Esther Vilar: Der dressierte Mann

On Esther Vilars Buch „der dressierte Mann“ hat diese einige sehr provokante Thesen aufgestellt, die auch heute noch von vielen in der Männerrechtsszene gerne zitiert werden.

Sie nimmt dabei dort im wesentlichen eine radikale Umkehr der bisher im Feminismus verbreiteten Unterdrückung der Frau durch den Mann vor und stellt statt dessen den Mann als durch die Frau unterdrückt dar.

Ihre dort auch geäußerte Position beschreibt sie kurz in einem Interview in der Zeit:

ZEITmagazin: Umreißen Sie für die Jüngeren noch einmal Ihre Position in dieser Debatte!

Vilar: Ich fand es nicht logisch, dass wir Frauen dauernd ein Geschlecht beschimpften, das sein ganzes Leben darauf ausrichtet, einen Beruf zu erlernen, um mit diesem Beruf dann für uns und unsere Kinder zu sorgen. Da lief etwas falsch. Dabei sind es die Frauen, die über die Rollenmuster der Geschlechter entscheiden, denn bei ihnen liegt die Erziehung, die frühe Prägung. Es ging gegen meine Würde, dass wir Frauen uns zu Opfern stilisierten.

ZEITmagazin: Was Sie damals schrieben, klingt heute ziemlich drastisch: »Der Mann fühlt sich nur als Sklave geborgen. Er braucht die Frau, um sich zu unterwerfen.« Sehen Sie das immer noch so?

Vilar: Ja, und das ist nur ein Beispiel für unsere Lust an der Unfreiheit – mein großes Thema. Wir tun alles, um unsere Freiheit loszuwerden. Wenn eine Liebe endet, suchen wir die nächste, um uns darin aufzugeben. Wir machen lieber andere für uns verantwortlich.

ZEITmagazin: Ganz aktuell sind diese Probleme aber inzwischen nicht mehr.

Vilar: Ein Teil hat sich erledigt, seit mehr Frauen berufstätig sind. Nur, unter diesen berufstätigen Frauen bin ich noch keiner begegnet, die bereit wäre, von ihrem Gehalt, wie das Männer immer tun, ihren Partner und ihre Kinder zu ernähren. Ein Leben lang. Da erwartet man noch immer vom Mann 100 Prozent und von Frauen fast nichts.

ZEITmagazin: Alice Schwarzer hielt Sie für eine Verräterin. Dabei sahen Sie sich selbst als Feministin.

Vilar: Ich habe nie dafür gekämpft, dass die Frauen an den Herd zurückkehren. Ich wollte Arbeitszeitmodelle einführen, die es beiden Geschlechtern erlauben, zu arbeiten und Zeit zum Leben zu haben. Kürzere Arbeitszeiten, aber Arbeit für alle: Das wäre für beide Seiten das Beste. Nur dass die Männer, die darauf dressiert worden sind, zu arbeiten, das nicht sehen. Für die ist es eine Katastrophe. Aber dann müssen sie sich eben umgewöhnen.

 

61 Gedanken zu “Esther Vilar: Der dressierte Mann

  1. Vilar:

    „Dabei sind es die Frauen, die über die Rollenmuster der Geschlechter entscheiden, denn bei ihnen liegt die Erziehung, die frühe Prägung. Es ging gegen meine Würde, dass wir Frauen uns zu Opfern stilisierten.“

    Tun sie nicht mehr (ABER AUCH NICHT WENIGER) als die Männer.

    Und beide weniger als die Natur (oder Gott oder die Evolution oder das blinde Verhängnis), die Frauen zu Bauchbrütern gmacht und ihnen die Titten verpasst hat.

    Basta.

    „Wir tun alles, um unsere Freiheit loszuwerden.“

    Viele tun vieles dazu, denn Freiheit macht Angst, Verantwortung macht Angst. Ich glaube, Frauen haben mehr Angst als Männer, im Schnitt.

    „Nur, unter diesen berufstätigen Frauen bin ich noch keiner begegnet, die bereit wäre, von ihrem Gehalt, wie das Männer immer tun, ihren Partner und ihre Kinder zu ernähren. Ein Leben lang.“

    Bin auch noch keiner begegnet. Im Gegenteil. Männer, die erkennen lassen, dass sie versorgt werden müssen, selbst nicht versorgen können, haben beste Aussichten, Ladenhüter zu werden, ohne Chance, ihre Gene (und Eigenheiten) weiter zu geben.

    Den „Neuen Mann“ kann es nicht geben, solange es die „Neue Frau“ nicht gibt und umgekehrt.

    Beide gibt es nicht.

    Es gibt nur die alten Ausnahmen von einer uralten Regel.

    Die weder Männer noch Frauen formuliert haben.

    Deren Imperativ sie aber grosso modo folgen müssen.

    Wenn sie auch nur auf Erden dauern wollen.

    „Ich wollte Arbeitszeitmodelle einführen, die es beiden Geschlechtern erlauben, zu arbeiten und Zeit zum Leben zu haben. Kürzere Arbeitszeiten, aber Arbeit für alle: Das wäre für beide Seiten das Beste. “

    Das wäre wohl das Beste, aber nur in Lummerland.

    Denn in der Realität sind beide Geschlechter mit ihrer ganzen Psyche auf verschiedene Zwecke hin optimiert worden, im Schnitt.

    Weshalb möglichst viel Entscheidungsfreiheit und Gleichberechtigung für alle Beteiligten das Beste wäre innerhalb eines unparteiischen Staates, der es denen, die zusammenkommen wollen, überlässt, ihr Zusammensein zu organisieren.

    Aber vielleicht überfordert so viel Freiheit und Selbstverantwortung letzten Endes den druchschnittlichen Menschen.

    Weshalb sie nicht gewährt/erreicht wird.

    Dann landen wir mittel- bis langfristig wieder bei einer Familien- und Gesellschaftsstruktur, die Feminist.I.nnen „patriarchal“ nennen.

    Und können dabei noch froh sein, wenn wenigstens eine Art von Demokratie samt Rechtsstaat erhalten bleibt.

    Denn dass es in der Regel anders war und anders geht, das beweisen die hinter uns liegenden Jahrtausende.

  2. Du unterdrückst mich!

    Nein du!

    Du unterdrückst mich doller!

    Du unterdrückst mich immer zweimal mehr als ich!

    Soviel zum infantilfeministischen Unterdrückungsmantra, das leider zeitgeistiges Allgemeingut ist im Westen.

    Es gab nie nennenswerte und langandauernde einseitige „Unterdrückung“, da diese zu einem evolutionären Nachteil und zu Dezimierung gegenüber Gesellschaften die damit weniger Ressourcen verschwenden wird.

    Wir sehen es im Westen, dessen Urbevölkerung ausstirbt.

    • @ Borat

      „Wir sehen es im Westen, dessen Urbevölkerung ausstirbt.“

      Was wir im Moment in den entwickelten
      Gesellschaften erleben, wurde in den
      1950 mit einem Experiment mit Mäusen
      gemacht.
      Randbedingungen: Beginn mit kleiner
      Population, anfänglich keine Limitierung
      der Ressourcen, aber Räumliche grenzen.
      Endresultat: Population stirbt aus.

      http://www.returnofkings.com/36915/what-humans-can-learn-from-the-mice-utopia-experiment

      *It is fascinating yet terrifying to think that without the hardships of life, a species cannot survive.

      Gender roles are vital in a social species, without that the break down of these lead to sub replacement fertility, depopulation, and finally, extinction.*

      • @Red Pill

        *It is fascinating yet terrifying to think that without the hardships of life, a species cannot survive.*

        Der wesentliche Punkt.

        Der Mensch ist abhängig von seiner Umwelt, sie ist seine Orientierung, seine Referenz.

        Ohne die Anforderungen/Härten seiner Umwelt verliert der Mensch die Orientierung, stirbt aus.

        Er ist viel mehr fremdbestimmt, seine „freien“ Entscheidungen sind viel mehr determiniert durch seine Umwelt, er ist Veränderungen in seiner Umwelt viel mehr Ausgeliefert als er es bewusst Erkennt oder glauben will.

        So offenbart sich „Befreiung“ und „Selbstbestimmtheit“ als eine narzisstische Todesfalle.

        • @ Adrian

          *Wen kümmert das Überleben der Spezies? Freiheit ist zumindest mir wichtiger.*

          Deine Freiheit existiert aber nicht voraussetzungslos. Sie hängt ab von Frieden, einem gewissen (Massen-)Wohlstand, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit.

          All das wird gefährdet, wenn das Stressniveau in einer Gesellschaft wächst, etwa durch demographische Implosion einer Population und deren Austausch durch neue, fremde, die sich mit den noch verbliebenen Alteingesessenen reiben und diese sich an ihnen, die sich untereinander reiben (z.B. Araber gegen Türken, Kurden gegen Türken, Sunniten gegen Schiiten, Katholiken gegen Protestanten, besonders wenn die verschiedenen kultruellen Orientierungen auch noch von Vertretern verschiedener extendierter Familien, die wenig mit einander verwandt sind, gehalten werden, aber selbst ohne das können die Spannungen gewaltig sein), die sich um so schwerfälliger aneinander anpassen, je fester eingewurzelt Parallelgesellschaften werden, je größer diese werden (durch Binnenwachstum/Zuwanderung), gerade gegenüber der schwindenden Gesellschaft der Alteingesessenen.

          Die sich umso bedrohter fühlen werden – ZWANGSLÄUFIG – je mehr sie schwinden.

          Um so aggressiver wird die Stimmung innerhalb der diversen Gruppen und zwischen diesen Gruppen.

          Ja nicht mal zu Unrecht, sieht man sich an, wie Mehrheiten Minderheiten immer wieder behandeln, wenn die Zeiten rauer werden, das Klima „kalt“.

          Diversität + Nähe = Bürgerkrieg.

          Immer wieder und wieder und wieder.

          Das ist die Regel.

          Wenn dann auch noch der Wohlstand schwindet, die Gegensätze zwischen arm und reich wachsen, die Zahl der vom Absturz Bedrohten wächst, die solidaritätserzeugenden Haltungen bekämpft/pathologisiert werden (Religion, Patriotismus, das Wohlgefühl, unter den „Verwandten“ einer extendierten Familie zu leben, die – idealerweise – für einander einstehen sollten), ohne dass sie durch taugleiche andere ersetzt werden können, erst recht.

          Auf solche Zeiten steuern wir zu.

          Was dann noch von Deiner Freiheit übrig bleiben mag – wir (oder Deine Enkel, spätestens die) werden sehen.

          Wir bauen mit Fleiß und unter Anleitung weltfremder Utopisten/Egalitaristen/Profitmaximierer der kurzsichtigen Art/Konsumhedonisten eine Desastermaschine auf.

        • „Wir bauen mit Fleiß und unter Anleitung weltfremder Utopisten/Egalitaristen/Profitmaximierer der kurzsichtigen Art/Konsumhedonisten eine Desastermaschine auf.“

          Du hast die Kulturmarxisten vergessen 😀

        • @adrian

          *Das ist zumindest der Deal.*

          Den Deal kannst du jetzt schon fast haben.

          Auf in kaum oder nichtbesiedelte, unwirkliche Welten, wo der ganze Mann gefordert ist, alleine mit dem Überleben.

          Berlin ist doch (noch) Kindergarten.

          Viel Erfolg.

  3. „Ja, und das ist nur ein Beispiel für unsere Lust an der Unfreiheit – mein großes Thema. Wir tun alles, um unsere Freiheit loszuwerden. Wenn eine Liebe endet, suchen wir die nächste, um uns darin aufzugeben. Wir machen lieber andere für uns verantwortlich.“

    Je nachdem was man unter „Freiheit“ versteht. Individualismus ist auch eine Art „Freiheit“, macht mich aber auf Dauer nicht glücklich. Ich habe eine Familie und das ist Bindung. Es ist keine Freiheit aber bin ich deswegen unglücklich? Nein.

    • @ geisha

      Bindung kann ja etwas selbstbestimmtes sein…eine freie Entscheidung…etwas ganz anderes als Bindung aus existentieller Notwendigkeit (Kleinkind) oder aus Pflichtgefühl oder schlechtem Gewissen (Xanthippenopfer).

      „Sokrates fand eine Frau, wie er sie brauchte, – aber auch er hätte sie nicht gesucht, falls er sie gut genug gekannt hätte: so weit wäre auch der Heroismus dieses freien Geistes nicht gegangen. Tatsächlich trieb ihn Xanthippe in seinen eigentümlichen Beruf immer mehr hinein, indem sie ihm Haus und Heim unhäuslich und unheimlich machte: sie lehrte ihn, auf den Gassen und überall dort zu leben, wo man schwätzen und müßig sein konnte und bildete ihn damit zum größten athenischen Gassen-Dialektiker aus: der sich zuletzt selber mit einer zudringlichen Bremse vergleichen musste, welche dem schönen Pferde Athen von einem Gotte auf den Nacken gesetzt sei, um es nicht zur Ruhe kommen zu lassen.“

      – Friedrich Nietzsche, Menschliches, Allzumenschliches

      😉

      • @Ratloser

        Ich meinte die Bindung aus freier Entscheidung, die eigene Freiheit zu verlieren um für die anderen, die man liebt, immer da zu sein. Nur so kann Bindung glücklich machen. Ich habe auch vom Glück geschrieben. Bindung aus Not macht nicht glücklich. 🙂

  4. Allgemeines: dass man das Buch „Der dressierte Mann“ als PDF-Datei aus dem Netz herunterladen kann, das wissen sicher viele.

    Vielleicht ist etwas weniger bekannt, dass das Video, ein Streitgespräch zwischen Esther Vilar und Alice Schwarzer, von dem lange nur Ausschnitte zu Verfügung standen, inzwischen als ganze Sendung gesehen werden kann.
    http://www.youtube.com/watch?v=y24CRiaOly8

    PS. Wenn mich mein Gedächtnis nicht täuscht, dann wurde es dort entdeckt → http://susannekablitz.wordpress.com/

    • @ BRD

      „Vielleicht ist etwas weniger bekannt, dass das Video, ein Streitgespräch zwischen Esther Vilar und Alice Schwarzer, von dem lange nur Ausschnitte zu Verfügung standen, inzwischen als ganze Sendung gesehen werden kann.“

      Manchmal ist das Internet doch ein Segen 🙂 .
      Ich hab mir die Sendung in der Mittagspause reingetan und war begeistert. Ich kannte Esther Vilar nicht und stellte sie mir immer als erfahrene, schon ergraute Frauenrechtlerin der frühen Stunde vor.
      Und dann sitzt da dieses zierliche Mädchen mit diesem feinen Stimmchen und weiß jedes Argument der Schwarzgeld-Alice zu kontern – und zu schweigen, wo es nur zu einem schmutzigen Schlagabtausch kommen würde.

      Gut, ich bin voreingenommen. Aber ich weiß ein gutes Streitgespräch zu schätzen, wie einen guten Wein, eine hübsche Frau, oder ein gelungenes Gemälde.

  5. Das Buch ist und bleibt ein Meisterwerk der Polemik, mit einigen sehr kernig formulierten Wahrheiten über die Dummheit von Frauen und die Infantilität von Männern.

  6. Es gibt keine Unterdrückung von Frauen. Sie haben es im Leben leichter. Deshalb können sie es sich ja auch leisten, beständig gackernd und kichernd, in unpraktischer Kleidung, und geschminkt wie ein Clown durchs Leben zu laufen – und das stets enervierend langsam, weil sie es kaum jeh eilig haben müssen.

    • @ Adrian

      *Es gibt keine Unterdrückung von Frauen. Sie haben es im Leben leichter. *

      Aber sie FÜHLEN, dass sie es schwerer haben, sie FÜHLEN sich unterdrückt.

      Eine inkonsistente, misandrische Ideologie lehrt sie das, eine misandrische Kultur bestärkt sie darin.

      Außerdem ist es sehr sinnvoll, sich unterdrückt zu FÜHLEN, wenn man es sich bequem machen will.

    • Da liegst du aber völlig daneben, Adrian. Frauen haben es oft genauso eilig wie Männer, nur sind sie es, die die Kunst beherrschen, den stressigen Alltag zu bewältigen und gleichzeitig umwerfend auszusehen 😉

      Aber mal ernsthaft: ich würde ich dir die Bildersuche auf Google empfehlen, damit du mal den Unterschied siehst zwischen dezenten Tages-Make-Up und Clowns-Bemalung. Man lernt ja nie aus…

      • Ich streite mit Dir nicht: Weibliches Auftreten, Lebenserwartung, Erwerbseinkommen und Konsumausgaben sind mehr als genug Indizien um die These von der ach so gestressten Durchschnittsfrau zu widerlegen.

        Frauen sind auch kaum je so verzweifelt, dass sie so tief sinken, in der Öffentlichkeit zur Mittagszeit eine Pulle Bier mit sich herumzutragen.

    • Adrian, an Dir ist ein Fundamentalist(tm) verloren gegangen 😀

      @Stephi:
      Kommt wohl auf die Region an, ich sehe fast täglich jede Menge Frauen mit Clowns-Gesichtern oder nahe dran 😛

        • „Genau, und da findest du auch “echte” Liebe… *hust*“

          Jack Nicholson sagt: «Ich zahle nicht für Sex, sondern dafür, dass die Frau danach wieder verschwindet.»

        • @Stephi

          *Genau, und da findest du auch “echte” Liebe… *hust**

          Also ich kenne immer mehr Männer die von der echten Liebe und davon dass die ja kein Geld kostet nach ihren Scheidungen nichts mehr wissen wollen.

          Klar, die sind halt so Stoffel wie ich wenn die mit mir überhaupt reden so dass die Frauen gar nicht anders konnte als sie zu hassen, das frisch renovierte Haus einzuklagen und alles Geld was sie bekommen konnten zu nehmen.

    • Klasse Analyse:

      „Es gibt keine Unterdrückung von Frauen. Sie haben es im Leben leichter. Deshalb können sie es sich ja auch leisten, beständig gackernd und kichernd, in unpraktischer Kleidung, und geschminkt wie ein Clown durchs Leben zu laufen“

      Dem kann ich nur zustimmen und stelle rückblickend fest, dass die meisten meiner Freundinnen sich weder schminkten, noch clownesk verhielten. Und wir lachten immer herzlich über die „Tuschkästen“ die überschminkt umherliefen – und nicht wunder dachten, was und wer sie nun sind.

      Selbst bei in Unfrieden ergrauten ‚Gestaltinnen‘ sieht man heute noch übertünchte Wracks, denen man das Festklammern an ihren alten Zeiten ansieht. Und allen ist eines gemein: Sie gucken so herrlich entspannt total verbissen, obwohl (oder gerade weil) der Lack eben ab ist.

      „… und das stets enervierend langsam, weil sie es kaum jeh eilig haben müssen. …“

      Das kompensieren diese ‚Grazien‘ allerdings auf enervierende Art und Weise durch ihre Schuhkäufe. Je mehr *klack-klack*, desto *nerv* (oder so). Na gut, war jetzt ein bißchen Polemik – eigentlich ist es ihr flatternder Blick, dass man Angst um den Kajal-Strich nebst Puder haben muss 😉

      Zu Esther Villar. Ich habe das Interview damals gesehen und auch den Hype in den Medien dazu: Offenbar war es als Frau -damals wie heute- undenkbar, Nutznießerin und Ausnutzerin eines bestehenden Geschlechterverhältnisses zu sein.

      Ich kann mich nur erinnern, dass ich das Interview damals polarisierend fand, was es ja auch war. Allerdings, ich war noch ein vorpubertierendes Kind, kamen mir die Aussagen von Frau Villar plausibel und sympathisch vor. Diese Alice S. empfand ich als ‚hässlich‘, geifernd und abstoßend.

      Wie sehr ich mit meinem Empfinden recht behalten sollte, wurde mir erst sehr viel später bewusst.

      *klack-klack*, emannzer
      (heute mal Zeitzeuge)

    • @Adrian

      „Es gibt keine Unterdrückung von Frauen.“
      Och, nö! Jetzt hatte ich mich gerade daran gewöhnt.

      „in unpraktischer Kleidung“
      Es gibt kaum etwas praktischeres als einen Minirock (zumindest im Sommer).

      „stets enervierend langsam“
      Könnte auch am effektiven Zeitmanagement liegen, das unproduktive Hektik vermeidet.

    • @ klaus

      „Bin es leid, dass Frauen Männern nahelegen, wie sie ihr Leben zu leben haben. Esther Vilar gehört dazu.“

      Wenn Du genau das Gegenteil von dem machst,
      was sie die nahelegen, bist Du in den
      allermeisten Fällen auf dem richtigen Weg.

      • @Red Pill

        Das ist nicht nur bei Frauen eine gangbare Strategie.

        Ist halt nur in so vielen Männerköpfen drin dass Frauen engelsgleiche Lichtwesen sind die garantiert keine egoistischen Motive haben oder hinterhältig etwas suggerieren wollen um sich zu tarnen.

        Man kann sich immer Fragen warum, wem nützt es, wie nützt es?
        Das sollte Mann auch, denn die Frau ist nicht nur gleich-, sie ist überberechtigt.

    • @Klaus

      Vilar geht es auch weniger um Männer als um Frauen mit ihrer Polemik, siehe die Reaktionen von Alice Schwarzer & co.

      Am Ende zeichnet auch Vilar ein ziemlich schlechtes Männerbild dass man sich nicht zu eigen machen sollte.

      • Vilar wollte aber eigentlich ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe, was mitunter in der Forderung nach einer 30h-Woche für Männer und Frauen und dem Teilen der häuslichen / familiären Aufgaben deutlich wurde. Sie wollte das Ungleichgewicht zwischen Männern und Frauen ausgleichen und beide mehr auf Augenhöhe bringen, was beiden Geschlechtern genützt hätte.

        Ganz zu schweigen davon, dass Vilar schon damals den übergoßen Einfluss der „Lesbierinnen“ auf den Feminismus herausgearbeitet hat und deren unlautere Motivation im „Kampf gegen die Männer“ – eine umsichtige Frau. Für ihren Weitblick mußte sie sich allerdings von (editiert: Bitte keine NaziVergleiche) der Schwarzer-Anhängerschaft bedrohen und verprügeln lassen und Deutschland verlassen. Dass die feministischte Hasspredigerin Alice Schwarzer dermaßen hofiert wurde und warum, erschließt sich dann recht schnell: weil sie Spaltung forcierte anstatt ein Vereinen. Divide et impera eben.

        • @ Männerstreik

          „Vilar wollte aber eigentlich ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe, was mitunter in der Forderung nach einer 30h-Woche für Männer und Frauen und dem Teilen der häuslichen / familiären Aufgaben deutlich wurde.“

          Leider begibt sie sich mit diesen
          Ideen ins Lala-Land.
          Männer und Frauen sind nun mal nicht
          gleich und eine nachhaltige Gesellschaft
          kann auch so über längere Zeit nicht
          funktionieren.

          • Sagt wer? Belege? Beispiele? Oder nur das übliche Gejammer „der Wirtschaft“ über die möglichen Kosten eines solchen Modells?

        • @maennerstreik

          *Vilar wollte aber eigentlich ein friedliches Miteinander auf Augenhöhe, was mitunter in der Forderung nach einer 30h-Woche für Männer und Frauen und dem Teilen der häuslichen / familiären Aufgaben deutlich wurde.*

          Männer umerziehen, die neue Gesellschaft bestimmen, den neuen Menschen sagen wie sie leben sollen.

          Wie Feminismus nur ohne Patriarchatskrücke und Männerhasskeule und weniger militant-lesbisch, sie sagt ja auch sie sei Feministin.

          Motivation ähnlich, Legitimierung anders.

          Sie ist ein vor allem in der westlichen Welt seltener, unprominenter und kaum bekannter Typ Feministin.

          Eine „konservative“ Feministin die ohne die moralische Überlegenheit des Versagens auskommt.

          Sie geriet auch deswegen mit Alice S. so aneinander, weil sie ihr relativ ähnlich ist, nur viel weniger krankhaft und lesbisch.

          Ich vermute mal sie wollte die Männer mit denen sie Beziehungen führte „unterwerfen“, zumindest umerziehen, Stichwort „Augenhöhe“, sie ist gebildet, Karrierefrau, aber scheiterte mehr oder weniger dabei, sie scheiterte am Dilemma der Karrierefrau welche von der menschlichen Biologie „unterdrückt“ wird, da evolutionär obsolet.

        • Leicht OT

          Bildung für Frauen die im Schnitt über
          das herausgeht was für eine gute Mutter
          nötig ist, führt neben dem Absacken
          der Geburtenrate zusätzlich dazu, dass
          die jeweils nächste Generation weniger
          intelligent wird.
          Kombiniert mit Masseneinwanderung, et
          voilà.

          *Female education is dysgenic

          I’ve commented in the past about the insanity of any society that prioritizes the education of its women over preparing them to be wives and mothers. After all, the one and only thing any society actually NEEDS from its women, the one and only thing humanity actually needs from its female members, is for them to propagate the citizenry and the species.*

          http://alphagameplan.blogspot.ch/2014/07/female-education-is-dysgenic.html?source=delusiondamage.com

        • @Red Pill

          Zudem hat die verlängerte Frauenbildung, die Akademikerinnenschwemme ja scheinbar den Unmut unter den Akademikerinnen gesteigert weil sie damit trotzdem keine besseren Männer wurden.

        • @ Borat

          „Zudem hat die verlängerte Frauenbildung, die Akademikerinnenschwemme ja scheinbar den Unmut unter den Akademikerinnen gesteigert weil sie damit trotzdem keine besseren Männer wurden.“

          Auch das scheint mir irgendwie mit
          der Biologie zusammen zu hängen.
          Die Motivations- und Belohnungs-
          Mechanismen scheinen zwischen
          Mann und Frau doch wesentlich
          zu differieren.
          Selbst die Frauen mit den erfolgreichsten
          Karrieren auf „männlichen“ Gebieten,
          haben Mühe daraus vergleichbare
          Befriedigung, Wohlbefinden, Lebenssinn
          zu ziehen.

  7. Ich glaube, Esther Vilar wird in 2 zentralen Punkten immer missverstanden:

    1. geht es ihr nur sekundär um das Spannungsfeld Männer und Frauen, und hauptsächlich um das Spannungsfeld Freiheit und Geborgenheit/Gewohnheit/Vertrautsein
    2. so sehr überzogen (in bestem Sinne; ich liebe ihre Bücher!) sie auch interpretiert, was sie beschreibt: sie beschreibt. Sie hat keine Utopie von einer besseren Welt, bei der alle mitmachen sollten (oder zumindest schreibt sie nichts darüber).

    Mein Augenöffner war ihr Buch „Antrittsrede der amerikanischen Päpstin“, m.E. eine logische Fortsetzung der bekannteren Bücher. Es geht darin nur sehr am Rande um Geschlechterthemen, und sie lässt es ausdrücklich offen, ob sie nun Religion wichtig findet oder nicht (Polemik über religiöse Phänomene steht in großer Selbstverständlichkeit neben einem großen Respekt gegenüber religiösen Bedürfnissen der Menschen).

    Interessant für dieses Blog ist m.E. die Frage, inwieweit die „Lust an der Unfreiheit“ Teil eines biologisch gewachsenen Programms sein könnte.

    Grüßle, Radfahrer

      • @ breakp

        Naja, wer schafft es schon, NUR Meisterwerke zu schreiben?
        Eines meiner absoluten Lieblingsbücher ist „Sophies Welt“ von Jostein Gaarder. „Das Kartengeheimnis“ steht dem kaum nach, obwohl sehr anders geschrieben. Was danach kam fand ich so langweilig, dass ich es nicht einmal mehr durchgekriegt habe.

        Ähnlich ging es mir mit Carlos Castaneda mit „Das Leben des Don Juan“, Douglas Adams „Per Anhalter durch die Galaxis“ u. a.

        Als ich in den 80ern (auf der Suche nach dem Grund, warum Frauen unterdrückt werden) die „Cautio Criminalis“ von Friedrich Spee von Langenfeld las, stellte ich fest, wie sehr wie die Fähigkeit verloren haben, uns geschliffen auszudrücken.
        Die habe ich bei Esther Vilar durchschimmern gesehen 🙂

        • @ Dummerjan

          Ja, ich geb’s zu, ich war nicht immer so schlau, wie heute.
          Aber dafür konnte ich danach die Mär von den unterdrückten Frauen fundiert widerlegen.

          Das ist doch auch was, oder ? 😀

      • Kurzbeschreibung:

        *Ist Nina Gluckstein tatsächlich die Frau, die weiß, wie die Liebe funktioniert? Die Formel scheint so einfach: Man kann einen Mann nur an sich binden, wenn man ihm seine Liebe nicht zeigt.*

        Ja, das mach ich genauso. Ich zeige keiner Frau so was wie Lihiebe.

        Und? Es funktioniert! Bindungen sind mir einfach zu viel des Guten.

        Ich glaube da spricht Esther Vilar sehr viel mehr über sich selbst als über irgendwas anderes und euphemisiert was sie nicht aussprechen will zu „Liebe zeigen“.

      • @Carnofis

        „Sofies Welt“ habe ich nicht gelesen, sondern nur den Film gesehen. Dabei kamen mir immer wieder Assoziationen mit einem Pädophilen.

        Die ersten drei Bände der Hitchhiker-Trilogie sind absolut empfehlenswert, der vierte geht auch noch. Der fünfte Teil fällt dagegen ab. Das stimmt.

        @Borat

        Dieser Konzept der „Liebe“ ist ohnehin mehr als fragwürdig und völlig unzuverlässig.

    • @ Radfahrer

      „Interessant für dieses Blog ist m.E. die Frage, inwieweit die “Lust an der Unfreiheit” Teil eines biologisch gewachsenen Programms sein könnte.“

      Unfreiheit ist letztlich nur eine Frage der Definition. Bin ich frei, wenn ich das Fleisch kaufen muss, das mir EDEKA oder wer auch immer anbietet? Oder bin ich frei, wenn ich selbst losziehe und die Kuh schieße, die mir in dem Moment am appetitlichsten erscheint?
      Viele Menschen empfinden Räume ohne Grenzen als bedrückend. Sie fühlen sich freier, wenn sie Grenzen vorgegeben bekommen. Regeln, wie Religionen sind Grenzen, die sich Kulturen selbst geschaffen haben, damit sich die Menschen in ihnen sicher bewegen zu können.

      So kann Unfreiheit also in Wirklichkeit zu Freiheit führen.

  8. Der Artikel ist ist mal wieder ein typischer Chris: Zitat, etwas Blubb und kaum ein erkennbarer Standpunkt. Aber fein, dass Du jetzt wenigstens auch mal Vilar gelesen haben könntest. Ganz schön radikal, die Fundamentalistin, gell? 😛

    • @Männerstreik

      Sie ist mir in der Tat zu radikal und das habe ich ja auch deutlich gemacht. Ich finde sie als Gegenüberstellung ganz gelungen, daraus kann man dann meiner Meinung nach eine bessere Perspektive entwickeln. Sie wollte ja denke ich auch bewußt übertrieben und pointiert schreiben. Das ist als Stilmittel okay, solange man nicht vergisst, dass es eben ein Stilmittel ist.

        • @männerstreik

          Sie hat eine Position, die dir besser gefällt. Das hat nichts mit Eiern zu tun.
          Zumal ihr Männerbild aus meiner Sicht sehr schlecht ist. Anscheinend ist jeder Mann dumm genug sich von seiner Frau ausnutzen zu lassen. Das sehe ich nicht so. Es gibt aus meiner Sicht eben durchaus Familien, die schicht kooperativ spielen und die Arbeitsteilung, wie sie sie vorgenommen haben, als gerecht ansehen.

          • Ach nu komm, jetzt sag nicht, Du seist nicht in der Lage, ihre Ausführungen in den historischen Kontext einzuordnen. Das Prinzip, dass „moderne“ Frauen heute die Anstrengungen und Mittel der Männer für ihre „Karriere“ ausnutzen, die diese früher in die Gründung einer Famiie investiert haben, sollte eigentlich hinlänglich bekannt sein.

          • @männerstreik

            Wie siehst du denn den historischen Kontext?

            Ich halte es nicht für zutreffend, dass moderne Frauen die Anstrengungen und Mittel der Männer für die Karriere ausnutzen. Das mag sicherlich vorkommen, genug Männer wollen aber genauso eine Frau, die ihnen für die Karriere den Rücken freihält.

            Ich sehe auch sagen wir in einem Ehepaar, bei dem sie Lehrerin ist und er in der freien Wirtschaft und sie dann kürzer tritt kein ausnutzen, beide tragen durchaus zum einkommen bei.

        • @ Christian

          Auf einer 1:1 Basis ist das auch kaum denkbar, denn dann müsste sie ja auch direkt ihrem Partner schaden. Eine schlechte Idee, denn dieser soll sie ja unterstützten. Effizienter ist es natürlich dann fremde Männer dafür einzuspannen. Genau das passiert ja auch in unserer Gesellschaft. Männer stemmen z.B. beim Sozialsystem die grösste Last, während vor allem Frauen davon profitieren. Das geht bei der Rente, den Krankenkassen und Bildungssystemen ja genau so weiter. Da kann man ohne zu Übertreiben schon sagen, dass Frauen das eher ausnutzen, denn sie geben ja bei weitem nicht das gleiche zurück, ganz im Gegenteil.

          Interessant wird das für mich als Beobachter, wenn die allgemeine Beschäftigungsquote der Männer wie z.B. in den USA rapide fällt. Kann so etwas durch weibliche Mehrleistung kompensiert werden oder verendet ein solches System beinahe automatisch?

  9. Gehört hatte ich von ihr und ihren Thesen natürlich auch schon, aber schön, sie hier mal so kurz und griffig zusammengefasst zu sehen.
    Ich teile sie in der Tat auch nicht, sondern halte sie für ähnlich überzogen, wie ihre patriarchatsparanoiden Gegenstücke, aber gerade darum interessant: Sie nimmt die gleichen Grundlagen, betrachtet sie aus einem anderen Winkel und kommt zu absolut entgegengesetzten Schlüssen. – Sollte also ein Hinweis sein, wie verschieden so manches gesehen und wie wenig zwingend viele Schlüsse sind.

    • „Ich teile sie in der Tat auch nicht, sondern halte sie für ähnlich überzogen, wie ihre patriarchatsparanoiden Gegenstücke, aber gerade darum interessant“ Ich hab Vilar vor Jahren einmal gelesen, und das, was Du schreibst, war für mich der interessanteste Aspekt dabei: Zu sehen, dass die verfügbaren Daten auch genommen werden können, um eine Interpretation zu stützen, die den herrschenden Interpretationen völlig entgegenstand. Anstatt also das Bild der Unterdrückung „der Frau“ durch „den Mann“ das Bild einer Unterdrückung „des Mannes“ durch „die Frau“ zu zeichnen.

      Es war toll zu sehen, dass das Bild wie eine Kippfigur einigermaßen plausibel auch ebenso andersherum wahrgenommen werden kann – und ebenso dann, wenn man störende Details weglässt oder konsequent einseitig deutet.

      Dass das Feministinnen wie Alice Schwarzer nicht passte, weil deren Position nur beim Fehlen von Widerspruch zu halten ist, war klar. Die extreme Aggressivität gegen Vilar, bis hin zu offenen sowie kaum verschlüsselten öffentlichen Aufrufen zur Gewalt gegen sie, war aber trotzdem irre. Vilar wurde dann ja auch aus dem Land geprügelt. Ich hatte dazu auf meinem Blog mal einen Text: http://man-tau.blogspot.de/2014/02/zerstorte-chancen-esther-vilar-begegnet.html

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