Konstruktivismus, Frames und objektive und subjektive Wahrheiten

Im Konstruktivismus geht es laut Wikipedia um das Folgende:

Konstruktivismus nennen sich mehrere Strömungen in der Philosophie des 20. Jahrhunderts. Aufgrund des gemeinsamen Namens werden sie oft irrtümlich für übereinstimmend gehalten. Die meisten Varianten des Konstruktivismus gehen davon aus, dass ein erkannter Gegenstand vom Betrachter selbst durch den Vorgang des Erkennens konstruiert wird. In der Fachsprache der Philosophie ausgedrückt, nehmen sie damit eine nominalistische Position zum Universalienproblem ein.

Während im Radikalen Konstruktivismus die menschliche Fähigkeit, objektive Realität zu erkennen, mit der Begründung bestritten wird, dass jeder Einzelne sich seine Wirklichkeit im eigenen Kopf „konstruiert“, glauben Anhänger des Erlanger Konstruktivismus an eine gemeinsame Konstruktionsweise: dass es mit Hilfe einer besonderen Sprach- und Wissenschaftsmethodik möglich sei, „das naive Vorfinden der Welt“ zu überwinden und durch „methodische Erkenntnis- und Wissenschafts-Konstruktion“ zu ersetzen.

Wesentliche Übereinstimmungen sind:

Bei aller Unterschiedlichkeit der disziplinären Herkunft einzelner Ansätze können folgende Gemeinsamkeiten festgehalten werden:[1]

  • Im Zentrum stehen nicht ontologische WAS-Fragen, sondern epistemologische WIE-Fragen, d. h. es geht im Kern nicht um das Wesen der Dinge, sondern um den Prozess und die Entstehung ihrer Erkenntnis.
  • Maßgeblich ist die Orientierung am Beobachter bzw. an der erkennenden Instanz und nicht an der beobachterunabhängigen „Realität“.
  • Abschied von der Vorstellung einer absoluten Wahrheit und einer empirischen Objektivität, weil der Beobachter nicht als unabhängig von der Erkenntnis angesehen werden kann.
  • Interesse an der Differenz und Pluralität von möglichen bzw. wirksamen Wirklichkeitsauffassungen.
  • Autonomie des Beobachters aufgrund der Selbstregelung, -steuerung bzw. -organisation der erkennenden Instanz.
  • Erkenntniswert von zirkulären und paradoxen Denkfiguren im Zusammenhang mit dem Phänomen der Rekursion.

Es lässt sich also zusammenfassend sagen, dass der Konstruktivismus die Erschaffung eigener Realitäten, Dimensionen oder sogar Fähigkeiten behandelt, die durch das eigene Erkennen oder den Glauben an diese Realitäten, Dimensionen oder Fähigkeiten erst entstehen. Dadurch nimmt jeder Mensch die Welt anders wahr, da das menschliche Unterbewusstsein Dinge hervorhebt oder sogar neu in das Sichtfeld einfügt, die ihm als wichtig erscheinen. So kann der Mensch seiner eigenen Wahrnehmung theoretisch gesehen nicht trauen, da diese immer in geringem Maße verzerrt ist, da auch jede Person von verschiedenen Menschen verschieden wahrgenommen wird.

Der Genderfeminismus ist eine solcher (radikaler) Konstruktivismus. In diesem gibt es keine Realitäten, sondern alles ist konstruiert, weswegen auch Biologie, die eben solche Realitäten vorgibt, auch mit diesen (radikalen) Theorien nicht in Übereinstummung zu bringen ist.

Vom Konstruktivismus abzugrenzen ist aus meiner Sicht die Frage, wie wir bestimmte Situationen bewerten können, bei denen man nur eine unvollständige Informationslage hat und teilweise auch nur haben kann.

Hier kann es aus meiner Sicht so etwas wie „subjektive Wahrheiten“ geben. Es gibt zwar eine objektive Wahrheit, die jedoch für die Personen nicht zu ermitteln ist

Dieses Nichtwissen wird von unserem Gehirn gerne durch aus dessen Sicht naheliegende mögliche Kausalketten geschlossen. Wie die jeweiligen Fakten interpretiert werden kann dabei stark davon abhängen, welchen Frame man anlegt, mit welcher Grundhaltung man also an die Sache herangeht.

Dazu ein Beispiel:

Weil radikale Feministinnen jede Handlung von Männern in den Kontext Unterdrückung einordnen, sehen sie auch viel mehr Unterdrückung. Das diese nicht in dem Ausmaß da ist, bedeutet nicht, dass das Verhalten der Männer immer richtig ist, es kann sein, dass sie Handlungen eine falsche Motivation zuordnen, ihnen die negativen Beispiele stärker auffallen oder die Sachzusammenhänge falsch deuten.
Beispielsweise kann man ein männliches Auftreten als etwas sehen, was Rollen festlegt und die Frau unterdrückt oder als etwas, was von den Frauen stark nachgefragt wird. Dann fällt der Unterdrücker aber eben raus. Das Verhalten an sich kann trotzdem gut oder schlecht sein.

Konstruktivismus wäre die These, dass das Verhalten von Männern und Frauen auf einer Unterdrückung der Männer durch die Frauen beruht und bei einer Umgestaltung dieser sich das Verhalten ändern würde.

Die reine Frage, wie man etwas wahrnimmt, ist insoweit noch kein Konstruktivismus. Sie ist eine Folge unseres Gehirns, das eben mit zahlreichen Fehlern ausgestattet ist und Ereignisse nicht unbedingt wahrheitsgetreu wie eine Kamera aufnimmt, sondern filtert und interpretiert und dann teilweise auch in dieser bereits modifizierten Version abspeichert.

 

Hier kann also etwas entstehen, was für den anderen subjektiv richtig ist, aber eigentlich Falsch ist.

Insofern kann die eigene Wahrnehmung und insbesondere die Interpretation von Fakten sehr trügerisch sein. Was auch einer der Gründe dafür ist, dass entsprechende Menschen mit einem sehr starken Frame überall Unterdrückung sehen

37 Gedanken zu “Konstruktivismus, Frames und objektive und subjektive Wahrheiten

  1. Wenn es keine Realitäten mehr gibt, ist es kein Konstruktivismus sondern Idealismus. Hier muss man also Unterscheiden.
    Linke femistinnen lassen sich bestimmt nicht gerne nachsagen, das Ihr Konstruktivismus ein Rückfall in den Idealismus ist.

    • Im subjektiven Idealismus geht man allerdings davon aus, daß es keine objektive Erkenntnis geben könne, da im menschlichen Geist schon gewisse Dinge präformiert sind wie Zeit und Raum.

      Also diese Idealisten leugnen keineswegs eine äußere objektive Realität.

      Ist mir sowieso allet scheißejal dieser Philosophenmüll: Als ob irgendwelche depperten Feministinnen mal eben sich den Konstruktivismus angeeignet hätten und daher so viel Müll verzapften.

      Eine naive Sicht, die typisch ist für unsere Gesellschaft, die die psychischen Hintergründe nicht sehen will.

      Wenn eine Feministin ständig Unterdrückung fühlt und daran leidet, dann hat es diese Unterdrückung tatsächlich gegeben. Es ist wohl leicht, bei jeder Feministin einen tyrannischen Vater zu entdecken.

      Ist es ein Wunder, daß Esoterikern Antje Schrupp davon berichtet, genau solch einen Vater gehabt zu haben, in dessen Auftrag sie von ihrer Mutter geschlagen wurde?

      Wie lange weigert man sich noch, die wirklichen Ursachen der menschlichen Destruktivität zur Kenntnis zu nehmen?

      Ein Tip: So lange, wie man es für sein eigenes Leben nicht wahrhaben möchte.

      • @JTK

        *Es ist wohl leicht, bei jeder Feministin einen tyrannischen Vater zu entdecken.*

        Und bei mir?

        Eine tyrannische Mutter, Großmutter, Kindergärtnerin oder Deutschlehrerin?

        Ich fühle mich auch total gelö…äh…unterdrückt und leide darunter!

        • @ Borat

          *Und bei mir?*

          Das darfst Du dem Captain jetzt aber nicht entgegenhalten!

          Er leugnet ja nicht, dass auch Mütter missbrauchen.

          Er leugnet nur, dass ein Mensch auch ganz ohne elterlichen Missbrauch ein Arschloch sein kann.

          Wenn Du also ein maskulimimiministisches sexistisches Arschloch sein solltest („emotional unreif“ wie der sehr, sehr reife Leszek sagen würde, überreif geradezu), dann ist Kirk der allererste, der Deine Mama auf’s Rad flicht für dieses Vergehen und mit dem Knüppel ihre Knochen bricht.

          Nein, da isser ganz gerecht, der Kirk.

          Eigentlich sind ja angesichts der Zustände hinnieden alle Eltern scheiße, is‘ ja keiner so ganz gesund.

          Auch der Kirk nicht.

          Eigentlich sollte sich die Menschheit vom Acker machen und die Vermehrung einstellen.

          Die Ameisen auf meiner Terrasse warten schon auf ihren großen Tag.

        • Hallo Stalin Roslin, altes Haus,

          lies doch bitte folgendes Buch: „Am Anfang war Erziehung“ von Alice Miller.

          Das wird bestimmt sehr interessant sein für dich. Wer als Kind Liebe und Respekt erfahren hat, wird nicht zum Arschloch. Ist doch recht einfach zu verstehen – bedroht allerdings die vertraute Abwehr.

          Richtiger ist es, daß so gut wie jeder Mensch traumatische Kindheitserfahrungen hat und daher entsprechend selbst-/destruktiv agiert.

          Die Verdrängung ist aber die eigentliche Ursache der Destruktivität, nicht die Mißhandlungen als solche. Ein Kind kann auf die Mißhandlungen leider nicht angemessen reagieren wie ein Erwachsener. Die Verdrängung rettet dem Kind zwar das Leben, später zerstört sie das Leben aber.

          In der Tat mißhandeln natürlich auch viele Mütter. Woher sollte sonst der Frauenhaß überall auf der Welt kommen? Auch viele „Maskulisten“ haben traumatische Muttererfahrungen, sodaß sie sensibler sind für die ganze Frauenbeweihräucherung heute.

  2. *Weil radikale Feministinnen jede Handlung von Männern in den Kontext Unterdrückung einordnen, sehen sie auch viel mehr Unterdrückung.*

    Unterdrückung ist eine Konstruktion.

    Es gibt größere und kleinere „Konstruktionen“, welche die sich besser mit der Realität abgleichen lassen und welche wo das schlechter geht.

    Das feministische Konstrukt Unterdrückung ist ein Fehlkonstrukt, eine Projektion, gemessen am evolutionären Erfolg.

    Das Konzept Unterdrückung muss zudem durch viele Hilfskonstrukte gestützt werden.

    Überall wo Unterdrückung passiert ist die evolutionäre Produktivität abgesenkt, der Mensch dezimiert sich.

    Unterdrückung ist ein Auslaufmodell, sie stirbt immer wieder aus.

  3. (1) „Der Genderfeminismus ist eine solcher (radikaler) Konstruktivismus.“

    (2) „Weil radikale Feministinnen jede Handlung von Männern in den Kontext Unterdrückung einordnen, sehen sie auch viel mehr Unterdrückung.“

    Identifizierst du den Genderfeminismus mit dem radikalen Feminismus? Wenn man davon ausgeht, müsste man m.e. Folgendes festhalten:

    Wenn der Genderfeminismus eine Variante des Konstruktivismuses wäre, dann müsste Aussage (2) gerade unter konstruktivistischen Gesichtspunkten das Konstrukt vom unterdrückenden Mann ständig hinterfragt werden.

  4. @ christian

    Finde ja die Versuche männlicherseits, aus dem feministischen Symptomenkomplex eine konsistente, kohärente Ideologie zu zimmern – eine Mühe, der sich Feminist.I.nnen von vorneherein nicht unterziehen – immer wieder, na, rührend.

    Feminismus ist nichts anderes als die Rationalisierung eines ganz ordinären weiblichen Egoismus als gut und gerecht plus „empauernde“ Bewältigung des tiefsitzenden Minderwertigkeitsgefühls gegenüber Männern („Wir sind schwach, wir leisten weniger, weil wir so gut und Männer so böse sind!“).

      • @ Christian

        Ich weiß, dass ich bis zu einem gewissen Grade „Konstruktivist“ bin, wie jeder Mensch.

        Kann auch gar nicht anders sein, da wir nicht das Ding an sich wahrnehmen können, sondern nur das, was als Repräsentanz davon in unserem ZNS ankommt.

        Das gibt mir aber nicht die Freiheit, die Existenz einer objektiven Realität zu verleugnen, davon auszugehen, dass unsere Wahrnehmungsprozesse allesamt „falsche“ Ergebnisse liefern etc.

        Auch hier macht übrigens die Dosis das Gift.

        Zu naive Realtiätsgläubigkeit ist Gift.

        Zu radikale Realitätsskepsis auch (immerhin haben uns unsere Wahrnehmungen so „wahr“ informiert über die „Welt da draußen“, dass wir in ihr Überleben konnten).

        Konstruktivismus à la femme ist oft nichts anderes als schick eingekleidetes WUNSCHDENKEN, befreit von der Pflicht, sich durch Empirie an der Realität messen zu lassen, weil die ja nur konstruiert ist und daher nach meinem Gusto umgestrickt werden kann.

        DIE KAISERIN IST NACKT, auf eine so beschämend vulgäre Weise, dass es für mich ein Zeichen ungeheuerlicher intellektueller Korruption ist, wenn so viele moderne/postmoderne „Geisteswissenschaftler“ das nicht offen ausprechen.

        Entweder weil sie zu blöd sind oder Komplizen.

        Ich kann darauf nur noch mit Verachtung reagieren, die mal amüsiert war, aber zunehmend ungeduldiger wird, je weiter dieses geistige Korruption sich ausbreitet und selbstgefällig spreizt, je wütender sie ihre einmal eroberten Pfründen verteidigt und nach immer neuen schnappt.

        Mit immer hanebücheneren, immer blöderen Begründungen.

        Es ist grotesk.

        Und das alles lebt von den Steuergeldern, die vor allem Männer erschuften.

        • „Das gibt mir aber nicht die Freiheit, die Existenz einer objektiven Realität zu verleugnen, davon auszugehen, dass unsere Wahrnehmungsprozesse allesamt “falsche” Ergebnisse liefern etc.“

          Katholizismus, Katholizismus, Katholizismus…

        • „Und das alles lebt von den Steuergeldern, die vor allem Männer erschuften.“

          Frauen spülen durch ihre Konsumorgien immerhin jährlich Milliarden an Umsatzsteuer in die Staatskasse.

        • „Ich weiß, dass ich bis zu einem gewissen Grade “Konstruktivist” bin, wie jeder Mensch. Kann auch gar nicht anders sein, da wir nicht das Ding an sich wahrnehmen können, sondern nur das, was als Repräsentanz davon in unserem ZNS ankommt.“

          Ja, auch hier kommt man ohne ein VErständnis davon, dass wir eben kein von unser biologie losgelöstes vollkommen rationales Wesen haben nicht weiter

          „Konstruktivismus à la femme ist oft nichts anderes als schick eingekleidetes WUNSCHDENKEN, befreit von der Pflicht, sich durch Empirie an der Realität messen zu lassen, weil die ja nur konstruiert ist und daher nach meinem Gusto umgestrickt werden kann.“

          Ja, zum ganz großen teil sehe ich das auch so. Diese THeorien sind einfach sehr simple Vorstellungen davon, wie und warum Menschen sich auf eine bestimmte Art verhalten

        • @ Adrian

          *Katholizismus, Katholizismus, Katholizismus…*

          Geh noch mal in die Klippschule und lerne den Unterschied zwischen Religion und empirischer Wissenschaft kennen.

        • @ Adrian

          *Frauen spülen durch ihre Konsumorgien immerhin jährlich Milliarden an Umsatzsteuer in die Staatskasse.*

          Ändert ja nichts daran, dass der größte Teil ihrer Konsumausgaben nicht selbst erwirtschaftet ist, sondern von Männern erarbeitet.

          Männer bezahlen also zum größeren Teil auch diese Umsatzsteuer, finanzieren einen Staat, der qua Staatsfeminismus ihre „Deprivilegierung“ = Bekämpfung fördert und propagiert.

          Männer müssen also den Kakao, durch den man sie zieht, nicht nur selbst brühen und dann auch noch saufen, nein, sie müssen ihn auch noch bezahlen, bezahlen für dieses Vergnügen.

        • @roslin

          *Zu naive Realtiätsgläubigkeit ist Gift.

          Zu radikale Realitätsskepsis auch *

          Beide Menschentypen sind aber leichter zu manipulieren, den Realitätsfanatikern zeigt man ein paar Zaubertricks und Illusionen die sie nicht als solche erkennen und den Realitätsskeptikern erzählt man Geschichten vom Patriarchat und der Unterdrückung auf ihre Plausibilitätsprüfung zugeschneidert.

          Beide klammern scheinbar auf wundersame Weise etwas entscheidendes aus: Das menschliche Gehirn, seine Leistungen, sein Sozialverhalten und vor allem seine egoistischen Motive.

          Aus mangelnder oder sogar Angst vor Selbsterkenntnis?

        • @ Adrian

          *Ich kenn den Unterschied?*

          Offenbar nicht.

          Wissenschaft beantwortet die Frage nach dem, was ist, registriert das Seiende, soweit es unseren Sinnesorganen/Messgeräten zuganglich ist und versucht daraus vernünftige Schlüsse abzuleiten.

          Religion beantwortet Sinnfragen, die Frage nach einem Woher, wohin Wissenschaft nicht reichen kann, nur Glaube, die Frage nach einem Wohin, wohin Wissenschaft nicht reichen kann, nur Glaube, die Frage nach einem Warum/nach einem Sinn, die Wissenschaft nicht beantworten kann, nur Glaube.

          *Und Du?*

          Ja, ich glaube als Katholik, eine katholische Wissenschaft gibt es nicht.

          So wenig wie eine feministische, marxistische oder dekonstruktivistische etc.

          Es gibt nur gute oder schlechte Wissenschaft und „Wissenschaft“ = anmaßendes Geschwätz von Gläubigen, die nicht einmal wissen, dass und inwieweit sie Gläubige sind, darunter viele Geistes- und Sozial“wissenschaftler“.

        • @ Roslin
          „Religion beantwortet Sinnfragen, die Frage nach einem Woher“

          Nein, das tut sie nicht. Sie stellt eine nicht beweisbare Behauptung auf, verkauft sie als Wahrheit und versucht damit, das Leben irdische Geschöpfe zu reglementieren, und zwar ALLER, nicht nur das ihrer Mitglieder.

        • @ Adrian

          „Sie stellt eine nicht beweisbare Behauptung auf, verkauft sie als Wahrheit und versucht damit, das Leben irdische Geschöpfe zu reglementieren, und zwar ALLER, nicht nur das ihrer Mitglieder.“

          Ich kann zwar Deine Abneigung gegen Religionen verstehen und nachfühlen aber, daß Du Dich dazu einer Beschreibung von Genda bedienst, finde ich schon bemerkenswert. 🙂

  5. Wären Feminist.I.nnen konsequente Konstruktivisten, dann müssten sie ja die Konstruiertheit ihrer eigenen „Weltanschauung“ einräumen.

    Damit entfiele jede Basis für reale Frauenprivilegierung/-förderung, denn niemand könnte entscheiden, ob nicht tatsächlich radikale Maskulinisten Recht haben, die Männer als von Frauen unterdrückte, ausgebeutete, geformte Wesen sehen.

    Warum soll deren Konstruktion ungültiger sein als die feministische?

    Konstruktivismus ist für Feminist.I.nnen nur deshalb interessant, weil der den Versuch, jeden Unsinn, der dem eigenen Egoismus dient, durch eine philosophisch klingende Nomenklatura zu adeln, dienlich ist.

    Feministischer Konstruktivismus ist nie und nimmer als ernst zu nehmende philosophische Haltung zur Welt gemeint.

    Denn dann müsste man ihn ja auf die eigenen Konstruktionen der Wirklichkeitsdeutung genauso konsequent anwenden.

    Er ist nur als schickes Dekorum in der heute gängigen Zeitgeistmode gedacht, ein Dekorum, das den ordinären Egoismus, ein spezifisch weiblicher Egoismus (orientiert an ihren spezifischen Interessen) verunklären und bemänteln soll.

    • @roslin

      „Wären Feminist.I.nnen konsequente Konstruktivisten, dann müssten sie ja die Konstruiertheit ihrer eigenen “Weltanschauung” einräumen.“

      Nur wenn sie konsequente Konstruktivisten sind. Aber ihre Theorie ist eben eine Aufdeckung der objektiven Wirklichkeit, die nicht konstruiert sein kann.

      • @ Christian

        *Aber ihre Theorie ist eben eine Aufdeckung der objektiven Wirklichkeit, die nicht konstruiert sein kann.*

        Aha.

        Wo decken sie die objektive Wirklichkeit auf?

        Wie tun sie das?

        Durch Empirie?

        Ist mir völlig entgangen.

        Sie versuchen durch konstruktivistisches oder aus anderen Zusammenhängen herausgeklaubtes Geschwalle in einem „Bildungsjargon“ eine „objektive Wirklichkeit“ zu etablieren, die alles mögliche, nur nicht „objektiv“ ist.

        Der Bildungsjargon ersetzt die Empirie, schüchtert den unbedarften Leser/Zuhörer ein, spiegelt eine Gelehrsamkeit vor, die entweder nicht vorhanden ist oder nichts taugt.

        Die „objektive Wirklichkeit“, die Feminist.I.nnen aufdecken, ist allein Ausdruck ihres Wunschdenkens, dazu dienlich, ihren feminim-feministischen Egoismus zu fördern, ihn „vernünftig und gerecht“ erscheinen zu lassen und die Wunden zu heilen, die die objektive Realität ihrem fragil-vulnerablen Ego ständig schlägt.

          • @Roslin

            Wobei:
            Wäre nicht die richtige Frage dann:
            Warum glaubt ihr, dass euer Erklärungsmodell der Konstruktion der Wirklichkeit das zutreffende ist?

            Da könnte man ja Argumente anführen, muss nur schauen, dass man innerhalb derer nicht wieder unlautere und unbewiesene Konstruktionen zur Machtsicherung hat (Rape Culture, Gender Pay Gap etc)

        • @BasementBoi

          Natürlich ist das eine „Wissenschaftstheorie“, die der spezifischen Argumentation und den Interessen des Feminismus entgegenkommt.

          Hier z.B.: „Kritik des Anspruchs auf Wertneutralität ist für die feministische Wissenschaftstheorie daher zentral“, weil eben: „Es wird darauf verwiesen, dass auch die heutige wissenschaftliche Forschung in einem gesellschaftlichen und historischen Kontext steht und daher immer durch die Interessen und Vorurteile des Umfeldes beeinflusst wird.“

          Bedeutet übersetzt: da Männer zu allen Zeiten die a. Herrscher waren und Macht hatten, die sie vorzugsweise dazu verwendeten, alle b. Frauen über alle Zeiten hinweg zu unterdrücken und auszubeuten, ist es doch klar, dass die Interessen nur Sicherung männlicher Macht, der männlichen Privilegien, der männlichen Hegemonie, Dividende usw. usf. sind, womit Männer als sogenannte (!!!) Wissenschaftler zugleich IMMER c. die Sicherung durch „pseudowissenschaftliche“ Legitimation dieser betreiben wollen und b. Vorurteile gegen die Beherrschten haben und diese in ihre „Wissenschaft“ (lies: patriarchale W.) einfließen, welche d. dienlich sind, die beherrschten Frauen weiterhin zu unterwerfen.

          Bis hierhin habe ich dir die Lektüre einer Menge Literatur erspart.

          Aber damit es noch plastischer wird, weiter aus dem Wiki-Artikel:
          „Auch wenn es sehr verschiedene philosophische Traditionen gibt, die die Wertdurchzogenheit von Faktenurteilen betonen, wird diese Idee in der feministischen Theorie meist unter Bezug auf die Standpunkttheorie diskutiert.“ („Wertdurchzogenheit“ ist als Begriff so innovativ, er existiert nur in genau diesem Artikel – so läuft das mit dem Feminismus und der Wissenschaft)

          Das ist nämlich der eigentliche Clou, der die relativistische Suppe in Form bringt.
          „Standpunkttheorie“, Definition und Trick dieser Volte mit Hervorhebung:

          Die Auffassung, bestimmte Ideen seinen allein schon dadurch ENT- oder BEWERTET, dass sie zunächst, vornehmlich oder ausschließlich von Männern, von Frauen oder von Angehörigen bestimmter Minderheiten oder anderer sozialer Gruppen vorgetragen werden.

          Es ist selbstverständlich ebenfalls eine relativistische Auffassung. Denn nachdem ein Urteil über die soziale Realität nach radikal konstruktivistischer Lesart – wie „richtig“ oder „falsch“ – unmöglich geworden ist, haben wir ein Erkenntnis- und Urteilsproblem.
          Und die spezifische Lösung ist, es wird dieses ins subjektive verlagert. Es gibt es deshalb Subjekte oder Gruppen von Subjekten, die „bessere“ oder „schlechtere“ Erkenntnisse gewinnen können.

          Die also qua sozialer Stellung in der sozialen Realität einen privilegierten Zugang zu dieser haben.
          Dieser BESSERE Standpunkt gewährleistet eine „objektive Wahrnehmung“ der Welt und die „Objektivität“ – ergibt sich aus dem Standpunkt. Alles klar bis jetzt?
          (Für Ex-DDR Bürger: es ist einfach ein schlecht plagiierter Leninscher „Klassenstandpunkt“ – nur ohne jeden Funken empirischer Realität und Materialismus und Lenin)

          Beispiel: die gefühlt richtige Aussage einer Frau ist eine richtige
          Aussage. Das ergibt sich aus ihrer „Position innerhalb gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse“.
          Du siehst diese Aussage als falsch an und verweist auf die empirische Realität?
          Das siehst du nur so, weil du als Mann den „Standpunkt einer
          herrschenden Gruppe“ einnimmst und demnach der Versuch objektiv und wertneutral Forschung zu betreiben von vorneherein zum scheitern verurteilt sein muss (und die „empirische Realität“ ist natürlich auch nur eine patriarchale Konstruktion).
          Deshalb muss der Feminismus dich auch überwachen und ggf. strafen. Siehst du doch ein, oder?

          Es ist eine relativistische, idealistische, tautologische Wissenschaftstheorie; bewusst selbstimmunisierend gegenüber Kritik, unreflektiert und genau deshalb politisch nützlich.
          Es ist „parteiliche“ Wissenschaft – also ohne jeden Wert.

          Gruß, crumar

  6. Sagt mal Leute, geht es noch?

    Kaum ein Kommentar, in dem der so Dinge wie „Dekonstruktion“ oder „Konstruktivismus“ fallwortweise auf den Leser niederprasseln.

    Meint jemand im Ernst, dass das außerhalb (s)eines Biotopes interessiert? Ich lese gern hier, empfinde Christians Energie auch als bewundernswert, gerade auch, was die Frequenz seiner Beiträge anbelangt. Aber vielleicht ist weniger auch manchmal mehr.

    Nehmt es nicht als Angriff oder Vorwurf, sondern ggf. als Feedback. Sonst konstruiert man sich ggf. eine Blase, die die Welt außerhalb nicht die Bohne interessiert. Ups, jetzt nahm ich das Wort selbst in den Mund.

    Ich denke nicht, dass man mit theoretischer Selbstbeweihräucherung die ‚Massen‘ für sich begeistern bzw. interessieren kann. Aber ich fände es schade, würde hier ein „Special Interest-Magazine“ entstehen, aus einem Blog, der eine tolle Intention hat.

    Nun killt mich 😉

    PS: Zum Artikel

    Endlich mal eine vernünftige Erklärung zu diesem ganzen – und instabilen Irrsinn.

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