„Das Patriarchat hat mein Smartphone zu groß für meine Hände gemacht“

In einem bemerkenswerten Beitrag beschwert sich Zeynep Tufekci (Assistant Professor in Harvard) ,dass sie mit ihrem Smartphone, einem Nexus 4, keine klaren Photos machen kann, weil es einfach zu groß für ihre Frauenhände ist:

I cursed the gendered nature of tech design that has written out women from the group of legitimate users of phones as portable devices to be used on-the-go.

I cursed that what was taken for granted by the male designers and male users of modern phones was simply not available to me.

I cursed that I could not effectively document how large numbers of ordinary people had come to visit a park were being massively tear-gassed because I simply could not take a one-handed picture.

I especially cursed that I could not lift the camera above my head, hold it steadily *and* take a picture—something I had seen countless men with larger hands do all the time.

I’m 5 foot 2 inches on a good day and my hands are simply not big enough for effective one-handed use of the kind of phones that I want to use for my work.

Und sie ergänzt später:

There is no rule that says the screen size must get bigger with each upgrade in memory or capabilities, and yet it does. For most men, it’s just one small, added benefit. For many women, though it’s a reminder that the tech industry doesn’t always remember or count your existence.

Just so we are clear: I don’t want a pink phone, I don’t want “women’s applications” and I don’t want ruffles or hello kitty on my phone.

I merely want a design that acknowledges that women exist, and women often have smaller hands than men.

Warum sie sich dann kein kleineres Handy kauft als das Nexus, mit einr Größe von 5.27 x 2.7 x 0.35 Zoll und einem Bildschirm von 4,7 Zoll ist mir ein Rätsel.

Ein anderer Beitrag (von dem ich auch den Titel geklaut habe) geht ebenfalls darauf ein:

When she complains that she can’t operate the beast with one hand, it’s tempting to ask, “Well, instead of blaming the patriarchy, why didn’t you buy something a bit smaller?”*

The iPhone 5, for instance, is roughly 10 percent shorter and 20 percent skinnier. And you’re not sacrificing much, performance-wise: I assure you, you can grab some pretty great shots with the dainty iPhone camera. Or maybe she could’ve gotten one of those nifty new phones with the buttons on the back to ease one-handed use?

Aber auch auf dem Android-Bereich sind genug Handys mit 4.0 oder 4.3 Zoll verfügbar.

Dort heißt es weiter:

It is not annoying that she would want a phone that better fits her hands. It is annoying that she would blame society for her poor choice in mobile. (…) When one views life through the prism of gender—when one can’t help but see some sort of conspiracy, accidental or otherwise, in something as simple as the mobile phone market—it becomes easier to demand that debate be shut down.

Eigentlich ein schönes Beispiel dafür, wie innerhalb dieser Denkweise Verantwortung abgegeben wird  und damit weibliche Unterverantwortlichkeit gefördert wird. Auch interessant, wie in dem Beispiel weibliche Produktdesigner ausgeblendet werden und anscheinend davon ausgegangen wird, dass keinerlei Frauen an der Entwicklung beteiligt waren, aber einfach dennoch mit größeren Smartphones zurechtkommen.

Ich kenne einige Frauen, die ein Smartphone mit einem 4.7 Zoll Bildschirm haben und damit sehr zufrieden sind. Ich kenne andere, allerdings auch Männer, denen der Bildschirm zu groß ist und die sich daher ein kleineres Smartphone gekauft haben.

Hier wird einfach konstruiert, dass Frauen gezwungen werden, größere Smartphones zu kaufen, weil Patriarchat. Eine eigene Entscheidung und ein Überblick über den Markt wird ihnen anscheinend nicht zugetraut.

Schön auch einer der Kommentare:

This article is outrageous! What other reason could there be for phones to be big other than the Patriarchy seeking to only benefit men with the sum of human knowledge at HIS fingertips?

People, I mean people in their natural state without the Patriarchy, prefer to watch video on smaller screens, just as pre-Patriarchy people preferred living at one with Mother Gaia before the Patriarchy brought agriculture.

If science and engineering weren’t such male-dominated fields, they’d have certainly come up with a way to make a small phone have a large screen by now.

 

123 Gedanken zu “„Das Patriarchat hat mein Smartphone zu groß für meine Hände gemacht“

  1. Nach den Mikrophonen des Patriarchats, die Damenbinden des Patriarchats, und nu die Smartphones des Patriarchats…

    Das sich einige nicht zu blöd sind solch einen Mist rauszuhauen.

    • Hallo und herzlich willkommen in der heute-show bzw. Die Anstalt der hiesigen Tussikratie – euerm Ventil zwecks tagtäglich gesteuert Dampf ablassen. Wünsche gute Unterhaltung.

    • Was heißt hier „blöd“?

      Diese „Blödheit“ wird staatsgeföfrdert. Reicht ja für den Tenure Track in Harvard.

      Muss also mächtige Finanzinteressen geben, die solche „Blödheit“ subventionieren.

      An intellektueller Brillanz der Dame – das ist mal sicher – kann es nicht liegen.

      CUI BONO?

  2. Das ist schon etwas älter aber immer noch absolut furchtbar. Wie wir es auch machen, Freunde, es ist immer falsch und wird immer falsch sein.

    • @ m

      *Das ist schon etwas älter aber immer noch absolut furchtbar. Wie wir es auch machen, Freunde, es ist immer falsch und wird immer falsch sein.*

      Sehr richtig. Das lässt sich auch mit Vernunft nicht entkräften. Ein absichtsvoll installierter Double Bind, der Männer immer und überall in’s Unrecht setzt und setzen soll.

      Damit sie sich schuldig fühlen und an diese Paraisten Reparationen zahlen.

      Wenn man, egal was man macht, es nur falsch machen kann, was macht man da?

      Gar nichts oder so wenig wie möglich.

      Dann muss diese Geschwätzbrigade in die Produktion, ob sie will oder nicht, in die Schützengräben, in den Auslandseinsatz – Mädchen retten vor Boko Haram z.B.

      Wenn sie es dann immer noch nicht tun, werden wir an die Wand geklatscht von der chinesischen Konkurrenz > Wohlstand adé oder überrollt von kämpferischeren Kulturen.

      Ist mir mittlerweile ebenfalls wurscht.

      Allmählich wird fast alles besser als diese never ending Nörgelei von Nichtskönner.I.nnen und Nichtsleister.I.nnen, die auch noch einen heftigen Erziehungsauftrag Richtung Männer verspüren.

      Dumm und arrogant, das ist unerträglich.

  3. Gestern ging ja durch die Medien, dass eine 1,61 cm kleine Frau auch in zweiter Instanz gegen die Lufthansa verloren hat, da sie auf Schadensersatz klagte. Die 19 jährige erfüllt mit ihrer Körpergröße nicht den lh mindeststandard von 1,65 cm. Das Patriachat hat also Flugzeuge zu groß konstruiert um Frauen zu diskriminieren? Nein! Die gute Dame hätte mal einfach vorher checken können, ob sie die elementarsten Anforderung ihres Arbeitgebers erfüllt. Swissair zb. Hat niedrigere Standards.

    Dass Frauen gerne Verantwortung abgeben macht vor dem Hintergrund ihres Bedürfnisses nicht anzuecken und sozial akzeptiert zu werden Sinn. Verantwortung heißt im Zweifelsfall auch Konsequenzen zu tragen, wie eine unserer besten Frauen aller Zeiten, die als yahoo Chefin ein Meeting extra verschiebt nur um dann zu verschlafen. Sie trägt jetzt erhebliche Kosten ihrer Verantwortung, nämlich den Zorn ihrer Kollegen und den Spott im Netz.

    Aber damit kann man nicht alles erklären. Mittlerweile ist das so pervertiert, wie im vorliegenden Fall. Die gute erhält Aufmerksamkeit, kann sich als Opfer fühlen. Das ist das neue Element daran. Unser lufthansa Mädel wollte 135000 Euro erhalten. Es ist einfach angehm geworden, weibliches Opfer zu sein, da man gratifiziert wird. Daher halte ich die Erklärung, sie will ja bloß Verantwortung abgeben für verkürzt. Feminismus empowert die Mädels dahin Verantwortung abzugeben, nicht um kosten zu vermeiden, sondern um gewinne einzustreichen!

    • Ps: was mich ja interessieren würde ist, ob schon mal ein dax konzernchef sich so eine Peinlichkeit geleistet hat, bzw. Ob darüber einfach nicht berichtet wird.

  4. “ Sarcasm and real leftwing progressive whining are becoming indistinguishable. Sign of the Apocalypse?“
    Mein Lieblingskommentar.

    • Das klingt doch wie der Auftakt zu einer weiteren satirischen Kampagne.

      Das Patriarchat hat meine Mitmenschen zu groß gemacht, so dass ich im Stadion nichts sehen kann, wenn alle stehen. ^^

        • Das Patriarchat hat Frauen klein gemacht, damit sie gezwungen sind, auf unbequemen Stöckelschuhen zu laufen, mit denen sie schlechter weglaufen können, wenn Männer über sie herfallen wollen.

        • „Das Patriarchat hat Twitter und die weibliche Opferhaltung erfunden, damit wir Frauen uns vor allen lächerlich machen.“

          Es kann doch mal jemand einen Aufschrei bei Twitter starten. Ich kenne mich mit diesen asozialen Netzwerken nicht so aus. Das muß jemand anderes machen. Ich bin da irgendwie zu doof für. Ich habe es bisher nur geschafft, auf andere Tweets zu antworten. Ansonsten bin ich da recht unbedarft.

  5. Und damit nicht genug, das Patriarchat hat auch noch das Gehirn von Frauen kleiner gemacht.

    So können viele Frauen (und auch Männer!) scheinbar nicht verstehen dass Smartphones 95% Selbstzweck sind und nur mit Glück zum telefonieren taugen, vom Fotografieren brauchen wir gar nicht reden, der Rest ist Beschäftigungstherapie für den technologisch Herausgeforderten der mit seiner „Modernität“ und und „Beherrschung“ der zu guten Teilen überflüssigen und viertelgaren Smartphones vor anderen technologisch Herausgeforderten angeben will.

    Am Ende hat es vor allem Zeit und Geld gekostet aber leider nicht mit Nutzen aufgewogen, denn es spiegelt den modernen Mensch wieder:

    Zu viel Zeit,
    zu viel Geld,
    Nutzlos.

    • @ Borat

      „So können viele Frauen (und auch Männer!) scheinbar nicht verstehen dass Smartphones 95% Selbstzweck sind und nur mit Glück zum telefonieren taugen“

      Sehe immer wieder Paare im Restaurant
      wo die Frau dauernd mir dem Handy
      rumspielt und ihm null Aufmerksamkeit
      schenkt.
      Wenn ich in dieser Lage wäre, würde
      ich mir sofort einen Handy-Destroyer
      bauen. Prinzip EMP (elektromagnetischer
      Puls). Kollateralschäden halt nicht
      ganz auszuschliessen. 🙂

      Für technisch weniger begabte würde
      ich die Brachialmethode empfehlen.
      Einmal warnen, anschliessend Gadget
      behändigen auf den Boden werfen und
      flach treten.

  6. Mal wieder eine Folge des never ending Daily Feminist Whiny Project, mir hängt dieses Geflenne zum Hals heraus.

    Bei weinerlich-quengelnden, verzogenen und verwöhnten Kindern werde ich schon an die Grenzen meiner Geduld geführt, bei „erwachsenen“ wohlstandsgepämperten Gendertussen ist es mir vollends unerträglich.

    Wo, verdammt, liegt das Problem?

    Sollen halt mehr Frauen im Tech-Bereich arbeiten, eigene Frauenfirmen gründen, die die Bedürfnisse von Frauen sehr viel besser erkennen und befriedigen als die stumpfsinnig-blöden Männer, diese Firmen zum Erfolg führen und die Sache ist gegessen.

    Dann können sie meinethalben auch von der Pförtnerin bis zur CEO nur Frauen anstellen, ist mir wurscht.

    Sie würden dann ja wenigstens auch zur Steuerfinanzierung dieses misandrischen Saftladens beitragen, der sich ansonsten zu 75 % auf Männer verlässt.

    Wie, das geschieht nicht, Frauen gründen kaum Tech-Firmen, noch weniger erfolgreiche, die so wachsen, dass sie nennenswert Steuern zahlen müssen, jetzt ´mal abgesehen von dem tollen Kommunikationsunternehmen der Frau Schwarzer, die mehr Steuern hinterzieht und verbrät als sie verdient mit ihrer EMMA.

    Ja warum geschieht das denn nicht?

    Immer wieder der lächerliche, erbärmliche Anspruch der emannzipierten Frau („Helft mir, ich bin emannzipiert!“), dass doch bitte sehr Männer an ihrer statt für sie die Welt geschmeidig und schön machen sollen, die rauen Wege ebnen, die spitzen Steine beseitigen, die schweren Brocken aus dem Wege räumen sollen, damit die Damen mit Stöckelschuhen rückwärts schneller laufen können als die Malocher mit ihren schweren Arbeitsstiefeln vorwärts und dafür will diese dekadente Bande dann auch noch gelobt werden.

    Hauptsache, sie müssen das nicht selber tun.

    Statt dessen lieber etwas mit KOMMUNIKATION, KÜLTÜR, Phraseologie, Geschwätz, Volksaufklärung und Propaganda, vor allem im Fach Männererziehung.

    Könnte ja dem Nagellack schaden oder die Puderverteilung auf den Pobacken in’s Ungleichgewicht bringen, wenn frau das Heavy Lifting selbst in Angriff nähme.

  7. Was macht die Dame „wissenschaftlich“. Na was wohl: SOZIOLOGIE, das Sammelbecken der letzten Heuler.

    http://technosociology.org/

    Technosozilogie selbstverständlich.

    Also so ein Schnittstellenfach, das es erlaubt, allmählich alle technisch-naturwisenschaftlichen Fächer, die bisher von der ideologischen Seuche Feminismus noch verschont geblieben sind,mit Genderprofessor.I.nnen zuzuscheißen,

    Bei uns läuft das über das Professor.I.nnenprogramm.

    Schnittstellenfächer, bei denen man ohne eine blassen Schimmer von Technik/Naturwissenschaft trotzdem als „Geisteswissenschaftler.I.n“ ohne Geist in einer technischen Fakultät als ideologische Einflussgröße und Politoffizier.I.n installiert werden kann.

    Ideologisch korrupt bis auf die Knochen, das ist heute Soziologie.

    • „SOZIOLOGIE, das Sammelbecken der letzten Heuler.“

      Auch wenn es klar Fehlentwicklungen gibt, ist diese Aussage doch erkennbar als Ressentiment. Wäre es kein Ressentiment, stünde an Stelle der Pauschalaussage die Unterscheidung zwischen Fehlentwicklungen und „Norm“-Entwicklungen. Stattdessen wird hier behauptet, dass die Soziologie grundsätzlich ein Problem darstellt. Eine solche Pauschalaussage bleibt aber steile These, wenn sie belegfrei daher kommt. Zu guter Letzt werden pauschal alle Soziologen, auch jene, die korrekt arbeiten, abgewatscht. Letztlich auch jene, die intern Fehlentwicklungen kritisieren.

      • @LoMI

        „Auch wenn es klar Fehlentwicklungen gibt, ist diese Aussage doch erkennbar als Ressentiment. “

        vielleicht wäre es als Gegenmaßnahme gegen solche negative Einstellung interessant, einmal die direkte Kritik aus der Soziologie an solchen feministischen Theorien darzustellen. Da gibt es doch sicherlich Auseinandersetzungen damit und man wird dort auch die methodischen und sonstigen Fehler bemerkt haben. Hast du da vielleicht was zu?

        • Professoren wie Hollstein, Amendt und Synnott (siehe zu letzerem mein aktuellstes Genderama-Posting) sind alle Soziologen.

        • Danke, Arne.

          Es scheint ja tatsächlich so, dass die soziologieinternen Kritiker eher in der Minderheit sind. Meiner Meinung nach ist das folgendermaßen gelaufen: Man hat den Frauenforscherinnen die Gender-Spielwiese überlassen und sich den Themen gewidmet, die einen wirklich interessieren. Die Gender-Damen hatten aber den politischen Willen im Hintergrund und so sah sich der Rest bald getäuscht in der Hoffnung, in Ruhe weiterforschen zu können. Alsbald wurde die Genderei massiv staatlich gefördert und konnte eine gewisse Dominanz erlangen. Zwar dominieren sie das Fach nicht an sich, bei der Breite der Themen ist das auch kaum möglich. Aber es ist schwer geworden, sie öffentlich zu kritisieren.

          Daraus folgt aber nicht, dass alle Soziologen nun nur noch Gender machen, alle irgendwie links sind und alle nur noch politische Liebediener. Daraus folgt vor allem, dass sie sich in ihre Nischen zurückziehen und nicht öffentlich oder in Aufsätzen gegen Fehlentwicklungen Stellung beziehen.

        • @ Lomi

          Du bist in dieser Hinsicht aber auch ein bißchen empfindlich.

          Ein Sammelbecken für Heuler impliziert nicht unbedingt, daß es keine vernünftigen Soziologen gäbe. Auch wenn es stimmt, daß die Kritik etwas pauschal und undifferenziert ist.

          Zu Hollstein: Der reproduziert doch feministische Erzählungen, wenn er meint, alle Frauen seien nun emanzipiert – natürlich durch den Feminismus – und die Männer seien aber noch zurückgeblieben und bräuchten etwas Vergleichbares.

          Da zeigt sich die typische soziologistische Fabulitis und Interpretitis.

          Es ist leicht, diese Interpretation durch Alltagsfakten schwer zu erschüttern und sie als naiv zu entlarven. Für mich zeigt sich in solchen Denkfiguren eine zu wenig kritische Haltung gegenüber dem Feminismus und den in der Gesellschaft hofierten Interpretationsmustern.

          Was nicht heißen soll, daß Hollstein keine Verdienste hätte. Ich finde es nur etwas lasch und würde mir da mehr erwarten. Mehr geistige Unabhängigkeit.

      • @ LoMi

        Wo ist denn der Widerstand aus der Soziologengemeinde gegen diesen Genderschwachsinn, WO?

        Natürlich gibt es ernsthafte Soziologen, Michael Klein und Dr. Heike Diefenbach fallen mir da ein.

        Aber die scheinen im Soziologenmilieu sehr, sehr einsam zu sein.

        Was sich als Soziologie massenmedial-politberatend kenntlich macht ist linkslastiges Geschwätz und Propaganda. Tut mir leid, das Ressentiment ist hart erarbeitet und redlich verdient.

        Räumt Euren Saustall auf, dann kann man vielleicht wieder hinhören, wenn ein Soziolog seine „Expertise“ zum Besten gibt.

        • Diefenbach und Klein stilisieren sich als Einsame.
          Man muss schon alles zur Kenntnis nehmen, was Soziologen tun, sonst kann das Urteil nur falsch sein. Hier wird vorrangig das zitiert, was schief läuft. Dann tritt der gleiche Effekt ein wie bei den Medien, wenn sie über Gewaltvorfälle berichten: Es entsteht der Eindruck, es gäbe nur Gewalt bzw. nur verirrte Gendersoziologen. Eine solche These sollte man aber tunlichst abgleichen mit der Realität, wenn man den Anspruch erhebt, eine wirklichkeitsbasierte und darum „wahre“ Aussage zu treffen. Geschieht das nicht, ist diese Aussage nicht mehr als nur eine Meinung.

          Dazu muss ich auch nicht @Christian, hier die Beispiele soziologieinterner Genderkritik aufzählen. Die Behauptung, Soziologie sei ideologisch durchgängig korrupt, wäre zu widerlegen durch Beispiele unideologischer soziologischer Forschung auch jenseits von Gender.

          Allerdings liegt die Beweislast bei den Vertretern der pauschalen Anklage.

          Ich selber wünschte mir auch mehr soziologische Genderkritik wie diese: http://dschindschin.blogspot.de/2009/12/doing-gender_23.html

          Aber ich lasse mir pauschal nicht anlasten, ich würde ideologisch korrupt sein, nur weil diverse andere Fachvertreter es sind. Das kann man nur behaupten, wenn man meine Arbeit kennt bzw. von der Soziologie kann man das nur behaupten, wenn man weiß, was Soziologen alles tun. Sich an Beispielen hochziehen, ist dagegen cherrypicking.

          • @LoMI

            „Dazu muss ich auch nicht @Christian, hier die Beispiele soziologieinterner Genderkritik aufzählen.“

            Ich wollte das auch gar nicht als Aufforderung an dich, die Soziologie zu verteidigen, verstanden wissen, sondern mich würde die dortige Kritik tatsächlich interessieren. Ich lese ja eher in andere Bereiche und da ist mir die Kritik verständlich, aber eine soziologische Perspektive der Kritik würde ich dazu interessant finden.

        • Revolte

          es geht hier um die Pauschalthese. Die wird nicht durch Einzelfälle gestützt. Allaussagen können nur belegt werden, indem man auch für alle Fälle verlässlich eine bestimmte Eigenschaft nachweisen kann.

          So geht es eben nicht.

          Vor allem verjagt Ihr mit solchen Pauschalisierungen jeden, der noch ernsthaft sich gegen die Genderei wehren möchte. Wenn da die Unterstützung von außen fehlt, wird es schwierig. Pauschalkritik an DER Soziologie kloppt eben auch Genderkritikern die Beine weg. Stattdessen hätte man eine gute wissenschaftliche Soziologie gegen die ideologisierte zu verteidigen.

          Nur: Hier und bei Danisch wird letztlich zu gerne eine Generalabrechnung vorgenommen.

        • Pauschalkritik an DER Soziologie kloppt eben auch Genderkritikern die Beine weg. Stattdessen hätte man eine gute wissenschaftliche Soziologie gegen die ideologisierte zu verteidigen.

          EBEN!

          Innerhalb der Filterblase fehlt den Aufrechten hier aber jegliche Einsicht, dass Behauptungen wie „die Soziologie ist als Wissenschaft längst tot“ einfach absurd und Null anschlussfähig sind.

          Ich finde Danisch zwar ganz interessant und weiß seine Recherchen und seine Energie zu schätzen. Dennoch ist er ein Schwätzer der in Sachen empirische Forschungsmethoden wohl von den meisten Soziologie-Bätschelern in die Tasche gesteckt wird.

        • „es geht hier um die Pauschalthese. Die wird nicht durch Einzelfälle gestützt.“

          Einzelfälle? Weiter oben sagst du: „Diefenbach und Klein stilisieren sich als Einsame.“ und führst als einzige Referenz Rutschky an. Die Frau ist seit vier Jahren tot und institutionell eher ein rotes Tuch. Wie wär es mit lebendigen Soziologenwiderstand bzgl. Kimmel, Rososwky, Gesterkamp usw.? Wer wäre da neben den einsamen Diefenbach und Klein zu nennen. Namen bitte.

        • Revolte

          DU musst beweisen, dass der All-Satz „Alle Soziologen sind ideologisch korrupt“ stimmt. Folglich musst Du das für alle Soziologen und alle ihre Arbeiten nachweisen.

          Ich muss das Gegenteil nicht beweisen.

          Bislang zählst Du einzelne Fälle auf. Aber ohne Bezug zur Grundgesamtheit aller Soziologen kannst Du noch nicht bestimmen, in welchem Maße diese Einzelfälle repräsentativ für die Soziologie an sich sind.

          Kannst Du das nicht, kannst du diese Behauptung auch nicht aufrecht erhalten. Die Beweislast liegt allein bei demjenigen, der sehr starke Thesen über die Wirklichkeit aufstellt.

          All-Sätze, die man mit Daten nicht belegen kann, sind auch in der Naturwissenschaft nicht zulässig.

        • Wenn man die empirische Fundierung der Evolutionstheorie unbedingt mit der der Gendertheorie vergleichen und sich damit komplett lächerlich machen will, warum nicht? 😉

          Wobei die Annahmen der Evolutionstheorie ja wohl seit Jahrzehnten ständig aufs schärfste überprüft und herausgefordert, daher auch weiterentwickelt werden.

        • @ david
          Darum ging es mir nicht. Sondern darum, einen anderen Akzent zu setzen. Ich habe keine Ahnung mehr, was in der Mainstream-Soziologie der neueste Stand ist. Vielleicht aber gibt es innerhalb der Soziologengemeinde deshalb keinen Widerstand, weil

          a) die Gender-Theorie dort keinen großen Stellenwert hat
          b) die Gender-Theorie sich innerhalb der Soziologie anders darstellt, als von Roslin und Co behauptet
          c) die Gender-Theorie stimmig ist

        • @Adrian

          Nach meinem Eindruck beschäftigen sich die meisten mit anderen Themen und wollen wenig mit Gender zu tun haben. Die Fixierung auf Geschlecht ist meiner Erfahrung nach den meisten lästig.

          • @LoMi

            Wobei ich Bordieu und Teile der Gendertheorien jetzt auch nicht im Widerspruch sehe.

            https://allesevolution.wordpress.com/2012/11/30/habitus-nach-bourdieu/

            2b. Habitus und Geschlecht: Mit dieser Strukturkategorie ist die Arbeitsteilung zwischen Frau und Mann gemeint. Diese gesellschaftliche Strukturierung ist in jeder Gesellschaft vorfindbar.Nach Bourdieu wird durch diese grundlegende Strukturkategorie der Gesellschaft das Herrschaftsverhältnis impliziert. Mit dem Verständnis von Zweigeschlechtlichkeit und mit der Hervorhebung der männlichen Herrschaft ist das Herrschaftsverhältnis in unserer modernen Gesellschaft besonders gut begreifbar. Die Zweigeschlechtlichkeit ist ein Unterscheidungsprinzip, das bei den Individuen von früher Kindheit an besonders ausgeprägt ist. Im Zusammenhang mit der Kategorie Geschlecht verwendet Bourdieu den Begriff der symbolischen Gewalt. Mit der symbolischen Gewalt ist eine mittelbare Form der Gewaltausübung gemeint. Charakteristisch für die symbolische Gewalt ist das nicht bewusste Einverständnis der Beherrschten (Frauen) gegenüber der herrschenden Ordnungsvorstellung. Beide Seiten, die Herrschenden (Männer) und die Beherrschten (Frauen), müssen dafür über ein Verhaltenssystem, über einen Habitus verfügen, in dem dieses Herrschaftsverhältnis eingeprägt ist. So muss man sich die Frage stellen, warum auch in unserer modernen Gesellschaft die Gleichberechtigung zwischen Frau und Mann nicht vollkommen stattgefunden hat. Bourdieu erklärt dieses Phänomen damit, dass der Habitus so tief „verwurzelt“[1] ist, dass er die erlernten (patriarchalen) Verhaltensweisen und das geschlechtsspezifische Verhalten in der Praxis (oder besser in der Mehrzahl, den Praxen) des sozialen Lebens „vorstrukturiert“.[2] Dies führe dazu, dass die Frauen unbewusst die männliche Herrschaftsordnung akzeptieren und diese selbst wiederum aktiv reproduzieren.

          • Aus dem gleichen Artikel auch noch das:

            Pierre Bourdieu erzählt den Ursprungsmythos der Kabylen. Er berichtet vom ersten Mann und der ersten Frau, von ihrer Begegnung an einem Brunnen und dem darauffolgenden Geschlechtsverkehr, bei dem die erfahrene Frau den unkundigen Mann in den Liebespraktiken unterweist. Bis zu diesem Zeitpunkt herrschte noch eine “verkehrte” Welt vor, da die Frau die obere Position beanspruchte. Das sollte sich aber schnell ändern: Eines Tages sagte der Mann zur Frau: ‘Ich möchte dir auch etwas zeigen; ich weiß auch etwas. Leg dich hin und ich leg mich auf dich.’ Die Frau legte sich auf den Boden, und der Mann legte sich auf sie. – Er empfand dasselbe Vergnügen und sagte zur Frau: ‘Am Brunnen bist du es [die das Sagen hat], im Haus bin ich es.’ Im Kopf des Mannes sind es immer die letzten Worte, die zählen, und seither lieben es die Männer, auf die Frauen zu steigen. So kam es, dass sie die Ersten wurden und dass sie regieren müssen.

            Das deckt eigentlich den klassischen Fehler auf, der bei Ausblendung der Biologie passiert: Der erste Mann und die erste Frau treffen irgendwie aufeinander und regeln irgendetwas, institutionalisieren ein Machtverhältnis. In Wahrheit ist Sex schlicht viel älter als „der erste Mann“, es erfolgte natürlich keine plötzliche Absprache, sondern wir haben eine langsame Entwicklung hin zu einem Gruppentier mit sozialen Hierarchien, die eine Folge sexueller Selektion auf Erreichung einer hohen Position in intrasexueller Konkurrenz sind, weil diese ein Zeichen guter Gene ist. Sexuelle Selektion auf hohen Status bedeutet, dass Männer einen hohen Status wollen und Frauen ihn attraktiv finden. Und das sich daneben viele andere Faktoren auswirken, die die Partnerwahl betreffen. Da sind Frauen als Wählende durchaus aktiv und werden nicht einfach unterworfen.

        • @LoMi

          „…DU musst beweisen, dass der All-Satz “Alle Soziologen sind ideologisch korrupt” stimmt…“

          Wortreiche Ausflüchte, die du dir mit ein paar Namen sparen könntest.

        • @Christian

          „Wobei ich Bordieu und Teile der Gendertheorien jetzt auch nicht im Widerspruch sehe.“

          Ich habe den Namen Bourdieu auch nicht genannt, der spätestens seit „Die männliche Herrschaft“ klar Feminist war.

          • @LoMi

            Er ist ja aber auch nicht ganz unbedeutetend in der Soziologie oder? Da finden sich doch bestimmt kritische Besprechungen zu

            Ein Problem scheint mir zu sein, dass in der Soziologie zu schnell in den Kategorien „Macht“ und „unterdrückung“ gedacht wird, als strukturbildende Einheiten zwischen Gruppen. Hier könnte man aus meiner Sicht treffendere Theorien aufstellen, wenn man mehr auf die Bereiche „kooperation der Einzelpersonen und ihre Auswirkungen auf die Sozialstruktur“ eingeht. Solche Ansätze würde ich interessant finden

        • Revolte

          Dein Allsatz ist hier:
          „Von soziologischen Widerstand auf derlei Demagogie weit und breit nichts zu hören.“

          Ich habe Deinen Satz „Alle Schwäne sind weiß“ mit wenigstens zwei schwarzen Schwänen widerlegt. Arne hat noch drei Namen ins Spiel gebracht. Somit gilt Dein All-Satz nicht mehr. Du hättest beweisen müssen, dass es keine schwarzen Schwäne gibt.

          Ich kann Dir hier nicht mehr Namen liefern, weil ich das recherchieren müsste. Ich halte es aber für möglich, dass es mehr Kritiker gibt. Schließlich kann ich es vor der Recherche nicht wissen, ob es sie gibt oder nicht gibt.

          Welche Recherche kannst Du denn vorweisen, um zu behaupten, dass es keine Kritiker gibt?

        • Christian

          Bourdieu spielt eine große Rolle, aber nicht DIE Rolle. Es gibt ganze Themenbereiche, da wird der Mann gar nicht mal erwähnt. Außerdem gibt es konkurrierende Ansätze, die zumal den Vorteil haben, nicht so verquast intellektualistisch zu sein.

          „Ein Problem scheint mir zu sein, dass in der Soziologie zu schnell in den Kategorien “Macht” und “unterdrückung” gedacht wird, als strukturbildende Einheiten zwischen Gruppen.“

          „Unterdrückung“ ist bei Bourdieu ein Riesen-Thema. Andere finden das Thema längst nicht so wichtig oder glauben überhaupt nicht, dass die Gesellschaft so ein monolithischer Block ist. Es gibt genug Leute, die genau das Gegenteil behaupten. Macht als dialektischer Begriff (ich habe nur Macht über Dich, solange Du lebst und durch Deine Folgsamkeit mir Macht gibst), ist sogar eigentlich ungeeignet, um solche Riesen-Gebilde wie das „patriarchat“ wahrscheinlich zu machen. Das Patriarchat ist eine derart gewagte These, weil behauptet wird, dieses Machtsystem durchdringe noch jeden Winkel der Gesellschaft. Hier wäre die Beweislast bei den Feministinnen. Aber mit einem modernen Machtbegriff lässt sich das meiner Meinung nach nicht leisten, weil auch die weniger gut Situierten Spielräumen haben, Macht auszuüben, eigensinnig zu handeln usw.

          • @LoMi

            „Macht als dialektischer Begriff (ich habe nur Macht über Dich, solange Du lebst und durch Deine Folgsamkeit mir Macht gibst), ist sogar eigentlich ungeeignet, um solche Riesen-Gebilde wie das “patriarchat” wahrscheinlich zu machen. Das Patriarchat ist eine derart gewagte These, weil behauptet wird, dieses Machtsystem durchdringe noch jeden Winkel der Gesellschaft. Hier wäre die Beweislast bei den Feministinnen“

            Deswegen wird es ja auch mit dem auch soziologisch günstigeren Begriff „hegemoniale Männlichkeit“ ersetzt, indem bestimmte Werte und Normen zentral sind und eine Machtausübung über diese erreicht werden kann. Bei Bourdieu geht das ja mit „Habitus“ in die gleiche Richtung, die Normen, die den Habitus ausmachen, ergeben hier eben das Patriarchat.

            „Aber mit einem modernen Machtbegriff lässt sich das meiner Meinung nach nicht leisten, weil auch die weniger gut Situierten Spielräumen haben, Macht auszuüben, eigensinnig zu handeln usw.“

            Eine soziologische Ausführung dazu würde ich beispielsweise sehr interessant finden!

        • @ LoMi

          *Man muss schon alles zur Kenntnis nehmen, was Soziologen tun, sonst kann das Urteil nur falsch sein. *

          Nein, es ist Eure, der Soziologen gottverdammte Bringschuld in Sachen Öffentlichkeitsarbeit/Selbstdarstellung.

          Ihr lebt zum großen Teil als akademische Soziologie von Steuergeldern, so ist es Eure Bringschuld, Soziologie in der Öffentlichkeit so zu postionieren, dass sie in iher (vorgeblichen) Breite angemessen repräsentiert wird.

          Damit der Steuerzahler – notwenidigerweise Laie – beurteilen kann, welchen Gegenwert er für sein Geld erhält.

          Wenn also kein großer Widerstand erkennbar ist gegen die einseitige Linksverschiebung soziologischer Wissensproduktion, muss ich davon ausgehen, dass es da auch keinen nennenswerte Gegenposition gibt.

          Würde die öffentliche Wahrnehmung von Medizin von Homöopathen bestimmt und die akademische, naturwissenschaftlich arbeitende Medizin ließe das zu, könnte ich mich auch nicht gegen den Vorwurf, Medizin sei unwissenschaftliche Quacksalberei mit dem Konter wehren, dass die Laien doch bitte erst einmal Medizin zu studieren hätten, um sich ein solch schiefes Urteil leisten zu können.

          Sondern ich müsste einräumen, dass hier mein Fach versagt hat bei der Information der demokratischen Öffentlichkeit der LAIEN.

          Wobei bei Soziologen und dem erdrückenden Übergewicht der Linken unter ihnen noch die Frage völlig offen ist, ob das tatsächlich ein Versagen ist oder gewünschter Asudruck einer politischen, politisierten, ideologisch korrumpierten Wissenschaft, deren überwiegende Mehrheit sich ganz wohl damit befindet, auf so einseitige Weise Partei zu sein, wie es scheint.

        • @Lomi

          Nur kurz, weil das Essen für meinen erkälteten Sohn und mich auf dem Herd ist.

          Das soll mich überzeugen? Ich sprach von nennenswerten Reaktionen auf Demagogen wie Kimmel, Gesterkamp, Rosenbrock. Du machst daraus: „Alle Soziologen sind ideologisch korrupt”. Feine Beweisführung, Respekt Herr Soziologe.

          „Ich halte es aber für möglich, dass es mehr Kritiker gibt.“

          Soso. Müsste ein kritischer Soziologe die Kritiker nicht umgehend und ohne viel Recherche benennen können?

        • „Nein, es ist Eure, der Soziologen gottverdammte Bringschuld in Sachen Öffentlichkeitsarbeit/Selbstdarstellung.“

          Blödsinn. Soziologen haben keine Verpflichtung, dem Volk Soziologie zu erklären.

          Das ist genau die Argumentation der Feministin oben, Männer hätten eine Bringschuld, ihr gefälligst ein kleineres Smartphone zu verschaffen.

          „könnte ich mich auch nicht gegen den Vorwurf, Medizin sei unwissenschaftliche Quacksalberei mit dem Konter wehren, dass die Laien doch bitte erst einmal Medizin zu studieren hätten, um sich ein solch schiefes Urteil leisten zu können.“

          Doch könntest Du. Ich finde es eine der größten Nachteile des Internetzeitalters, dass Wissen, Wisenschaft und Demokratie zunehmend verwischt werden.
          Nur weil Klaus Schulz ein Wahlrecht und Meinungsfreiheit hat, ist seine Meinung zur Medizin oder anderen wissenschaftlichen Disziplinen nicht gleichwertig zu der eines Wissenschaftlers.

        • „Wenn also kein großer Widerstand erkennbar ist gegen die einseitige Linksverschiebung soziologischer Wissensproduktion, muss ich davon ausgehen, dass es da auch keinen nennenswerte Gegenposition gibt.“

          Roslin,

          Du darfst gerne den Verdacht hegen, dass dem so ist. Aber als Erwachsener in einer halbwegs aufgeklärten Gesellschaft, zumal als Mensch mit Hochschulbildung, ist Dir wohl zuzumuten, zu differenzieren bzw. sich auch selbst um ein Bild dessen zu bemühen, was Du beurteilen möchtest.

          Jemand, der eine Universität verlassen hat, sollte in der Lage sein, die Fehlerhaftigkeit pauschaler Verdammung alleine zu erkennen.

          Die Soziologie ist natürlich verantwortlich für ihr Erscheinungsbild, aber wie so oft, ist „die Soziologie“ ein unorganisierter Schwarm von vielen kleinen Einheiten, zumindest unterhalb solcher Organisationen wie der DGS. Es gibt da kein Zentralkommittee mit Mandat, für alle Soziologen zu sprechen. Insofern ist es auch ziemlicher Nonsens, zu verlangen, „die Soziologie“ möge bitte ihr öffentliches Image mal vernünftig gestalten.

          Es ist und bleibt einfach so, dass eine Pauschalverdammung bewiesen werden muss, bevor man ihr folgen kann. Und dazu bist Du mit Sicherheit nicht in der Lage, weil Du außer den von Klein/Diefenbach oder Danisch zitierten Fällen nichts von der Soziologie zur Kenntnis nimmst.

          Daher baust Du auch einen Popanz auf, denn nach meinem Erleben ist die Soziologie schon lange kein Hort links Bewegter mehr. Das mag sie um 68 herum wohl gewesen sein.

          Sie ist gewiss hart geknechtet von Genderisten, zumindest auf dem Sektor Geschlechterforschung. Das ist ein Unding, wo auch etwas passieren sollte.

          Aber die „Bedrohung von links“ ist Soziologie lange nicht mehr.

        • @ adrian

          „Vielleicht aber gibt es innerhalb der Soziologengemeinde deshalb keinen Widerstand, weil

          a) die Gender-Theorie dort keinen großen Stellenwert hat
          b) die Gender-Theorie sich innerhalb der Soziologie anders darstellt, als von Roslin und Co behauptet
          c) die Gender-Theorie stimmig ist“

          richtige Antwort:

          D)

          “ weil die Gender-Theorie stimmig FÜR DIE SOZIOLOGIEGEMEINDE ist“

          Da liegt der Hund begraben….totale ideologiegetränkte Empirieflüchtigkeit….

          😉

        • “Nein, es ist Eure, der Soziologen gottverdammte Bringschuld in Sachen Öffentlichkeitsarbeit/Selbstdarstellung.”

          Blödsinn. Soziologen haben keine Verpflichtung, dem Volk Soziologie zu erklären.

          Adrian, dein Problem ist das verstehende Lesen.

          Ein gutes Image von Wissenschaftlern entsteht, wenn sie solide Arbeit leisten und nicht wenn sie politische Wissenschaft, Fabulitis und Interpretitis betreiben – wie das häufig bei Geisteswissenschaftlern der Fall ist.

          Es geht also mitnichten darum, daß Soziologen Öffentlichkeitsarbeit leisten sollen.

          Verbessere bitte deine Rezeptionsfähigkeit. Dann hast du auch ein besseres Image.

      • @ lomi

        Die Geistes- und Sozial“wissenschaften“ haben sich seit den Sechzigern aufgrund einer einseitigen Politisierung zu weiten Teilen aus dem Kreis seriöser, auf Empirie und nach Erkenntnisgewinn ausgerichteter Wissenschaften verabschiedet.

        Punkt.

        Das ist kein Ressentiment, sondern eine deprimierende Bestandsaufnahme.

        Soziologie im Jahre 2014 dient der Reproduktion der ideologischen Parallelwelten des juste milieu´s oder aber als Auftragshure für die Bereitstellung pseudowissenschaftlicher Gutachten zur Legitimierung politischer Agenden.

        • Ratloser

          solche Thesen müssen belegt werden. Ich glaube nicht, dass Du weißt, was Soziologen tatsächlich tun. Also: Beweise her oder kennzeichne Deine Aussage als schlichte Meinung.

          “ als Auftragshure für die Bereitstellung pseudowissenschaftlicher Gutachten zur Legitimierung politischer Agenden.“

          Das kommt fraglos sehr oft vor, entspricht zumindest meiner Erfahrung, berechtigt aber so gesehen immer noch nicht dazu, zu behaupten, alle Soziologen seien politisiert und ideologisch.

        • Räumt Euren Saustall auf, dann kann man vielleicht wieder hinhören

          (…)
          Teilen aus dem Kreis seriöser, auf Empirie und nach Erkenntnisgewinn ausgerichteter Wissenschaften verabschiedet.

          Punkt.

          Das ist kein Ressentiment, sondern eine deprimierende Bestandsaufnahme.

          Niedlich, wie ihr euch selbst und gegenseitig schulterklopfend eure Deutungshoheit innerhalb eurer rechtskonservativen Filterblase versichert und noch gönnerhafte Appelle im Namen der Wahrheitsanteilseigner übrig habt 🙂

          Ihr könnt keifen wie ihr wollt, in den hegemonialen Diskursen hat die Soziologie nach wie vor sogar eine herausragende Stellung im Vergleich zu Science-Denialists wie euch, den Rednecks mit akademischem Anstrich (ich vergaß, „Science“ muss hier natürlich in Anführungszeichen, weil PUNKT.)

          Ihr könnt nicht gleichzeitig über die Linksversifftheit der Akademia, der Massenmedien, der Öffentlichkeit, Politik und des Staates palavern und gleichzeitig eure Traumwelt aufrecht erhalten, in der die dafür ursächlichen Geisteswissenschaften längst auf dem Müllhaufen der Geschichte gelandet sind.
          Außer natürlich den weltbekannten Spitzenforschern Diefenbach und Klein (hat überhaupt einer der beiden noch eine Stelle?), denn die sind ja eurer (zufällig ja sogar auch meiner) Meinung.

          Inhaltlich teile ich ja vieles an eurer Kritik an der gegenwärtigen Soziologie (in Ansätzen, jedoch weit weniger pauschal). Ich denke auch, sie könnte sehr viel besser dastehen, wenn überfällige Selbstreinigungsprozesse richtig in Gang kämen. Ihr Ruf hat zweifellos sehr gelitten in den letzten 50 Jahren (Die Diagnose stand schon mit den 68 fest: http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-45562662.html), wenn er sich auch nach wie vor sehr wenig mit eurer Privatmeinung deckt.

          Leider, muss ich jedoch sagen, erfreuen sich all die Allmendingers heute nach wie vor größten Einflusses auf Medien, meinetwegen „juste milieu“ und Politik.

          Letztlich ist auch all die neuere Forschung über Geschlechtsunterschiede aus den eher naturwissenschaftlichen Fachbereichen als Reaktion aus die Diskursverschiebung des egalitaristischen Paradigmas zu sehen, dass die Geisteswissenschaften etabliert haben.

          Sich in diesem längst nicht beendeten Kampf bereits einen triumphalen Sieg der „echten Wissenschaft“ (zu der man sich natürlich ganz unbescheiden mal dazuzählt, ebenso wie irgendwelche texanischen Think Tanks und Pickup-Blogs) herbeizufantasieren, ist ausgesprochen infantil.

          Der Gegner mag im Unrecht sein, mit Stumpfen Waffen und unfairen (formal unwissenschaftlichen) Tricks kämpfen. Die Augen und Ohren zuhalten bringt euch trotzdem nichts.

          Vor allem aber halte ich euren (und sicher auch meinen) Einblick in die gegenwärtige Soziologie gerade deshalb für äußerst selektiv und begrenzt. Er erschöpft sich meist in veröffentlichten Rants amerikanischer Konservativer oder wenn es hoch kommt noch desillusionierter Insider.

          • @david

            „Vor allem aber halte ich euren (und sicher auch meinen) Einblick in die gegenwärtige Soziologie gerade deshalb für äußerst selektiv und begrenzt.“

            Wäre ja interessant, mal einen besseren Einblick zu bekommen. Wie bereits LoMi gegenüber angeführt, wäre ich da an Hinweisen auf bisherige Kritik sehr dankbar

        • Also: Beweise her oder kennzeichne Deine Aussage als schlichte Meinung.

          Ich befürchte tatsächlich, der Unterschied hat in diesem Kreis nur marginale Bekanntheit. Beweispflichtig bist nur du als Soziologe, wir echten Wissenschaftler haben ja was richtiges studiert, also warum sollten wir lügen?

        • „Sich in diesem längst nicht beendeten Kampf bereits einen triumphalen Sieg der “echten Wissenschaft” (zu der man sich natürlich ganz unbescheiden mal dazuzählt, ebenso wie irgendwelche texanischen Think Tanks und Pickup-Blogs) herbeizufantasieren, ist ausgesprochen infantil.“

          Vor allem gibt es hier einen Kardinalfehler: Es fehlt eine allgemeine wissenschaftliche Orientierung, eine Orientierung am Prinzip Wissenschaft, das über den Disziplinen steht. Die Kritik an der Soziologie ist mehr ein Streit der Fakultäten, in der der eine Zweig behauptet, dass der andere Zweig einfach keine Wissenschaft sei. Mit „Wissenschaft“ wird dann lediglich gemeint, was man selber betreibt oder favorisiert.

          Doch diese Perspektive ist letztlich ignorant, weil sie einen Tunnelblick erzeugt und alles Interessante aus anderen Disziplinen pauschal und vorab abwertet. Damit verpasst man eine ganze Menge an interessanten Informationen und Ansätzen. Man schüttet das Kind mit dem Bade aus, ohne dann hier doch mal die Rosinen vorher rauszusammeln.

          Darum braucht es mehr einen echten, allgemeinen Wissenschaftsethos, der es erlaubt, wissenschaftliche Bemühungen, egal wo sie laufen, zu honorieren. Disziplinäre Beschränkungen sind langweilig und ungerecht. Und bigott wird es da, wenn man von Disziplin A verlangt, die Ergebnisse der Disziplin B zur Kenntnis zu nehmen, aber selber sich solchen interdisziplinären Kenntnisnahmen verweigert.

          Schlussendlich sind die Diszplinen im Grunde Perspektiven, bestimmte Fragestellungen. Jeder, der einen linken Medienmainstream und eine Durchmachtung der Gesellschaft durch Feminismus und dergleichen behauptet, macht im Grunde Soziologie: Er behauptet, dass Leute durch ihr Handeln gesellschaftliche Systeme schaffen, die sich auf den Einzelnen auswirken. Das ist ein ur-soziologisches Thema.

          Ja, von der akademischen Soziologie im Falle des Feminismus offenbar komplett vernachlässigt. Aber dennoch gibt es hier zumindest bereits vorgedachte Begriffe und Methoden, dergleichen vernünftig zu untersuchen.

        • @Christian

          Meinen Hinweis auf RAiner Paris „Doing Gender“ hast Du gesehen? Er hat noch mehr dazu geschrieben (Stichworte „Bescheuertheit“ „Gleichheit“).

        • Darum braucht es mehr einen echten, allgemeinen Wissenschaftsethos

          Den findet man bei Roslin und dem Ratlosen trotz beeindruckendem Wissen und rhetorischer Brillanz halt mal so gar nicht. Ich finde es anhand der Geisteshaltung und dem stets apodiktischem Duktus recht offensichtlich, dass beide (vielleicht abgesehen von einer Mediziner-Diss, die man noch als Student in den Semesterferien runterreißen kann) nie im Wissenschaftsbetrieb gearbeitet haben. (von Red Pill und Konsorten mal ganz zu schweigen)

          Ihr umfangreiches Wissen und ihre scharfen Polemiken möchte ich natürlich trotzdem nicht missen.

        • „Vor allem gibt es hier einen Kardinalfehler: Es fehlt eine allgemeine wissenschaftliche Orientierung, eine Orientierung am Prinzip Wissenschaft, das über den Disziplinen steht. “
          Es ist eigentlich ganz einfach: Wenn X eine Aussage über einen Gegenstand Y ist, die von Wissenschaftler Z getroffen wurde, müssen diese durch Person A nachvollziehbar sein.

          Es muss eine Aussage über den Gegenstandsbereich geben, über die verwendeten Methoden bei der Untersuchung des Gegenstandsbereiches, die Fragestellungen, die Wissenschaftler X damit im Gegenstandsbereich untersucht und die Ergebnisse, die dieser erziehlt.
          Fragestellungen, Methoden und Ergebnisse müssen dabei im Zusammenhang stehen, so dass man aus den Fragestellungen die Ergebnisse meittels der Methoden erzielen kann.

        • Dummerjan

          ja, es ist so einfach und man kann es auf verschiedensten Gebieten so angehen, mal mehr, mal weniger erfolgreich. Aber ich finde es für alle denkbaren Fragen gut, wenn man es so macht, anstatt Esoterik zu betreiben. Ganz egal, welche Materie man behandelt, ich bevorzuge eben diese wissenschaftliche Vorgehensweise. Sie ist nicht disziplingebunden. Und sie ermöglicht auf vielen Gebieten faszinierende Erkenntnisse.

        • @ David

          *Ihr könnt keifen wie ihr wollt, in den hegemonialen Diskursen hat die Soziologie nach wie vor sogar eine herausragende Stellung im Vergleich zu Science-Denialists wie euch, den Rednecks mit akademischem Anstrich (ich vergaß, “Science” muss hier natürlich in Anführungszeichen, weil PUNKT.)*

          Weshalb mich die hegemonialen Diskurse auch nicht mehr sonderlich interessieren.

          Da es nicht nur mir so geht, sage ich voraus, dass die hegemonialen Selbstgespräche der hegemonialen Linken in abshebarer Zukunft nicht mehr hegemonial sein werden. Punkt.

          *Außer natürlich den weltbekannten Spitzenforschern Diefenbach und Klein (hat überhaupt einer der beiden noch eine Stelle?), denn die sind ja eurer (zufällig ja sogar auch meiner) Meinung.*

          Wofür spräche das denn, wenn Michael Klein und Heike Diefenbach kein Amt hätten, aber Frau Tufekci wohl?

          Für die Qualität des Wissenschaftsbetriebes Soziologie?

          Vielleicht in Deinen Augen, in meinen gewiss nicht.

        • @ lomi

          „Meinen Hinweis auf RAiner Paris “Doing Gender” hast Du gesehen? Er hat noch mehr dazu geschrieben (Stichworte “Bescheuertheit” “Gleichheit”).“

          Rainer Paris ist ein seriöser und brillianter Vertreter seines Fachs, wenn auch eher in Form seiner feuilletonistischen Arbeiten in Erscheinung getreten….aber er ist für die Verfasstheit der zeitgenössischen Soziologie herzlich unrepräsentativ.

          Nicht von ungefähr ist sein Lehrstuhl in Magdeburg-Stendal ein eher marginalisierter.

          @ david

          „..in den hegemonialen Diskursen hat die Soziologie nach wie vor sogar eine herausragende Stellung…“

          Was sind denn die „hegemonialen Diskurse“ und zwischen wem finden sie statt?

          „Letztlich ist auch all die neuere Forschung über Geschlechtsunterschiede aus den eher naturwissenschaftlichen Fachbereichen als Reaktion aus die Diskursverschiebung des egalitaristischen Paradigmas zu sehen, dass die Geisteswissenschaften etabliert haben.“

          Übersetz mal bitte für jemanden mit Mediziner-Diss, das kapier ich gerade nicht.

          Die hegemonial Diskursiven tun doch gerade alles, um eine seriöse Erforschung der genetisch bedingten Gruppenunterschiede (und damit auch der Geschlechterunterschiede) zu tabuisieren?!

          In Sachen Sozialwissenschaften fallen mir spontan immer nur Ikonen wie Frau Dr. Naika Foroutan ein, deren forsch vollmundige „Widerlegung“ Sarrazins insbesondere durch ihre erstaunliche Schwächen in der Addition zweistelliger Zahlen für Aufsehen sorgte.

          Das HEYMAT „Dossier zur Sarrazin-Debatte 2010“ gilt als Klassiker des Primats der Gesinnung gegenüber der Ratio.

          Da bekommt der binnenkompetente Verweis auf die eigene Wissenschaftlichkeit für mich eine satirische Qualität.

          😉

        • @ Adrian

          „Das kommt fraglos sehr oft vor, entspricht zumindest meiner Erfahrung, berechtigt aber so gesehen immer noch nicht dazu, zu behaupten, alle Soziologen seien politisiert und ideologisch.“

          Beide „Meinungen“ halte ich für richtig. Dennoch neige ich zu A. Roslins, dass die Soziologie/die Soziologen Position beziehen müssen. Es ist wie mit Schrödingers Katze: solange keine Position eingenommen wurde, sind alle Positionen richtig. Ein Streit darüber, wer Recht hat, ist also müßig.

          Ob „alle“ Soziologen korrupt sind, mag im Einzelfall widerlegbar sein, was aber die Profession nicht seriöser macht. Mir stellt sich die Frage: wieviel Korruption verträgt die Soziologie, bis man sie als „allgemein korrupt“ bezeichnen kann?

          Eine Frage, die mich im Zusammenhang mit der Rechtsprechung zu familienrechtlichen Fragen schon lange in gleicher Weise stellt. Für mich habe ich entschieden, dass die Justiz mindestens hier korrupt ist, empirisch hinreichend belegbar. Und solange ein Familienrichter sich nicht offen in Wort und Tat von der Gender-Justiz distanziert, darf ich mit Fug und Recht davon ausgehen, dass er Teil des Systems ist. Nachts im Bett „Ich bin dagegen!“ zu murmeln, genügt mir nicht.

          Dies vor dem Hintergrund, dass – hätten sich nur genug Menschen in den 30er Jahren vom Nazismus offen distanziert – das III. Reich nie eine solche mörderische Dynamik entwickeln hätte können.

    • @Roslin

      Hab mich gerad in ähnlicher Weise über dieses parasitäre Anwanzen in technischen Bereichen, um dann ausbeuterisch und ideologisch destruktiv zu Übernehmen, ausgelassen.

      Im Grunde können die meisten der sog. besten Frauen auch nichts anderes als mit Vorspiegelung und Manipulation zu arbeiten.

      Die Anwendung ihres Matings und Kontrollspiels auf diesen Bereich. Deshalb muß das auch sexualisiert und Männer entsprechend dienstbar werden.

      Eigentlich der Kern der verlogenen Emanzipation. Total korrupt. Ein Aushalte und Alimentierungssystem. Wie die Ehe etc.

    • @ ReVolte

      *Als technischer Hintergrund genügt vollauf: Filterblase justieren.*

      Ich fürchte, selbst dafür ist noch der wahrscheinlich männliche technische Support zuständig.

  8. Hmm, ich dachte ja beim Lesen, irgendwann kommt noch der Hinweis, ein großes Smartphone sei ein phallisches Symbol und damit Ausdruck der Rape-Culte.

    Hach ja, Frauen. Man kann nicht mit ihnen… Ende der Durchsage.

  9. Gute Güte – das ist wirklich ein außerordentlicher Fall von Fachidiotie. Ein Beleg für Watzlawiks Spruch „Wer nur einen Hammer hat, sieht in jedem Problem einen Nagel“… und wenn es eine (staatlich geförderte) Szene der Hammerfans gibt, in denr man viel Zeit damit verbringt, sich zu bestätigen, wie überflüssig, ja, schädlich Schraubenzieher seien, gedeihen solche Blüten natürlich besonders gut. ^^

  10. Ich neige dazu, den Originalartikel für Satire zu halten. Gute Satire. Könnte von einer gemäßigten Feministin (uppps sorry, so was gibt’s ja gar nicht) sein, die ihre radikaleren Gesinnungsgenossinnen genüsslich durch den patriarchalen Kakao zieht.

    Grüßle, Radfahrer

      • Vielleicht trifft es Persiflage noch besser. Ich habe einfach die Definition von Persiflage lt. Duden auf diesen Text angewandt:

        feine, geistreiche Verspottung durch übertreibende oder ironisierende Darstellung bzw. Nachahmung

        also übertreibende Darstellung und Nachahmung. Gut, zur Persiflage gehört vielleicht noch der Vorsatz der Autorin, geistreich verspotten zu wollen. Den kann ich natürlich nicht beweisen, behaupte aber, dass keiner der Kommentatoren, die mich hier als Weichei bezeichnen, die Autorin persönlich kennen. Und unabhängig vom Vorsatz ist der Spott doch wirklich geistreich. Also ich kann bei sowas herzlich lachen.

        Grüßle, Radfahrer

    • @Radfahrer

      Dann gehörst du wohl zur Weichei-Fraktion, wenn du so naiv bist.

      Die Frau ist in der Türkei geboren und sehr wahrscheinlich begeistert vom progressiven westlichen Feminismus, der so fortschrittlich ist und den sie sich für die islamische Welt herbeisehnt. Ich finde den Text ekelerregend. 🙂 Weil er zeigt, wie hoffnungslos dumm viele sogenannte Geisteswissenschaftler sind.

      Eine echte Satire wäre wohl eher von einer im Westen sozialisierten Frau zu erwarten. Das islamische Bewußtsein ist noch gar nicht reif für diesen Schritt. Die müssen erst mal die normale Gleichberechtigung für sich entdecken. Die hängen gesellschaftlich ungefähr in den 50er/60er Jahren der BRD – und das betrifft die Türkei als „fortschrittlichstes“ islamisches Land.

      Der Text ist viel zu ernst geschrieben, um Satire sein zu können.

      Die Frau sollte sich für kleinere Basketbälle für Frauenhände einsetzen.

      PS: Kommentierst und liest du auch in der Radspannerei Berlin?

      • @ Kirk

        *Weil er zeigt, wie hoffnungslos dumm viele sogenannte Geisteswissenschaftler sind.*

        Mir geht es genau so.

        Und diese Frau wird mit dieser intellektuellen Grundausstattung Assistant Professor in Harvard (!!), ist offenbar ein Big Shot, wenn ich lese (re. auf ihrem Blog), wo sie überall noch Mitglied/cooptiert ist.

        Was sagt mir das über Soziologie?

        Unter aller Kanone ist das.

        Und dieses Fach soll ich ernst nehmen?

        Wünschelrutengänger, die nehme ich ernster, die sind wenigstens bei Wind und Wetter draußen.

        • „Was sagt mir das über Soziologie?

          Unter aller Kanone ist das.

          Und dieses Fach soll ich ernst nehmen?“

          Schon mit ein paar Plausibilitäts-
          Überlegungen kann man zum Schluss
          kommen, dass Soziologie abgesehen
          von einzelnen Ausnahmen ein ziemlich
          hoffnungsloser Fall ist.
          Dabei kann man vorerst sogar die
          Linkslastigkeit ausser Acht lassen.
          Ausgehend von der natürlichen
          Verteilung der Intelligenz, kann
          man sagen, dass heute viel zu viele
          die Lizenz zum studieren haben.
          Anschliessend erfolgt bei der Wahl
          des Studienfaches nochmals eine
          negative Selektion. Zu guter Letzt
          verfogen dann diejenigen die
          keine Eier haben eher ein Auskommen
          in der geschützten Welt der
          Akademe.
          Erstaunlich, dass aus diesem Bereich
          trotzdem ab und zu brauchbares
          Material kommt.
          Habe selber schon solche Paper
          hier verlinkt.

        • @ roslin

          Die Frau ist ein enfant terrible der neuen Medienszene…“Expertin für die Schnittstelle von Technologie und Sozialwissenschaften“…und gleich auch noch für die arabischen „Revolutionen“….die Türkei…Privatheitsrechte von Kindern…sie scheint nicht blöd zu sein und äußert sich in wohlformulierten, dem gesunden Menschenverstand zumeist nicht allzu weit entfernten Allgemeinplätzen.

          Früher wurde eine solche Frau eine gute Lehrerin, heute habilitiert sie sich…für sie ist das gut, für die Gesellschaft ein Verlust. Denn der blaue laberitische Rauch, den sie pseudowissenschaftlich absondert, bringt die Kinder nicht weiter.

          Andererseits werden die Kinder mit Lehrern konfrontiert, die es früher vielleicht zum Kindergärtner gebracht hätten. Dass ist prototypisch für die postmoderne akademische Inflation durch Aufblähung der soft skill-Fächer.

          Das Feminismusdingens ist entweder ihr blinder Fleck oder aber sie spielt die Saite aus Berechnung…

          http://www.theeuropean.de/zeynep-tufekci/306-technologie-und-fortschritt

          http://berlinergazette.de/author/zeynep-tufekci/

          etc. etc.

        • Nur ganz kurz mal eben:

          „Assistant Prof“ ist keine wirklich herausragende Position sondern im Grund eine ganz normale Postdoc-Stelle, klassischer Mittelbau.

          Es liegt mir fern diese Dame zu verteidigen, aber euer induktives Reasoning von den bescheuerten Aussagen in diesem Blogartikel zu einem Urteil über einen derart riesigen Fachbereich weisen euch auch nicht wirklich als intelligenter und für die Forschung geeigneter aus.

          Alles Substantielle hat ansonsten LoMi um 11:44 geschrieben.

        • „Zu guter Letzt
          verfogen dann diejenigen die
          keine Eier haben eher ein Auskommen
          in der geschützten Welt der
          Akademe.“

          *facepalm*

          Die universitäre Welt ist alles mögliche, nur nicht geschützt. Bis man -eventuell!!! – mal Professor wird, wird man als Mittelbauer geknechtet und hangelt sich von Zeitvertrag zu Zeitvertrag, immer mit der Gefahr plötzlicher Arbeitslosigkeit im Rücken. Halbjahresverträge sind keine Seltenheit. Hat man dann mal graduiert, ist man für andere Arbeitgeber oft ein „hoffnungsloser Fall“, so dass der Wechsel in die Wirtschaft schwer wird. Professorenstellen gibt es lange nicht so viele, wie es Habilitierte gibt. Daher geht man ein hohes Risiko ein, zu scheitern. Schließlich ist der Erfolg von Doktorarbeit und Habilitation sehr von jahrelanger Selbstdisziplin abhängig und von der Fähigkeit, über Jahre sich selber zu motivieren und ohne jede institutionelle Unterstützung auszukommen.

          Kurz: Wer im Wissenschaftsbetrieb arbeiten will, braucht definitiv „Eier“.

      • „Die Frau sollte sich für kleinere Basketbälle für Frauenhände einsetzen.“

        Die gibt es schon. Frauen spielen tatsächlich Basketball mit kleinere Bälle“ ;).

        • Das wußte ich gar nicht, aber ich hatte es vermutet, daß das durchaus sein könnte. Irgendwie komisch. Mit kleineren Tischtennisbällen spielen die wohl nicht.

          Ich meine, es gibt ja auch keine Frauenbasketbälle im Schulsport, und bei meinem Freizeitbasketballverein haben wir in gemischten Teams mit Männerbällen gespielt. 🙂

          So langsam zweifle ich an deiner Behauptung. 🙂

    • @ Radfahrer

      Ich sehe beim besten Willen nicht, wie das Satire sein sollte.

      Auch das PS, das sie (mittlerweile?) angefügt hat, deutet auf einen ernst gemeinten Beitrag einer unterbelichteten Soziolog.I.n hin.

      *[PS: Since this piece is still getting so much discussion, I’ll soon write a follow-up to answer to the question I’ve individually answered many times on Twitter and elsewhere. Why not a smaller phone? I know there are other smaller phones. There were reasons (briefly, concerns over phone security plus over Apple political censorship ) which led me to go with a Nexus 4. In any case, my point is about the narrowing of choice & the shift in the market, not whether I should also carry a separate camera, etc.]*

      • Why not a smaller phone? […] There were reasons (briefly, concerns over phone security …) […] In any case, my point is […] not whether I should also carry a separate camera, etc.

        Hahahahaha, köstlich! Die Frau ist gut, muss ich mir merken.

        Soll ich übersetzen?

        Warum kein kleineres Handy? Ich habe meine Gründe, kurz gesagt: Telefonsicherheit (Amnerkung: ausgerechnet für ein Google-Telefon, pruuuuust!). Jedenfalls geht es mir nicht darum, warum ich (Anm. als Journalistin, die eine Demonstration fotografieren wollte) auch noch eine Kamera mitnehmen soll.

        Zeig mir einen deutschen Kabarettisten, der das noch besser drauf hat.

        Grüßle, Radfahrer

        • @ Radfahrer

          Na ja, unfreiwillig komisch ist auch komisch, stimmt schon.

          Menschen, die dem Dunning-Krüger-Effekt unterliegen, sind oft ganz hervorragende Komiker.

    • Echte Ironiefähigkeit ist (Achtung Christian, Triggerwarnung wegen Essentialismus!) den allermeisten Frauen eh nicht zueigen…

      • @ Ratloser

        Na, Gott sei Dank hast Du nur von den „allermeisten“ geredet.

        Sonst hätte ich darauf hinweisen müssen, dass Du Tippse nicht kennst.

        • @ ratloser

          *ich umgebe mich privat nur mit ironiefähigen Frauen…dabei komme ich mir vor, wie ein Trüffelschwein…*

          Bestreite ich nicht. Ich habe Tippse online kennengelernt in einem Diskussionsforum, ihr Witz, ihre Ironie, ihr Sarkasmus waren auffallend.

          Sie war zwar als Frau unterwegs und wurde von älteren Nutzern auch als solche angesprochen, trotzdem habe ich wochenlang ernsthaft gezweifelt, ob sie nicht doch vielleicht ein Mann ist, der sich mit allen (und besonder auch mit mir) einen Scherz erlaubt.

          So ernsthaft, dass ich ihr eine Nachricht schickte, mit der völlig ernst gemeinten Frage, ob sie nicht doch ein Mann sei und der dringenden Bitte um eine ehrliche Antwort, da ich, stockhetero, in Gefahr stünde, mich zu verlieben und ungern in einer so intimen Angelegenheit so verladen werden wollte.

          Daraufhin bekam ich, kommentarlos, ein Foto, in dem ein Weihnachtsbaum, 2 nachkte Brüste und 2 Weihnachtskugeln eine tragende Rolle spielten.

          Es war in der Adventszeit.

          Ich fühlte mich beschenkt.

    • Na hoffentlich ist das Satire. Ansonsten hat die Frau niemand „erwachsenen“ in ihrem Bekanntenkreis, der sich traut ihr mal die Meinung zu sagen.

  11. Auch schön in den Kommentaren:

    View at Medium.com

    „I tried to fit an iPad in my pocket but couldn’t fit it. They are designed for women I guess, because women have purses. Let’s ban Apple for this sexism! “

    Und:

    View at Medium.com

    This sounds strange. I always thought the larger “phablet” phones were women’s phones, since they can fit them in their purses (indeed, I mostly see only women with phablets). As for one-handing a phone, most men cannot do that with the giant phones today either. There are also small phones available. I’ve got one.

  12. “my hands are simply not big enough for effective one-handed use of the kind of phones that I want”

    Sie soll doch bitte mal ihre Privilegien checken.

    Als junge Person(1) mit attraktiv-grazilem Körperbau(2) ist sie nämlich hier diejenige, die aufgrund ihrer Privilegiertheit nicht diskriminiert werden kann durch ein Telefon, das offenbar für die Diskriminierten gebaut wurde: Alte Menschen (wegen großem Screen besser lesbar) oder Menschen mit Wurstfingern (wegen großem Screen leichter bedienbar).

    Es ist geradezu widerlich dass ihr das scheinbar nicht auffällt, und wie sie dann auch noch mit diesem Ageism und Fat-Shaming kokettiert. Sie erkennt nicht mal an dass diese Personen existieren und besondere Bedürfnisse aufgrund ihrer Diskriminiertheit haben, die von diesem Telefon erfüllt werden.

    • Im übrigen ist das Bildbeispiel („PATHETIC Photo I TOOK IN GEZI PARK TRYING TO DOCUMENT TEAR GAS WITH A PHONE TOO BIG FOR MY HANDS“) ungeeignet, den Punkt der AUtorin zu belegen.

      Ein unscharfes Foto von einem Hinterkopf? Hätte ein scharfer Hinterkopf den Tränengaseinsatz bessser belegt? Wenn bei hellichtem Tag die Bleichtungszeit so lang ist, dass das Bild verwackelt, weil die Autorin das Handy nicht ruhig halten kann, scheint die Handykamera eh nicht viel zu taugen.

  13. Liebe Frau Professor! Es gibt auch süße, ganz kleine mobiles für die Damenhandtasche. Du müßtest Dir aber die Brille aufsetzen, wenn Du so eines benutzen willst. Das wollen die Damen ja aber auch nicht. Das Patriarchat kann es den Damen eben nicht recht machen.

  14. Noch mal (sorry):

    Gut, dass wir Gesche Joost haben, die verkleidet als “Designforscherin” Smartphones mit Plüsch und Co. verkleidet. Dumm nur, dass sie dies, als “Digitaler Kompetenz”, in höchster Vollendung und im Auftrag des Staates unser Land vertritt. Denn Gesche J. ist als s.g. „Netzexpertin“ hoch qualifiziert für diesen Job:

    http://www.spiegel.de/politik/deutschland/gesche-joost-steinbruecks-netzexpertin-wird-internetbotschafterin-a-959434.html

  15. Pingback: Wie würde euer Patriarchat aussehen? | Alles Evolution

  16. Pingback: Ist die Uni eine comfort zone? | Offene Flanke

  17. >Warum sie sich dann kein kleineres Handy kauft als das Nexus, mit einr Größe von 5.27 x 2.7 x 0.35 Zoll und einem Bildschirm von 4,7 Zoll ist mir ein Rätsel.

    Mir nicht. Statt Rätsel zu raten, greife ich zu Ockhams razor. Deshalb ist für mich die plausibelste Antwort: Ausprobieren und dann auswählen war aufgrund gewisser Limitationen der kognitiven Kapazitäten nicht drin.
    Anders gesagt: Weil sie zu dumm dafür war.

    Und insofern ist die Sache wieder interessant: Sie weist nämlich auf ein Grundproblem hin, welches heißt: Grenzenlose Dummheit wird nicht oder viel zu selten als eben solche bezeichnet. Was vermutlich am Präsentationsmodus der Dummheit (im Gewand der Anklage und Empörung sowie als lang und breit inszeniertes Leid) liegt.

    Will man das ändern, muss man natürlich mit dem empörten Vorwurf, das sei Dummen-Shaming, leben können ;-).

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