Gibt es einen Feminismus, der Frauen nicht vorschreibt, wie sie zu leben haben?

Katikuersch twitterte einen interessanten Satz:

https://twitter.com/KatiKuersch/status/484389633707761664

 

Wenn dein Feminismus anderen Frauen* vorschreibt, wie sie zu leben haben, ist das kein Feminismus, sondern Fremdbestimmung aus anderer Hand.

 

Den Satz finde ich interessant, weil er aus meiner Sicht eigentlich den gesamten theoretischen Feminsmus, jedenfalls aber den im Netz gelebten Feminismus, zu einem „Nicht-Feminismus“ macht.

Er müsste sich quasi in ein großes „No true Scotsmen“-Wölkchen auflösen.

In ihrem Blog schreibt sie auch noch etwas in der Richtung:

Und während ich so las und nebenbei nachdachte, da dachte ich mir: Wie schwierig ist doch dieses Leben! All die Modeblogs, die DIY-Blogs geben uns ein Bild vor, wie Frauen zu sein haben. Ansehnlich vor allem, immer auf das Hübsche bedacht, eifrig dabei, ein kuscheliges Heim zu produzieren. Und immer immer kommt zum Vorschein, dass wir zwar alle immer früher in die Pubertät kommen, aber dann doch Mädchen bleiben sollen, bis es nicht mehr geht und die Falten an der Hand verraten, dass wir näher an der Rente als am Schulabschluss sind.

Und dann sind da auf der anderen Seite all die feministischen Blogs, die uns das Gegenteil sagen. Dass es gar nicht gut ist, einen Nestbautrieb zu haben, weil uns das nur indoktriniert wurde und dass wir uns nur für andere schön machen wollen, aber doch endlich einsehen sollten, dass Schönheit nur von Innen kommt und Schönheit doch ohnehin wandelbar und nicht so wichtig wie Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung seien.

Selbstverwirklichung aber ist, das dürfen wir nie vergessen, nur dann wirkliche Selbstverwirklichung, wenn sie nicht damit einhergeht, dass wir Marmelade kochen, während wir eine Schürze tragen und die Blumen auf der Fensterbank hin- und herpositionieren. Und so kann man als Frau kaum noch etwas tun, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob man gleich von Lifestyle-Bloggern verächtlich angespuckt oder von Feministinnen schreiend gekratzt wird. Geht es um das, was wir machen und wollen, müssen wir uns so vielen Erwartungen, die als “keine Erwartungen” getarnt sind, stellen, dass es manchmal das Beste ist, sich unter der Bettdecke zu verkriechen und unauffällig zu atmen.

Es ist eben eine schwierige Sache, wenn man einerseits die weibliche Sozialisation für alles verantworten machen möchte, was Frauen angeblich passiert und gleichzeitig das Bedürfnis hat, Tätigkeiten auszuüben, die dieser Sozialisation widersprechen.

Wie schwierig das im Feminismus sein kann, hatte ich schon anhand des Beispiels „Stricken“ besprochen, dass da dann zu einem „Reclaimen“ umgedeutet wird, bei dem man das alte Geschlechterverhalten neu besetzt, indem man sich trotzdem nach der alten Geschlechterrolle verhält, aber eben ganz bewußt und in Kenntnis der dahinter stehenden politischen Bedeutung. Rollenkonformes Verhalten klappt im Feminismus eben nur mit beständiger Rechtfertigung.

Das ist ja auch das, was Kati für sich oben entdeckt.

Die Lösung ist eigentlich simpel: Die feministische Theorie irrt hier einfach, das private ist eben nicht politisch und weibliches Verhalten keine Unterdrückung.

 

54 Gedanken zu “Gibt es einen Feminismus, der Frauen nicht vorschreibt, wie sie zu leben haben?

  1. “ Die feministische Theorie irrt hier einfach, das private ist eben nicht politisch und weibliches Verhalten keine Unterdrückung.“

    Hier liegst Du falsch, denn erstens wenn sie von „Feministinnen schreiend gekratzt wird“ ist das auch weibliches Verhalten, dann Feministinnen sind ja weiblich. Weiter ist ja ihre Nichteinsicht nach Femi-Wissen eben Beweis für Unterdrückung.

    Wenn sie sich nicht helfen lassen will ist es ja gerade Ausdruck um wieviel mehr sie dieser Hilfe bedarf. Ist wie bei den Irrenärtzten, die können jeden Vernünftigen für irre erklären, frag den Mollath.

    • Definiere Irre.
      Wenn ich mir das Verhalten eines Gustl anschaue, liegt mir die Beurteilung das dort ein psychisches Problem vorliegt auch näher, als die Beurteilung das wir es mit einem durchweg gesunden Menschen zu tun haben.

      Das Problem vieler Feministinnen ist nicht einmal das sie meinen das Menschen falsch erzogen wurden und die Gesellschaft falsch geprägt ist, sondern wie diesem begegnet wird.
      Ich finde auch viele Menschen merkwürdig geprägt und vermute einige mit dem Kopf in den Wolken. Aber deswegen überlege ich nicht wie ich sie heute noch umerziehen kann, sondern wie ich mit diesen Menschenheute wie auch morgen möglichst gut auskommen kann.
      Wenn eine Ideologie annimmt das über 50% der Menschheit falsch geprägt wurde und vermeint diese 50% besser heute als Morgen unter Zwang umerziehen zu müssen, dann liegt wirklich ein Problem vor.

      • „Definiere Irre.“

        Jemanden der Mollath für irre hält, der ist für mich irre. Wenn ich es mir aussuchen könnte und von der Macht dazu träumte, würde ich jeden der nicht zu 100% meine Ansichten hat als Irren einordnen …

        Nebenbei, die Femis wollen nicht 50% umerziehen! Es sind nahe 100%, denn sie wollen andere Frauen, Männer, Mädchen, Jungen und die restlichen schon von ihnen erfundenen und noch zu erfindenen Geschlechter auch nach ihren Vorstellungen haben. Die Sache wird nur dadurch erschwert, daß sich die Femis untereinander nicht richtig einig sind. Die eine will dies, die andere das und die nächste was ganz anderes …

        Ist wie bei den Irrenärzten, die sind sich auch nicht grün untereinander. 🙂

  2. Ich verstehe nicht, wie manche/viele Menschen sich einbilden, den Erwartungen anderer gerecht werden zu müssen. Und warum steht am Ende des Zitats nicht: „Tu einfach das, worauf du Lust hast.“?

    • “ “Tu einfach das, worauf du Lust hast.”?“

      Machen Feminist.I.nnen doch, sie haben eben Lust darauf anderen vorzuschreiben was die zu tun und zu lassen haben. ZB sich nicht breitmachmackerisch in Bus und Bahn hinzusetzen … Da haben die Spaß dran, wobei ich glaube die können nicht anders.

    • Weil unterstellt wird, es gäbe ein objektives, moralisches Sollen, an dem jeder sein Verhalten ausrichten müsste.

      Du sollst nicht diskriminieren, du sollst bestimmte Worte nicht verwenden, du sollst überhaupt niemandem weh tun. In einem feministischen Blog habe ich mal gelesen: „Man darf niemand zwingen, etwas gegen seinen Willen zu tun.“

      Unter dieser Vorgabe ist natürlich kein soziales Zusammenleben von menschen möglich.

      Und überhaupt gibt es natürlich kein absoutes moralisches Sollen.
      Menschen richten sich in ihrem Handlen nach ihren Interessen, nicht nach irgendwelchen moralischen Prinzipien. „Moral“ kann deshalb immer nur der Versuch eines optimalen Interessenausgleiches sein.

      • „Und überhaupt gibt es natürlich kein absoutes moralisches Sollen. Menschen richten sich in ihrem Handlen nach ihren Interessen, nicht nach irgendwelchen moralischen Prinzipien. “Moral” kann deshalb immer nur der Versuch eines optimalen Interessenausgleiches sein.“

        Das ist ein interessanter Gedanke. Ich glaube auch, dass Moral eine gewisse Praktikabilität braucht, also zumindest das Gefühl, dass man so einen gewissen Vorteil davon hat.

        Regeln wie „Man darf niemanden zwingen, etwas gegen seinen Willen zu tun“ haben diese nicht. Denn in einem Zusammenleben muss man immer gewisse Kompromisse machen.

        Der Grundgedanke der intersektionellen Gruppentheorien wird insofern aus meiner Sicht von den meisten als unpraktisch wahrgenommen, weil er nicht mehr an Gerechtigkeit im klassischen Sinne ausgerichtet ist, sondern daran, dass Gruppen gegeneinander stehen und die eine die andere unterdrückt, was dann auch noch unabhängig vom Einzelfall angenommen wird, weil das Mitglied der „herrschenden Gruppe“ Privilegien hat, die es nicht loswerden kann.
        Es ist nicht praktisch unabhängig vom eigenen Handeln Vertretern einer anderen Gruppe Deutungshoheit zuzuweisen. Es erzeugt vielmehr neue Ungerechtigkeiten.

    • „Tu worauf Du Lust hast“ ist ein Doppel-Bind, eine paradoxe Aufforderung. Denn wenn man tut worauf man Lust hat, macht man das was einem vorgeschrieben wurde.

      • Der Mensch hält dem Esel die Karotte vor und sagt: „Tue worauf du Lust hast“.

        Mein Gehirn hat einen Fehler, denn ich tue zu oft nicht das was mir suggeriert wird sondern das Gegenteil.

      • @ Borat

        „Mein Gehirn hat einen Fehler, denn ich tue zu oft nicht das was mir suggeriert wird sondern das Gegenteil.“

        Frage Frauen was sie denken wie Mann
        sich ihnen gegenüber verhallten solle.
        Tut Mann genau das Gegenteil davon,
        liegt Mann zu 98% richtig.

  3. „Wenn dein Feminismus anderen Frauen* vorschreibt, wie sie zu leben haben, ist das kein Feminismus, sondern Fremdbestimmung aus anderer Hand.“

    =

    „Wenn Dein Neonazismus Türken als minderwertige Menschen ansieht, ist das kein Neonazismus, sondern Rassismus.“

    Fremdbestimmungswille ist dem Feminismus genauso intrinsisch, wie der Rassismus dem Neonazismus.

    Wenn ein Pferd nicht mehr vier Beine, sondern zwei Flügel und zwei Beine, kein Fell mehr, sondern Federn und keine Zähne mehr, sondern einen Schnabel hat, handelt es sich nicht mehr um ein Pferd, sondern eher um einen Vogel.

    Immer wieder die gleiche Leier….der allgemeine Phänotyp des Bullshit ist angeblich völlig untypisch für den Bullshit…politischer Islam…Feminismus…Kommunismus…alles, was diese Ideologien aufgrund ihrer Prämissen zwangsläufig hervorbringen, ist angeblich untypisch für diese Ideologien.

    Was macht es so vielen Menschen – nicht nur Mädchen – so schwierig, bullshit als bullshit zu benennen und somit
    den Feminismus einfach dahin zu kloppen, wo er hingehört: in die Tonne?

    lustig….

  4. Was meint ihr:
    Gibt es Menschen, die keine Präferenzen hegen hinsichtlich der Frage, wie die Mehrheit der Frauen im Optimal-Fall leben sollte? Bzw. wie nicht, das triffts eigentlich eher…

    • @muttersheera

      Solange es mich nicht betrifft können Frauen natürlich leben wie sie wollen. Wenn es mich betrifft muss man gemeinsame Regeln finden.

      Das ist der Vorteil, wenn man keine essentialistische Vorstellung von den Geschlechtern hat, sondern nur von Häufungen ausgeht

    • @MS

      *Gibt es Menschen, die keine Präferenzen hegen hinsichtlich der Frage, wie die Mehrheit der Frauen im Optimal-Fall leben sollte?*

      Soll bei Männern öfter vorkommen, so lange was ordentliches zu Essen auf den Tisch kommt und das Klo geputzt ist.

    • Ich glaube nicht, dass es solche Menschen gibt. Das würde darauf hinaus laufen, dass es so einem Menschen einfach egal ist, wie sein Gegenüber lebt. Und in freund- oder partnerschaftlichen Beziehungen stelle ich mir das höchst anstrengend vor.

    • Mich interessiert es einen feuchten Kehricht, wie andere Menschen zu leben haben, solange sie anderen Menschen mit ein wenig Grundrespekt begegnen.

      Aber es gibt natürlich diese Art von Menschen. Im Übrigen haben diese auch Idealvorstellungen darüber, wie Männer zu leben hätten.

    • @muttersheera
      In letzter Konsequenz glaube ich nicht, dass es diese gibt. Alle mir bekannten Menschen unabhängig vom Geschlecht erwarten von allen Frauen, dass sie nicht morden, nicht marodieren und sich zumindest rudimentär an (Straßen-)Verkehrsregeln halten.

      Sieht man von solchen für alle Menschen geltenden Allgemeinplätzen ab, behaupte ich, dass ich keine Idee davon habe, wie die Mehrheit der Frauen im Optimal-Fall leben sollte.

      Menschen (wieder unabhängig vom Geschlecht), die mit mir insbesondere privat in Beziehungen leben (Kumpels, Sexpartner, Ehefrau) werden von mir natürlich mit gewissen Erwartungen konfrontiert, allerdings mit der einzigen Sanktion, dass sie ggf. für eine Beziehung zu mir (die sie dann auch zumeist selbst nicht wollen) nicht (mehr) in Frage kommen. Z.B. kommt eine Frau, die sich nie wäscht, nicht in mein Bett.

      Ob sich die Mehrheit der Frauen wäscht, ist mir dagegen egal. Wobei dies wieder nur insofern stimmt, da ich schon eine geschlechterübergreifende Vorstellung von einer notwendigen Minimalhygiene habe, zu der ich natürlich z.B. auch meine Tochter anhalte. Würde ich bei einem Sohn aber genauso machen.

      Grüßle, Radfahrer

    • @Mutter

      „Gibt es Menschen, die keine Präferenzen hegen hinsichtlich der Frage, wie die Mehrheit der Frauen im Optimal-Fall leben sollte? “

      Ja! Mich! Mir ist es tatsächlich wurst wie die Mehrheit der Frauen ihr Leben haben wollen.

    • @ muttersheera

      *Was meint ihr:
      Gibt es Menschen, die keine Präferenzen hegen hinsichtlich der Frage, wie die Mehrheit der Frauen im Optimal-Fall leben sollte? Bzw. wie nicht, das triffts eigentlich eher…*

      Natürlich hat die Mehrheit der Menschen Vorstellungen davon, wie Frauen leben sollten.

      Die Mehrheit der Menschen hat auch Vorstellungen davon, wie Männer leben sollten.

      Na und?

      Was mich immer wieder irritiert, wie sehr viel mehr abhängiger als Männer Frauen vom Urteil DER ANDEREN zu sein scheinen.

      Was kümmert es mich, was andere von mir erwarten (wenn diese anderen nicht gerade aus einer ganz besonderen anderen bestehen)?

      Ich bin mittlerweile überzeugt davon, dass Frauen nicht stärker fremd bestimmt/in Rollen gepresst/zu irgend etwas gezwungen werden als Männer, im Gegenteil, aber dass sie tatsächlich FÜHLEN, dass es genau so sei, dass sie einen sehr viel stärkeren inneren Druck als Männer verspüren, gefallen zu müssen, angepasst sein zu müssen, nicht allein stehen zu dürfen, willfahren zu müssen.

      Das Element der Selbstbehauptung einer jeden historischen Gesellschaft ist nicht umsonst vor allem männlich.

      Sind die Männer besiegt, unterwerfen sich die Frauen, laufen mit dem Sieger, passen sich sehr viel leichter den neuen Erfordernissen an, werden darum auch durch die Bank sehr viel häufiger von den Siegern nicht umgebracht, wie die Männer oft, sondern vergewaltigt und/oder geheiratet (Männer werden, so scheint es, auch sehr viel häufiger vergewaltigt als bisher gedacht, zumindest in Afrika scheint das so zu sein und dann allerdings doch oft umgebracht).

      Und das kann man mit den Frauen meist auch machen, denn man muss sie nicht umbringen.

      Sie überfallen den Sieger nur selten im Schlaf, man kann sie leichter unterwerfen/zur Anpassung zwingen/versklaven.

      Offenbar hat das dazu geführt, neben der Ausheirat, die die Regel gewesen zu sein scheint bereits seit grauer Vorzeit (das Mädchen verlässt die Elterngruppe und muss sich im Clan des Mannes einpassen, einleben, anpassen), dass Frauen TATSÄCHLICH von außen steuerbarer sind als Männer, einen weniger starken inhärenten Kompass haben, stärker nach Umweltsignalen segeln, sich stärker fremdbestimmt FÜHLEN, weil sie die Signale aufmerksamer registrieren und sorgfältiger auf sie achten, weil der Selektionsdruck, der hier auf ihnen lastete (besonders durch die Ausheirat), sie in eine Richtung zwang, die sie empfänglicher machte für „Außensteuerungssignale“.

      Es ist schon erstaunlich, wie oft Frauen immer wieder über die Erwartungen stöhnen, die auf ihnen lasten, wie wenig sie in der Lage zu sein scheinen, diese Erwartungen zu ignorieren und – leckt mich doch alle im Arsch! – ihren eigenen Weg zu gehen.

      • @roslin

        * …dass sie einen sehr viel stärkeren inneren Druck als Männer verspüren, gefallen zu müssen, angepasst sein zu müssen, nicht allein stehen zu dürfen, willfahren zu müssen.*

        Und führt Frauen das zu weit weg von dem auf was sie biologisch von der Evolution optimiert sind (Mutter/Familie), dann werden sie unglücklich und äußern Unmut.
        Die Rationalisierungen dieses Unmuts scheinen jedoch unbrauchbar, diese sind eher zeitgeistig und sozial plausibel, da Frauen ja wie gesagt diesen inneren Druck der Anpassung verspüren, doch gehen sie an der Ursache vorbei.

        Wäre es nicht so dann müsste die Zufriedenheit der bestgebildetsten Frauengeneration aller Zeiten auch die beste aller Zeiten sein, oder?

        • @ Borat

          *Wäre es nicht so dann müsste die Zufriedenheit der bestgebildetsten Frauengeneration aller Zeiten auch die beste aller Zeiten sein, oder?*

          So sehe ich das auch. Feminismus ist vor allem die Ideologie der Minderheit der eher „männlichen“ Frauen, die ihnen konvenieren mag, aber die Mehrheit der eher „weiblich“ disponierten Frauen wird kreuzunglücklich, wenn sie diese Rezpte anzuwenden versuchen.

          Gleichzeitig haben es diese Ideolog.I.nnen, mit Hilfe mächtiger, mehrheitlich männlicher Verbündeter und männlich dominierter Intereessengruppen (Konsum-/Finanzkapitalisten und die kulturmarxistische Linke) Interessengruppen, ihre Ideologie zur Weiblichkeit gesellschaftsweit bestimmenden/definierenden zu machen.

          So dass die weiblicheren Frauen sich nun einer Gesellschaft gegenübersehen, die von ihnen eine Orientierung verlangt (progressiv und modern), die ihnen eigentlich nicht behagt.

          Aber es ist gerade Kennzeichen ihrer Weiblichkeit, doch zu tun, was die Mehrheit von ihnen zu verlangen scheint.

          Sie wollen so sehr modern und progressiv sein, kämpferisch und kompetetiv und KÖNNEN ES DOCH NICHT.

          Es ist nicht ihrs.

          Sie fühlen es, sie wissen es, aber haben nicht den Mut, sich zu ihrem „Konservatismus“ zu bekennen, denn dann wären sie ja nicht mehr progressiv und modern, sondern eine verachtenswerte Frau, die sich unterdrücken lässt, ein Heimchen am Herd etc. pp.

          So wird die Mehrheit der Frauen immer unglücklicher, je feministischer die Gesellschaft wird und die Feminist.I.nnen nehmen dies zum Anlass, immer mehr und noch mehr vom Falschen zu fordern.

          Eine Katze, die sich in den eigenen Schwanz beißt, dabei immer hektischer um die eigene Achse rotiert.

          Bis sie tot umfällt.

          Denn Feminismus ist ja auch ein Shittest, den Männer zur Verzweiflung der „weiblicheren“ Frauen ein um’s andere Mal NICHT bestehen.

          Sie lernen, dass auf diese schwachen Männer in der Tat kein Verlass ist und sehen als einzigen Ausweg, den starken Alphamann Staat für sich zu bemühen.

          Den wiederum gibt als Ehemann nur, wenn sie die feministische Ideologie mit Köder, Haken und Schwimmer schlucken.

          Denn wer widerspricht, ist raus aus der „Schwesternschaft“ mit ihrem totalitären Anspruch.

          So wird sich der Feminismus zu Tode siegen, bis eine genügend große Zahl von Männern ihm den Saft abdreht (durch Beine hochlegen z.B.).

        • Korrektur:

          Gleichzeitig haben es diese Ideolog.I.nnen, mit Hilfe mächtiger, mehrheitlich männlicher Verbündeter und männlich dominierter Intereessengruppen (Konsum-/Finanzkapitalisten und die kulturmarxistische Linke)Geschafft, ihre Ideologie zur Weiblichkeit gesellschaftsweit bestimmenden/definierenden zu machen.

          Sie tönt ja aus allen Massenmedien auf die „weblicheren“ Frauen herunter und das Megaphon halten die „männlicheren“ Frauen in der Hand.

          Den [starken Staat] wiederum gibt es als versorgungstüchtigen und schutzfähigen Ehemann nur, wenn sie die feministische Ideologie mit Köder, Haken und Schwimmer schlucken.

          Denn der Staat braucht andererseits diese Ideologie auch, um immer fester bei den Männern zupacken zu können, sie liefert ihm die Legitimationsgrundlage, um den Männern die Eier lang zu ziehen.

          Es sind ja Männer, die ausgebeutet werden müssen, um den Saftladen zu finanzieren, es werden Männer gebraucht, um das Treibhaus, in dem das alles sumpft und wuchert, zu verteidigen, zu unterhalten, zu reparieren usw.

        • „Sie wollen so sehr modern und progressiv sein, kämpferisch und kompetetiv und KÖNNEN ES DOCH NICHT.“

          Und warum wollen sie es, wenn sie es eben nicht wollen?

          Ich denke, die Antwort ist viel profaner: Feminismus schmeichelt Frauen und stellt sie auf ein Podest. Udn wer mag das nicht? Männer sollten dieses Gefühl der Bevorzugung und Beschmeichelung eigentlich verstehen, kann man sie doch bereits mit einem simplen: „Du warst toll im Bett“ zufriedenstellen.

        • @roslin

          *Es ist nicht ihrs.*

          Und trotzdem reagieren sie gereizt-neurotisch-aggressiv, wenn man das suggeriert oder sogar offen ausspricht, es richtet sich an den Falschen, aber der Mann hat scheinbar für Frauen die Rolle des Generalschuldigen, die Rolle dessen an die die weiblichen Forderungen und Wünsche zu richten sind.

          Ich kann da keinesfalls die so oft beschworene weibliche Selbstbestimmtheit erkennen, die oft beschworene weibliche Überlegenheit schon gar nicht.

          Ich erkenne eher ein trostloses Bild, passend zur angeblich stark gesunkenen Zufriedenheit der Frauen.

          Der Feminismus wird sich auch zu Tode siegen weil die Männer die sich ihm nicht entziehen zu oft Gebrochene sind, die sich kaum noch behaupten können.

        • @ Roslin

          „Gleichzeitig haben es diese Ideolog.I.nnen, mit Hilfe mächtiger, mehrheitlich männlicher Verbündeter und männlich dominierter Intereessengruppen (Konsum-/Finanzkapitalisten und die kulturmarxistische Linke)Geschafft, ihre Ideologie zur Weiblichkeit gesellschaftsweit bestimmenden/definierenden zu machen.“

          Und Roslin – gibt´s inzwischen Belege für die kulturmarxistische Weltverschwörung?
          Oder ist´s wie immer: Lügen, hetzen, dämonisieren – und alles andere ist egal.

        • @ Leszek

          *Und Roslin – gibt´s inzwischen Belege für die kulturmarxistische Weltverschwörung?
          Oder ist´s wie immer: Lügen, hetzen, dämonisieren – und alles andere ist egal.*

          Ich habe sie Dir oft genug benannt.

          Sie überzeugen Dich nicht.

          Mich überzeugt Dein linkes Geschwalle nicht.

          So werde ich weiter „hetzen“ und Du kannst meinethalben weiter „schwallen“.

          Der Leser wird entscheiden, was ihn überzeugt.

        • Also mich kann bisher Roslin mehr überzeugen.

          „Oder ist´s wie immer: Lügen, hetzen, dämonisieren – und alles andere ist egal.“

          Wer so daherredet und selber gerne andere willkürlich mit Breivik in ein Boot setzen will, den nehme ich nicht so ganz für voll …

        • @ Roslin

          „Ich habe sie Dir oft genug benannt.“

          Wirklich?
          Sollen damit etwa die Schriften konservativer/rechter US-amerikanischer Verschwörungstheoretiker gemeint sein, die regelmäßig keine Belegquellen für deine Aussagen enthalten?

          „Sie überzeugen Dich nicht.“

          Sie können niemanden nach wissenschaftlichen Kriterien überzeugen, da keine wissenschaftlichen Standards eingehalten werden. Nur behaupten und nichts belegen hat nunmal nichts mit Wissenschaft zu tun.

          „Mich überzeugt Dein linkes Geschwalle nicht.“

          Doof nur, dass das „linke Geschwalle“ in der Regel seine Aussagen belegen kann oder auf Schriften verweisen kann, die wissenschaftliche Standards einhalten und Belegequellen zu den gemachten Aussagen beinhalten.

          „So werde ich weiter “hetzen” und Du kannst meinethalben weiter “schwallen”.“

          Vielleicht möchtest du dich ja nochmal kurz mit den Anschläge in Norwegen 2011 beschäftigen, die das Resultat der Hetze deiner Gesinnungskameraden waren:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Anschl%C3%A4ge_in_Norwegen_2011

          und deinem Gott danken, dass nicht du es warst, der durch seine Lügen, Hetze und Dämonisierung diese Anschläge ausgelöst hat.

          Glaubst du eigentlich, es gefällt deinem Gott, wenn du trotzdem weiter lügst, hetzt und dämonisierst?

        • @ Leszek

          *Glaubst du eigentlich, es gefällt deinem Gott, wenn du trotzdem weiter lügst, hetzt und dämonisierst?*

          Du überhebst Dich.

          Enorm.

        • @ Roslin

          „Du überhebst Dich.
          Enorm.“

          Ja, ja, aber was wenn du dich selbst mit deinen Lügen, deiner Hetze und deiner Dämonisierung gegenüber Andersdenkenden überhebst und dies deinem Gott gar nicht gefällt?
          Ist es nicht sinnvoll als Katholik darüber nachzudenken?

          Es wäre ja möglich – ich bin zwar kein Katholik und weiß es daher nicht so genau – dass der katholischen Gott der Ansicht ist, dass scharfe Vorwürfe gegen die eigenen Mitmenschen gut belegt anstatt frei erfunden sein sollten.

          Wäre das nicht möglich?

        • Oh Gott! Wikigenda als Belegquelle! So nennst Du doch Deine , im Gegensatz zu konservativer Propaganda, linke Wissenschaftsvortäuscherei?

          Lächerlich …

          Vorwürfe gegen Mitmenschen gut belegt anstatt frei erfunden … so,so.

          Breivikkeule über Wikibande, das sind ja mal überzeugende Vorwürfe. Kannst Du vielleicht noch einen Kemper zum Besten geben?

        • @ Leszek

          „Sollen damit etwa die Schriften konservativer/rechter US-amerikanischer Verschwörungstheoretiker gemeint sein, die regelmäßig keine Belegquellen für deine Aussagen enthalten?“

          Paul Gottfried erscheint mir kaum als Verschwörungstheoretiker; deine bisherigen Bemerkungen zu seinem Buch „The Strange Death of Marxism“ geben diese Einschätzung auch nicht her.

          @ Roslin

          Wenn Leszek Sie bittet, das 8. Gebot zu beachten, dann geschieht dies ausschließlich in Sorge um ihr Seelenheil. 🙂

        • @ JC Denton

          „Paul Gottfried erscheint mir kaum als Verschwörungstheoretiker; deine bisherigen Bemerkungen zu seinem Buch “The Strange Death of Marxism” geben diese Einschätzung auch nicht her.“

          Gottfried pfeift in wissenschaftlicher Hinsicht zwar nicht völlig aus dem letzten Loch wie Lind und andere Knallköpfe aus dieser Richtung.
          Ideologische Propaganda betreibt aber auch er und natürlich belegt sein Buch weder den „Kulturmarxismus“ noch irgendeine von Roslins Behauptungen diesbezüglich.

          Ein bißchen macht es bei Gottfried manchmal den Eindruck, dass ihm der Propagandabegriff „Cultural Marxism“ in akademischer Hinsicht selbst etwas peinlich ist, er verwendet ja im größeren Teil des Buches stattdessen auch überwiegend den Begriff „Post-Marxist-Left“.

          Sein Buch ist so eine Mischform aus Versuch einer Ideengeschichte über die Linke aus rechtskonservativer Perspektive (eine Perspektive, die ich nicht teile) und pseudowissenschaftlicher Propaganda für die (paläo)konservative Sache und ihre Diskursstrategien.

          Über andere Bücher von ihm ist damit natürlich nichts ausgesagt, die müsste man gesondert beurteilen.

          Mein Eindruck von „The strange Death of Marxism“ der sich bislang nicht geändert hat, kann hier nachgelesen werden:

          https://allesevolution.wordpress.com/2014/07/01/steven-sailers-erste-regel-zum-verstandnis-feministischer-vernebelungstaktiken/#comment-129825

        • @ J C Denton

          *Wenn Leszek Sie bittet, das 8. Gebot zu beachten, dann geschieht dies ausschließlich in Sorge um ihr Seelenheil.*

          Natürlich.

          Linke Zensurbemühungen und Anspruch auf „Bekehrung“ der Sünder, Defma und Diskurshoheit dienen nur dem allegemeinen Wohl und dem Fortschritt der Menschheit.

        • @ Leszek

          *Es wäre ja möglich – ich bin zwar kein Katholik und weiß es daher nicht so genau – dass der katholischen Gott der Ansicht ist, dass scharfe Vorwürfe gegen die eigenen Mitmenschen gut belegt anstatt frei erfunden sein sollten.*

          Ich werde Dich in Deinem Bemühen, die „Breivik-Rochade“ zum Synonym für Deppenschach zu machen, nicht behindern.

          Nur zu.

        • @ Leszek

          *Ein bißchen macht es bei Gottfried manchmal den Eindruck, dass ihm der Propagandabegriff “Cultural Marxism” in akademischer Hinsicht selbst etwas peinlich ist, er verwendet ja im größeren Teil des Buches stattdessen auch überwiegend den Begriff “Post-Marxist-Left”.*

          Ja und?

          Ich nenne diese postmarxistische Linke kulturmarxistisch, denn so sehr post sind sie nicht.

          Die gleichen Denkfiguren, die gleichen Ziele, der gleiche Animus unter Verschwenkung der Angriffsrichtung weg von der ökonomischen Basis hin auf die Kultur, mehr post kann ich da nicht erkennen.

          Wenn Du anderes siehst, Deine Sache.

          Ich sehe anders und anderes, bin nicht Teil Deines linken Ideologiekonglomerates, das Du Wissenschaft zu nennen beliebst.

  5. Schönes Zitat! Sehe ich ganz genau so! 🙂

    Und ja mir ist es tatsächlich total egal wie die Mehrheit der Frauen lebt! Ausgenommen allgemein für alle geltenden Regeln wie bereits erwähnt wurde.

  6. Schöner Artikel, prima gelungen! Die Dame möchte offenbar den Kuchen essen, ihn aber gleichzeitig behalten. Beides geht aber nicht. Egal, was man macht, es wird immer welche geben, die das nicht toll finden. Wenn man damit nicht leben kann, hat man ein Problem. Die Lösung ist, zu erkennen, dass sich das eh nicht vermeiden läßt und dass man mit einem stabilen Freundeskreis auf die Meinung eines großen Teils der Welt nichts geben muss.

    Es ist immer wieder erstaunlich zu lesen, dass Frauen ja angeblich ganz stark sein können, wenn sich ihnen nur niemand in den Weg stellt und niemand gemein zu ihnen ist. Das hat mit den tatsächlich starken Frauen aus meiner Realität nichts zu tun.

    • Ich glaube, Du hast das Zitat irgendwie anders verstanden. Ich denke damit ist lediglich gemeint, dass der Feminismus nicht versuchen sollte, neue Vorschriften aufzustellen unter dem Deckmantel, man würde eigentlich für eine Befreiung von Zwängen stehn.
      Beispielsweise die Karriere als neues Ideal für die Frau statt des alten Ideals von Mutter und Hausfrau.
      Ein Feminismus für die Frauen sollte jede Wahl unterstützen – egal ob Karriere oder Hausfrau.

      • Och, also ich lese das aus folgendem Teil heraus:

        “ Und so kann man als Frau kaum noch etwas tun, ohne sich darüber Gedanken zu machen, ob man gleich von Lifestyle-Bloggern verächtlich angespuckt oder von Feministinnen schreiend gekratzt wird. Geht es um das, was wir machen und wollen, müssen wir uns so vielen Erwartungen, die als “keine Erwartungen” getarnt sind, stellen, dass es manchmal das Beste ist, sich unter der Bettdecke zu verkriechen und unauffällig zu atmen.“

        Sprich: Man will am liebsten gar nichts tun, weil man ansonsten auf jeden Fall kritisiert wird. Dass das notwendigerweise zum Leben gehört, Kritik auszuhalten, fällt der Dame leider nicht ein.

        Böse Zungen würden jetzt wieder „female hypoagency“ rufen… ich finde es jedenfalls erstaunlich, wie wenig Bereitschaft zur Verantwortung da durchschimmert. Welche große Bewegung hat denn etwas geschafft, ohne dass die Leute gesagt haben: „Wir wollen etwas bewegen und wir stehen dazu!“

        • Hmmm. Also ich denke, das Problem ist nicht das kritisiert werden an sich. Niemand kann es schließlich allen recht machen. Das Problem ist, das gerade diejenigen, die sagen, dass sie für die Befreiung der Frauen kämpfen, mit ihren eigenen Erwartungen wieder das Gegenteil erreichen. Sowas nennt man Doppelmoral, das ist das Problem.
          Und ich spreche mich bestimmt nicht gegen den Feminismus aus, nur gegen den Teil, der mir erzählen will, meine Entscheidung sei nicht meine eigene, sondern beeinflusst, sobald sie nicht in deren Weltbild passt.

  7. Christian schrieb:

    „das private ist eben nicht politisch“

    Richtig. Und daher sei an dieser Stelle nochmal der leider heutzutage fast völlig in Vergessenheit geratene Sozialphilosoph und Verteidiger der Privatheit Herbert Marcuse zum Thema der Privatheit als Grundbedingung einer freien Gesellschaft zitiert.

    Herbert Marcuse:

    „Ich habe immer den Wert der Privatheit ungeheuer hoch geschätzt und kann mir keine anständige Gesellschaft vorstellen, in der dieser Bereich des Privaten nicht beschützt würde.“

    (aus: Gespräch mit Herbert Marcuse, in: links, Jg.5 (1974), Nr.60 (November 1974), S. 9 – 10.)

    „Solche individuelle Befreiung bedeutet jedoch ein Überwinden des bürgerlichen Individuums (…) und gleichzeitig eine Wiederherstellung jener Dimension des Ichs, der Privatheit, die einst von der bürgerlichen Kultur geschaffen wurde.“

    (aus: Herbert Marcuse – Konterrevolution und Revolte, S. 61)

    „Im äußersten Fall ‚löst sich’ der Konflikt zwischen privaten und öffentlichen Werten in völliger Gleichschaltung ‚auf’: das Indivduum denkt, fühlt und wertet privat, wie in der ‚öffentlichen Meinung’ gedacht, gefühlt und
    gewertet wird und wie dies sich in öffentlichen politischen Maßnahmen und Erklärungen ausdrückt. (…) Eine solche Gleichschaltung
    kann durch Terror, durch die standardisierenden Tendenzen der ‚Massenkultur’ oder durch eine Kombination beider erreicht werden. Die
    Kosten für das Individuum und für die Gesellschaft sind unvergleichlich größer, wenn sie durch Terror zustande kommt, und der Unterschied kann durchaus der zwischen Leben und Tod sein. Am Ende des Gleichschaltungsprozesses jedoch, nachdem die Konformität erfolgreich hergestellt wurde, ist die Auswirkung auf die Hierarchie der Werte tendenziell die gleiche: die individuelle Denk- und Gewissensfreiheit scheint ihren unabhängigen und unbedingten Wert zu verlieren und in der Vereinheitlichung von privatem und öffentlichem
    Dasein unterzugehen“

    (aus: Herbert Marcuse – Die Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus, S. 199 f.)

    „Der Drang nach mehr »Lebensraum« macht sich nicht nur in internationaler Aggressivität geltend, sondern auch innerhalb der Nation. Hier ist die Expansion in allen Formen der Zusammenarbeit, des Gemeinschaftslebens und Vergnügens in den Innenraum der Privatsphäre eingedrungen und hat praktisch die Möglichkeit jener Isolierung ausgeschaltet, in der das Individuum, allein auf sich zurückgeworfen, denken, fragen und etwas herausfinden kann. Diese Art Privatsphäre – die einzige Bedingung , die auf der Basis befriedigter Lebensbedürfnisse der Freiheit und Unabhängigkeit des Denkens Sinn verleihen kann – ist seit langem zur teuersten Ware geworden, nur den sehr Reichen verfügbar (die keinen Gebrauch von ihr machen). Auch in dieser Hinsicht offenbart die “Kultur” ihre feudalen Ursprünge und Schranken. Sie kann nur (…) demokratisch werden, wenn es nämlich der Gesellschaft gelingt, die Vorrechte der Privatsphäre wieder herzustellen, indem sie sie allen gewährt und bei jedem einzelnen schützt. (…)
    Kann eine Gesellschaft, die außerstande ist, das private Dasein des Individuums auch nur in den eigenen vier Wänden zu schützen, rechtmäßig behaupten, dass sie das Individuum achtet und eine freie Gesellschaft ist? Sicher ist eine freie Gesellschaft durch mehr und grundlegendere Errungenschaften gekennzeichnet als durch private Autonomie. Und doch beeinträchtigt deren Fehlen selbst die augenfälligsten Institutionen der ökonomischen und politischen Freiheit – dadurch, dass in ihren verborgenen Wurzeln keine Freiheit anerkannt wird.”

    (aus: Herbert Marcuse – Der eindimensionale Mensch. Studien zur Ideologie der fortgeschrittenen Industriegesellschaft, S. 255 f.)

  8. „Gibt es einen Feminismus, der Frauen nicht vorschreibt, wie sie zu leben haben?“

    Ja, den Feminismus von Wendy McElroy, Hauptvertreterin des individual-anarchistischen Feminismus (und Unterstützerin der Männerrechtsbewegung).

    Der Individual-Feminismus beruht auf dem Grundsatz „A woman´s body, a woman´s right“ (sowie natürlich auch: „a man´s body – a man´s right“), was soviel bedeudet wie „Über den eigenen Körper und die eigene Lebensweise hat allein das menschliche Individuum zu bestimmen“.

    Den Leitspruch: „The personal ist political“ des Mainstream-Feminismus lehnt Wendy McElroy ausdrücklich ab. Sie stellt ihm stattdessen einen neuen Leitspruch gegenüber: Das Persönliche ist nicht politisch. Das Persönliche ist persönlich. („The personal ist personal“.)

  9. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

  10. Pingback: „Männlicher Feminismus ist eine soziale Krankheit, eine Perversion der Feministinnenbewegung“ | Alles Evolution

  11. Pingback: Argumente gegen antifeministische Behauptungen (@andreteilzeit) | Alles Evolution

  12. Pingback: Gesprächsattrappen, Nazihappen, Jammerlappen – Monatsrückblick Juli 2014 – man tau

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.