Das Professorinnen-Förderprogramm und der Mathe-Professor

Die Humbold Universität Berlin hatte die folgende Stellenausschreibung veröffentlicht:

An der Mathematisch-Naturwissenschaftlichen Fakultät II, Institut für Mathematik, ist folgende Professur zu besetzen:
W3-Professur für Reine Mathematik, insbesondere Mathematische Logik, mit möglicher Fachausprägung in der Algebraischen Geometrie, Arithmetischen Geometrie oder Darstellungstheorie
unbefristet zum frühestmöglichen Zeitpunkt. Bis 31.03.2016 wird die Stelle aus Mitteln des „Programms für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre“ mit dem Ziel der Förderung der Chancengleichheit von Frauen in Forschung und Lehre finanziert.

Mit der Besetzung dieser Stelle soll bevorzugt die Kontinuität der „Mathematische Logik“ in Forschung und Lehre sichergestellt werden, wobei weitere Fachausprägungen in den Gebieten Algebraische Geometrie, Arithmetische Geometrie oder Darstellungstheorie möglich sind. Der/die künftige Stelleninhaber/in ist eine durch ihre Publikations- und Vortragstätigkeit international ausgewiesene Forscherpersönlichkeit, die über entsprechende Lehr- und Betreuungserfahrung verfügt. Mit dieser Stelle ist auch die Erwartung verbunden, erfolgreich Drittmittel einzuwerben und mit den verschiedenen Verbundprojekten oder Graduiertenschulen am Institut, der Universität bzw. in Berlin zu kooperieren.

Die Bewerber/innen müssen die Anforderungen für die Berufung zur Professorin/zum Professor gem. § 100 des Berliner Hochschulgesetzes erfüllen.

Die Humboldt-Universität strebt eine Erhöhung des Anteils von Frauen in Forschung und Lehre an und fordert qualifizierte Wissenschaftlerinnen nachdrücklich auf, sich zu bewerben. Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht. Schwerbehinderte Bewerber/innen werden bei gleicher Eignung bevorzugt berücksichtigt. Bewerbungen von Menschen mit Migrationshintergrund sind ausdrücklich erwünscht.

Da wir Ihre Unterlagen nicht zurücksenden, bitten wir Sie, Ihrer Bewerbung nur Kopien beizulegen.

Bewerbungen sind innerhalb von 6 Wochen unter Angabe der Kennziffer PR/025/12 (per Post oder E-Mail) zu richten an die
Humboldt-Universität zu Berlin
Mathematisch-Naturwissenschaftliche Fakultät II
Institut für Mathematik
Prof. Hintermüller
Unter den Linden 6
10099 Berlin

Der Text richtet sich demnach recht eindeutig an Männer und Frauen. Sonst würde es wenig Sinn machen, in dem Text beide Geschlechterformen aufzuführen.

Wie der Spiegel berichtet hat sich ein Top-Mathematiker auch darauf beworben und sogar andere Stellen abgesagt, da er auf der Liste zur Besetzung der Stelle sehr hoch gehandelt wurde und seine Frau ebenfalls in Berlin einen Job bekommen konnte.

Matthias Aschenbrenner war zum Probevortrag nach Deutschland gereist. Er hatte zuvor auf Stellen in Freiburg und Münster verzichtet, weil seine Frau dort keine Perspektive bekam. In Berlin nun schienen die Chancen gut: Sie, die Volkswirtin, erhielt einen Ruf auf eine Fachhochschulprofessur für Wirtschaft. Und die HU schrieb in derStellenausschreibung für eine Professur in Reiner Mathematikausdrücklich: „Bewerbungen aus dem Ausland sind erwünscht.“ Also flog Aschenbrenner, redete – und landete auf dem ersten Platz der Berufungsliste für die Berliner Professur, wie mehrere Mitglieder der Auswahlkommission bestätigen.

So weit, so gut.

Allerdings hätte anscheinend Aschenbrenner aus dem Text der Anzeige erkennen müssen, dass diese sich ausschließlich an Frauen richtet, woraus sich dies hätte ergeben sollen ist allerdings unklar. Denn es ist in dem Text nur davon die Rede, dass eine Förderung der Chancengleichheit erreicht werden soll. Wenn demnach beispielsweise eine gleichqualifizierte Frau vorgezogen worden wäre, dann hätte er sich wohl nicht beschweren können.

Dennoch erhielt er die Stelle nicht. Stattdessen wurde die Ausschreibung zurückgezogen:

Die HU teilte dem Mathematiker mit, das Berufungsverfahren sei ergebnislos beendet worden. Die Stelle solle in den ersten drei Jahren „aus einem Programm zur besonderen Förderung des weiblichen Nachwuchses“ finanziert werden, hieß es in dem Brief aus dem Präsidialbüro. Für jeden sei außerdem „absehbar und auch rechtzeitig erkennbar“ gewesen, dass nur eine Frau berufen werden könne.

Es war aus meiner Sicht gerade nicht zu erkennen und das hat auch gute Gründe, da sonst das Auswahlverfahren angreifbar gewesen wäre.

Es gab insofern lediglich ein internes Memo, welches aber wohl auch der dazu passenden Kommission nicht bekannt war:

Was Aschenbrenner freilich nicht wissen konnte: An der HU existiert ein interner Hinweis, dass für „vorgezogene Neuberufungen“ auf Professorenstellen ausschließlich Frauen in Frage kommen. (…) Neben ihm hatte nicht nur der Drittplatzierte auf der Berufungsliste, ebenfalls ein Mann, die Ausschreibung missverstanden. Genauso wie den beiden erging es rund zwei Dritteln der Bewerber auf die Professur. Die Männer waren davon ausgegangen, es handle sich um eine geschlechterneutrale Stellensuche. Nur jede dritte Bewerbungen kam von einer Frau.

Die Berufungskommission war zwar über das HU-interne Ziel, die Professur aus Mitteln zur Frauenförderung zu finanzieren, informiert. Ein externes Kommissionsmitglied sagte SPIEGEL ONLINE allerdings dazu: „An einem Verfahren, das männliche Bewerber benachteiligt, hätte ich mich nicht beteiligt.  Das Gremium entschied nach kurzer Debatte mehrheitlich, nicht Geschlechterproporz zur Entscheidungsgrundlage zu machen, sondern eine Bestenliste zu erstellen. Sollte sich doch die Uni um die Finanzierung des neu zu berufenden Professors kümmern.

Auch hier sabotiert also leider das Patriarchat mit Bestenlisten den Aufstieg der Frauen und gibt diesen nicht den hinreichenden Raum.

Allerdings scheint mir das Vorgehen der Kommission hier auch nicht sehr überlegt gewesen zu sein: Wenn klar ist, dass Mittel nur für eine Frau bereit stehen, dann tragen sie eine Mitschuld daran, dass sich Männer unnötig beworben haben. Sie hätten aus meiner Sicht zuvor mit dem Fuß aufstampfen müssen und deutlich machen, dass sie dann an der Kommission nicht mitarbeiten und erst die Finanzierung geklärt werden muss.

Dagegen vorgehen kann man leider nicht:

Michael Hartmer, Geschäftsführer der Professorenvereinigung Deutscher Hochschulverband, hält den Abbruch des Verfahrens durch die HU für „scheinheilig“ und „empörend“, ohne dass der rechtswidrig wäre. Denn solange niemand berufen wird, könne auch kein Bewerber dagegen klagen. Sonst, so Hartmer, würde sein Verband einen Musterprozess gegen die wegen ihres Geschlechts Benachteiligten gern unterstützen

Wäre immerhin ein interessanter Prozess geworden. Allerdings könnte ich mir durchaus vorstellen, dass eine solche „Strukturstelle“, die zusätzlich geschaffen wird, mit Art 3 II S. 2 GG zu rechtfertigen wäre („(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“). Allerdings hätte man hier gerade in Bezug auf Gleichberechtigung einige interessante Debatten führen können, die die Unterschiede der Geschlechter, gerade auch im Bereich der Mathematik betreffen.

196 Gedanken zu “Das Professorinnen-Förderprogramm und der Mathe-Professor

  1. „Allerdings hätte anscheinend Aschenbrenner aus dem Text der Anzeige erkennen müssen, dass diese sich ausschließlich an Frauen richtet.“

    Der Spiegel-Artikel ist völlig lächerlich: Keine Berufungskommission lädt erstens Bewerber zum Vortrag ein, von denen sie genau weiß, daß sie aus formalen Gründen (falsches Geschlecht) die Stelle nicht besetzen können. Darüberhinaus könnten für einen solchen Bewerber auch Reisekosten und Übernachtung gar nicht abgerechnet werden und kein Prof in Stanford bezahlt so eine Reise selbst.

    Zweitens: Die Stelle ist unbefristet, wird aber befristet aus einem bestimmten Programm bezahlt. Sowas ist nicht ungewöhnlich, z.B. gibt es eine Stiftungsproffessur für Informatik an der FU aus Mitteln des Bundesamtes für Datensicherheit für 25 Jahre. Danach muß die FU selbst für eine Finanzierung sorgen. Solche finanziellen Konstruktionen sind überhaupt nichts Ungewöhnliches und kein Grund, zu glauben, daß nur Frauen eine Chance haben.

    Drittens: Eine nur für Frauen ausgeschriebene Stelle an der Uni ist mit der Rechtslage ebenso unvereinbar wie eine nur für Männer ausgeschriebene Stelle. Die internen Besetzungsrichtlinien sind was anderes.

    „Wie der Spiegel berichtet hat sich ein Top-Mathematiker auch darauf beworben und sogar andere Stellen abgesagt“

    Das halte ich ebenfalls für falsch: Normalerweise wird bei Berufungsverhandlungen so gepokert, daß man mit dem Angebot von der ersten Uni zur zweiten geht und mehr verlangt. Das Spiel kann man auch gerne mit mehreren Unis spielen und nicht selten zieht sich das über 6-12 Monate hin. Nur ein Vollidiot würde das beste Mittel, seine Proffessur mit Forschungsmitteln auszustatten, vorzeitig – bevor er den Ruf hat – aus der Hand geben.

    Viel wahrscheinlicher ist, daß die Berufungskommission einfach ihr Ding gemacht hat und dann irgendjemand Internes angesichts der Entscheidung das feministische Terrorlärmophon angeworfen und erreicht hat, daß mit politischer Motivation Berufungsverfahren ganz eingestellt wurde, nachdem klar war, daß keine Frau auf die Stelle gehievt werden konnte. Ich nehme an, daß nun an der HU so einige Profs richtig sauer auf die Uni-Leitung sind – aber richtig sauer. Denn das Letzte wobei an sich von der Verwaltung reinreden läßt, ist die Wahl der Leute, mit denen man arbeitet.

    Der Spiegel-Artikel ist nur tendentiös, sondern auch einfach schlecht recherchiert.

    • Das wirklich tendentiöse hast du ja noch weggelassen:

      Natürlich muss der HU zugute gehalten werden, dass sie die Zeichen der Zeit erkannt hat: Von knapp 44.000 Professoren in Deutschland waren zuletzt noch immer knapp 35.000 männlich. Der Frauenanteil liegt bei kümmerlichen 20 Prozent, in Naturwissenschaften und Mathematik sieht es besonders düster aus: Nur etwas mehr als jeder zehnte Lehrstuhlinhaber ist in diesen Fächern weiblich

      Ja, das muss man ZUGUTE halten. Die Zeichen der Zeit erkannt. Sieht immer noch DÜSTER aus.

      Fick dich, Spiegel.

    • @Elmardiederichs

      Das Programm läuft bis 2016, danach wird evaluiert und dann ist die Finanzierung bis 2020 gesichert. Vielleicht gibts 2020 ein neues Programm oder es läut weiter, weil es so „erfolgreich“ ist.

      Mal schauen was dann ist, glaubt hier irgendjemand das Frauenprofessuren schlecht evaluiert werden, wenn es politisches Ziel ist ->mitallerMacht<- Frauen in Professuren zu berufen?

      Ich zitiere mal aus der Selbstbeschreibung:

      Mit dem Bund-Länder-Programm für bessere Studienbedingungen und mehr Qualität in der Lehre ("Qualitätspakt Lehre") werden 186 Hochschulen aus allen 16 Ländern dabei unterstützt, die Betreuung der Studierenden und die Qualität der Lehre zu verbessern. Hierfür benötigen die Hochschulen zusätzliches, für die Aufgaben in Lehre, Betreuung und Beratung qualifiziertes Personal. Ziele des Programms sind daher eine bessere Personalausstattung von Hochschulen, ihre Unterstützung bei der Qualifizierung bzw. Weiterqualifizierung ihres Personals sowie die Sicherung und Weiterentwicklung einer qualitativ hochwertigen Hochschullehre."

      Dieses Programm fördert tatsächlich viele gute Ideen. Jedoch verletzt es mit diesen Frauenfödertöpfen genau gegen seine Intention, Höchststrafe ist jetzt natürlich, dass Gelder bereitlägen, aber durch die Nichtberufung der Professur unberührt bleiben. So verbessert man die Lehre nachhaltig. Und das alles wegen einem Penis.

      • @ teardown

        *dass Gelder bereitlägen,*

        Männer haben es in der Hand, das zu ändern. Sie können dafür sorgen, dass keine Gelder mehr bereit liegen.

        Going poolside oder Beine hochlegen.

        Mal sehen, wer dann die Steuern verdient, die gegen Männer eingesetzt werden können und sollen.

        • Es ist doch sonnenklar: Der ganze Frauenförderwahn/Feminismus/Kulturmarxismus trägt sich keine Sekunde selbst.

          Er lebt vom Steuerzahler, von dessen Ausplünderung.

          Dummerweise wird die Masse der Steuern von denen (WHMs) erwirtschaftet, die als „Bourgeoisie“ gestürzt werden sollen.

          Etwas mehr Tea Party tut not, auch in Europa.

          WHMs sollten darüber hinaus nicht warten, bis man sie überall herauskickt, sondern freiwillig gehen.

          Mal sehen, was dann zusammenbricht.

    • Allerdings hätte anscheinend Aschenbrenner aus dem Text der Anzeige erkennen müssen, dass diese sich ausschließlich an Frauen richtet.

      Wenn das so wäre, dann stellt sich die Frage, warum genau das nicht eindeutig so kommuniziert wurde und stattdessen von der/die künftige Stelleninhaber/in die Rede ist, was explizit beide Geschlechter anspricht. Das ist eine einfach zu beantwortende Frage: Weil es rechtswidrig ist.
      Die Humboldts wollen offensichtlich gesetzliche zwingende Bestimmungen umgehen, ohne sich strafbar zu machen. Wie nennt man sowas? Täuschung? Betrug?

    • Wie von Arne geschrieben passt ja jedenfalls so einiges nicht mit den üblichen Abläufen im universitären Betrieb zusammen. Entweder ist der Artikel schlecht recherchiert – oder er verzerrt bewusst (um des Aufregungsfaktors willen). Im schlimmsten Fall beides. Passiert beim Spiegel häufiger, den Themen nach zu urteilen von denen ich fachlich Ahnung habe und die im Spiegel dann gerne mal verzerrt dargestellt werden. Vielleicht sollte man ihn umbenennen in Zerr-Spiegel (ja, ich weiß, der Witz ist flach).

      Hat jemand vielleicht noch eine Quelle, deren Autoren sauberer gearbeitet haben, damit man sich ein vernünftiges Bild von der Angelegenheit machen kann?

  2. Diese Angelegenheit ist mir gestern schon sauer aufgestoßen.

    Aber das ist ja nur die öffentlich gewordene Spitze des Eisbergs.
    Ich möchte lieber gar nicht wissen, wie oft bereits ein hochqualifizierter Mann einer minderqualifizierter Frau Platz machen musste, nur um irgendwelche Quoten zu erfüllen oder Förderprogramme durchzusetzen.

    Warum sich eine Frau als Quotentussi hergeben will, erschließt sich mir ohnehin nicht.

    • .
      Ich möchte lieber gar nicht wissen, wie oft bereits ein hochqualifizierter Mann einer minderqualifizierter Frau Platz machen musste, nur um irgendwelche Quoten zu erfüllen oder Förderprogramme durchzusetzen.

      Ja, das ist leider längst Alltag an deutschen Hochschulen, wie mir immer wieder im Gespräch mit Professoren bestätigt wird,
      Unter den Neuanstellungen der Professuren liegt der Frauenanteil schon über 50%, dabei bewerben sich deutlich weniger Frauen auf die Stellen, es sind auch deutlich weniger dazu qualifiziert. Für die werden dann Fast-Tracks und Sonderregelungen ausgelobt.

      Ich habe ja schon mehrfach von meinen Chef erzählt, der sich inzwischen sowohl in Kognitionswissenschaft als auch Informatik habilitiert hat. In letzterem Fachbereich ist der Druck, Frauen einzustellen, so hoch, dass diese mit einer frischen Promotion teilweise in der Lage seien, um Professuren zu konkurrieren.

      Dazu kommen die ganzen massiv subventionierten Genderlehrstühle, die nichts anderes als die Pseudoakademisierung feministischer Stuhlkreise sind.

      • In Universitäten und Behörden habe ich kaum einen Einblick. Aber das hört sich schon mehr als alarmierend an.
        Noch ist es in der freien Wirtschaft besser. Insbesondere KMU können sich ihre Mitarbeiter – noch – frei aussuchen.

        Diese Bevorzugen von Frauen ist natürlich für die betroffenen Männer ein absolutes Desaster, aber auch für die wenigen konkurrenzfähigen Frauen, die verdient auf eine hohe Position kommen würden.
        Denn letzteren wird immer unterstellt werden, dass sie dies aus eigener Kraft nicht geschafft hätten.
        Deshalb wird wohl eine fähige Frau, die etwas auf sich hält, es vorziehen, sich anderswo umzusehen, wo es solche Quotierungen nicht gibt und es tatsächlich auf Leistung ankommt.
        Die Quotenstellen überlässt sie damit geringer qualifizierten Frauen.

        Ja, das ist auch eine Seite der Medaille – dass solche Programme nicht unbedingt den „besten“ Frauen zugute kommen, und insgesamt das Niveau immer weiter sinkt.

    • @breakpoint
      Hm, also wäre ich im Unternehmen als die Gattin des Chefs tätig, und ich täte offen zugeben, dass ich mit weiblichen Angestellten nicht so klarkomme, weil kurze Röcke einen Gutteil meiner Mitarbeitermotivation ausmachen, dann wäre ich aber vorsichtig damit, mich moralisch-empört über Frauenquoten zu erheben….

      • Ja, sicher marenleichen, dir glaube ich das ohne weiteres.
        Ich verstehe durchaus, dass die Frauenförderung für gewisse Frauen die einzige Hoffnung darstellt, auf eine ansonsten unerreichbare Position zu kommen.
        Es ist vermutlich äußerst frustrierend, weder durch berufliche Leistungsfähigkeit noch durch körperliche Attraktivität punkten zu können.

        • Weisst du, wenn ich der Meinung wäre, dass deinen Geschichten mehr als 20% Wahrheitsgehalt innewohnte, würde ich ein bisschen mit meiner Wortwahl aufpassen, aber so sage ichs jetzt mal so:

          Deine Internet-Persona hat sich im Prinzip hochgevögelt und hat ihre Mitarbeiter in erster Linie wegen ihren sekundären Geschlechtsmerkmale im Griff. Ihr ständiges Beharren auf ihrer „fachlichen Kompetenz“ (die du im RL tatsächlich haben magst) wirkt daher ziemlich lächerlich. Und ihr Empören darüber, dass die ganzen hochqualifizierten Menschen die entsprechenden Jobs nicht bekommen, hat einen ziemlich säuerlichen Nachgeschmack.
          Welchem hochqualifizierten Mann hat denn deine Avatarin den Job weggeschnappt, weil der Chef sie einfach geiler fand als die anderen?

        • @Anonym

          Wenn man sonst nichts zu bieten hat, schon.

          @marenleinchen

          Lies mal nach – mein ursprünglicher Kommentar hier war völlig allgemein gehalten.
          Erst du hast meine persönliche Vita, die mit dem oben gegebenen Thema gar nichts zu tun hat, ins Spiel gebracht, wohl weil dich mein Erfolg irgendwie wurmt.
          Durch irgendwelche Unterstellungen (die klarzustellen mir jetzt zu blöd ist) versucht du, meine Aussage zu diskreditieren.

          Glaubst du im Ernst, ich hätte einen Mann geheiratet, der eine inkompetente Frau heiratet, und so doof wäre, ihr eine nicht unerhebliche Verantwortung in seinem Unternehmen zu übertragen, nur weil sexuell alles passt?
          (Lies ruhig noch mal nach – ist schon fast eine Rekursion.)

          • @Marenleinchen

            „wohl weil dich mein Erfolg irgendwie wurmt.*

            Richtig“

            Danke für die Bestätigung.

            @Christian

            „Warum die Reduzierung auf die Sexualität, dazu noch verbunden mit einem gewissen slutshaming, gegen das du dich ja sonst ausspricht?“

            Da sie keinen Angriffspunkt in meiner Argumentation gefunden hat, blieb ihr nur die Möglichkeit, einen Nebenkriegsschauplatz zu eröffnen.
            Persönliche Diffamierung ist natürlich einfacher, als sachlich zu bleiben und einen substantiellen Beitrag zum Thema zu leisten.

            @muttersheera

            Ist mir klar, dass das für dich nicht nachvollziehbar ist.
            Bloß, was hat das bitte mit dem Thema zu tun, dass ein Top-Mathematiker eine Professur an der HU nicht bekommt?

            @Anonym

            „Nun wenn sie alle Frauen außer ihr selbst als schlecht, unfähig, zickig und dumm hinstellt,“

            Was saugst du dir da aus den Fingern? (Hm, wenn man allerdings beobachtet, wie einige Frauen gerade hier „diskutieren“, ..)
            Scroll mal ein Stück nach oben, wo ich geschrieben habe, dass Frauenförderprogramme gerade für fähige Frauen schlecht sind.
            Denn die würden das auch aus eigener Kraft schaffen, und müssen sich trotzdem immer wieder vorwerfen lassen, dass sie ihre Position nicht ihren beruflichen Fähigkeiten verdanken (fällt dir was auf? – vermutlich nicht).
            Denn eine Frau, die fachlich kompetent und qualifiziert ist, hat eine Quote nicht nötig.
            Quoten sind nur für diejenigen Frauen gut, die sonst nicht mit Männern mithalten könnten.

        • *Erst du hast meine persönliche Vita, die mit dem oben gegebenen Thema gar nichts zu tun hat, ins Spiel gebracht, wohl weil dich mein Erfolg irgendwie wurmt.*

          Richtig…

          *Glaubst du im Ernst, ich hätte einen Mann geheiratet, der eine inkompetente Frau heiratet, und so doof wäre, ihr eine nicht unerhebliche Verantwortung in seinem Unternehmen zu übertragen, nur weil sexuell alles passt?*

          Was ich glaube ist, dass die Geschichten wenig mit deinem Leben zu tun haben. Ich hab genug schlechte postfeministische (Liebes-)Romane gelesen um den Stil wiederzuerkennen, die Klischees und die Charakterzeichnungen. Du doch auch, oder? 🙂
          Von daher halte ich sowohl deine Persona wie auch die deines Traummannes für erfunden.

        • @ Maren

          Du weißt mich in Deinem Rücken.

          Im heutigen Beitrag will sie sogar den Vorarbeiter gefragt haben, warum seine Bauarbeiter-Jungs ihr nicht mehr hinterherpfeifen 😀

          Das geht nichtmal mehr als Satire durch.

        • Im heutigen Beitrag will sie sogar den Vorarbeiter gefragt haben, warum seine Bauarbeiter-Jungs ihr nicht mehr hinterherpfeifen 😀

          Autsch.

        • Uh. Eine Frau, die noch mehr Aufmerksamkeit bekommt (oder behauptet zu bekommen) als Sheera.

          Da würde ich unter den kurzen Rock schon mal ne krallensichere Strumpfhose anziehen 😉

        • Nein, eine Frau, die Aufmerksamkeit *verlangt* und sich sonst altersdiskriminiert fühlt, wenn sie die nicht bekommt. Wie Methusalix von Automatix.

        • Nun wenn sie alle Frauen außer ihr selbst als schlecht, unfähig, zickig und dumm hinstellt, dann muss sie sich nicht wundern, dass sie auf Gegenwind stößt. Und: Gleichberechtigung für alle. Wäre es dir lieber, wenn wir sie mit Samthandschuhen anfassen, nur weil sie eine Frau ist?

  3. Es gibt aber noch welche die bestreiten, daß wir einen Staatsfeminismus haben. 🙂

    Die Humbug Uni Berlin ist doch auch die Bude die dem Danisch Auskunft darüber verweigert was Gender Studies denn nun überhaupt sein sollen, auf welcher Grundlage dieser „Studiengang“ zB Titel vergeben kann und die feministisches Sprachhandeln mit Professx ganz toooll findet …

    Die scheinen eine ähnliche Männerhalde zu betreiben, wie der Bundespräsi bei den Bundesorden. Lug und Betrug, im Namen der Frauenforderung.

    Bei Quotenregelungen KANN nix anderes bei rauskommen, aber wer das zu sagen wagt ist ja ein Frauenhasser! Lächerliches Bananenkrummbiegeland, dieses Deutschland.

  4. Das habe ich auch gerade über Danisch gefunden:

    http://www.volksstimme.de/nachrichten/sachsen_anhalt/1292743_Frauenquote-stoppt-Ehrung-von-Maennern.html

    Staatsfeminismus ist für diesen Wahnsinn sicherlich der richtige Ausdruck.

    Diese ominösen 30% sind ja grundsätzlich eine sehr interessante Zahl.
    Wer hat eigentlich diesen Kompromiss mit der Realität geschlossen? Warum nicht 50%, 52% (Bevölkerungsanteil) oder mal für die historische Homöostase 70% Frauen?

    Als wüssten die Quotisten unbewusst selbst, dass ihr theoretisches Fundament aus dem diese Quotierung entstammt, nicht stimmt. Dass diese Konzession hilft, es zu verbergen. Denn wer könnte sich schon über 30% Frauen aufregen, wenn nicht ein Frauenfeind?

    • „Als wüssten die Quotisten unbewusst selbst, dass ihr theoretisches Fundament aus dem diese Quotierung entstammt, nicht stimmt.“

      Die nennen das „Brückentechnologie“ oder so und behaupten durch Quoten würden niemals nicht gute Männer ausgebremst, und es sei zum „Aufbrechen der Geschlechterrollen“ notwendig.

      Es handelt sich um Betrug, in dem Fall der Humbug Uni an den männlichen Bewerbern und am Steurerzahler. Betrug mit Ansage und unsere Gesellschaft findet’s gut!?

      Warum regen sich überhaupt welche über den BER auf. Möchte mal wissen was dieser Unsinn kostet. So ingesamt incl. Gehältern und den daraus sich ergebenen politischen und sonstigen Fehlentscheidungen. Panzer-Uschi fährt zZ den Barras an die Gleichstellungswand.

    • es geht nicht ums geld, @ddbz. es geht um den damit einhergehenden massiven qualitätsverlust in forschung und lehre. diese kosten übersteigen die professor.I.nnen gehälter bei weitem.

      • @ Albert

        Noch sehr viel höher dürften die Kosten sein, die aus einer wachsenden Demotivation der Männer entstehen.

        Hinzu tritt der Verschleiß an echten weiblichen Begabungen, die immer häufiger mit Burn Out das Handtuch werfen werden.

        Nein, ich meine nicht die Quotentussen – um die ist es nicht schade.

        Ich meine Frauen, die es auch ohne Quote, wirklich allein via Leistungsfähigkeit-/-wille geschafft hätten bzw. haben.

        Mitgefangen – mitgehangen.

        Wenn sich immer mehr Quotenthusneldas breit machen, wird sich die wachsende schlechte Stimmung der Männer auch gegen diese richten.

        JEDE Frau in Spitzenposition ist dann eine Quotentusse, ob das gerecht oder ungerecht ist im Einzelfall, danach wird kaum noch ein Mann fragen, besonders dann nicht, wenn das Klima rauher wird, etwas in einer Wirtschaftskrise, wenn ohnehin mit harten Bandagen gekämpft wird.

        Frauen werden das Anwachsen der Feindseligkeit ihnen gegenüber spüren.

        Und sich unbehaglich fühlen.

        Und vermehrt gehen, gerade auch die, die es nicht verdient hätten.

        Die Quotentussen werden dagegen bleiben.

        Sie wissen ja, dass sie anderswo kaum unterkämen mit ihrer „Expertise“.

        Die wachsenden Kosten dieses Gleichstellungswahnes sind auch das einzige, was ihn stoppen kann.

        Kann mann unterstützen und die Kosten weiter hochtreiben, indem man die Einnahmen verkürzt: GOING POOLSIDE, ist gewaltlos und hocheffektiv. Muss nicht mal eine Mehrheit machen, um effektiv zu sein. Eine gar nicht mal große Minderheit der produktiven Männer muss nur ein/zwei Gänge zurückschalten, nicht auf Hochtouren laufen, nicht höchstmotiviert und schon wird’s klamm in den öffentlichen Schatzgewölben.

        Männer, die das tun, gewinnen auch sofort: Zeit für Hobbies, die Geliebte, das Wandern, das Angeln, das Träumen usw.

        Also Zeit für genau das, wofür wir nach feministischer Meinung Zeit gewinnen sollen.

        Frauen gewinnen auch: die Gelegenheit, zu beweisen, dass sie’s reißen können.

        Kein Geschwätz mehr bei Netz und doppeltem Boden, sondern im Ernst: hic rhodus, hic salta.

        Ich will sie springen sehen!

        Ungefördert, ohne Netz und doppelten Boden.

        All das entfällt ja.

        Ohne von Männern erarbeitetes Geld.

        • @Roslin

          Eine schöne utopisch optimistische Schlussfolgerung.

          Meine Prognose wäre eher Arbeitslager. Erzwingung durch Kriminalsierung.

          Legitimierung über Genderrassismus.

          GG und Verfassungsorgane sind schon weitgehend ausgeschaltet (sihe Diskussion übrt Baer).

          „Gesinnungsrecht“ einer Haremsdiktatur. Zugunsten von Frauen. Unterhaltsrecht auf alle Gesellschaftsbereiche ausgedehnt.

          Könnte sogar konkurrenzfähig werden. Mit China z.B.

          Kostenabwälzung über offene Exploitation von Männern. Jungen werden früh drauf getrimmt, dass sie sich erbsündlich büßerisch aufgrund ihrer Männluchen Identität dafür zu engsgieren hätten.

          Gibt dann ein paar Nreckied fürs Männchen machen. Ansonsten Tierheim. Vielleicht für Versuche mit stärkerem Ritalin.

          So wird die notwendige Produktivität erzeugt.

        • @ petpanther

          *Meine Prognose wäre eher Arbeitslager. Erzwingung durch Kriminalsierung.*

          Nun, für die Radikalen sicher ein gangbarer Weg. Aber die meisten Frauen z.B. sind bestenfalls MItläufer.

          Die diesen offen radikalen Weg sicher nicht mitgingen.

          Außerdem bräuchten auch die Radikalen Männer, die gegen andere Männer vorgingen – Frauen können das nicht mit Aussicht auf Erfolg.

          Wer transportiert Männer in’s Lager, wer bewacht sie dort usw.

          Können nur Männer machen.

          Ob sich dazu genug bereitfänden, bezweifle ich, denn die scheinheilige Ideologie müsste auch noch den letzten Rest Feigenblatt fallen lassen.

          Die Kollaborationsbereitschaft ist begrenzt.

          Selbst Nazis/Stalinisten konnten sich nur auf kleine, ideologisch durch und durch „gefestigte“ Täter verlassen, mussten das wahre Ausmaß ihrer Verbrechen gegenüber den jeweiligen, zur Vernichtung bestimmten MINDERHEITEN geheim halten.

          Die Männer wären aber eine sehr große Minderheit, eine zu große, um sie zu verarbeiten, selbst dann, wenn die Frauen im Schnitt stärker wären als die Männer und keine Männer bräuchten, um Männer zu überwältigen.

          Denn ein Großteil der Frauen (die Mehrheit) sorellisiert ja mit dem Feind, würde sich, bei einer so schamlos offen zu Tage tretenden Hasspolitik mit ihren Brüdern, Vätern, Ehemännern, Söhnen, Liebhabern solidarisieren.

          Auch der Mitläufer läuft ja nur insoweit problemlos mit, solange er seine Mitverantwortung plausibel verleugnen kann.

          Man darf ihn nicht allzu sehr und schwer mit Mittäterschaft belasten, sonst geht er von der Fahne.

          Fiele die Makse aber vollständig – das wäre bei Deiner Dystopie nötig – wäre das nicht mehr möglich.

          Die Mitläuferin MÜSSTE dem in’s Angesicht sehen, was sie ermöglicht.

          Deshalb halte ich ein solches Szenario für extrem unwahrscheinlich.

          Eine weitere schleichende, verdeckte, verlogene Benachteiligung der Männer dagegen nicht.

          Entspricht auch mehr weiblicher Konfliktstrategie, die selten die offene, harte Konfrontation sucht, sondern immer auf plausible Bestreitbarkeit achtet, immer den Rückzugsweg offen haltend.

        • Korrektur:

          Selbst Nazis/Stalinisten konnten sich nur auf kleine, ideologisch durch und durch “gefestigte” Tätergruppen verlassen, …

    • @ albert

      Hat nichts mit Gleichheitsutopien zu tun.
      Radikalfeministische Frauenprivilegierung ist keine „Gleichheitsutopie“.

      Und es gibt nach wie vor keine moralische Rechtfertigung dafür Dinge als Marxismus zu „framen“, die objektiv nichts mit Marxismus zu tun haben,
      zur Verbreitung antisemitischer Verschwörungstheorien beizutragen,

      http://theredphoenixapl.org/2011/08/26/debunking-william-s-lind-cultural-marxism/

      http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-report/browse-all-issues/2002/fall/mainstreaming-hate

      http://de.wikipedia.org/wiki/Kevin_B._MacDonald

      die Opfer von Breivik indirekt zu verhöhnen

      http://jungle-world.com/artikel/2012/35/46146.html

      und der Männerrechtsbewegung und ihren berechtigten Anliegen den Eingang in den Mainstream zu erschweren, indem sie mit widerlichen konservativen/rechten Ideologien in Verbindung gebracht wird.

      Langfristig wirst du damit allerdings scheitern, albert, denn die Wahrheit wird sich gegenüber Propagandalügen in letzter Instanz stets durchsetzen.

      • @ Leszek

        *Hat nichts mit Gleichheitsutopien zu tun.
        Radikalfeministische Frauenprivilegierung ist keine “Gleichheitsutopie”.*

        Natürlich hat es das: GLEICHSTELLUNG IST DIE BEGRÜNDUNG!

        Wenn Frauen gliechartig zu Männern sind, dann ergibt sich daraus, dass JEDE UNGLEICHVERTEILUNG (allerdings nur die auf Hochstatusposten) als Ungerechtigkeit gegenüber der gleichartigen (gleich begabt, gleich motiviert) Gruppe gerwertet werden MUSS, wenn das ideologische Konzept Bestand haben soll.

        Daraus ist dann die moralische Rechtfertigung für den Kampf gegen den WHM, der ja überall „überrepräsentiert“ ist, abzu lieiten.

        Dass dessen überproportionales Vertreten-Sein durch höhere Leistungsfähigkeit und -willigkeit gerechtfertigt sein könnte, ist für linke Egalitatisten/Kulturmarxisten so denkunmöglich wie es für Nazis/Anitsemiten denkunmöglich war/ist, dass die Überrepräsentanz von aschkenasischen Juden (denn nur die betriffts, nicht die Sepharden, nicht die Orientalen – Grund wahrscheinlich 800 Jahre besonders strenge Ghettokasernierung mit eingeschränkter Berufswahl und ihre BIOLOGISCHEN Folgen) leistungsgerecht sein könnte.

        Denn alle Menschen sind ja gleich, alle Unterschiede daher irgendwie tief empörend und ungerecht.

        Ein Weltbild mit rundum verheerenden Folgen.

        • @ Leszek

          „Wenn Frauen gliechartig zu Männern sind, dann ergibt sich daraus, dass JEDE UNGLEICHVERTEILUNG (allerdings nur die auf Hochstatusposten) als Ungerechtigkeit gegenüber der gleichartigen (gleich begabt, gleich motiviert) Gruppe gerwertet werden MUSS, wenn das ideologische Konzept Bestand haben soll.“

          Radikalfeministischer Propagandaschnickschnack erleichtet hier konservativen Propagandaschnickschnack.

          Echte Gleichstellung müsste selbstverständlich BEIDE Geschlechter umfassen. (Dass dies mit dem Wert der individuellen Freiheit kollidieren würde, ist ein anderes Problem.) Geht es aber nur um Frauen, so ist das Ziel offenkundig Frauenprivilegierung und weder Gleichberechtigung, noch Gleichstellung.

          Das Geschwätz von Gleichstellung erleichtert wiederum konservatives Gepolter gegen den Wert der Gleichheit, anstatt das zu kritisieren, was – jenseits propagandistischer Aufbereitung hier tatsächlich vorliegt – eine Abkehr vom Prinzip der Gleichheit.

        • @ Leszek

          *Echte Gleichstellung müsste selbstverständlich BEIDE Geschlechter umfassen. *

          Echte Gleichstellung?

          Das ist für mich linkes Geschwätz.

          Wie sieht die denn aus, wenn Männer und Frauen als Gruppen im Schnitt von vorneherein UNGLEICHARTIG SIND, die ECHTE GLEICHSTELLUNG?

          Jede Art von GLEICHSTELLUNG des Ungleichartigen beginnt und endet im Prokrustesbett.

          Das soll linkes Geschwafel mitsamt Nazikeule, Breivikkeule und Antisemitismuskeule verschleiern.

          Und dass mich die Berufung auf die Elaborate einer seit Jahrzehnten linksversifften Geistes“wissenschaft“, die Marcuse nicht kennen will, unterwältigt, ist Dir ja mittlerweile klar.

          Ihr habt jede Glaubwürdigkeit verspielt – der Erfolg des linken McCarthyismus.

        • @ Roslin

          „Echte Gleichstellung?“

          Richtig. Bei Wohnungslosen, bei der Müllabfuhr, in pädagogischen Einrichtungen etc.

          „Jede Art von GLEICHSTELLUNG des Ungleichartigen beginnt und endet im Prokrustesbett.“

          Habe ich etwa behauptet, Gleichstellung sei wünschenswert?
          Ich habe ausdrücklich darauf verwiesen, dass sie mit dem Wert der Freiheit kollidiert.
          Trotzdem praktiziert der radikale Feminismus keine Gleichstellung, sondern Frauenprivilegierung.

          „Und dass mich die Berufung auf die Elaborate einer seit Jahrzehnten linksversifften Geistes”wissenschaft”, die Marcuse nicht kennen will, unterwältigt, ist Dir ja mittlerweile klar.“

          Dass Herbert Marcuse in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein toter Hund ist, lässt sich sehr leicht überprüfen.
          Mann muss sich ja nur Lehrbücher und Einführungswerke der verschiedenen geistes- und sozialwissenschaftlichen Disziplininen angucken, um zu sehen, dass er keine Rolle spielt.
          Du solltest mit deinen Propagandalügen also vorsichtiger sein.
          Ein Gang in eine beliebige Universitätsbuchhandlung oder sonstige größere Buchhandlung mit eigener geistes- und sozialwissenschaftlicher Abteilung widerlegt dein dummes Geschwätz bereits in Grund und Boden.

          „Ihr habt jede Glaubwürdigkeit verspielt“

          Na, das sagt aber der Richtige. 🙂

        • @ Leszek

          *Dass Herbert Marcuse in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein toter Hund ist, lässt sich sehr leicht überprüfen.*

          Dumm nur, dass seine in die akademische und politische Elite aufgestiegenen Jünger genau die Feinde bekämpfen, die er markiert hat.

          Du magst den Hervorbingungen Deines selbstreferentiellen linken Debattierclubs trauen – denn mehr sind die von Rechten/Konservativen Geistes“wissenschaften“ nicht mehr – eine öde, linke Mono-und Geschwätzkultur (dass diese Monokultur weitgehend auch den „Mainstream“ bestimmt, nun, das macht ihn für mich zum Müllstrom, weshalb ich dort auch nicht hinein will), ich tue es nicht.

          Ich lese Marcuse, schaue aus dem Fenster und denke. „Na sowas aber auch!“

          Und dann kommt Leszek daher und „klärt mich auf“, ich solle doch meinen eigenen Augen und meinem eigenen Verstand nicht trauen sondern seiner Scholastik.

          Na danke.

          Wird nicht passieren, Leszek.

        • Korrektur

          Du magst den Hervorbingungen Deines selbstreferentiellen linken Debattierclubs trauen – denn mehr sind die von Rechten/Konservativen weithin gesäuberten Geistes”wissenschaften” nicht mehr – eine öde, linke Mono-und Geschwätzkultur …

        • „denn mehr sind die von Rechten/Konservativen weithin gesäuberten Geistes”wissenschaften” nicht mehr“

          Das schreit geradezu nach Gleichstellung von Rechten/Konservativen in den Geisteswissenschaften.

          Ich bin allerdings dagegen, weil ich der Ansicht bin, dass Rechte/Konservative einfach nicht genug Intellekt mitbringen, um in den Geisteswissenschaften zu reüssieren.

        • Roslin

          „denn mehr sind die von Rechten/Konservativen weithin gesäuberten Geistes”wissenschaften” nicht mehr “

          Deine Kenntnisfreiheit – verzeih das offene Wort – ist mittlerweile nur noch peinlich!!!

          Ich denke, du weißt eigentlich gar nicht, was in den Geisteswissenschaften los ist und das Philosophieregal eines guten (!!!) Buchladens hast Du schon lange nicht mehr durchgeschaut.

          Da ich beruflich mit diesem Laden doch vermutlich etwas mehr zu tun habe als Du, kann ich nur den Kopf schütteln. Da ist nix gesäubert. Die Geisteswissenschaften sind kein linker Debattierclub. Das ist totaler Blödsinn.

          Es wird dich vielleicht überraschen: einem Großteil geht es da auch gar nicht um rechts oder links, sondern um „Wahrheit“, so schwierig das auch ist. Naja, aber dafür müsste man eine Vorstellung davon haben, wie ein Wissenschaftler tickt, der mehr ist als nur die Sprechpuppe einer bestimmten Interessengruppe.

          Aber es gibt sie, diese Individualisten, die keine Partei-Philosophie machen. Mehr als Du denkst.

        • @ Adrian

          „Ich bin allerdings dagegen, weil ich der Ansicht bin, dass Rechte/Konservative einfach nicht genug Intellekt mitbringen, um in den Geisteswissenschaften zu reüssieren.“

          Der typische linke Intellektuelle fühlt sich,
          aus zwei sich widersprechenden Gründen, normalen
          Personen überlegen:
          1.Er proklamiert dauernd die Gleichheit aller Menschen.
          2.Er hat einen hohen IQ sie sind dumm.

        • „Ich bin allerdings dagegen, weil ich der Ansicht bin, dass Rechte/Konservative einfach nicht genug Intellekt mitbringen, um in den Geisteswissenschaften zu reüssieren.“

          Lach!
          Wissenschaftliche genau wie rechtsstaatliche Standards sind doch bereits rechtskonservativer Dreck des WHM.

        • Red Pill

          es geht nicht um links oder rechts. Aus meiner eher wertfreien wissenschaftlichen Perspektive sind manche hier einfach nur Ideologen, egal mit welchem Vorzeichen. So etwas kann ich als Wissenschaftler nicht ernst nehmen. Solange ich nur Rhetorik statt solider Argumente lese und sonst auch nur Kampfbegriffe um die Ohren gehauen bekomme, kann ich einen Beitrag nicht als satisfaktionsfähig einstufen.

          Im übrigen gehört dazu auch ein bisschen Selbstkritik. Leute, die immer glauben, nur die Anderen irren sich, werden nie wissenschaftlich satisfaktionsfähig.

          Und hier sagen laufend Leute über Andere, dass die einer Gruppe der prinzipiell Verblendeten angehören.

          Nun ja.

        • @LoMi

          Du hast ja schon einmal deine Auffassung von Wissenschaft, speziell dann Geisteswissenschaft, in deinem Blog dargestellt.

          So in etwa ist auch meine Haltung.

          Und ich glaube auch, dass es im Feld der Sozialwissenschaften viele gibt, die sich nicht politisch korrekt beeinflussen lassen.

          Denoch ist es so, dass es in Zeiten der Anmassung des Social Engineering unvermeidlich in den Fokus gerät. Dies führt zum Hinterfragen und zu Misstrauen.

          Und das dann zurecht.

          Ich kann aber verstehen, dass sich ein ernsthafter Sozialwissenschaftler dann verunglimpft fühlt.

          Ähnlich wie am Beispiel Baer, die ganz unverhohlen „feministischeRechtswissenschaft“ betreibt. Eine „Wissenschaft“ also, die schon im Titel eine Ideologie mitführt.

          Nun. Was soll ein Nicht-Experte und Bürger davon halten? Darauf vertrauen, dass das alles so ok ist? Sei?

          Ich meine das es das in dieser Form ganz und gar nicht ist. Wer derartige Ansprüche stellt muß sich der Rechtfertigung und Kritik stellen. Und hier ist der Punkt wo versucht wird, das zu vermeiden, sich zu entziehen.

          Man sei dann z.B. „Dummschwätzer“, weil man als Nichtwissender … etc. Das ist natürlich Unsinn. Und zwar ziemlich großer.

          Schön wäre es z.B. wenn auch einer mehr oder weniger wissenden Öffentlichkeit auch die Standpunkte der nicht ganz so laut wahrnehmbaren Teilen der kritischen Geisteswissenschaften deutlucher würden.

        • Petpanter

          „Ähnlich wie am Beispiel Baer, die ganz unverhohlen “feministischeRechtswissenschaft” betreibt. Eine “Wissenschaft” also, die schon im Titel eine Ideologie mitführt.“

          Das ist korrekt, da steckt die Ideologie schon drin und dann lese ich das auch nicht mehr, denn ich weiß ja schon, was am Ende bei herauskommt. So etwas ist auch eine klare Fehlentwicklung in meinen Augen. Jede Wissenschaft sollte ergebnisoffen sein. Privatmenschen sind dann frei, daraus auch Politik zu machen. Aber die Wissenschaft sollte wissenschaftlichen und nicht politischen Normen folgen. Genau deshalb finde ich „feministisch“ als Bezeichnung von Wissenschaft verdächtig. Gleiches gilt für dezidiert rechte oder linke Autoren. Da fällt es mir sehr, sehr schwer, das zu lesen, weil ich es letztlich für voreingenommen halte.

          „Schön wäre es z.B. wenn auch einer mehr oder weniger wissenden Öffentlichkeit auch die Standpunkte der nicht ganz so laut wahrnehmbaren Teilen der kritischen Geisteswissenschaften deutlucher würden.“

          Ja, das tut wahrlich not.

        • @ Adrian

          *Das schreit geradezu nach Gleichstellung von Rechten/Konservativen in den Geisteswissenschaften.*

          Aber keinseswegs.

          Das schreit nur nach Toleranz und SEIN-LASSEN. Dann reguliert sich das ganz natürlich hin zu einem ausgewogeneren Verhältnis.

          Denn, Adrian, so dolle ist die intellektuell Brillanz der linken Vorturner nicht, milde ausgedrückt.

          Zum großen Teil Schwätzer.

        • Wenn Frauen gliechartig zu Männern sind, dann ergibt sich daraus, dass JEDE UNGLEICHVERTEILUNG (allerdings nur die auf Hochstatusposten) als Ungerechtigkeit gegenüber der gleichartigen (gleich begabt, gleich motiviert) Gruppe gewertet werden MUSS, wenn das ideologische Konzept Bestand haben soll.

          So wird es ausgedeutet. Das stimmt aber selbst unter der Prämisse der „Gleichheit der Geschlechter“ nicht.
          Selbst unter der erwähnten und i.m.ho falschen Prämisse ist nicht begründet, warum eine Gleichberteilung ein vorrangiges Ziel der Politik sein muss.
          Mit der gleichen Logik könnte man fordern, dass sich afrikanische Kultur und europäische nicht unterscheiden sollten – unter der Voraussetzung der Gleichheit aller Menschen. Warum?
          Ein Indiz für diskriminierende Praxis wäre es dann, wenn Einkommen und Vermögen weit auseinanderklaffen. Das muss dann im konkreten Fall beurteilt werden. Einkommen ist wichtig, aber nicht das einzige Kriterium bei der Studiums- oder Berufswahl.
          Wenn man sich noch diee Billionen an Vermögen vor Augen führt, die in de nächsten zwei Jahrzehnten allein in der BRD vererbt werden, dann wird auch dem letzten Simpel klar, dass „männlich“ und „weiblich“ nicht die geeigneten Analysekategorien sind, um Ungleichverteilungen fundiert zu analysieren.

          Und IQ und Leistungsbereitschaft“ oder ähnlicher Schmarrn aus der Propagandaabteilung der Plutokraten und ihrer Lakaien?

        • @ Lomi

          *Deine Kenntnisfreiheit – verzeih das offene Wort – ist mittlerweile nur noch peinlich!!!*

          Mir nicht.

          *das Philosophieregal eines guten (!!!) Buchladens hast Du schon lange nicht mehr durchgeschaut.*

          Welche sinnvollen Antworten oder auch nur Fragen hätte ich dort denn vorfinden können.

          In der Tat: Linkes, weltfremdes Geschwätz, das nicht einmal mehr in der Lage ist, die richtigen Fragen zu stellen, statt dessen seine zusammenfallenden Elfenbeintürmchen mittels Steuergeld bastioniert, interessiert mich nicht.

          Zeitverschwendung, sich damit auch nur zu beschäftigen.

          Welche Krankheit wurde denn durch das Eingreifen linker Geschwätzwissenschaftler geheilt?

          Mir fallen nur Verschlimmerungen ein, die sie bewirkt haben, umso radikalere und katastrophalere Verschlimmerungen, je ungehemmter sie sich durchsetzten.

        • @ LoMi

          *Aus meiner eher wertfreien wissenschaftlichen Perspektive sind manche hier einfach nur Ideologen, egal mit welchem Vorzeichen. *

          Ich vermute, wertfreier Soziologe?

          Meine Güte.

        • @ Roslin

          „Dumm nur, dass seine in die akademische und politische Elite aufgestiegenen Jünger genau die Feinde bekämpfen, die er markiert hat.“

          Politischen Eliten sind am Machterhalt und -ausbau interessiert, nicht an der Umsetzung von Ideen eines bereits seit Jahrzehnten innerhalb der Linken einflusslosen Philosophen. Davon haben sie nichts.

          Ein Feindbild „weißer, heterosexueller Mann“ gibt es bei Marcuse nicht. Lediglich sein männerfeindlicher Vulgärfeminismus in der Spätphase seines Werkes ist ihm vorzuwerfen. Seine Feminismusinterpretation ist jedoch mit dem radikalen Gleichheitsfeminismus unvereinbar und war niemals einflussreich – weder im Feminismus, noch innerhalb der Linken.

          Weiße, heterosexuelle Männer waren darüber hinaus in doppelter Hinsicht Teil von Marcuses Revolutionskonzept. Sowohl die Studentenbewegung, zu der viele weiße, heterosexuelle Männer gehörten als auch das „Lumpenproletatriat“, zu dem ebenfalls viele weiße, heterosexuelle Männer gehörten, waren für Marcuse Teil der revolutionären Vorhut, von der er hoffte, dass sie die Arbeiterklasse langfristig mitreißen würde.

          Die 68er-Bewegung hat sich zudem bereits Anfang der 70er Jahre in zahlreiche verschiedene Strömungen aufgespalten, Neo-Marxisten/Freudo-Marxisten waren bereits zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Minderheit. Zudem haben sie überwiegend völlig andere Positionen vertreten als du behauptest, weder hatten sie etwas mit einem Feindbild „weißer, heterosexueller Mann“, noch mit Multikulturalismus zu tun – das gab es damals beides überhaupt nicht, ist ja erst mit der US-amerikanischen Variante des Poststrukturalismus entstanden.

          Historisch war es so, dass sich die 68er-Bewegung in Deutschland Anfang der 70er Jahre in u.a. folgende Strömungen aufspaltete:

          – die marxistisch-leninistisch-maoistischen K-Gruppen – diese lehnten den antiautoritären Freudo-Marxismus radikal ab, sprachen davon die antiautoritäre (freudo-marxistische) Phase zu eliminieren.)

          – die aktionistische Sponti-Bewegung – eine weniger theorielastige linksalternative Subkultur, aus der sich später u.a. die autonome Szene entwickelt hat.

          – die orthodox-kommunistischen DKP – diese lehnte den antiautoritären Freudo-Marxismus ab, war an Moskau orientiert.

          – Anhänger anderer klassischer Strömungen der radikalen Linken, wie Trotzkismus oder klassischer Anarchismus

          – die neue Frauenbewegung, die sich dann wiederum in zahlreiche Unterströmungen aufspaltete

          – Linksliberale

          – Anhängern östlicher Religionen, esoterischer Vereinigungen und Psychosekten

          – und dann der Rest an Neo-Marxisten/Freudo-Marxisten, die zu diesem Zeitpunkt nur noch eine Minderheit waren – nur eine Strömung von vielen, die aus der 68er Protestbewegung hervorgegangen sind.

          Die 2. Generation der Frankfurter Schule baut außerdem im Wesentlichen auf die (bekanntlich einem linken Kulurkonservatismus zugeneigten) Adorno und Horkheimer auf, nicht auf Marcuse, sind fast alles Schüler von Adorno und Horkheimer, was du allein schon dem Wikipedia-Eintrag zum Thema hättest entnehmen können. (Ich kenne übrigens 2 relativ bekanntere zeitgenössische Vertreter der Kritischen Theorie persönlich. Keiner von denen vertritt den Stuss, den du belegfrei behauptest – weder in ihren Veröffentlichungen, noch in persönlichen Gesprächen.)

        • @adrian, das ist mal ein echter schenkelklopfer:

          *… weil ich der Ansicht bin, dass Rechte/Konservative einfach nicht genug Intellekt mitbringen, um in den Geisteswissenschaften zu reüssieren.*

          es gibt ja ausreichend studien darüber, wie der IQ mit der studienfach korreliert. richtig, gender-studies, sport, pflege, soziologie, psychologie schneiden ganz schlecht ab!

        • „Denn, Adrian, so dolle ist die intellektuell Brillanz der linken Vorturner nicht, milde ausgedrückt.“

          Nun ja, besser als die intellektuelle Brilianz Deiner angebeteten Clique – „ich muss mal schauen was in Gottes über 2000 Jahre altenm Poesiealbum steht“ – ist es allemal.

        • @ Peter

          *Selbst unter der erwähnten und i.m.ho falschen Prämisse ist nicht begründet, warum eine Gleichberteilung ein vorrangiges Ziel der Politik sein muss.*

          Weil, wenn sich selbst bei Gleichberechtigung und Freiheit (immer nur weitgehend, nie vollkommen realisierbar, nichts kann vollkommen sein hier auf Erden, nicht mal die ideologische Verblödung der Linken oder Rechten) partout keine Gleichverteilung einstellen will, die Falschheit der egalitaristischen Prämisse offenbar würde.

          Dem säkularreligiösen Glauben würde die Grundlage entzogen, sinnstiftende, persönlichkeitsstabilisierende Konzepte brächen zusammen.

          Man wäre konfrontiert mit seiner eigenen menschlichen Armseligkeit/Einsamkeit in einer Welt ohne Gott und letztgültiger Hoffnung.

          Also lieber (Selbst-)Betrug mit allen NOTwendigen Mitteln.

          Kann ja bis zum Massenmord gehen.

          Seit Jakobinertagen übrigens.

          Auch die wollten ja nur das Beste.

          Auch für die Bauern der Vendée.

        • „es gibt ja ausreichend studien darüber, wie der IQ mit der studienfach korreliert.“

          Es gibt auch ausreichend Studien darüber, dass Dummheit mit (Rechts-)Konservatismus korreliert. Was die Realität auch täglich bestätigt.

        • @ Adrian

          *Nun ja, besser als die intellektuelle Brilianz Deiner angebeteten Clique – “ich muss mal schauen was in Gottes über 2000 Jahre altenm Poesiealbum steht” – ist es allemal.*

          Eine der Stärken der Katholischen Kirche ist es, dass sie (und ihr Führungspersonal) von einer in selbstgefälliger Pracht („progressiv, modern, kritisch“) erblühenden Linken (zu denen ich hier auch mal die Liberalen zähle) gnadenlos unterschätzt wird.

          Warum aus deren Eiern, trotz intellektuellen Überlegenheit der Eltern, doch immer nur Eintagsfliegen schlüpfen, gehört somit zu den unerklärlichen Wundern der Welthistorie.

          Entweder hat Gott seine Finger im Spiel oder die Kirchenhierarchie ist nicht so dumm, wie ihre Kritiker gerne glauben mögen.

          Da ich einige Hierarchen persönlich erlebt habe, denke ich: BEIDES TRIFFT ZU:

        • @ Leszek

          *ist ja erst mit der US-amerikanischen Variante des Poststrukturalismus entstanden.*

          Und woraus ist der Poststrukturalismus geschlüpft, diese „Radikalisierung des Marxismus“ (Derrida)?

          Welch ein Zufall aber auch, dass so viele Poststrukturalisten als Marxisten begannen.

          Nach dem restlosen Zusammenbruch der marxistischen Glaubwürdigkeit durch die Ostblockpleite haben sie eine neue Fahne am alten Mast aufgezogen.

          Nicht mehr.

        • @Roslin

          Die Windmühlen verleugnenden ideologischen Selbstgefälligkeit.

          Die irgendwann Gulags einrichten, wenn Logik und Wahrheit ihnen zu nahe kommen.

          Allen voran Kulturmarxismus mit seiner feministischen Gallionsfigur .

          Vielleicht gab es nur eine kurze Zeit im 20. Jahrhundert wo sie nicht ganz so schnell drehten. Nach dem 2. Weltkrieg. Eine Zeit der Läuterung.

          Die ist lang vorbei.

          Heutzutage mißbraucht man lieber Wissenschaft. Am liebsten die Sozialwissenschaften um sozial zu Engineeren und Gesinnung zu kontrollieren.

          Der „Gleichheit“ wegen natürlich. Und vor allem derer die dabei immer gleicher als gleich sind.

          Ein alter Hut … Gesslerhut.

        • @ Roslin

          „Marcuses eigene Schriften sind mir Beleg genug,“

          Natürlich, weil jegliche Recherche darüber hinaus dein Wahnsystem in den Zusammenbruch treiben würde.

          Dummerweise steht aber selbst in diesen 3 Schriften von Marcuse vieles, was du behauptest, gar nicht drin.

          „Die 3 hier wichtigsten habe ich Dir oft genug benannt.“

          Ja, und ich besitze sie auch. Nur im Buchhandel sind sie derzeit nicht erhältlich – warum wohl?

        • @ Adrian

          *Ich unterschätze die KK nicht: Dummheit und Inhumanität sind nicht zu unterschätzen und durchziehen die Weltgeschichte wie ein roter Faden.*

          Sehr gut.

          Beine hochlegen und gelassen abwarten, wie die Geschichte urteilt.

          Das können wir dann doch.

          Weltgeschichte ist immer bereits Teil des Weltgerichtes.

          Warten wir also ab, wie sie Schwulenlobbyisten und die Katholische Kirche beurteilen wird, die Weltgeschichte.

        • @ Leszek

          *Ja, und ich besitze sie auch. Nur im Buchhandel sind sie derzeit nicht erhältlich – warum wohl?*

          Weil sie von jenen, die lehren und seine Lehren weitergeführt haben, so innerlich sind, dass sie sie nicht noch mal kaufen müssen?

          Weil sie bei all denen sowieso im Regal stehen?

          Weil sie an ihre Studenten lieber gleich das weiterreichen wollen, was sie aus Marcuseschem Geist selbst gekeltert haben?

        • Edith (ich sehne mich nach Dir!):

          *Weil sie jenen, die lehren und seine Lehren weitergeführt haben, so innerlich sind, dass sie sie nicht noch mal kaufen müssen?

        • @ Roslin

          „Und woraus ist der Poststrukturalismus geschlüpft,“

          Die wesentlichen ideengeschichtlichen Quellen des französischen Poststrukturalismus sind Nietzsche, Heidegger, Wittgenstein, Georges Battailes sowie der französische Strukturalismus, aus dessen Kritik der Poststrukturalismus wesentlich hervorging.

          Wenn du es genauer wissen möchtest, empfehle ich das ausgezeichnete Buch von Stefan Münker und Alexander Roesler „Poststrukturalismus“.

          „diese “Radikalisierung des Marxismus” (Derrida)?“

          Was diese Formulierung im Sinne Derridas bedeutet, habe ich dir u.a. anhand von Originalzitaten von Derrida in diesem Strang erklärt:

          https://allesevolution.wordpress.com/2014/04/22/homosexualitat-als-komplizen-mannlicher-herrschaftsstrukturen/

          Dass meine Interpretation, dass in Derridas Schrift „Marx Gespenster“ wenig mehr als ein „Symbol-Marx“ als Symbol für den „Geist der Gerechtigkeit“ übrig bleibt, zutreffend ist, wird auch durch folgende Rezension bestätigt:

          Klicke, um auf hfderrida.pdf zuzugreifen

          „Welch ein Zufall aber auch, dass so viele Poststrukturalisten als Marxisten begannen.“

          Umso vehementer haben sie die philosophischen Grundlagen des orthodoxen Marxismus später verworfen.
          Aber wie auch immer – der Poststrukturalismus hat jedenfalls in ideengeschichtlicher Hinsicht nichts mit Marcuse zu tun, weder in seiner ursprünglichen antiautoritären französischen Variante, noch in seiner z.T. autoritären politisch korrekten US-amerikanischen Variante.

          „Nach dem restlosen Zusammenbruch der marxistischen Glaubwürdigkeit durch die Ostblockpleite haben sie eine neue Fahne am alten Mast aufgezogen.“

          Der Poststrukturalismus ist in Frankreich bereits lange vorher entstanden, u.a. auch als Kritik des autoritären Marxismus-Leninismus. (Wird als „große Erzählung“ abgelehnt.)

          In der Tat wurde der Poststrukturalismus dann nach Zusammenbruch des Ostblocks in den USA populär und aus einer einseitigen, selektiven und dogmatischen US-amerikanischen Interpretation des französischen Postrukturalismus (für die die französischen Poststrukturalisten selbst aber nichts können)

          gingen u.a,. Multikulturalismus, Political Correctness und das PC-Feindbild des „weißen, heterosexuellen Mannes“ hervor.

        • @ Roslin

          „Weil sie von jenen, die lehren und seine Lehren weitergeführt haben, so innerlich sind, dass sie sie nicht noch mal kaufen müssen?
          Weil sie bei all denen sowieso im Regal stehen?
          Weil sie an ihre Studenten lieber gleich das weiterreichen wollen, was sie aus Marcuseschem Geist selbst gekeltert haben?“

          Das ist aber ein schönes nicht-falzifizierbares Wahnsystem, nicht wahr?

          Da Marcuse in Wahrheit weder in den zeitgenössischen Geistes- und Sozialwissenschaften, noch in der zeitgenössischen Linken irgendeine nenneswerte Rolle spielt – was leicht nachprüfbar ist – muss auf immer absurdere und unrealistischere Behauptungen zurück gegriffen werden, um das Wahnsystem zu stablisieren.

          Allerdings gibt es auch ein prominentes Beispiel für einen konservativen Marcuse-Gegner, der bestätigt, dass Marcuses Einfluss bereits in den 70er Jahren weitgehend erlosch.
          Ich verwies ja kürzlich schonmal auf einen konservativen Philosophen, (dessen Vorname mit meinem Nickname identisch ist), nämlich Leszek Kolakowski.

          Dieser wandelte sich im Laufe seiner geistigen Entwicklung vom Marxisten hin zum antimarxistischen konservativen Christen.
          Kolakowski befasste sich nach seiner Wendung zum konservativen Antimarxisten eine Zeitlang mit Marxismuskritik, (manchmal seriös, manchmal schlug auch er dabei über die Stränge). Zu einer um Objektivität bemühten Beschäftigung mit dem Inhalt von Marcuses Werk war er leider nicht in der Lage, die Teilwahrheiten in Marcuses Werk, deren es nicht wenige gibt, nahm er nicht zur Kenntnis.
          Aber zu einer realistischen zeitlichen Einordnung des Einflusses von Marcuses Werk, war selbst der Marcuse-Hasser Leszek Kolakowski fähig. Er schrieb dazu:

          “Sein (Marcuses) Stern ist in den siebziger Jahren weitgehend erloschen.”

          (aus: Leszek Kolakowski, Die Hauptströmungen des Marxismus Band 3, S. 431).

          Wie kommt es, Roslin, dass sogar ein konservativer Antimarxist, dies erwähnt?

        • Warten wir also ab, wie sie Schwulenlobbyisten und die Katholische Kirche beurteilen wird, die Weltgeschichte.

          Der Gotteswahn im Allgemeinen sowie der Katholizismus im Speziellen wird leider nicht als behandlungsbedürftige psychische Störung anerkannt, was die Kostenübernahme der Krankenkassen für therapeutische Behandlungen verunmöglicht.

          Wie bereits einmal erwähnt, bleibe ich trotzdem Optimist in dieser Sache. Mit den Fortschritten der Medizin lässt sich in Zukunft die Störung möglicherweise soweit objektivieren, so dass die Behandlung des Leidens und die daraus resuiltierenden Kosten von den Krankenversicherungen übernommen werden müssen.

          Eine Objektivierung wäre gegeben, wenn – beispielsweise – eine Virusinfektion (meine Vermutung) oder eine Fehlfunktion des vorderen Stirnlappens als Ursache identifiziert werden könnte.

        • @ Leszek

          Kolakowski war auch der Überzeugung, dass der Marxismus insgesamt intellektuell am Ende sei.

          Glaubst Du, da hatte er Recht?

          Ich fürchte, Kolakowski war sowohl hinsichtlich des Marxismus im Allgemeinen als auch hinsichtlich Marcuses im Besonderen viel zu optimistisch.

          Paul Gottfried (Du erinnerst Dich?)

          http://www.vdare.com/articles/yes-virginia-there-is-a-cultural-marxism/6

          ist da realistischer. Der Schoß ist leider fruchtbar noch, auch dieser!

          http://www.amazon.de/The-Strange-Death-Marxism-Millennium/dp/0826215971

        • @ Roslin

          „Paul Gottfried (Du erinnerst Dich?)“

          Sicher. Habe inzwischen ein paar Texte von ihm gelesen.
          Auch bei ihm findet sich bislang keine Spur eines Beleges für deine Behauptungen.

        • @ Leszek

          *Sicher. Habe inzwischen ein paar Texte von ihm gelesen.
          Auch bei ihm findet sich bislang keine Spur eines Beleges für deine Behauptungen.*

          Dann haben wir ein grundlegend anderes Leseverständnis.

          Natürlich halte ich meines für das richtigere, das ideologisch weniger verzerrte.

        • @ Dr. Pietro Eisenbart

          *Der Gotteswahn im Allgemeinen sowie der Katholizismus im Speziellen wird leider nicht als behandlungsbedürftige psychische Störung anerkannt, was die Kostenübernahme der Krankenkassen für therapeutische Behandlungen verunmöglicht*

          Bedauere ich persönlich auch.

          Die Riesenmenge an Patienten würde das verrottete System noch schneller finanziell ausbluten und über den Jordan schicken als Going Poolside das ermöglichte.

          *so dass die Behandlung des Leidens und die daraus resuiltierenden Kosten von den Krankenversicherungen übernommen werden müssen.*

          Ja hoffentlich.

          Ich fürchte allerdings, die einzig kostensparende Therapie, die Euch wieder mal einfällt, ist Rübe ab oder Genickschuss.

          Obwohl, trotz intensivster Praxis, ist selbst diese Therapie gescheitert.

          Wie Du weißt.

          *Eine Objektivierung wäre gegeben, wenn – beispielsweise – eine Virusinfektion (meine Vermutung) oder eine Fehlfunktion des vorderen Stirnlappens als Ursache identifiziert werden könnte.*

          Gott als Herr der Schöpfung verbreitet sich via Virus?

          Ich wusste es: Der alte Knacker, alt wie die Zeit, ist raffiniert.

          Pass auf, dass er Dich nicht auch noch ansteckt.

        • Roslin

          “Welch ein Zufall aber auch, dass so viele Poststrukturalisten als Marxisten begannen.”

          Hahaha. So viele Neoliberale aber auch (und zwar die K-Gruppen der ganz autritären Schiene):

          Ex_Handelsblatt-Chefred.

          „Ziesemer war in seiner Jugend in den 1970er Jahren Mitglied der maoistischen KPD.“

          http://de.wikipedia.org/wiki/Bernd_Ziesemer

        • @ ddbz

          Wer Lügen-, Hetz- und Dämonisierungspropaganda selbst dann noch betreibt, wenn durch entsprechende Propaganda bereits Tote ausgelöst wurden – und wer dabei außerdem selbst auch noch moralisierende Vorwürfe gegen andere erhebt – wird damit leben müssen, dafür kritisiert zu werden.

          Zum Antisemitismus, von dem die konservative/rechte „Anti-Kulturmarxismus-Ideologie“ faktisch geprägt ist, darfst du dir meinetwegen gerne die von mir gesposteten Links durchlesen und selbst dazu weiterrecherchieren, wenn du möchtest.

        • @ petpanther

          „und Belege“

          Dass, Petpanther, markiert einen wesentlichen Teil des Unterschiedes zwischen Lügenpropaganda und Hetze einerseits und fundierter Kritik andererseits.
          Dir mangelt es noch etwas an der moralischen Reife, um die Relevanz dieses Unterschieds zu erkennen, aber solange du das nicht tust, sind alle deine regelmäßig vorgetragenen vorwurfsvollen Anschuldigungen nichts als Heuchelei.

        • @ Leszek

          Antisemitismus kannst Du bei Rechten und Linken finden. Ansonsten würde ich an Deiner Stelle hier die gleichen Maßstäbe anlegen, die Du bei Markuse angelegt haben willst.

          Deine dauernden Breivik-Vergleiche machen Deine Propaganda nicht besser. Daß Du versuchst die Opfer des Breivik gegen @petpanther zu mißbrauchen ist ekelhaft.

          Sag mir doch mal warum Du meinst @petpanther persönlich mit Antisemitismus und den Breivik-Opfern beschimpfen zu müssen, ist Dir diese Art der Propaganda nicht selbst peinlich?

        • @ ddbz

          „Sag mir doch mal warum Du meinst @petpanther persönlich mit Antisemitismus und den Breivik-Opfern beschimpfen zu müssen,“

          Er ist es doch selbst, der sich damit in Verbindung bringt. Ich weise ihn nur darauf hin.

          „ist Dir diese Art der Propaganda nicht selbst peinlich?“

          Keineswegs.
          Wer zur Verbreitung einer antisemitischen Verschwörungstheorie beiträgt, darf dafür auch kritisiert werden.

          Und ansonsten, siehe den Kommentar weiter oben, in dem ich bereits ausreichend auf deine Einwände eingegangen bin.

        • @ petpanther

          *Mehr als Stuss, Leszek.*

          Kein Stuss.

          Die übliche linke Immunsiierungstaktik.

          Bisher sind sie damit ja auch immer durchgekommen.

          Der wohlanständige Bürger zuckte brav zurück, wenn der Vorwurf „Antisemitismus“ von links kam.

          Sie, die Linken, müssen lernen, dass diese schöne Zeit zu Ende geht, dass ihre Gesslerhüte nicht mehr gegrüßt werden.

        • @ Leszek

          Weil Du glaubst es sei Antisemitismus und Breivik-Verbundenheit, muss es noch lange nicht so sein. Ihr Linken seid schon ein komisches Völkchen, lächerlich eigentlich wenn man nicht wüsste was Ihr mit Macht in Euren Pfödchen anzurichte gewillt seit.

          Dein Experte, Kemper, labert auch immer gerne von Breivik. Der Breivik muss auch Euch wie ein Geschenk des Himmels vokommen. Endlich wieder Propagandablei zum „gegen Rechts“ Kugeln giessen.

          Leichenschänder und Opferausnutzer zum eigenem Nutzen, das seid Ihr.

        • „Endlich wieder Propagandablei zum “gegen Rechts” Kugeln giessen.“

          Leszek hatte m.W. mal diesen Text von Hartmut Krauss zu Breivik und Antikulturmarxismus verlinkt:

          http://www.hintergrund-verlag.de/texte-stellungnahmen-al-qaida-fuer-christen-und-antimarxisten-anders-breivik-und-die%20reaktiven-folgen.des%2011.-september-2001.html

          Krauss wird als linker Islamkritiker übrigens gerne selbst als Rechtsextremer, Querfrontler usw. geframet. Nur mal als Beispiel.

          Die Dinge sind bei weitem nicht so einfach, dass es böse Kulturmarxisten (links) gibt, die den Ton angeben und ihre Gegner (rechts) diffamieren.

          Es steht den hiesigen Rechten/konservativen etc. durchaus frei, selbst das Niveau der Debatte etwas anzuheben und die Dinge etwas differenzierter zu betrachten, anstatt immer wieder zu evozieren, die Linken wollten euch am liebsten in den Gulag stecken/Genickschuss verpassen/guillotinieren.

      • „Ich fürchte allerdings, die einzig kostensparende Therapie, die Euch wieder mal einfällt, ist Rübe ab oder Genickschuss.“

        Na jo, die Therapie hat sich ja auch für linke Studenten bewährt:

        RIP Elisabeth Käsemann und Klaus Zieschank.

        • @ petpanther

          „Tut einem in der Seele weh zu was Verblendung führen kann. Hier gleich von mehrfachen Seiten.“

          Du meinst hoffentlich die Verblendung des deutschen Botschafters Kastl, Genschers usw., nicht der Mordopfer ?

        • Natürlich mein ich die Verblendung dieses hinrissig rechten Botschafters Kastl.

          Dann aber auch die von Genscher und co …

          .. und die der RAF …

          … und die der dortigen Militär-Hunta.

          Alles ideologisch dumpfer menschlicher Mist. Links, rechts … etc.

          Der dann zu so etwas führt.

    • @leszek, das ist kulturmarxismus in reinkultur: gleichheitsutopien beschädigen unser bildungssystem. widerwärtig!

      Albert, das ist Unbildung in Reinkultur.

      Die Fieberträume unserer Rechtsausleger hier haben in etwa das gleiche Niveau wie diejenigen der Radikalfeministinnen.

      • @ Nick

        *Hat nichts mit Gleichheitsutopien zu tun.
        Radikalfeministische Frauenprivilegierung ist keine “Gleichheitsutopie”.*

        Die Propagandamanöver unserer Linken hier um ihre heiligen Kühe vom Eis zu kriegen, werden auch immer abenteuerlicher.

        Es wird nichts nützen.

      • Ich würde eher sagen, die der Linksausleger.

        Durch die rote Brille erscheint auch gemässigtes, aber auf Gerechtigkeit und Merit beruhendes blau (wie auch alle anderen Farben) beeits schwarzbräunlich.

        Das ist ja genau die Intolleranz der sich für tolerant haltenden. Gesinnungsdikat.

        Oder mit anderen Worten, das was man auch als Kulturmarxismus bezeichnet.

        Als Kollateral dann auch die Diskriminierung und Anfeindung des WHM.

    • @leszek, feminist.I.nnen sprechen nicht von privilegierung. sie rechtfertigen es mit gleichberechtigung und gleichstellung. sie werden hierbei von linken nach kräften unterstützt. wie du selbst sagtest, ist gleichheit ein hoher politischer wert. jcdenton hat meine ich schlüssig dargelegt, das gerechtigkeit ziel des marxismus ist, wobei man gerechtigkeit in aller regel durch gleichheit zu erreichen versucht. damit ist der begriff kulturmarxismus für kulturzersetzende gleichstellungsmaßnahmen bestens begründet, auch wenn es dir nicht gefällt.

      du musst damit leben lernen, dass gleichheitsutopien gravierende negative konsequenzen haben können. gleichheit ist kein allheilmittel.

      konservativen eine mitschuld an breiviks tat zu geben ist einfach nur peinlich, @leszek. damit ist das thema für mich erledigt.

      • „jcdenton hat meine ich schlüssig dargelegt, das gerechtigkeit ziel des marxismus ist, wobei man gerechtigkeit in aller regel durch gleichheit zu erreichen versucht.“

        Korrektur: Ich habe geschrieben, dass die Linken Gleichheit anstreben, weil für sie Gerechtigkeit und Gleichheit identisch sind.

      • @ albert

        „konservativen eine mitschuld an breiviks tat zu geben ist einfach nur peinlich, @leszek. damit ist das thema für mich erledigt.“

        Zum Zusammenhang von individueller Pathologie und Legitimierungsideologie bei diesem Verbrechen hatte ich ja kürzlich mal einen etwas ausführlicheren Beitrag geschrieben und ich kopiere ihn dir einfach mal hier rein:

        Für das Begehen solcher Verbrechen muss in der Regel von Vornherein eine Persönlichkeitsstörung vorhanden sein – und zwar eine schwere.
        Ich persönlich vermute, dass bei Breivik jene Persönlichkeitsstörung vorliegt, die in der psychoanalytischen Objektbeziehungstheorie als “bösartiger Narzissmus” bzw. “maligner Narzissmus” bezeichnet wird. Dieser Begriff ist von dem bekannten Psychoanalytiker Otto Kernberg kreiiert worden und meint eine Sonderform der narzisstischen Persönlichkeitsstörung, bei der (im Unterschied zur gewöhnlichen narzisstischen Persönlichkeitsstörung) das narzisstische Größenselbst von bösartiger Aggressivität durchdrungen ist (vgl. hierzu Vamik D. Volkan & Gabriele Ast – Spektrum des Narzissmus, S. 92 – 150).

        Das psychoanalytische Konzept des “malignen Narzissmus” weist Ähnlichkeiten zu dem der “sadistischen Persönlichkeitsstörung” auf, das von anderen klinischen Psychologen entwickelt wurde. (Beide Konzepte sind aber bislang noch nicht in die offiziellen klinisch-psychologischen Klassifikationssysteme aufgenommen worden.)
        Genau weiß ich aber natürlich nicht, ob bei Breivik diese Störung vorliegt, es ist Aufgabe von klinischen Psychologen vor Ort die Frage nach der spezifischen Persönlichkeitsstruktur von Breivik zu klären. Eine schwere Persönlichkeitsstörung mit wahrscheinlich narzisstischer Symptomatik erscheint m.E. aber schon sehr wahrscheinlich.

        Otto Kernberg zufolge handelt es sich bei z.B. brutalen Diktatoren oder Massenmördern häufiger um Extremformen dieses Syndroms des “malignen Narzissmus”, es gibt freilich auch weniger schwere Varianten.
        Kernberg grenzt diese Störung von der vollausgeprägten antisozialen Persönlichkeitsstörung, also dem Psychopathen im eigentlichen Sinne, ab. Der maligne Narzissmus liegt demzufolge in psychodynamischer Hinsicht irgendwo zwischen der gewöhnlichen narzisstischen Persönlichkeitsstörung und der antisozialen Persönlichkeitsstörung, ist aber mit keiner von beiden identisch.

        Maligne Narzissten tendieren dazu – ein gewisses Maß an Intelligenz und Bildung voraussgesetzt – Rechtfertigungsideologien für ihre antisozialen Neigungen zu suchen. Sie können z.B. Nazis, religiöse Fundamentalisten oder Satanisten werden oder Anhänger irgendeiner anderen Ideologie, die sich zur Rechtfertigung egozentrischer und antisozialer Neigungen anbietet.

        Es ist im Falle von Breivik daher m.E. anzunehmen, dass er ohnehin zum Gewalttäter, vielleicht auch zum Mörder geworden wäre und dass er – wäre er nicht auf die destruktive konservative/rechte Anti-Kulturmarxismus-Ideologie gestoßen – er sich einer anderen destruktiven Ideologie zugewendet hätte.

        Die Auswahl seiner Opfer freilich ist in diesem konkreten Fall sehr wohl durch die Lügen- und Dämonisierungspropaganda der US-amerikanischen konservativen/rechten Verschwörungsideologen bestimmt worden. Die Menschen, die gestorben sind, wären nicht gestorben, wenn es diese geistigen Brandstifter nicht gäbe.
        Insofern besteht zwischen Breiviks Taten und dieser Ideologie sehr wohl ein enger Zusammenhang und dieser Zusammenhang zwischen persönlicher Psychopathologie und spezifischer Legitimierungsideologie ist auch potentiell einer Analyse zugänglich.

        • @ Leszek

          „Es ist im Falle von Breivik daher m.E. anzunehmen, dass er ohnehin zum Gewalttäter, vielleicht auch zum Mörder geworden wäre und dass er – wäre er nicht auf die destruktive konservative/rechte Anti-Kulturmarxismus-Ideologie gestoßen – er sich einer anderen destruktiven Ideologie zugewendet hätte.“

          Dann hast du ja noch mal Glück gehabt, dass Breivik sich nicht dem Anarchismus oder Sozialismus zugewendet hat.

          „Die Auswahl seiner Opfer freilich ist in diesem konkreten Fall sehr wohl durch die Lügen- und Dämonisierungspropaganda der US-amerikanischen konservativen/rechten Verschwörungsideologen bestimmt worden. Die Menschen, die gestorben sind, wären nicht gestorben, wenn es diese geistigen Brandstifter nicht gäbe.
          Insofern besteht zwischen Breiviks Taten und dieser Ideologie sehr wohl ein enger Zusammenhang und dieser Zusammenhang zwischen persönlicher Psychopathologie und spezifischer Legitimierungsideologie ist auch potentiell einer Analyse zugänglich.“

          Ich bezweifle, dass du diesen Absatz auch im Falle eines anarchistischen oder sozialistischen Breivik geschrieben hättest.

        • @ JC Denton

          „Ich bezweifle, dass du diesen Absatz auch im Falle eines anarchistischen oder sozialistischen Breivik geschrieben hättest.“

          Es gibt einen sehr schönen Text des von mir geschätzten deutsch-jüdischen Anarchisten Gustav Landauer aus dem Jahre 1898 „Die Erdolchung der Kaiserin von Österreich“, der eine lesenswerte kritische Auseinandersetzung mit einem damaligen, von einem anderen Anarchisten begangenen Mord darstellt. (Der Text ist leider offenbar nicht im Netz verfügbar.)
          Der Anarchist Gustav Landauer forderte in diesem Artikel u.a. eine kritische Selbstreflektion über die eigene Propaganda von der damaligen anarchistischen Bewegung angesichts des Verbrechens. Das von anderen Anarchisten zu diesem Thema geäußerte „der Täter war doch psychisch krank“, ließ er nicht gelten.

          Letztendlich ist die angemessene Beantwortung der Frage nach der Mitverantwortung aber natürlich vom jeweiligen Einzelfall und dem entsprechenden Gesamtkontext abhängig.

  5. da fällt mir noch ein, dass vor kurzem @kinch und ein anderer kommentator vom mythos des feministischen einflusses schwadroniert hat. umgekehrt wird ein schuh draus. feminismus wird von der masse der leute nicht wahrgenommen, da er eine top-down strategie verfolgt. das politische establishment in der westlichen welt ist feministisch durchdrungen. staatsfeminismus ist eine zutreffende beschreibung.

  6. Den etablierten Männern dient der Staatsfeminismus die Konkurrenz klein zu halten.

    Sie selbst haben sich nie Diskriminierung aussetzen müssen reüssieren aber mit ihrer „Generösität“. Das ist auch in deutschen Talkshows zu beobachten.

    Dieses Gemauschel, Rechtsbeugung etc. ist aber auch anderswo zu beobachten.

    Mit der Berufung von Susanne Baer als Verfassungsrichterin für Arbeitsrecht ohne juristischen Abschluß, aber aus der feministisch-marxistischen Kaderschmiede, schließt sich der Kreis. Die anderen Verfassungsrichter sind ohnehin auch kein Bollwerk mehr für Recht und Gesetz.

    Es scheint eine Top-Down Korruption zu laufen. Angefangen mit der Groko und der EC. Alles ziemlich willkürlich lobbyistisch und pöstchenschschachernd durchseucht. Reinste Klientelpolitik.

    Das geht nur solange gut, solange sich vor allem die jungen Männer weiterhin verarschen lassen. Die jungen Frauen scheinen mehrheitlich das minderleistungsfördernde aber Respekt erzwingende Unterhaltsprinzip mit der Muttermilch aufgesogen zu haben.

    Es erscheint fast so als ob alles was heutzutage mit Frauen zusammenhängt grösstenteils auf (Lebens)lügen beruht. Absichtlich. Die sogenannte PC. Eine Herrschaftsform.

    Viele passen sich, weil ohne das Lebensmotivation svhwierig wird. Da ja alles zur Lüge wird.

    Das ist eigentlich das Kennzeichen von totalitären Staaten. Insbesondere des Kommunismus, weil der versucht mit Demütigungen durch eigentlich offensichtliche Verdrehungen Menschen zu brechen.

        • @Adrian

          Vielleicht reichts heute schon Homo zu sein als Quali.

          Ist doch gar nicht so schlecht für die, die davon nutznießen.

          Zu den pimmeltragenden gehörst du ja auch. Zu den Dummschwätzern wirst du dich natürlich nicht zählen, wenn du so etwas äußerst.

        • @ petpanther
          „Vielleicht reichts heute schon Homo zu sein als Quali.“

          Nein, das reicht nicht! Die Baer hat zwei Staatsexamen, sie ist Volljurist, hat Abschlüsse in Rechts- und Politikwissenschaften. Das ist eine für ein Richteramt völlig ausreichende Ausbildung. Ich würde kein Bundesverfassungsrichter werden können, trotz meiner „Qualifikation“ als Homo. Kapierst Du das?

          Und: Was qualifiziert Dich eigentlich, die Ausbildung der Baer als „Propagandawissenschaften“ abzutun?

          Man, kein Wunder, dass fast alle Maskulisten für Deppen halten.

        • @Christian

          Mag sein.

          Warum der sich dann für so etwas hergibt erschließt sich mir nicht.

          Bin jetzt kein juristischer Experte, aber es ist doch augenfällig.

          So nimmt es dann auch anderweitig seinen Lauf. Und alles dann schön legitimiert angestrichen.

          Kritik wird nicht wirklich zugelassen. Nicht „progressiv“ oder vermeintlich rückwärtsgewandte party pooper. Man möchte halt modern erscheinen.

          Bisserl Totalität, Mauschelei, … wenn es denn um die vermeintlich gute Sache geht.

          Bei mir schlägt das als Korruption auf. Politisch unkorrekt … und manchmal sogar als „populistisch“ verunglimpft, obwohl eben politisch unkorrekt nicht ins Schema passend …

          … unpopulär also. Unpopulistisch wäre dann treffender.

        • @Adrian

          Ich glaub halt nicht an alle Märchen, die man versucht mir weißzumachen.

          Deppen sind für mich z.B. und u.a. Menschen, die das aus opportunistischen Gründen unhinterfragt tun.

        • „Warum der sich dann für so etwas hergibt erschließt sich mir nicht.“

          Schlink war Gutachter für Baers Habilitationsschrift mit folgendem Titel:
          „“Der Bürger“ im Verwaltungsrecht zwischen Obrigkeit und aktivierendem Staat “

          Schlimm! Wie kann man sich nur für so etwas hergeben???

        • „Ich glaub halt nicht an alle Märchen, die man versucht mir weißzumachen.“

          Mit anderen Worten: Du hast keine Ahnung wovon Du redest, schwatzt aber trotzdem darauf los, und hälst nur das für richtig, was Deiner eigenen Meinung entspricht.

        • Alles was Baer macht ist feministisch ideologisch ausgerichtet. Sie selbst bezeichnet es als „feministische Rechtswissenschaft“. Ihre Dissertation ist genauso gehalten.

          Ich halte nichts von ideologischer Wissenschaft. Das ist keine sondern nur Politpropaganda, die Wissenschaft mißbraucht. Feministisch oder nicht.

          Es ist auch mehr als nur Scharlatanerie.

        • Baer ist Richterin am BVerfG geworden, obwohl sie vorher nie das Richteramt ausgeübt hat. Das zeigt schon, das es bei ihrer Nominierung auf fachliche Qualifikation nicht so ankam.

  7. @ petpanther

    „Mit der Berufung von Susanne Baer als Verfassungsrichterin für Arbeitsrecht ohne juristischen Abschluß, aber aus der feministisch-marxistischen Kaderschmiede, schließt sich der Kreis.“

    Und, Petpanther, wirst du uns jetzt zur Abwechslung mal Belege für den behaupteten feministisch-marxistischen Einfluss nennen?

    Ich habe übrigens gegen ECHTEN traditionellen marxistischen Feminismus nichts einzuwenden. Der traditionelle marxistische Feminismus der ersten Welle der Frauenbewegung war in der Regel männerfreundlich.

    „Insbesondere des Kommunismus,“

    Kommunismus bedeutet ein Wirtschaftssystem auf der Grundlage der Prinzipien „Jeder nach seinen Fähigkeiten, jedem nach seinen Bedürfnissen“ zu organisieren.“

    Es gibt übrigens auch den radikaldemokratischen Anarcho-Kommunismus und Rätekommunismus – beide sind mir sehr sympathisch (auch wenn ich ihnen nicht direkt anhänge).

      • @ petpanther

        „Das dir, Leszek, der Kommunismus sympathisch ist, machst du uns ja ausführlichst immer mehr als bekannt.“

        Mir sind alle Strömungen des freiheitlichen, antiautoritären Sozialismus sympathisch

        http://en.wikipedia.org/wiki/Libertarian_socialism

        – egal ob anarchistisch, marxistisch, syndikalistisch oder was auch immer.

        Ich selbst bin allerdings Anarchist, kein libertärer Marxist.
        Und zwar ziehe ich den kollektivistischen Anarchismus dem Anarcho-Kommunismus vor, weil ich das anarcho-kommunistische Gesellschaftsmodell für komplexere Gesellschaften nicht für angemessen halte. Davon abgesehen stimme ich allerdings überwiegend mit der Weltsicht der Anarcho-Kommunisten überein.

        • @Leszek

          „Und zwar ziehe ich den kollektivistischen Anarchismus dem Anarcho-Kommunismus vor, weil ich das anarcho-kommunistische Gesellschaftsmodell für komplexere Gesellschaften nicht für angemessen halte.“

          Interessant. In wie weit berücksichtigt das Modell des kollektivistischen Anarchismus weibliche und männliche Instinktpositionen, wie sie auch im Schwarzen Block zu beobachten sind?

        • @ Revolte

          „Interessant. In wie weit berücksichtigt das Modell des kollektivistischen Anarchismus weibliche und männliche Instinktpositionen, wie sie auch im Schwarzen Block zu beobachten sind?“

          Es ist kein zentrales Thema im kollektivistischen Anarchismus.

          Karl Marx anarchistischer Gegenspieler Michael Bakunin, der Begründer des kollektivistischen Anarchismus, war – zu Recht – ein Anhänger der Gleichberechtigung der Frau.
          Er wendete sich jedoch gegen den Versuch einer künstlichen „Gleichmachung“ aller Menschen (einschließlich der Geschlechter).
          Er bejahte ein an Menschenrechten und (direkter) Demokratie ausgerichtetetes säkulares kulturelles Wertesystem sowie eine entsprechende Rechtsordnung als Voraussetzung für das gesellschaftliche Zusammenleben sowie eine direktdemokratische Vergesellschaftung des politischen und ökonomischen Teilsystems der Gesellschaft.
          Darüber hinaus lehnte er Einschränkungen der persönlichen Freiheit ab, akzeptiere also die sich daraus ergebenden Formen von Gruppenbildungen und gesellschaftlichen Mustern.
          Ich würde daher schon sagen, dass der Grundsatz „Gleichberechtigung – nicht Gleichstellung“ in Bezug auf geschlechtsbezogene Themen mit dem kollektivistischen Anarchismus vereinbar ist.

        • @Leszek

          Freiheit, antiautoritär etc. und Sozialismus schließen sich gegenseitig aus.

          Sozialistische Gleichstellung gilt immer für die, die gerad in die per Definitionsdeklaration Gesinnung fallen. Die sind dann „verdient“ gleicher als gleich. Und die anderen müssen dann und sogar „positiv“(!) diskriminiert werden. Immer im Sinne der „guten Absichten“ des (Sowjet)Apparats.

          Wie heute schon in großen Zügen top-down realisiert.

          Libertäres Denken mit humanistisch freiheitlicher Grundlage ist da Heresie. Wahrheit und Logik auch.

        • „Es ist kein zentrales Thema im kollektivistischen Anarchismus.“

          Wie ist das vor dem Hintergrund paternalistischer damit Herrschaftsstrukturen aufgrund von Instinktpositionen zu erklären, wenn diese doch aufgelöst werden sollen? Und wie ist die Ablehnung persönlicher Einschränkung zu rechtfertigen, wenn die jeweiligen Instinktpositionen wertkonservative Hierarchien perpetuieren?
          Das funktioniert doch hinten und vorne nicht.

        • @ Revolte

          Der libertäre Sozialismus geht in seinem Menschenbild von einer Natur des Menschen aus.
          Er glaubt, dass evolutionär-psychologische Dispositionen, die zum Machtmißbrauch verleiten können, existieren. Er leugnet diese dunkle Seite der Natur des Menschen nicht.

          U.a. um diese Aspekte der menschlichen Natur in Schach zu halten, werden basisdemokratische Organisationsformen bevorzugt.
          Repräsentanten unterliegen einem imperativen Mandat, bleiben der Basis gegenüber also weisungsgebunden und können potentiell jederzeit abgesetzt werden:

          http://de.wikipedia.org/wiki/Imperatives_Mandat

        • @Leszek

          „Er glaubt, dass evolutionär-psychologische Dispositionen, die zum Machtmißbrauch verleiten können, existieren.“

          Wie ich bereits sagte, Instinktpositionen bei gleichzeitiger Ablehnung der Einschränkung persönlicher Freiheit sind unvereinbar. Insofern noch keine Antwort auf meine Fragen, Leszek.

        • @ Denton

          *Basisdemokratie ist anstrengend und zeitraubend, auf Dauer machen da nur wenige mit. Ergebnis siehe oben.*

          Zumal auch Basisdemokratie mit einer Basis arbeiten muss, die in sich ungleich ist.

          In jeder Basis gibt es Klügere und Dümmere und keine Basisdemokratie kann somit verhindern, dass die klugen Egoisten die dummen Egoisten über den Tisch ziehen.

          Ja, und am Ende haben wir dann die Oligarchie der Klugen.

          Mal eher links gestrickt (Egoisten, die via Staat ihren Egoismus bedient sehen wollen, indem sie den Steuerzahler ausplündern), mal eher rechts gestrickt (Egoisten, die ihren Egoismus via Privatwirtschaft frönen – die historische Erfahrung zeigt, dass das diejenigen Egoisten sind, die, wenn sie von links in Schach gehalten werden, noch einigermaßen produktiv sein können für die Allgemeinheit.

          Ein Beweis, der bei linken Etatisten noch aussteht.

          Und @ Leszek, Dein ständiges Verweisen auf 3 Jahre anarchosyndikalistischer Land- und Industriekommunen unter Bürgerkriegsbedingungen in Spanien, das auch noch und nur in Gebieten, die ideologisch „bereinigt“ worden waren (die Gegner des Anarchosyndikalismus wurden vertrieben oder umgebracht, also etwa Leute wie ich hatten dort keinen Platz), beweist nur, dass ich anarchosyndikalistisch auf Verschleiß wirtschaften kann, wenn ich etwaige Enttäuschungen mit dem Verweis auf den ja leider noch ausstehenden Endsieg abfangen kann.

          Entfällt das und die Menschen sind immer noch enttäuscht – was dann?

          Gibt es eigentlich heute großflächige Versuche anarchosyndikalistischen Wirtschaftens, wo jemand wie ich die Erfolge dieser in meinen Augen spinnerten, weil den Menschen in seiner Natur verfehlenden Ideologie besichtigen kann?

          Wenn nein, warum nicht?

          Wenn es im Spanischen Bürgerkrieg möglich war, warum nicht unter Friedensbedingungen in einer realativ toleranten Demokratie?

          Vielleicht weil hier die Voraussetzung (gewaltsame Flurbereinigung durch Vetreibung/Ermordung von Dissidenten) nicht so einfach zu schaffen ist?

        • @ JC Denton

          „Basisdemokratie ist anstrengend und zeitraubend,“

          Darum ja auch der föderalistische Gesellschaftsaufbau von unten nach oben und das imperative Mandat.

          Letztendlich sollen alle Bürger die Möglichkeit haben, dort mitzuentscheiden, wo sie selbst potentiell mitbetroffen sind.
          Die Idealvorstellung ist: Was alle angeht, darüber sollen alle mitentscheiden.
          Was nur Einige oder Wenige angeht, darüber sollen diese einigen oder wenigen Leute mitentscheiden.
          Was nur einen selbst etwas angeht, darüber soll man selbst entscheiden.

          Imperatives Mandat bedeutet ja nicht, dass ALLE Entscheidungen immer nur von der Basis getroffen würden, die Basis somit ständig überlastet, die Repräsentanten selbst gar keinen eigenen Spielraum hätten.
          Nicht alle Entscheidungen, nur die wichtigsten müssen von der Basis getroffen werden. Aber in letzter Instanz muss die demokratische Kontrolle stets bei der Basis bleiben.

          Wahrscheinlich ist, dass in einem solchen Gesellschaftssystem sich ein gewisser „harter Kern“ informierter und engagieter Bürger herausbilden würde, die regelmäßig an den meisten Abstimmungen auf den jeweiligen Ebenen teilnehmen würden, während andere Teile der Bevölkerung ihre Teilnahme von der jeweiligen Wichtigkeit des anstehenden Themas für sie abhängig machen würden.

          „Was hälst du eigentlich hiervon?“

          Ein wichtiges Standardwerk der Organisationssoziologie, dem wir libertäre Sozialisten aber in seiner letztendlichen Schlussfolgerung natürlich nicht zustimmen.
          Man muss seine Teilwahrheiten aber berücksichtigen.

        • @ Roslin

          „In jeder Basis gibt es Klügere und Dümmere und keine Basisdemokratie kann somit verhindern, dass die klugen Egoisten die dummen Egoisten über den Tisch ziehen.“

          Ein triviales Argument, da diese Gefahr in jede Form von Demokratie besteht. In nicht-demokratischen Gesellschaften ist diese Gefahr allerdings noch weitaus größer.

          „das auch noch und nur in Gebieten, die ideologisch “bereinigt” worden waren (die Gegner des Anarchosyndikalismus wurden vertrieben oder umgebracht, also etwa Leute wie ich hatten dort keinen Platz),“

          Ist Blödsinn.
          Weder in den Städten, noch in den Dörfern bestand die gesamte Bevölkerung ausschließlich aus überzeugten Anarchisten.

        • @ revolte

          „Wie ich bereits sagte, Instinktpositionen bei gleichzeitiger Ablehnung der Einschränkung persönlicher Freiheit sind unvereinbar. Insofern noch keine Antwort auf meine Fragen, Leszek.“

          Die persönliche Freiheit gilt für die Freiheit der persönlichen Lebensgestaltung und die Freiheit der basisdemokratisch-partizipatorischen Mitgestaltung der Gesellschaft und findet ihre Grenze in den Rechten und Freiheiten der anderen Gesellschaftsmitglieder sowie in den direktdemokratischen Organisationsformen und der Rechtsordnung.

          Eine SCHRANKENLOSE persönliche Freiheit ist im libertären Sozialismus nicht vorgesehen, da dies ein gesellschaftliches Zusammenleben unmöglich machen würde.

        • „Eine SCHRANKENLOSE persönliche Freiheit ist im libertären Sozialismus nicht vorgesehen…“

          Oben war noch die Rede vom kollektivistischen Anarchismus vs. Anarcho-Kommunismus.
          Wie wärs mit libertärkollektivistischen Anarchosozialismus, der wiederum dem Anarcho-Kommunismus vorzuziehen sei, weil für komplexere Gesellschaften nicht für angemessen?

          Monty Python hat das bereits vor Jahrzehnten sehr anschaulich mit Slam-Poetry zusammengefasst:

        • @ Revolte

          „Oben war noch die Rede vom kollektivistischen Anarchismus vs. Anarcho-Kommunismus.“

          Richtig. Die unterscheiden sich u.a. dadurch, dass es im kollektivistischen Anarchismus relative Lohnunterschiede gibt, dafür aber das Erbrecht eingeschränkt werden soll.

          „Wie wärs mit libertärkollektivistischen Anarchosozialismus, der wiederum dem Anarcho-Kommunismus vorzuziehen sei, weil für komplexere Gesellschaften nicht für angemessen?“

          Wenn du an ernsthaften Beiträgen nicht interessiert bist, schlage ich einfach vor, du lässt es bleiben.

          „Monty Python hat das bereits vor Jahrzehnten sehr anschaulich mit Slam-Poetry zusammengefasst:“

          Ja, ja – hierbei handelt es sich allerdings gar nicht wirklich um Anarcho-Syndikalismus, sondern um kommunitären Anarchismus. Monthy Python haben da wohl was verwechselt.
          (In rein inhaltlicher Hinsicht hat der dort dargestellte Anarchist trotzdem gegenüber dem König im Wesentlichen Recht.)

        • @Leszek

          „Monthy Python haben da wohl was verwechselt.“

          Wo doch die Unterschiede deutlicher kaum sein können. 😉

          „In rein inhaltlicher Hinsicht hat der dort dargestellte Anarchist trotzdem gegenüber dem König im Wesentlichen Recht.“

          Sorry, Leszek, aber Dogmatiker in ihrem Bedürfnis Recht zu haben und ums verrecken zu behalten, sind mir aus jahrzehntelangem DDR-Alttag sattsam bekannt.

        • @ Leszek

          „Imperatives Mandat bedeutet ja nicht, dass ALLE Entscheidungen immer nur von der Basis getroffen würden, die Basis somit ständig überlastet, die Repräsentanten selbst gar keinen eigenen Spielraum hätten.
          Nicht alle Entscheidungen, nur die wichtigsten müssen von der Basis getroffen werden. Aber in letzter Instanz muss die demokratische Kontrolle stets bei der Basis bleiben. “

          Dein Ideal scheint das politische System der Schweiz zu sein, nur mit imperativem Mandat und ohne Staat. Wer entscheidet eigentlich, welche Güter die anarchistische Genossenschaft produziert und wer diese erhält, die oberste anarchistische Volksvertretung oder die Genossenschaft selbst?

          „Ein wichtiges Standardwerk der Organisationssoziologie, dem wir libertäre Sozialisten aber in seiner letztendlichen Schlussfolgerung natürlich nicht zustimmen.
          Man muss seine Teilwahrheiten aber berücksichtigen.“

          Und die wären?

          Hier noch was zu den spanischen Anarchisten:
          http://econlog.econlib.org/archives/2009/11/how_the_economy.html

        • @ Revolte

          „Sorry, Leszek, aber Dogmatiker in ihrem Bedürfnis Recht zu haben und ums verrecken zu behalten, sind mir aus jahrzehntelangem DDR-Alttag sattsam bekannt.“

          Entsprechend flach fällt ja auch deine Argumentation aus.
          Solltest es einfach mal mit Argumenten probieren anstatt mit Phrasen.

          Ich schlage vor, bis du das gelernt hast, nervst du einfach jemand anderen.

        • @ JC Denton

          „Wer entscheidet eigentlich, welche Güter die anarchistische Genossenschaft produziert und wer diese erhält, die oberste anarchistische Volksvertretung oder die Genossenschaft selbst?“

          Es gibt zu Produktion und Verteilung im libertären Sozialismus unterschiedliche Modelle, die ich aber jetzt nicht die Zeit habe einzeln darzustellen.
          Über die Produktion entscheidet je nach Modell die Genossenschaft (einfache Kollektivierung), die übergreifende anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsorganisation (Syndikalisierung) oder die Kommune (Kommunalisierung) oder eine höhere Einheit, wobei auch hier wieder imperative Mandate eine Rolle spielen können, solange in letzter Instanz die direkte Demokratie gewahrt bleibt.

          „Und die wären?“

          Es gibt eine Tendenz zur Oligarchisierung in Organisationen. Man muss dies bewusst mitreflektieren und in die organisationssoziologischen Überlegungen miteinbeziehen, so dass im Idealfall die Fähigkeiten und Qualifikationen von Führungspersonen optimal genutzt werden können, sie aber dennoch in letzter Instanz unter basisdemokratischer Kontrolle verbleiben.
          Ich würde daher nicht wie Michels von einem „ehernen Gesetz der Oligarchie“ sprechen, lediglich von einer stets vorhandenen Tendenz, die organisationssoziologisch miteinkalkuliert werden muss.

        • @Leszek

          „Solltest es einfach mal mit Argumenten probieren anstatt mit Phrasen.“

          Da müsstest du allerdings erstmal ÜBERZEUGEND darlegen, wie innerhalb deines Anarchosyndikalismus die persönliche Freiheit tatsächlich in ausreichendem Maße gewährleistet ist, statt mit Verweis auf konservative bzw. chauvinistische Instinktpositionen totalitäre Strukturen vom Kaliber DDR zu entwickeln. Letztere ist schließlich mit der gleichen Vision von einer DEMOKRATISCHEN Gesellschaft in der jeder nach seinen Bedürfnissen und Fähigkeiten hätte leben können sollen, angetreten.

          Aber so arrogant, wie du persönliche Erfahrungen mit linkstotalitären Systemen vom Tisch fegst, ist deine Haltung bzgl. herrschaftsfreier Diskurs ja ohnehin deutlich geworden.

        • @ Leszek

          „Über die Produktion entscheidet je nach Modell die Genossenschaft (einfache Kollektivierung), die übergreifende anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsorganisation (Syndikalisierung) oder die Kommune (Kommunalisierung) oder eine höhere Einheit, wobei auch hier wieder imperative Mandate eine Rolle spielen können, solange in letzter Instanz die direkte Demokratie gewahrt bleibt. “

          Ich würde gerne deiner Meinung dazu hören. Zentralverwaltungswirtschaft: ja oder nein? Soll das anarchistische Gesamtkollektiv Löhne und Preise festsetzen? Was passiert, wenn eine Genossenschaft nicht den Vorgaben von oben oder einer direktdemokratischen Abstimmung aller Genossenschaften folgen will?

        • @ Leszek

          *Ein triviales Argument, da diese Gefahr in jede Form von Demokratie besteht. In nicht-demokratischen Gesellschaften ist diese Gefahr allerdings noch weitaus größer.*

          Keineswegs trivial.

          Daraus folgt, dass alle Demokratien mehr oder weniger gut getarnte Oligarchien sind, wahre Demokratie gar nicht möglich ist.

          *Ist Blödsinn.
          Weder in den Städten, noch in den Dörfern bestand die gesamte Bevölkerung ausschließlich aus überzeugten Anarchisten.*

          Wie wurde denn dann die Mehrheit gesichert?

          Warum war sie damals vorhanden, heute aber offenbar nicht mehr?

          Warum scheint sie überhaupt nirgendwo (mehr?) vorhanden zu sein?

          Wo kann ich denn nun das Funktionieren des Anarchosyndikalismus im Alltag bewundern?

          Behaupten kannst Du viel, Empirie ist mir lieber.

          Das also ist Blödsinn?

          *During the first weeks of the war, courts of law were replaced by revolutionary tribunals. Extrajudicial killings by militants and vigilantes soon followed.

          „Everybody created his own justice and administered it himself…Some used to call this ‚taking a person for a ride‘ [paseo] but I maintain that it was justice administered directly by the people in the complete absence of the regular judicial bodies.“
          — Juan García Oliver, Anarchist minister of justice, 1936[4]

          During the initial fighting several thousand individuals were murdered by anarchist and socialist militants based on their assumed political allegiance and social class.

          „We do not wish to deny that the nineteenth of July brought with it an overflowing of passions and abuses, a natural phenomenon of the transfer of power from the hands of privileged to the hands of the people. It is possible that our victory resulted in the death by violence of four or five thousand inhabitants of Catalonia who were listed as rightists and were linked to political or ecclesiastical reaction.“
          — Diego Abad de Santillan, editor of Solidaridad Obrera[5]

          Because of its role as a leading supporter of conservatism, the Catholic Church came under attack throughout the region, church buildings were burned or taken over by the CNT and turned into warehouses or put to other secular uses. Thousands of members of the Catholic clergy were killed and tortured and many more fled the country or sought refuge in foreign embassies.[6]

          Antony Beevor estimates the total number of people killed in Catalonia in the summer and autumn of 1936 at 8,352 (out of a total of 38,000 victims of the Red Terror in all of Spain).[7]*

          http://en.wikipedia.org/wiki/Revolutionary_Catalonia

          Leszek, bisher hielt ich Dich ja wenigstens noch für ehrlich, wenn auch für verblendet.

          8352 Menschen ermordet.

          Wieviele mögen da wohl geflohen sein?

          Klar, dass die, die blieben, mehrheitlich für den Anarchosyndikallsmus waren.

          Hätten sich auch mal unterstehen sollen.

        • @ JC Denton

          „Ich würde gerne deiner Meinung dazu hören. Zentralverwaltungswirtschaft: ja oder nein?“

          Die klassischen anarchistischen Modelle gehen oft von einer dezentralen (Selbst-)Verwaltungswirtschaft aus, die über Föderationsräte vernetzt wird.

          „Soll das anarchistische Gesamtkollektiv Löhne und Preise festsetzen?“

          In klassisch anarchistischen Modellen war vorgesehen, dass jede Kommune das für sich entscheiden kann.
          Ist von den Bürgern/Arbeitern mehr Vereinheitlichung gewünscht bzw. ist diese funktional sinnvoll, kann dies koordiniert durch mit imperativem Mandat versehene Föderationsräte umgesetzt werden.

          In den anarchistisch kontrollierten Regionen Spaniens ist dies zur Zeit der spanischen Revolution auch tatsächlich so umgesetzt worden, was viele interessante lokale und regionale Experimente nach sich zog, die noch heute in an Selbstverwaltung und Basisdemokratie interessierten sozialwissenschaftlichen Kreisen ausgewertet werden.

          „Was passiert, wenn eine Genossenschaft nicht den Vorgaben von oben oder einer direktdemokratischen Abstimmung aller Genossenschaften folgen will?“

          Handelt es sich um ein libertär-mutualistisches Modell kann die Genossenschaft das handhaben wie sie will, wurden die Betriebe hingegen syndikalisiert oder kommunalisiert, muss sie dem Willen der Mehrheit der Arbeiter oder Bürger Folge leisten. Im Falle einer Weigerung würde sie dazu gezwungen.

        • @ Leszek

          Alles schön und gut, aber welches Modell willst du nun persönlich umsetzen? Ich kann mir kaum vorstellen, dass du keine eigene Meinung dazu hast.

        • @ Denton

          *Hier noch was zu den spanischen Anarchisten:
          http://econlog.econlib.org/archives/2009/11/how_the_economy.html *

          Danke für den Hinweis.

          So ungefähr habe ich mir die Zustände im spanischen Anarchosyndikalistenparadies vorgestellt.

          Caplans Fazit:

          *Anarcho-socialists often point to the Spanish Civil War as a wonderfully informative social experiment. They’re right, but only because the facts proved their theories horribly wrong.*

        • @ Roslin

          Ich bestreite doch nicht, dass es zu Morden kam – die allerdings nicht nur von Anarchisten, sondern von allen am Bürgerkrieg teilnehmenden Gruppierungen ausgingen.

          Ich hatte in der Vergangenheit sogar schon einmal einen Vortrag über den Forschungsstand zu den Hintergründen und aktuellen Forschungsbefunden zur Ermordung von Angehörigen der katholischen Kirche im Spanischen Bürgerkrieg auf diesem Blog verlinkt.

          Kann in diesem Strang hier nachgelesen werden:

          https://allesevolution.wordpress.com/2012/10/16/hauptwiderspruch-nebenwiderspruch-und-feminismus/

          Trotzdem ist deine Behauptung falsch, alle mit anderer Meinung seien vertrieben oder ermordet worden.
          Die Morde betrafen überwiegend Personen, von denen – ob zu Recht oder Unrecht – unmittelbare Gefahr für die soziale Revolution und den Erfolg im Bürgerkrieg erwartet wurde: militante Franco-Anhänger, Mitglieder der Guardia Civil oder solche Angehörige der katholischen Kirche, die in den unteren sozialen Schichten der spanischen Bevölkerung verhasst waren und als Ideologen der herrschenden Klasse galten.

          Trotzdem gab es sowohl in den Dörfern als auch in den Städten Leute mit anderer Meinung.
          In den Dörfern gab es z.B. die sogenannten „Individualisten“, die gegen die Kollektivierungen votierten und in Städten wie Barcelona gab es natürlich Anhänger aller möglichen politischen Richtungen.

          Zu den Morden kam es nicht, einfach weil hier Personen einer anderen Meinung waren, sondern weil bestimmte Leute als besonders gefährlich im militanten oder im ideologischen Sinne für die unmittelbaren Anliegen der sozialen Revolution und den Erfolg im Bürgerkrieg gesehen wurden.

          Es versteht sich von selbst, dass jede von Anarchisten damals begangene Menschenrechtsverletzung eine zuviel war.

        • http://econlog.econlib.org/archives/2009/11/how_the_economy.html *

          Das ist natürlich ein reiner anti-anarchistischer neoliberaler Propagandatext.
          Den „Betriebsegoismus“ gab es anfangs in den städtischen Gebieten. Ihm wurde dann durch Eingriff der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft entgegengewirkt.

          Ein großer Teil der Landbevölkerung war stark von anarchistischen Ideen beeinflusst. Dass es in Einzelfällen zu Druck seitens anarchistischer Gruppen hinsichtlicher der Kollektivierung gekommen ist, mag sein, die Regel war dies allerdings keineswegs.

          Eine fundiertere Darstellung auf Basis des tatsächlichen Forschungsstandes findet sich z.B. in folgenden Büchern:

          Walther L. Bernecker – Anarchismus und Bürgerkrieg: Zur Geschichte der Sozialen Revolution in Spanien 1936-1939

          http://www.amazon.de/Anarchismus-B%C3%BCrgerkrieg-Geschichte-Revolution-1936-1939/dp/3939045039/ref=sr_1_2?s=books&ie=UTF8&qid=1402767393&sr=1-2&keywords=Bernecker+anarchismus+und+B%C3%BCrgerkrieg

          Heleno Saña – Die libertäre Revolution. Die Anarchisten im Spanischen Bürgerkrieg

          http://www.amazon.de/libert%C3%A4re-Revolution-Anarchisten-Spanischen-B%C3%BCrgerkrieg/dp/3894013788/ref=sr_1_4?s=books&ie=UTF8&qid=1402767475&sr=1-4&keywords=anarchisten+B%C3%BCrgerkrieg

        • @ Leszek

          Du behauptest also, es sei damals, 1936 ff. möglich gewesen, in weiten Teilen Kataloniens friedlich-schiedlich eine anarchosyndikatlistische Mehrheit zu organisieren?

          Warum ist das heute nicht möglich?

          Was hat sich denn geändert?

          Warum scheint es nirgendwo auf der Welt möglich zu sein oder kennst Du ein Dorf/Ex-LPG in der Bundesrepublik, die Anarchosyndikalismus praktiziert?

          Warum scheint das niemand zu tun, wenn 1936 ff., angeblich ohne Gewalt, weite Teile Kataloniens überzeugt werden konnten von der Güte der Idee?

          Gibt es denn heute wenistens ein Dorf in Katalonien mit anarchosyndikalistischer Mehrheit, nur eines?

          Oder fehlt der überzeugende „Nachdruck“, den man 1936 im Schatten des Bürgerkrieges anwenden konnte?

          Dass die Gewalt von beiden Seiten ausging, ist unbestritten, dass die Rechte hier die aktivere, verheerendere Rolle spielte auch (in Spanien! Wo sie glaubte, eine Entwicklung wie in Russland verhindern zu müssen. Dort waren ja 1936 schon ca. 9 Mio. Menschen dank bolschewistischer Sterbehilfe zu Tode gekommen, dagegen waren ja Mussolini und Hitler 1936 noch Waisenknaben).

          Es erstaunt aber denn doch, wenn die Mehrheit ohne Gewaltanwendung errungen worden sein sollte, dass das heute offenbar nicht mehr gelingen mag.

          Was mich vermuten lässt, dass auch damals Gewalt conditio sine qua non war für die anarchosyndikalistische Machtübernahme.

          Denn überzeugend in der Theorie ist das Konzept für mich nicht.

          War es wohl auch damals für viele nicht.

        • Auch hier wieder, Leszek: Es tut mir leid, mir fehlt das Vertrauen in eine linksversiffte Geisteswissenschaft

          Soweit ich sehen kann, ist der Graswurzelrevolutionsverlag Teil der anarchistischen Bewegung

          http://de.wikipedia.org/wiki/Graswurzelrevolution

          Würde der einen Kritiker des spanischen Anarchismus verlegen oder liegt da nicht die Vermutung nahe, dass seine Autoren so parteiisch proanarchistisch sind wie, nach Deinem Vorhalt, Caplans Quellen antianarchistisch?

          Wie parteilich ist denn hier wieder einmal die jeweilige Geistes“wissenschaft“?

          Auch Heleno Sana ist ja nicht unparteiisch, trotz aller Kritik, die er offenbar am Anarchosyndikalismus geübt hat.

          *Sana verschweigt nicht die Fehler und Versäumnisse der spanischen Anarchisten, doch aus seiner Parteilichkeit macht er von Anfang an keinen Hehl. Bereits in seiner Einführung schreibt Sana:

          „Gerade wegen meiner bejahenden Einstellung zur spanischen Revolution und meiner persönlichen Verbundenheit mit ihr bin ich moralisch verpflichtet, nicht nur ihre positiven Seiten in Betracht zu ziehen. Nicht nur die Geschichte der Sozialdemokratie und des Kommunismus ist voll von dunklen, unehrenhaften Kapiteln; auch der Anarchosyndikalismus hat ausreichend Gründe, um auf seine Vergangenheit kritisch bis äußerst kritisch zurückzublicken.“*

          http://www.deutschlandfunk.de/heleno-sana-die-libertaere-revolution-die-anarchisten-im.730.de.html?dram:article_id=101668

        • @ Roslin

          Das Buch des bekannten Historikers für spanische Geschichte Walther L. Bernecker ist im Graswurzel-Verlag neu aufgelegt worden, war zuvor in einem anderen Verlag erschienen und beide genannten Bücher sind nicht unkritisch, Walther L. Bernecker ist sogar noch kritischer als Heleno Sana.

          Mit Geschwätz über „linksversiffte“ Wissenschaft braucht du mir selbstverständlich nicht zu kommen.
          Gute Wissenschaft ist auch dann gute Wissenschaft, wenn der Wissenschaftlicher eine linke politische Weltsicht hat, schlechte Wissenschaft ist auch dann schlechte Wissenschaft, wenn der Wissenschaftler eine konservative Weltsicht hat.
          Und umgekehrt ebenso.

          Für dich mag das anders sein, aber diese Einstellung hat nichts mit Wissenschaft zu tun.

        • @ Leszek

          „Das ist natürlich ein reiner anti-anarchistischer neoliberaler Propagandatext.“

          Natürlich, was denn sonst? 🙂 Der Autor Bryan Caplan ist zwar Anarchist und kein Neoliberaler, aber das muss dich ja nicht weiter stören. 😉

          „Den “Betriebsegoismus” gab es anfangs in den städtischen Gebieten. Ihm wurde dann durch Eingriff der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft entgegengewirkt. “

          Ist „Betriebsegoismus“ zulässig oder nicht? Wenn nicht, darf er mittels Gewalteinsatz gebrochen werden?

        • @ Leszek

          *Für dich mag das anders sein, aber diese Einstellung hat nichts mit Wissenschaft zu tun.*

          Nein, für mich ist das nicht anders. Aber ich weiß, dass es für weite Teile der linksversifften Geisteswissenschaften im Westen anders ist.

          Weshalb ich jeden Respekt vor ihnen verloren habe, ihnen kein Stück mehr traue.

          Auch Dir übrigens nicht.

          Parteiische Quellenauswahl, einseitige Rezeption, einseitige Interpretation der nicht ausgeblendeten Fakten, das sind die Mittel der Wahl, ideologiekonforme Geisteswissenschaft zu betreiben und dann bitte fleißig durch Gleichgesinnte zitieren lassen.

          So entsteht ein durchideologisierter Wissencorpus, der der Gleichgesinnten.

          Und für Gleichgesinnung sorgt der McCarthyismus von links seit Jahrzehnten

          Linke haben sich totgesiegt.

          Immer mehr nehmen Euch nicht mehr ernst, ich ganz bestimmt nicht.

        • @ JC Denton

          „Der Autor Bryan Caplan ist zwar Anarchist und kein Neoliberaler, aber das muss dich ja nicht weiter stören.“

          Er ist kein Anarchist, sondern „Anarcho“-Kapitalist, also ein Neoliberaler.
          Wir erkennen sogenannte „Anarcho“-Kapitalisten leider nicht als Anarchisten an. Bedaure, dies musste ich auch Adrian schonmal mitteilen. 🙂

          „Ist “Betriebsegoismus” zulässig oder nicht? Wenn nicht, darf er mittels Gewalteinsatz gebrochen werden?“

          Im libertär- mutualistischen Modell ist er zulässig, im anarcho-kollektivistischen sowie im anarcho-kommunistischen, anarcho-syndikalistischen und libertär-kommunalistischen Modell ist er nicht zulässig und könnte notfalls mittels Gewalteinsatz unterbunden werden – es sei denn es wäre eine kontextspezifische Sonderregelung vorhanden, die in diesem speziellen Sektor, eine kollektivierte Selbstverwaltung auf marktwirtschaftlicher Grundlage nicht ausschließt.

        • @ Leszek

          *Und sofort danach folgt dann von dir eine Widerlegung dieser Aussage.*

          Das glaubst Du

          Davon abgesehen: Wie sah denn konkret das Eingreifen der anarchosyndiakalistischen Gewerkschaft aus, durch das der Betreibsegoismus beendet Wurde?

          Außerdem interessierte mich immer noch ein Hinweis darauf, wo auf Gottes weitem Erdball Anarchosyndikalismus wenigstens auf Dorfebene erfolgreich praktiziert wird.

          Denn Dein Theoretisieren ist für mich nur wunschdenkendes Geschwätz.

        • @ Roslin

          „Davon abgesehen: Wie sah denn konkret das Eingreifen der anarchosyndiakalistischen Gewerkschaft aus, durch das der Betreibsegoismus beendet Wurde?“

          Die jeweils zuständige Sektion der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT übernahm die Koordination der entsprechenden Betriebe, die vom „Betriebsegoismus“ befallen waren und richtete die Produktion entsprechend den Bedürfnissen und gesellschaftlichen Anforderungen aus.

          „Außerdem interessierte mich immer noch ein Hinweis darauf, wo auf Gottes weitem Erdball Anarchosyndikalismus wenigstens auf Dorfebene erfolgreich praktiziert wird.“

          Probiers z.B. mal hiermit:

          https://www.direkteaktion.org/210/ein-gelebter-traum

        • @ Leszek

          „Er ist kein Anarchist, sondern “Anarcho”-Kapitalist, also ein Neoliberaler.“

          Er ist mit Sicherheit kein Neoliberaler, wenn man den Begriff in seiner ursprünglichen Bedeutung und nicht als Propagandabegriff verwendet.

          „Im libertär- mutualistischen Modell ist er zulässig, im anarcho-kollektivistischen sowie im anarcho-kommunistischen, anarcho-syndikalistischen und libertär-kommunalistischen Modell ist er nicht zulässig und könnte notfalls mittels Gewalteinsatz unterbunden werden – es sei denn es wäre eine kontextspezifische Sonderregelung vorhanden, die in diesem speziellen Sektor, eine kollektivierte Selbstverwaltung auf marktwirtschaftlicher Grundlage nicht ausschließt..“

          Ich fasse das mal als ein „nein“ auf, richtig? In diesem Fall ist die Genossenschaft nicht frei zu entscheiden, was sie produziert und wie sie ihre Güter verteilt, sondern ist einem Staat unterworfen, auch wenn du ihn nicht so nennen magst.

        • @ Leszek

          „Die jeweils zuständige Sektion der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT übernahm die Koordination der entsprechenden Betriebe, die vom “Betriebsegoismus” befallen waren und richtete die Produktion entsprechend den Bedürfnissen und gesellschaftlichen Anforderungen aus.“

          Befürwortest du das gewaltsame Vorgehen gegen Genossen, die nicht so wirtschaften, wie das anarchistische Gesamtkollektiv es ihnen vorgibt?

        • @ Leszek

          *Die jeweils zuständige Sektion der anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft CNT übernahm die Koordination der entsprechenden Betriebe, die vom “Betriebsegoismus” befallen waren und richtete die Produktion entsprechend den Bedürfnissen und gesellschaftlichen Anforderungen aus.*

          Fein Leszek.

          Aber wie hat sie das gute Werk vollbracht?

          Ist ein Erschießungspeleton aufgezogen und hat Überzeugungsarbeit geleistet oder hat man an die Genossen appelliert, ihre Ansprüche bis zum Endsieg zurückzustellen und so lange bitte, bitte den Gürtel engerzuschnallen – was man ja auch nur so lange machen könnte, wie ein Bürgerkrieg tobt.

          Wie genau also?

          *Probiers z.B. mal hiermit:

          https://www.direkteaktion.org/210/ein-gelebter-traum *

          Eher nicht, Leszek.

          Wo der Massenmörder Che Guevara auf der Mehrzweckhalle prangt:

          Außerdem entnehme ich dem spanischen Wikipedia-Eintrag, dass 700 der 1100 Arbeitskräfte des Ortes bezahlt werden von einem Arbeitsbeschaffungsprogramm der spanischen Zentralregierung.

          http://es.wikipedia.org/wiki/Marinaleda

          Scheint in dem Artikel der anarchistischen Zeitung nicht der Erwähnung wert zu sein oder habe ich das überlesen?

          Klingt jedenfalls so, als sei der lokale Sozialismus angewiesen auf den Transfer von Überschüssen, die der Kapitalismus andernorts erwirtschaftet.

          Wie originell und überraschend.

        • PS:

          Anerkennung verdient allerdings, dass der Langzeitbürgermeister offenbar die Subventionen gerechter an seine Bürger umverteilt als andernorts üblich.

          Und sparsamer scheint man mit dem Geld auch umzugehen.

          Der Bürgermeister, offenbar die Seele des ganzen Unternehmens, scheint ein Mann von persönlich höchst bescheidener Lebensführung zu sein.

          Trotzdem trägt sich auch dieser Sozialismus nicht selbst, weit entfernt davon.

        • @ Roslin

          Das Dorf scheint so eine Art Landwirtschaftsgenossenschaft zu sein, wogegen auch grundsätzlich nichts einzuwenden ist, Genossenschaften sind eine legitime Unternehmensform. nur eignet sich ein einzelnes Dorf nicht als Vorbild für eine Gesellschaft mit Millionen Mitgliedern und komplexer Wirtschaft.

        • @ Denton

          *nicht als Vorbild für eine Gesellschaft mit Millionen Mitgliedern und komplexer Wirtschaft.*

          Scheint mir auch der springende Punkt zu sein.

          Die Wirtschaft des Dorfes ist nicht sehr ausdifferenziert, die Arbeitskräfte sind vor allem landwirtschaftlich beschäftigte Tagelöhner, die auch als Bauarbeiter tätig sind (von vorneherein recht egalitär, wenig Arbeitsteilung, wenig Möglichkeiten, mehr als der Durchschnitt zu verdienen). Dazu geringes Ausbildungsniveau, wenig Entwicklungsdynamik, gilt für viele Dörfer Andalusiens, darum auch 700 von 1100 Arbeitskräften quasi regierungsangestellt, eine Art staatlich bestellte Landschaftspflege.

          Da lässt sich leichter dauerhaft „Sozialismus“ leben als in einer ausdifferenzierteren Wirtschaft mit hoher Arbeitsteilung und der Möglichkeit, durch irgendein Mehr (mehr Fleiß, mehr Ausbildung, mehr Risikobereitschaft) auch wesentlich mehr zu verdienen.

          Das Ganze aber ist abhängig von Madrid, trägt sich nicht selbst, ist angewiesen auf die Solidarität des spanischen Steuerzahlers, der bereit sein muss, von seinem Überfluss abzugeben, damit Ärmere leben können.

          Natürlich ist es sinnvoll, diese Menschen, die eigentlich von Sozialhilfe leben, in Form einer Kooperative auf dem Land zu halten und sie wengistens irgendetwas arbeiten zu lassen, anstatt dass sie in die Stadt wanderten in der Hoffnung dort Arbeit und ein besseres Leben zu finden, was vermutlich für die alermeisten aufgrund zu geringer Ausbildungsfähigkeit eh Illusion bliebe.

          In der Stadt wären sie wahrscheinlich auch nur Tagelöhner oder arbeitslos, ihrer sozialen Bezüge beraubt und obendrein Slumbewohner, auf dem Land sind sie in jeder Hinsicht besser aufgehoben.

          Das Ganze lebt aber von einem Surplus, den nur Kapitalismus generieren kann (oder reiche Bodenschätze), trägt sich nicht selbst.

        • Edit

          Das Ganze lebt aber von einem Surplus, das nur Kapitalismus generieren kann (oder reiche Bodenschätze), trägt sich nicht selbst.

        • @ JC Denton

          „Befürwortest du das gewaltsame Vorgehen gegen Genossen, die nicht so wirtschaften, wie das anarchistische Gesamtkollektiv es ihnen vorgibt?“

          In einer Gesellschaft, in der die Mehrheit der Bevölkerung nach einem libertär-sozialistischen (aber nicht mutualistischen) Modell zu leben wünscht, wäre dies legitim, weil sonst die von der Mehrheit gewünschte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung potentiell bedroht wäre.

          „Ich fasse das mal als ein “nein” auf, richtig? In diesem Fall ist die Genossenschaft nicht frei zu entscheiden, was sie produziert und wie sie ihre Güter verteilt, sondern ist einem Staat unterworfen, auch wenn du ihn nicht so nennen magst.“

          In anarchistischer Terminologie werden politische Gebilde, die direktdemokratisch, föderalistisch von unten nach oben und mit Hilfe imperativer Mandate organisiert sind, nicht mit dem Begriff „Staat“ bezeichnet.
          Wenn du das für dich trotzdem Staat nennen willst, ist das natürlich an sich egal, solange du die Unterschiede zu stärker zentralistisch organisierten Staatsformen, von denen sich das anarchistische Modell absetzt, im Blick behältst.
          Anarchisten sprechen hierbei aber, wie gesagt, nicht von Staat.

        • @ Roslin

          „Aber wie hat sie das gute Werk vollbracht?“

          Die Details in dieser Sache müsste ich bei Gelegenheit nachrecherchieren, wozu mir aber gerade die Zeit fehlt.

          „Ist ein Erschießungspeleton aufgezogen und hat Überzeugungsarbeit geleistet“

          Mit Sicherheit nicht, denn dergleichen würde dann in der Forschungsliteratur irgendwo Erwähnung finden.

          „oder hat man an die Genossen appelliert, ihre Ansprüche bis zum Endsieg zurückzustellen“

          Du vergisst, dass eine Mehrheit der Arbeiter damals in einer anarcho-syndikalistischen Gewerkschaft organisiert war, das Modell der Syndikalisierung der Produktionsmittel anerkannt war und der Fluss der Entscheidungsfindung und -umsetzung zwischen Basis und Föderationsräten eben zum anarchistischen Modell dazu gehört.

          Wie es der Anarchist Augustin Souchy in seinem Buch zur Spanischen Revolution erklärt:

          „Die während des spanischen Bürgerkriegs errichteten Kollektive waren wirtschaftliche Arbeitsgemeinschaften ohne Privateigentum. Der kollektivierte Betrieb gehörte den Arbeitern und Angestellten, war aber nicht ihr Privateigentum im Sinne der heutigen Gesetzgebung. Die Kollektive hatte kein Recht, die Fabrik oder Werkstatt im ganzen oder oder einzelne Teile davon zu verkaufen oder sonstwie zu veräußern. Trotzdem aber war sie nicht identisch mit dem „volkseigenen“ Betrieb in der Ostzone Deutschlands. Der rechtliche Garant der Kollektive war nicht der Staat, sondern die CNT (anarcho-syndikalistische Gewerkschaftsföderation), d.h. der Landesarbeitsbund. Doch auch dieser hatte nicht das Recht durch seinen Vorstand nach Gutdünken zu verfügen. Alles musste durch die Arbeiter selbst auf Konferenzen und Kongressen entschieden werden.“

          (aus: Augustin Souchy, Nacht über Spanien. Anarcho-Syndikalisten in Revolution und Bürgerkrieg, S. 164 f.)

          „Eher nicht, Leszek“

          Na ja, ein rein anarcho-syndikalistisches Beispiel ist mir in Spanien in der Gegenwart nicht bekannt, würde wohl auch weit weniger vom Staat toleriert werden und kann sich unter gegebenen Bedingungen auch insofern schwieriger herausbilden, als dass es zum Konzept des Anarcho-Syndikalismus gehört anstatt kommunitäre Siedlungen zu initiieren innerhalb der bestehenden Gesellschaft zu verbleiben, zur Selbstorganisation der Arbeiterklasse beizutragen und den Klassenkampf voranzutreiben.
          Ein rein anarcho-syndikalistisches Beispiel könnte daher nur das Produkt einer anarcho-syndikalistisch inspirierten klassenkämpferischen sozialen Revolution (was nicht notwendigerweise gewaltsam sein muss) in einer bestimmten Region sein, was aber zur Zeit noch nicht möglich sein dürfte.
          Zwar ist die anarcho-syndikalistische Bewegung in Spanien traditionell stärker als in den meisten anderen europäischen Ländern, aber aufgrunddessen, dass Franco den Bürgerkrieg gewann und den spanischen Anarcho-Syndikalismus quasi zerstört hat, musste wieder klein angefangen werden, als dies wieder möglich war.

          Natürlich würde ein rein anarcho-syndikalistisches Projekt dieser Art kein Geld vom Staat annehmen oder den „Leninisten mit Knarre“ Che Guevera

          http://www.graswurzel.net/289/che.shtml

          als positive Symbolfigur verwenden.
          Da du aber so stetig und interessiert nachgefragt hast, wollte ich dir wenigstens ein Beispiel für Spanien geben, das zumindest eine gewisse Nähe zu anarcho-syndikalistischen Organisationsformen aufweist und in seiner sozialpsychologischen und organisationssoziologischen Dimension sicherlich interessant ist.

        • @ Leszek

          „In einer Gesellschaft, in der die Mehrheit der Bevölkerung nach einem libertär-sozialistischen (aber nicht mutualistischen) Modell zu leben wünscht, wäre dies legitim, weil sonst die von der Mehrheit gewünschte Gesellschafts- und Wirtschaftsordnung potentiell bedroht wäre. “

          Und da du in einer libertär-sozialistischen Gesellschaft leben möchtest, findest du Gewalt gegen widerspenstige Genossen in Ordnung, korrekt?
          Nachdem wir geklärt haben, dass die einzelnen Genossenschaften unfreie Befehlsempfänger sind, stellen sich folgende Fragen: Wie unterscheidet sich dein libertärer Anarchismus vom wirtschaftlichen System des Realsozialismus mit all seinen Problemen? Meinst du, diese treten nicht auf, nur weil ein demokratisch gewählter anarchistischer Zentralplanungsausschuss das Sagen hat und nicht ein diktatorisches Politbüro? Ist das nicht der gleiche top-down-Ansatz? Was passiert, wenn eine Genossenschaft sich von der Gesamtmehrheit ausgebeutet fühlt und nicht mehr Teil der anarchistischen Befehlsempfängerhierarchie sein will? Oder ist bei dir die Ausbeutung einer (produktiven) Minderheit grundsätzlich ausgeschlossen?

          „Wenn du das für dich trotzdem Staat nennen willst, ist das natürlich an sich egal, solange du die Unterschiede zu stärker zentralistisch organisierten Staatsformen, von denen sich das anarchistische Modell absetzt, im Blick behältst.
          Anarchisten sprechen hierbei aber, wie gesagt, nicht von Staat.“

          Es ist ein Staat, genau wie die Schweiz ein Staat ist.

  8. „Auch hier sabotiert also leider das Patriarchat mit Bestenlisten den Aufstieg der Frauen und gibt diesen nicht den hinreichenden Raum.“

    War das jetzt ironisch?

  9. „(2) Männer und Frauen sind gleichberechtigt. Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frauen und Männern und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin“

    Es gibt zwar eine Einzelmeinung einer Verfassungsrichterin aus ihrer vorherigen Berufstätigkeit, die das für die Rechtfertigung jedes Eingriffs mit dem Ziel der Ergebnisgleichheit hält, also um jede Art von „Unterrepräsentation“ zu beseitigen. Mir ist allerdings nicht bekannt, dass diese Auslegung vom Verfassungsgericht so vertreten wird.

  10. Pingback: Peinlicher Journalismus - Neues aus dem Gender-Universum

    • @ Borat

      Da das, was Du schreibst, nicht dumm ist (nur zynisch, hämisch, boshaft), hast wohl eher Du das Bildunssystem aufgegeben.

      Ist eh pussyfiziert.

  11. Pingback: Warum ich schwangere Kolleginnen völlig ok finde | Geschlechterallerlei

  12. Pingback: Warren Farrells Top Ten und die Champions League des Sexismus (Monatsrückblick Juni 2014) – man tau

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