung und GG aufgrund verlogenener Denunziantenhysterie.

        Oder gar keine. Sprich derzeige europäisch dekadent undemokratische Strukturen an denen such zwielichtige Lobby NGOs anwanzen zwecks Funding und Top-Down Einflußnahme.

        Der ganze mittlerweile ideologisierte Medien- und Parteienkomplex.

        etc. etc.

        Etc. Etc.

  13. ich mach mir gleich einen guten bordeaux auf. schaut euch die prognosen zu den landtagswahlen an 😀 die afd sorgt dafür das es mit dem gender-wahn und feminismus ein ende haben wird!

        • @ Axel

          „Außerdem haben die viele Gurken in ihren Reihen, die den Genderdeppen eher noch Argumente liefern.
          Aber vielleicht lernt die Union ja was draus.“

          Die Union von Merkel und Panzeruschi?

          Kennst Du den kürzesten Witz Deutschlands?

          Nein? – Merkel – 🙂

        • Die AfD wird schon einiges bringen hinsichtlich Gender-Wahn. Abschaffen wird sie ihn natürlich nicht. Ich freue mich über die AfD, aber nicht weil ich sie in der Regierung haben will oder für zukunftstauglich halte. Die AfD ist immerhin ein notwendiges Korrektiv für all den politisch-korrekten Unsinn. Das wird zumindest zum Teil reinigend wirken.

          Die AfD ist sozusagen der Akif Pirincci der Parteienlandschaft. 🙂

          Traurig finde ich die AfD-Phobie der CDU. Als Koalitionspartner könnte die AfD auch hier reinigend wirken und einige CDUler von ihrem konservativen Feminismus abbringen.

          Ich glaube übrigens nicht, daß die AfD umkippt bzgl. Gender-Müll – das ist Defätismus, vor allem weil sie sich von Anfang an stark antifeministisch und -gender positioniert hat.

          Ich frage mich sowieso, warum in den Medien solch eine Angst geschürt wird. Es ist doch erfreulich, daß etwas Neues in der politischen Landschaft ist und Frische hineinbringt. Mögen die guten Seiten der AfD die anderen Parteien beeinflussen.

          Die linken Parteien werden schon checken, daß sie umdenken und linksfolkloristischen Ballast abwerfen müssen.

        • ät ddbz, kirk und petpanther:

          Was isn jetzt mit Angie? Läßt sich doch von den linken Medien nicht rumschubsen.

          Daß selbst die AfD beim Gender umkippt, hatte Genderama vor der Europawahl berichtet.
          Die fingen kurz vorher auch an mit Frauenförderung und tralala, um nicht als „unmodern“ zu gelten.

          Wenn Lucke mal an der Regierung sein würde, würde er auch Geßlerhüte grüßen.

          Die AfD ist vermutlich eine von diesen Protestparteien, die nach kurzer Zeit in sich zusammenfallen, wie die Piraten oder Schill.

          Wenn sie aber länger durchhalten und zweistellig einfahren, könnten sie die Union zwingen, auch konservative Wähler deutlicher anzusprechen.
          Das könnte in Zukunft durch klare Anti-Gender-Positionierung geschehen.

  14. Ein weiteres Video von Ayam Sirias

    Thema ist Gynozentrismus („It crawls, It creeps, It eats you alive“), insbesondere den des Islam. Und die eigentümliche Kongruenz mit Feminismus.

    Sehr interessant.

    MGTOW vs Islam Part 2 – It crawls, It creeps, It eats you alive!

  15. The High Road To The MAINSTREAM

    Ich habe mich in den letzten Wochen ein wenig mit Brücken bescnäftigt und dabei wieder einmal feststellen können, dass gerade der Brückenbau einer jener seltenen Bereiche ist, in denen moderne Architektur mit der vergangener Epochen ästhetisch konkurrieren kann, man nicht das Gefühl hat, mit Talmi und Tünnef abgespeist zu werden – den Ingenieuren und Architekten sei Dank, die offenbar in einem der Bereiche arbeiten, der von der dekonstruierenden Aktivität moderner Kulturmarxisten noch am wenigstens auf den Hund gebracht wurde.

    Hier z.B. die Brücke von Millau in Frankreich, die mit den höchsten Pylonen der Welt (der höchste ragt 343 m empor, die Fahrbahn befindet sich dort rund 240 m über Grund, garantiert Selbstmördern also einen langen Abschied vom Leben in atemberaubender Landschaft – wer also Anregungen braucht):

    Sie überspannt das Tal des Tarn, ist rund 2,5 km lang und wurde 2004 fertiggestellt, Baubeginn 2001. Gekostet hat sie rund 400 Mio. €.

    Norman Foster, der britische Architekt (Reichstagskuppel) hat sie entworfen in Zusammenarbeit mit dem französischen Bauingenieur Michel Virlogueux.

    Wäre es nach den Grünen Frankreichs gegangen, dieser grandiose Anblick

    wäre uns allerdings erspart geblieben.

    Grüne hätten wahrscheinlich auch den Bau der Benediktinerabtei von Melk an der Donau verhindert.

    Und das Landschaftsbild zu schützen.

    Immerhin fördert die Heinrich-Böll-Stiftung durchaus Kunst, z.B. das Projekt einer Künstlerin – Frauen sind ja unterrepräsentiert: Sie will an 365 Tagen innerhalb eines Jahres mit je einem anderen Mann ficken.

    Worin besteht da nun die Kunst?

    Warum man dafür ein Stipendium der Heinrich-Böll-Stiftung braucht und ob’s den ziemlich prüden Katholiken Böll freute, wofür sein Name hergenommen wird, das weiß ich nicht.

    Hauptsache, der Steuerzahler zahlt.

    Andere 26-Jahre-junge Frauen müssen für solche Aktivitäten wenigstens nicht nur nicht subventioniert werden, nein, sie verdienen damit sogar Geld.

    Allerdings ganz ohne Kunstanspruch.

    http://www.welt.de/vermischtes/article131793882/365-Tage-taeglich-Sex-mit-einem-anderen-Mann.html

    Die Künstlerin Mischa Badasyan

    Oh …

    Äh …

    Mmmh, … zurück zur High-Tech-Ästhetik

    Eine der modernsten (und schönsten) zeitgenössischen Segelyachten „The Maltese Falcon“ (nicht, dass sie an Schönheit mit einem Neufundlandschooner konkurrieren könnte – man ist ja bescheiden geworden in seinen ästhetischen Ansprüchen, aber ganz nett ist sie doch, der Rumpf samt Aufbauten dabei schiffsarchitektonisch sehr viel gelungener als die Takelage, die dafür das higheste High-Tech ist, was man auf diesem Gebiet kaufen kann):

    • Zum Sex-Projekt: Genial. Warum bin ich darauf nicht gekommen? Man muss nur seinen Sextrieb mit kulturkonservativer Kritik der Atomisierung des Einzelnen in der Moderne begründen und schon wird das eigene Sexleben finanziell gefördert.

      Zu den Brücken. Meine Lieblingsbrücken:

      Pont de Normandie

      und natürlich die Golden Gay Bridge

      • Ja, die Golden Gate gehört unbedingt in eine Sammlung der schönsten Brücken aller Zeiten, bin auch Fan.

        Eines der schönsten neueren Brückenszenarien der USA kann man nun (seit 2010) am Hoover Dam bestaunen, vorher schon mein Lieblingsstaudamm (feinstes Art Deco, innen wie außen) in grandioser Landschaft, nun noch schöner mit dem eleganten Hoover Dam Bypass, der neuen Brücke für die neue Straße, die alte führt nach wie vor direkt über die Dammkrone:

        http://ing.dk/sites/ing/files/styles/w1140_gallery/public/images/50686.jpg?itok=lQf2T27B

        Die Fahrbahn überspannt in 270 m Höhe den Colorado.

        Der Blick vom Damm auf die Brücke

  16. Meister Peter, sind Sie das?

    Sie befreien wohl gerade eine Unschuld vom Lande aus den Fängen lüsterner Aristokraten, die die Maid gekidnappt hatten?

    Da muss man schon mal etwas fester zupacken.

    Habsch Verständnis für.

    Aber ihre Frisur, Bürger, ihre Frisur, die ist einfach unentschuldbar!

    • Wenn ich mit einem Koffer durch Moskau laufe und vor einer Treppe haltmache, taucht sofort aus dem Nichts ein Mann auf, trägt für mich die Last hinauf oder hinunter und verschwindet wieder in der Menge.

      Sowas hab ich mir abgewöhnt.

      Als ich eines Tages die Tiefgarage meiner Wohnsiedlung verlassen wollte, bemerkte ich einige Schritte hinter mir eine Frau mittleren Alters mit zwei Tragtaschen in den Händen, eine links, die andere rechts. Also hielt ich ihr die Türe auf (die sich von selbst schloss), damit sie die Taschen nicht abstellen musste um die Tür zu öffnen.

      Und was sagt diese blöde Kuh? Danke? Von wegen. Labert irgendwas wie „ich kann selbst die Tür aufmachen, brauche keine Hilfe …“. Wahrscheinlich hab ich mich in dem Moment schuldig gemacht. Der feministische Fachausdruck heisst wohl „benevolent sexism“. Kein Problem. Ich bin lernfähig und helfe seither prinzipiell keiner Frau, die sich mit irgendeiner Last abmüht. Eine Ausnahme mache ich nur bei sehr alten Damen (oder auch Herren). Die Erfahrung zeigt nämlich, dass die sich bedanken und die Hilfe zu schätzen wissen.
      Eigentlich ist das doch nur elementarer Anstand, die Tür nicht vor dem Latz zuzuknallen. Aber das war mit Sicherheit eine Feministin. Sie redete wie eine und sah auch so aus.

  17. „Zuvorkommende Männer – Kavalierskultur der alten Schule

    Fangfrage: In Deutschland oder in Russland – wo ist eine Frau eine Frau? Von deutschen und russischen Kofferträgern“
    [..]
    „Wenn ich mit einem Koffer durch Moskau laufe und vor einer Treppe haltmache, taucht sofort aus dem Nichts ein Mann auf, trägt für mich die Last hinauf oder hinunter und verschwindet wieder in der Menge. Aus dem Unterschied der Kräfte hat er eine schöne Geste gemacht. Wenn ich hingegen eine Kiste durch Frankfurt schleppe, bieten mir nur entweder Frauen ihre Hilfe an oder aber Männer mit Migrationshintergrund. Die deutschen weißen Männer hingegen, denen ich davon erzähle, amüsieren sich königlich über die Frage, wer denn heute noch zum Kofferträger tauge.“

    http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/unterschiede-russischer-und-hiesiger-maenner-13155169.html

    Ist die Frau wieder unzufrieden? ^^

  18. „Über 20.000 Fälle von Stalking wurden 2013 in Deutschland zur Anzeige gebracht, doch die Erfolgsaussichten, dass der Täter oder die Täterin verurteilt wird, sind sehr gering. Das haben sogar Union und SPD in ihrem Koaltionsvertrag anerkannt. Dort heißt es: „Beim Stalking stehen vielen Strafanzeigen auffällig wenige Verurteilungen gegenüber. Im Interesse der Opfer werden wir daher die tatbestandlichen Hürden für eine Verurteilung senken.“

    Der Stalker von Mary Scherpe wählte zahlreiche Wege, Teil ihres Lebens zu sein: Er kommentierte ihr Blog, parodierte und beleidigte sie über Social-Media-Accounts, schrieb E-Mails in ihrem Namen, um ihr beruflich zu schaden und bestellte Dinge für sie im Netz. Bei ihr Zuhause kamen alle möglichen Dinge an: Broschüren über Brustvergrößerungen, Babynahrung, Dachziegel. Das Stalking hat sie zunächst online dokumentiert, nun ist ein Buch daraus entstanden. […]

    „Bevor ich das erste Mal zur Polizei gegangen bin, dachte ich: ‚Oh Gott, was passiert jetzt, wenn ich zur Polizei gehe?’ Ich dachte, jemanden anzuzeigen wäre ein total krasser Schritt. Am Ende löste das nur sehr wenig aus. Die Polizisten waren selbst ratlos. Ich weiß mittlerweile von anderen, die versucht haben Stalking anzuzeigen, dass sie von der Polizei wieder nach Hause geschickt wurden, weil die entweder das Problem nicht ernst nahmen oder ohnehin wussten, dass sie nichts machen könnten. Meine erste Anzeige stellte ich noch gegen Unbekannt und dann habe ich noch einmal Monate gebraucht, um überhaupt den Namen der Person, von der ich glaube, dass sie der Stalker ist, nennen zu können. Weil ich auch da wieder dachte, da passiert sonst was. Davor hatte ich Respekt. Ich wollte keine Lawine lostreten. Allerdings ist auch dann einfach nichts passiert.[…]

    Das BGH hat exemplarisch entschieden, dass die psychischen Folgen von Stalking nicht als Körperverletzung gelten. Man weiß aber, dass Opfer von sehr langem oder sehr intensivem Stalking massiv darunter leiden. Es können Depressionen entstehen, Zwangs- oder Panikstörungen. Es gibt Fälle von posttraumatischer Belastungsstörung, die das Opfer jahrelang begleiten. Es ist ja erstmal so eine Verletzung dieses Vertrauens, dass wir uns in einer Welt bewegen, in der uns niemand angreift. Bei Stalking wird dir immer wieder das Gegenteil bewiesen, jeden Tag. Da ist jemand, der greift dich jeden Tag an. Es ist ja keine Tat im Affekt, sondern etwas ganz Bewusstes, das sich über lange Zeit hinzieht und sehr geplant und strategisch ist. Und es zermürbt einen dann ganz langsam. Das Schlimmste ist, dass man das Gefühl hat, alle anderen finden okay, dass es passiert. Denn die Polizei kann dir nicht helfen, das Gesetz ist nicht in der Lage, etwas zu tun. […]

    Das Gesetz legt die Verantwortung in die Hände der Opfer, denn Nachstellung ist derzeit ein Erfolgsdelikt. Es müssen Schäden, bzw. schwerwiegende Beeinträchtigung der Lebensgestaltung beim Opfer erkennbar sein, damit eine öffentliche Anklage erhoben wird. Ich hätte zum Beispiel umziehen können, hätte dann aber nachweisen müssen, dass es nicht war, weil ich eine andere Wohnung wollte, sondern aus dem Stalking resultierte. Und am neuen Wohnort hätte ich dann Maßnahmen treffen müssen, damit meine Wohnung nicht einfach ausfindig zu machen sei. Ich hätte mein Blog zu machen und nachweisen müssen, dass ich nicht mehr arbeiten kann. Das sind natürlich Riesenschritte. Aber das sagt einem auch keiner. Die Polizei sagt dir bei der Anzeige nicht: ‚Na, sind Sie denn schon umgezogen? Haben Sie schon ihren Job verloren?’. Ohne diese Nachweise bleibt eine Anzeige aber aufgrund der derzeitigen Rechtslage eher wirkungslos.[…]

    Immer wenn ich lese, jemand stalkt seinen Klassenkameraden oder seinen Schwarm auf Facebook denke ich: ‚Ihr habt keine Ahnung, was der Begriff eigentlich heißt.’ Stalking ist nichts, was man im Stillen nur für sich macht. Stalking heißt nicht nur, täglich nachzuschauen, was der andere macht, sondern es geht mit einem Übergriff auf das Opfer einher. Meinetwegen kann ein Expartner jahrelang nicht von meinem Instagram-Profil loskommen, so lange er mich damit in Ruhe lässt. Wenn man sowas Stalking nennt, führt das dazu, dass der Begriff aufgeweicht wird in einer Art, die mir nicht behagt. Es nimmt dem Begriff die Ernsthaftigkeit. Stalking ist etwas, das extrem bösartig ist.“

    https://editionf.com/mary-scherpe-stalking-etwas-extrem-boesartig

    Die Autorin hat auch eine passende Petition gestartet, Textauszug:

    „Eine Gesetzesänderung, die Stalking vom Erfolgs- zum Eignungsdelikt macht ist eine kleine, aber längst überfällige Korrektur. Nach aktuellem Gesetz sind es die Opfer, die schwerwiegende Beeinträchtigung der eigenen Lebensgestaltung nachweisen müssen, damit es zur Anklage kommt! Aus diesem Grund muss der Paragraf §238 des Strafgesetzbuches umformuliert werden: Es muss ausreichen, dass die Taten der Nachstellung durch Stalker dazu geeignet sind, die Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen.“

    Vielleicht möchte ja jemensch mitzeichnen?:

    https://www.change.org/p/justizminister-haas-%C3%A4nderung-des-stalking-paragrafen-238-vom-erfolgs-zum-eignungsdelikt

      • ät ddbz:

        Kennste nicht? Gendersprech.
        JeMANNd ist ja zu maskulin-konnotiert.
        Wobei „Mensch“ wahrscheinlich auch auf „Mann“ zurückzuführen ist.

        Der ist lustig: Das Magazin Brandeins gendert mal einen beliebigen Satz konsequent durch-
        herrliches Gestammel.
        „Das Ganze muss nicht ernst genommen werden, reden_schreiben_gebärden sich dix Militärxs ein, und dix Politikxs und Bürgxs sehen_hören_fühlen es nicht and_ers.“

        http://www.brandeins.de/archiv/2014/alternativen/entdiskriminierung-der-sprache-das-kann-man-auch-so-sagen.html

        • @ Axel

          Doch kenne ich. Aber die Tante ist Lehrerin oder so … kann aber nix Deutsch! 😦

          Ganz davon ab, würde ich da so oder so nicht unterschreiben. So ein Wischiwaschigesetz mit „dazu geeignet sind, die Lebensgestaltung schwerwiegend zu beeinträchtigen“ lehne ich ab. Salz ist auch tödlich. Kommt zwar auf die Menge an, aber immerhin ist es zum Töten geeignet …

          Wird wohl so ein Mist wie mit dem Kindeswohl. Alle Welt redet davon, aber auf meine einfache Frage zB hier im Blog was das genau ist, habe ich nie auch nur den Ansatz einer Antwort bekommen. Warum nicht? Ich denke keiner weiß es und so wird es auch mit dieser „geeigneten Gefährdung“ sein … Wenn die Richter.I.n einen schlechten Tag hat, biste im Knast! 😦

  19. Lindy West, eine der unterbelichteteren Netzfeminist.I.nnen (tautologisch, ich weiß), vormals Redakteurin bei Jezebel (vergleichbar einer internetten EMMA für die Mädchenmannschaft) wird Kultur(!)redakteurin bei GQ, einem Männermagazin(!!).

    Aufgrund welcher Verdienste?

    Sie können nur ideologischer Natur sein: Sie schreibt wie sie denkt und sie denkt wie sie aussieht.

    http://www.thewrap.com/jezebel-writer-lindy-west-joins-gq-as-culture-writer/

    Auch hier wird wieder deutlich:

    Feminismus wird gefördert, von mächtigen finanz-/konsumkapitalistischen Interessen.

    Es sei denn, dies wäre ein Versuch, die Männer, die GQ lesen, auf die Barrikaden zu treiben.

    Das wäre dann nicht „hilfreich“, sondern „kontraproduktiv“ angesichts der konsumhedonistischen Ausrichtung des Blattes.

    Ein Schuss in den Ofen für die Förderer des Feminismus.

    • Hallo Roslin,

      a propos dicke Radfems: Kennste das?
      http://www.campusreform.org/?ID=5735

      Bua, wirklich eklig!

      Wirklich attraktive Frauen sind selten Femis. Brauchen es ja auch nicht als Strategie.
      Außer Anne Wiezoreck von #aufschrei. Erstaunte mich, wie hübsch die ist.
      Aber sie hat ihre Propaganda ja nun in einen Job umgemünzt („Medienkritikerin“).
      Ich beabsichtige jetzt Bürgersteig- und Buskritiker zu werden. 😉

      Du bist doch ein braver Katholik? Morgen ist Marsch für das Leben. Da gibt es erfahrungsgemäß anschließend interessante Haß-Videos über „hate speech“ oder „hate behaviour“ von Radfems aus der Gegendemo.

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