Hat der Maskulismus ein Interesse an der Entstehung und Förderung eines gemäßigten Feminismus?

Leider ist ein tatsächlich gemäßigter Feminismus als Szene kaum zu finden. Selbst relativ gemäßigte Bloggerinnen zu dem Thema scheinen im Hintergrund immer noch „das Patriarchat“ und die „Vergewaltigungskultur“ zu haben.

Aus meiner Sicht wäre es vorteilhaft, wenn es einen solchen gemäßigten Feminismus geben würde.

Dies wäre aus meiner Sicht ein Feminismus, der Männer und Frauen nicht als Gruppen in einem Nullsummenspiel begreift und bereit ist, neben der weiblichen Perspektive auch die männliche Perspektive zu überdenken und der zudem nicht auf den oben genannten pauschalen Phrasen wie Patriarchat und Rape Culture oder einer Deutungshoheit und der Privilegientheorie beruht und bereit ist, Benachteiligungen nicht nur aus Unterschieden im Schnitt herzuleiten, sondern auch über die Gründe hierfür zu diskutieren

Vorteile wären insbesondere die Folgenden:

  • Eine interne Auseinandersetzung kann gerade weil sie dann evtl unter Frauen geführt wird, eine ganz andere Basis haben, weil es den Vorwurf heraus nimmt, dass man nur „als Mann seine Besitzstände waren will“ etc.
  • Ein „gemäßigter Feminismus“ erleichtert Frauen den Anschluss an diesen, da sie nicht das Gefühl haben ohne Interessenvertretung dazustehen (im Gegensatz zu einem „Überlaufen“ zum Maskulismus
  • Ein „gemäßigter Feminismus“ würde es auch Medien erlauben diese Themen eher aufzugreifen

Hierzu finde ich auch eine (wenn auch eigentlich zu martialisch gehaltene) Stelle aus „Die Kunst des Krieges“ interessant:

Lasse ein Schlupfloch frei, wenn du eine Armee umzingelst. Das bedeutet nicht, daß es dem  Feind erlaubt wird zu fliehen. Der Grund ist, ihn glauben zu machen, daß es einen Weg in die Sicherheit gibt, um ihn daran zu hindern, mit dem Mut der Verzweiflung zu kämpfen. Denn du darfst einen verzweifelten Gegner nicht zu hart bedrängen.

Ich will dabei gar nicht sagen, dass der Feminismus bereits umzingelt ist oder es ein tatsächlicher Krieg ist, mir geht es eher um den grundsätzlichen Gehalt:

Solange man deutlich macht, dass man nichts gegen einen (noch zu entwickelnden) gemäßigten Feminismus hat, und nicht JEDEN Feminismus per se ablehnt, weil er nicht gerecht sein kann, solange verhindert man auch, dass Frauen das Gefühl haben, dass sie etwas weggenommen bekommen, was sie brauchen – nämlich eine gewisse Lobby für bestehende Ungerechtigkeiten oder zumindest für ein Aushandeln von Regeln zwischen den Geschlechtern.

Der radikale Maskulismus macht aus meiner Sicht daher einen Fehler, wenn er tönt, dass DER Feminismus immer falsch ist und immer bekämpft werden muss – ich hatte das bereits in meinem Artikel zum Antifeminismus dargelegt. Es erweckt eben die Vorstellung, dass die Interessenvertretung von Frauen aus dieser Sicht nicht geduldet werden wird, auch nicht in anderen, zukünftigen und weniger radikalen Formen. Und damit erzeugt man natürlich Widerstand und schließt die Reihen, obwohl man ja gegen Frauen gar nichts hat.

Diese Energien in einen „humanistischen Feminismus“ umzulenken, deutlich zu machen, dass man natürlich gewillt ist, sich behauptete Benachteiligungen von Frauen oder Bevorzugungen von Frauen argumentativ zu nähren und sie kritisch zu überprüfen statt sie generell abzulehnen, das scheint mir ein besserer und effektiverer Weg.

113 Gedanken zu “Hat der Maskulismus ein Interesse an der Entstehung und Förderung eines gemäßigten Feminismus?

  1. Aus Zeitmangel nur eine kurze Bemerkung: meiner Meinung nach muss man das historisch unterfüttern. Erst wenn man historisch unterscheidet, was der Feminismus mal gewesen ist (eine von mehreren bedeutenden und wichtigen modernen Emanzipationsbewegungen) und was daraus geworden ist (ein Establishment, eine erfolgreich institutionalisierte Bonzenherrschaft mit durchaus terroristischen Zügen), wird auch der Unterschied klar zwischen den universalistischen Werten, die der Feminismus mal vertreten hat, und der Mehrzahl heutiger unaufrichtiger Diskurse, die letztlich nur auf politische und materielle Besitzstandswahrung zielen.

    Ich würde bei den Bezeichnungen daher stärker auf den ideengeschichtlichen Kern fokussieren und einen universalistischen (z. B. »equity feminism«) von einem suprematistischen Feminismus unterscheiden. In meinen Augen ist ein »gemäßigter« Feminismus universalistisch und der Radikalfeminismus suprematistisch.

    Dementsprechend würde das Interesse des Maskulismus darin bestehen, auf universalistischen Werten als *Norm* zu bestehen und den (letztlich suprematistischen) moralischen Anspruch des RadFem damit zu *dekonstruieren*. Sofern und soweit wir uns im Bezugsrahmen eines »linken« Maskulismus bewegen, scheint mir diese Bezugnahme auf universalistische Werte ohnehin unabdingbar. Suprematistischer Feminismus ist ein historischer *Verrat* an diesen Werten (falls Elmar hier mitliest, dem ich auch noch eine Reply schulde: das meinte ich mit »Verrat«).

    Und an der Stelle scheint mir Deine Formulierung, Christian, etwas zu »weich«: wir müssen nicht deutlich machen, dass wir gegen einen bestimmten (gemäßigten, humanistischen, universalistischen usw.) Feminismus »nichts haben«, sondern umgekehrt: dass wir jede andere Form von Feminismus *bekämpfen* werden, weil wir ihn als totalitär ablehnen. Noch etwas nachdrücklicher formuliert: *wir* verteidigen heute die modernen, universalistischen Werte, die der Feminismus auf dem Weg zum Establishment verloren und verraten hat!

    Die Botschaft an Feministinnen muss sozusagen lauten: »Feminismus mit menschlichem Antlitz« ist möglich – aber *ihr* müsst ihn euch *zurück*erobern!

    • @djadmoros

      „wir müssen nicht deutlich machen, dass wir gegen einen bestimmten (gemäßigten, humanistischen, universalistischen usw.) Feminismus »nichts haben«, sondern umgekehrt: dass wir jede andere Form von Feminismus *bekämpfen* werden, weil wir ihn als totalitär ablehnen.“

      Ich wollte eben nicht den „Kampfaspekt“ in diesem Teil in den Vordergrund stellen, sondern mehr den Aspekt, dass man Frauen bewußt macht, dass man sie in berechtigten Anliegen natürlich unterstützt und ein potentieller Verbündeter sein kann, eben dann gegen einen auch für Frauen nachteiligen suprematistischen Feminismus und für einen universalistischen Feminismus.
      Es geht ja um eine Botschaft, die deutlich macht, dass man nicht der Feind ist und insofern kein Anlass besteht, sich mit dem radikalen Feminismus zu verbunden oder seine Vertretung als notwendig anzusehen

  2. Eben zeigt mir Twitter eines dieser prägnanten Zitate von Christina H. Sommers (als Ankündigung ihres aktuellen Videos):

    A society that neglects the education of boys is neglecting its own economic future.

    Erweitert: Eine Gesellschaft, die Menschen auf Grund ihres Geschlechts die politische, ökonomische und kulturelle Teilhabe versagt, kann ihr Potential nicht ausschöpfen und schwächt sich selbst.

    Eine Gesellschaft kann sich noch in einem zweiten Punkt schwächen: Wenn sie nicht mehr fähig ist, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Diese Gefahr besteht speziell in einer »satten« Gesellschaft.

    Die ideale Antwort auf die Frage »Brauchen wir einen gemäßigten Feminismus und einen gemäßigten Maskulismus?« ist einfach: Alle Seiten vertreten ihre Interessen mit fairen Methoden und haben dabei die Auswirkungen auf die ganze Gesellschaft im Blick.

    Das schließt insbesondere folgende Punkte aus:

    Diskriminierungen aufgrund des biologischen Geschlechts oder aufgrund des Bekenntnisses zu einer sexuellen Orientierung
    Quoten aufgrund des biologischen Geschlechts oder aufgrund des Bekenntnisses zu einer sexuellen Orientierung
    extreme Parolen, Forderungen, Aktionen gegen Menschen, die nicht mein Geschlecht oder meine Orientierung haben
    Verschwendung von Ressourcen für »politische Prokrastination« wie z. B. Gender-Ideologie, StudierX-Sprache oder die überproportionale Förderung sexueller Orientierungen

    Es gibt die »ideale Antwort«, aber wir werden diesen Idealzustand nie erreichen. Es ist ähnlich wie in der Demokratie: Idealerweise vertreten uns die Besten – und in der Realität ist es eben nicht so, wie wir täglich auf den Wahlplakaten sehen können.

    Aber solange eine Gesellschaft frei, offen, demokratisch und rechtsstaatlich bleibt, können wir mit den Abweichungen vom Ideal leben. Am Ende läuft es immer wieder darauf hinaus: Wir müssen die freie Gesellschaft gegen die Extreme verteidigen.

    • @ stefanolix

      *A society that neglects the education of boys is neglecting its own economic future.*

      Für sich genommen, habe ich mit einem solchen Zitat Probleme: der Zweck der Erziehung/Ausbildung von Jungen soll nicht in erster Linie den Jungen selbst dienen – sie sind, wieder einmal, nicht in erster Linie Zweck ihrer selbst, sondern wird in ihrer Nützlichkeit für die Gesellschaft gerechtfertigt. Ziel wäre also der verwertbare Mann, dessen Selbstverwirklichung nicht ihm selbst dient, sondern in erster Linie der Gesellschaft/den Frauen/den anderen.

      Damit hätte ich nur dann keine Probleme, wenn Frauen in GLEICHER Weise vernützlicht/verzweckt werden, denn es ist ja wahr: DER MENSCH kann sich nur in einem Für-Andere selbst verwirklichen.

      Das hat aber nicht nur für Jungen, sondern eben auch für Mädchen zu gelten.

      Feministischer Narzissmus jedoch sieht die Selbstverwirklichung von Jungen/Männer als Zweck zur Selbstverwirklichung der Mädchen/Frauen an, die iherseits Selbstzweck zu sein hat. Alles andere wird als oppressiv abgewiesen.

      So dass in diesem Paradigma dem Mann prinzipiell eine dienende Funktin zugewiesen wird: Er hat der Selbstverwirklichung der Frau zu dienen.

      Während ein Dienst der Frau an der Selbstverwirklichung eines Mannes als Zumutung begriffen wird.

      Ich denke mir, dass Hoff Sommers mein Vorwurf nicht trifft, aber ausgehend NUR von diesem kurzen Tweet, fällt mir das dazu ein.

      • Danke für die Sensibilisierung. Es ist wirklich wichtig, auf die Feinheiten zu achten.

        C. H. Sommers hat die Benachteiligung von Jungen in der Ausbildung und in der Gesellschaft schon seit vielen Jahren zu ihrem Thema gemacht. Natürlich geht es ihr dabei nicht um die ökonomische Instrumentalisierung der heranwachsenden Männer, obwohl dieser Tweet den Verdacht aufkommen lassen könnte.

        Übrigens wird ein ähnlicher Verdacht auch in anderer Richtung laut: Dass die gesamte Frauenförderung nur im Interesse »des Kapitals« sei, um mehr Arbeitskräfte zu haben.

        Deshalb habe ich das Zitat in einen erweiterten (gesamtgesellschaftlichen) Rahmen gestellt. Denn in diesem Rahmen passt es.

        • „Übrigens wird ein ähnlicher Verdacht auch in anderer Richtung laut: Dass die gesamte Frauenförderung nur im Interesse »des Kapitals« sei, um mehr Arbeitskräfte zu haben.“

          Obwohl ich ja durchaus Gefallen am Kampfbegriff „Neoliberalismus“ finde, behagt mir genau diese Deutung gar nicht. Es kann durchaus sein, dass weibliche Berufstätigkeit nützlich ist für die Wirtschaft. Aber das Modell männlicher Ernährer + Hausfrau ist auch wirtschaftlich sinnvoll: denn dann ist der Mann flexibler, kann sich ganz auf die Arbeit konzentrieren, kann Überstunden machen, kann zur Arbeit gehen, wenn das Kind krank ist, kann mit der Familie umziehen, wenn die Beschäftigungssituation das verlangt. Die Zweiverdiener-Familie weitet das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Männer aus und sorgt für Hürden. Also von daher sehe ich eben keine Eindeutigkeit darin, dass Frauenförderung letztlich dem Kapital diene. Zumal das „Kapital“ von der Nähe betrachtet sich aufsplittert in diverse Interessengruppen: Mittelständler haben andere Sorgen als Konzerne usw.

        • Ich mache mir diesen »Verdacht« ausdrücklich nicht zu eigen. Ich wollte eigentlich nur darauf hinweisen, dass solche Verschwörungstheorien existieren. Tut mir leid, wenn es nicht eindeutig ankam. Ich lehne jede Instrumentalisierung von Menschen nur zum Zweck der Wirtschaft, der Ideologie oder der »Transformation der Gesellschaft« ab.

          Paare (Menschen) jeder Art müssen in unterschiedlichen Lebensperioden immer wieder ihre eigene Antwort auf die Herausforderung finden. Dafür sollte es eine größe Palette an Möglichkeiten geben.

        • “ Tut mir leid, wenn es nicht eindeutig ankam.“

          Da ich weiß, dass Du ein Liberaler bist, habe ich gar nicht erst gedacht, dass Du diesen Verdacht selber hegst. Also keine Sorge.

          Ich selber bin ein Linker. Aber ich halte, wie oben gesagt, diese Annahme einer false flag Operation namens Feminismus für ziemlich schräg.

          „Paare (Menschen) jeder Art müssen in unterschiedlichen Lebensperioden immer wieder ihre eigene Antwort auf die Herausforderung finden. Dafür sollte es eine größe Palette an Möglichkeiten geben.“

          Das sehe ich auch so. Es darf da nicht einfach nur eine vermeintlich richtige Lebensform geben. Schon gar nicht hat der Staat oder Teile des Staates zu bestimmen, was die richtige Lebensform sei. Das muss jeder für sich alleine entscheiden können. Insofern sind radikale „alle Frauen in Arbeit“-Ideen wie auch „Frauen gehören nach Hause“-Vorstellungen freiheitsfeindlich, zumindest, wenn sie zu politischen Prämissen werden.

        • Nun, also ich denke schon, dass dass das Großkapital an der Förderung eines radikalen Feminismus ein Interesse hat:

          – Mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt vergrößert die „industrielle Reservearmee“, wie Marx es nannte und macht Lohnsenkungen möglich,
          (Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass das nicht als Argument gegen die Möglichkeit weiblicher Erwerbstätigkeit von mir gemeint sein soll.)

          – Schwächung männlichen Selbstbewusstseins und männlicher Selbstbehauptungsfähigkeit erleichtert einen unbehinderten neoliberalen Gesellschaftsumbau.

          – Und jede Spaltung der Geschlechtersolidarität bedeutet auch die Spaltung von Widerstandspotentialen gegen den neoliberalen Kapitalismus – teile und herrsche.

          • @leszek

            mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt, dazu braucht man keine radikalen Feminismus

            Die Wirtschaft will üblicherweise Männer, die sich behaupten und selbstbewußt sind. Es reicht vollkommen, wenn sie in klassische Strukturen eingebettet sind, in denen sie ihre Familie versorgen müssen um den passenden Druck aufzubauen

            Und um den Widerstand zu senken soll man Kräfte stärken, die selbst antikapitalistisch agieren?

            macht alles aus meiner Sicht wenig Sinn

        • „Mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt vergrößert die “industrielle Reservearmee”, wie Marx es nannte und macht Lohnsenkungen möglich,
          (Es versteht sich hoffentlich von selbst, dass das nicht als Argument gegen die Möglichkeit weiblicher Erwerbstätigkeit von mir gemeint sein soll.)“

          Das kann durchaus sein. Also mehr Arbeitskräfte vergrößern die Konkurrenz zweifellos. Aber wie gesagt, sie schaffen auch Probleme: Wer versorgt die Kinder? Der Staat fängt das nur ungenügend ab. Zumindest Überstunden werden schwieriger, Umzüge auch. Auch werden die Männer unter Umständen unabhängiger, weil ihre Frau genug verdient. Der Mann als Alleinverdiener dürfte viel fügsamer sein, hängt doch mehr von seiner Arbeitsleistung ab. Das kann natürlich auch umgekehrt sein, weil Familienväter laut Sennett mehr Forderungen in Sachen Lohn und Sicherheit stellen würden.

          Insofern glaube ich nicht an ein einheitliches, homogenes Interesse.

        • “ Und jede Spaltung der Geschlechtersolidarität bedeutet auch die Spaltung von Widerstandspotentialen gegen den neoliberalen Kapitalismus – teile und herrsche.“

          Ja und nein. Denke mal an die Sozialpolitik der Weimarer Zeit. Sofern man sie so nennen konnte. Der Reformbau jedenfalls zielte ab, das Modell der bürgerlichen Kleinfamilie auch auf die Arbeiter zu übertragen. Man wollte in den Reformsiedlungen den Arbeitern ein trautes Heim schaffen, in dem sie eine harmonische Innenwelt vorfinden als Ausgleich zur rauhen Welt des Arbeitslebens. Davon erhoffte man sich Befriedung. Ganz direkt wurde das auch ausgesprochen, dass man glaubte, die Arbeiter würden sich dann nicht mehr in den Kneipen politisieren. Es gibt also auch ganz entgegengesetzte Strategien: Geschlechterharmonie als Sedierung der rebellischen Impulse.

        • Die Zweiverdiener-Familie weitet das Problem der Vereinbarkeit von Familie und Beruf auf die Männer aus und sorgt für Hürden.

          Im Sinne einer hohen Verfügbarkeit aka Verwertbarkeit von hoch qualifiziertem Humankapital ist das Ernährermodell natürlich vorteilhaft. Die Preisbildung in diesem Segment ist auch eher von anderen Parametern bestimmt als von der Tatsache, dass ein „Familienlohn“ der Genznutzen von Arbeit wäre. In diesem Segment können sich Arbeitgeber allerdings auf (sehr wahrscheinlich) biologische Dispositionen verlassen: Wenn der Mann genug verdient, dann Arbeitet eben die Frau tendenziell eher zur „Selbstverwirklichung“ aka aus Langeweile.

          Bei weniger Qualifizierten schaut es ganz anders aus: Wenn die Frau ebenfalls arbeitet, kann der Lohn unter das Niveau eines „Familienlohnes“ gedrückt werden. Weil hier eine gute Skalierbarkeit gegeben ist bzw. weil solche AN leicht austauschbar sind, spielt die Verfügbarkeit keine so große Rolle. Durch die staatliche Kinderbetreuung ergibt sich ein zusätzlicher Vorteil: Der Staat subventioniert damit letztlich die Löhne, wovon nicht die AN, sondern die AG profitieren. So können nämlich die Löhne noch weiter gedrückt werden.

          Zumal das “Kapital” von der Nähe betrachtet sich aufsplittert in diverse Interessengruppen: Mittelständler haben andere Sorgen als Konzerne usw.

          Ja, natürlich: DAS Kapital gibt es nicht. Es ist ja nur in Verschwörungstheorien ein handelnder Agens. Man muss sich das Ganze wohl eher als n-dimensionalen Vektorraum vorstellen, in dem diverse politische Kräfte ihren Interessenslagen entsprechend an bestimmten Strängen ziehen. Dabei kann Feminismus durchaus mit bestimmten Kapitalinteressen gemeinsam an bestimmten Strängen ziehen. Insofern können manche Lobbies Feminismus auch massiv unterstützen/fördern.

          So z.B. die Industriellen im 19.Jahrhundert, die sich mit der bürgerlichen Frauenbewegung verbündtete um Arbeiterinnenschutzgesetze möglichst zu verhindern. Auf der anderen Seite stand die Sozialdemokratie gemeinsam mit dem Katholischen Zentrum, ebenfalls aus völlig unterschiedlichen Interessen heraus.

          (http://www.lexikus.de/bibliothek/Die-Frauenfrage-ihre-geschichtliche-Entwicklung-und-wirtschaftliche-Seite/Die-wirtschaftliche-Seite-der-Frauenfrage/Die-Sozialpolitische-Gesetzgebung-Und-Ihre-Aufgaben/Der-Arbeiterinnenschutz-Seine-historische-Entwicklung)

          Es stellt sich halt die Frage, warum man den kaputtesten Radfems so viel institutionalisierte Macht überließ. Sicher nicht deshalb, weil sie über eine gesellschaftliche Basis verfügt hätten, die keine andere Wahl ließ. Ich mag nicht so recht daran glauben, dass diese institutionalisierte Macht tatsächlich erkämpft wurde.

        • Es gibt also auch ganz entgegengesetzte Strategien: Geschlechterharmonie als Sedierung der rebellischen Impulse.

          Man kann die Diskurse ja letztlich nicht bestimmen, man kann sie allenfalls kanalisieren. In der Weimarer Republik waren die Arbeiter nun mal ein große Bevölkerungsmehrheit – mit einer sehr ausgeprägten Neigung zur politischen Organisation.

          Die für die organisierte Arbeiterschaft sehr bittere Erfahrung mit der weiblichen Partizipation am Arbeitsmarkt im 19. Jahrhundert war noch sehr präsent, die Arbeiterschaft incl. der Arbeiterinnen wollten den Familienlohn. Des Mannes.

          Mit „Patriarchat“ konnte man ihnen nicht kommen – no chance.

        • @ Lomi

          Klar, für die politischen und ökonomischen Eliten – die natürlich auch stets wieder aus verschiedenen Untergruppen mit Interessendivergenzen bestehen – sind häufiger verschiedene und auch gegenläufige Strategien zur Verfolgung ihrer Interessen potentiell möglich.
          Es ist von vielen Faktoren abhängig, welche Strategie gewählt wird.

          In diesem Fall wäre zum Beispiel die Frage: Überwiegen die potentiellen Vorteile der Föderung eines radikalen Feminismus in ihrer Gesamtheit potentielle Nachteile im Hinblick auf wichtige Interessen einflussreiche Fraktionen der herrschenden Eliten?

          Auch muss der spezifische soziokulturelle und historische Kontext in Rechnung gestellt werden. In den individualisierten westlichen Gesellschaften der Gegenwart, in denen ein konservatives /traditionalistisches Familienleitbild als verbindliche kulturelle Norm ohnehin schwer durchzusetzen ist, ist es m.E. naheliegender die gegenläufige Strategie zu wählen.

        • Nachtrag:

          Wobei ein konservatives/traditionalistisches Familienleitbild als verbindliche kulturelle Norm natürlich auch kein authentisches Beispiel von Geschlechterharmonie darstellt, sondern eine bestimmte Form von Rollenzwang, die notwendig zu Konflikten führt, wenn Menschen sich darin nicht wohlfühlen.

        • @ Christian

          „mehr Frauen auf dem Arbeitsmarkt, dazu braucht man keine radikalen Feminismus“

          Radikaler Gender-Feminismus ist dafür aber ein stark begünstigender Faktor. Warum ihm also nicht den Durchmarsch erlauben?

          „Die Wirtschaft will üblicherweise Männer, die sich behaupten und selbstbewußt sind.“

          In Leitungspositionen, aber nicht als Untergebene.
          Wenige selbstbewusste Männer reichen aus, der Rest soll sich anpassen und nicht gegen die herrschenden Zustände rebellieren.

          „Und um den Widerstand zu senken soll man Kräfte stärken, die selbst antikapitalistisch agieren?“

          Dass der Gender-Feminismus mitnichten antikapitalistisch ist, sondern neoliberalismus-kompatibel hat sich eigentlich auch schon in Kreisen marxistischer Feministinnen rumgesprochen:

          Nancy Fraser – Neoliberalismus und Feminismus:
          Eine gefährliche Liaison

          http://emanzipatorischelinke.files.wordpress.com/2013/12/fras1312.pdf

          Nancy Fraser – Feminismus, Kapitalismus
          und die List der Geschichte

          http://www.blaetter.de/archiv/jahrgaenge/2009/august/feminismus-kapitalismus-und-die-list-der-geschichte

          • @leszek

            „Radikaler Gender-Feminismus ist dafür aber ein stark begünstigender Faktor. Warum ihm also nicht den Durchmarsch erlauben?“

            Wegen dem, was er an Wirtschaftsfeindlichkeit noch im Gepäck hat. Den begünstigenden Faktor bekommt man auch mit schlichter Emanziption

            „In Leitungspositionen, aber nicht als Untergebene. Wenige selbstbewusste Männer reichen aus, der Rest soll sich anpassen und nicht gegen die herrschenden Zustände rebellieren.“

            Warum sollte man dagegen rebellieren? Das System gibt uns Wohlstand und Fortschritt wie kein anderes. Aus dem Kapitalismus flieht man nicht in Scharen, im Gegenteil, man wandert ein.

            „Dass der Gender-Feminismus mitnichten antikapitalistisch ist, sondern neoliberalismus-kompatibel hat sich eigentlich auch schon in Kreisen marxistischer Feministinnen rumgesprochen:“

            halte ich dennoch für falsch. Der Genderfeminismus fordert Quoten, frauenfreundlichere Arbeitszeiten, sieht konkurrenz als „patriarchal“ an etc

      • „der verwertbare Mann“

        Eine ganz hervorragende Übertragung des Begriffs „disposable male“, für den das Deutsche leider keine gute Übersetzung bereit stellt.

        Die Dimension der Entbehrlichkeit männlicher Gesundheit und männlichen Lebens kommt hier etwas zu kurz, schwingt aber zumindest im Unterton noch mit.

    • „Erweitert: Eine Gesellschaft, die Menschen auf Grund ihres Geschlechts die politische, ökonomische und kulturelle Teilhabe versagt, kann ihr Potential nicht ausschöpfen und schwächt sich selbst.“
      Nö.

      Kapitalismus bedeutet eben genau das: Menschen aufgrund ihrer Leistungsfähigkeit im Wirtschaftssystem zu beurteilen. Darüber muss man sich schon im Klaren sein. So an die 90% der Menschen komme mehr oder weniger gut damit klar.

      Aus dieser Sicht besteht KEINE Notwendigkeit, dass allen Menschen eine politische, ökonomische oder kulturelle Teilhabe zukommt.

      Nicht schön. Aber wenn man sich das einmal klargemacht hat, kann man vielleicht zur Wertefrage kommen:
      Die Frage lautet: Wie gehen wir mit Menschen um die in dem Wirtschaftssystem nicht reüssieren können, aus welchem Grund auch immer.
      Und: wie verhindern wird, dass Wohltätigkeit – nichts anderes ist der Sozialstaat von denen ausgenutzt wird, die eigentlich leistungsfähig sind.

      Deswegen ist ja die Frage von Feminismus etc so zentral: Es werden wichtige primär soziale/solidarische Werte verhandelt und bestimmt. Der herrschende Feminismus will zentrale Werte umdefinieren um seiner Spezialklientel, den bürgerlichen Frauen am Wohlfahrtstaat ohne eigene Leistung teilhaben zu lassen. Demgegenüber stehen eben bedürftige Gruppen (Kinder, Behinderte häufig männlichen Geschlechts, aber nicht nur, auch Migrantinnen) auf deren Kosten dieser Feminismus geht.

      Und diese Umdefinition der Were will ich nicht akzeptieren. Wieso auch?

  3. @ Christian

    *Dies wäre aus meiner Sicht ein Feminismus, der Männer und Frauen nicht als Gruppen in einem Nullsummenspiel begreift und bereit ist, neben der weiblichen Perspektive auch die männliche Perspektive zu überdenken und der zudem nicht auf den oben genannten pauschalen Phrasen wie Patriarchat und Rape Culture oder einer Deutungshoheit und der Privilegientheorie beruht und bereit ist, Benachteiligungen nicht nur aus Unterschieden im Schnitt herzuleiten, sondern auch über die Gründe hierfür zu diskutieren.*

    Das wäre kein FEMINismus mehr, sondern Humanismus. Natürlich sollten Männer ein Interesse an einer Betrachtung des Geschlechterverhältnissses haben, die beiden Geschlechtern gerecht zu werden sich bemüht.

    Genau wie Frauen auch.

    Das ist meiner Überzeugung nach im Rahmen des feministischen Paradigmas (genuines männliches Interesse an der Unterdrückung der Frau = Unterstellung PRINZIPIELLER Böswilligkeit) nicht zu leisten.

    Darum bin ich Antifeminist.

    Wenn sich ein solcher „Feminismus“, der in Wahrheit ein Humanismus wäre, sich Feminismus nennen wollte – es wäre mir gleichgültig.

    Mit dem „Feminimus“ einer Hoff Sommers oder einer Paglia habe ich keine prinzipiellen Probleme.

    • @ roslin

      „Wenn sich ein solcher “Feminismus”, der in Wahrheit ein Humanismus wäre, sich Feminismus nennen wollte – es wäre mir gleichgültig.“

      Mir nicht, denn ein Ismus, der sich dezidiert gegenüber anderen gesellschaftlichen Gruppen exkludiert, kann meiner Überzeugung nach nicht humanistisch sein.

      Das gilt auch für Maskulisten.

      Deswegen bin ich nicht nur Antifeminist sondern auch Antimaskulist.

      Im übrigen gibt es keinen „gemäßigten Feminismus“. Immer noch nicht. Und auch zukünftig nicht. Es gibt nur Feminismus und Nichtfeminismus.

      Zu behaupten, der Feminismus vertrete die Interessen „der“ Frauen gibt dem Affen Zucker und ist inhaltlich kaum nachzuvollziehen, betrachtet man die Interessen der Feministinnen in Abgrenzung zu denen der seelisch gesunden und sozial integrierten Nichtfeministinnen.

      Statt sich aus angeblich strategischen Gründen bei Feministinnen anzuwanzen, wäre es zielführender, auf eine Solidarisierung von nicht feministischen Frauen und Männern hinzuwirken.

      Feministinnen sind nämlich in der Minderheit, trotz ihrer derzeitigen öffentlichen Deutungshoheit und ihrem großem politischen Einfluß.

      • @ratloser

        „Und auch zukünftig nicht“

        Warum sollte es das nicht geben?

        „Statt sich aus angeblich strategischen Gründen bei Feministinnen anzuwanzen, wäre es zielführender, auf eine Solidarisierung von nicht feministischen Frauen und Männern hinzuwirken“

        Hat denke ich nichts mit „anwanzen“ zu tun. Den man kann ja weiterhin jede Form des radikalen Feminismus kritisieren. Es hat etwas mit dem eröffnen neuer Wege zu tun bzw. der Erkenntnis, dass man auf solche neuen Wege hinarbeiten muss

        • „Warum sollte es das nicht geben?“

          Wurde oben doch mehrfach beantwortet. Einfach gesagt beim Feminismus ist der Name das Programm. Sonst wäre es Humanismus.

          Wenn der Maskulismus einen „guten“ Feminismus unterstützen wollte, dann würde er Unmögliches versuchen.

    • @Roslin

      „Das wäre kein FEMINismus mehr, sondern Humanismus“

      Es wird meiner Meinung nach immer Seiten geben, in der Hinsicht, dass sich bestimmte Leute mehr für Frauenanliegen oder Männeranliegen interessieren oder ihnen deren Interessen nahestehen.
      Das kann man dann maskuklistischen oder feministischen Humanismus oder gemäßigten Maskulismus bzw. Feminismus nennen, es ist aber ein Streit um Worte

  4. Mal andersrum, gäbe es Bedarf an einem Maskulismus, würde es keinen Feminismus geben? Ich denke nein.

    Natürlich gibt es berechtigte Anliegen für den Maskulismus. Männergesundheit, ein positives Selbstbild von Männern und Jungs und all der Kram. Aber würde der Feminismus nicht so männerfeindlich sein, jede interessante Stelle besetzen in der es eigentlich um Gleichberechtigung gehen sollte und dafür die rücksichtslose Frauenförderung auf Kosten von Männnern vertreten, könnte eine humanistische Bewegung für Geschlechtergerechtigkeit auf beiden (allen?) Seiten Erfolg haben.

    Maskulismus und Feminismus wären dann nur noch Orchideenbewegungen. Wie Tierschutz oder sowas. Wirklich nett, irgendwo natürlich auch wichtig, aber kein Reizthema mehr.

    Feminismus ist von der Anlage her komplett einseitig, wie der Name es schon verrät und von Grund auf Männerfeindlich. Ein gemäßigter Feminismus würde gar nicht auffallen und wäre kaum mehr als eine Spielwiese für einige wenige Akademiker.

    • @gerhard

      „Mal andersrum, gäbe es Bedarf an einem Maskulismus, würde es keinen Feminismus geben? Ich denke nein.“

      Auch konservative Kräfte, die etwa ein sehr essentialistisches Geschlechterbild vertreten, können einen gemäßigten Maskulismus als Gegenpart gut vertragen

      „Ein gemäßigter Feminismus würde gar nicht auffallen und wäre kaum mehr als eine Spielwiese für einige wenige Akademiker.“

      Das wäre ja immerhin etwas. Warum soll man so etwas dann nicht ausbauen können?

      • „Das wäre ja immerhin etwas. Warum soll man so etwas dann nicht ausbauen können?“

        Man müßte es ja nicht ausbauen, sondern zurückbauen. Und dann braucht es auch keiner. So wie Islandistik oder so.

      • @Rexi

        Ein ziemlicher Fehlschluss, denn Spezies sind keine Geschlechter, und leben kaum in Gesellschaften / Gruppen zusammen, bilden kaum Gemeinschaften wie eine Spezies es meist tut.

        Spezies sind viel weniger für ihren Fortbestand auf eine bestimmte andere Spezies angewiesen (vor allem der Mensch nicht), Geschlechter sind jedoch per Konstruktion aufeinander Angewiesen, gezwungen miteinander zu Agieren und zu Handeln für den Weiterbestand ihrer Spezies.

  5. @ Borat

    Ich denke auch, dass Feminismus (der „wahre“, der den Namen verdient, nicht der einer Hoff Sommers) sich selbst erledigen wird – eine nicht überlebensfähige Ideologie, eine Totgeburt, ein Aufstand gegen die Natur/Realität, nur eine Frage der Zeit – Ausdruck einer Kultur des Todes, Abtreibung ist nicht umsonst ihr Sakrament.

    • @Roslin

      Hier ist ja gut zu beobachten wie manche am „Feminismus“ festhalten wollen, diesen legitimieren wollen, ihn von seinen Untaten reinwaschen wollen.

      Ich denke ähnliches kann man bei manchen ehemaligen Profiteuren eines mal wieder gescheiterten sozialistischen Experiments beobachten.

      Zwanghaft sich der Realität verweigernd, neue Ausflüchte und Rationalisierungen sind schnell gefunden, Schuld sind Andere und höhere Gewalt aber man selbst doch nicht.

      Alles tun nur um zu verdrängen dass der Mensch nackt geboren wird, mancher mit Zipfelchen und mancher ohne was schon weitreichende Zukunftsprognosen erlaubt.

      Nur wer Schuld auf sich nimmt, nimmt die Realität an und tut etwas, wer das nicht tut ist verantwortungsavers, tendiert dazu an Anderen und der Gemeinschaft zu parasitieren und zu lamentieren.

      Der „Feminismus“ ist in der Tat nicht das Schmuddelkind dass mal gewaschen werden muss, Haare ordentlich und 3 Jahre in ein Umerziehungslager.

      Nein, der Feminismus ist ein Symptom, ein beliebtes Symptom der „Schmuddelkinder“.

      Der Mensch hat ein kompliziertes Gehirn, da hält ihn doch nicht wirklich auf wenn ein beliebtes, einfaches Symptom verbannt wird, er macht halt so lange weiter wie er was zu Essen hat oder stirbt.

      Ich habe keine Affinität zu „Schmuddelkindern“ und will deren in Verruf geratene Propaganda nicht rehabilitieren, manche scheinbar schon.

      • @borat

        „Ich habe keine Affinität zu “Schmuddelkindern” und will deren in Verruf geratene Propaganda nicht rehabilitieren, manche scheinbar schon.“

        Es geht eher darum eine neue Theorie zu etablieren, die nicht „schmuddelig“ ist, sondern sich ansonsten für Fraueninteressen einsetzt, ohne dabei mit Dreck zu werfen.

          • @borat

            Das schließt ja nicht aus, dass jemand anderes „Männerinteressen“ vertritt. Das Gruppen eine Lobby haben und sich ein Konsens bildet, indem beide Gruppen Fürsprecher benennen, die dann die Argumente für ihre Seite vorbringen, ist ja ein altes Prinzip, auf das wir auch sonst vertrauen. Siehe zB Ländervertretungen oder Abgeordnete nach Wahlkreisen mit lokalem Bezug.

        • @christian

          Schön, dann mache ich eine neue Lobby die feministische Sünden zur Erbschuld erklärt (oder vielleicht sogar welche erfindet?) und begründe damit dass Frauen sich der geistigen Führerschaft der Männer für eine bessere Zukunft unterordnen sollen.

          Diverse Förderungen und Sonderprivilegien, Politiker und Staatsbedienstete nur für meine Sache will ich auch, aber dalli!

          Sorry, ich sehe darin nur politische und administrative Inflation die die Gemeinschaft unnötig belastet.

          Ich sehe darin den Versuch die Unfähigkeit der Geschlechter/Menschen direkt miteinander auszukommen durch staatliche Regeln und Verwaltung zu kompensieren.

          Dem gebe ich keine Zukunft, man schaue nur wohin uns das schon gebracht hat.

          Die Verschärfung wird kein Wunder bringen, sondern hoffentlich bald das Ende.

          • @borat

            „Diverse Förderungen und Sonderprivilegien, Politiker und Staatsbedienstete nur für meine Sache will ich auch, aber dalli!“

            davon spreche ich gar nicht. Es geht mir nicht um Förderung in Geld, sondern lediglich den Gedanken, dass man solche Tendenzen, die einem Gefallen, stützen sollte. Es ist auch ein gegenmodel zu dem Ansatz, dass man mit Feministinnen gar nicht reden sollte.
            Eher sollte man schauen, was dort vertreten wird und wenn es einen humanistischen/Gemäßigten Ansatz gibt, dann sollte man den positiv hervorheben. Oder eben kritik in einer Weise äußern, die deutlich macht, welche Wege man hin zu einer besseren Entwicklung sieht, was also zB ein humanistischer/gemäßigter Ansatz dazu wäre.

        • „Sind Frauen etwas besonderes, etwas besseres, etwas elitäres?“

          Man muss nicht etwas Besonderes oder Elitäres sein, um spezifische Interessen zu haben. Wenigstens medizinisch gesehen gibt es Frauenspezifika und diesbezügliche Interessen. Warum sollten Frauen diese auch nicht vertreten? Interessenvertretung ist doch nicht gleichzusetzen mit Bevorzugung. Es wäre auch schlau, wenn Frauen ihre Interessen für sich selbst verträten, weil es naiv wäre zu glauben, Männer würden das ganz sicher tun.

        • @LoMi

          *Warum sollten Frauen diese auch nicht vertreten?*

          Weil Feminismus verlautbart(e) er müsse es tun und der allgemein und staatlich etablierte praktisch immer noch die männliche Interessenvertretung „verbietet“, abwertet und unterdrückt.

          Weil es mit einer Dämonisierung, Schuldverschiebung und Abwertung der Männer einhergeht.

        • @christian

          Wie soll eine spezifisch weibliche Interessenvertretung sich nicht auf den Mann beziehen von dem sie etwas Rücksicht oder abhaben will?

          Die blühenden Matriarchate gibt es nicht.

          Es kann nur auf eine Schuldzuweisung, Gerechtigkeits- und Benachteiligungsdiskussion hinauslaufen, warum sollten Männer sonst irgend etwas abgeben wenn sie es nicht freiwillig tun?

          • @borat

            “ warum sollten Männer sonst irgend etwas abgeben wenn sie es nicht freiwillig tun?“

            Warum sollten Frauen was abgeben? Ein Aushandeln von Kompromissen geht nun einmal sinnvoll nur, wenn beide Seiten vertreten werden. Wo ist das bitte in unserer Gesellschaft anders?

        • @ christian

          „Warum sollten Frauen was abgeben? Ein Aushandeln von Kompromissen geht nun einmal sinnvoll nur, wenn beide Seiten vertreten werden. Wo ist das bitte in unserer Gesellschaft anders?“

          Habe ich richtig verstanden:

          ad 1) das Mann-Frau- Dingens wird auf der Ebene des Dialogs zweier selbstermächtigter ideologiegetränkter Geschlechtergruppierungen „verhandelt“, „gelöst“??

          ad 2) Die Vertretung „der“ weiblichen Interessen (Du denkst mir ein bißchen zu kollektivistisch, da werde ich immer gleich hellhörig) übernehmen die GEMÄßIGTEN (tm Christian) Feministinnen.??

          Ich kenne eine Menge Frauen, die im Gegensatz zu den Feministinnen alle Tassen im Schrank haben, die sich über Deine Phantasie, Feministinnen würden ihre „weiblichen“ Interessen vertreten, den Arsch ablachen würden.

          Dass aber ein Mann in Deiner Person den Feministinnen die Legitimierung zuspricht, die Interessen der großen Mehrheit nicht feministischer Frauen zu „verhandeln“, würde einige ziemlich sauer machen…die wären dann echt pöse auf Dich.

          Was ist los mit Dir…welche Frau hat früher nicht mit Dir reden, auf Dich hören wollen…wen musst Du befrieden? Welche Angstlust treibt Dich zu Deiner permanenten illusionen Verkennung des Feminismus?

          Trau Dich mal…Frauen sind toll…Feministinnen sind bescheuert…man(n) darf das so sehen und leben…freu Dich an den normalen Frauen…und kriech nicht immer den bescheuerten hinterher…

          • @ratloser

            „Ich kenne eine Menge Frauen, die im Gegensatz zu den Feministinnen alle Tassen im Schrank haben, die sich über Deine Phantasie, Feministinnen würden ihre “weiblichen” Interessen vertreten, den Arsch ablachen würden.“

            Ich glaube du verkennst einfach, was ich mit „gemäßigten Feministen“ meine. Eben nicht den heutigen Feminismus, sondern einen Feminismus, der weitaus näher an den „normalen Frauen“ liegt

        • @ ratloser

          *Habe ich richtig verstanden:

          ad 1) das Mann-Frau- Dingens wird auf der Ebene des Dialogs zweier selbstermächtigter ideologiegetränkter Geschlechtergruppierungen “verhandelt”, “gelöst”??*

          Ja warum denn nicht?

          Geschlechterverhältnisse in einer Kultur im Endstadium, in der die zwischengeschlechtlichen Beziehungen weithin verwüstet sind.

          Die Frauengewerkschaft diktiert den männlichen Dienstleistern die Terms of Trade and Commitment.

          Die noch zu gründende Männergewerkschaft hält dagegen.

          Geschlechterbeziehung nach Gruppentarifvertrag.

          Kinder sind Verhandlungsmasse.

          Vertrauen ist gut, aber nicht mehr möglich, daher ist Kontrolle besser.

          Liebe nach Stechuhr (endlich weiß ich, warum die so heißt).

          Planwirtschaft im gequoteten Geschlechtersozialismus.

          Abschaffung des sexuellen Marktes durch radikale Gleichstellung.

          Vergesellschaftung der Reproduktionsmittel.

          Die darauf hin ineffektiv genutzt werden, verrotten, verkommen mangels Gewinnerwartung und Erhaltungsinvestitionen.

          Enden wollende Veranstaltung.

        • @ christian

          „Ich glaube du verkennst einfach, was ich mit “gemäßigten Feministen” meine. Eben nicht den heutigen Feminismus, sondern einen Feminismus, der weitaus näher an den “normalen Frauen” liegt“

          Das mag sein. Aber das liegt vermutlich nicht an mir, sondern an Deiner exzeptionellen Phantasie eines „gemäßigten Feminismus“. Er erscheint mir doch arg Nessie-mäßig.

          „Normale“ Frauen verachten Feminismus.

          Normale Frauen erleben Feminismus als Ideologie durchgeknallter Menschen (ja, es gibt auch per proxy Pudel, die sich „Feministen“ nennen), die ihre Misere politisiert haben und sich anmaßen, in das Leben „normaler“ Frauen und Männer reinzupfuschen.

          Der „gemäßigte Feminismus“ „normaler Frauen“ ist schon wieder ein Oxymoron, denn seelisch gesunde Frauen (und Männer) „brauchen“ den Feminismus weder auf einer seelischen noch auf einer gesellschaftspolitischen Ebene als Surrogat und Kompensation.

          Deine Hartnäckigkeit, mit der Du versuchst, dieser Ideologie – und sei es in einer imaginierten, dem Kern der Ideologie schon widersprechenden Form – einen konstruktiven Sinn abzuringen, befremdet mich.

        • @ roslin

          Stechuhr gefällt mir.

          Christian´s Konzept formalisierter Verhandlungen weniger oder mehr legitimierter Geschlechterräte auf dem Schlachtfeld der Liebe dürfte ebenso erfolgreich sein, wie die Bemühungen der UNO, der Erde Frieden zu bringen.

          Würde ich nicht alltäglich die ganz andere, reale Ebene des individuellen Miteinanderlebens von Frauen und Männern erleben…mit- und gegeneinander…auf verschiedenen Ebenen kommunizierend…asynchron…synchron….berechnend…zwinkernd….angerührt…leidenschaftlich….verständnisvoll…fremd…intim….einvernehmlich…., mir kämen ganz komische Gedanken.

          Reproduktion ist exkludierend.

          Reproduktion ist die Reproduktion des evolutionär Normalen.

          Reproduktion ist die Produktion von Liebesobjekten und geliebten und liebenden Subjekten.

          Das macht den Protagonisten des Neuen Menschen Angst.

          Sie lieben sich nicht.

          Sie können deshalb den Anderen nicht lieben.

          Sie verstecken das hinter Solidaritätsimitaten da, wo die Solidarität sie nichts „kostet“.

          Sie introspektieren, reflektieren und abstrahieren..immer wieder…immer weiter….so wie der Schizophrene unendlich detaillierte Gemälde im Riesenformat anfertigt, die von repititiven Mustern….ästhetischen Miniaturstereotypen in Serie gefüllt sind…es geht um die Kontrolle des horror e vacui…die Politisierung und Fabulierungssucht sind die Kehrseite des heiß- und endlich festlaufenden Hedonismus.

          Hedonismus transzendiert nicht…nur punktuell wie H.

          Es bleibt nichts…nur Katzenjammer…früher oder später.

          Der alte Schwule hat soviel Würde wie die alte Feministin.

          Susan Sontag krepierte in einem Crescendo der irrationalen Regression, als sie ihrer Endlichkeit bewusst wurde und ihr die imaginierte Grandiosität verlustig ging.

          Sie wollen, dass entweder alle so sind, dass sie sich nicht selber „anders“ fühlen müssen…oder aber es soll keiner mehr sein.

          Ich kann die Not ein Stück weit nachvollziehen…ich finde sie nicht abstoßend.

          Abstoßend finde ich das selbstgefällige Mitwinseln derer, die eigentlich gar keine Not treibt.

        • @ christian

          „Und du meinst diese normalen Frauen haben keine Vorstellungen davon wie die Gesellschaft gestaltet werden sollte und wie Fraueninteressen dabei gewahrt werden sollten?“

          Diese Frauen denken und empfinden vorrangig in den Kategorien Mensch und ICH…die Kategorie Geschlecht ist für sie nachrangig. Das Geschlecht ist für sie natürlicher, integraler Bestandteil ihrer Individualität.

          Ihr Geschlecht ist für sie konstituierend für das Ich, aber nicht im Sinne einer kollektivierenden Wirkung im Abgrenzung zu Menschen des anderen, männlichen Geschlechts.

  6. @ Christian

    Sehe ich ähnlich.
    Ich lehne nicht DEN Feminismus ab, ich lehne ein bestimmtes geschlechterpolitisches Paradigma ab, dass ich als „Paradigma des Radikalfeminismus“ bezeichne:

    https://allesevolution.wordpress.com/2014/03/30/das-paradigma-des-radikalfeminismus/

    Darunter verstehe ich (kurz formuliert) eine radikalfeministische Auffassung, die Männer und Frauen als “verfeindete Klassen” konzeptualisiert, von denen die eine (Männer) als “allgemein privegiert”, “Tätergeschlecht” oder “Unterdrücker” konstruiert wird, die andere (Frauen) als “allgemein diskriminiert” und “Opfergeschlecht”.

    Dieses heutzutage in westlichen Gesellschaften dominierende geschlechterpolitische Paradigma und seinen Einfluss auf die akademischen und medialen Diskurse und auf die Geschlechterpolitik will ich beseitigen und ersetzen durch ein neues geschlechterpolitisches Paradigma, dass ich als „integraler Antisexismus“ bezeichne: eine geschlechtsübergreifende Perspektive auf geschlechtsbezogene Diskriminierungen, Benachteiligungen, soziale Problemlagen und Menschenrechtsverletzungen, die alle Geschlechter (Frauen, Männer, Intersexuelle, Transsexuelle, Transgender) und ihre Probleme und berechtigten Anliegen wissenschaftlich, theoretisch und politisch berücksicht.

    Varianten des Feminismus, die dazu im Widerspruch stehen (insbesondere klassischer Radikalfeminismus und vulgär-poststrukturalistischer Gender-Feminismus als einflussreichste Varianten des radikalen Feminismus) müssen aus den medialen, akademischen und politischen Diskursen verdrängt werden und radikale Varianten des Maskulismus sollen keinen Einfluss gewinnen. „Integraler Antisexismus“ wendet sich gegen ein radikalfeministisches wie radikalmaskulistisches Verständnis von Geschlechterverhältnissen.

    Damit bewege ich mich, denke ich, ziemlich genau in der Tradition des Maskulismus von Warren Farrell.
    Wie Warren Farrell halte ich die Männerrechtsbewegung auch für notwendig, um zu einem solchen geschlechtsübergreifenden Paradigma zu gelangen.

    Gegen gemäßigte feministische Strömungen und Positionen, also solche, die nicht unter dem „Paradigma des Radikalfeminismus“ stehen, habe ich nichts einzuwenden.
    Auch in einer Gesellschaft, in der das derzeit dominierende „Paradigma des Radikalfeminismus“ durch ein neues geschlechtsübergreifendes Paradigma ersetzt wäre, würde es m.E. stets Personen und Gruppen geben, die sich primär auf die Probleme eines Geschlechts konzentrieren wollen. Das halte ich für ziemlich unvermeidbar und nur durch Abschaffung der Meinungsfreiheit und der Freiheit sich sozial und politisch zu engagieren, (also durch Abschaffung von Demokratie und Rechstaatlichkeit), wäre dies zu verhindern.
    Es wird daher m.E. in jeder (freien) Gesellschaft stets irgendeine Form von Feminismus und Maskulismus geben – was vereinigt unter dem Dach eines geschlechtsübergreifenden geschlechterpolitischen Paradigmas auch zu keinen gravierenden Problemen führt.

    Zudem ist es in pragmaticher Hinsicht m.E. auch schlicht nicht möglich, männerrechtliche Anliegen unter dem Label „Antifeminismus“ in den Mainstream einzubringen. Noch nicht mal in Bezug auf den konservativen und liberalen Mainstream würde dies m.E. funktionieren, in Bezug auf den linken Mainstream schon gar nicht. (In der Linken gilt der Begriff „Antifeminismus“ im Allgemeinen als Synonym für Frauenfeindlichkeit und löst nichts als Abwehrreaktionen aus.)

    Mir ist zudem jede gemäßigte Feministin willkommen, die männerrechtliche Anliegen unterstützen will, 1. weil mir allgemein jede Unterstützung berechtigter männerrechtlicher Anliegen willkommen ist, 2. weil es für gemäßigte Feministinnen in der gegenwärtigen Situation leichter ist männerrechtliche Anliegen in den Mainstream zu bringen.

    Begriff und Konzept „Antifeminismus“ lehne ich in diesem Sinne aus ethischen, wissenschaftlichen und pragmatischen Gründen – die hier in eins zusammenfallen – ab.
    Die Kritik feministischer Strömungen und Positionen, die unter dem „Paradigma des Radikalfeminismus“ stehen und deren Einflusses auf Medien und Politik bleibt hingehen berechtigt und notwendig.

    • „Darunter verstehe ich (kurz formuliert) eine radikalfeministische Auffassung, die Männer und Frauen als “verfeindete Klassen” konzeptualisiert, von denen die eine (Männer) als “allgemein privegiert”, “Tätergeschlecht” oder “Unterdrücker” konstruiert wird, die andere (Frauen) als “allgemein diskriminiert” und “Opfergeschlecht”.“

      Diese Spielart lehne auch ich ab. Ergänzung: Ich bezweifle stark, dass es einen Feminismus ohne diese Prämissen gibt. Mir jedenfalls ist er noch nicht begegnet. Insofern habe ich bis zum Beweis des Gegenteils grundsätzliche Probleme mit dem Feminismus.

    • Ich finde es eine sehr interessante Diskussion, und bei Leszek z.B. könnte ich jeden Satz unterschreiben. Nur bei dem Begriff „Radikalfeminismus“ wünsche ich mir jedes Mal ein anderes Wort, weil ich diesen Begriff viel zu positiv für das damit Bezeichnete finde.

      „Radikal“ heißt ja eigentlich, etwas grundsätzlich, von der Wurzel her zu überlegen – gerade die „Radikalfeministinnen“ aber bleiben notorisch an der Oberfläche gesellschaftspolitischer Phänomene und ordnen sie sich nach simplen binären Mustern (Mann/Frau, Herrschaft/Machtlosigkeit, Täter/Oper etc.). Zudem ist es gerade in linken Kontexten oft ein sehr destruktives Spiel, Radikale gegen Gemäßigte auszuspielen – mit der Unterstellung, die „Gemäßigten“ seien irgendwie kompromosslerisch, immer nahe am Verrat, während nur die Radikalen diejenigen seien, die die Sache (mit der Befreiung der Menschheit, der Frauen, der Männer etc.) wirklich ernst und konsequent betreiben würden. Die Selbstbezeichnung „Radikalfeministin“ beruht daher m.E. auf einer anmaßenden Fehleinschätzung.

      Ich selbst würde lieber zwischen sexistischen, nicht-sexistsichen und antisexistsichen Feministinnen unterscheiden.

      Der Begriff „sexistisch“ trifft auch wesentlich besser, was mich an dieser Spielart des Feminismus stört, als der Begriff „radikal“. Harte Geschlechterklischees, Abwertungen von Männern und Männlichkeit, Absage an gleiche Rechte und ein Eintreten für rechtliche Bevorzugungen von Frauen, geschlechtsbedingte Ausschlüsse aus Debatten wie aus Institutionen, die Konstruktion eines Geschlechterkampfs als Grundwiderspruch: Der SEXISTISCHE FEMINISMUS ist offenkundig mit demokratischen Basics und Idealen der Aufklärung – universelle Menschenrechte, offene Debatten – nicht vereinbar.

      Er wird behelfsmäßig vereinbar gemacht durch die Konstruktion des „Patriarchats“ (wahlweise der „heterosexuellen Matrix“, die dieselbe Funktion erfüllt) – angesichts einer umfassenden Männerherrschaft müssten Frauen notgedrungen bevorzugt werden. Daher hat es wohl auch so wenig Sinn, gegen diese Konstruktion zu argumentieren – sie hat ihre Funktion nicht darin, dass sie Instrumente für die Analyse von sozialen Ordnungen bereitstellte, sondern in der Absicherung sexistischer Narrative.

      Die sexistischen Feministinnen sind in der Geschlechterpolitik leider DIE dominante Kraft – mit der stärksten medialen Vertretung und der umfassendsten Verankerung in Institutionen. So sehr, dass sie anderen Feministinnen das Recht absprechen können, sich „feministisch“ zu nennen. In diesem Sinn hat Roslin m.E. völlig Recht, wenn er sinngemäß darauf beharrt, dass es einen Feminismus mit menschlichem Antlitz nicht gebe.

      Warum es gleichwohl nicht einen NICHT-SEXISTISCHEN FEMINISMUS geben kann, hat, wie ich finde, Leszek ja schon gut erklärt.

      „Auch in einer Gesellschaft, in der das derzeit dominierende “Paradigma des Radikalfeminismus” durch ein neues geschlechtsübergreifendes Paradigma ersetzt wäre, würde es m.E. stets Personen und Gruppen geben, die sich primär auf die Probleme eines Geschlechts konzentrieren wollen.“

      Es ist ja z.B. möglich, dass eine Frau sicher ist, dass Frauen – nicht in jedem Fall, aber im Schnitt – bestimmte Themen anders wahrnehmen als Männer. Im Germanistikstudium habe ich zum Beispiel Ruth Klügers „Frauen lesen anders“ gelesen, das diese These vertritt, ohne in eine permanente antimännliche Rhetorik zu verfallen.

      Nicht-sexistische Feministinnen können Frauenrechte vertreten und gerade auf dieser Basis zu dem Schluss kommen, dass auch Männer ähnliche Ansprüche wie Frauen stellen können – zumindest punktuell und in begrenzten Bereichen. Robins vielgelobter Artikel über die Beschneidung wäre ein Beispiel dafür.

      Im nicht-sexistsichen Feminismus fehlt allerdings die klare Auseinandersetzung mit den sexistischen Elementen des Feminismus, und daher gerät er notwendig in Widersprüche. Oder besser, er würde in Widersprüche geraten, wenn seine Vertreterinnen ihn systematisch betrieben. Ein regelrecht prototypisches Beispiel dafür ist das Buch „Tussikratie“, das durchaus Offenheit gegenüber Anliegen von Männern demonstriert, aber die größten Härten der Geschlechterpolitik sorgfältig auslässt.

      Der nicht-sexistische Feminismus ist möglicherweise aufgrund seiner inneren Widersprüche einfach ein Übergangsphänomen – oder er wird auf eine solche Weise betrieben, dass seine Widersprüche nicht auffallen, und bildet damit gleichsam eine windgeschützte Ecke in der Geschlechterpolitik.

      Ein ANTISEXISTISCHER FEMINISMUS hingegen kaschiert die Widersprüche nicht. Seine Vertreterinnen können aus den erwähnten Gründen überzeugte Feministinnen sein, benennen aber zugleich die sexistischen Elemente des Feminismus klar und kritisieren sie. Soweit ich sehe, könnte man hier aber noch weniger als beim nicht-sexistischen Feminismus von einer „Strömung“ sprechen. Eigentlich sind es jeweils Einzelne, die vor unterschiedlichen politischen und sozialen Hintergründen feministischen Sexismus kritisieren, als Anarchistin (Wendy McElroy), als Liberale (Elisabeth Badinter), als Kritikerin der Entwicklung an den Universitäten (Christina Hoff Summers, Daphne Patai), als Therapeutin (Astrid von Friesen)… Es gibt in meinen Augen kaum etwas, das insgesamt stärker gegen den Feminismus spricht als die Tatsache, dass diese Gruppe so klein ist – und dass es eigentlich gar keine Gruppe ist, sondern eine Zusammenstellung von Einzelkämpferinnen.

      Für einen integralen Antisexismus aber wäre eigentlich nur diese Gruppe ein verlässlicher Bündnispartner. Das ist m.E. die wesentliche Schwäche dieses so wichtigen Konzepts – es fehlen die Mitspielerinnen auf weiblicher Seite. Ein Grund dafür ist im günstigsten Fall, dass es den meisten – Männern wie Frauen – gar nicht klar ist, wie stark ein in den Institutionen verankerter Feminismus von sexistischen Konzepten geprägt ist, und dass sie diesen Feminismus selbstverständlich mit Begriffen wie „Gleichberechtigung“ und „Emanzipation“ assoziieren. „Im günstigsten Fall“, weil sich diese Situation dann schlicht durch Aufklärungsarbeit verändern lässt.

      Jedenfalls stimme ich djadmoros völlig zu, dass die sexistischen Feministinnen für Humanisten und Antisexisten Gegnerinnen sind, und dass es keinen Sinn hat, nach Gemeinsamkeiten zu suchen – man würde sich angesichts von Rassisten ja auch nicht auf die Suche nach einer gemeinsamen Basis machen.

      Die nicht-sexistischen Feministinnen hingegen sind möglicherweise durchaus erreichbar. Sie haben vermutlich oft das Gefühl, dass männliche Antisexisten die Probleme von Männern aufblasen, dass die Situation nicht so dramatisch ist, wie sie dargestellt wird, etc. Daran können nach meiner Einschätzung etwa Beispiele von Männern etwas ändern, die erheblich vom antimännlichen Sexismus erwischt wurden. Allerdings habe ich den Eindruck, dass nicht-sexistische Feministinnen oft zum sexistischen Feminismus hin und wieder zurück wechseln – sei es, weil sie unter einem Gruppendruck stehen, sei es, weil der sexistische Feminismus in vielen Situationen nun einmal auch sehr bequem ist.

      Entschuldigung übrigens für den überlangen Kommentar… Ich fasse mich ja sonst immer sehr gern sehr kurz, aber diesmal hab ich’s nicht kürzer hinbekommen 🙂

  7. „Lasse ein Schlupfloch frei, wenn du eine Armee umzingelst…“

    Wir haben es aber nicht mit einem Krieg Mann gegen Mann, sondern Frau gegen Mann zu tun – und zwar weil Mann tatsächlich (im Schnitt) privilegiert ist: sein Körper zählt mehr Muskeln, Mann traut sich mehr zu, geht lösungsorientiert und rational zu Werke (im Schnitt), so dass er (im Schnitt) mit einem hohen Maß an Autonomie und Realitätssinn ausgestattet, sein Leben SELBST gestaltet, während das behinderte Geschlecht die eigene Lebenssituation offenbar allein vom Zutun des Mannes abhängig machen muss.
    Der Krieg Frau gegen Mann kann deshalb nur mit radikalfeministisch konstruierten Waffen bestritten werden: Misandrie, Demagogie, Diskriminierung, Ignoranz, Dogmatik, Lügen, Zensur, Opfer-Abo, Frauenrechte statt Menschenrechte… denn anders als mit diesen Mitteln ist weibliche Teilhabe an den naturgegebenen Privilegien des Mannes nicht dauerhaft zu sichern.

      • Als vom Manne behindert weil an den Herd gefesselte Geschlecht.
        Die Ambivalenz des Begriffes umschreibt die Situation aber recht gut, wenn wir die nach wie vor unterschiedlichen Leistungsnormen für Mann und Frau insbesondere vor dem Hintergrund weiblicher Safe und Comfort Spaces betrachten.

      • …wenn wir die nach wie vor unterschiedlichen Leistungsnormen für Mann und Frau insbesondere vor dem Hintergrund des skrupellosen Ausbaus weiblicher Safe und Comfort Spaces betrachten.

    • „Wir haben es aber nicht mit einem Krieg Mann gegen Mann, sondern Frau gegen Mann zu tun.“

      What the f****… wirklich!!!??? Oh Gott, ich muss mir dringend eine Knarre besorgen…!

      • Knarre? Wie Oldschool ist dass den?

        Der Mann kämpft ergo vergewaltigt mit dem Penis, mit grabschenden Händen und mit sexistischen und erniedrigenden Worten, wie wir wissen.

        Ich schlage daher einen Taser, Fixierungsjacke, Fußfesseln, Knebel und das Anti-Vergewaltigungs Kondom zur Abwehr von hinterhältigen Überraschungsangriffen vor.

        http://de.wikipedia.org/wiki/Rape-aXe

        Märtyrerinnen empfehle ich eine gerichtet explosive Sprengfallle im Höschen und am BH, ganz modern auch mit Spracherkennung auf „Dekoltee ausfüllen“.

        • @Borat

          „Der Mann kämpft ergo vergewaltigt mit dem Penis, mit grabschenden Händen und mit sexistischen und erniedrigenden Worten, wie wir wissen.“

          Öhm… nö, das wussze ich nicht.

      • Mit Knarre verletzt sich gnä Frau nur.
        Nein, schon kleine feministische Kampfeinheiten sind geeignet, missliebige, Transparenz fordernde Bürgerbewegungen wie die Piraten mittels irrationaler Nebelkerzen vom Kaliber Bomberstrip, Quotengekeif, dem patriarchal manipulierten Mikrofon, Awareness Teams zwecks Meinungsbeschneidung, Binnen-I_*, creepcards u. ä. Scheiss auf Grund zu schicken.

  8. Mir ist Feminismus, egal wie gemäßigt- männerfreundlich er sich nennt, nicht nur egal.
    Er geht mich nichts an.
    Weil ich ein Mann bin.
    Und mich tierisch darauf freue, wenn meine Frau, statt feministischen Dünnschiss zu blubbern, nach dem guten Sex mir das Frühstück ans Bett bringt. Mit Knicks serviert.
    Bringt mir mehr, als Mann: nicht nur Sex und gute Laune, sondern auch die glückliche Beziehung.
    Ihr übrigens auch. Sagt sie.

    • @ goldwaescher

      Deine emotionale Unreife ist immer wieder erstaunlich.
      Außer dich als konservativer Macho zu präsentieren hast du eigentlich keine wirklichen Anliegen, oder?

      • ..dass sie immer das tun und sagen, was man von ihnen erwartet

        Gar nicht! Meine hat einen Umschaltknopf: „Client/Server-Mode“ und „Master/Slave-Mode“ steht drauf.

        Keine Ahnung was die Nerds aus Japan sich dabei gedacht haben, aber im „Master/Slave Mode“ sagt und tut sie nur, was ich ihr ausdrücklich befehle. Nicht etwa, was ich von ihr erwarte.

        Im Client/Server-Mode kichert sie den ganzen Tag verlegen und dumm herum und kocht eine Kanne grünen Tee nach der anderen. Furchtbar anstrengend, beide Modi. Ich warte sehnsüchtig auf den europäischen Firmware-Hack.

    • @ratloser

      Es geht aus meiner Sicht auch gar nicht um Appeasement, innerhalb der Kritik am radikalen Feminismus kann man natürlich weiterhin und zu recht sehr kritisch sein. Und auch ansonsten gegenüber unberechtigten Forderungen.

      Das muss man aber nicht mit einem Abstandnehmen von einem totalen Krieg verwechseln, indem man auch über berechtige Anliegen nicht mehr diskutieren kann.

      Meiner Meinung nach würde ein gemäßigter Feminismus eher einer Aufforderung gleichkommen, erwachsen zu werden und sich einer Diskussion zu stellen, also zu einem Aufgeben der Opferhaltung zu gelangen.

  9. Ich denke, dass viele derer, die hier auf einen „gemäßigten“ Feminismus hoffen, das Problem unterschätzen, das der Feminismus für die westliche Frau lösen soll – aber nicht kann: ihren „Wertverlust“ zu kompensieren.

    Was Borat immer wieder so sadistisch-genüßlich ausführt, ist ja im Kern wahr: das, woraufhin sie evolutionär optimiert wurde, ist unwichtiger geworden dank gesunkener Kindersterblichkeit, die Kinderproduktion nämlich.

    Sie ist damit arbeitslos geworden, denn auch das Sammeln macht nur noch als Einkaufen Sinn.
    Ansonsten muss sie mit Männern in einer männlich geprägten Arbeitswelt konkurrieren, kann in der aber, aufgrund ihrer natürlichen Dispostionen nie im gleichen Maße erfolgreich sein wie Männer, die als Konkurrenz“tiere“, Ressourcenbeschaffer“tiere“ hier besser angepasst sind in dieser, für Männer von Männern aufgebauten „Umwelt“ und damit in der ewig und drei Tage besser reüssieren werden.

    Zumal diese „Umwelt“ auch noch gegen andere Männer erfolgreich abgeschirmt/konkurrierend behauptet werden muss in einer weltweiten Marktwirtschaft oder – sollte man an Abschottung denken, dann eben letzten Endes militärisch verteidigt werden muss.

    Solange es drastische Wohlstandsunterschiede zwischen Menschengruppen/Zivilisationen gibt.

    Und die wird es immer geben, solange Menschen im Rahmen einer westlichen Zivilisation höchst unterschiedlich erfolgreich sind.

    Eine weitere Lösungsmöglichkeit wäre ein freiwilliges Zurücktreten der Männer – was eine Leistungsminderung des Systems bedingt – oder eine offene oder verdeckte Frauenförderung, also ihre gegenleistungsarme Subventionierung.

    Was jedoch dem Selbstbewusstsein nicht gut tut – vor allem dem der Frauen nicht.

    Die einen (die Blöderen) werden das rationalisieren und als gerechtfertigt analysieren MÜSSEN, indem sie am Reparationsfeminismus festhalten („DIE MÄNNER SIND TÄTA, wir OPFA, also müssen sie an uns Reparationen zahlen! Das ist doch nur gerecht!“).

    Sie werden ein gallebitteres Klima der Daueranklage schaffen, das Männer immer mehr demotivieren wird („Warum sich für diese Harpyen und Schrapnelle in’s Zeug legen?!“).

    Die anderen, die klügeren, werden ihre geminderte Konkurrenzfähigkeit erkennen, das hinnehmen und darüber weise werden (wenige) oder bitter und sich erst recht mit einer Mary-Daly-„Philosophie“dafür rächen > Taranteldenke².

    Die gefährlicheren.

    Mit dem gleichen Effekt wie die Twittertwatten und Aufschreierinnen.

    Umgekehrt können sich nur Männer mit großen intellektuellen und damit materiellen Reserven die freiwillige Subventionierung von Frauen ohne adäquate Gegenleistungen leisten, die einfacheren Männer, die angespannter schuften müss(t)en, um unter diesen Bedingungen überhaupt noch zu einer Frau plus Familie plus eigenen Kindern zu kommen, werden ebenfalls bitter (Frauenhasser) oder klinken sich ganz aus (PC-Spiel plus Porno und eine Flasche Bier mit den Kumpels, ansonsten „Nach uns die Sintflut!“).

    Wenn diesen Weg zu viele gehen, geht die sozialstaatliche Zivilisation zum Teufel.

    Und ich denke, genau das wird unser Schicksal sein, denn das grundlegende Problem halte ich für unlösbar: das nagende Minderwertigkeitsgefühl vieler Frauen, dank der Entwertung des weiblichen „Kerngeschäftes“, zu besänftigen mittels männlicher Kontributionszahlungen, die sich nur die Männer problemlos leisten können, die diese Kosten auf schwächere Männer abzuwälzen verstehen.

    Unsere Zivilisation wird so an ihrem eigenen Erfolg zugrunde gehen, u.a. auch deshalb, weil Männer ihren Drang, Frauen zu verwöhnen („ISCH BIN EIN TOLLER HECHT, SEHT HER LIEBE FRAUEN, WIE GUT ISCH EUSCH SCHÜTZEN UND VERSORGEN KANN!“) und Frauen ihren Drang, genau das als die natürlich Ordnung der Dinge anzusehen und von Männern zu erwarten – schließlich bekamen sie die Kinder, gingen schwanger, säugten sie, sehen es daher als diskriminierend an, wenn das nicht mehr erfolgt, übersehen, dass ihre Gegenleistung, ihre ADÄQUATE Gegenleistung ausbleibt/ausbleiben muss.
    Sie werden ihre Privilegierung also stets und ständig einfordern, das nicht kontrollieren können via Vernunft, denn Vorzugsbehandlung ist ihre Nullhypothese, unterstützt von Männern, die ihr Werbeverhalten genausowenig vernünftig kontrollieren können, ihren Verwöhnungsdrang, für den sie als Gegenleistung Sex erwarten.

    Aber ich kann mich ja irren und überrascht werden von Männern und Frauen, die ihre Instinkte/Triebe OHNE NOT kontrollieren und disziplinieren können.

    Ich sehe sie zwar nicht, jedenfalls längst nicht genug, aber die, die auf einen gemäßigten Feminismus hoffen, die von einem „integrativen Antisexismus“ reden (und ansonsten vom Anarchosyndikalismus träumen) machen mir da ordentlich Mut.

    Mit anderen Worten: Ich stehe in der Versuchung, mich zynisch lustig zu machen.

    Kann das jedoch guten Gewissens nicht tun, weil ich

    1.) nichts Besseres anzubieten habe (außer fatalistischem Pessimismus plus christlicher Erlösungshoffnung, die aber in einer durch und durch hedonistisch-materialistischen Konsumwelt – „Ich konsumiere, also bin ich“, „Haste was, dann biste was!“ – nicht verfängt, nicht verfangen kann – auch die Metanoia erfolgt erst, wenn die Bude abfackelt/abgefackelt wird)

    und es

    2.) unchristlich wäre.

    Denn dieser Traumtänzeransatz ist ja Ausdruck echten Leidens und echter Verzweiflung angesichts eines unlösbaren, tragischen Problemkonvolutes.

    Piranesis „Carceri“ – der Mensch eingemauert und gefangen in einer von ihm selbst geplanten/gebauten Welt, scheinbar rational konstruiert, die er trotzdem nicht mehr überschaut, in der er sich hoffnungslos verirrt.

    Hoffen wir also auf ein Wunder, so oder so.

    • Korrektur:

      *Unsere Zivilisation wird so an ihrem eigenen Erfolg zugrunde gehen, u.a. auch deshalb, weil Männer ihren Drang, … und Frauen ihren Drang … nicht rational kontrollieren können.

  10. „Emotional UNREIF“ findet meine Frau attraktiver, als „emotional TOT“.
    Kein Gefühl für die fehlende emotionale Autonomie zu haben, sich über die wie immer geartete Anerkennung von mehr oder minder radikalen Feministinnen zu definieren, DAS finde ich emotional behindert.
    Ob als Macho oder als Pro- Feministische Pussy- Emotionale Reife ist vor allem UNABHÄNGIGKEIT von der Einschätzung anderer.
    Ganz besonders von Frauen.
    Fehlt mir hier völlig.

    • @ goldwaescher

      „Emotional UNREIF” findet meine Frau attraktiver, als “emotional TOT”.
      Kein Gefühl für die fehlende emotionale Autonomie zu haben, sich über die wie immer geartete Anerkennung von mehr oder minder radikalen Feministinnen zu definieren, DAS finde ich emotional behindert.
      Ob als Macho oder als Pro- Feministische Pussy- Emotionale Reife ist vor allem UNABHÄNGIGKEIT von der Einschätzung anderer.
      Ganz besonders von Frauen.
      Fehlt mir hier völlig.“

      Deine kürzliche Angeberei, dass alle Frauen uns „linke Sitzpinkler“ für „konservative Stehpisser“ wie dich verlassen würden, machte eigentlich nicht den Eindruck von Unabhängigkeit, eher von Arroganz und Überheblichkeit.

      Den Infos auf deiner eigenen Homepage zufolge bist du übrigens ledig. Vielleicht möchtest du das ja mal aktualisieren.

  11. Verbündete? wozu?
    Ich finde die Welt, auch für Frauen, ziemlich perfekt, so wie sie ist.
    Für uns Männer müssen wir selbst sorgen.
    Verbündete bei den Frauen, um weibl. Privilegien abzubauen?

    Chistian, du lebst in einer Soziologentraumtänzer- Welt. GeMACHT wird die nicht im wiss. Elfenbeinturm, sondern von Juristen und Bundestag, Bundesrat, Gerichten und Verwaltungen.
    Lies mal, wie es wirklich da draussen aussieht, (seit 1985, übrigens:)
    http://de.wikimannia.org/images/Vom_Rechtsstaat_zum_Faustrechtsstaat.pdf

    • @goldwäscher

      „Chistian, du lebst in einer Soziologentraumtänzer- Welt“

      Herrlich. Auch ein Vorwurf, der mir selten gemacht wird 🙂

      Aber gerade wenn Frauen wie du denken, dann müssten sie ja ebenfalls gegen einen Genderfeminismus sein. Oder nicht?

      • „“Chistian, du lebst in einer Soziologentraumtänzer- Welt”

        Der ist wirklich lustig.

        Der Satz zeigt außerdem, dass da wenig Kenntnis existiert, was Soziologen so treiben. Offenbar spukt das 68er-Idealbild des politisch bewegten Soziologen noch durch die Köpfe. Der Realität dürfte das nicht mehr entsprechen. Im Grunde leben die Soziologen eher in einer finsteren Welt, weil sie hinter der fröhlich-bunten Fassade des Alltagslebens fortwährend hinterrücks wirkende Strukturen sehen, die der individuellen Autonomie entgegenwirken.

    • In welchem Kontext dachtest Du das?
      Michael Klein, der Betreiber von sciencefiles ist übrigens…
      … Soziologe ^^

      Wie gesagt: Es fehlt da einfach die Kenntnis. Es mag viele Schwätzer geben, das ist eine Fehlentwicklung. In der Regel befassen Soziologen sich aber mit recht handfesten Problemen.

      • „In der Regel befassen Soziologen sich aber mit recht handfesten Problemen.“

        Aha. Welche denn, und wie soll ich als Nichtsoziologe die handfeste von der geschwätzigen unterscheiden?
        Ich denke, wenn man die deutschen Soziologen für Labertaschen hält hat man eine gute Trefferquote …

        Ich zumindest frage mich warum lassen die Soziologen diese Schwätzer ungehindert diese Wissenschaft zerreden?

        Wem fehlt einfach die Kenntnis? Dem Michael Klein etwa?

        • Aha. Welche denn, und wie soll ich als Nichtsoziologe die handfeste von der geschwätzigen unterscheiden?

          Mit Buchstabenzählen unterscheidest du leider auch keinen Fischhändler von einem Teppichhändler 😀

          Wem fehlt einfach die Kenntnis? Dem Michael Klein etwa?

          Ööhm..

        • „Ööhm..“

          Sind wir jetzt weiter? Wie soll denn Otto.Normalo die Schwätzer von den Wissenschaftlern unterscheiden, wenn die Wissenschaftler die Schwätzer einfach machen lassen? Die Antwort ist doch nicht, daß Teppich in der Pfanne ganz fürchterlich stinkt und den Rauchmelder zur Auslösung bringt …

          Hast Du eine Antwort zu dem M. Klein oder nich?

        • @ Nick

          „Mit Buchstabenzählen unterscheidest du leider auch keinen Fischhändler von einem Teppichhändler 😀 “

          Da irrst Du dich aber gewaltig. Mit raffiniertem
          Buchstabenzählen werden heute persönliche
          Daten gesammelt, die eigentlich nicht
          verwendet werden dürften, für Entscheidungen
          z.B. bei einer Anstellung.

          http://epic.org/privacy/profiling/

        • Buchstabenzähler:
          „Ich denke, wenn man die deutschen Soziologen für Labertaschen hält hat man eine gute Trefferquote …“

          Das steht im Widerspruch zu Deiner Aussage, dass man als Normalverbraucher die Schwätzer nicht von Nicht-Schwätzern unterscheiden kann. In dieser Aussage anerkennst Du schließlich, dass Du nicht viel über Soziologie weißt – was ja vollkommen legitim ist. Weniger sinnvoll ist dann aber das Urteil, man finde da vor allem „Labertaschen“. Ein solches Urteil kann nur der fällen, der sich mit der Materie auskennt.

          Anderenfalls ist dieses Urteil nichts anderes als Geschwätz.

          „Wie soll denn Otto.Normalo die Schwätzer von den Wissenschaftlern unterscheiden, wenn die Wissenschaftler die Schwätzer einfach machen lassen“

          Das ist ein Problem. Mehr innerwissenschaftliche Kritik und Kontrolle wäre in der Tat angebracht. Nur darf das jetzt nicht zu ungerechten Urteilen führen. Die Gender-Professorinnen sind alle mit höchsten politischen Weihen installiert worden. Da steckt also eine politische Strategie hinter. Das anzugreifen ist nicht ganz einfach. Ferner dringt die Kritik an den Genderisten nicht nach außen. Warum? Weil die Soziologenkritiker sich ja gar nicht mit Fachdebatten befassen. Sie nehmen ja nur wahr, was andere Genderkritiker herauskramen. Sie übersehen dabei aber den ungemein selektiven Blick, weil nur das Empörenswerte hervorgeholt wird. Damit wird aber allen Unrecht getan, die wissenschaftlich solide arbeiten.

          Man sollte einfach immer Vorsicht walten lassen und sich nicht in vorschnelle Urteile hineinretten.

  12. „Hat der Maskulismus ein Interesse an der Entstehung und Förderung eines gemäßigten Feminismus?“

    Natürlich hat er das. Das Problem ist nur, dass „gemäßigter Feminismus“ allenfalls von einzelnen Frauen vertreten wird, die sich als „Feministin“ bezeichnen.

    Gemäßigte Strömungen des Feminismus sind denkbar. Falls es sie bereits gibt, sind sie alles andere als einflussreich. Sowohl im Establishment als auch in der Netzwelt ist der Feminismus, den man typischerweise antrifft, alles andere als gemäßigt.

    Solang das so ist, brauchen wir mehr Maskulisten, Feminismuskritiker und auch Antifeministen.

    Eine politische Interessensvertretung steht entweder beiden Geschlechtern zu, oder keinem von beiden. Auch auf dem Gebiet brauchen wir mehr von dem, was die Feministinnen schon so lange lauthals fordern: Nämlich mehr Gleichberechtigung.

      • @ Christian

        Auch deshalb kann man sich über wirklich gemäßigte Feministinnen nur freuen.

        Aber die gibt es kaum. Wie kann man die zur Zeit fördern?

        Mehr feminismuskritischen Druck machen, mehr einzelne wirklich gemäßigte Feministinnen weiterempfehlen oder beides?

        Ich habe letzten Samstag nicht umsonst Astrid von Friesen verlinkt. So weit ich weiß, bezeichnet die sich noch als Feministin. Sie hat jedenfalls früher für die EMMA geschrieben.

        Und so eine empfehle ich weiter. Normalerweise geht das aber mit ehemaligen oder noch aktiven EMMA-Autorinnen nicht.

  13. Ein gemäßigter Ismus ist ein Widerspruch in sich.

    So etwas wird es nie geben, erst recht nicht bei der Tradition.

    Christian, du bist meiner Meinung nach sehr naiv.

    Die einzige Perspektive lautet so: Durch das Öffentlichmachen und Aussprechen der Wahrheit zum Aussterben des Feminismus beitragen.

    Einen „Maskulismus“ (als System) erst gar nicht anstreben.

    Das Ziel kann nur die Normalität im Geschlechterleben sein. Dazu bedarf es keiner Ismen.

    Ich kapier‘ immer nicht, wie naiv manche Leute sind.

    Dieser ganze Schwachsinn wird doch genauso im Gulli der Geschichte verschwinden wie der Streit und die Hysterie um Religion und Atheismus.

    Es interessiert heute einfach kein Schwein mehr und gut ist. (Außer vielleicht ein paar Paranoikern)

    Der feministische Müll muß aussterben. 🙂

    • Jaja, Christian ist naiv, Leszek ist naiv, wir sind ja alle naiv… nur Kirk, der homophobe Antifeminist mit einer Sympathie für das gelbe Forum, der weiß natürlich alles besser und hat voll den Überblick… jaja, schon klar^^

    • Wieder Lust auf ein bißchen Emotionalität, Stephi?

      Frauen dürfen heute auch Argumente verwenden. Sie müssen nicht mehr die eingeschnappten Zicken spielen.

      PS: Ich habe nun mal recht. Da nützt auch kein Rumzetern mit Frauenbonus.

      Ich bin übrigens nicht homophob. Ich weise nur ab und zu darauf hin, daß Homosexualität sich sexuellen Mißbrauchserfahrungen in der Kindheit verdankt.

      Ist das schlimm?

      Es ist schon peinlich, mit was für einer Penetranz und Insistenz die Schwachsinnsvokabel „homophob“ gebraucht wird. Jeder reflektierte Mensch denkt da sofort an die vielen anderen Inquisitionsvokabeln der Menschheitsgeschichte.

      • „Und was bedeutet das “Normalität im Geschlechterleben”?“

        Es bedeutet zB, daß der Staat sich weitgehend aus der Sache raushalten soll. Den Staat geht es nix an, wer putzt oder die Knöppe an Herd und Waschmaschine dreht oder die Dichtungen am Wasserhahn auswechselt.

    • Keine Verfolgung von willkürlichen Prozentanteilen mehr.
      Eine Ende des Primats der angeblichen Benachteiligung von Frauen.
      Ein Ende des Gleichberechtigungsparadigmas überhaupt.
      Gleichberechtigung wird als gegeben aufgefaßt und man nimmt sich konkreter Mißstände an. Egal wen sie betreffen.

      Kurz: Ein Ende der neurotischen Normativitäten bei diesem Thema. Also der willkürlichen Wertungen in die immer gleiche Richtung.

  14. Frauen interessieren sich allgemein kaum für Männerprobleme, denn sie wollen eher funktionierende, selbstständige „Kerle“, die genau solche Probleme und Angriffszonen eben nicht zugeben und zur Schau stellen. Wenn es doch mal Probleme (beim eigenen Mann, versteht sich, alle anderen sind ja dann auch wieder egal) gibt, wird das Problem eher individualistisch gelöst; Männer sind nach wie vor immer selber an ihrem Scheitern schuld im krassen Gegensatz zu Frauen, wo fast immer externe Kräfte am scheitern Schuld sein sollen.

    Seit der Entstehung des Feminismus gab es keine einzigen sinnvollen Dialog; selbst die Männer, die selbst Feministen waren und versucht haben innerhalb der Bewegung zu arbeiten haben genau das gleiche erreicht, was wir bis jetzt erreicht haben, nämlich absolut rein gar nichts. Die Idee, dass es da irgendwelche Andockstellen beim gemässigten Feminismus geben könnte, wenn alle Fakten genau das Gegenteil vertreten scheint mir nicht besonders realistisch. Wenn es so etwas gäbe, wären längst Fortschritte innerhalb und ausserhalb des gemässigten Feminismus zustande gekommen. Wie lange muss man denn etwas versuchen, bis man endlich aufgeben und weglaufen darf?

    Das soll nicht heisse, dass ich mir einen solchen Erfolg nicht wünschen würde, aber die Chance eines fruchtbaren Dialogs dürften sehr gering sein und die Leute, die man vielleicht am ehesten noch erreichen könnte werden sowieso alles „nur“ Männer sein, die bereits in den gefestigten Strukturen gescheitert sind. Kein schöner Ausblick…

  15. Pingback: Antifeminismen im Maskulismus « jungsundmaedchen

  16. Pingback: “Wenn du Kritik an meiner Meinung äußerst, dann gehörst du zur Gegenseite” | Alles Evolution

  17. Pingback: Kann es einen humanistischen Feminismus geben? | Alles Evolution

  18. Pingback: Maskulismus, Männerrechte und Familienrecht | Alles Evolution

Schreibe eine Antwort zu James T. Kirk Antwort abbrechen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.