Nagellack, der „Vergewaltigungsdrogen“ in Drinks anzeigt und die Rape Culture

Vier männliche Collegestudenten haben einen Nagellack erfunden, der beim Kontakt mit „Roofies“, also so. Vergewaltigungsdrogen seine Farbe ändert. Idee ist, dass die Frau etwas mit dem Finger in ihrem Drink herumrührt und so unauffällig überprüfen kann, ob jemand etwas in ihren Drink getan hat.

Für jeden, der sich mit feministischer Theorie und dem radikalen Feminismus auskennt wenig überraschend regen sich die theoriefesteren Rape Culture  Feministinnen auf, denn nach deren Theorie ist das einzig zulässige Mittel gegen die Rape Culture die Abschaffung der Rape Culture durch Verhaltensänderungen bei den Männern. Alles andere, insbesondere jede denkbare Handlung, die Frauen machen, damit sie die Gefahr einer Vergewaltigung reduzieren ist Victimblaming.

Hier in der Szene sorgte zudem ein Artikel von Antje Schrupp für Diskussion, in dem sie anführte:

“Wenn euch das nicht gefällt, liebe Männer, dann müsst ihr eben eure Geschlechtsgenossen davon abhalten, Frauen KO-Tropfen in den Drink zu schütten. Denn erst, wenn es keine Vergewaltigungen mehr gibt, ist auch keiner von euch mehr verdächtig. Deal with that.”

Es ist bereits hinreichend darauf hingewiesen worden, dass man, wenn man diese Argumentation auf andere Gegebenheiten anwendet, zu ziemlich absurden Ergebnissen kommt. Man dürft nicht dagegen sagen, wenn einen Leute, bei denen man zu Besuch ist, erst mal durch einen Metalldetektor laufen lassen oder die Ehefrau dürfte nichts dagegen haben, wenn man bei abgeschlossener Lebensversicherung erst einmal das von ihr gekochte Essen einem kleinen Gifttest durchzieht („gefällt dir nicht? Dann halte doch bitte deine Geschlechtsgenossinnen davon ab, ihre Männer wegen der Lebensversicherung zu vergiften“). Gut, da könnte man argumentieren, dass eine Partnerin mehr Vertrauen verdient als ein Fremder in der Bar, aber es lassen sich ja genug sonstige Beispiele bringen.

Andererseits ist ja in der Tat die „Nagellackprobe“ ein sehr diskreter Test. Er muss keineswegs auffallen, da sich die Farbe bei jedem, der sich aufregen dürfte, ja nie verfärbt. Es kann sicherlich sehr diskret durchgeführt werden.

Dennoch eine interessante Frage, wie man als Mann darauf reagieren darf. In der gegenwärtigen Situation darf man wohl annehmen, dass nur sehr vorbelastete Frauen oder sehr ängstliche/mißtrauische  Frauen einen solchen Nagellack ausprobieren würden und dann auch zum Einsatz bringen würden. Dem Rest dürfte mangels tatsächlicher Bedrohungslage die tatsächliche Ausführung die Mühe nicht wert sein. Ich würde daher diese Frau gedanklich um einige Stufen zurückstufen, sie wäre mir zu mißtrauisch, was mich selbst mißtrauisch machen würde. Das würde steigen, wenn sie bei einem bemerken, dass ich es bemerkt habe, nicht zumindest etwas Humor in die Sache reinbringt oder sich für ihr Mißtrauen entschuldigt (zumindest ein „nichts gegen dich“ würde ich erwarten). Selbst dann wäre jedenfalls mein Mißtrauen groß.

Etwas anderes wäre es, wenn die Frau dies in Situationen macht, in denen sie tatsächlich befürchtet, dass ihr jemand etwas in den Drink getan hat. Ob man dann aber auf den Nagellack, der auf eine bestimmte Droge ausgerichtet ist, vertrauen sollte, ist eine andere Sache.

Im ganzen halte ich diese Erfindung auch nicht für die beste Idee, allerdings aus anderen Gründen. Denn sie verstärkt schlicht die Angst und fördert ein Denken, bei dem solche Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind, weil Vergewaltigung eine hohe Wahrscheinlichkeit hat. Denn die Sicherheitsmaßnahmen werden schnell rationalisiert als „ohne sie wäre mir schon etwas passiert“ statt „ich brauche sie eigentlich nicht, der Fall ist selten“.

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Selbermach Samstag 100

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Eigene Partnerwahl vs. Wahl des Partners durch die Eltern in evolutionärer Betrachtung

Gerade kam über Beiträge von Djadmoros eine Diskussion über eigene Partnerwahl im Gegensatz zu der Wahl des Partners durch die Eltern auf.

Dabei ging es darum, dass eine Wahl durch die Eltern zum einen als kulturelle Wahl gesehen wird, die gegen abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale spricht und auch allgemein eine eigene Partnerwahl ersetzt hat.

1. Was bedeutet Partnerwahl durch die Eltern bei evolutionärer Betrachtung?

Eine Partnerwahl durch die Eltern ist erst einmal ein Konflikt zwischen verschiedenen genetischen Interessen.

Gemeinsame Interessen der Eltern und des jeweiligen Kindes sind die Weitergabe der Gene in die nächsten Generationen.

Die genetischen Interessen können sich aber trotz dieser gemeinsamen Interessen erheblich unterscheiden.

Die Eltern könnten zB einen Partner wählen wollen, der eine möglichst umfassende Versorgung der Tochter und der Kinder sicherstellt, damit sie dies nicht machen müssen und so Ressourcen frei haben für andere Enkelkinder oder weitere eigenen Kinder.

Im Gegenzug könnte eine Tochter es genau andersherum sehen: Eine Strategie könnte es sein, sich auf Kurzzeitstrategien oder auf einen Mann mit sonstigen Anzeichen für gute Gene aber nicht unbedingt guter Bindung einzulassen und für die Unterstützung bei der Versorgung eher auf die Großeltern zu setzen.

Zudem könnten die Eltern mit der Heirat auch andere Interessen verbinden, die über die beste Möglichkeit der Weitergabe der Gene für das jeweilige Kind hinausgehen. Etwa kann es für sie interessant sein, ein Kind einfach nur so zu verheiraten, dass es ihnen persönliche Vorteile bringt, etwa politische oder eben in Form von Ressourcen. Dann könnten die Kinder ihre genetischen Interessen nicht voll umsetzen.

Dieser Konflikt stammt auch daher, dass die Enkelkinder nur 1/4 der Gene der Großeltern tragen, aber 1/2 der Gene der Eltern. Wenn die Großeltern weitere Kinder haben, dann trifft sie dieser Verlust weniger als die jeweiligen Kinder.

Demnach besteht also ein Konflikt zwischen den Eltern und den Kindern bei der Partnerwahl, der jeweils die Selektion verschiedener Attraktivtätsmerkmale in biologischer Hinsicht zur Folge haben kann.

Demnach wären selbst bei absoluter Elternwahl eben dann zur Auswahl des richtigen Partners für das Kind von abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen auszugehen. Elternwahl bedeutet nicht, dass die Wahl kulturell erfolgt, die genetische Selektion wirkt dann eben auf die Eltern.

2. Ist bei einer Kultur der Elternwahl die Vorliebe des Kindes für einen bestimmten Partner von Bedeutung?

Auch bei einer Wahl durch die Eltern können Vorlieben der Kinder für einen bestimmten Partner von starker Bedeutung sein. Denn auch wenn die Interessen abweichen können stimmen sie auch in vielen Punkten überein. Und der sicherste Weg zu Enkelkindern ist es, wenn die Partnerschaft beiderseitig auf Interesse stößt. Denn bei einem unwilligen Eingehen der Partnerschaft besteht die Gefahr, dass er sich zB auch in einer Polygamie seinen anderen Frauen mehr widmet und deren Kinder mehr fördert, sie verstößt, sich eine Geliebte nimmt etc. Bei der Wahl einer Frau für einen Sohn, die diesen gar nicht will, steigt die Vaterunsicherheit und es wird mehr „Mate Guarding“ erforderlich.

Eltern sind also daran interessiert, ein „Liebespaar“ zu schaffen, sofern sie nicht auf die Vorteile für sich selbst abstellen. Letzteres dürfte eher in Gesellschaften, die Besitz im größeren Umfang haben, interessant sein. Das ist allerdings bei Jägern und Sammlern seltener der Fall.

Insofern sind Fälle auch bei einer Wahl durch die Eltern interessant, bei der beide Partner bereits Interesse füreinander bekundet haben, beide dem jeweils anderen gefallen, beide in Gesprächen geklärt haben, dass sie sich gefallen und sich verstehen werden. Dann können die Eltern untereinander oder der Mann mit den Eltern Verhandlungen aufnehmen, ob es zur Heirat kommt.

Selbst bei sonstigen arrangierten Ehen wird es sinnvoll sein, den Sohn oder die Tochter zu befragen, wie sie den jeweiligen Kandidaten finden und ob sie es sich mit ihm vorstellen können. Sonst drohen erhebliche Nachteile. (zumal die meisten Eltern wohl auch (biologisch vielleicht deswegen) glückliche Kinder haben wollen.

3. Ausweichstrategien

Wie bereits angedeutet bedeutet Ehe nicht, dass die Kinder dann strikt monogam mit dem ausgewählten Partner leben. Unsere Spezies ist nicht strikt monogam, sie ist eher auf serielle Monogamie mit Fremdgehoption ausgerichtet. Dafür spricht die vorhandene Liebeschemie, die Hodengröße, unsere Tendenz zur Eifersucht und zu Mate Guarding etc.

Interessanterweise wären wir, wenn unsere eigenen Vorlieben nur bei diesen Ausweichstrategien zum tragen kommen würden, wohl wesentlich mehr auf Kurzzeitstrategien ausgerichtet. Da beide Geschlechter aber insoweit erhebliche Gemeinsamkeiten auch bei Langzeitstrategien zeigen ist dies unwahrscheinlich

4. Anzeichen für direkte Partnerwahl

Aus meiner Sicht gibt es auch weitere Anzeichen für direkte und nicht durch Eltern bestimmte Partnerwahl

  • Homosexualität und ihre biologischen Grundlagen zeigen,  dass wir da Vorlieben haben. Wenn Eltern alleine wählen, wäre kaum verständlich, dass es biologische Homosexualität geben kann
  • Asexualität zeigt, dass es Personen gibt, die eben gerade nicht lernen, was sexy ist und dieses Konzept schlicht nicht begreifen können oder es jedenfalls nicht bestimmten Geschlechtern zuordnen können. Das spricht dafür, dass wir selbst solche Merkmale abgespeichert haben und wenn diese Fehlen uns selbst das Konzept zu bizarr ist
  • Wir verlieben uns auf eine weise, die nicht zu einer reinen Auswahl durch die Eltern passt. Wir akzeptieren dafür auch diese Auswahl zu selten, wenn sie nicht den sonstigen Kriterien entspricht
  • Attraktivitätsmerkmale sind weltweit sehr einheitlich
  • Wir verlieben uns häufig in Personen oder begehren sie nach bestimmten Merkmalen
  • Eltern können sterben oder einen geringen Einfluss haben, weil man selbst hoch genug aufgestiegen ist

Kritik an sexueller Selektion und Relevanz für die heutige Zeit

DJadmoros schreibt einiges zur sexuellen Selektion

Christian beruft sich zunächst auf Darwin. Darwins Selektionsbegriff sieht vor, dass entweder Individuen aus einer Population eliminiert werden, weil ihre relative »fitness« im Vergleich zu anderen Individuen zu gering ist und sie daher bestimmte Herausforderungen ihrer ökologischen Nische nicht überleben (»survival of the fittest«), oder dass Individuen einer Population sich nicht erfolgreich (genug) fortpflanzen und daher ihre *Gene* aus der Population eliminiert werden (»sexual selection«). In jedem Fall impliziert der Begriff einen Vorgang der *Elimination*.

In beiden Fällen kommt es nur auf die Gene an. Wenn ein Individuum aus der Population eleminiert wird, dann können seine Gene trotzdem im Genpool bleiben, wenn er sich bereits hinreichend fortgepflanzt hat (oder im Wege der Verwandtenselektion durch seinen Tod hinreichende Verwandten gefördert hat). Die „Elemination“ ist also schlicht auf der Genebene zu sehen und es kommt auch weniger auf eine sofortige Elemination an, sondern eher darauf, ob die betreffenden Gene, die ja auch in mehreren Personen stecken können, sich im Genpool anreichern oder vermindern.

Christian argumentiert nun zunächst für die Existenz »biologisch abgespeicherter Partnerwahlkriterien«. Die Existenz solcher Kriterien lässt sich leicht plausibel machen: der Konflikt von Pflicht und Neigung, insbesondere in Beziehungen, ist ein altes Thema menschlicher Überlieferung. Vor »Romeo und Julia« gab es »Pyramus und Thisbe«, und diese Geschichte soll wiederum auf ältere babylonische Vorbilder zurückgehen. Um ihrer persönlichen Partnerwahlkriterien willen sind Menschen offenbar zu allen Zeiten bereit, in den Tod zu gehen. Das ist die eine Seite des Themas.

Pflicht und Neigung müssen dabei auch gar nicht in einem Konflikt stehen. Die hübsche Frau wird einen hübschen, erfolgreichen Mann als Partner wollen und nicht in jedem Fall wird eine Familienfede das verhindern. Natürlich ist es ein gerne genommenes Motiv, wenn auf der einen Seite Liebe ist (Begierde war es ja nicht in dieser schlichten Form bei Romeo und Julia) und dieser Hindernisse entgegenstehen, weil das eine gute Geschichte ergibt.

Die andere Seite des Themas lässt sich ebenfalls an den exemplarischen Liebesdramen demonstrieren: ganz offensichtlich können sich diese (»biologisch abgespeicherten«) Partnerwahlkriterien *nicht* unabhängig von kulturellen Regeln durchsetzen – im Gegenteil: diese Regeln stehen ihnen nicht nur entgegen, sondern sie sorgen für eine Selektion ganz anderer Art: der erzwungene Tod der Liebenden ist eine kulturelle Selektion *gegen* die biologisch geprägte Neigung! Diejenigen, die ihrem »unwählbaren« Attraktivitätsempfinden *nachgeben* (»attraction is not a choice«), sind diejenigen, die aus dem Genpool eliminiert werden! Und was in diesen Liebesdramen exemplarisch verhandelt wird, wird durch die Ethnologie eigentlich immer schon bestätigt: dass menschliche Partnerwahl unter kulturellen Rahmenbedingungen ein Universum von Regeln ist, in dem Neigung wenn überhaupt, dann nur eine sekundäre Rolle spielt.

Hier wird aus meiner Sicht ein Scheingegensatz aufgebaut. Kulturelle Regeln im allgemeinen stimmen mit den biologisch abgespeicherten Partnerwahlkriterien meist überein. Wir finden nichts ungewöhnlich daran, wenn ein Mann eine junge, attraktive, schlaue etc Frau will. Und wir finden kulturell nichts ungewöhnliches daran, wenn eine Frau von einem selbstbewußten, erfolgreichen, gutausehenden Mann schwärmt. Im Gegenteil: Viele kulturelle Regeln beruhen gerade darauf, etwa der Gedanke, dass ein Mann „Seine Frau ernähren können muss“. Es ist ja auch nicht so, dass diese bei Romeo biologisch abgespeicherten Attraktivitätsmerkmale ihn zwingen würden Julia zu wollen. Neben Julia werden auch Nicht-Capulet-Familien schöne Töcher gehabt haben. Das er sich nun gerade in Julia verliebte und sie in ihn, dass wäre keine Sache, die sich aus der Biologie zwingend ergibt. Wenn Julia hingegen statt einem sehr schönen Mädchen eher so ein 5/10 gewesen wäre, dann könnten wir sein Interesse an ihm weit weniger nachvollziehen und würden uns weit eher fragen, warum er den Familienfrieden für sie so gefährdet und sich nicht eher was besseres sucht.

„Attraction is not a choice“ bedeutet nicht, dass wir einer bestimmten Person verfallen, sondern, dass wir uns nicht aussuchen können, was wir attraktiv finden. Die allermeisten Männer werden eben auf einen festen, wohlgeformten und symmetrischen Busen mit einem stärkeren sexuellen Interesse reagieren als auf einen hängenden, unsymmetrischen Busen. Weil wir in diesem Bereich eben bestimmte abgespeicherte Attraktivitätsmerkmale haben.

Es ist paradoxerweise erst die moderne Gesellschaft mit ihrer Norm der Aufhebung restriktiver Normen, die erstmals in der Menschheitsgeschichte (maximal die letzten einhundert von mehr als dreißigtausend Jahren!) für eine relativ ungestörte Entfaltung freier Partnerwahl »gemäß Neigung« gesorgt hat. Es ist tatsächlich nichts anderes als die »Dekonstruktion kultureller Zwänge«, welche in der Moderne die biologische »Natur« des Menschen zum Tragen bringt. *Das* ist der Kern des »Geschlechterparadoxes«! Die Freiheiten des modernen »Pickup-Milieus« auf den ganzen Rest der Menschheitsgeschichte zurückzuprojizieren, ist aber ein schwerwiegender Denkfehler.

Die Freiheit des modernen Pickupmilieus muss man gar nicht zurückprojeziieren. Sex hatten die Leute schon immer und es ist eher naiv zu glauben, dass dies immer hübsch geordnet oder monogam stattfand. Dagegen spricht bereits unsere rein körperliche Biologie. Hätten die kulturellen Regeln ein Fremdgehen verhindert und Sex rein in festen, kontrollierten Beziehungen ermöglicht, dann hätten wir Hoden und Penisse wie ein Gorilla und weitaus weniger Sex. So produzieren wir relativ viel Sperma, welches dazu noch vom Aufbau her auf Spermienkonkurrenz ausgelegt ist und „Killerspermien“ enthalten. Sicherlich kann man heute dank moderner Verhütung ungezwungener miteinander schlafen und auch Eltern müssen deswegen weniger kontrollieren und können mehr zulassen. Aber auch in prähistorischen Gesellschaften werden Teenager in irgendeiner Form versucht haben, trotz der Aufsicht ihrer Eltern Sex zu haben. Dessen ungeachtet kann auch in restriktiven Normen die Partnerwahl ein sehr erheblicher Faktor sein: Letztendlich wird sie sogar wichtiger um so fester man sich an einen Partner bindet.

Hinzu kommt, dass auch erfolgreiche Partnerwahl noch nicht zwingend einen Reproduktionserfolg bedeutet: auch erfolgreich geborene Kinder unterlagen für lange historische Zeiten immer noch einer postnatalen Geburtenkontrolle, konnten also getötet oder ausgesetzt werden (was meistens auf dasselbe hinauslief).

Warum das ein Argument gegen Partnerwahl nach biologischen Kriterien sein soll erschließt sich mir nicht. Das gleiche Problem besteht auch bei kultureller Partnerwahl, nur hat es da den Nachteil, dass das kulturelle Faktoren biologisch  unvorteilhafte Partnerwahlen begünstigten, die dann noch zusätzlich zu diesem Risiko die Qualität des Nachwuchs und damit auch dessen Überleben und dessen Fortpflanzungswahrscheinlichkeit einschränken

Die Rahmenbedingungen für eine Entfaltung »biologisch abgespeicherter Partnerwahlkriterien« existieren im Rahmen menschlicher Gesellschaften daher schlechterdings nicht, und zwar unabhängig davon, ob diese Partnerwahlkriterien selbst existieren!

Der Schluss ist in keiner Weise logisch. Denn die Behauptung, dass die Kultur biologischer Partnerwahl entgegensteht ist schlicht wenig plausibel. Nehmen wir „Status“ als Attraktivitätsmerkmal für einen Mann. In welchen Kulturen wären die Eltern zB dagegen, wenn ihre Tochter den Häuptlingssohn heiratet? Sicherlich, der Häuptling mag eine politische Hochzeit mit der Häuptlingstochter des Nachbarstammes wollen, aber wenn diese hässlich wie die Nacht ist, dann wird der Häuptlingssohn nebenher vielleicht trotzdem etwas mit der hübschen anderweitigen Tochter haben. Ebenso dürfte der erfolgreichste Jäger des Stammes, der schlaue Planer oder andere, die auf einem Weg Status aufbauen allgemein eher als gute Partie gelten.

Es ist plausibel, solche Prozesse für den Vorgang der Hominisierung, der *Entstehung* der Spezies Homo Sapiens anzunehmen, und es ist zumindest nicht unplausibel, die Fortdauer solcher evolutionär erworbenen Präferenzen in kulturelle und historische Zeiten hinein anzunehmen. Falsch aber, und zwar *sowohl theoretisch als auch empirisch falsch* ist es, diesen Präferenzen unter den Rahmenbedingungen kultureller Regeln einen Effekt sexueller Selektion, d.h. der Elimination von Individuen oder genetisch tradierten Merkmalen, zuzuschreiben.

Der entgegenstehende kulturelle Effekt, den Djadmoros hier behauptet, verkennt, dass Kultur nicht beliebig neben der Biologie steht. Im Gegenteil: Kultur verhält sich selten gegen die Biologie. Romeo und Julia sind auch kein Beispiel eines solchen Effekts. Die Kultur würde durchaus den Konflikt akzeptieren, dass Romeo eine gutaussehende Julia attraktiv findet und Julia ebenso Romeo. Sie würden nur erwarten, dass sie sich dennoch loyal zu ihrer Familie verhalten. Auch nicht deutlich wird, warum dadurch keine Genselektion stattfinden und andauern soll: Wenn auf statushohe Männer zu stehen üblicherweise gesündere und besser versorgte, beschützte und ausgebildete Kinder hervorbringt, dann führt das zu einer Anreicherung entsprechender Gene für eine solche Vorliebe. Wenn Männer, die höher an der Spitze stehen, von attraktiveren Frauen begehrt werden, dann lohnt es sich für Männer, sich eher einem Wettbewerb zu stellen. Das ist nichts ungewöhnliches und wir finden diese Selektionen überall im Tierreich. Djadmoros scheint darauf abzustellen, dass Kultur vorrangig ist. Tatsächlich ist sie häufig eher eine Ausformung der Biologie bzw. evtl kulturelle Regeln haben sich im Wechselspiel mit diese begünstigenden biologischen Veränderungen aufgebaut.

Die Ursache für diesen evolutionstheoretischen Denkfehler liegt m. E. darin, dass die Vertreter einer verallgemeinerten Evolutionslehre übersehen, dass »Evolution« von Zeit zu Zeit den Mechanismus wechselt. Auch die biologische Evolution beruht ja auf den Resultaten einer vorangegangenen physikalischen und chemischen Evolution – zugleich ist sie darauf angewiesen, dass die Rahmenbedingungen der chemischen Evolution sich nicht nachträglich noch ändern. Und obwohl sich die Grundlagen der biologischen Evolution chemisch beschreiben lassen, gibt es eine biologische Struktur- und Funktionsvielfalt, die eine eigene Beschreibungssprache erfordert, welche von Physik und Chemie abstrahiert.

Evolution wechselt die Mechanismen nicht. Sie selektiert vielleicht in eine neue Richtung, aber das nach den immer gleichen Mechanismen von sexueller und natürlicher Selektion. Natürlich können kulturelle Mechanismen sich hier auswirken: Ein einfaches Beispiel wäre, dass die kulturelle Technik, speisen zu braten oder zu kochen uns einen wesentlich kürzeren Darm und einen weniger aggressiven Magen erlaubte. Dies aber dann eben im Wege der natürlichen Selektion: Es ist nicht so, dass Menschen mit einem längeren Darm „eleminiert“ wurden. Sondern so, dass diese einfach mehr Kosten hatten, um diesen Darm oder den weniger aggressiven Magen zu unterhalten. Das war ein Selektionsvorteil innerhalb der natürlichen Selektion.

Für den Übergang von der biologischen zur kulturellen Evolution gilt ähnliches: mit letzterer kommt es zu einer dramatischen Beschleunigung von Entwicklungsprozessen – die Mechanismen biologischer Evolution haben sich nicht plötzlich in Luft aufgelöst, aber wie in einem Rennen zwischen Hase und Igel sind die Resultate der – auf ganz eigenen Mechanismen beruhenden – kulturellen Evolution stets schneller am Ziel: beim Menschen bleibt seit der Middle/Upper Paleolothic Transition von der früheren Evolution nur noch die genetische Drift übrig. Seither geht der größte Selektionssdruck für den Menschen vom Menschen selbst aus, und von den künstlich erzeugten Umwelten, die er für sich selbst erschafft.

Aber dennoch wollten Frauen die Männer mit Status, Körpergröße, Muskeln und es war nicht negativ sie als Partner zu wollen. Dennoch wollten Männer Frauen mit schönen Brüsten, weiblichen Rundungen, einem süssen Gesicht und es war nie negativ sie als Partner zu wollen. Im Gegenteil: Männer, die auf zB sehr männliche Frauen gesetzt hätten, hätten eher das Risiko einer Unfruchtbarkeit getragen, damit vielleicht weniger Nachkommen. Oder ein anderes Beispiel: Der erfolgreiche 35jährige Kaufmann, der die 20jährige sehr hübsche Tochter eines Kollegen begehrte wird mehr Kinder gehabt haben, als der 35jährige Kaufmann, der die 50jährige Witwe eines Kollegen begehrte.

Was Djadmoros übersieht: Eine generelle Beschleunigung von Entwicklungsprozessen führt nicht zu einer Veränderung von bestimmten bereits vorhandenen Eigenschaften oder eben auch von biologisch abgespeicherten Attraktivitätsmerkmalen, wenn sich nicht gleichzeitig auch der Selektionsprozess ändert. Und das war schlicht nicht der Fall. Wer auf sozialer Schicht 1/10 in Schicht 2/10 als Frau einheiratete, der hatte immer noch bessere Chancen seine Kinder durchzubekommen als wenn dieser Sprung nicht gelang. Die hässliche Tochter bei einer politischen Hochzeit wird nach wie vor schlechter abgeschnitten haben als die hübsche Tochter bzw. sie die Hochzeit wird teurer erkauft worden sein. Wer eine sehr hübsche Frau heiratete, der hatte höhere Chancen auf gesunde Kinder und zudem auch auf hübsche Töchter als jemand der eine hässliche Frau heiratete. Und gerade der letzte Effekt, nämlich, dass eine Selektion gegen erfolgreich etablierte und weithin verbreitete Attraktivitätsmerkmale sehr schwer ist, weil die Kinder bei gegen diese Attraktivitätsmerkmale verstoßener Partnerwahl selbst schlechtere Chancen auf dem Markt hatten, führt zu einer starken Beständigkeit solcher bereits durchgesetzter Attraktivitätsmerkmale.

Ich könnte noch mehr schreiben, aber für heute langt es

Auf das weitere komme ich auch noch zurück, insbesondere die in den folgenden Kommentaren angesprochene Elternwahl.

Bei wem wohnt das Kind nach der Trennung? Residenzmodell, Nestmodell, Wechselmodell

Mit der Trennung ziehen die Eltern meist in getrennte Wohnungen. Damit stellt sich automatisch die Frage, wie mit gemeinsamen Kindern umgegangen wird. Dazu gibt es verschiedene Modelle.

1. Das Residenzmodell

Das gegenwärtig in Deutschland üblicherweise praktizierte Modell sieht vor, dass das Kind oder die Kinder bei einem der Elternteile wohnen, dort seine „feste Residenz“ hat, der andere erhält lediglich ein Umgangsrecht, sofern sich die Eltern nicht anders einigen üblicherweise alle zwei Wochen am Wochenende von Freitag bis Sonntag (bei jüngeren Kindern erfolgt auch häufig eine andere Lösung, mehr kann der andere immer zugestehen, es wird aber dann häufig als „Good Will“ gesehen.

Als Vorteil wird gesehen, dass das Kind zur Ruhe kommen kann, eine klare geordnete Zuordnung hat, sich in seinem Umfeld einen Freundeskreis aufbauen kann, den es nicht beständig wechseln muss und auch nicht verschiedenen Regeln ausgesetzt ist.

Die Nachteile sind, dass einer der beiden Elternteile weitaus weniger von dem Kind hat.

Der Unterhalt steht nur demjenigen zu, bei dem das Kind lebt, auch wenn der andere ein sehr ausgedehntes Umgangsrecht hat, erhält er keinen Umgang, ist das Kind zB in den Sommerferien für 3 Wochen bei dem Umgangsberechtigten zahlt dieser den vollen Unterhalt an den anderen. Der Gedanke ist, dass diese Zeiten in der Unterhaltsberechnung bereits eingepreist sind

2. Das Nestmodell

Dabei bleibt das Kind in einer Wohnung, die Eltern wohnen in dieser abwechselnd mit dem Kind, ziehen also zB jeden Monat um.

Der Vorteil ist, dass das Kind eine stabile Umgebung hat und der Umzug auf die Eltern verlagert wird.

Der Nachteil ist, dass man bis zu drei Wohnungen vorhalten muss, was zusätzliche Kosten auslöst und zudem eine hohe Einigkeit bezüglich der Ausstattung etc des „Nests“ bestehen muss, da der andere ja auch alles nutzt.

Das Modell wird meiner Kenntnis nach quasi nicht praktiziert.

3. Das Wechselmodell

Beim Wechselmodell wechselt das Kind zB im wöchentlichen Rhythmus zwischen den Wohnungen der Eltern.

Der Nachteil ist, dass das Kind keine stabile Umgebung hat, solange die Eltern nicht sehr dicht zusammen wohnen, in jedem Haus nur einen Teil seiner Sachen hat und sich auch immer wieder auf den jeweiligen Stil des Elternteils einstellen muss. Es kommt schnell in die Lage, die Eltern gegeneinander auszuspielen oder in Meinungsverschiedenheiten zwischen diesen der Bote zu werden. Bei größerer Entfernung, etwa verschiedenen Städten wird das Wechselmodell schon daran scheitern, dass das Kind zur Schule etc gehen muss.

Vorteil ist, dass beide Elternteile einen zeitlich hohen Kontakt zum Kind haben.

Deutsche Gerichte dürfen nach bisheriger Rechtsprechung das Wechselmodell nicht ausurteilen (sie können nur einem Elternteil das Aufenthaltsbestimmungsrecht für das Kind zuweisen, der kann sich dann theoretisch mit dem anderen Elternteil auf das Wechselmodell einigen). Hintergrund ist dabei sicherlich auch, dass das Wechselmodell nur dann als sinnvoll angesehen wird, wenn sich die Eltern zumindest auf dessen Durchführung einigen können.

Beim Wechselmodell gibt es verschiedene Berechnungsmethoden für den Unterhalt. Entweder die Eheleute zahlen beide nichts oder es wird der Unterhalt für beide so berechnet als hätte der andere das Kind alleine und wenn einer nach diesem Modell mehr zahlen müsste, dann muss er zB die Hälfte dieses Mehrbetrages zahlen.

Das Wechselmodell ist wohl in verschiedenen Ländern das übliche Modell udn wird dort mit Erfolg praktiziert. In Deutschland wird es seltener praktiziert.

4. Weiteres

Das sind die aus meiner Sicht die wesentlichen verschiedenen Modelle und ihre jeweiligen Nachteile und Vorteile im Kurzüberblick.

Die Frage, wie die Kinder „verteilt“ werden und wie viel Kontakt jeder Elternteil mit ihnen hat, ist sicherlich für viele Eltern, und noch mehr für viele Väter, weil diese eben hier meist den kürzeren ziehen und auf das Umgangsrecht verwiesen werden verbunden mit der Zahlung von Unterhalt, eine sehr wichtige Frage.

Mich würde interessieren, wie ihr zu den Modellen und ihren Vor- und Nachteilen steht, welche Lösungen ihr bevorzugen würdet oder wie man die Lage neu gestalten sollte.

Welche Erfahrungen habt ihr oder Bekannte von euch vielleicht mit den jeweiligen Modellen gemacht?

„Cui bono“ oder „wem nützt es?“ als Argument in der Geschlechterdebatte

Keppla führt zu der Frage, inwieweit einen in der Geschlechterdebatte die klassische Frage „Wem nützt es?“ oder „Cui bono?“ weiter bringt, aus:

Cui Bono” kann ein netter Ansatz sein, zu gucken, wo es sich lohnt, tiefer zu graben. Aber auch nur das, denn sonst ist man recht schnell dabei, dass die Bundesdruckerrei hinter 911 steht, weil die von der Terrorpanik ziemlich profitiert.

(…)

Je länger ich drüber nachdenke, desto mehr habe ich den Eindruck, dass das “cui bono” DAS Mem ist, was am Scheitern des Feminismus schuld sind.

Wem nutzen höhere Löhne? Den Männern!
Wem nutzt das generische Maskulimun? Den Männern!!!
Wem nutzt das Mikrophone kreischige Stimmen kreischig lassen? DEN MÄNNERN!!!!!

Das zeigt auch gleich die Anfälligkeit des „Wem nützt es?“-Arguments. Es lässt einen vorschnell Kausalitätsketten sehen, wo eigentlich keine sein müssen, denn „Cui Bono“ ist erst einmal kein tatsächliches Argument, es ist allenfalls eine Überlegung, die einen guten Anstoß geben kann. Wer es mit einem Argument verwechselt ist schnell bei einer Verschwörungstheorie. („weil Lyndon Johnson nach Kennedy Präsident wurde ist er für dessen Tod verantwortlich“).

Bei der falschen Verwendung als Argument handelt es sich um den klassischen Fehlschluss „Cum hoc ergo propter hoc„. Hierbei werden gemeinsam auftretende Ereignisse ohne genauere Prüfung zu Ursache und Wirkung erklärt. Die Zuordnung erfolgt entsprechend willkürlich und ohne fundierte Begründung. Die lateinische Wendung cum hoc ergo propter hoc lässt sich übersetzen als „mit diesem, folglich wegen diesem“ oder „mit diesem, folglich nahe diesem“ oder auch „mit diesem, folglich daneben dieses“.

Etwas länger ausgeführt „Weil der Nutzen mit dem Ereignis zusammenfällt, muss das Ereignis wegen des daraus folgenden Nutzens eingetreten sein, also von dem Nutznießer verursacht worden sein“.

Mit dieser sehr simplen (aber falschen) Logik kann man wie auch die obigen Angaben zeigen schnell und einfach Schuldzuweisungen vornehmen.

  • Männer haben mehr Vorstandspositionen, also müssen es Männer so eingerichtet haben, dass sie mehr Vorstandspositionen haben
  • Überall sind Männer an der Macht, also muss es eine Männerorganisation geben, die die Männer an die Macht bringt (das Patriarchat).
  • Frauen bekommen die Kinder bei einer Scheidung eher, also müssen die Frauen (über den Feminismus) die Regelungen für sich gestaltet haben (auch wenn die meisten Politiker männlich sind und „Das Kind gehört zur Mutter“ auch durchaus in anderen Ideologien verbreitet ist)

Natürlich kann man auch einfach beide Seiten der Argumentation erfinden:

  • Männer profitieren von Vergewaltigungen, also haben sie die Rape Culture errichtet

Insgesamt scheint mir auch, dass dieses Argument zu stark in der Geschlechterdebatte verwendet wird. Aus einem (vermeintlichen) Nutzen einer Gestaltung für ein Geschlecht wird gleich auf dessen Verursachung durch das Geschlecht geschlussfolgert. Beide Seiten übertreiben dabei schnell die Macht der anderen Seite und stellen zu selten auf anderweitige mögliche Erklärungen ab. Es fehlt häufig sowohl die Prüfung der eigentlichen Diskriminierung als auch des Verursachers. Auf Seiten des Maskulismus werden mir hier insbesondere auch konservative Kräfte unterschätzt, die auch einiges an Frauenförderung vornehmen. Auf feministischer Seite steigt man häufig von vorneherein nicht wirklich in eine wirkliche Argumentation ein, sondern leitet aus Unterschieden an sich nach starren Schemata her, dass diese durch Männer verursacht worden sind, weil sie ihnen als herrschender Gruppe zugute kommen.

 

 

 

 

Sexuelle Selektion: Vererblichkeit

Gerade wurden wieder einige Diskussionen über sexuelle Selektion geführt. Dabei scheint mir, dass vielen noch nicht ganz klar ist, dass sexuelle Selektion etwas hoch biologisches ist und dessen Endprodukt damit auch.

Sexuelle Selektion bedeutet in der intersexuellen Variante, dass Mitglieder eines Geschlechts ein biologisch abgespeichertes Partnerwahlkriterium entwickeln. Die Information, welche Anzeichen für einen günstigen Partner sprechen, müssen dafür in den Genen verhalten sein. Sie werden dann auch auf diesem Weg vererbt.

Deren Produkt sind

  • auf der einen Seite ein Partner, der ein bestimmtes Merkmal oder eine bestimmte Eigenschaft aus biologischen Gründen attraktiv findet
  • auf der anderen Seite das andere Geschlecht, in dem dieses Merkmal immer stärker ausgeprägt wird, da Wesen, die eine starke Ausprägung dieses Merkmals zeigen, eher als Sexualpartner gewählt werden und dies wiederum auch von höherwertigen Partnern, wenn auch andersrum eine Selektion stattfindet.

Wenn ein Merkmal sich in einer Gruppe sehr stark durchgesetzt hat, dann kann sich der Prozess selbst stabilisieren: Einen Partner zu wählen, der dem Schema nicht entspricht, bedeutet, dass die eigenen Kinder diesem Merkmal nicht entsprechen werden und daher innerhalb der Gruppe schlechtere Partneraussichten haben. Selbst wenn die Ursprungssituation, die eine Selektion begünstigt hat, nicht mehr fortbesteht, kann damit der Prozess selbst, der eine entsprechende Auswahl begünstigt, anhalten.