Selbermach Samstag XCI

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

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131 Gedanken zu “Selbermach Samstag XCI

  1. Keine Studie, nichts systematisches, aber mir selbst fiel etwas auf, was vielleicht eine nähere Betrachtung wert wäre: Die falschen Freunde des Feminismus!

    Es geht dabei um männliche Maskulismus- oder MRA-Hasser und -verächter. Immer wieder fällt mir bei diesen nämlich auf, dass sie keineswegs „lila Pudel“ oder männliche Feministen sind, sondern im Grunde gerade ein (uneingestanden) starres, altes Männerbild haben, das sie von Männerrechtlern bedroht fühlen. Sie „klären auf“, dass MRA vor allem auf schwache Männer ziele, sie spotten darüber, dass Männer heulen, sie würden irgendwo übergangen und verachten jeden Geschlechtsgenossen, der Gewalt von Frauen einsteckt.
    Dies gestehen sie sich aber meist nicht ein, da sie wissen, dass ein solches Bild heutzutage als überholt gilt. Stattdessen fallen sie in den „Mimimi-Male-Tears“-Chor ein, der ja topakutell und salonfähig ist und ihnen erlaubt, ihre eigene Rückwärtsgewandtheit sogar noch als Progressivität zu verkaufen.

      • Der männliche Feminist ähnlicher Ausprägung glaubt tatsächlich, dass Frauen besser oder universell benachteiligt wären. Dass ein Mann, der bei der Scheidung ausgenutzt wird, dennoch durch irgendein mysteriöses Patriarchat besser dasteht und mächtiger ist, als die Frau, die jetzt sein Geld und seine Kinder bekommt.

        Der „falsche Freund“ hingegen sieht es durchaus als Unrecht, aber nicht als Problem, weil man als Mann gefälligst nicht zu heulen, sondern sich mit seiner supermännlichen Fähigkeit einfach zu erholen hat.

        Ist, gebe ich zu, nicht wirklich etwas, was sich in der Praxis auswirkt, nur eben interessant zu betrachten, wie sich so zuweilen chauvinistische Männer und feministische Frauen zusammentun, weil sie den Männerrechtler beide nicht mögen.

    • @ DMJ

      „Es geht dabei um männliche Maskulismus- oder MRA-Hasser und -verächter. Immer wieder fällt mir bei diesen nämlich auf, dass sie keineswegs “lila Pudel” oder männliche Feministen sind, sondern im Grunde gerade ein (uneingestanden) starres, altes Männerbild haben, das sie von Männerrechtlern bedroht fühlen.“

      MAn darf auch nicht vergessen, dass der Feminismus mit seinen Patriarchatstheorien Männern, die wirklich sexistisch/übergriffig was auch immer… sind, erlaubt, ihre individuelle Verantwortung für ihr Verhalten auf die Gesamtheit aller Männer zu verteilen.

      • „I cried.“

        Das war der Sinn dieses Videos. Alleine die musikalische Untermalung spricht Bände.
        Ziel: Nicht denken, sondern fühlen.
        Die Botschaft: Frauen sind immer das Opfer und verdienen tiefstes Mitleid.

        Daß #LikeAGirl „an insult“ ist, war mich gar nicht so bewußt,wahrscheinlich kenne ich nur Frauen wie die am Ende des Videos.
        Daß Frauen schlecht im Weitwurf sind, ist nun mal so.
        Daß Jungen schlechter in Fremdsprachen sind, ist auch nun mal so, aber bekanntlich deren Faulheit, #LikeABoy, geschuldet.

        • „Die Botschaft: Frauen sind immer das Opfer und verdienen tiefstes Mitleid.“

          Das mag sein, was bei Dir am Ende des Rationalisierungsprozesses als Fazit rausgekommen ist.

          Würdest Du mir die Freude machen, und den tatsächlichen Gefühls-Verlauf näher schildern, kann ruhig kurz gehalten sein.

          Also ich fands zunächst lustig (weil: klar), und ab dem Moment, wo die erste 10-jährige erschien, musste ich weinen (die Rührung kam aber in mehreren Schüben). Das Ende war für mich emotional eher unbedeutend, spannend waren vorallem die ersten ca. anderthalb Minuten. Den Jungen, seine Antwort, fand ich auch wieder sehr amüsant. Schmerzlich vermisse ich hingegen die konfrontative Auflösung mit dem (vermutlich) WHM vom Anfang.

          Was hätte der vermutlich gesagt, sagen können?
          Leg Du ihm doch mal Worte in den Mund, bitte.

        • P.S.
          Ich habs jetzt ein paar Mal gesehen, und es funktioniert noch immer genauso. Tränen, everytime.
          Mein Liebster findet das Ding übrigens auch bewegend.
          Ich überleg schon, wann und unter welchen Rahmenbedingungen ich das mit unserer Großen ansehen will.

        • Letztes #likeagirl, das jemand zu mir gesagt hat, wo ich mir bis jetzt nicht sicher bin, ob ich es als Kompliment oder Beleidigung auffassen sollte:

          „Von hinten siehst Du aus wie ein junges Mädchen.“

          It’s not dead easy.

          :/

        • *“Von hinten siehst Du aus wie ein junges Mädchen.”*

          Falls der Kommentator über einen
          normalen Attraktivitätsfilter
          verfügt sicher ein Kompliment.
          Das heisst dein W/H liegt im
          richtigen Bereich.
          Er hätte ja noch deutlicher werden
          können, da er Dich ja auch von
          vorne gesehen hat.
          „Wenigstens von hinten siehst Du
          wie ein junges Mädchen aus.“

          Das Leben ist nicht fair.

        • Jaaaaa, und jetzt kommt die Auflösung 😉

          Es war nämlich eine Frau, die das sagte.

          Und noch genauer: meine Mutter.

          Vergiftetes Kompliment? Oder doch gänzlich ohne Hintergedanken geäußert? Tippe letzteres.

          Aber interessant find ich den Satz an sich und was er für Gedankenspiele auslösen kann, mit variierender Szenerie/Kontext.

        • „Würdest Du mir die Freude machen…“

          Klar doch, unter Freunden immer 😉

          „und den tatsächlichen Gefühls-Verlauf näher schildern, …“

          Den Verlauf beim ersten Ansehen kann ich nicht exakt rekonstruieren.

          Erwähnen sollte ich mein sehr intensives Gefühl nach dem ersten Ansehen, so einen Psycho-Reklamefilm gesehen zu haben, der ein Markenprodukt anpreist, dessen eigentliche Wirkung in der Beeinflussung deines Unterbewußtseins besteht und der die Kundenbindung verstärken soll. So ungefähr wenn eine Persilreklame eine glückliche Mutter mit strahlenden Kindern zeigt, nachdem die Kinder auch mal im Schlamm spielen dürfen, denn hinterher macht Persil alles wieder ratzfatz sauber. Auch wenn der Name nur 1 Sekunde von den 30 zu sehen ist, aber unterbewußt bleibt hängen: Persil -> Kinder glücklich.

          Das Markenprodukt ist hier natürlich der Feminismus. Das Video ist wirklich professionell gemacht, das hat die Qualität von Persilreklame.

          Zu meinem Gefühls-Verlauf (ich habe mir extra für Dich den Anfang noch mal angesehen): ich hatte spätestens nach ca. 20 Sekunden an der Stelle, wo die beiden Jungen die Mädchen imitieren sollten, einen „Filmriß“, sprich Abreißen der ohnehin nur schwachen Immersion. An der Stelle kam das Gefühl auf, gerade einen Psychotest zu machen, der den Grad meiner politischen Korrektheit überprüft. D.h. ich habe mich ungefähr ab da dauernd gefragt, welchen Effekt die Produzenten mit den einzelnen Szenen erzeugen wollten und womit sie mich manipulieren wollen.

          Geplant oder nicht: das Video ist ja ein Film im Film, das Aufnahmeteam wird mehrfach gezeigt, d.h. es wird gar nicht verheimlicht, daß die Szenen, in denen die Kinder befragt werden, gestellt und nicht natürlich sind. Zumindest wenn man selber mal einen Film gemacht hat, ist einem das klar. Die Szenen sind auch sicher nicht in der Reihenfolge gedreht worden, wie sie im Film erscheinen.

          „Den Jungen, seine Antwort, fand ich auch wieder sehr amüsant.“

          Stand so im Drehbuch.

          „Tränen, everytime.“
          Ist schon OK, Du bist eben eine Frau 😉 Und ich ein Mann ^^

          “Von hinten siehst Du aus wie ein junges Mädchen.”
          = klares Kompliment, wenn es ein Mann gewesen wäre. Ob und wie Mütter und Töchter sich behakeln, liegt jenseits dessen, was Männer jemals verstehen werden.

        • 1. Laufen: 0:45-0:47 die Konterbewegungen aus dem Kniegeleng sind sehr gut zu sehen, aber nur kurz – guess why? Jungen HEBEN die Knie beim laufen. Stoppe einfach mal das Video. Da Mädel hebt die Knie nie! Das ist aber auch das einzige mal, wo man das sieht – es folgen ein Oberkörpershoot und ein Seitwärtsshoot, bei dem man diesen sehr mädchenspezifischen (aber nicht nur) sieht.
          2. Werfen: 0:53 Man sieht wie der Ellenbogen vor der Hand steht, der Arm ist abgeknickt. Jungen in diesem Alter haben meist den Arm schon gestreckt in der Abwurfhaltung und gehen stärker seitwärts mit der Armbewegung (als AUsgleich für die meist noch fehlende Armkraft). Das machen ALL im FIl gezeigten Mädchen.
          3: Boxen: Nach vorne schieben – auch ein sehr mädchenspezifischer Ablauf. Alle machen das so.
          Regina Halmich zeit wie mans macht: Der Ellenbogen geht nach aussen
          Schätzeken – Du bist blind.

          Dann kommt der Clou: Es wird die Frage gestellt, was damit gemeint ist.
          Und damit werden die Jungen(Kinder) in einen Kontext gestellt, der ganz anders ist – eigentlich würde ich so etwas als Missbrauch bezeichen.

        • „Da Mädel hebt die Knie nie!“

          Unfug.

          Wurftechnik wäre sicherlich verbesserungsfähig, aber anders als der Stereotyp zeigte, holt sie sehr wohl die Kraft aus der Schulter und rotiert auch über die Längsachse.

          „Regina Halmich zeit wie mans macht: Der Ellenbogen geht nach aussen“

          Die Aufgabe lautete aber gar nicht „boxen“.

        • @ muttersheera

          Wo, muttersheera, haben denn die Stereotype, die hier zur Darstellung gebracht wurden, ihre Ursache?

          Setzt die eine böse Macht in Umlauf oder bilden sie sich durch Beobachtung der Realität?

          Ich habe genügend Mädchen gesehen, die genau so laufen (und nur wenige Jungen), ich habe genügend Mädchen gesehen, die genau so werfen (und nur wenige Jungen), ich habe genügend Mädchen gesehen, die genau so kämpfen (und nur wenige Jungen).

          Sehe ich diese Stereotype in die Realität hinein oder ziehe ich sie aus der Realität heraus?

          Was denkst Du?

          *Thus, while the differences in most motor performance tasks between boys and girls prior to puberty have been attributed to environmental factors, some of the differences in throwing performance appears to reflect biological characteristics, even as early as 5 years of age.*

          http://www.tandfonline.com/doi/abs/10.1080/02701367.1986.10608088

        • „Wo, muttersheera, haben denn die Stereotype, die hier zur Darstellung gebracht wurden, ihre Ursache?“

          In kurz: wesentlich in der Anpassung ans (hetero-)männliche Begehrensmuster.

        • @ muttersheera

          *In kurz: wesentlich in der Anpassung ans (hetero-)männliche Begehrensmuster.*

          Du meinst also, Mädchen „erlernen“ solche Bewegungsmuster, um Männern zu gefallen?

          Von wem?

          Wer macht ihnen das vor?

          Und wieso glaubst Du, das mache Männer an?

          Es wirkt lächerlich, muttersheera, wir Jungen haben uns lustig gemacht über die armen Mädchen, die so agierten (gemeinsamer Sportplatz mit dem benachbarten Lyzeum).

          Obwohl die Mädchen darunter litten, waren sie nicht in der Lage, andere Bewegungsmuster an den Tag zu legen.

        • diesmal gebe ich dir recht, @muttersheera: erfolgreichen männern zu gefallen ist ein evolutionsnärer vorteil für die frau und die entsprechenden merkmale haben sich im genetischen pool der frau angereichert. willkommen im club, schwester 🙂

        • „wir Jungen haben uns lustig gemacht über die armen Mädchen, die so agierten“

          Und dabei offenbar nur mehr diese wahrgenommen, und nicht auch noch diejenigen, die sich nach Kräften bemühten?
          Nur so als Frage.

          „Du meinst also, Mädchen “erlernen” solche Bewegungsmuster, um Männern zu gefallen?

          Von wem?

          Wer macht ihnen das vor?

          Und wieso glaubst Du, das mache Männer an?

          Es wirkt lächerlich“

          in der Tat, besonders, wenn Du zu glauben scheinst, dass Mädchen/Frauen irgendwie anatomiebedingt nicht anders laufen _könnten_ (auf flachen Schuhen jetzt, schon klar…)

        • @ muttersheera

          *Und dabei offenbar nur mehr diese wahrgenommen, und nicht auch noch diejenigen, die sich nach Kräften bemühten?
          Nur so als Frage.*

          O doch, sicher haben wir auch die anderen wahrgenommen, einige davon fanden wir hübsch. Aber denen wollten wir ja gefallen.

          Zielscheibe des Spottes waren die anderen.

          *in der Tat, besonders, wenn Du zu glauben scheinst, dass Mädchen/Frauen irgendwie anatomiebedingt nicht anders laufen _könnten_ (auf flachen Schuhen jetzt, schon klar…)*

          Das ist keine Frage des Glaubens, sondern tatsächlich so.

          Frauen zeigen, u.a. auch anatomisch bedingt (andere Winkelstellung wichtiger Gelenke), ein anderes Bewegungsmuster als Männer.

          Sonst wäre es nicht möglich, Männer und Frauen allein aufgrund abstrahierter Strichmännchenbewegungen, in die reale, abgefilmte, sich bewegende (Gang, Lauf) Männer und Frauen computergrafisch übersetzt wurden, sicher zu unterscheiden.

          Bei den meisten Frauen wirkt das weibliche Bewegungsmuster stimmig und nicht lächerlich. Bei relativ vielen aber doch, gerade wenn sie laufen, werfen, boxen.

        • Also ich glaub, die meisten Mädels meiner Schulzeit, die dem Stereotyp nahekommende Bewegungsabläufe gezeigt haben beim Laufen z. B., waren sogar außerordentlich hübsch (und dafür dann in anderen Sportarten, namentlich sowas wie Turnen/Ballett, begabt). Bei denen eierten dann die Füße und Hände so ein bißchen komisch rum im Vergleich.

          Ich halte das tatsächlich in gewissem Maße für ein Ästhetik-Problem: der Wille, sich zu verausgaben, stößt an die Gender-Grenze, und der Konflikt wird aufgelöst zugunsten der Geschlechtsidentität – nicht zugunsten des eigenen (gegenwärtigen wie zukünftigen) Erfolgs.
          Könnte man auf so viel übertragen…

        • Orrr, ich hab gerad Bock zu erzählen, wer mir als Teenager eingeredet hat, ich wär ein Krüppel:

          Ärzte!

          Cool war:

          Ich hatte zwischenzeitlich mal ein Röntgenbild zum Aufklappen in Lebensgröße von mir!

          Doof war:

          sämtliche Diagnosen und das Schreckensszenario, welches sie mir nahezulegen versuchten.

          Kostprobe:

          nach einer wilden Party (ich war 15) hatte ich mir den Rücken verrengt (nicht meine Aussage!). Und der entsprechende Doc meinte mir mitteilen zu müssen: „in spätestens zehn Jahren brauchst Du eine künstliche Hüfte rechts“…

          I fucking hate them!

        • @ muttersheera

          *Also ich glaub, die meisten Mädels meiner Schulzeit, die dem Stereotyp nahekommende Bewegungsabläufe gezeigt haben beim Laufen z. B., waren sogar außerordentlich hübsch (und dafür dann in anderen Sportarten, namentlich sowas wie Turnen/Ballett, begabt). Bei denen eierten dann die Füße und Hände so ein bißchen komisch rum im Vergleich.*

          Aber nicht, wenn sie rannten, „kämpften“ oder Bälle mit großer Wucht zu werfen versuchten.

          Das Mädchen mag so hübsch sein wie es will, wenn sie mit Schwung ausholt und der Ball fällt ihr dann auch noch über’m Kopf hinten aus der Hand, weil sie sich mit den Füßen verhaspelt, landet hinter ihr (oft genug passiert), dann gibt es bei den zuschauenden Jungs leider kein Halten mehr. Es wird gelacht und gegröhlt (weshalb wir ja auch eigentlich nicht zuschauen durften, kam nur vor, wenn die Mädchen spät dran waren und noch nicht abgerückt und wir sehr früh angerückt waren, dauerte also nie länger als ca. 5 – 10 Minuten, unser Zusehen).

        • Ey, keine Sorge:
          meine Schwächen waren Hoch- und Weitsprung (ich weiß sogar noch meine lächerlichen Bestleistungen…), im Laufen war ich ok (aber nicht so gut wie wenn da noch Hürden standen), und meine Ehrenurkunden hab ich immer nur Dank Schlagballweitwurf gekriegt. Im Kugelstoßen war ich auch gut „für ein Mädchen“ und beim Speerwurf konnte ich erst so richtig überraschen.
          Hat ich alles auch schonmal erzählt, mein ich.
          Ebenso wer mich jahrelang trainierte, nech?
          http://de.wikipedia.org/wiki/Sabine_Everts

          Gib allen Mädchen solche Trainerinnen.
          Und Du wirst keine mehr sehen, die so ne Show abzieht.

        • *ein Ästhetik-Problem: der Wille, sich zu verausgaben, stößt an die Gender-Grenze, und der Konflikt wird aufgelöst zugunsten der Geschlechtsidentität – nicht zugunsten des eigenen (gegenwärtigen wie zukünftigen) Erfolgs.*

          denk ich such immer, wenn ich ballet tanze, @muttersheera. da sind grazile menschen krass privilegiert. die gender-grenze steht zwischen mir und nachhaltigem erfolg.

        • „Ich will ja nicht fies werden, aber: hattest Du nicht irgendein Augen- bzw. Sehproblem (Stichwort Braille)?“

          Ein schönes Beispiel des Verlustes sozialer Restkompetenz durch Feminismus.

          Neger sind nicht intelligent, Juden raffgierig und sehbehinderte können keine Bewegungsabläufe beurteilen, weil eine Frau im Internet unter Sehbehinderung „blind“ versteht.
          Unter der dünnen Tünche der Feministin kommt das durch und durch habituelle Überlegenheitsgefühl einer Mittelklasseschranze zum Vorschein. Sehr schön.

          Ich will aber nicht ausbreiten wo wie und was ich mir den Scheiss zugezogen habe. W.ir sind kein Mädchengesprächskreis oder Therapiestund w- oder lies mal anlässlich des Shakespeare-Jubiäums „Coriolan“, sehr instruktiv diesbezüglich

  2. Spannend, ein Blogeintrag von Sanczny, mit dem ich grundsätzlich konform gehe. Was natürlich auch daran liegt, daß sie einiges nicht weiter ausgeführt hat. „Intervention“, „Patriarchat“ und „heterosexuelle Hegemonie“

    http://sanczny.blogsport.eu/2014/06/27/fuck-up-des-monats-emma-magazin/

    Es zeigt aber halt auch, daß die schwarzerschen Positionen –abseits vom einigenden Männerhaß– nicht (mehr?) die hauptsächlichen Strömungen im Feminismus widerspiegeln.

    • Sehr interessant, danke Gerhard.
      Ich finde den ideologischen Konflikt zwischen (vulgär-)poststrukturalistischem Gender & Queer-Feminismus (hier vertreten durch Sanczny) und klassischem Radikalfeminismus (in dessen Tradition die Emma steht) äußerst interessant und spannend.

      Ich hatte ja beim vorletzten Selbermach-Samstag auch schon einen Text zu diesem Thema gepostet, bei dem es um einen Konflikt zwischen Radikalfeministinnen und Gender/Queer-Feministinnen zur Frage des Zugangs von Mann-zu-Frau-Transsexuellen zu feministischen Konferenzen ging:

      http://genderidentitywatch.files.wordpress.com/2013/08/forbidden-discourse_-the-silencing-of-feminist-criticism-of-e2809cgendere2809d-_-pandagon.pdf

      Beide Hauptströmungen des radikalen Feminismus krachen zunehmend zu verschiedenen Fragen aufeinander (außer leider bezüglich ihrer Ignoranz gegenüber männlichen Diskriminierungen und sozialen Problemlagen, diesbezüglich sind sich beide leider einig.)

      Eine Feminismuskritik, die die unterschiedlichen Positionen dieser beiden Hauptsströmungen des zeitgenössischen Feminismus in westlichen Gesellschaften z.B. zu Themen wie Sexarbeit, Pornographie, BDSM; Multikulturalismus, Intersektionalität, Transsexualität, z.T. auch Homosexualität nicht angemessen berücksichtigt, ist auf der analytischen Ebene nicht besonders ernst zu nehmen.

      • Leszek, „Eine Feminismuskritik, die die unterschiedlichen Positionen […] nicht angemessen berücksichtigt, ist auf der analytischen Ebene nicht besonders ernst zu nehmen.“

        Das mag ja stimmen und die analytische Ebene macht sicher irgendwie Spaß. Aber eigentlich finde ich Feminismuskritik um ihrer selbst Willen nicht so spannend. Sollen die doch ihr dämliches Geschwurbel treiben wie sie wollen. Geht mir mit Scientology auch nicht anders.

        Interessant für mich wird es doch nur, wenn diese faschistische Pseudoreligion reale Auswirkungen auf die Gesellschaft und damit auch mich hat. Es ist mir also egal ob Männerhaß von Sanzny, Schrupp oder Schwarzer kommt. Interessant fand ich halt, daß erstens zumindest oberflächlich halbwegs vernünftige Gedankenfragmente von Sanczny kommen (und man also potentiell auch mit vernünftigeren Leuten aus diesen Lagern einer Meinung sein kann) und zweitens stupides Gegenschwarzern vielleicht gefährlicheren Männerhasserinnen eher hilft als schadet.

        • @ Gerhard

          „Interessant für mich wird es doch nur, wenn diese faschistische Pseudoreligion reale Auswirkungen auf die Gesellschaft und damit auch mich hat.“

          Klar, aber die gesellschaftlichen Auswirkungen sind ja von den Theorien (und Unterschieden in diesen) nicht zu trennen, ich habe unten ja ein Beispiel dafür gegeben.

          „Interessant fand ich halt, daß erstens zumindest oberflächlich halbwegs vernünftige Gedankenfragmente von Sanczny kommen (und man also potentiell auch mit vernünftigeren Leuten aus diesen Lagern einer Meinung sein kann)“

          Falls du damit andeuten willst, bei Sanczny könne es sich eventuell um eine potentiell vernünftige Feministin handeln, müsste ich ein bißchen grinsen, denn noch durchgeknallteres Zeug als auf ihrem Blog findet sich in der feministischen Blogsphäre eher selten.
          Dieser Artikel ist da mal eine Ausnahme.

        • „Klar, aber die gesellschaftlichen Auswirkungen sind ja von den Theorien (und Unterschieden in diesen) nicht zu trennen, …“

          Mir eigentlich egal. Die Männerverteufelung gehört zum Feminismus. Die Theorien dahinter können den Opfern doch wurst sein.

        • Leszek, „Falls du damit andeuten willst, bei Sanczny könne es sich eventuell um eine potentiell vernünftige Feministin handeln,“

          Um Gottes Willen! Nicht, daß hier ein Mißverständnis aufkommt. Und trotzdem nähert sie sich einer männerrechtlichen Position, wenn sie die Emma hier kritisiert.

        • Leszek glaubt, daß irgendein Schwein diese subtilen Unterschiede interessieren.

          Ich bin immer wieder amüsiert über den weltfremden und verkopften Zugang, den Leszek zu diesem Thema hat.

          Diese ganze Scheiße wird krachend in sich zusammenfallen, und zwar ganz ohne tiefschürfende Analysen. Den normalen Mann auf der Straße interessiert das sowieso nicht und selbst mir als Intellektuellen geht das am Arsch vorbei. Ich habe Wichtigeres, wofür ich meine geistigen Ressourcen verschwende.

          Viel wichtiger sind die ganz normalen Lügen, die der Feminismus verbreitet. Die müssen kommuniziert und multipliziert werden.

        • @ Kirk

          „Leszek glaubt, daß irgendein Schwein diese subtilen Unterschiede interessieren.“

          Mir ist schon klar, dass viele Feminismuskritiker von feministischer Theorie wenig Ahnung haben und sich nicht sonderlich dafür interessieren, (was ja auch einer der Gründe dafür ist, dass sie in akademischen Kreisen nicht besonders ernst genommen werden).

          „Ich bin immer wieder amüsiert über den weltfremden und verkopften Zugang, den Leszek zu diesem Thema hat.“

          Tja Kirk, das nennt man einen wissenschaftlichen Zugang, der um Objektivität bemüht ist.
          Du bist doch nicht etwa ein Gegner der Wissenschaft?
          Das würde deine Mentalität ja in die Nähe des Radikal- und Gender-Feminismus rücken, dort ist Wissenschaftlichkeit und Bemühen um Objektivität ebenfalls nicht besonders beliebt.

          „Diese ganze Scheiße wird krachend in sich zusammenfallen, und zwar ganz ohne tiefschürfende Analysen.“

          Dein schon häufiger wiederholtes Postulat eines spontanen Verschwindens erscheint angesichts der Institutionalisierung problematischer Form des Feminismus doch als eine etwas naive Annahme.

          „Den normalen Mann auf der Straße interessiert das sowieso nicht“

          Die primäre Zielgruppe einer wissenschaftlich fundierten Feminismuskritik von links wurde von mir in diesem Strang ja auch genannt.

          Und des weiteren: Was den „normalen Mann und die normale Frau auf der Strasse“ interessiert oder nicht, das überlass mal dem normalen Mann und der normalen Frau auf der Strasse. Bei denen handelt es sich nämlich um Individuen und die brauchen keinen „Intellektuellen“ wie dich, der ihnen vorschreibt, wofür sie sich interessieren oder nicht.

          „und selbst mir als Intellektuellen geht das am Arsch vorbei.“

          Ja, das merkt man deiner Feminismuskritik ja auch an.

          „Ich habe Wichtigeres, wofür ich meine geistigen Ressourcen verschwende.“

          Z.B. homophobe Texte zu schreiben oder zu verteidigen.

          „Viel wichtiger sind die ganz normalen Lügen, die der Feminismus verbreitet. Die müssen kommuniziert und multipliziert werden.“

          Es ist zutreffend, dass die Aufdeckung feministischer Lügen und die Verbreitung von um Objektivität bemühten Informationen zu den entsprechenden Themen sehr wichtig ist.

          Ob man aber allein damit einen Paradigmenwechsel (weg vom Paradigma des Radikalfeminismus hin zum Paradigma des Integralen Antisexismus) auf akademischer Ebene bewirken kann – darum ging es mir ja in dieser Diskussion – scheint mir fraglich.

        • @leszek,

          *viele Feminismuskritiker von feministischer Theorie wenig Ahnung haben und sich nicht sonderlich dafür interessieren, (was ja auch einer der Gründe dafür ist, dass sie in akademischen Kreisen nicht besonders ernst genommen werden*

          andersrum wird ein schuh draus: solange sozial- und gender „wissenschaftler“ biologiesche erkenntnisse ausblenden, werden sie von intelektuellen nicht ernst genommen. es ist ja hochnot peinlich, dass populär wissenschaftlich gebildete biologie-laien, jeden sozial- und gender „wissenschaftler“ argumentativ zerlegen können, da die „wissenschaftler“ keine ahnung von biologie haben. in diesem Zusammenhang von objektivität zu sprechen, @leszek, hat ja schon schizophrene züge.

          dass die sw- und gender „wissenschaftler“ in den konventionellen massenmedien die meinungsführerschaft haben, belegt lediglich die umfassende korruption des systems.

        • @ Albert

          Die überwältigende Mehrheit der Sozialwissenschaftler hat nun mal mit Gender Studies nichts am Hut.

          Und in Lehrbüchern speziell zu sozialwissenschaftlichen Sozialisationstheorien, in denen das Thema Geschlecht behandelt wird, werden selbstverständlich alle wichtigen Theorien dazu dargestellt: sowohl die feministische als auch die evolutionspsychologische Perspektive wie auch die psychoanalytische, die lerntheoretische und die kognitionspsychologische Sichtweise zum Erwerb der Geschlechtsidentität:

          (Inhaltsverzeichnis kann abgerufen werden.)

          Ebenso werden übrigens z.B. in dem bekanntesten Lehrbuch zu sozialwissenschaftlichen Konflikttheorien u.a. sowohl die feministische als auch die soziobiologische Sichtweise und zahlreiche weitere dargestellt:

          http://d-nb.info/96444755x/04

          Auch Lehrbücher zur Sozialpsychologie und zur Entwicklungspsychologie enthalten regelmäßig auch Kapitel zu den entsprechenden evolutionär-psychologischen Forschungsbefunden und Theorien.

        • @ Albert

          „dass die sw- und gender “wissenschaftler” in den konventionellen massenmedien die meinungsführerschaft haben, belegt lediglich die umfassende korruption des systems.“

          Neben Korruption ist das auch ein
          Hinweis auf die lausige Bildung
          der Journis.
          Ein sog. Fachjournalist ist jemand
          der kompetent über ein Thema berichten
          kann, von dem er total keine Ahnung
          hat.

        • @ Leszek

          „Perspektive wie auch die psychoanalytische, die lerntheoretische und die kognitionspsychologische Sichtweise zum Erwerb der Geschlechtsidentität:“

          Die Geschlechtsidentität ist also das
          Resultat eines Lernprozesses.

          Zum Glück weiss man das erst seit
          kurzem. sonst wäre unsere Spezies
          schon längst ausgestorben.

        • @leszek, es fällt mir schwer dir das zu glauben. sollte es so sein, wäre es ok, aber mein bisheriger eindruck war, dass sozial-wissenschaftler biologie zum größten teil ausblenden. als gegenbeispiel wurde hier mal ein fachartikel eines soziologen veröffentlicht, der biologie berücksichtigt hat. in der zusammenfassung schrieb er sinngemäß: anscheinend ist es so und so, aber damit wird der gerechtigkeitsaspekt ausgeblendet und deswegen kann da etwas nicht stimmen. das ist keine wissenschaft, das ist ideologie.

        • @ Leszek

          Man kann auch ohne wissenschaftliche Verquastheit und Überintellektualisierung objektive Wahrheiten über den Feminismus aussprechen.

          Das Ende des Feminismus wird nicht dadurch eingeleitet, daß man einem korrupten und wahrheitsfeindlichen System wie es die Universität darstellt, wissenschaftlich darlegt, wie unwahr der Feminismus ist.

          Da reichen auch schon ganz einfache Aha-Erlebnisse, wie ich sie am Ende meines vorletzten Posts geschildert hatte. Der Professor wird sicherlich nun etwas bewußtseinserweiterter sein nach meiner Intervention. In meinem Post habe ich nur einen Teil dieser Konfrontation geschildert. Ich kann jedenfalls sagen, daß dieser Professor eigentlich nicht dumm ist, nur eben in der typischen profeministischen Unbewußtheit verharrte. Ich bin mir sicher, daß er jetzt etwas nachdenklicher ist bei diesem Thema.

          Du scheinst ein bißchen naiv zu sein und zu glauben, daß nur die Oberüber-Wissenschaftlichkeit der Schlüssel für die postfeministische Gesellschaft sei.

          Leszek, dir fehlt es einfach ein gutes Stück an gesundem Menschenverstand. Komm mal aus deiner piekfeinen intellektuellen Kunstwelt heraus.

          Oder lege wissenschaftlich die Lügen der nationalsozialistischen Ideologie dar. Dies wird bestimmt viele Menschen für den Widerstand begeistern oder ihnen die Augen öffnen.

          Facepalm

          PS: Ich mein’s gut mit dir, Leszek. Laß dich ein bißchen von der unbeschreiblichen Weisheit des James T. Kirk beeinflussen.

        • @ Kirk

          *Du scheinst ein bißchen naiv zu sein und zu glauben, daß nur die Oberüber-Wissenschaftlichkeit der Schlüssel für die postfeministische Gesellschaft sei.*

          Wobei ich nicht so freundlich bin, das Wissenschaft zu nennen.

          Für mich ist das schwafelnde Hochstapelei, die dazu dienen soll, „wissenschaftliche“ Evidenz für sozialistische Blütenträume zu schaffen, die nie auch nur in die Nähe der Gefahr geraten dürfen, sich in der Realität bewähren zu müssen über lange Zeit.

          Säkulartheologie ist das, die sozialistische Hoffnungsperspektiven für Gläubige wie Leszek & Co. offen halten soll.

          Nichts dagegen zu sagen übrigens, auch für diese Säkularreligiösen gilt Religionsfreiheit.

          Aber ihre Glaubenslehre als um Objektivität bemühte Wissenschaft zu verkaufen, das ist ein Witz.

          Kein guter.

          Soziologie ist ideologisch korrupt bis auf die Knochen, gehört zu jenem Ballast, den diese Gesellschaft mitzuschleppen gezwungen wird, ein Ballast, für den freiwillig kaum einer FREIWILLIG zahlen würde, weshalb der Steuerzahler ran muss.

        • @ Kirk

          „Man kann auch ohne wissenschaftliche Verquastheit und Überintellektualisierung objektive Wahrheiten über den Feminismus aussprechen.“

          Klar kann man auch ohne stärkere theoretische Bezüge Wahrheiten über den Feminismus aussprechen. Tue ich auch häufiger.

          Bei manchen Themen und in manchen Diskussionskontexten ist eine Einbettung des Themas in theoretische Bezüge sinnvoll, in anderen nicht.

          Am besten ist also, man kann beides.

          Für eine Analyse und Kritik bestimmter staatsfeministischer Maßnahmen braucht man nicht unbedingt Kenntnisse feministischer Theorie.

          Für die Aufklärung von feministischen Fehlinformationen zu bestimmten Themen kommt man auch oft ohne aus.

          Bei einer Analyse und Kritik bestimmter Konzepte des radikalen Feminismus wird´s schon schwieriger, da muss der theoretische Zusammenhang schon häufiger mitberücksichtigt werden.

          Geht es konkret um ein genaueres Verständnis bestimmter feministischer Strömungen und deren Einflüsse, dann sind Kenntnisse in feministischer Theorie notwendig.

          In dieser Diskussion hier ging es ganz spezifisch um eine Feminismuskritik, die in geistes- und sozialwissenschaftlichen Kreisen ernst genommen wird und zu einem Übergang vom Paradigma des Radikalfeminismus zu einem Paradigma des Integralen Antisexismus (wie ich dies bezeichne) in akademischen Kreisen beitragen kann.
          Dafür braucht es offensichtlich Kenntnisse feministischer Theorie.

          Kommt also immer auf den jeweiligen Kontext an.

          „Ich mein’s gut mit dir, Leszek. Laß dich ein bißchen von der unbeschreiblichen Weisheit des James T. Kirk beeinflussen.“

          Ich habe da so meine eigenen Gedanken zum Thema.

        • @Leszek

          Dein schon häufiger wiederholtes Postulat eines spontanen Verschwindens erscheint angesichts der Institutionalisierung problematischer Form des Feminismus doch als eine etwas naive Annahme.

          Du bist wirklich hoffnungslos verblendet. Ich hatte noch nie behauptet, daß der Feminismus spontan verschwinde.

          Deine völlige Rezeptionsapathie zeigt sich leider auch in deinem Umgang mit Leuten wie Pirincci.

          Was sagt ein linker Pharisäer wie du eigentlich zu folgendem Artikel und den darunter stehenden Kommentaren?

          Null Respekt – Polizistin klagt über straffällige Einwanderer

          Sind Leser von Sarrazin und Pirincci alles ausländerfeindliche Vollidioten?

          Ich bin wirklich fassungslos über Leute wie dich. Gerade weil du immer mit deinen Standardphrasen von Rationalität und Wissenschaftlichkeit kommst, selbst aber völlig irrational und selektiv in der Betrachtung der Wirklichkeit bist.

      • @ ddbz

        „Mir eigentlich egal.“

        Das ist mir schon klar.

        „Die Theorien dahinter können den Opfern doch wurst sein.“

        Will man ihre ideologische Hegemonie durchbrechen und ihren Einfluss auf Akademia, Medien und Politik beenden – dann nein.

        • @ Leszek

          *Will man ihre ideologische Hegemonie durchbrechen und ihren Einfluss auf Akademia, Medien und Politik beenden – dann nein.*

          Wenn Feminismus rational bestimmt wäre, hättest Du Recht.

          Ist er aber nicht.

          Er ist diskursiv nicht zu erledigen.

          Sondern nur therapeutisch und/oder „machtpolitisch“.

          Gleichberechtigung auch für Männer – und die Sache ist gegessen.

          Aber nur zu, schadet ja nicht, es zu versuchen.

        • @ Leszek

          Das ist Dir eben nicht klar, wie so vieles …

          Du kannst mit Deinem altklugem Differenzieren des Feminismus dessen Einfluß nie durchbrechen. Denn wenn Du den einen Feminismus meinst erfasst zu haben, behaiupten die vermeintlich Gefassten, sie hätte aber einen gaaanz anderen Feminismus. Schon kannst Du wieder neu anfangen.

          Welchem Feminismus zB meinst Du hängt unser Frauenministerin denn wohl an und welcher Feminismus hat den Matheprof an der Humbug- Uni- Berlin verhindert … und was glaubst Du hat der abgelehnte und veräppelte Bewerber von diesem Wissen?

        • @ ddbz

          „Du kannst mit Deinem altklugem Differenzieren des Feminismus dessen Einfluß nie durchbrechen.“

          Eine Feminismuskritik ohne Hand und Fuß, ohne Kenntnisse und Differenzierungen hat auf akademischer Ebene keine große Chance ernstgenommen zu werden. Daher kann der Einfluss radikaler Formen des Feminismus

          https://allesevolution.wordpress.com/2014/03/30/das-paradigma-des-radikalfeminismus/

          auf dieser Ebene nicht ohne „altkluges Differenzieren“ durchbrochen werden. Geistes- und Sozialwissenschaftler werden eine Feminismuskritik nicht ernstnehmen oder aufgreifen, wenn klar ist, dass die Feminismuskritiker nicht wissen, wovon sie reden.

          „Denn wenn Du den einen Feminismus meinst erfasst zu haben, behaiupten die vermeintlich Gefassten, sie hätte aber einen gaaanz anderen Feminismus“

          Das ist Geschwätz.
          1. Was eine bestimmte feministische Strömung vertritt lässt sich ihren Schriften entnehmen.
          2. Welche Formen des Feminismus problematisch sind und welcher nicht lässt sich in der Regel genauso klar bestimmen wie welche Formen des Feminismus einflussreicher sind als andere.
          3. sind die Zielgruppe einer antiautoritären und antisexistischen Kritik an autoritären und sexistischen feministischen Strömungen nicht primär die Vertreter dieser problematischen feministischen Strömungen, sondern vielmehr Geistes- und Sozialwissenschaftler, Journalisten, politische Theoretiker und Aktivisten und Politiker. Es geht darum den Mainstream zu erreichen.
          4. Wenn eine problematische feministische Strömung unter dem Druck berechtigter Kritik tatsächlich einige ihrer kritikwürdigen Positionen revidieren würde, wäre dies eine gute Sache.

        • @ Leszek

          „Sozialwissenschaftler werden eine Feminismuskritik nicht ernstnehmen oder aufgreifen, …“

          Sollen die Kritiker den Sosialwissenschaftlern auch noch die Doktorarbeiten schreiben, wenn geht in geschlechtergerechter Sprache, weil die Arbeiten sonst nicht zugelassen werden?

          SWler können oder wollen also nicht selbstständig bestimmte soziale und gesellschaftliche Erscheinungen untersuchen?

          Ja, so ähnlich dachte ich mir das schon …

          „Wenn eine problematische feministische Strömung unter dem Druck berechtigter Kritik tatsächlich einige ihrer kritikwürdigen Positionen revidieren würde, wäre dies eine gute Sache.“

          Ein naiver Träumer bist Du, fast schon wieder süß! :mrgreen:

        • @ ddbz

          „Ein naiver Träumer bist Du, fast schon wieder süß!“

          War eine Bezugnahme auf folgenden Satz von dir:

          „Denn wenn Du den einen Feminismus meinst erfasst zu haben, behaiupten die vermeintlich Gefassten, sie hätte aber einen gaaanz anderen Feminismus”

        • @ ddbz

          „Ein beliebtes feministisches Spiel ist “moving target”, wirst Du bestimmt schon von gehört haben.“

          Dieses Spiel wird umso schwieriger, je besser sich der Feminismuskritiker auskennt.

        • @ Leszek

          „Will man ihre ideologische Hegemonie durchbrechen und ihren Einfluss auf Akademia, Medien und Politik beenden – dann nein.“

          Wird die Müllhalde zu gross und zu
          stinkend, dass ein Sortieren mit
          einem kleinen Schäufelchen nichts
          mehr bringt, nimmt Mann besser eine
          grosse Planierraupe und stösst das
          Ganze über die Klippe. Das Material
          ist, obwohl zum Teil recht giftig,
          weitgehend biologisch abbaubar.
          Es genügt ein paar Proben in
          sicheren Behältnissen aufzuheben.
          Über dieses Material können dann
          später irgendwelche Halbidioten
          Dissertationen schreiben.

        • @ Red Pill

          Klar, Red Pill.
          Kritik nach dem Motto: „Ich weiß zwar nicht, wovon ich rede, aber das mit Kraft“ ist fraglos sehr effektiv (wenn man sich lächerlich machen will).

        • @ Leszek

          *4. Wenn eine problematische feministische Strömung unter dem Druck berechtigter Kritik tatsächlich einige ihrer kritikwürdigen Positionen revidieren würde, wäre dies eine gute Sache.*

          Eine feministische Grundhaltung/Weltanschauung basiert aber nicht auf rationaler Analyse.

          Nur dann wäre sie mit rationalen Argument auszuhebeln.

          Feminismus ist weithin nur die Rationalisierung einer gefühlten „Wahrheit“, einer tiefen Misandrie, die Gründe sucht.

          Entkräftet Du die Gründe, bleibt immer noch die Misandrie, die sich neue Gründe suchen wird.

          Feminist.I.nnen sind nicht zu überzeugen, sondern nur zu entmachten oder, vielleicht, zu therapieren durch die Erfahrung einer geglückten Liebe.

          Im Übrigen, Leszek, vertrittst Du eine Sozialwissenschaft, die ich nicht ernst nehme, absurd weltfremd.

          In diesen Kreisen Anerkennung zu finden, mag für Dich interessant sein.

          Für mich hieße das, mir ein Narrenhütchen aufzusetzen und mitzutröten.

          Man kann diese „Wissenschaft“, die sich noch in der Position wähnt, zu entscheiden, was „in ihren Kreisen“ ernst genommen werden kann/was nicht, getrost ihrem Schicksal überlassen.

          Sie wird mit der dekadenten Gesellschaft, die sie alimentiert, untergehen.

          Eine Sumpfblüte wie der Feminismus auch, ohne Ertrag, ohne Mehrwert – Glasperlenspiele.

        • @ Roslin

          „Eine feministische Grundhaltung/Weltanschauung basiert aber nicht auf rationaler Analyse.
          Nur dann wäre sie mit rationalen Argument auszuhebeln.“

          Meine Formulierung war eine Bezugnahme auf folgenden Satz von ddbz:

          “Denn wenn Du den einen Feminismus meinst erfasst zu haben, behaiupten die vermeintlich Gefassten, sie hätte aber einen gaaanz anderen Feminismus”

          Dazu schrieb ich:

          „Wenn eine problematische feministische Strömung unter dem Druck berechtigter Kritik tatsächlich einige ihrer kritikwürdigen Positionen revidieren würde, wäre dies eine gute Sache.“

          Darüber hinaus habe ich schon hin und wieder erlebt, dass Feministinnen oder Feministen bestimmte Sichtweisen in Diskussionen mit mir revidiert haben, wenn ich gute Argumente hatte.
          Nun gut, wird eine Alice Schwarzer oder Lantzschi wohl eher nicht tun, aber auch da gibt es solche und solche Personen. Menschen sind nämlich Individuen.

          „Feminismus ist weithin nur die Rationalisierung einer gefühlten “Wahrheit”, einer tiefen Misandrie, die Gründe sucht.“

          Das ist m.E. wenig mehr als eine oberfächliche und unzulässig verallgemeinerte Phrase ohne nennenswerten analytischen oder wissenschaftlichen Wert.

          „Im Übrigen, Leszek, vertrittst Du eine Sozialwissenschaft, die ich nicht ernst nehme, absurd weltfremd.“

          Ich vertrete vor allem eine Sozialwissenschaft, von der du keine Ahnung hast, bezüglich derer dir ausreichende Grundkenntnisse fehlen und die du daher ohnehin nicht dazu in der Lage bist fundiert zu kritisieren.

          Deine „Kritiken“ an den Geistes- und Sozialwissenschaften sind überwiegend Phrasen, Propaganda, dummes Geschwätz und Heuchelei – nichts das irgendeinen wissenschaftlichen Wert hätte.
          Eben das gleiche Niveau, wie das von Gender-Ideologen, die aus ideologischen Gründen den gesamten biologischen Forschungsstand zu Geschlechtsunterschieden verwerfen, ohne ihn zu kennen.
          Das Gleiche in grün, nur umgekehrt.

          „In diesen Kreisen Anerkennung zu finden, mag für Dich interessant sein.“

          Hier geht es aber nicht um mich, sondern darum, wie man eine Kritik an autoritären und sexistischen Formen des Feminismus sowie ein Bewusstsein über die Realität männlicher Diskriminierungen und sozialer Problemlagen möglichst schnell in den Mainstream bringen kann.

        • @leszek, du findest anscheinend gefallen am niveau-limbo:

          *hin und wieder erlebt, dass Feministinnen oder Feministen bestimmte Sichtweisen in Diskussionen mit mir revidiert haben*

          eine offensichtliche verallgemeinernde aussage roslins, konterst du mit exotischen ausnahmen. damit tust du dir einen bärendienst. du merkst gar nicht wie unsachlich du argumentierst:

          *Das ist m.E. wenig mehr als eine oberfächliche und unzulässig verallgemeinerte Phrase ohne nennenswerten analytischen oder wissenschaftlichen Wert.*

          anstatt ein sachliches argument zu nennen, diskreditierst du die aussage als „oberflächlich“, „unzulässig“ und „ohne wert“.

          um dieses argument zu stärken bist du dir nun nicht zu schade, zum beliebten rhetorischen kunstgriff der selbstbeweihräucherung zu greifen:

          *Ich vertrete vor allem eine Sozialwissenschaft, von der du keine Ahnung hast, bezüglich derer dir ausreichende Grundkenntnisse fehlen und die du daher ohnehin nicht dazu in der Lage bist fundiert zu kritisieren.*

          vergisst dabei aber vollständig, dass du dich hier ausgiebig als kompetenten sozial-„wisseschaftler“ inszenierst. darf man daraus rückschlüsse auf den „allgemeinen“ zustand der deutschen sozial-„wissenschaften“ ziehen, @leszek, oder muss man dazu erst ein buch für erstsemester schreiben?

        • @ Albert

          „eine offensichtliche verallgemeinernde aussage roslins, konterst du mit exotischen ausnahmen. damit tust du dir einen bärendienst. du merkst gar nicht wie unsachlich du argumentierst:“

          Meine Aussage war in Bezug auf die Anzahl von Personen in feministischen Kreisen die – eine konstruktive Gesprächssituation und -führung vorausgesetzt – potentiell kritikfähig hinsichtlich problematischer feministischer Theorien sind, eigentlich agnostisch gemeint.
          Ich weiß nicht, wie hoch dieser Anteil ist – habe aber im Gegensatz zu Roslin diesbezüglich nicht nur negative Erfahrungen gemacht.

          Allerdings hatte ich ja bereits darauf hingewiesen, dass die primäre Zielgruppe einer wissenschaftlich fundierten Feminismuskritik nicht primär die Anänger der kritisierten feministischen Theorien selbst sind.

          „anstatt ein sachliches argument zu nennen, diskreditierst du die aussage als “oberflächlich”, “unzulässig” und “ohne wert”.“

          „Die sind halt misandrisch“ gibt nun einmal als Erklärung wenig her. Eine ernsthafte Erklärungshypothese müsste z.B. auch in Rechnung stellen, dass einige Theorien des radikalen Feminismus SCHEINBAR plausible Erklärungen für Frauen bieten, die bestimmte negative Erfahrungen gemacht haben.

          Für eher „maskuline“ Frauen, die die Erfahrung gemacht haben, dass während ihrer Sozialisation versucht wurde, sie in die traditionelle weibliche Geschlechterrolle zu pressen oder für lesbische Frauen, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung diskriminiert wurden und die zudem heterosexuelles Begehren schwer nachvollziehen können oder z.B. für Frauen, die Erfahrungen mit sexueller oder häuslicher Gewalt gemacht haben, können die pseudowissenschaftlichen und falschen Theorien des radikalen Feminismus nun einmal als plausibel erscheinen, wenn keine gegenläufigen Informationen und Erklärungsmodelle vorhanden sind.

          Sie vermitteln SCHEINBAR plausible Erklärungen für die Ursachen solcher (und anderer) negativer Erfahrungen und eröffnen SCHEINBARE Perspektiven zur rationalen Einordnung sowie bestimmte Bewältigungsstrategien (wenn auch fehlgeleitete).
          Zum Beispiel sind solche Konzepte wie Rape Culture, Definitionsmacht oder die Forderung nach dem Zustimmungsprinzip als soziale und kulturelle Norm ja ziemlich genau auf Bedürfnisse nach kognitiver Einordnung und emotionaler Bewältigung von Frauen mit sexueller Gewalterfahrung zugeschnitten. Wenig verwunderlich also, dass diese problematischen Konzepte von manchen Betroffenen nicht durchschaut werden.

          „um dieses argument zu stärken bist du dir nun nicht zu schade, zum beliebten rhetorischen kunstgriff der selbstbeweihräucherung zu greifen:“

          Dummerweise ist es keine Selbstbeweihräucherung festzustellen, dass jemand in seinen Kritiken regelmäßig nicht weiß, wovon er spricht. Das wurde Roslin übrigens auch schon von anderen Leuten mitgeteilt.

        • @ Leszek

          **Ich vertrete vor allem eine Sozialwissenschaft, von der du keine Ahnung hast, bezüglich derer dir ausreichende Grundkenntnisse fehlen und die du daher ohnehin nicht dazu in der Lage bist fundiert zu kritisieren.*

          Ich verspüre auch nicht die geringste Lust, meinen Bildungshorizont hier zu erweitern.

          Das, was ich von öffentlich präsentierter Soziologie höre, überzeugt mich nicht.

          Das, was Du hier als „Wissenschaft“ präsentierst, überzeugt mich nicht.

          Es ist wahnhaft verbohrte, sich als „Wissenschaft“ aufspielende Ideologie ohne empirische Basis.

          Es ödet mich zunehmend an in seiner abgehobenen Weltfremdheit.

          Ich habe leider noch nichts von Dir gelernt, noch kein Aha-Erlebnis gehabt.

          Das, was Du hier feilbietest, mag im Kreise Deiner Mitsoziologen und Mitsozialisten von Interesse sein, für mich ist es das nicht.

          Und ich kann Dir versichern, kein Prolet hörte sich dieses Geschwafel länger als eine Minute freiwillig an.

          Recht hat er.

        • @ Roslin

          „Ich verspüre auch nicht die geringste Lust, meinen Bildungshorizont hier zu erweitern.“

          Ich weiß, Roslin.
          Die Gender-Feministin auch nicht.
          So ist das bei verbohrten Ideologen eben.

          „Das, was ich von öffentlich präsentierter Soziologie höre, überzeugt mich nicht.“

          Sagen wir lieber, es wäre ja Arbeit sich über das, was man so kritisiert, vorher ausreichend zu informieren anstatt drauf los zu plärren und das reizt dich nicht so wirklich.

          „Das, was Du hier als “Wissenschaft” präsentierst, überzeugt mich nicht.“

          Wenn man ständig polemische Kritiken an den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie an linken Theorien in die Welt posaunt und auf Nachfrage nach Belegen für die Richtigkeit dieser Kritiken in ca. 99 von 100 Fällen keine Belege präsentieren kann, dann ist über die eigene Wissenschaftlichkeit in dieser Hinsicht eigentlich alles gesagt.

          „Ich habe leider noch nichts von Dir gelernt, noch kein Aha-Erlebnis gehabt.“

          Das macht nichts, Roslin. Das geht sehr verbohrten Menschen eben manchmal so.
          Ich habe von dir aber durchaus schon Dinge gelernt, ich bin da etwas offener für die Teilwahrheiten in anderen Weltsichten als du.

          „Und ich kann Dir versichern, kein Prolet hörte sich dieses Geschwafel länger als eine Minute freiwillig an.“

          Vielen dieser „Proleten“ wird dein naturwissenschaftliches „Geschwafel“ ebenfalls fremd sein.
          Dies ist nun einmal ein Blog auf dem viel über wissenschaftliche Themen diskutiert wird.
          Und mit „Proleten“ redet man nun mal anders anders, wenn man verstanden werden will, als in Diskussionen zu wissenschaftlichen Themen – eine triviale Erkenntnis.

        • es gelingt dir mit erfolg dich selbst zu verwirren, @leszek. roslin, hat argumentiert, das man rational feministen nicht erreicht, da es sich um einen glauben handelt. dem entgegenzuhalten, dass du einige feministinnen kennst, die sich schon mal rational verhalten haben, belegt roslins aussage.

          daran ändern deine länglichen ausführungen zu maskulinen frauen, lesben, rape culture und defma auch nichts. ebensowenig wie der einwurf, dass sich feminismuskritik nicht primär an feministen richtet. damit verwirrst du dich nur.

          und deine aussage:

          *Ich vertrete vor allem eine Sozialwissenschaft, von der du keine Ahnung hast, bezüglich derer dir ausreichende Grundkenntnisse fehlen und die du daher ohnehin nicht dazu in der Lage bist fundiert zu kritisieren.*

          ist eine selbstbeweihräucherung, indem du roslin jede kompetenz absprichst und direkt mit dir vergleichst.

          deine ganzen Ausführungen sind ein offenbarungseid. es müsste dir mit deinem Bildungs- und wissensvorsprung ein leichtes sein die rechtspopulistischen evo-christen zu widerlegen. du kannst es nicht. auch das gender forschungszentrum der heinrich-böll-stiftung muss einen argumentationsleitfaden für die gläubigen herausgeben, damit sie sich gegen den vorwurf der unwissenschaftlichkeit verteidigen können! welch verzweifelte situation!

          es war sicher schlimm für die anhänger der äther-theorie eingestehen zu müssen, dass einstein recht hat und insoweit darf ich dich meines mitgefühls versichern, @leszek:

          *Wenn man ständig polemische Kritiken an den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie an linken Theorien in die Welt posaunt…*

          aber man muss loslassen.

        • @ Albert

          „roslin, hat argumentiert, das man rational feministen nicht erreicht, da es sich um einen glauben handelt. dem entgegenzuhalten, dass du einige feministinnen kennst, die sich schon mal rational verhalten haben, belegt roslins aussage.“

          Wenn ich schon mehrmals die Erfahrung gemacht habe, dass es eben doch Feministinnen/Feministen gibt, die durch rationale Argumente zu erreichen sind, dann widerlegt meine Erfahrung Roslins verallgemeinerte Aussage.
          Ich weiß aber nicht, wie groß bzw. klein der Anteil an Personen in feministischen Kreisen ist, die potentiell rational erreichbar sind, daher mache ich dazu keine Aussagen.

          „daran ändern deine länglichen ausführungen zu maskulinen frauen, lesben, rape culture und defma auch nichts.“

          Diese waren offenkundig eine Antwort auf deine Frage, warum mir Roslins Erklärung („die sind eben misandrisch“) als verkürzt und nicht ausreichend erscheint.

          „ist eine selbstbeweihräucherung, indem du roslin jede kompetenz absprichst und direkt mit dir vergleichst.“

          Nein, ich vergleiche ihn nicht mit mir, noch mit irgendwem sonst.
          Ich stelle lediglich fest, dass er bei diesen Themen häufig kritisiert ohne ausreichende Kenntnisse.
          In dieser Feststellung liegt kein Vergleich.

        • Roslin ist selbst ein Priester, kein Wissenschaftler. Kein Wunder, dass er sich auf der Gegenseite auch nur für PriesterInnen interessiert und nicht für Argumente. Mit denen will er in Wettstreit treten um Seelen der Schafsherde. Er will nicht Argumente widerlegen, sondern gefühlsmäßig einlullen … äh … überzeugen.

          „Ich verspüre auch nicht die geringste Lust, meinen Bildungshorizont hier zu erweitern.

          Das, was ich von öffentlich präsentierter Soziologie höre, überzeugt mich nicht.

          Das, was Du hier als “Wissenschaft” präsentierst, überzeugt mich nicht.

          Es ist wahnhaft verbohrte, sich als “Wissenschaft” aufspielende Ideologie ohne empirische Basis.“

          „Und ich kann Dir versichern, kein Prolet hörte sich dieses Geschwafel länger als eine Minute freiwillig an.“

        • @ ich³

          *Kein Wunder, dass er sich auf der Gegenseite auch nur für PriesterInnen interessiert und nicht für Argumente. *

          Welche interessanten Argumente der Gegenseite sollten mich denn interessieren?

          * Er will nicht Argumente widerlegen, sondern gefühlsmäßig einlullen … äh … überzeugen.*

          Welche Argumente sollen das sein?

          Und nein, ich glaube nicht an die Wirksamkeit missionierender Predigt.

          Jeder Mensch glaubt, was er will und muss und JEDE tiefe verwurzelte Weltanschauung ist zuallererst Ausdruck der psychogenetisch, in Auseinandersetzung mit der Umwelt des Aufwachsens geformten Persönlichkeit, nicht Ergebnis rationaler Analyse.

          Ich glaube an die Katholische Kirche und ihre Lehre, Leszek an den Anarchosyndikalismus, Du an den Marxismus.

          Der einzige von uns Dreien, der zu weiß, dass er in erster Linie ein Glaubender ist, scheine ich zu sein.

          Eure „Wissenschaft“ ist Rationalisierung Eures Glaubens.

          Mehr nicht.

        • Korrektur

          Der einzige von uns Dreien, der zu wissen scheint, dass er in erster Linie ein Glaubender ist, bin offenbar ich.

        • @ Roslin

          „Ich glaube an die Katholische Kirche und ihre Lehre, Leszek an den Anarchosyndikalismus, Du an den Marxismus.“

          Ob du’s glaubst oder nicht, ich finde, die Liberalen haben einige gute Argumente – z.B. was regulierende Eingriffe in den Markt und deren Auswirkungen betrifft. Ich sehe davon aber mehr die Sozialdemokratie als Marx betroffen. Der Geschichtsdeterminismus Marxens ist auch fragwürdig, und ich „glaube“ nicht daran.

          Es ist halt nicht alles Religion, Roslin. Manche Leute sind auch Argumenten zugänglich.

        • @ Roslin

          „Welche Argumente sollen das sein?“

          Die, für die dich laut eigener Angabe aus Prinzip nicht interessierst:

          „Ich verspüre auch nicht die geringste Lust, meinen Bildungshorizont hier zu erweitern.“

        • @ ich³

          *Es ist halt nicht alles Religion, Roslin. Manche Leute sind auch Argumenten zugänglich.*

          Das mögen die ja glauben.

          *“Ich verspüre auch nicht die geringste Lust, meinen Bildungshorizont hier zu erweitern.”*

          Das gilt für die Leszeksche Soziologie. Ich lese ihn hier ja schon eine ganze Weile und das, was er schreibt, ist von geringem erkenntnistheoretischem Charme für jemanden meiner Glaubensrichtung, ist nichts weiter als säkularreligiöser Glaube, Verkündigung und gläubige Interpretation der Wirklichkeit, nicht zwingende Argumentation, sondern der tapfere Versuch, sozialistische Erlösunngshoffnungen entgegen einer tristen Realität aufrecht zu erhalten.

          Da ich meinen Erlösungshoffnungsbedarf anderweitig gedeckt habe, nicht sonderlich interessant für mich.

          Du hattest behauptet, ich interessierte mich nicht für die interessanten Argumente der (feministischen) Gegenseite, sondern nur für deren Priester.I.nnen.

          Ich fragte, welche interessanten Argumente das sein sollen, die mich nicht interessierten.

          Auch Leszek liefert keine Argumente, sondern verweist auf die gläubigen Interpretationen seiner Mitlinken innerhalb der Soziologie, innerhalb der Soziologengemeinde und fordert mich auf, deren Verkündigung solle ich doch bitte als „Wissenschaft“ anerkennen, als objektive Wahrheit, wo ich leider nur Interpretation und gläubiges Für-Wahr-Halten zu erkennen vermag.

          Also noch mal: Welche interessanten Argumente, die wir hier (u.a. vielleicht auch ich) noch nicht hin und her gewendet haben, sollen das sein?

          Auch die bereits um und um gewendeten kannst Du gerne anführen.

          Vielleicht fällt mir dazu ja etwas ein.

          Wenn er z.B. behauptet, Poststrukturalismus sei kein Ausblühen eines ketzerischen Kulturmarxismus, wie ich glaube, eingedenk der Tatsache, dass fast alle Poststrukturalisten vom Marxismus herkamen, eingedenk der Tatsache, dass Derrida im Poststrukturalismus, das taub gewordene Salz des Marxismus wieder schärfen wollte, um der Überwindung der bösen, westlichen, kapitalistischen Gesellschaft besser dienen zu können, sehe ich keinen Grund, seine Interpretation zur meinigen zu machen, nur weil er behauptet, seine sei aber (linke) „Wissenschaft“.

          Mir ist da rechte „Wissenschaft“ wesentlich plausibler.

          https://www.vdare.com/articles/yes-virginia-there-is-a-cultural-marxism

          Wissenschaft ist ja nicht gleich Wissenschaft.

          Es gibt harte Wissenschaften, die messen/experimentieren und weiche, die interpretieren.

          Leszek interpretiert von links, nicht meine Richtung, kein Grund, das als wissenschafltich anzuerkennen und dem meine Reverenz zu erweisen.

        • @ Roslin

          Wenn Sie tatsächlich meinen, dass wir eh alle nur glauben und deshalb rationale Argumente nichts zählen, dann werden Sie vollkommen zu recht nicht ernst genommen. Wie läuft das eigentlich in der Medizin, geben da Ärzte und Wissenschaftler auch einfach nur Glaubensbekenntnisse ab oder versuchen sie, sich gegenseitig mit Argumenten zu überzeugen?

        • @ Roslin

          „Das gilt für die Leszeksche Soziologie.“

          Hier ging es keineswegs um die „Leszeksche Soziologie“ – was auch immer das sein soll – sondern um die Soziologie an sich – mit ihren zahlreichen Forschungsbereichen und Richtungen.

          Ein wichtiger Teil des Forschungsstandes der Soziologie zu verschiedenen Themen ist z.B. nachzulesen im Lehrbuch von Anthony Giddens, Christian Fleck und Marianne Egger DeCampo – Soziologie:

          http://www.amazon.de/Soziologie-Anthony-Giddens/dp/3901402160/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1404055803&sr=1-1&keywords=soziologie+giddens

          Über die Klassiker der Soziologie (Klassiker mit unterschiedlichsten politischer Weltsichten) informieren z.B. die von Dirk Kaesler herausgegeben Bände „Klassiker der Soziologie“:

          http://www.amazon.de/Klassiker-Soziologie-Bd-Auguste-Alfred/dp/3406642977/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1404055907&sr=1-4

          http://www.amazon.de/Klassiker-Soziologie-Bd-Talcott-Parsons/dp/3406420893/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1404055907&sr=1-2

          http://www.amazon.de/Aktuelle-Theorien-Soziologie-Eisenstadt-Postmoderne/dp/3406528228/ref=sr_1_5?s=books&ie=UTF8&qid=1404055907&sr=1-5

          Wer noch nicht mal solche – ODER ANDERE – grundlegende Einführungswerke zur Soziologie kennt, sollte sich davor hüten VERALLGEMEINERTE polemische Aussagen über die Soziologie zu machen. Wer dies dennoch tut, weiß nun mal nicht, wovon er spricht.

          Darum ging es – und das Gleiche gilt selbstverständlich für die gesamten Geistes- und Sozialwissenschaften.

          „Wenn er z.B. behauptet, Poststrukturalismus sei kein Ausblühen eines ketzerischen Kulturmarxismus,“

          Poststrukturalismus ist Poststrukturalismus und nicht Kritische Theorie der Frankfurter Schule.

          Allerdings beurteile ich sowohl die Kritische Theorie als auch den französischen Poststrukturalismus grundsätzlich positiv – als freiheitliche und antiautoritäre linke Traditionen und verteidige sie beide gegen unberechtigte Kritik.

          Erst eine selektive, einseitige und dogmatische US-amerikanische Poststrukturalismus-Rezeption hat die „Political Correctness“ hervorgebracht. Der US-amerikanische Poststrukturalismus ist z.T. autoritär und wird daher von mir kritisiert.

          „eingedenk der Tatsache, dass fast alle Poststrukturalisten vom Marxismus herkamen,“

          Was belanglos ist, denn erstens haben sie die philosophischen Grundlagen klassisch-marxistischen Denkens vehement verworfen („abzulehnende große Erzählung“) und zweitens kommt kein einziger Vertreter des französischen Poststrukturalismus ursprünglich von der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule her.

          „dass Derrida im Poststrukturalismus, das taub gewordene Salz des Marxismus wieder schärfen wollte, um der Überwindung der bösen, westlichen, kapitalistischen Gesellschaft besser dienen zu können,“

          Das ist falsch. 1. sprach Derrida von der Dekonstruktion, nicht vom Poststrukturalismus – und 2. sprach er von der Dekonstruktion als einer Philosophie, die einem bestimmten „Geist von Marx“ die Treue hält, weil Derrida die Dekonstruktion ausdrücklich als Philosophie der Gerechtigkeit bestimmte (Zitat Derrida: „Die Dekonstruktion ist die Gerechtigkeit“) und weil der „Geist von Marx“ von Derrida als Symbol für den Wert der Gerechtigkeit verwendet wurde. Derrida hielt die Gerechtigkeit als Wert für nicht-dekontruierbar und in seiner Schrift „Marx Gespenster“ bleibt von Marx wenig mehr als ein Symbol-Marx übrig.

          Was Derrida meinte, wurde ja von mir u.a. anhand von Originalzitaten von Derrida selbst erklärt, hier in diesem Strang:

          https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/22/homosexualitat-als-komplizen-mannlicher-herrschaftsstrukturen/

          Dass meine Interpretation, dass in Derridas Schrift „Marx Gespenster“ lediglich ein Symbol-Marx („der Geist von Marx“ als Symbol für die nicht-dekonstruierbare Gerechtikeit) übrig bleibt, zutrifft, wird auch durch folgende Rezension bestätigt:

          http://www.praxisphilosophie.de/hfderrida.pdf

          „Mir ist da rechte “Wissenschaft” wesentlich plausibler.“

          Die hat nur – wissenschaftlich betrachtet – den Nachteil, dass sich in ihr keine Belege für deine Aussagen finden. Mit Wissenschaft hat das nichts zu tun. Wer Behauptungen aufstellt, hat diese auch ordentlich zu belegen, wenn es einen wissenschaftlichen Anspruch haben soll.

          Gottfrieds einziges Argument für den „Kulturmarxismus“ in diesem Text lautet ja, dass er auch nach den Anschlägen von Breivik an diesem Begriff festhalten wolle, weil diesen Begriff aufzugeben für ihn eine Konzession an linke Kritiker sei. Das ist offensichtlich kein wissenschaftliches Argument.
          Ansonsten hat er ja offenbar keine Argumente und Belege.
          Sein Text erscheint also als wenig mehr denn eine Aufforderung auch nach den Morden von Breivik weiter zu hetzen, zu lügen und zu dämonisieren.

          Allerdings habe ich mir Paul Gottfried Buch „The strange Death of Marxism“ kürzlich bestellt, müsste irgendwann in den nächsten zwei Wochen eintreffen.
          Schauen wir mal, ob er da in wissenschaftlicher Hinsicht mehr zu bieten hat als das übliche unbelegte Geschwätz.

          In einer im Netz einsehbaren Textpassage des Buches behauptet Gottfried auf S. 9 Herbert Marcuse sei ein Anhänger des „Marxismus-Leninismus in seiner stalinistischen Form“ gewesen, den er mit erotischen Fantasien verknüpft habe.
          Wenn das Gottfrieds „Wissenschaftlichkeit“ ist und das im Rest des Buches so ähnlich weitergeht, sieht es nicht gut aus.
          In Wirklichkeit hat Marcuse ja mit „Die Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus“ sogar ein Buch zur Kritik des Marxismus-Leninismus veröffentlicht.
          Bisher erscheint auch Gottfried also eher als ein Vertreter jener typische Form konservativer „Geisteswissenschaft“, die du uns gerne verkündest – Lügenpropaganda im Dienste der politischen Sache. Aber warten wir mal ab: Ich werde dich natürlich informieren, wenn ich sein Buch durchgearbeitet habe.

        • @ Denton

          *Wie läuft das eigentlich in der Medizin, geben da Ärzte und Wissenschaftler auch einfach nur Glaubensbekenntnisse ab oder versuchen sie, sich gegenseitig mit Argumenten zu überzeugen?*

          Überlesen?

          Zitat Roslin:

          *Jeder Mensch glaubt, was er will und muss und JEDE tiefe verwurzelte Weltanschauung ist zuallererst Ausdruck der psychogenetisch, in Auseinandersetzung mit der Umwelt des Aufwachsens geformten Persönlichkeit, nicht Ergebnis rationaler Analyse.*

          Zur Erläuterung: Aussagen über das Sosein der empirisch zugänglichen, messbaren, experimentell befragbaren Realität, die wenig interpretatorischen Spielraum lassen, fallen nicht unter tief verwurzelte Weltanschauungen. Oder sollten es nicht.

          *Wissenschaft ist ja nicht gleich Wissenschaft.

          Es gibt harte Wissenschaften, die messen/experimentieren und weiche, die interpretieren.

          Leszek interpretiert von links, nicht meine Richtung, kein Grund, das als wissenschafltich anzuerkennen und dem meine Reverenz zu erweisen.*

          Die Medizin ist ein weites Feld. Es gibt eine mehr geisteswissenschaftlich orientierte, philosophisch orientierte Psychiatrie/Psychosomatik, in der der Interpretationsspielraum, der Spielraum für Glaubenssüberzeugungen größer ist und harte naturwissenschaftliche Fächer wie etwa die Pharmakologie.

          In den interpretationslastigeren Teilen stoßen auch oft unversöhnliche Grundüberzeugungen aufeinander, die nicht zu befrieden sind, es sei denn, eine Denkschule hat bessere Heilerfolge als die andere, was aber bei unheilbaren Erkrankungen auch nicht der Fall ist.

          Klassisches Beispiel: Schizophrenie (biologische, soziologische, psychodynamische Krankheitsursachen).

        • @ Leszek

          Du fragst, was Leszeksche Soziologie ist?

          Nun, Deine spezifisch linke Sicht der Dinge.

          Wie wenig wissenschaftlich objektiv Soziologie ist, wie sehr Interpretationswissenschaft nach Gusto des jeweiligen Betreibers, davon kann ja allein die Lektüre der Wikipediaseite über Anthony Giddens überzeugen.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Anthony_Giddens

          Umso hanebüchener Dein Anspruch auf „Wissenschaftlichkeit“ Deiner Interpretation, also Alleingültigkeit.

          Zitat Leszek:

          *Gottfrieds einziges Argument für den “Kulturmarxismus” in diesem Text lautet ja, dass er auch nach den Anschlägen von Breivik an diesem Begriff festhalten wolle, weil diesen Begriff aufzugeben für ihn eine Konzession an linke Kritiker sei. Das ist offensichtlich kein wissenschaftliches Argument.*

          Was offensichtlich falsch ist.

          Gottfried, Zitat:

          *Exponents of what the Frankfurt School called “critical theory”—like Herbert Marcuse, Theodor Adorno, and Erich Fromm—were considered by orthodox Marxists to be fake or ersatz Marxists.*

          Oder Kulturmarxisten könnte man sie auch nennen.

          *But the self-proclaimed radicals of Frankfurt School did adopt orthodox Marxist-Leninist theory in depicting the bourgeoisie as a counterrevolutionary class. Like orthodox Marxists, they viewed the world, arguably simplistically, in terms of interest groups and power relationships. Like orthodox Marxists—whose break from Victorian classical liberalism in this respect was shocking in a way that is easily overlooked after the totalitarian experience of the twentieth century—they explicitly eschewed debate in favor of reviling and if possible repressing their opponents. (This is fundamental to the Marxist method: although it claims to be “scientific”, it is in fact an a priori value system that rejects debate and its concomitant, “bourgeois science”. Hence “political correctness”—the most prominent product of “cultural Marxism”.) They supported, at least in principle, a socialist i.e. government-controlled economy. And they inclined, in varying degrees, toward the Communist side during the Cold War. (Marcuse, who cheered the Soviet suppression of the Hungarian uprising in 1956, was an outright Stalinist—as I can confirm from personal knowledge as his onetime student.)

          Still and all, the Frankfurt School, and especially its second generation as represented by the fervent “anti-fascist” Jürgen Habermas, has been far more interested in social engineering than in government ownership of the means of production distribution and exchange—the classic definition of socialism. From The Authoritarian Personality, edited by Adorno and his collaborator Max Horkheimer and brought out in 1950 by the American Jewish Committee (then and now funders of Commentary), to the repeated attempts by Habermas and his fervent followers to make German education politically useful to the anti-national Left, the Frankfurt School has focused on “anti-fascist” attitudes and behavioral patterns.

          Is it possible, however, to talk about “cultural Marxism” as a purely descriptive term? Does “cultural Marxism” describe in a neutral enough fashion the movement of ideas that came out of the Frankfurt School and which has gained a powerful hold on Western countries?

          In my book, The Strange Death of Marxism, I argued that these ideas established themselves as leftist programs and progressive rhetoric throughout Western Europe, Canada, and the US before the fall of the Soviet empire. They evolved into a form of leftist radicalism that could coexist with consumer societies and mixed economies, because they focused on culture and society much more than they did the economy. Frankfurt School ideas have encouraged a war without quarter against bourgeois institutions and national identities—but that war does not necessarily require far-reaching change in the structure of the economy.*

          *Sein Text erscheint also als wenig mehr denn eine Aufforderung auch nach den Morden von Breivik weiter zu hetzen, zu lügen und zu dämonisieren.*

          Womit Du Deine übliche Hetze fortsetzt. Wenn das Deine „Wissenschaftlichkeit“ ist, weiß ich, was ich davon zu halten habe.

          Über Marcuse erfahre ich aus dem Artikel:

          *(Marcuse, who cheered the Soviet suppression of the Hungarian uprising in 1956, was an outright Stalinist—as I can confirm from personal knowledge as his onetime student.)

          In my memoirs Encounters: My Life with Nixon, Marcuse, and Other Friends and Teachers, I recall Herbert Marcuse’s perplexed reaction to ardent feminists in his class as they expounded their sexual liberationist views. He may have been a Stalinist but he was not a total maniac. Although chaos had to be unleashed to destroy a repressive capitalist society, Marcuse thought (at least before he went out to California and became dotty) that something would have to be put in the place of what had been subverted, and that something would require social order.*

          Zu Marcuses „Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus“

          *Die Theorie, so schrieb er an Horkheimer – und gemeint war dabei die neomarxistische Theorie des Instituts, an deren Formulierung er in den dreißiger Jahren maßgeblichen Anteil genommen hatte -, die Theorie also „verbündet sich mit keiner anti-kommunistischen Gruppe oder Konstellation. Die kommunistischen Parteien sind und bleiben die einzige anti-faschistische Macht. Ihre Denunziation muß eine rein theoretische sein. Sie weiß, daß die Verwirklichung der Theorie nur durch die kommunistischen Parteien möglich ist und der Hilfe der Sowjetunion bedarf. Dies Bewußtsein muß in jedem ihrer Begriffe enthalten sein. Mehr noch: in jedem ihrer Begriffe muß die Denunziation des Neo-Faschismus und der Sozialdemokratie die der kommunistischen Parteien überwiegen.“ Soweit das Ziel und die Strategie, wie sie Marcuse Ende der vierziger Jahre formulierte.

          Für die „theoretische Denunziation“ der Sowjetunion fand sich bald eine Form. Es war die Studie zur „Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus“, an der Marcuse seit Anfang der fünfziger Jahre arbeitete. Sie erschien 1957. Auch wer sich durch das ungemein doktrinäre Werk mit einiger Geduld hindurcharbeitet, erkennt seine Absicht nicht sofort. Marcuse hatte Rußland niemals besucht, er sprach kein Russisch und war auf englische Übersetzungen der ideologischen Grundsatzartikel angewiesen. Bald kommt man aber bei der Lektüre darauf, daß gerade hier die Pointe liegt: Untersucht wird ein Staat als ideologisches Gebilde. Was Marcuse glaubte erschließen zu können, waren zwei Dinge: Erstens sei die auswärtige Politik der Sowjetunion wesentlich defensiv angelegt, und zweitens sei, wenn ein großer Krieg sich vermeiden lasse, eine langsame Liberalisierung zu erwarten. Eine friedliche Macht sah er, die in Zukunft noch friedlicher sein würde.

          Wenn dem aber so war, dann konnten die internationalen Spannungen und die regionalen Kriege und Interventionen der sechziger Jahre nur einen anderen Verursacher haben: den Kapitalismus der Vereinigten Staaten. Dies war nun die Botschaft, die Marcuse in den sechziger Jahren landauf, landab in den Universitäten verkündete. In der Epoche des Diskurses mußten die sieben Geißlein mit besserem theoretischen Rüstzeug von den friedlichen Absichten des Wolfs überzeugt werden, und da war es nützlich, auf eine Abhandlung zurückgreifen zu können, die bewies, daß man die Raubgier der Wölfe überschätzt habe.*

          http://www.marcuse.org/herbert/people/jansen/RevJansenBd4FAZ046.htm

          Das klingt nicht sehr kritisch gegenüber der Sowjetunion und ihrem Massenmordregime.

          Der Hauptfeind scheint nach wie vor der Kapitalismus und die USA gewesen zu sein.

        • ich meine auch, dass einem die sozial-„wissenschaftler“ leid tun können, @denton:

          *Wie läuft das eigentlich in der Medizin, geben da Ärzte und Wissenschaftler auch einfach nur Glaubensbekenntnisse ab oder versuchen sie, sich gegenseitig mit Argumenten zu überzeugen?*

          die kennen es nicht anders. sie haben nie die sicherheit es verstanden zu haben. alles ist im fluß. jetzt werden sie mit aktuellsten forschungsergebnis der Genetik und neurologie konfrontiert und verfallen reflaxartig ins argumentieren, obwohl ihnen hier wirklich exakte aussagen zur verfügung stehen.

          in meinem fachgebiet ist es schlechterdings unvorstellbar, dass mich da eine laie mal eben so aufmischt. und dazu brauch ich keine mehrseitigen fachreferate zu verfassen.

        • @ Roslin

          „Du fragst, was Leszeksche Soziologie ist?“

          Nein, eigentlich nicht, denn darum ging es ja sowieso nicht.

          „Wie wenig wissenschaftlich objektiv Soziologie ist, wie sehr Interpretationswissenschaft nach Gusto des jeweiligen Betreibers, davon kann ja allein die Lektüre der Wikipediaseite über Anthony Giddens überzeugen.“

          Die Soziologie arbeitet überwiegens empirisch-wissenschaftlich. Aber es gibt auch interpretative und hermeneutische bzw. qualitative soziologische Methoden, das ist richtig und dagegen ist auch per se erstmal nichts einzuwenden.
          Dass Anthony Giddens sich in anderen Werken auch mit interpretativen und hermeneutischen soziologischen Methoden beschäftigt hat, ist aber irrelevant für das von mir verlinkte Buch, bei dem es sich eben NICHT um eine Darstellung von Giddens eigenen Theorien handelt, sondern um ein Lehrbuch, mit dem Anspruch wesentliche Teile des Forschungsstandes der Soziologie zusammenzufassen.

          „Was offensichtlich falsch ist.“

          Tatsächlich?
          Wo finden sind denn da die konkreten Belege für den „Kulturmarxismus“? Schlecht über Mitglieder der Frankfurter Schule zu sprechen, kann ja wohl kaum als Beleg gewertet werden.
          Vor allem finde ich in dem Text auch überhaupt keine Belege für deine Aussagen zum Thema.

        • Zu Herbert Marcuses „Die Gesellschaftslehre des sowjetischen Marxismus”:

          „Marcuse verfolgt darin die Entwicklung des Sozialismus von der Theorie zum Staatssystem – den Faden einer immanenten Kritik der Arbeiterbewegung wieder aufnehmend, den das Institut für Sozialforschung in den späten 20er Jahren gesponnen hatte. Es handelt sich um eine Studie über die Defekte des staatssozialistischen Systems aus der selbstkritischen Perspektive eines am Marxismus geschulten Denkers ohne politische Bindung an eine dissidente Strömung wie den Trotzkismus oder den Maoismus, aber auch ohne Zugeständnisse an den prinzipiell antikommunistischen Zeitgeist des Kalten Krieges. Systematisch wird das theoretische Selbstverständnis des Sowjetmarxismus mit seiner autoritären und technokratischen Praxis konfrontiert. Darüber hinaus parallelisiert Marcuse die Entwicklung in kapitalistischer und sozialistischer Welt und sucht nach Gemeinsamkeiten und Wechselwirkungen. Dementsprechend war das Buch zur späten Freude des Autors sowohl im Westen als auch im Osten bei staatstragenden Autoritäten unbeliebt, aber gerade deshalb als wichtige Bestandsaufnahme der Nachkriegsgesellschaft so wertvoll.

          (aus: Michael Schwandt – Kritische Theorie. Eine Einführung, S. 104 f.)

          Also, es handelt sich durchaus um ein kritischen Buch über den Marxismus-Leninismus. Dass es allerdings nicht kritisch genug sei, habe ich auch schon von anarchistischer Seite gehört. Mag sein, ich habe es selbst nicht gelesen.
          Entscheidend ist hierbei ja nur: Leninist oder Stalinist war Herbert Marcuse definitiv nicht.

        • @ Roslin

          „*Jeder Mensch glaubt, was er will und muss und JEDE tiefe verwurzelte Weltanschauung ist zuallererst Ausdruck der psychogenetisch, in Auseinandersetzung mit der Umwelt des Aufwachsens geformten Persönlichkeit, nicht Ergebnis rationaler Analyse.*“

          Ist das eine Aussage mit Wahrheitsanspruch oder ein Glaubensbekenntnis?

          „Zur Erläuterung: Aussagen über das Sosein der empirisch zugänglichen, messbaren, experimentell befragbaren Realität, die wenig interpretatorischen Spielraum lassen, fallen nicht unter tief verwurzelte Weltanschauungen. Oder sollten es nicht.“

          Es können rein logisch nicht alle denkbaren Weltanschauungen korrekt sein. Um herauszufinden, welche falsch sind, bleibt uns nichts anderes übrig, als sie bzw. ihre Aussagen mit der Realität zu konfrontieren. An einer rationalen Analyse führt nun mal kein Weg vorbei, auch wenn wir nicht alle zum gleichen Ergebnis kommen sollten.

          „In den interpretationslastigeren Teilen stoßen auch oft unversöhnliche Grundüberzeugungen aufeinander, die nicht zu befrieden sind, es sei denn, eine Denkschule hat bessere Heilerfolge als die andere, was aber bei unheilbaren Erkrankungen auch nicht der Fall ist.“

          Ich bin mir sicher, dass auch hier die Vertreter der gegensätzlichen Ansichten versuchen, mit rationalen Argumenten zu überzeugen, statt Glaubensbekenntnisse abzugeben. Sogar Homöopathen können sich dem nicht enziehen, wenn sie ernst genommen werden wollen.

        • @Leszek:
          Sorry, aber Du outest Dich echt als Ahnungsloser – viel gelesen, wenig verstanden.
          Wie kommst Du sonst zu Aussgen nach denen man etwas wissenschaftlich „belegen“ soll?

          Es gibt zweierlei Möglichkeiten zu wissenschaftlichen Aussagen zu kommen
          1. durch eine korrekte Ableitung von neuen Aussagen aus bestehenden Aussagen in einer Idealwissenschaft (z.B.Mathematik)
          2. durch einen Test einer Aussage an der Wirklichkeit.

          Darüberhinaus, aber dies kann ich nur als interessierter Laie feststellen, gibt es in der Geisteswissenschaft und Theologie die Möglichkeit durch Textexegese und Hermeneutik, also durch Textzitate und der Aufstellung des Umgebungszusammenhang des Textes zu argumentieren. Das ist die einzige Art in der wissenschaftlich etwas „belegt“ werden kann. Dort und nur dort ist das möglich – alle empirischen Wissenschaften kennen logisch nur die Widerlegung einer Behautpung als Beweis – alles andere ist vorläufig. Idealwissenschaften, wie Philosophie und Mathematik dagegen kennen nur die logische Ableitung aus Prämissen also den Beweis im eigentlichen Sinne.

          Man sollte sich und anderen bewußt machen, auf welche Methodik man zielt und wovon man spricht. Ansonsten ist Ärger und Mißverständnis vorprogrammiert. Manchen ist aber eine Klarstellung diesbezüglich nicht recht, denn damit würde sich mancher verschrobene Feministengeist plötzlich als Flaschengeist herausstellen.

        • @ Leszek

          „Sorry, aber Du outest Dich echt als Ahnungsloser – viel gelesen, wenig verstanden.“

          Ach ja, warst du es nicht kürzlich selbst noch, der lautstark verkündet hat:
          „Wer etwas behauptet, hat den Nachweis zu führen“.

          Gilt das nur für mich oder auch für Roslin?

          „Wie kommst Du sonst zu Aussgen nach denen man etwas wissenschaftlich “belegen” soll?“

          Zu der Aussage komme ich, weil jeder Erstsemester-Student in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach bei Hausarbeiten Standards wissenschaftlichen Arbeitens einzuhalten hat, wozu die Angabe von Belegquellen gehört und er ansonsten keinen Schein bekommt.

          Eine Aussage wie z.B. „Die Kulturmarxisten wollen den weißen, heterosexuellen Mann entmachten und die westliche Kultur durch den Multikulturalismus zerstören, um so zu einer sozialistischen Gesellschaft zu gelangen“ wäre also zu belegen, indem auf Schriften dieser „Kulturmarxisten“ verwiesen wird, in denen entsprechende inhaltliche Aussagen gemacht werden und Autor, Titel, Verlag, Erscheinungsjahr und Seite angegeben wird, so dass die Behauptung für jeden anderen nachprüfbar wird.

          „Dort und nur dort ist das möglich – alle empirischen Wissenschaften kennen logisch nur die Widerlegung einer Behautpung als Beweis – alles andere ist vorläufig.“

          Auch das ist umstritten. Es gibt auch Wissenschaftstheoretiker, die die Widerlegung ebenfalls als nur vorläufig ansehen.

          Für einen konsequenten Fallibilisten – und dieser erkenntnistheoretischen Position stimme ich zu – besteht immer und in jedem wissenschaftlichen Kontext, die Möglichkeit sich zu irren.

          http://de.wikipedia.org/wiki/Fallibilismus

          Das gilt für empirisch-wissenschaftliche Verfahren genauso wie für geisteswissenschaftliche bzw. qualitative Verfahren.
          Jeder „Beleg“ und jeder „Beweis“ ist in einen konsequent fallibilistischen Weltbild vorläufig, in dem Sinne, dass die Möglichkeit des Irrtums nicht ausgeschlossen werden kann.

          „Man sollte sich und anderen bewußt machen, auf welche Methodik man zielt und wovon man spricht.“

          Das geht wohl aus meinen Äußerungen ziemlich unmissverständlich hervor.
          Allerdings habe ich den Eindruck, es ging dir hier nicht wirklich darum eine erkenntnistheoretische Diskussion zu führen, sondern mich blöd anzumachen, oder?
          Ich schlage vor, dafür suchst du dir einfach jemand anderen.

        • @ Leszek

          „weil jeder Erstsemester-Student in einem geistes- oder sozialwissenschaftlichen Fach bei Hausarbeiten Standards wissenschaftlichen Arbeitens einzuhalten hat,“

          In welchem Semester wird den Geist und Sozialwissenschaftlern denn dies wieder abgewöhnt?

          Damit sie später bereit für Genda- Beklatschung, politische Auftragsforschung -Propaganda genannt- und wertvolle Mitläufer im Wissenschaftstheater werden, die ihre Rolle, auch Geschlechterrolle ( ? 🙂 ), schön nach Zeitgeistregie (vor)spielen können.

          Tanzbären der Wissenschaftlichkeit, am Nasenring der uA Feminist.I.nnen durch die Manege gezogen.

          Diese Wissenschaften sind doch in großen Teilen schon lange keine Wissenschaften mehr, auch wenn Du daran glauben magst.

        • das sind fabulisten, @leszek. die schwätzen nur, denn man kann eine naturwissenschaftliche theorie nicht beweisen. man kann sie aber widerlegen und das ist endgültig. denk darüber nach. es geht nicht anders. wenn die theorie, beispielsweise newtons gravitation, voraussagt, dass es keine periheldrehung gibt, man diese aber misst, hat newton nicht recht und das ist endgültig.

        • @ Albert

          „das sind fabulisten, @leszek. die schwätzen nur, denn man kann eine naturwissenschaftliche theorie nicht beweisen. man kann sie aber widerlegen und das ist endgültig.“

          Ich bin hier anderer Meinung. Ich stimme Imre Lakatos

          http://de.wikipedia.org/wiki/Imre_Lakatos

          Kritik am „naiven Falsifikationismus“ sowie den weiteren aus dieser Kritik abgeleiteten wissenschaftstheoretischen Überlegungen, die dazu führten, sowohl die Verifikation als auch die Falsifikation nicht als endgültig zu begreifen, zu.

          Und dies entspricht auch dem Stand der wissenschaftstheoretischen Diskussion in der empirischen Sozialforschung, wie er mir bekannt ist. Dass dies in den Naturwissenschaften anders gesehen wird, müsstest du mir belegen.

          Ich zitiere im Folgenden eine Passage aus einem bekannten Lehrbuch für empirische Sozialforschung zum Thema:

          „Ein wichtiger Streitpunkt ist das bereits von Popper (1971) ausführlich erörterte Basissatzproblem. Basissätze sind singuläre Aussagen, die raum-zeitlich fixierte Beobachtungen beschreiben. („Der hier und heute beobachtete Schwan ist schwarz“). Je nach Ausgang eines Experiments oder eines anderen empirischen Prüfverfahrens stehen Hypothesen im Einklang (Bewährung) oder im Widerspruch zu Basisätzen (Falsifikation). Nun ist aber die Feststellung der Wahrheit von Basissätzen theorieabhängig. Messhypothesen, Wahrnehmungstheorien oder allgemein Beobachtungstheorien werden bei der Ermittlung eines Sachverhalts vorausgesetzt. Selbst eine scheinbar unproblematische Beobachtung wie „Vor mir auf dem Tisch steht ein Glas Wasser“ – ein Beispiel von Popper – erfordert stillschweigend die Annahme einer Beobachtungstheorie. Ob es sich um „Glas“ und „Wasser“ handelt, entscheide ich anhand von Indikatoren (Farbe, Geruch, Geschmack, Konsistenz usf.) Ob diese Indikatoren nun tatsächlich auf das Vorhandensein von Glas oder Wasser schließen lassen, ist eine theoretische Annahme. Bei einem Glas Wasser mag man dies noch als spitzfindig empfinden, aber wie verhält es sich bei einem neuen Messinstrument, einem Intelligenztest oder einer Fragebogenskala zum Rechtsradikalismus?
          Insbesondere bei historischen, nicht-reproduzierbaren Ereignissen ist der Nachweis der Wahrheit von Basissätzen häufig schwer zu erbringen. Dokumente, Augenzeugenberichte, Überlieferungen können sich als falsch herausstellen. Für die Echtheit eines Dokuments z.B. können Indizien sprechen, d.h. es wird von Hypothesen über den Zusammenhang zwischen gewissen Indizien und der Echtheit eines Dokuments (Beobachtungstheorie) ausgegangen. Gab es ein geheimes Zusatzprotokoll zum Hitler-Stalin-Pakt? Die Existenz wurde von östlicher Seite bis zur Ära Gorbatschow bestritten. Heute gilt der Basissatz „1939 wurde ein geheimes Zusatzprotokoll unterzeichnet“ unter Historikern als unstrittig. Dagegen wird der Satz „1291 hatten sich Vertreter der Schweizer Urkantone zum Rütlischwur versammelt“ von Historikern ins Reich der Legende verwiesen. Mehr noch wird behauptet, dass der Held des Unternehmens nie existiert hätte. Immerhin existiert die „Eidgenossenschaft“, ein kaum bestreitbarer Basissatz. Und wie für viele Mythen gilt auch für die Gründungslegende: „Wenn nicht wahr, dann wenigstens gut erfunden.“
          Wenn nun die Akzeptanz von Basissätzen theorieabhängig ist, dann können die Basissätze natürlich auch falsch sein, denn die angewandte Beobachtungstheorie könnte sich in Zukunft als falsch herausstellen. Dann aber ist auch die Falsifikation einer Hypothese keine sichere Angelegenheit, denn der Hypothese widersprechende Basissatz könnte ja falsch sein. Mithin sind Theorien, Hypothesen und Gesetze weder mit Sicherheit verifizierbar noch falsifizierbar. Mit noch größeren Unsicherheiten verbunden ist die Falsifikation probabilistischer Hypothesen. Aber gleich ob Hypothesen deterministischen oder probabilistischen Charakter haben: Wie bei einem Test, der falsch-negativ oder falsch-positiv ausfallen kann, kann bei der Prüfung von Theorien sowohl der Fall einer irrtümlichen Bewährung als auch der Fall einer irrtümlichen Falsifikation auftreten.
          Aus diesem Grund wird man eine Hypothese nicht schon bei einer einmaligen Falsifikation verwerfen. Auch die Wissenschaftsgeschichte lehrt, dass praktisch zu jeder leistungsfähigen Theorie schon „Falsifikationen“ berichtet wurden. Am berühmtesten ist das Beispiel der Entdeckung des Planeten Neptun. Erst eine scheinbare Falsifikation der Newtonschen Theorie, eine beobachtbare Abweichung von der theoretisch erwarteten Bahn eines Nachbarplaneten, hat den Hinweis auf Ort und Masse des unbekannten Planeten geliefert. (Mit der Annahme der Existenz eines weiteren Planeten konnte die Abweichung erklärt werden.) Nur wenig später wurde der Planet entdeckt. Eine scheinbare Fehlprognose erwies sich im nachhinein als glänzende Bestätigung der Theorie.“

          (aus: Andreas Diekmann – Empirische Sozialforschung. Grundlagen, Methoden, Anwendungen, 6. Auflage 2000, S. 153 f.)

          Ebenso wie Andreas Diekmann in seinem Lehrbuch zur empirischen Sozialforschung, erklärt auch Helmut Kromrey in seinem Einführungsbuch zur empirischen Sozialforschung relativ ausführlich das Basissatz-Dilemma (S. 42 – 48) und kommt zu dem Ergebnis:

          „ Nach der Unmöglichkeit der Verifikation empirischer Hypothesen erweist sich auch deren (endgültige) Falsifikation als unmöglich.“

          (aus: Helmut Kromrey – Empirische Sozialforschung, 9. Auflage, 2000, S. 47)

        • @ Leszek

          „„ Nach der Unmöglichkeit der Verifikation empirischer Hypothesen erweist sich auch deren (endgültige) Falsifikation als unmöglich.““

          Also alles nur Gerede. Wer viel Weichkäse isst, ist in Gefahr ein Feminist zu werden, so meine Hypothese. Da man ja nicht feststellen kann ob dies tatsächlich stimmt oder falsch ist, kann ich dies ja als meinen Sozialforschungsbeitrag bezeichnen.

          Wenn Du Belegstellen dafür brauchen solltest, kannst Du Dich ja auf mich beziehen.

          Er-kennt-nix als Sozialforschung, das ist lustig. 🙂 Zwar nicht neu, aber immerhin unterhaltsam …

        • @ ddbz

          „Da man ja nicht feststellen kann ob dies tatsächlich stimmt oder falsch ist, kann ich dies ja als meinen Sozialforschungsbeitrag bezeichnen.“

          Man kann mittels empirischer Forschung feststellen, ob Dinge „stimmen“ oder nicht – aber nur vorläufig und nicht endgültig, d.h. ein Irrtum kann nicht zweifelsfrei ausgeschlossen werden.
          Und diese Sichtweise ist zum Betreiben von Wissenschaft m.E. auch eine gute, weil potentiell (selbst-)kritische Einstellung – die für dich offensichtlich nicht nachvollziehbar ist.

        • „Selbstkritik“ (?) der Geistes und Sozialwissenschaften? Jau, die sehe und höre ich. Machen die ja unheimlich laut und auffallend bei ihrem Wachstumszweig Genda.
          Muss mann ja schon Ohrenschützer tragen, so viel Kritik ist zu vernehmen. Man mag diese Kritik ja nicht mehr sehen, so wird man damit überhäuft.

          Sei ehrlich, es ist für die SWler doch wichtiger, daß deren Forschungsantrag Genda-Aspekte berücksichtigt und in geschlechtergerechter Sprache abgefasst ist, als das Thema etwas mit Forschung zu schaffen hat.

    • @ Gerhard

      „Es zeigt aber halt auch, daß die schwarzerschen Positionen –abseits vom einigenden Männerhaß– nicht (mehr?) die hauptsächlichen Strömungen im Feminismus widerspiegeln.“

      Auf der akdemischen Ebene ja. Die kulturelle Hegemonie des klassischen Radikalfeminismus ist auf dieser Ebene durch den (vulgär-)poststrukturalistischen Gender & Queer-Feminismus erfolgreich durchbrochen worden. Was das angeht, erleben wir gerade die letzten Rückzugsgefechte des klassischen Radikalfeminismus. Auf der akademischen Ebene ist dieser so gut wie erledigt, der Gender/Queer-Feminismus hat bereits gewonnen, die feministische Theorie ist heutzutage mehrheitlich (vulgär-)poststrukturalistisch geprägt. Dies geht auch mit einer zunehmenden Ersetzung des einfachen Feindbildes Mann des klassischen Radikalfeminismus durch das (vulgär-)poststrukturalistische, politisch korrekte Feindbild „weißer, heterosexueller Mann“ einher.

      Was den sonstigen institutionalisierten Feminismus angeht (z.B. Politik, Bürokratie) dürfte es allerdings auch noch genügend Personen geben, deren feministische Sozialisation im Kontext der ideologischen Grundlagen des klassischen Radikalfeminismus stattgefunden hat, daher vermute ich dass auf dieser Ebene z.T. noch etwas längerfristiger mit Einflüssen im Sinne des klassischen Radikalfeminismus gerechnet werden muss bis der Generationenwechsel weitgehend komplett vollzogen wurde.

      Ein Beispiel: Politische Bestrebungen zum Verbot von Prostitution bzw. zur einseitigen Freierbestrafung

      http://www.europarl.europa.eu/news/de/news-room/content/20140221IPR36644/html/Die-Freier-bestrafen-nicht-die-Prostituierten-fordert-das-Parlament

      sind, was den Feminismus angeht, eine typische Domäne des klassischen Radikalfeminismus, aber nicht des (vulgär-)poststrukturalistischen Gender & Queer-Feminismus. Letzterer ist nicht prinzipiell Anti-Prostitution, unterstützt hier eher die Positionen der Sex-Arbeiter-Bewegung.
      Bei Bestrebungen zum Verbot von Prostitution bzw. zur einseitigen Freierbestrafung auf politischer Ebene dürfte zu vermuten sein, dass Einflüsse des klassischen Radikalfeminismus hier mit konservativen Einflüssen Hand in Hand gehen.

      • @ Leszek

        „Bei Bestrebungen zum Verbot von Prostitution bzw. zur einseitigen Freierbestrafung auf politischer Ebene dürfte zu vermuten sein, dass Einflüsse des klassischen Radikalfeminismus hier mit konservativen Einflüssen Hand in Hand gehen.“

        Dass es auf diesem Gebiet zu unheiligen
        Allianzen kommt ist nicht verwunderlich.
        Nur ist mir das mit den konservativen
        Einflüssen zu Schwammig.
        Zu den üblichen Verdächtigen gehört
        hier das ganze Spektrum der sog.
        Eliten. Darin eingeschlossen auch
        das widerliche Gesocks der Champagner-
        Linken.
        Wenn ein „Klassemann“ mit dem nötigen
        Charakt€r mit seinem neuen Groupie
        teure Ferien macht, hat das selbstredend
        nichts mit Sex for Money zu tun.
        Wenn der sexarme Normalo ab und zu
        Entspannung bei einer Nutte sucht, ist
        das extrem schädlich für unsere Gesellschaft.

        • @ Red Pill

          „Zu den üblichen Verdächtigen gehört
          hier das ganze Spektrum der sog.
          Eliten.“

          Müsste man mal genauer nachprüfen.

          „Darin eingeschlossen auch
          das widerliche Gesocks der Champagner-
          Linken.“

          Auf dieser politischen Ebene gibt es in der Regel keine Linken, sondern von den ökonomischen Eliten gekaufte neoliberale Parteispitzen, die sich einen linken Anstrich geben.

          „Wenn ein “Klassemann” mit dem nötigen
          Charakt€r mit seinem neuen Groupie
          teure Ferien macht, hat das selbstredend
          nichts mit Sex for Money zu tun.
          Wenn der sexarme Normalo ab und zu
          Entspannung bei einer Nutte sucht, ist
          das extrem schädlich für unsere Gesellschaft.“

          Nun ja, auch wenn ich ein Prostitutionsverbot bzw. eine einseitige Freierbestrafung ablehne, so gilt meine primäre Solidarität bei diesem Thema doch den Sex-Arbeitern jederlei Geschlechts (Frauen, Männer, Transsexuelle) und der Verbesserung von deren Arbeits- und Lebensbedingungen.
          Einer meiner Hauptkritikpunkte an den gender/queer-feministischen Diskursen zum Thema Sexarbeit ist die Ausblendung der Situation männlicher Sexarbeiter.

        • @ Leszek

          „so gilt meine primäre Solidarität bei diesem Thema doch den Sex-Arbeitern jederlei Geschlechts (Frauen, Männer, Transsexuelle)“

          Das ist auch richtig so. Genauso haben
          die Männer die den Müll wegräumen oder
          die Frauen die beim Aldi arbeiten eine
          menschlich anständige Behandlung verdient.
          Nur kann man die Bedingungen dieser
          Leute nicht verbessern indem man
          utopische Theorien anwendet die
          komplett quer zu jeglichen menschlichen
          Instinkten sind, oder sich nur auf
          das Verhalten eines Geschlechtes
          konzentrieren. Der Teufel liegt auch
          hier im Detail.

  3. #like a girl (mein heutiger Beitrag zur Embauerung)

    The more female dominated a college major is, the lower the average IQ:

    http://thoughtcatalog.com/christine-stockton/2014/06/infographic-the-more-female-dominated-a-college-major-is-the-lower-the-average-iq/

    Wobei die Autorin offenbar nicht gerafft hat, dass zwar der Durchschnitts-IQ von Männern und Frauen in etwa gleich ist, es aber in der Spitze mehr Männer als Frauen gibt (unten ebenfalls, aber die studieren nicht), somit der männliche Talentpool umso größer wird im Vergleich zum weiblichen, je anspruchsvoller der IQ-Grenzwert ist, den man nehmen muss, etwa um ein Fach erfolgreich zu studieren.

    So dass sich mehr Frauen in den anspruchsloseren Fächern sammeln, mehr Männer in den anspruchsvolleren.

    Trotz gleichem Durchschnitts-IQ sorgt das für die beobachtbare Verteilung.

    Die sich demzufolge auch in 2-3 Generationen nicht ändern wird.

    Um das vorherzusagen, genügt ein Blick auf 100 Generationen Kulturgeschichte oder auf 5 % Erfinderinnen in der Gegenwart.

  4. Heute ist bei mir Embauerungs-Tag, #like a girl, die zweite

    Frauen reagieren bei Konflikt mit einem Mitglied des eigenen Geschlechtes mit anhaltenderer und tieferer Verärgerung als Männer. Vielleicht ein Grund, warum es so schrecklich viele erfolgreiche All-Girls-Teams etwa in der Wirtschaft nicht gibt.

    Während reine Männerbelegschaften gang und gäbe waren und auch erfolgreich gearbeitet haben.

    http://link.springer.com/article/10.1007/s12110-014-9198-z

    via

  5. #like a girl III

    Es besteht Hoffnung

    Frauen, die ihre biologische Uhr immer lauter ticken hören (ab Ende ihrer 20’er Jahre), verhalten sich offenbar sexueller, denken häufiger an Sex, wohl um ihre Restfruchtbarkeit doch noch an den Mann zu bringen, wohl instinktv einem „Programm“ folgend.

    Also weniger Roaring Twenties als Roaring Thirties und Forties (zumindest bis 45, da endete ja auch der 2. Weltkrieg).

    Die 50’er Jahre werden dann ruhig und behäbig?

    http://meinnaturwissenschaftsblog.blogspot.de/2014/06/reproduction-expediting-sexual.html

  6. Heute lag die neue c’t im Briefkasten. Darin unter den Leserbriefen einer eines Vaters, der erzählt, daß seine Tochter in der Schule so viel Spaß am Informatikunterricht hat, daß ihr Berufswunsch auch in diese Richtung geht. Entsprechend hat sie in dem Fach auch gute Noten. Klasse. You go, girl!

    Nun kommt die Tochter in die Oberstufe, würde gern den Informatik-Grundkurs wählen, kann das aber nicht, weil dieser parallel zu ihrer verpflichtenden dritten Fremdsprache Spanisch liegt. Ärgerlich, ohne Zweifel.

    Verwirrenderweise beendet der Schreiber seinen Brief nun aber mit dem Satz: „Möchte man nicht, daß mehr Mädchen Informatikerinnen werden?“ Ich bin ja manchmal etwas blöd und habe deshalb Madame gefragt, aber die kann sich den Zusammenhang auch nicht erklären.

    Ist die zweite Fremdsprache nur für Mädchen obligatorisch? Wird Spanisch nur von Mädchen gewählt? Können Jungs sich in der Mitte durchschneiden und deshalb beide Kurse gleichzeitig besuchen? Oder erwartet der Vater, daß im Namen der Mädchenförderung seiner Tochter eine Extrawurst gebraten und der komplette Stundenplan umgeworfen wird? (Ist er das am Ende so gewohnt?)

    Oder hat vielleicht einer von Euch eine plausible Erklärung für diesen Schlußsatz?

    Bombe 20

    • @ Bombe

      Ja genügt denn die umfassende Bösartigkeit des Patriarchates, in dem wir leben, nicht zur Plausibilisierung?

      Natürlich fallen der nur Mädchen zum Opfer!

      Was kann der froh sein, dass ich nicht Lehrer geworden bin.

      Ich hätte den Wunsch seiner Kleinen, Informatik zu studieren, so gründlich ruiniert, dass die freiwillig 4 Fremdsprachen glernt hätte, ohne Bedauern.

      Ist ja kein Wunder, dass Frauen immer unglücklicher und unzufriedener werden.

  7. Ob das mehr Frauen zu Google bringt…
    developers.slashdot.org/story/14/06/27/2132223/google-is-offering-free-coding-lessons-to-women-and-minorities

    Man müßte ja denken und arbeiten…

  8. #like a girl, Embauerung, die IV.

    An diesem Juniwochenende feiert die Stadt Beauvais das Andenken an Jeanne Hachette („Johanna Beil“ – ihr nom de guerre). Wie jedes Jahr seit 1473 mit einem Umzug.

    Im Jahr zuvor, 1472, hatte der Burgunderherzog Karl der Kühne die Stadt belagert, auf deren Wällen nur 300 Verteidiger kämpften.

    Einem der Angreifer war es gelungen, die burgundische Standarte auf der Stadtmauer aufzupflanzen, eigentlich Symbol der Niederlage. Jeanne stürzte sich auf ihn, warf ihn von der Mauer in den Graben und fällte die Standarte mit einem Beil, daher ihr Name.

    Ihr Beispiel spornte den sinkenden Mut der Verteidiger so an, dass ihnen die erfolgeiche Verteidigung von Beauvais doch noch gelang.

    König Ludwig XI. gewährte darauf hin der jungen Frau zu ihrer Hochzeit mit ihrem Geliebten eine reiche Mitgift und stiftete ihr zu Ehren einen Umzug, den Beauvais seitdem jährlich begeht am letzten Wochenende des Juni.

    Da auch die Frauen und Mädchen der Stadt durch ihr Beispiel angespornt, auf den Wällen gekämpft hatten, durfen sie den Umzug anführen.

    Heute findet er in historischen Kostümen statt, vergleichbar (nicht ganz so aufwändig) der Landshuter Fürstenhochzeit.

    Das weitere Schicksal von Jeanne Hachette ist ebenso unbekannt wie ihr Todesdatum.

    Eigentlich hieß sie Jeanne Laisné, war 1456 in Beauvais geboren worden als Tochter eines Offiziers der Leibgarde König Ludwigs XI., der 1465 in einer Schlacht gegen Karl den Kühnen südlich von Paris gefallen war.

    1851 wurde ihr in Beauvais diese schöne Bronzestatue errichtet (Bildhauer Gabriel-Vital Dubray), von fast barocker Qualität 🙂

    Mit der Rechten schwingt sie ihr Beil, in der Linken hält sie die abgehackte Burgunderstandarte.

    Die antiklerikale französische Linke adoptierte übrigens Jeanne Hachette als ihre Jeanne d’Arc, nachdem letztere skandalöserweise heilig gesprochen worden war, damit „verbrannt“ für linke Propagandazwecke.

    Hier einige der tapferen Weiber (und Männer) von Beauvais, abgekämpft nach geschlagener Schlacht (also nach dem Umzug):

    Berühmt ist Beauvais heute vor allem wegen des grandiosen Torsos der gotischen Kathedrale (nur Chor und Querhaus fertiggestellt) mit den höchsten je gebauten Gewölben der Gotik (48 m, zum Vergleich: Köln 43 m, Mailand 45 m Scheitelhöhe).

    Links vor dem Querhaus sieht man das niedrige Langhaus des Vorgängerbaues aus karolingischer Zeit, das wegen des Bauabbruches erhalten blieb.

    Die Wölbung war so kühn konzipiert, dass der Chorbau, 1275 fertig gestellt, bereits 1285 wieder einstürzte und unter Verdoppelung der Pfeiler und Halbierung der Bogenspannweite der Erdgeschossarkaden wieder aufgebaut wurde (1347 abgeschlossen).

    Erst 1501 begann man den Bau des Querhauses, das 1548 vollendet war.

    Anstatt nun das Langhaus in Angriff zu nehmen, entschloss sich die Bauhütte von Beauvais über der Vierung einen der höchsten Türme Europas aufzupflanzen (153 m, 1563-69 gebaut).

    Der Turm hielt sich ganze 5 Jahre aufrecht, dann, wer hätte das auch nur ahnen können, stürzte er am Christi Himmelfahrtstag 1574 ein, kurze Zeit nachdem die Festtagsprozession die Kathedrale verlassen hatte, so dass niemand zu Schaden kam.

    Außer dem Bau selbst, der natürlich wieder gründlich ruiniert war.

    Unverdrossen baute man Chor und Querhaus erneut auf, dabei blieb es dann allerdings auch, so dass ein adäquates Langhaus fehlt.

    Bis zum heutigen Tag.

    Auch einen Turm bekam der Bau nicht wieder.

    Immerhin, ein karolingisches Kathedralenlanghaus blieb so erhalten.

    Wo hat man das schon.

    • @ breakpoint

      Wobei solche Umfragen an sich ja bereits ein Witz sind. Natürlich, fragte man mich, ob ich eine Führungsposition innerhalb der Katholischen Kirche einnehmen wollte, ich antwortete mit Ja, ganz unbefangen, warum denn nicht.

      Dafür aber zölibatär leben, jahrelang angepasst in den Strukturen hart arbeiten, persönlich Opfer bringen?

      Dann doch eher nicht.

      Wer wirklich bereit ist, für Führungspositonen das NOTWENDIGE ZU TUN, zeigt sich erst beim realen Verfolg dieses Zieles.

      Viele, die nonchalant antworten:“Ja, natürlich, Führungsposition will ich auch!“, scheuen dann doch vor der Realität anstrengender 60-h-Wochen und Konkurrenzkämpfe zurück.

      In einer Umfrage mit „Ja“ antworten kostet dagegen nichts.

      • @Alexander

        Der anfänglich Führungswille ist eine Sache, die Führungsfähigkeit wieder eine andere, und die Motivation, sich im Ernstfall tatsächlich solch eine verantwortungsvolle und stressige Aufgabe mit Entbehrungen anzutun, wieder eine dritte.

        Der Frauenanteil bei den (harten) Ingenieurdisziplinen krebst irgendwo unter 10 Prozent – sind also schon sehr wenige.
        Davon „will“ die Hälfte führen (Führungsqualifikation sei mal dahingestellt).
        Wären also grob 5 Prozent.

        Damit soll eine Frauenquote von 30 Prozent erreicht werden?

        Dem gegenüber steht ein Vielfaches von Männern, die ebenfalls den Willen zur Führung haben (und sicherlich genügend viele mit den Fähigkeiten dazu).
        Meiner Erfahrung nach gibt es bei den Ingenieuren u.ä. zwar Ausnahmen, aber die überwiegend Mehrheit will durchaus.

        Nun ja, dann werden in Zukuft halt Soziologinnen für R&D zuständig sein, und BWLerinnen für die Fertigung.

        „In einer Umfrage mit „\Ja\“ antworten kostet dagegen nichts.“
        Umso interessanter wäre es gewesen, männlichen Ingenieuren eine entsprechende Frage zu stellen.

        • *Der Frauenanteil bei den (harten) Ingenieurdisziplinen krebst irgendwo unter 10 Prozent – sind also schon sehr wenige.*

          Ich denke mal in F&E dann noch mal ein Bruchteil davon und bei Ingenieuren die sich in F&E selbstständig machen geht es gegen null, hab ich jedenfalls noch nie gesehen.

          Die meisten sind im Verkauf / Verwaltung / Kundenbetreuung, „machen was mit Menschen“.

          Die 50% die Schef werden wollen wollen das auch nur weil sich das für eine „erfolgreiche“ Frau so gehört.

          „Erfolgreich“ ist ein entscheidendes Adjektiv der modernen Frau, als wäre es essentiell und damals als Frauen Hausfrau und Mutter mit Kindern waren, ja, das waren ja eh die dunklen Zeiten, doch die sind ja überwunden.

  9. Der zynische Spruch, daß man dem Bundestag besonders auf die Finger schauen muß, wenn er am Abend eines WM-Spiels der deutschen Fußballnationalmannschaft Gesetze beschließt, hat sich ja schon vor einigen Jahren als wahr herausgestellt.

    Überraschend fand ich allerdings, daß ähnliches auch auf das deutsche Fernsehen zuzutreffen scheint. Während in den meisten Programmen derzeit uralte Wiederholungen versendet werden, bringt der Mitteldeutsche Rundfunk heute um 22:05 Uhr (!) eine Live-Diskussionssendung aus der Reihe „Fakt ist…!“ mit dem Titel „Gleichgestellte Frauen, kaltgestellte Männer – Sackgasse Geschlechterpolitik„, inklusive Live-Chat.

    Aber nicht nur der Sendetermin ist alles andere als gendersensibel, auch unter den Gästen werden Männer benachteiligt: Es sind drei Frauen (darunter eine der Autorinnen des Buchs „Tussikratie“ — wir erinnern uns: „Männer, sagt auch mal was. Aber wenn Ihr Maskulisten seid, ist das Scheiße.“) und der Gleichstellungsbeauftragte der Uni Leipzig (der von Berufs wegen „Herr Professorin“ klasse finden muß).
    Ich fordere eine Quote!

    Vielleicht komme ich wenigstens dazu, dort im Chat vorbeizuschauen, aber das ist doch alles sehr verdächtig…

    Bombe 20

    • @ Bombe 20

      Ja, das stinkt.

      Und es zeugt wieder einmal von absichtlich er wie betrügerischer (im Sinne des eigentlichen Auftrags der ÖRs) Intention.

      Frauen missbrauchen fast überall ihre Positionen und ihnen gegebenes Vertrauen.

      Das ist auch im Familien und Bildungsbereich der Regierung zu spüren. Auch ist es offenbar mittlerweile das größte Einfallstor für Korruption (zunehmend wohl auch anderweitige nicht direkt geschlechterbezogene), ungefährdet am Rechtsstaat vorbei.

      Sie machen genau das, was sie Männern immer unterstellen.

      Aber hier hört es ja noch nicht einmal auf. Die Misandrie erklimmt ja auch ungeahnte Höhen wie der Umgang mit den Informationen über die Taten von Boko Haram jedem offenkundig und auch sehr deutlich werden lässt.

      Diese Party sollte irgendwann einmal vorüber sein, sonst finden wir uns im nicht und niemand zu wünschenden Anderswo wieder.

      Entweder durch Rattenfänger oder durch die männerfeindlichen rabulistischen oder auch die lichtscheuen Eliten, die sich dadurch offenbar ihre Herrschaft sichern.

      • @ petpanther

        „Die Misandrie erklimmt ja auch ungeahnte Höhen wie der Umgang mit den Informationen über die Taten von Boko Haram jedem offenkundig und auch sehr deutlich werden lässt.“

        Neben der Tatsache dass das Leiden der Knaben,
        Männer vollkommen ausgeblendet wird, sind
        zwei weiter Aspekte für die Zukunft interessant.

        1. Wir von den sogenannt entwickelten Zivilisationen
        haben weder die Motivation noch die Macht um
        in gewissen Weltgegenden für einigermassen
        zivile Verhältnisse zu sorgen.

        2. Also wenn die Party bei uns mit einem grossen
        Knall zu Ende geht sind ähnliche Vorgänge
        nicht auszuschliessen. Junge Frauen wechseln
        gegen Waffen und Drogen den Besitzer.
        Über einen etwas weiteren historischen
        Zeitraum betrachtet kein so unübliches
        Zahlungsmittel

        • @Red Pill

          zu 2.

          Und sie werden dabei gern mitmachen und sich dann über die bösen Männer beschweren.

          Siehe Porn Industry, Prostitution (etwas weiter gefasst ist ja eigentlich das gesamte Geschlechterverhältnis dank Feminismus mittlerweile prostituierend aufgebaut), … etc.

          Hypoagency extreme.

        • @ petpanther

          „Siehe Porn Industry, Prostitution (etwas weiter gefasst ist ja eigentlich das gesamte Geschlechterverhältnis dank Feminismus mittlerweile prostituierend aufgebaut), … etc.“

          Sex for money war schon immer das standard
          System. Zum Nachteil vieler Männer hat sich
          das in Richtung: Money for no sex gewandelt.
          Heute unterscheidet Mann also besser zwischen
          ehrlichen und unehrlichen Prostituierten.

  10. Eine Planzeichnung von Captain Cooks erstem und berühmtesten Schiff, HM Bark (kein Ship!) Endeavour, eigentlich bloß ein umgebauter Kohlefrachter, also ohne besondere Beachtung ästhetischer Aspekte entworfen für einen ganz profanen Zweck. Trotzdem schön – Ausdruck ihrer Zeit. Er segelte sie auf seiner ersten Südseereise.

    Ein Modell, das den Unterwasserrumpf zeigt:

    Habe hier auch ein selbstgebautes Holzmodell von ihr im Haus, allerdings nach Bausatz, das 2. meiner Modellbauer (na ja, eher -bastler)-Karriere.

    Sie ist relativ einfach zu bauen, der Aufwand auch für Anfänger einigermaßen überschaubar.

    Mein erstes Holzmodell war die Halve Maen = Halbmond auf ndl., das Schiff des Henry Hudson > Hudson River, eine Art kleine Galeone von 1608, allerdings ebenfalls mit flachem Boden (niederländische Bauart wg. der flachen Küstengewässer dort), beliebt bei Entdeckern, auch kein Ausbund an Eleganz – im Gegensatz zu der großen 40-Kanonen-Fregatte, die gegenwärtig in Arbeit ist, ein Entwurf des großen schwedischen Schiffsarchitekten Fredrik Henrik af Chapman aus dem Jahre 1783:

    Sie heißt natürlich Venus, typisch für flotte, schöne Fregatten:

    Die Endeavour war in Whitby/Yorkshire gebaut worden als Earl of Pembroke, 1764.

    Ihr Leben endete 1790 als mittlerweile französischer Walfänger nach einer schweren Havarie, im Hafen von Newport/Rhode Island wurde sie als nicht mehr seetüchtig abgewrackt.

    Nur 26 Jahre alt, kein Alter für ein hölzernes, gut gewartetes Segelschiff.

    Cook bevorzugte Kohlefrachter (später einen ähnlichen Typ, die Resolution, 460 Tonnen Verdrängung, sein letztes Schiff, die Endeavour hatte nur 350) für seine Südseefahrten, weil sie als Schüttgutfrachter einen ungewöhnlich stabilen, bauchigen Rumpf besaßen (relativ viel Stauraum) bei geringem Tiefgang (flacher Boden).

    Außerdem waren sie als Handelschiffe mit relativ kleiner Mannschaft zu segeln (Lohnkosten sollten niedrig sein).

    Aufgrund ihrer Bauart konnten diese Schiffe so manche unsanfte Begegnung mit einem Riff in den unbekannten Südseegewässern dank ihrer Robustheit überstehen und hatten gute Chancen, rasch wieder frei zu kommen wegen ihres flachen Bodens.

    Die HMS Bounty (die mit der Meuterei) war ursprünglich übrigens auch ein Steinkohlefrachter.

    Cook stammte, passend zu seinen Kohleschiffen, aus einfachsten Verhältnissen, eines von 8 Kindern einer Tagelöhnerfamilie, so sah in etwa das Haus seiner Geburt und seines Aufwachsens aus

    Weiß Gott kein Palais.

    Er lernte zunächst Handelsgehilfe in einem Gemischtwarenladen, wechselte dann zur Handelsmarine, fuhr – natürlich – auf Kohlefrachtern, 8 Jahre lang, dann heuerte er als Unteroffizier bei der Royal Navy an, bei schlechterer Bezahlung, aber mit der Chance auf sozialen Aufstieg.

    Die er auch weidlich genutzt hat.

    Sicher hätte er es sich nie träumen lassen, eines Tages in einem hawaiianischen Kochtopf zu enden.

    Hach ja, Hawaii

    Missionar in der Südsee hätt‘ ich werden sollen.

    Vielleicht hätten die mich bekehrt?

    Oder gefressen.

  11. Modellbauern historischer Segelschiffe ist die Anschaffung dieses Buches von Chapman zu empfehlen, gibt’s mittlerweile wohl auch als E-Book

    http://www.building-model-boats.com/architectura-navalis-mercatoria.html

    Hier gibt’s die Pläne aus dem Werk sogar umsonst (besteht fast nur aus Plänen):

    http://www.sjohistoriska.se/en/Collections/Archives/ChapmanNet/ChapmanNet/Drawings/

    Zahlreiche Konstruktionsrisse zeigen u.a., warum Schiffe alter Art unbedingt weiblich sein mussten (also die Soleil Royal z.B., nicht der).

    So ein toller Hüftschwung, canova-designed (ursprünglich von Gott)

    hier bei einer 44-Kanonen-Fregatte, chapman-designed:

    Man vergleiche das mit modernen Schiffen, gar solchen nach Stealthprinzipien gebauten.

    Da vergeht einem die Lust, nicht nur die an der ehedem christlichen Seefahrt.

    Sondern überhaupt.

    Nicht zu reden von den zeitgenössischen Kreuzfahrtriesen:

    Warte nur darauf, bis so ein Koloss den Dogenpalast in Grund und Boden rammt, weil der Kapitän an seiner Geliebten herumspielte.

    Oder die Kapitänin im östrogenen Vollrausch komplett die Orientierung verlor.

    • @ Dummerjan

      „Triggerwarnung: Objektifizierung,
      Männerverbrauch, Allmachtsphantasien.“

      Cool bleiben, bei der Objektifizierung
      des jeweils anderen Geschlechts herrscht
      ja durchaus eine gewisse Symmetrie.
      Ein Teil des männlichen Fussvolkes
      ist halt Verbrauchsmaterial.
      Im Gegenzug nennt RP junge Frauen
      nachwachsenden Rohstoff.
      Frauen können ja vieles machen in
      ihrem Leben. Ihre evolutionäre
      Optimierung konzentriert sich aber
      auf einen verdammt engen Bereich:

      Visually please men. And bear children.
      Everything else women do is commentary.

      • Irgendwie hatte man ja noch Hoffnung, dass mal jemand versteht, dass man so weder selbst glücklich wird, noch irgend jemand sonst.

        • @ Dummerjan

          Na, die Kolumne ist doch, ganz besonders für ZEIT-Verhältnisse, durchaus freundlich, auch wenn man den Verdacht haben kann, dass der etwas bemühte Humor auf galligem Boden blüht.

          Vielleicht zum Austreiben gebracht durch den tragischen Tod des Lieblingsnhuhns.

          Da trifft frau schwesternsolidarisch der Eishauch der Vergänglichkeit.

          Und 230 Eier im Jahr, mit denen man selbst dann etwas anfangen kann, wenn sie nicht befruchtet werden – daran sollten sich Frauen mal ein Beispiel nehmen!

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