„Homo-Lobby“

Die „Homo-Lobby“ wird gerne als Kampfbegriff gebraucht, um eine aus dieser Sicht übertriebene Interessenvertretung von Homosexuellen zu beanstanden.

Dabei wird dieser Verbindung eine überaus starke Bedeutung innerhalb der Politik nachgesagt, ein sehr starker Einfluss, der gleichsam anderen Schreckgespenstern wie dem Kulturmarxismus anscheinend nahezu die gesamte Poltik durchzieht.

Die dabei vorgebrachten Belege scheinen mir dabei durchaus relativ dünn zu sein, es wird häufig ein großer Einfluss behauptet, aber eigentlich nicht konkret dargelegt.

Zunächst erst einmal ist gegen eine Interessenvertretung für Homosexuelle natürlich auch nichts einzuwenden: Als Gruppe innerhalb der Gesellschaft haben sie natürlich das Recht, ihre Interessen auch zu vertreten und deutlich zu machen. Dagegen wird häufig eingewendet, dass sie lediglich einen sehr kleinen Teil der Gesellschaft ausmachen (ich würde den Anteil auch bei unter  4% ansetzen). Dafür sei die Aufmerksamkeit, die Ihnen zukommt, zu groß.

Allerdings ist die notwendige Aufmerksamkeit für ein Anliegen eben nicht nur von dem Anteil der betroffenen Gruppe an der Bevölkerung abhängig, sondern auch von dem Ausmaß der Beeinträchtigung.

Und auch wenn Deutschland ein sehr tolerantes Land ist, was Homosexualität angeht, gibt es natürlich immer noch Leute, die Homosexualität falsch finden und sich gegen Homosexualität richten. Zudem berühren Fragen wie das Recht Homosexuelle zu heiraten oder Kinder zu adoptieren eben auch grundlegende Fragen und weitgehende Rechte.

Gleichzeitig spielt Homosexualität auch in viele andere Bereiche hinein, feministischen Strömungen sehen in einem Kampf für die Rechte Homosexueller auch einen Kampf gegen das Patriarchat. Denn in der Tat gibt es in diesem Bereich Vorstellungen, dass Heterosexualität nur ein Machtmittel des Patriarchats zur Unterdrückung und Bindung der Frau ist. 

Das rechtfertigt aus meiner Sicht allerdings nicht die Aufregung um eine „Homo-Lobby“. Die Politik beherrschen aus meiner Sicht gänzlich andere Themen. Es ist eher so, dass gerade wegen der Umstrittenheit des Themas dieses besonders in die Schlagzeilen gerät, wenn es einmal hoch kommt.

Dabei müssen einem die theoretischen Ansätze beispielsweise des Aktionsplans für Toleranz nicht gefallen. Das rechtfertigt aus meiner Sicht aber noch nicht die damit verbundenen Angriffe gegen eine Rechtevertretung von Homosexuellen, die zum Kampfbegriff ausartet.

Leider versteckt sich dahinter dann eben häufig einfach eine konservative Ansicht, die sich unter dem Vorwand einen übertriebenen Angriff abzuwenden gegen Homosexuelle richtet.