Die Schwesternschaft der Frauen, intrasexuelle Konkurrenz und die Akzeptanz der Ungleichheit

Die Schaupspielerin Shailene Woodley antwortete auf die Frage, ob sie eine Feministin sei:

No because I love men, and I think the idea of ‘raise women to power, take the men away from the power’ is never going to work out because you need balance. With myself, I’m very in touch with my masculine side. And I’m 50 percent feminine and 50 percent masculine, same as I think a lot of us are. And I think that is important to note. And also I think that if men went down and women rose to power, that wouldn’t work either. We have to have a fine balance.

Da werden natürlich viele Feministen aufschreien, dass man als Feministin ja auch Männer mögen kann, sie solle sich eben aus Sicht einer Genderfeministin nur nicht wie patriarchale Männer verhalten. Das da aber eine erhebliche Feindseligkeit mitschwingt, wird dort gerne ausgeblendet. 

Sie sagt weiter noch:

My biggest thing is really sisterhood more than feminism. I don’t know how we as women expect men to respect us because we don’t even seem to respect each other. There’s so much jealousy, so much comparison and envy. And “This girl did this to me and that girl did that to me.” And it’s just so silly and heartbreaking in a way.

Das wäre also eigentlich der Wunsch, dass man die intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen zurückfährt. Auch ein Punkt, der im Feminismus sehr zurückhaltend behandelt wird und dann wohl auch nur unter Stichwörtern wie „Das Patriarchat hetzt die Frauen gegeneinander auf“

In dem Artikel heißt es dann weiter:

After years of hardcore feminist extremists trying to reprogram society to believe men and women are utterly interchangeable – neither the sex or number of participants in marriage matters anymore, don’t you know? – a substantial number of young people are rejecting their indoctrination and rediscovering the truth. It’s driving power feminists nuts. (…)  It’s a bit early to say that power feminism’s mission to teach young women to view men as enemies and oppressors has failed, but it doesn’t appear to have succeeded. A towering edifice of social custom and moral judgment grows from the intersection of two simple ideas: men and women are different, and that’s a good thing.

Wäre interessant, ob die Einstellung tatsächlich die verbreitetere ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die meisten Leute bejahen würden, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind und das sie dies auch nicht schlimm finden bzw. dies nur in bestimmten Bereichen bestreiten, beispielsweise beim räumlichen Denken, wobei es in den meisten Fällen ja auch nur auf den Schnitt zutrifft. etc. Man darf eher vermuten, dass viele Leute diese Punkte eher noch essentialistischer sehen und insoweit der Auffassung sind, dass Frauen und Männern in bestimmten Punkten deutlich anders sind.

 

38 Gedanken zu “Die Schwesternschaft der Frauen, intrasexuelle Konkurrenz und die Akzeptanz der Ungleichheit

  1. Zur „Sisterhood“ ein wenig Anekdotisches.

    Samantha Brick wagte den Versuch, eine „female-only company“ aufzubauen und durch die Unbilden des Wirtschaftslebens zu führen.

    „It was an idealistic vision swiftly shattered by the nightmare reality: constant bitchiness, surging hormones, unchecked emotion, attention-seeking and fashion rivalry so fierce it tore my staff apart.“

    Das Unternehmen musste schließlich Konkurs anmelden.

    http://www.dailymail.co.uk/femail/article-1168182/Catfights-handbags-tears-toilets-When-producer-launched-women-TV-company-thought-shed-kissed-goodbye-conflict-.html

    • Den medial wirksamen Äußerungen über Negativbeispiele sollte man auch diejenigen Beispiele entgegenstellen, die möglicherweise erfolgreich sind und nicht in die Medien gelangen. Ob die Erfahrungen von Brick repräsentativ sind, kann doch niemand mit Gewissheit sagen.

      Andererseits denke ich bei solchen Experimenten immer an einen Text von Karl Otto Hondrich, ich glaube, der hieß „Der genoptimierte Mensch“. Der Autor fragt sich, ob ein fiktiver, genetisch auf Friedfertigkeit hin optimierter Mensch einer ohne Konflikte wäre. Seine Antwort: Nein, da die Konfliktanlässe nicht im Menschen stecken, sondern in seinem Zusammenleben in der Welt der Dinge und der knappen Güter.

      Interessant in dem Text ist übrigens auch folgende Aussage: In sehr harmonischen Gemeinschaften werden schon kleinste Abweichungen von der Norm als ungeheurer Skandal empfunden. Sprich: Wo man immer nett zueinander ist, ist schon ein böses Wort quasi der entfesselte Gewaltausbruch und wird mit Empörung beantwortet.

      Das kann man gut übertragen auf die übermäßige feministische Erregung über Dinge wie Brüderles Tresen-Bemerkungen. Das ist kein Übergriff, aber in einer Welt eventuell doch zurückgehender Übergriffe wird schon das als Übergriff hochgejazzt.

      • „Den medial wirksamen Äußerungen über Negativbeispiele sollte man auch diejenigen Beispiele entgegenstellen, die möglicherweise erfolgreich sind und nicht in die Medien gelangen.“

        Da habe ich letztens mal nach Beispiele gefragt („Welche Firma ist das größte von Frauen gegründetes und geführtes Unternehmen in Deutschland, Europa, die Welt). Ich habe leider keine Antwort erhalten. Diese Firma muss ja existieren weil Frauen durchaus Firmen gründen und davon muss doch eine die größte sein.

        Der Grund wird wohl sein dass diese Firma so klein ist, dass fast niemand diese kennt. Nicht mal Feministinnen….

        • Da möchte ich nur an meinen Beitrag über die Hamburger Frauenfraktion erinnern.
          Ich wüsste keinen Grund anzunehmen, dass die Schwierigkeiten, die die Politikerinnen damals hatten, nicht auch für Unternehmensgründerinnen gelten.

          Viele Unternehmensgründungen von Männern sind Teamgründungen mit gleichberechtigten Partnern für unterschiedliche Aufgaben.
          Einzelne Frauen als Chefin eines Konzerns gibt es unbestritten, aber wie ist es mit einem Frauenteam bei der Existenzgründung?
          Gibt es sowas auch?

      • @ LoMi

        Du kannst sicher sein, dass, so wie der Zeitgeist bläst, uns positive Beispiele rund um die Uhr/7 Tage die Woche/52 Wochen im Jahr um die Ohren geschlagen würden.

        Das Leitsymptom „5 % Erfinderinnen“ (eher weniger) nach 40 Jahren Mädchenförderung lässt vermuten, dass da in der Tat nicht viel zu entdecken ist.

        Wie ja auch bereits ein Blick in die letzten 2000 Jahre Wirtschaftsgeschichte zeigt.

        Natürlich, die geringe Beteiligung von Frauen in Sachen Erfindungen/Unternehmensdründungen/Zivilisationsprojekten findet ihren Grund in der böswilligen Unterdrückung weiblichen Talentes durch verschlagene, missgüntige Männer, die Frauen ja sogar die Wurst vom Brot ziehen, damit sie klein und handlich bleiben.

        Dumm nur, dass sich daran nicht viel ändert (s. meine 5 %), nicht im Jahre 1909, sondern 2009.

        Vor dem 1. Weltkrieg konnte das boshafte Patriarchat ja nicht mal verhindern, dass Marie Curie gleich 2 Nobelpreise verliehen wurden.

        Oder wollte es das vielleicht gar nicht, das Patriarchat?

        So weit ich weiß, sind die Leistungen aller Physiknobelpreisträgerinnen VOR 1968 erbracht worden – nach 1968 hat es, wenn ich nicht irre, keine einzige Physiknobelpreisträgerin mehr gegeben.

        Hat die Befreiung Frauen faul und träge gemacht?

        Jedenfalls ist die Lawine zurückgehaltener, talentierter Frauen, die nur weil das Patriarchat ihre Leistungwilligkeit blockierte, nun zu Spitzenleistungen sich aufraffen, nach Abschaffung desselben, AUSGEBLIEBEN.

        Weshalb oberschlaue Feminist.I.nnen auch messerscharf schlussfolgern, das sei doch der beste Beweis für seine Fortexistenz.

        Dass Frauen und Männer hier einfach anders sind, VON NATUR AUS ANDERS, eben nicht einfach austauschbar/ineinander überführbar durch ein bißchen Sozialingenieurstamtam und viel Geschwätz, das ist ja denkunmöglich in manchen, vornehmlich links-egalitaristischen Kreisen.

    • @LoMi

      Ich hatte den Verweis auf den Artikel als „Anekdotisches“ bezeichnet, weil ich keinen Anspruch auf Allgemeingültigkeit erhebe. Gut vorstellbar, dass es entgegengesetzte Erfahrungen gibt.

      Allerdings decken sich die in dem Artikel beschrieben Formen weiblicher Konfliktaustragung mit meinen ganz persönlichen Erfahrungen und Beobachtungen.

      Es geht dabei allerdings nicht um die Utopie einer friedfertigen Gesellschaft, sondern um die Realität von Konflikten und die Art und Weise, wie sie ausgetragen werden.

      Meine Erfahrung ist, dass Männer Konflikte sachbezogener austragen. Auch wenn auf der Beziehungsebene andere Motive in den beteiligten Kerlen rumoren sollten, versuchen Männer zumeist den Kampf auf sachlicher Ebene zu führen.

      Mit allen Vor- und Nachteilen. Mit dem Vorteil, dass der Konflikt nicht so leicht eskaliert und die gemeinsame Unternehmung nicht so leicht gefährdet wird. Mit dem Nachteil, dass Vieles unausgesprochen bleibt.

      Frauen gehen schneller an die Person, ad hominem. Sie sind meiner Erfahrung nach dabei auch kompromissloser und lassen die gemeinsame Unternehmung (auch wenn es sich nur um einen Kinosbesuch handeln sollte) schneller platzen.

      Ob es Studien dazu gibt, weiß ich vorerst nicht. Auch über mögliche evolutionäre Wurzeln dieser Verhaltensweisen kann ich nur spekulieren, was ich aber immer gerne und mit Freude tue.

      • @zip:

        „Es geht dabei allerdings nicht um die Utopie einer friedfertigen Gesellschaft, sondern um die Realität von Konflikten und die Art und Weise, wie sie ausgetragen werden.“

        Ich weiß, das war auch mehr assoziativ, weil mit der Idee der rein weiblichen Unternehmen ja auch die Vorstellung einhergeht, Frauen wären friedlicher, weniger hierarchisch etc.

        „Meine Erfahrung ist, dass Männer Konflikte sachbezogener austragen. Auch wenn auf der Beziehungsebene andere Motive in den beteiligten Kerlen rumoren sollten, versuchen Männer zumeist den Kampf auf sachlicher Ebene zu führen.“

        Oberflächlich gesehen erlebe ich das auch so. Zumindest fallen mir häufig Frauen auf, die unangemessen emotional reagieren und tatsächlich gegen die Person schießen.

        Ob Männer wirklich kooperativer sind? Im ersten Moment scheint es so. Die vielbeschworene Sachlichkeit von Männern kann ich aber oft nicht erkennen. Ich oute mich mal als „Klassist“ 😉
        Es ist ein bisschen von Bildung und Herkunft abhängig, ob Männer in der Lage sind, sachlich und kompromissbereit zu agieren. Ich erlebe immer wieder das Gegenteil bei Leuten aus gewissen proletarischen Milieus: Diese Leute halte sehr viel davon, allen ungeschminkt alles ins Gesicht zu knallen, was sie denken und sie deklarieren das als „Ehrlichkeit“. Hingegen bewerten sie die Zurückhaltung der Dienstleistungs-Männer als „verlogen“. Ich will das hier nicht weiter beurteilen, denn darum geht es nicht. Ich stelle nur fest, dass es milieuabhängig sehr unterschiedliche Werte gibt, die schließlich auch zu unterschiedlichen Formen des Konfliktverhaltens führen. Bei den erwähnten Angehörigen proletarischer Milieus bleiben die Dinge eben nicht unausgesprochen und womöglich ist das nicht einmal verkehrt.

        Ich denke, man muss tatsächlich die Milieus berücksichtigen, in der Fankneipe von Hertha BSC herrscht ein anderer Ton als im stillen Cafè am Kollwitzplatz im Prenzlauer Berg.

        • @ LoMi

          Danke für deinen Hinweis. Entspricht ebenfalls meiner Alltagserfahrung, dass Konflikte milieuabhängig unterschiedlich ausgetragen werden.

          Ich würde sogar erweitern, dass auch kontextabhängig unterschiedliche Konfliktstrategien gefahren werden. Ich denke da an die „Wir gehen noch mal schnell auf ein Bier“-Abende unter männlichen Kollegen. Nach dem zweiten oder dritten Kühlen geht’s dann auch schon mal ganz anders zur Sache. Allerdings hab ich noch selten erlebt, dass männliche Kollegen im Arbeitskontext, am nächsten Tag, sonderlich nachtragend gewesen wären. Auch nicht, dass der männliche Proll wegen eines persönlichen Konflikts die Mitgliedschaft zum gemeinsamen Fussballverein aufgekündigt hätte.

          Von Frauen bin ich da anderes gewohnt.

    • Wäre interessant, ob die Einstellung tatsächlich die verbreitetere ist. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die meisten Leute bejahen würden, dass Männer und Frauen unterschiedlich sind und das sie dies auch nicht schlimm finden bzw

      Dazu hab ich schon mal meine kleine, private Umfrage in meinem Bekannten- und Verwandtenkreis gestartet. Ich befragte Frauen, die Kinder haben, und zwar Mädchen und Jungs. Alle, aber ausnahmslos alle waren der Meinung, dass es da wesentliche Unterschiede gibt. Auf mein Nachhaken, dass diese Unterschiede vielleicht angelernt sein könnten, also sozial bedingt kam, kam immer die gleiche Antwort: Zum Teil mag das stimmen, aber bestimmt nicht alles.

      Die These der völligen Gleichheit ist i.m.h.o vorwiegend eine These von kinderlosen Gendertrullas. Siehe Schwarzer, Butler etc….

  2. Vielleicht hätte sie eine 30 Prozentige Männerquote einführen sollen. Man sagt ja, dass 30 Prozent die kritische Masse sind, die das Führungsverhalten positiv ändert….

    Doch moment…reine Männerunternehmen funktionieren, reine Frauenunternehmen eher nicht?! Ohohoh….

    Immer wieder erstaunlich wie unbedarft Frauen denken sie könnten Marktgesetze außer Kraft setzen. Diese sind natürlich „männlich“ (Wettbewerbsorientiert, Leistungsorientiert, Effektivität und Effizienz). Eine Weltsicht, die an Naivität nicht zu überbieten ist. Dazu kommt dann das schimpfen über den männlichen Kapitalismus, aber im goldenen Käfig des Westens natürlich seine Vorteile genießen (Konsum, Sicherheit, Vermögen)…erstaunlich….

    • Kurz: Wenn Frauen endlich mal anfangen würden nach den geltenden Spielregeln zu agieren, anstatt immer neue Spielregeln zu entwickeln, wäre viel gewonnen. Für. Alle.

      • @ teardown

        Frauen haben „gefühlte“ Spielregeln, so wie sie sich auch mit „gefühlten“ Realitäten auseinandersetzen.

        Empirie ist soooowas von öde….

      • @ teardown
        „Wenn Frauen endlich mal anfangen würden nach den geltenden Spielregeln zu agieren“

        Könnte ich auch umdrehen: Wenn Männer endlich mal anfangen würden, nach den geltenden Spielregeln zu agieren, die da lauten: Männer ziehen in den Krieg, Männer sind Selektionsmasse, Männer sind dafür da, zu arbeiten, Frauen zu versorgen, mit ihnen Kinder zu zeugen und auch diese zu versorgen.

        Spielregeln werden gesellschaftlich und milieuabhängig ausgehandelt und sind nicht statisch. Glücklicherweise.

    • Folgende Geschichte kann ich beisteuern – die mir aber selbst nur erzählt wurde: Mein Vater war als Landgerichtspräsident auch für die Justizverwaltung zuständig und damit für die Verteilung der Männer in den verschiedenen Abteilungen der Gerichtsverwaltung. Diese Verteiung war insofern nicht trivial, da der Frauenanteil in der Gerichtsverwaltung in Sachsen-Anhalt über 52% liegt. Daher kam es vor, daß es Abteilungen gab, die nur mit Frauen besetzt waren. Diese Abteilungen haben in der Regel ihre Arbeit eingestellt, weil die Frauen mit persönlichen Feindschaften beschäftigt waren. Das Phänomen zeigte sich beim Landgericht, beim Amtsgericht und beim Finanzgericht. Die jeweiligen Präsidenten haben sich dann regelmäßig zusammengesetzt, um die Verteilung der Männer so zu ändern, daß nicht nur einer, sondern genug Männer pro Abteilung zur Verfügung standen. Die Anwesendheit der Männer hat erfahrungsgemäß als Ganzes dafür gesorgt, daß die übrigen Frauen wieder ihrer Arbeit nachgegangen sind. Es war nicht so, daß die Männer nun die Arbeit der Frauen zusätzlich übernommen hätten. Im Ergebnis mußten damit Männer versetzt werden, damit aufgrund der geänderten Sozialdynamik die Arbeitsfähigkeit der Gerichte und damit die Versorgung der Bevölkerung mit Rechtsfrieden wiederhergestellt werden konnte. Für ideologische Überlegungen oder Frauenförderideen hatten mein Vater und seine Kollegen weder Verständnis noch Spielraum, es ging schlicht darum, daß die Frauenabteilungen ihre Arbeit einstellten – was natürlich kein Dienstherr hinnehmen kann.

      Soweit – von meiner Seite unkommentiert – der Bericht von Papa.

      • Das kann dann doch interessant werden wenn man die Entwicklung in der Medizin so betrachtet. Da werden bald nur noch Frauen in manche Krankenhäuser arbeiten….

        • Die Folge wird sein, daß sich die Arbeitsbedingungen für die männlichen Angestellten bessern – keine Frau ist zu einem Leben bereit, daß ein Mann erträgt. Ob auch die medizinische Versorgung leiden wird, bleibt abzuwarten – immerhin ist es eine Arbeit mit Patienten und in der Justizverwaltung gibt es da nicht.

          Vielleicht macht das einen Unterschied … wer weiß. Aber ich freu mich natürlich, daß wir das am Patienten live ausprobieren ^^

          Kennt jemand übrigens einer Frau, die lieber von einer Ärztin operiert werden will als von einem Arzt? Nein?

          😉

      • Kann ich mit einer eigenen Erfahrung ergänzen: in meiner letzten Firma wurden kleine, leichte, aber extrem nervtötende Fisselarbeiten von etwa 15 Frauen im Schichtbetrieb erledigt. Die Stimmung der reinen Frauentruppe vermittelte mehr den Eindruck eines Happenings, denn einer Arbeitsschicht. Die Frauen erzählten sich Geschichten, lachten, sangen – mit und ohne Radiobegleitung – und einzelne Frauen lieferten bühnenreife Slapstickeinlagen.
        Aber gelegentlich kippte die Stimmung, dann fetzten sich die Weibsen wegen irgendwelcher Bagatellen. Und immer ging es um Hierarchiefragen. Die Geschäftsleitung musste irgendwann die Schichtleitung einem Mann übergeben, weil die zuvor zuständige und durchaus kompetente Frau von ihren Geschlechtsgenossinnen nicht als Autorität akzeptiert wurde.
        Nach dem Leitungswechsel wurde die Bande sofort friedlicher.

      • @ Elmar Diederichs

        *Soweit – von meiner Seite unkommentiert – der Bericht von Papa.*

        Ein Bericht von Tante: „Bei Hühnern steigt die Legeleistung deutlich, wenn ein Hahn für Ordnung sorgt. Sonst sind die Damen zu sehr damit beschäftigt, aufeinander einzupicken und das Eierlegen der Konkurrentin zu sabotieren.

        Gut, Hühner sind keine Chicks.

  3. Der wesentliche feministische Irrtum, der zu Utopien wie der Schwesterschaft führt, ist das permanente Übersehen schon struktureller Konfliktgründe. Wenn man nicht erkennt, dass Menschen wenigstens immer um knappe Güter streiten, dann glaubt man eben auch, man könne Streit ganz vermeiden. Ein anderes Beispiel: Zwischen zwei Personen kann ich Intimität herstellen. Kommt eine dritte Person dazu, wird das immer dazu führen, dass die Aufmerksamkeit geteilt wird. Das kann als Verlust an Aufmerksamkeit erlebt werden. Schließlich sind auch immer Zweckbündnisse gegeneinander möglich. Das sind strukturelle Gründe, die sich auch durch Friedfertigkeit von Personen an sich beheben lassen.

    • „Sisterhood“ ist schon vom Grundsatz her ein dämliches und sexistisches Konzept. Wieso sollte es angebracht sein, eine Solidarität gerade zwischen Menschen auf der Basis des Geschlechtes herzustellen?

      Welcher Mann träumt denn im Gegenzug von einer „Brotherhood“ aller Männer? Himmel, ich würde mich verwahren, mit einigen anderen männlichen Kommentatoren hier auch nur eine Stunde lang in einem Raum verbringen zu müssen, geschweige denn, mit ihnen Bruderschaft zu schließen.

      • @adrian

        „Welcher Mann träumt denn im Gegenzug von einer “Brotherhood” aller Männer?“

        Immerhin gibt die Mitgliedschaft ja 23% mehr Lohn, zeig mal eine andere Gewerkschaft, die das hinbekommt! 😉

        Der Gedanke einer Bruderschaft wurde innerhalb männlicher Gruppen natürlich auch häufig bemüht, zB Shakespeare:

        “From this day to the ending of the world,
        But we in it shall be remembered-
        We few, we happy few, we band of brothers;
        For he to-day that sheds his blood with me
        Shall be my brother; be he ne’er so vile,
        This day shall gentle his condition;
        And gentlemen in England now-a-bed
        Shall think themselves accurs’d they were not here,
        And hold their manhoods cheap whiles any speaks
        That fought with us upon Saint Crispin’s day.”

        Aber eine umfassende Brotherhood aller Männer ist da in der Tat nicht zu erwarten. Dazu sind die Gruppeninteressen zu unbestimmt im Vergleich zu den Einzelinteressen und es gibt zuviel potentielle Konkurrenz.

        • @zip
          1.Shakespeares Mutter kam aus dem niederen Adel und hat unter ihrem Stand geheiratet.
          2. War die englische Gesellschaft der Renaissance sehr offen.
          3. War Karl May auch nie in den USA gewesen, trotzdem wird seine Urheberschaft nicht angezweifelt, mWn.
          4. Die Urheberschaft wird erst seit Mitte des 19. Jhdts. angezweifelt, also wenn bis dahin keiner ankam und gesagt hat, dass es eigentlich seine Stücke, bzw. die seines Vorfahren/seiner Vorfahrin sind, dann kann man davon ausgehen, dass es tatsächlich Shakespeare war, der sie geschrieben hat.

          5. Who cares? Der Mann ist seit 400 Jahren tot, ebenso der potentielle Autor.

        • @ Adrian

          *War Shakespeare nicht schwul?*

          Wahrscheinlich (s. manche seiner Sonette).

          Ein weiterer Grund, warum ich glaube, dass Shakespeare nicht Shakespeare war.

          Kennt man nur seine Literatur, bildet sich die Vorstellung von einem Weltmann und Grand Seigneur, weit gereist und hoch gebildet, dem nichts Menschliches fremd ist.

          Dazu passt der historische Shakespeare aus Stratford upon Avon hinten und vorne nicht.

          Der in seinem Testament kein einziges Buch zu vererben hatte.

          Und schwul war der auch nicht.

        • „Aber eine umfassende Brotherhood aller Männer ist da in der Tat nicht zu erwarten.“

          Die kulturellen Unterschiede sind auch einfach zu groß. Was kann ich als Mittelschichtsfuzzi schon anfangen mit denen, die eher körperbetont auftreten? Das ist nicht mein Kommunikationsstil und hier treten auch immer wieder typische Konflikte auf. Männer sind nicht gleich Männer. Man setze sich in ein Philosophieseminar und gehe anschließend in eine Clubkneipe von Rockern. Geschlechterunterschiede mögen in der Gesellschaft da und dort eine Rolle spielen, aber vielfach geht es um ganz andere Differenzen.

      • Ich denke trotzdem, das die Zusammenarbeit von Männer mit total unterschiedlichen Hintergründen sehr viel einfacher klappt.

        Sobald Männer eine gemeinsame Aufgabe oder Zielverfolgen, arbeiten sie einfach zusammmen, das habe ich schon bei vielen Gelegenheiten beobachtet.
        Wenn der Professor mit dem Hilfsarbeiter zusammen einen Sandkasten aushebt, gibt es keine sozialen Schranken.

  4. @maren

    Vielen wunderbaren Dank, dass du mit deinen scharfsinnigen Argumenten – jedes einzelne schlagend, von zweifelsfreier Logik und schier unwiderlegbar – 150 Jahre Quellenkritik, Textanalyse und historische Forschung überflüssig machst.

    Die damit befassten britischen Professoren hätten sich viel Zeit und Mühe gespart, wenn sie dich schon früher konsultiert hätten.

    • @zip
      Sorry du stellst es hier so hin als wäre sich die Fachwelt mehr oder weniger einig, als wären die Indizien eindeutig. Das sind sie aber nicht.
      Die Antistratfordianer sind eine kleine aber laute Minderheit, deren Motive ziemlich zweifelhaft sind, im Sinne von: Wieso hängen die sich denn da bitte so rein?

      • Wieso hängen sich die Oxfordianer da so rein?

        Nun, ich hoffe, sie planen nicht den Fall des Britischen Empire.

        Tu was dagegen, maren.

        • @zip
          I see what you did there. Erst ziemlich OT die Verschwörungstheorie raushauen, weil man ja zeigen möchte wieviel man so weiß und weil es obendrein immer superclever rüberkommt, wenn man den Status Quo in Frage stellt (auch wenn ziemlich unberechtigt) aber Diskussionen direkt mit sarkastischen Zweizeilern abwürgen.

        • Soweit ich das jetzt nach kurzem Überblick erkennen kann, gibt es keine klaren Aussagen, ob Shakespeare Autor war oder nicht. Keine der dazu entworfenen Theorien kann wirklich Aufschluss geben.

        • @ LoMi

          Stimmt. Ich habe dementsprechend auch von „Indizien“ gesprochen und von einem „Hauptverdächtigen“ für die Urheberschaft.

          Die Diskussion ist im Gange. Und sie drängt sich angesichts der zahlreichen leeren Stellen in Shakespeares Biographie und Hinterlassenschaft wirklich auf.

        • @Lomi
          Zudem gibt es insgesamt 80 Leute, die im Laufe der Zeit so vorgeschlagen wurden. Und dann nicht für einzelne Stücke sondern direkt für das Gesamtwerk.
          Man könnte auf den Gedanken kommen, dass ein Sohn eines Handschuhmachers für manche Leute nicht gut genug ist, um als das literarische Genie überhaupt zu gelten.

        • Maren,

          meine kurze Googelei zeigte aber auch, dass man von Shakespeare selber nicht genug weiß, dass die von ihm geschriebenen STücke offenbar sich ihm nicht eindeutig zuordnen lassen (Grund: aus heutiger Sicht unprofessioneller Umgang mit Manuskripten), dass etliche Stücke vermutlich Gemeinschaftsarbeiten mit Schauspielern und anderen Autoren war (soll üblich gewesen sein) usw.

          Der Zweifel ist offenbar berechtigt. Es gibt offenbar plausible Argumente, die Autorschaft Shakespeares zu bestreiten. Ohne dass daraus folgt, dass er es nicht war.

  5. Viele Frauen sind heutzutage eigentlich nur arrogant, aggressiv und entitled.

    Chauvinistisch.

    Wer will so eine Partnerin, Kollegin, Nachbarin …

    … geschweige denn Mutter seiner Kinder oder gar Tochter oder Sohn sein.

    Auch die Schwesternschaft ist Hintertreibungsmittel, auch untereinander.

    Ausnahmen bestätigen die Regel.

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