DEN Feminismus gibt es nicht, es sei denn…

Neuer Peter schrieb etwas zur Einheitlichkeit des Feminismus

“Feminismus = Gleichberechtigung, da hamm wir es wieder.”

Und wenn unisono alle feministischen Theoretiker, Journalisten, Frontfrauen, Gleichstellungsbeauftragte, Blogger, Genderprofessoren und Think Tanks der letzten beiden Jahrzehnte aktiv der Gleichberechtigung von Männern entgegengewirkt haben, dann war das halt kein wahrer Feminismus. Weil der eben für Gleichberechtigung ist. Außerdem darf und kann man den Feminismus nicht kritisieren, weil es _den_ Feminismus ja gar nicht gibt. Es sei denn, man will ihn für jene Fortschritte auf dem Gebiet der formalen Gleichberechtigung verantwortlich machen, die sich vollzogen, bevor es den Feminismus in seiner organisierten Form überhaupt gab. Deswegen darf man den Feminismus übrigens gleich doppelt nicht kritisieren, weil man dann ja automatisch die Gleichberechtigungserfolge zunichte macht, die der Feminismus errungen hat, bevor es ihn gab. Also, nicht gab. Denn _den_ Feminismus gibt es ja nicht. Außer, wenn man Fördergelder einwirbt.

Alles klar soweit?

In der Tat gibt es den Feminismus dann, wenn man sich positiv auf ihn berufen will, sehr häufig, bei Kritik aber nicht.

Dabei ist es durchaus richtig, dass es viele verschiedene Arten des Feminismus gibt,die Kritik muss jeweils passen. Allerdings ist ja der Genderfeminismus so vorherrschend, dass man ihn üblicherweise als DEN Feminismus meinen kann.

111 Gedanken zu “DEN Feminismus gibt es nicht, es sei denn…

  1. „DEN Feminismus gibt es nicht, es sei denn…“

    Nun, ich versuche Dinge bekanntlich von einem geisteswissenschaftlichen Standpunkt aus zu betrachten und versuche dabei um Objektivität bemüht zu sein – auch wenn dies auf diesem Blog nicht so gerne gesehen ist. 🙂

    Und diesbezüglich ist zu sagen: Die Aussage, DEN Feminismus gibt es nicht, ist selbstverständlich richtig.

    Männerrechtler betonen bei undifferenzierten Kritiken übrigens auch stets, dass es DEN Maskulismus nicht gibt.

    Das ist eine interessante Diskursstrategie beider Seiten. Wird die eigene Seite angegriffen, heißt es – und das ist wissenschaftklich auch korrekt – DEN Feminismus/ DEN Maskulismus gibt es nicht.

    Wird die andere Seite kritisiert, wird diese Wahrheit, die man ganz selbstverständliche für sich in Anspruch nimmt, auf einmal irrelevenant, dann gibt es auf einmal DEN Feminismus oder DEN Maskulismus (als Gegner).

    Aus geistes- und sozialwissenschaftlicher Perspektive ist es völlig normal, dass jede soziale Bewegung sich ab einer bestimmten Größe in Unterströmungen aufspaltet, die man einzeln und differenziert beurteilen muss. Natürlich sind einige dabei einflussreicher als andere.

    Da heutzutage in westlichen Gesellschaften leider ein problematischer und kritikwürdiger radikaler Feminismus vorherrschend ist, spreche ich bei meinen feminismuskritischen Äußerungen manchmal vom „in westlichen Gesellschaften vorherrschenden Feminismus“, eine Formulierung die bereits drei Differenzierungen beinhaltet.

    – heute: meine Kritik bezieht sich also nicht auf feministische Strömungen der Vergangenheit

    – in westlichen Gesellschaften: meine Kritik bezieht sich nicht auf feministische Strömungen in nicht-westlichen Kontexten

    – vorherrschend: meine Kritik bezieht sich also auf die radikalen Strömungen, die zur Zeit in westlichen Gesellschaften leider vorherrschend sind, andere sind damit nicht gemeint.

    „Allerdings ist ja der Genderfeminismus so vorherrschend, dass man ihn üblicherweise als DEN Feminismus meinen kann.“

    Dies wäre übrigens auch aus feminismuskritischer Perspektive falsch, weil auch der klassische Radikalfeminismus noch einen gewissen Einfluss hat und diese beiden Hauptströmungen des radikalen Feminismus sich in einigen Punkten ja durchaus unterscheiden (z.B. bei den Themen Sexarbeit, Multikulturalismus, Intersektionalität).

    Daher u.a. fasse ich meine Kritik am radikalen Feminismus unter den Begriff „Paradigma des Radikalfeminismus“ zusammen“.

    https://allesevolution.wordpress.com/2014/03/30/das-paradigma-des-radikalfeminismus/

    Das umfasst alles, was aus männerrechtlicher Perspektive am Feminismus problematisch und kritikwürdig ist, ist aber gleichzeitig differenziert in der Kritik und pragmatisch auch gut an den Mainstream vermittelbar. (Mit einem Begriff und Konzept wie „Antifeminismus“ ist es nebenbei gesagt völlig unmöglich berechtigte männerrechtliche Anliegen in den Mainstream zu bringen.)

    „Es sei denn, man will ihn für jene Fortschritte auf dem Gebiet der formalen Gleichberechtigung verantwortlich machen, die sich vollzogen, bevor es den Feminismus in seiner organisierten Form überhaupt gab. Deswegen darf man den Feminismus übrigens gleich doppelt nicht kritisieren, weil man dann ja automatisch die Gleichberechtigungserfolge zunichte macht, die der Feminismus errungen hat, bevor es ihn gab.“

    Auch der Feminismus der ersten Welle der Frauenbewegung, der in seinen liberalen und sozialistischen Hauptströmungen im Wesentlichen berechtigt und an Gleichberechtigung orientiert war, war bereits organisiert.
    „Der Begriff Feminismus ist damals zwar primär von den bürgerlichen und liberalen Strömungen der ersten Welle der Frauenbewegung verwendet worden, die sozialistischen Strömungen der Frauenbewegung bezeichneten sich damals meist noch nicht als feministisch, aber im Nachhinein werden auch diese heute oft mit diesem Begriff bezeichnet.)

    So, nachdem ich mich jetzt wieder ein bißchen unbeliebt gemacht habe, gehe ich jetzt frühstücken. 🙂

    • „So, nachdem ich mich jetzt wieder ein bißchen unbeliebt gemacht habe, gehe ich jetzt frühstücken“

      Warum denn? Du hast ja völlig recht.

      Es ging mir beim oben von Christian zitierten Rant ja auch eher um eine Antwort auf den Taschenspielertrick, den yacv unten angesprochen hat:

      „“Wer unter der Frage “Glauben Sie an die vollständige Gleichberechtigung von Mann und Frau?” auf das Kästchen “Ja” klickt, weiß Bescheid – und darf sich fortan Feminist/in nennen.”“

      Du hast es bereits angesprochen: Die beiden im Westen derzeit vorherrschenden feministischen Strömungen sind der Dworkin/Schwarzer-Radikalfeminismus der zweiten Welle und der radikal sozialkonstruktivistische PC-Gender-Feminismus der dritten Welle. Beide sind auf ihre Art tendenziell totalitär, paternalistisch und stehen auf Kriegsfuß mit elementaren freiheitlichen Prinzipien des liberalen Rechtsstaates.

      Und da dies der Fall ist, ist es mMn durchaus angemessen, diese Schwäne auch mal weiß zu nennen.

      Auch wenn sich irgendwo ein Schwarzer rumtreibt.

      • Vorsicht! Godwin!

        DEN Nationalsozialismus gibt es nicht, sondern eine Menge verschiedener Strömungen in allen Brauntönen, die alle wie Scheisse riechen, weshalb man alle Strömungen unter dem Begriff „Scheisse“ subsummieren darf.

        Feminismus stinkt genauso. Erste Welle, zweite, dritte … wieviel gibts eigentlich? Kann mir das mal jemand erklären? Ein neuer Feminismus wird doch im Zweiwochentakt medial ausgerufen. Nach meiner Zählweise sind es mittlerweile einige Tausend Wellen. Erinnert an die chinesische Wasserfolter, bei der tagelang ein Wassertröpfchen nach dem anderen auf die Stirn platscht, bis man wahnsinnig wird.

        Ein gemeinsames Merkmal aber haben alle Feminismen. Frauenprivilegierung ohne Ende. Diese Einsicht genügt mir, um DEN Feminismus aka Frauenprivilegierung abzulehnen. Dazu ist kein geisteswissenschaftliches Studium nötig.

        • @ Peter

          *Dazu ist kein geisteswissenschaftliches Studium nötig.*

          Um Feminismen zu differenzieren auch nicht.

          Eher schon Koprophilie.

        • @ yacv

          Es gibt da einen entscheidenden Unterschied. Feminismus ist eine politische Bewegung. Politische Bewegungen versuchen, Gleichgesinnte zu organisieren um gemeinsam politisches Gewicht zu erlangen. Es gibt keinen Grund für eine besondere Rücksichtnahme gegenüber Feministen und sich jeder Pauschalisierung zu enthalten. Damit würde jede Kritik verunmöglicht, was ja gerade das Ziel ist.

          Heterosexualität aber ist zunächst mal nur eine sexuelle Orientierung und sonst gar nichts. Abgesehen davon kann die sexuelle Orientierung auch nicht frei gewählt werden.

        • Für jede Diskussionsebene gibt es ein angemesses Differenzierungsniveau.

          Wenn wir uns über die Gefahr unterhalten, die „der Feminismus“ für solche Banalitäten wie das Prinzip der rechtlichen Gleichheit darstellt, dann ist es für diese Diskussion in erster Instanz erst einmal egal, ob man damit den Feminismus der ersten oder zweiten Welle, Schwarzer oder Femen meint.

          Sobald man dann dazu übergeht, sich über die theoretische Tiefenstruktur dieser Feminismen zu unterhalten, die derartige Ansichten erst ermöglicht, dann, ja dann, können und müssen wir differenzieren.

          Aber ich kann nicht jeder Aussage zum Thema einen ideengeschichtlichen Abriss voranstellen.

        • Odysseus sagte dem Zyklopen, bevor er ihm sein Auge ausstach: Mein Name ist Niemand. Und als der Zyklop, geblendet, um Hilfe rief, sagte er: Niemand hat mir ein Leid getan. Die Moral von der Geschicht?

          In einem politischen Kampf muss der Gegner einen Namen haben.

        • @ NP
          Theoretische Tiefenstruktur dieser Feminismen? Wenns denn echte Feminismen (= Sexismen) sind, dann findet man keine Tiefe sondern höchstens Nebelbänke. Diese Feminismen rekurrieren ja immer auf die selbe Handvoll sexistischer Lügen. Wann ist je ein feministisches Argument aufgetaucht, wenn nicht aus den Tiefen des instinktiven weiblichen Sexismus?

        • @NP
          Ich möchte trotzdem klarstellen, dass ich die soziologisch-historischen Beiträge von Leszek und deine Differenzierungsbemühungen schätze. Sie sind meiner Meinung nach auch wichtig.

        • @ Peter

          „In einem politischen Kampf muss der Gegner einen Namen haben.“

          Der politische Gegner ist mit der zusammenfassenden Bezeichnung „radikaler Feminismus“ treffend, wahr und für jeden nachvollziehbar bezeichnet.

          Mit dem Label „Antifeminismus“ lassen sich männerrechtliche Anliegen nicht in den Mainstream bringen, nicht in den liberalen Mainstream, noch nicht mal in den konservativen Mainstream, erst Recht nicht in den linken Mainstream.

          „Ein gemeinsames Merkmal aber haben alle Feminismen. Frauenprivilegierung ohne Ende.“

          Das ist, wie oben bereits erwähnt, nicht zutreffend, auch wenn es in Bezug auf die beiden einflussreichsten Strömungen des Feminismus in heutigen westlichen Gesellschaften (klassischer Radikalfeminismus und (vulgär-)poststrukturalistischer Gender-Feminismus) stimmt.

          Zudem haben dissidente Feministinnen (Equity-Feminismus, Individual-Feminismus) im englischsprachigen Raum mit ihren Schriften mindestens genauso viel für Männerrechte geleistet wie die wichtigsten männerrechtlichen Autoren.

          (Nebenbei gesagt hatte sich auch schon die klassische sozialistische Frauenbewegung der ersten Welle der Frauenbewegung auch für Anliegen engagiert, die wir heute als männerrechtlich relevant ansehen würden, z.B. Abschaffung der Wehrpflicht, bessere Arbeitsbedingungen, bessere Gesundheitsversorgung.)

          Für gemäßigte Feministinnen ist es zudem in der gegenwärtigen Situation leichter männerrechtliche Anliegen zur Anerkennung zu verhelfen und in den Mainstream zu bringen. Mir ist jede Feministin, die männerrechtliche Anliegen unterstützt willkommen.

          Darüber hinaus interessiert mich nicht, wie sich jemand nennt, mich interessiert nur, was jemand vertritt und jede geschlechterpolitische Strömungen, die auf den Grundsätzen „Gleichwertigkeit der Geschlechter, nicht-normative Geschlechterbilder, gleiche Rechte UND gleiche Pflichten“ beruht, wird von mir unterstützt.

        • @ Leszek

          Wie bringt man denn Anarchosyndikalismus in den „Mainstream“?

          Indem man aufhört Antikapitalist zu sein?

          Oder gelten da andere Regeln?

        • @ Roslin

          „Wie bringt man denn Anarchosyndikalismus in den “Mainstream”?“

          Um dir hier kurz zu antworten, (obwohl du ja sowieso nicht in den Mainstream willst):

          Klassenkämpferischen freiheitlichen Sozialismus bringt man in erster Linie durch erfolgreiche Arbeitskämpfe in den Mainstream, aber auch durch ansprechende Arbeit auf kulturellem Gebiet und auch durch gute Theoriearbeit.
          (Die Übertragbarkeit hinkt hier also offensichtlich.)

        • @ Leszek

          *Klassenkämpferischen freiheitlichen Sozialismus bringt man in erster Linie durch erfolgreiche Arbeitskämpfe in den Mainstream, aber auch durch ansprechende Arbeit auf kulturellem Gebiet und auch durch gute Theoriearbeit.
          (Die Übertragbarkeit hinkt hier also offensichtlich.)*

          Keineswegs.

          Denn erfolgreiche Arbeitskämpfe z.B. setzen eine erfolgreiche Agitatation von Menschen voraus, die an Differenzierung so sehr nicht interessiert sind.

          Also eine eindeutige Benennung eines EINFACHEN Feindbildes.

          Sollte das die Linke mittlerweile anders sehen, dann wäre die kulturmarxisitische Linke allerdings ihr Geld wert.

          Vor der müssten sich kapiatlisten nicht mehr fürchten.

        • @ Roslin

          Dazu habe ich mich bereits geäußert.
          Als Gegnerbezeichnung reicht „radikaler Feminismus“ völlig aus. Das ist einfach genug. Und zudem wahr und mainstreamkompatibel.
          Und wer sich weitergehend informieren will, wird dabei auch nicht auf Dissonanzen und Widersprüche stoßen, die bei Propagandalügen sonst notwendig auftauchen.

          „Sollte das die Linke mittlerweile anders sehen, dann wäre die kulturmarxisitische Linke allerdings ihr Geld wert.
          Vor der müssten sich kapiatlisten nicht mehr fürchten.“

          Da die neo-marxistische Linke sich schwerpunktmäßig mit Kritik am neoliberalen Kapitalismus beschäftigt, ist sie für die Kapitalisten durchaus problematisch.

          Deine Propagandalügen über „Kulturmarxisten“ stellen allerdings keine Gefahr für den vorherrschenden Radikal/Gender/Staatsfeminismus dar, sondern bieten eine gute Möglichkeit die Männerrechtsbewegung weiterhin auszugrenzen.
          Denn eine Männerbewegung, die auf Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorien beruhte, wäre in der Tat bekämpfenswert.

        • @ Leszek

          *Denn eine Männerbewegung, die auf Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorien beruhte, wäre in der Tat bekämpfenswert.*

          Sicher. Eine solche Männerbewegung wäre eine Gefahr für diese kulturmarxistische Linke und ihre kapitalistischen Weggefährten, die den Feminismus und diese Neolinke promovieren.

          In den Medien, an den Hochschulen.

      • Und da dies der Fall ist, ist es mMn durchaus angemessen, diese Schwäne auch mal weiß zu nennen.

        Auch wenn sich irgendwo ein Schwarzer rumtreibt.

        Stimmt schon, und insofern ist es eigentlich auch unnötig vom „vorherrschenden Feminismus“ zu sprechen: Ein undifferenziert verwendeter Begriff meint in aller Regel die Regel, und nicht die Ausnahme.

        Allerdings lässt man so „NAFALT!“ und „DFGN!“* von vornherein ins Leere laufen: Es interessiert nicht, dass es auch schwarze Schwäne gibt, wenn es um die Wirkmächtigkeit der mehrheitlich schwarzen Schwäne geht.

        Damit hat man den Deutungsrahmen bzw. den Frame gesetzt: Die Feministin mag sich durchaus sehr dafür interessieren, ob ein klassisch-radikalfeministischer oder ein poststrukturalistischer Ansatz vertreten wird. Für den Männerrechtler ist diese Differenzierung aber belanglos, DerMann als DasPöse ist für ihn die entscheidende Schnittmenge. Also: vorherrschender oder auch hegemonialer Feminismus.

        NAFALT und DFGN sind auch Strategien, Feminismus in ein anderes Frame als das eigentlich Diskutierte zu stellen. Derailing, sozusagen.

        *)“Den Feminismus Gibts Nich“

    • Du wirst immer peinlicher, Leszek.

      Dieses Verbalgesülze gibt es bekanntlich NUR von Feministinnen. Ich habe diese depperte Ausweichstrategie noch nie von unsereins vernommen – allerhöchstens in einem satirisch-ironischen Sinne.

      Ich persönlich bin erschüttert, wie unkritisch Leszek ist und wie er auf Biegen und Brechen eine Spiegelbildlichkeit von Maskulismus und Feminismus herstellen will.

      Du bist halt ein Linker, dir ist nicht mehr zu helfen.

      • @ Kirk

        „Du wirst immer peinlicher, Leszek.“

        Gibt´s auch Sachargumente, Kirk.

        „Ich habe diese depperte Ausweichstrategie noch nie von unsereins vernommen – allerhöchstens in einem satirisch-ironischen Sinne.“

        Sie wird andauernd angewendet, wann immer Männerrechtlern undifferenziert vorgeworfen wird rechts, frauenfeindlich, rassistisch etc. zu sein.

      • Ach, Leszek,

        Du bist wohl die Naivität in Person.

        Es gibt keine ernst zu nehmenden Männerrechtler, die rechtsextrem, frauenfeindlich oder rassistisch wären.

        Dagegen sind die meisten normalen Feministinnen männerfeindlich, durchgeknallt und chauvinistisch. Dies läßt sich 1a beweisen.

        Genau dann kommen diese lächerlichen Ausflüchte à la DER Feminismus.

        Männerrechtler haben solche Ausflüchte überhaupt nicht nötig. Sie widerlegen einfach die Anschuldigungen.

        Noch dazu ist der Vorwurf, „rechts“ zu sein, in sich totalitär.

        Dich kann man einfach nicht mehr ernst nehmen, Leszek.

        Komm mal aus deinem pseudolinken Sandkasten heraus. Hast du meinen aktuellen Artikel gelesen?

        Ich mein’s gut mir dir. Verabschiede dich von dieser paranoiden Begriffswelt, wonach du alles explizit oder implizit in rechts und links einteilst.

        • @ Kirk

          „Es gibt keine ernst zu nehmenden Männerrechtler, die rechtsextrem, frauenfeindlich oder rassistisch wären.“

          Die Betonung liegt hier auf „erstzunehmend“, denn es gibt solche Leute ja leider durchaus.

          „Männerrechtler haben solche Ausflüchte überhaupt nicht nötig. Sie widerlegen einfach die Anschuldigungen.“

          Und die widerlegen sie mit dem Verweis auf Strömungsdifferenzierungen, also: DEN Maskulismus gibt es nicht.

          „Noch dazu ist der Vorwurf, “rechts” zu sein, in sich totalitär.“

          Das hieße also, dass man niemanden mehr als rechts bezeichnen dürfte, was wohl keine Lösung darstellt und ebenfalls „in sich totalitär“ wäre.

          „Verabschiede dich von dieser paranoiden Begriffswelt, wonach du alles explizit oder implizit in rechts und links einteilst.“

          Ich habe da sogar noch weit differenziertere Unterteilungen.

        • Stell dich nicht dumm.

          Welcher Männerrechtler ist denn bekannt und vertritt extremistische oder frauenfeindliche Positionen.

          Stell dich nicht noch dümmer.

          Der Vorwurf, rechts zu sein, wird immer in einem totalitären Sinne gebraucht.

          Mann, Leszek, bei dir bekommt man langsam den Eindruck, daß du geistig – na du weißt schon.

          Sagt Arne Hoffmann, daß es DEN Maskulismus nicht gibt, oder widerlegt er einfach die Verleumdungen durch Kemper und Co.?

          Mann, Leszek, du solltest langsam Autor der Mädchenmannschaft werden.

          Mach ’ne Therapie und verabschiede dich von deiner Intellektualitis.

        • @ Kirk

          „Welcher Männerrechtler ist denn bekannt und vertritt extremistische oder frauenfeindliche Positionen.“

          Zum Glück keiner, jedenfalls nicht in Deutschland.

          „Der Vorwurf, rechts zu sein, wird immer in einem totalitären Sinne gebraucht.“

          Auweia – dann können wir die NPD jetzt nicht mehr als rechts bezeichnen, ohne uns des Totalitarismus schuldig zu machen.

          „Sagt Arne Hoffmann, daß es DEN Maskulismus nicht gibt, oder widerlegt er einfach die Verleumdungen durch Kemper und Co.?“

          Er widerlegt die Verleumdungen und zwar u.A. durch Betonung von Strömungsdifferenzierungen.
          Schließlich geht es nicht um den wörtlichen Satz „DEN Maskulismus gibt es nicht“, sondern um das entsprechende Argument.

          „Mann, Leszek, du solltest langsam Autor der Mädchenmannschaft werden.“

          Ich fürchte, die werden für meine Sichtweisen ähnlich viel Offenheit haben wie du. Ich muss also wohl noch ein bißchen hier rumhängen. 🙂

          „Mach ‘ne Therapie und verabschiede dich von deiner Intellektualitis.“

          Nö, ich lehne Anti-Intellektualismus ab.

        • Dieser Satz von mir war offenbar mißverständlich:

          „Die Betonung liegt hier auf “erstzunehmend”, denn es gibt solche Leute ja leider durchaus.“

          War gemeint im Sinne von:

          „Die Betonung liegt hier auf “erstzunehmend”, denn es gibt solche Leute ja leider durchaus, auch wenn keine bekannten Männerrechtler darunter sind.“

        • Du bist ein hoffnungsloser Fall.

          Glaubst du dir denn den ganzen Müll, den du schreibst?

          Die NPD ist nicht rechts, sondern rechtsextrem.

          Dieses Detail ist außerdem völlig unwichtig dahingehend, wie viele Linke diesen Begriff mißbrauchen, um alles Nichtlinke zu diskreditieren.

          Wenn mir jemand sagt, Arne Hoffmann oder so ist rechts oder frauenfeindlich, dann weiche ich nicht aus und sage, ja aber es gibt ja auch noch andere, sondern zeige, daß diese Vorwürfe Blödsinn sind.

          Kannst du eigentlich auch Fehler zugeben?

          Wie du siehst, gibt es keine unseriösen, frauenfeindlichen Männerrechtler der ersten Reihe.

          Wieso schreibe ich diesen Müll überhaupt: Leszek, bist du noch bei Sinnen?

          Du bist wohl der geborene Erbsenzähler und Korinthenkacker. Alles um deine linke verquaste Ideologie abzusichern. Einfach lächerlich.

          Du könntest auch langsam mal ins Nachdenken kommen.

        • @ Kirk

          „Wenn mir jemand sagt, Arne Hoffmann oder so ist rechts oder frauenfeindlich, dann weiche ich nicht aus und sage, ja aber es gibt ja auch noch andere, sondern zeige, daß diese Vorwürfe Blödsinn sind.“

          Verleumderische Einzelfallvorwürfe waren hier nicht das Thema.
          Es ging um undifferenzierte Vorwürfe gegenüber Männerrechtlern AN SICH.
          Und diese werden im Allgemeinen zurückgewiesen, in dem klargestellt wird, dass es nicht nur den radikalen und rechten Rand der Männerbewegung gibt, sondern auch viele gemäßigte linke, liberale und konservative Männerrechtler – also durch Verweis auf Strömungsdifferenzierungen.
          Und genau das geschieht häufig – auch zu Recht.

  2. Völlige Zustimmung, zwangsläufig, denn mein eigener Ansatz, mir die Maskulismus-Varianten klarzumachen, war bzw. ist damit konsistent.

    Damit zusammen hängt die immer wieder aufkommende Diskussion, ob man der anderen Seite ihre extreme Ränder vorhält und verlangt, sich davon explizit zu distanzieren. Ich halte das inzwischen für einen schlechten Diskussionsstil und unhöflich bei Meinungsgegnern, die sich glaubwürdig davon distanziert haben.
    In meinem Fall führt das sogar zu einem inneren Widerspruch dazu, daß ich gar nicht erst mit solchen Leuten diskutiere. Ich habe das (weil es nirgendwo anders hinpaßte) jetzt in einer neuen Seite über Benimmregeln ansatzweise aufgeschrieben, auch wenn das nicht nur „äußerliche“ Manieren betrifft, sondern auch die Strategie, wie man überhaupt mit wem diskutiert und wofüür man seine Zeit investiert.

    Ich fürchte, ich mache mich damit auch ein bißchen unbeliebt ….

    Nebenbei finde ich, daß diese Fragen zwar wichtig sind und geklärt werden sollten, aber es gibt wirklich wichtigeres, z.B. Aktionen wie die gerade von sciencefiles initiierte.

  3. Sicher gibt es DEN Feminismus nicht.

    Außer dem kulturmarxistischen Feminismus, den gibt es wohl.

    Aber wir sind hier nicht im geisteswissenschaftlichen Seminar, sondern haben es mit einer politisch wirkmächtigen, in weiten Teilen bösartigen Ideologie zu tun, die aus den Seminarräumen in die Gesellschaft suppt, dabei eine geistige Grundstruktur ausbeutend, die weniger differenziert ist als die tausend Blümelein, die auf diesem gemeinsamen Mistbeet blühen.

    Die typische Geistesverfassung, die zu Feminismus führt, besteht aus Männerhass, Neid, Minderwertigkeitsgefühl, Selbstunicherheit, aus RESSENTIEMENT.

    Außerhalb des geisteswissenschaftlichen Elfenbeintürmchens gibt es DEN Feminismus – in den Massenmedien, in der Politik, unter westlichen Frauen.

    Dort steckt er sich alle möglichen Federn an DEN feministsichen Hut und er tut gut daran, denn so vermittelt er seinen Anhänger.I.nnen/Mitläufer.I.nnen das Gefühl, Mitglieder einer mächtigen Bewegung zu sein.

    Seine Aktivist.I.nnen üben effektiv Einfluss aus, die zu einem Jungen/Männer benachteiligenden Umbau fast aller Lebnsbereiche führt.

    Geisteswissenschaftliche Seminaristenkultur gehört in’s Seminar, spricht geisteswissenschaftliche Seminaristen an, aber nicht Otto und Ottilie Normalverbraucher.

    Dem Otto ist es egal, ob er aus gleichheitsfeministischer oder differenzfeministischer Motivation heraus diffamiert wird, ob eine Gleichheitsfeministin oder eine Differenzfeministin seine Umwelt männerfeindlich umbaut, dafür agitiert, für ihn die Unschuldsvermutung abzuschaffen usw.

    Im Breitendiskurs kann man sich zu Tode differenzieren und seine Zuhörer/Leser höchst differenziert zu Tode langweilen.

    Und ja, natürlich, wir wollen auch die Orchideen nicht vergessen, wir wollen sie ehren, achten und hoch leben lassen, jene geschätzt 2,5 Feminist.I.nnen weltweit, die nicht misandrisch, nicht neiderfüllt, nicht das aparte Aroma der typischen, ungewaschenen, unrasierten Westfeminist.I.n verströmen mit Damenbart und verbuschten Achselhöhlen.

    Von anderen Filszlausbiotopen will ich gar nicht erst reden.

    Das wäre mir zu differenziert.

    • @ Roslin

      „Sicher gibt es DEN Feminismus nicht.
      Außer dem kulturmarxistischen Feminismus, den gibt es wohl.“

      Neo-marxistisch orientiere Feministinnen gibt es tatsächlich einige wenige. Sie sind allerdings heutzutage selten und in der Regel keine männerfeindlichen Radikalfeministinnen, (wenn auch leider meist einseitig feministisch und mit wenig Kenntnis über männerrechtliche Anliegen).

      „sondern haben es mit einer (…) in weiten Teilen bösartigen Ideologie zu tun,“

      Ja, das trifft auf die konservative/rechte Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungs-Ideologie durchaus zu.
      Bösartig und sogar mörderisch.

      • @ Leszek

        *Ja, das trifft auf die konservative/rechte Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungs-Ideologie durchaus zu.
        Bösartig und sogar mörderisch.*

        Ich kann einer konservativen, kulturmarxistischen „Verschwörungstheorie“ anhängen und trotzdem nicht den geringsten Wunsch verspüren, Kulturmarxist.I.nnen zu zensieren, zu inhaftieren oder gar zu töten.

        Doch, das geht, Leszek.

    • „Aber wir sind hier nicht im geisteswissenschaftlichen Seminar,“

      Fragen wir Christian doch einfach mal:

      Hi Christian,

      sollte dieser Blog deinem persönlichen Selbstverständnis nach auch in Bezug auf geistes- und sozialwissenschaftliche Themen der wahrheitsgemäßen Aufklärung, der Wissenschaftlichkeit und dem Bemühen um Objektivität (auch in der Kritik) verpflichtet sein oder wie Roslin meint – lieber nicht?

        • @ Kirk

          „Komm’ mal von deiner “geisteswissenschaftlichen” Selbstbefriedigung runter.“

          Warum sollte ich?
          Ist das Streben nach Wahrheit nur dann gut, wenn es dich interessiert und dir gefällt?

          Im Genderfeminismus muss man sich übrigens auch für wissenschaftliches Wahrheitsstreben entschuldigen.

        • @ Roslin

          „Es ist nur DEINE Wahrheit, nach der Du strebst, Leszek. Was der widerspricht, ist “Lüge”.“

          Tatsächlich, Roslin?
          Sehr glaubwürdig, wenn man wie du nie Belegquellen für seine Aussagen bei geistes- und sozialwissenschaftlichen Themen liefern kann.

      • @Leszek

        Dieser Blog ist natürlich eigentlich einem strikten Biologismus verpflichtet 😉

        Natürlich sind auch geistes- oder sozialwissenschaftliche Themen immer gerne gesehen, wobei ich es besonders interessant finde, wenn dann auch deren Grundlagen angesprochen werden

      • @Leszek

        „sollte dieser Blog deinem persönlichen Selbstverständnis nach auch in Bezug auf geistes- und sozialwissenschaftliche Themen der wahrheitsgemäßen Aufklärung, der Wissenschaftlichkeit und dem Bemühen um Objektivität (auch in der Kritik) verpflichtet sein oder wie Roslin meint – lieber nicht?“

        Ich lese deine Beiträge immer mit Gewinn.

  4. „Wer unter der Frage “Glauben Sie an die vollständige Gleichberechtigung von Mann und Frau?” auf das Kästchen “Ja” klickt, weiß Bescheid – und darf sich fortan Feminist/in nennen.“

    Ob es sich lohnt, ein ergänzendes Tool zur Verfügung zu stellen? Es stellt nur eine Frage: „Glauben Sie, dass die Welt gerechter wird, wenn nur der Hälfte der Menschen irgendeine Aufmerksamkeit gegeben wird?“
    Wer auf „Nein“ klickt, ist kein/e Feminist.I.n.

    Wahrscheinlich schon zu kompliziert für die durchschnittliche Mein-Feminismus-Feministin.

    • @ yacv

      Wir haben eine vollständige Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland.

      Punkt.

      Der Feminismus will keine Gleichberechtigung sondern Gleich“stellung“ mittels positiver Diskriminierung.

      Das sollte immer wieder klar gestellt werden.

      Die Subtypisierungen von Ideologien sind, egal ob sie den Nationalsozialismus, den Sozialismus ohne national oder den Feminismus betreffen, akademische Spielerei.

      Es geht um die großen Linien, um das allen Subtypen gemeinsame Welt- und Menschenbild.

      Aber wem´s Spaß macht und wer nichts anderes zu tun hat, kann sich natürlich gerne unendlich in der theoretische Diversifizierung verlieren.

      Realitätsflucht und eine gewisse autistische Abstraktophilie sind den neogeisteswissenschaftlichen Veranstaltungen ja zu eigen.

      • „Wir haben eine vollständige Gleichberechtigung von Frauen und Männern in Deutschland.

        Punkt.“

        Nö, definitiv nicht.
        Männer haben in einer Reihe von Punkten nicht die gleichen Rechte wie Frauen bzw. werden ohne trifttigen Grund rechtlich nicht gleich behandelt.

      • „Aber wem´s Spaß macht und wer nichts anderes zu tun hat, kann sich natürlich gerne unendlich in der theoretische Diversifizierung verlieren.“

        Ich denke ja eher, dass ein wesentliches Problem des Feminismus ist, dass er keine intellektuelle Schicht hat von der Art, die Leszek am Herzen liegt.

        So, ohne ernst zu nehmende Selbstreflektion und ohne Differenzierung in den eigenen Reihen, ist aus dem Feminismus geworden, was er heute ist.

        Während deine „Ich bin mir sicher, mein Anliegen ist gut und ich weiß, wer böse ist“ Einstellung sehr hilfreich ist, um was zu bewegen, wird der Maskulismus irgendwann den gleichen Weg gehen, wenn er auch seine Intellektuellen über Bord wirft.

        Im Moment sieht es zum Glück nicht so aus.

    • Ich finde diesen Lorraine Haist-Text klasse. Weil er so entlarvend ist.

      Wäre ich Geldgeber und man würde mir bei einem Marketingmeeting diese Ideen für eine Relaunch-Kampagne unterbreiten, würde ich ganz schnell mein Geld abziehen. Weil die Vorschläge zeigen, dass die Zielgruppe kein Interesse mehr am Produkt hat bzw. es keine nennenswerte Zielgruppe mehr dafür gibt.

      Genau das zeigen nämlich die genannten Vorschläge für den Relaunch des neuen, besseren Feminismus an. Worauf will man abheben, um das Produkt attrativer zu machen:
      (Jetzt kommen Zitate!)

      >Er sieht besser aus.
      > [Er ist ] mitten in der Popkultur angekommen. … wo er gleichzeitig das größte Vermarktungspotenzial hat, weil er auf eine der wichtigsten Zielgruppen trifft: junge, konsumfreudige Menschen.
      >Mit Feminismus lässt sich sehr gut Geld verdienen.
      Er ist kompatibel zu aktuellen Technologien:
      >Frauen bloggen häufiger, und sie nutzen soziale Netzwerke stärker als Männer.

      Probleme der Zielgruppe werden offen genannt:
      > „Junge Frauen wissen nicht, worüber sie im Zusammenhang mit Feminismus reden sollen“
      Was man auch übersetzen kann mit dem katastrophalen Eingeständnis: „die können damit nichts anfangen“. Warum bloß?

      Wichtiger Teil des Relaunch-Projektes:
      >ein dreiseitiges Feature präsentiert die „lustigsten Feministinnen im Netz“
      denn die Zielgruppe ist nun mal Entertainment-orientiert. Und dass das miesepetrig-verkniffene Auftreten mancher F-Protagonisten irgendwie die Massen nicht so anzog, hat man widerwillig zur Kenntnis genommen. Marktforschung halt.

      Überhaupt, die Einschätzung der Zielgruppe ist – interessant.
      Was die vermuteten intellektuellen Kapazitäten angeht, zeigen diese Zitate:
      >Eine tiefere Botschaft gibt es nicht
      >Je einfacher wir unsere Ziele formulieren, desto besser werden wir sie erreichen.
      >jede Überschrift ist bewusst positiv, ermutigend formuliert

      Und weil man ahnt, dass es langsam eng wird, gibt es auch Überlegungen, neue Zielgruppen für das Produkt zu interessieren:
      >Kann man Feminismus lernen? Klar. Und es geht so einfach, dass sogar Männer es können.

      Aber wenn man weiß, dass es mit der Attraktivität des Produktes wirklich hapert, dann muss man eine Schippe nachlegen und auf die Schiene der unbewussten Assoziation statt auf Sachargumente setzen – schließlich hat Tempo es ja auch geschafft, zum Synomym für Papiertaschentücher zu werden:
      >“Elle“-Chefredakteurin Lorraine Candy erwähnt im Beisein ihrer Kinder das Wort „Feminismus“ besonders häufig, um es als Selbstverständlichkeit zu etablieren.

      Als Investor würde ich angesichts dieser impliziten Bankrotterklärung mein Geld abziehen. Und zwar schnell ;-).

      Q: http://www.welt.de/icon/article127383125/Der-neue-Feminismus-sieht-besser-aus.html

  5. @ yacv

    “Wer unter der Frage “Glauben Sie an die vollständige Gleichberechtigung von Mann und Frau?” auf das Kästchen “Ja” klickt, weiß Bescheid – und darf sich fortan Feminist/in nennen.”

    Ah, das ist der Beyoncé-Sandberg-It-Girl-Klitz-Stylishness-Feminism!

    http://www.welt.de/icon/article127383125/Der-neue-Feminismus-sieht-besser-aus.html

    Nur für die Käfersammler.- und Differentialdiagnostiker.I.nnen hier.

    Wenn wir schon im Ameisenhaufen liegen, wollen wir doch wenigstens genau wissen, welches Völkchen uns beißt.

    Bevor wir zur Genanalyse schreiten, die weitere Differenzierungen möglich macht.

    Dann können wir immer noch entscheiden, ob wir liegen bleiben oder nicht.

    Einfach aufspringen und auf dem Haufen herumtrampeln, das wäre viel zu undifferenziert.

    • „Einfach aufspringen und auf dem Haufen herumtrampeln, das wäre viel zu undifferenziert.“

      Am Ende träfe es eine pazifistische Ameise, die dialogfähig gewesen wäre…

      • @ yacv

        *Das klingt, als hättest du von Solanas geträumt und noch nicht verdaut*

        Stimmt.

        Solanas hängt mir noch zwischen den Zähnen.

        Ich puhle die Reste gerade mittels Zahnstocher heraus.

        Zahnseide?

        Ist mir viel zu differenziert.

        • @ yacv

          *Das ist das Gute an Zahnstochern, die helfen auch gegen Clintons und MacKinnons.*

          Ja.

          Was bleibt mir auch anderes übrig.

          Andernfalls würfe mir Leszek u.U. noch vor, ich tendierte zur seidenen Schnur.

          Obwohl der Weg vom Zahnstocher zum Scheiterhaufen auch nicht weit ist.

          Wenn man denn nur will.

    • „Wenn wir schon im Ameisenhaufen liegen, wollen wir doch wenigstens genau wissen, welches Völkchen uns beißt.“

      Niemand hat Dich gezwungen, Dich reinzulegen. Ein Ameisenhaufen ist immer eindeutig als solcher zu erkennen.

      • @ Adrian

        *Niemand hat Dich gezwungen, Dich reinzulegen. Ein Ameisenhaufen ist immer eindeutig als solcher zu erkennen.*

        Trotzdem ist er nicht immer zu vermeiden.

        Wenn man z.B. nur lange und tief genug schläft und dann von den Bissen geweckt wird, den Bissen der Ameisen, die ihren Haufen um einen herum gebaut haben, während man schlief.

        Nun bin ich wach.

    • Der Text zur „vierten Welle“ des Feminismus ist – trotz all seiner Dummheit, Oberflächlichkeit, Trivialität“ – durchaus lesenswert. Er zeigt nämlich sehr schön, dass Feminismus

      a) immer mehr zur Prinzessin-Ideologie wird
      b) Vilars Polemik im Kern immer noch stimmt

      „Und was sagen die Männer zum neuen Feminismus?
      Who cares?“

      Und so was läuft dann unter dem Label „Gleichberechtigung“. Dämliche Tussen!

      • “Und was sagen die Männer zum neuen Feminismus?
        Who cares?”

        Das wurde doch schon geklärt, dass hier ein Tippfehler vorliegt. Es hätte heißen sollen:

        Und was sagen die Männer zum neuen Feminismus?
        „Who cares?”

        • Verstehe ich das richtig, dass Männer also meinen, dieser „neue“ Feminismus interessiere sie nicht?

          Nun gut, interessieren tut mich das auch nicht, denn in diesem Feminimus ist ja kein Inhalt vorhanden – außer der Aussage „Ich bin eine Frau, beachte mich!“. Allerdings frage ich mich schon, was daran neu sein soll.

        • Das war als „ehrenrettende“ Ironie zu verstehen, Adrian.

          Natürlich stand und steht da Who cares.

          Und das ist auch genau richtig so.

          Denn bei meiner Aufzählung der Zusammensetzung des feministischen Seelendungs habe ich NARZISSMUS vergessen.

  6. Feminismus und Maskulismus sind a-priorische Begriffe insofern, als alle jeweiligen Strömungen von sich behaupten, zum Wohle der Frauen und Weiblichkeit, bzw. der Männer und Männlichkeit zu argumentieren und zu handeln. Ob dieses Wohl als gesamtgesellschaftlich dienlich behauptet wird oder nicht ist zwar nicht nebensächlich aber zweitrangig. Ich nehme mir die Freiheit, die Idee der Gleichberechtigung (-verpflichtung) als antifeministisch und antimaskulistisch, schlicht als antisexistisch zu definieren.

    Nun gibt es Menschen, die hatten sich in der Frauenrechtsbewegung engagiert, weil sie für Gleichberechtigung sind. Die Frauenrechtsbewegung ist aber bei uns obsolet geworden, es gibt keine Frauenrechtler mehr, da Frauen völlig gleichberechtigt, ja sogar pivilegiert sind. Überleben konnte nur der sexistische Teil dieser Bewegung, der Feminismus. Der fordert GleichSTELLUNG der Frauen.
    Dass diejenigen ehemaligen Frauenrechtler, die behaupten, für GleichBERECHTIGUNG zu sein, sich trotzdem auch Feministen nennen, halte ich für nostalgisch, opportunistisch oder gar unehrlich.

    Sie müssten jetzt logischerweise Männerrechtler sein.

    Wer für GleichSTELLUNG von Frauen UND Männern plädiert, ist weder sexistisch noch antisexistisch sondern hypersexistisch.

    Antisexistische Männerrechtler bezeichne ich aus den genannten Gründen nicht als Maskulisten.

    Es ist Zeit für eine Männerrechtsbewegung, deren Ziel es sein muss, möglichst bald obsolet zu werden, sobald systematische Diskriminierung von Jungs und Männer verschwunden sein werden.

    • „Antisexistische Männerrechtler bezeichne ich aus den genannten Gründen nicht als Maskulisten.“

      Kannst du ja gerne machen, wäre dann eine reine Begrifflichkeitsfrage.

      Allerdings sind mir deine Gründe jetzt noch nicht so ganz klar.

      • @ NP
        Wer zentral für GleichbeRECHTigung der Geschlechter ist, wer also juristisch-politisch antisexistisch ist, kann doch nicht ohne sich lächerlich zu machen behaupten, er argumentiere aus einer „weiblichkeitistischen“ oder „männlichkeitistischen“ Perspektive, also einer (juristisch-politisch) sexistischen Perspektive heraus.

        (Zugegeben, diesen Kreis hab ich selbst geschlossen 😉 )

        Wenn behauptet wird, Feminismus sei eigentlich für Gleichberechtigung, sei auch für Männer gut, dann kann man diesen Mogelpackung-Feminismus schlecht als selbsternannter Maskulist kritisieren. Darum mein Vorschlag: nennen wir Männer-/Frauenhasser, -privilegierer einfach Feministen/Maskulisten, nennen wir sie Sexisten; Frauen- und Männerrechtlern nennen wir die, die gegen reale sexistische Diskriminierung sind; nennen wir sie humanisten.

        • „Wer zentral für GleichbeRECHTigung der Geschlechter ist, wer also juristisch-politisch antisexistisch ist, kann doch nicht ohne sich lächerlich zu machen behaupten, er argumentiere aus einer “weiblichkeitistischen” oder “männlichkeitistischen” Perspektive“

          Doch, das geht. Ich bin z. B. für absolute Gleichberechtigung der Geschlechter, dennoch gehen Fauen mir zuweilen gehörig auf den Sack; ich nehme also eine dezidiert männlich-homozentristische Sichtweise ein und sehe da überhaupt keinen Widerspruch.

        • @ Adrian
          Darum hab ich geschrieben „juristisch-politisch antisexistisch“.
          Ich selbst bin privat überzeugter Sexist aber kein Geschlechterchauvinist (wie Du?). Ich bin nicht mal grundsätzlich gegen „Verschiedenberechtigung“. Zu anderen Zeiten, in anderen Kulturen mag Verschiedenberechtigung vernünftig, gerecht (gewesen) sein, aber nicht mehr hier und jetzt.

        • „aber kein Geschlechterchauvinist (wie Du?).“

          Gib mir ne Defintion von „Geschlechterchauvinismus“.

          „Zu anderen Zeiten, in anderen Kulturen mag Verschiedenberechtigung vernünftig, gerecht (gewesen) sein, aber nicht mehr hier und jetzt.“

          Das bestreite ich. Es war noch nie vernünftig.

        • Ein Chauvinist wertet andere Gruppen AB, um seine Gruppe AUFgewertet zu sehen.

          Wenn Pflichten gruppenspezifisch auferlegt werden, dann sollen auch Rechte gruppenspezifisch zugesprochen werden.

        • „Ein Chauvinist wertet andere Gruppen AB, um seine Gruppe AUFgewertet zu sehen. “

          Auch das ist ja wieder ein Interpretationsfrage. Wenn ich finde, dass Männer besser im Bett sind und attraktiver (im Schnitt), werte ich damit Frauen ab und Männer auf?

        • „…und attraktiver (im Schnitt)…“
          Bist du am Ende gar kein richtiger Schwuler? 😉

          Wenn ich sage, dass ich mich lieber mit Menschen unterhalte, die deutsch und nicht türkisch sprechen als mit Menschen, wo`s andersrum ist, dann ist das keine Abwertung. Wenn ich aber behaupte, die zweiten wären zu keiner vernünftigen Unterhaltung fähig, dann schon…

        • „Wenn ich finde, dass Männer besser im Bett sind“

          Das hängt davon ab, ob du damit meinst „Männer sind besser im Bett.“ oder „Die Bedürfnisse, die ich persönlich im Bett habe, kann ein Mann wesentlich besser befriedigen als eine Frau“

        • @ Adrian

          *Wenn ich finde, dass Männer besser im Bett sind und attraktiver (im Schnitt), werte ich damit Frauen ab und Männer auf?*

          Nicht, wenn Du schwul bist.

          Aber ich glaube, das bist Du ja.

          Ja, wenn ich das sagte.

      • Weil Gleichstellung Gleichschaltung voraussetzt. Denn Gleichstellung ist ohne Abschaffung von Freiheit und Gleichberechtigung nicht zu haben.

        Das schließt notwendigerweise auch die Meinungsfreiheit ein.

  7. Da die Analyse verschiedener Feminismus-Varianten gerade so in Mode ist, hätte ich gern mal ein paar Meinungen zu einer Differenzierung, die mir schon eine Weile im Kopf rumspukt, von der ich aber unsicher bin, ob sie sinnvoll und wenn ja, abschließend ist. („Feministin“ ist im Weiteren ein generisches Femininum.)

    Die Aufteilung:

    1. Politischer Feminismus
    2. Theoretischer Feminismus
    3. „Rebellische Mädchen“-Feminismus
    4. „Coffee Shop“-Feminismus
    5. kritischer Feminismus

    Im Detail:

    1. Der politische Feminismus ist im Wesentlichen das Ergebnis der Tatsache, daß Politiker und Parteien Alleinstellungsmerkmale brauchen, und diese sinnvollerweise so wählen, daß sie -ihrer Meinung nach- von möglichst vielen Wählern als stimmentscheidend beurteilt werden. Außerdem müssen Politiker für die Zeit nach ihrem Ausscheiden aus der Politik planen. Die eigentlichen Inhalte oder gar die Theorien dahinter sind dabei überhaupt nicht so wichtig, wichtig ist, daß den Wählern leicht deutlich gemacht werden kann, daß man sich für „die Frauen“ einsetzt.

    2. Der theoretische Feminismus produziert (oder klaut) Theorien (im weitesten Sinne) und Konzepte wie „Patriarchat“, „Rape Culture“, „hegemoniale/toxische Männlichkeit“ etc. Motivation kann (ursprünglich) eigene Betroffenheit sein, Männerhaß, oder schlicht die Erkenntnis, daß hier sichere Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst -mit Glück sogar eine verbeamtete Professur- oder zumindest ein brauchbarer Lebensunterhalt aus Buchverkäufen, Vorträgen oder Schulungen winken können.

    3. Rebellische Mädchen sind im Wesentlichen genau das. Irgendwann in ihrer (möglicherweise grotesk verlängerten) Pubertät haben sie einen Weg gesucht, sich möglichst laut von der Mehrheitsgesellschaft abzusetzen. Bei einem Teil werden eigene Betroffenheit und Männerhaß eine Rolle spielen, aber im Prinzip hätten sie je nach sozialem Umfeld in dieser Phase auch Punks, Linksalternative (wobei es da natürlich deutliche Einflüsse und Überschneidungen gibt), Goths, Antifas, Mode-Nerds oder Mitglieder der Jungen Alternative werden können.
    Sofern ein rebellisches Mädchen keinen Anschluß an den politischen oder theoretischen Feminismus findet, dürfte diese Phase mit dem Eintritt ins Berufsleben meist beendet sein.

    4. Coffee-Shop-Feministinnen definieren Feminismus als den Einsatz für Gleichberechtigung, oder auch nur als die Ansicht, daß Männer und Frauen gleichberechtigt sein sollten. Ihr Bild vom Feminismus haben sie aus den Medien, oft dürfte auch die Sozialisation einen wichtigen Einfluß gehabt haben. Über den radikalen oder männerfeindlichen Feminismus wissen sie nichts, über Benachteiligungen von Männern haben sie sich nie Gedanken gemacht oder sie als Einzelfälle abgetan.
    Das Engagement von Coffee-Shop-Feministinnen kann sich auf die Selbstbezeichnung als Feministin beschränken, aber auch im Betreiben eines Blogs oder der aktiven Mitarbeit in einer für Frauenprobleme relevanten Organisation bestehen.

    5. Kritische Feministinnen würden vermutlich von niemandem als sich selbst als Feministinnen bezeichnet. Sie waren mal Coffee-Shop-Feministinnen, aber die Konfrontation mit den radikalen und misandrischen Auswüchsen der anderen Feminismus-Varianten hat sie zu einer Einstellung kommen lassen, die Vertreterinnen dieser nur als antifeministisch erscheinen kann.

    Überschneidungen und Wanderungen zwischen diesen Kategorien sind selbstverständlich möglich.

    Wechselwirkungen:

    1. Politische Feministinnen müssen wie erwähnt darauf achten, im gesellschaftlichen Mainstream anschlußfähig zu bleiben. Konzepte des theoretischen Feminismus können sie also nur aufgreifen, wenn sie von den Wählern auch verstanden werden. In Deutschland wären das z.B. das gut eingeführte „Patriarchat“ oder die „gläserne Decke“, aber (noch) nicht etwa „Rape Culture“. Die rebellischen Mädchen und kritischen Feministinnen ignorieren sie sicherheitshalber, während die Coffee-Shop-Feministinnen ein wertvolles Wählerpotential darstellen, das aber allein mit feministischen Themen meist nicht zu heben ist.

    2. Der theoretische Feminismus existiert weitgehend im Elfenbeinturm. Anknüpfungspunkte an den politischen Feminismus sind ihm allerdings wertvoll, weil hier zum einen gesellschaftlicher Einfluß zu erlangen ist, aber auch weitere Arbeitsplätze winken, etwa als „Berater“, „Gender-Coaches“ oder in den Stiftungen der Parteien. Kritische Feministinnen können eine Bedrohung darstellen, wenn sie selbst einen akademischen Hintergrund haben, werden aber nur dann bekämpft, wenn sie absolut nicht mehr totgeschwiegen werden können, was wegen der guten Verbindungen zum politischen Feminismus eher selten der Fall ist.

    3. Die Rebellen sind prinzipbedingt für alles offen, das ihnen erlaubt, sich noch lauter und radikaler zu gebärden. Dies betrifft insbesondere natürlich Konzepte aus dem theoretischen Feminismus, die Männer als Unterdrücker und Frauen als unschuldige, (bisher) hilflose Opfer zeichnen.

    4. Da Coffee-Shop-Feministinnen den Feminismus widerspruchsfrei als „das Gute“ einsortiert haben, sind sie oft anfällig für Einflüsse aus dem politischen und theoretischen Feminismus. Wenn sie etwa erfahren, daß die „Rape Culture“ ein Konzept aus der feministischen „Wissenschaft“ ist, werden sie es oft selbst dann als wahr übernehmen, wenn seine Inhalte ihrer Lebenswirklichkeit vollkommen widersprechen. (Hier wird dann im Zweifel der Confirmation Bias wirksam.)
    Die misandrischen Anteile der Theorien (iwS, natürlich) nehmen sie anfangs nicht wahr, bei Konfrontation werden sie entweder geleugnet („Es geht doch nicht um alle Männer.“) oder schlimmstenfalls übernommen („Naja, mein Peter ist natürlich nicht so, aber Männer im Allgemeinen…“). Gelegentlich kann es aber auch zur kritischen Hinterfragung der eigenen Position kommen.

    Werden sie mit den radikaleren Auswüchsen des Feminismus konfrontiert, ist dies erst einmal ein Fall für den Rationalisation Hamster („Das ist bestimmt nicht so gemeint/aus dem Zusammenhang gerissen/Ergebnis einer schlimmen Kindheit/nur Satire.“), schlimmere Beispiele führen zur Entdeckung des „Mein-Feminismus-Feminimus“. („Das ist nicht mein Feminismus“ wird man nur -dafür aber häufig- von dieser Gruppe hören. Für 1-3 wäre eine solche Unterscheidung nicht zweckdienlich oder gar gefährlich, und für kritische Feministinnen ist die Ablehnung männerfeindlicher und Frauen infantilisierender Feminismusströmungen sowieso Programm.)

    Coffee-Shop-Feministinnen, für die der Feminismus (noch) nicht identitätsstiftend geworden ist, dürften im Allgemeinen empfänglich für Feminismuskritik sein, sofern sie nicht pauschalisierend und brachial daherkommt, was durchaus auch zur Ablehnung des Labels „Feministin“ führen kann. Radikaler Antifeminismus könnte dagegen eher auch umgekehrt zu einer Radikalisierung führen („Das ist der Beweis, daß der Feminismus auch heute noch wichtig ist.“).

    Ich bin der Überzeugung, daß ein erheblicher Anteil der Maskulisten und Antifeministen ursprünglich aus dieser Gruppe stammt.

    5. Die radikalen Auswüchse des politischen und theoretischen Feminismus stellen ja gerade den Existenzgrund für kritische Feministinnen dar, entsprechend auch ihre Hauptmotivation.

    Soweit meine Überlegungen, zu denen ich gern Meinungen und Ergänzungen gehört hätte. Findet Ihr sie richtig, falsch, zielführend, zeitverschwendend, vollständig, unvollständig?

    Ich überlege zum Beispiel, ob journalistischer Feminismus (vom unreflektieren Übernehmen der Pressemeldungen feministischer Organisationen über die taz bis zum #Aufschrei-Astroturfing gewisser „Medienberaterinnen“) eine eigene Kategorie darstellt oder je nach Opportunismus oder Überzeugung Teil (einer Schnittmenge) von 1, 2 und 4 ist. Ebenso für feministische NGOs, insbesondere solche mit signifikanter Öffentlichkeitswirkung.
    „Lebensunterhalt-Feminismus“ als Hauptmotivation gibt es klar in 1 und 2 (und wenn man den Femen-Hintermann mitzählt, auch in 3), ist da die Motivation nicht vielleicht wichtiger als die Ausdrucksform?

    Bombe 20

    • @ Bombe
      Ich hab Alternativbezeichnungen:

      1. Weil-ich-erfolgreich-und-wählbar-bin-Feminismus
      2. Weil-ich-intellektuell-und-kritisch-bin-Feminismus
      3. Weil-ich-ein-Mädchen-bin-Feminismus
      4. Weil-ich`s-mir-wert-bin-Feminismus
      5. Weil-ich-trotzdem-Feministin-bin-Feminismus

      Ergänzend:
      6. Weil-Männer-Schweine-sind-Feminismus
      7. Weil-Frauen-besser-sind-Feminismus
      8. Weil-Männer-nicht-zählen-Feminismus
      9. Weil-Frauen-Opfer-sind-Feminismus
      10. Weil-Gott-eine-Frau-ist-Feminismus
      11. Weil-Männer-schnarchen-und-furzen-Feminismus
      12. Weil-ich-Titten-hab-Feminismus
      13. Weil-ich-jammern-und quengeln-kann-Feminismus
      14. Weil-ich-ich-ich-ich…..

      Die Liste muss unvollständig bleiben; solange der Begriff Feminismus nicht mit weiblichem Sexismus, Narzissmus und Egoismus gleichgesetzt ist, werden sich noch viele Weibchen damit schmücken, denn sie schmücken sich sooo gern.

      • Genauuu. Weil es so eine Art Schmuck für „Weibchen“ ist, Feministin zu sein, traut es sich keine mehr außerhalb gewisser Kreise zuzugeben, weil sie sonst angeguckt wird, wie ein UFO, wahlweise auch wie ein Volltrottel.

        • Diesen Eindruck habe ich nicht.

          Kannst du da näher drauf eingehen? Ist Feminismus nicht mehr schick? Und wenn ja, in welchen Kreisen? (Ernstgemeinte Frage!)

        • Och, ich brauche nur an meine Uni zu denken, wo kollektiv gelacht und gestöhnt wurde, als die Rede auf die verpflichtende Gender Studies-Vorlesung kam (zur Information: ich studiere eine Naturwissenschaft).
          Ansonsten könnte ich mit einem Erlebnis aufwarten: Am Samstag war ich mit meiner Schwägerin (eine ganz normale, durchschnittliche, nicht mal konservative Frau) im Auto unterwegs, und da sahen wir auf der Straße eine kurzhaarige Frau in Schlabberklamotten. Sie meinte so zu mir (in relativ abfälligem Ton): „Das ist sicher so eine Feministin.“
          Ich kenne persönlich nur eine Frau, die sich als Feministin bezeichnet. Sie ist Physikprofessorin an einer AHS, falls dir das etwas hilft.

        • Ich versteh die Leute auch nicht, die an jeder Ecke Feministinnen gesehen haben wollen.
          Es sind verdammt wenige, die sich mit dem Begriff identifizieren und auch aktiv engagiert sind. Gerade deshalb ist deren Macht ja auch so erstaunlich.

          Feminismus ist außerhalb sehr eng definierter Milieus alles andere als „schick“, das war er wohl auch nie so richtig.

          Die allermeisten Frauen haben mit Feminismus nicht das geringste am Hut, abgesehen davon dass sie natürlich (wie auch ein Großteil der Männer, wohl jeder vor Kontakt mit Feminismuskritik) feministische Mythen und jahrzehntelange Propaganda internalisiert haben.
          Auf Basis dieser (teilweise biologischen Grunddispositionen entsprechenden) selektiven Bewertungsmuster (z.b. Hypoagancy) ist das Gerechtigkeitsempfinden der meisten Frauen auch vollkommen intakt.

        • @NP:
          verpflichtende Genderkurse gibt es inzwischen an vielen Unis, sehr häufig auch für Informatiker. In den USA schon lange Gang und Gebe, in Österreich auch.

        • @ Rexi
          „… traut es sich keine mehr ausserhalb gewisser Kreise zuzugeben…“
          Aber das ist ja die gute Nachricht.

          Die Geschmacklosigkeit ist, dass sich INNERhalb gewisser Kreise keine ungestraft getrauen kann, sich vom weiblichen Sexismus, sprich Feminismus, zu distanzieren.

          VerpflichtENDE Genderstudies-Vorlesungen für Naturwissenschafter? Ich muss mich mich der Euphemie schuldig sprechen: „Geschmacklosigkeit“….

          Ich hab noch ein paar Feminismen:

          Weil-Ghandi-und-Jesus-Feministen-waren-Feminismus
          Weil-mariecurie-2-Nobelpreise-ERrang-Feminismus
          Weil-Gott-lesbisch-ist-Feminismus
          Weil-Jahrtausend-der-Frauen-Feminismus

          Mit Recht distanzieren sich unabhängige und würdige Frauen heute vom Feminismus- diesem Ramschladen weiblicher Eitelkeiten, Vorurteilen, Bösartigkeiten, Feigheiten, Gemeinheiten.
          Es gibt eben Frauen, die haben Klasse.

        • @messi:
          Huch, schrecklich. Innerhalb feministischer Kreise trauen sich Feministen nicht zu sagen, dass sie keine Feministen sind.

          Nun, auf die verpflichtenden Genderstudies könnte ich auch verzichten. Wenn ich etwas, das in eine soziologische Richtung geht, studieren wollte, würde ich das tun, danke. Als Nächstes kommt vielleicht eine verpflichtende Arbeitsrechts-Vorlesung oder eine Theologie-Stunde.
          Obwohl ich irgendwie trotzdem neugierig bin, was sie mir da erzählen.

        • „Huch, schrecklich. Innerhalb feministischer Kreise trauen sich Feministen nicht zu sagen, dass sie keine Feministen sind.“

          Ich frage mich allerdings schon, welche Zwänge innerhalb von Unibürokratien herrschen, wenn ein verpflichtender (!) Genderkurs für Naturwissenschaftsstudenten (!) durchgesetzt werden kann.

          Wie muss es da erst bei den Geisteswissenschaftlern aussehen?

        • Genderkurse gab es bei mir in den Sozialwissenschaften auch nicht. Klar, diese Fächer sind tendenziell links, aber was heißt das schon, wenn man wie libertärkapitalistisch denkt und damals noch Pro-Bush und für den Irak-Krieg gewesen ist 😉

        • @ Rexi

          „Als Nächstes kommt vielleicht eine verpflichtende Arbeitsrechts-Vorlesung oder eine Theologie-Stunde.
          Obwohl ich irgendwie trotzdem neugierig bin, was sie mir da erzählen.“

          Neugierig wäre ich auch auf solcherlei Veranstaltungen. Aber i.d.R. dürfte der Inhalt dann auch abgeprüft werden, so dass man entweder gezwungen ist, daran zu glauben oder zu heucheln. Und das Heucheln schafft nicht jeder, zumindest nicht psychisch unbeschadet, wenn man mit einem naiven Idealismus an die Uni kommt.

        • Sozialwissenschaften scheinen heute so zuverlässig links ausgerichtet, dass eine feministische Sonderschulung nicht nötig ist.

          Wie dem auch sei, heute ist der 1. Mai.

          Ich wünsche also allen einen gesegneten 1. Mai!

          Ganz besonders den Forumslinken (Leszek, dem „Altstalinisten“ Peter, dem DDR-geschädigten Kirk, wer immer sich sonst noch angesprochen fühlt) obendrein einen erfolgreichen „Kampftag der Arbeiterklasse“.

          Dann kämpft mal schön.

          Für Katholiken beginnt mit dem 1. Mai der Marienmonat, meist mit einer Maiandacht am Abend.

          Hier der beschädigte Kopf einer Marienstatue aus der alten, gotischen Kathedrale von Cambrai, einst die Bischofskirche eines Fénelon.

          Der Kopf stammt aus dem 14. Jhdt. Irgendjemand hat ihn aus dem Schutt gezogen. Sogar die ursprüngliche Farbfassung ist noch erhalten (heute ist der Kopf der Jungfrau in einem Museum in Boulogne-sur-Mer untergebracht).

          Viel mehr ist von dem herrlichen Bau allerdings nicht übrig.

          Er wurde infolge der Franzöischen Revolution 1796 auf Abbruch versteigert und bis ca. 1820 als Steinbruch ausgebeutet und völlig beseitigt.

          Die heutige Kathedrale von Cambrai ist eine umgewidmete, ein wenig trockene ehemalige barocke Klosterkirche, mit der alten Kathedrale nicht vergleichbar.

          Aber zur Not frisst ein Bischof auch relativ bescheidene Klosterkirchen.

        • @Neuer Peter on 30. April 2014 at 9:08 „Dazu fällt mir nun wirklich nichts mehr ein.“

          Eventuelle Einfälle wären auch unerwünscht.

          Das ganze ist insofern ganz normal, als die Chinesen in allen Studiengänge die segensreichen Taten des großen Vorsitzenden Mao lernen müssen, die Saudi-Araber die die segensreichen Taten des großen Propheten, und wir eben die segensreichen Theorien von J. Butler. Jedes Land hat eben eine andere Staatsreligion. 😉

          Um allerdings die Kirche im Dorf zu lassen: verpflichtend sind diese Kurs nicht überall.

      • @ Rexi
        Wir hattens von Weibchen…

        Was dein Studium betrifft: Fühlst du keine leise Empörung, dass dir willkürlich fachfremde Vorlesungen aufoktroyiert werden? Auf Arbeitsrecht und Theologie bist du schon neugierig, wie ist es mit Astrologie oder Altenpflege, wie mit Homöopathie, mit Landschaftstgärtnerei oder Kunst? Studierst du, weil du gerne noch ein bisschen Schülerin bleiben willst?

        Ich hab gut reden, für euch Junge ist es nicht einfach, lass dich nicht ficken! (Das ist im übertragenen Sinn gemeint)

        • Naja, Empörung ist vielleicht übertrieben, aber ich sagte ja, dass ich darauf verzichten könnte.

          Hm, nachdem ich schon so lange in der Arbeitswelt war, dass ich ein Selbsterhalterstipendium bekomme, sind eher meine vielseitigen Interessen der Grund, dass ich auf vieles neugierig bin, als dass ich ein bisschen Schülerin „bleiben“ möchte 😉

        • Ich finde, Empörung ist angebracht: Über solche strukturelle, strukturierte Anmassungen.
          Ich bin auch neugierig, möchte, solang ich kann, von unserem Bildungssystem profitieren, welches ich mitfinanziere. Aber ich will sehen, wo das Erziehungssystem endet, und dass es endet.
          Dass du, die du schon lange in der Arbeitswelt warst, erzogen wirst AN DER UNI, das ist für mich empörend. Du verdienst Bildung, nicht Erziehung.

    • @Bombe 20
      Ich finde die Kassifizierung interessant. In meinem eigenen Schema, mit dem ich mir Maskulismus-Varianten klar mache, das auch auf Feminismus-Varianten anwendbar ist, liegen die meisten Deiner Varianten in der Phase 4, der praktischen Umsetzung politischer Ziele, und sind mehr oder minder theoriefrei, d.h. politische Ziele werden nicht qualifiziert begründet. Stattdessen spielt vor allem eine Rolle, wer mit wem koaliert.
      Leszek verwendet dafür glaube ich den Ausdruck vulgär-Feminismus, kann er am besten selber klären.

      Außerdem orientierst Du Dich stark an den aktiven Personen und deren Motive, betrachtest den Feminismus also als soziologisches Phänomen, während meine Strukturierung eher an den Theorien und dem logischen Aufbau orientiert ist.

      Weiter unten auf der Seite habe ich noch eine dazu orthogonale Klassifikation nach Organisationsformen vorgeschlagen, die einen ganz ähnlichen Standpunkt wie Deine Klassifikation einnimmt.

  8. DIE Sozialdemokratie gibt es nicht. Da gibt es den Seeheimer Kreis, die Jusos, die Stamokaps…

    Man kann und darf also auch nicht behaupten, dass die SPD für die Agenda2010 verantwortlich wäre. Das ist vollkommener Humbug.

    Sozialdemokratie heißt sozial und demokratisch. Steht ja schon im Namen. Wer was anderes behauptet, argumentiert unredlich…

    Fällt jemandem ein schöner deutscher Begriff für „moving target“ ein?

    • @ Neuer Peter

      Die SPD ist eine Organisation.
      Mann kann durchaus wahrheitsgemäß behaupten, dass eine bestimmte Organisation in bestimmter Weise handelt.

      Man kann aber z.B. nicht wahrheitsgemäß behaupten: DIE Maskulisten sind frauenfeindlich und rechts, weil gelbes Forum.

      Darauf reagieren gemäßigte Maskulisten dann meist ganz schnell – und zwar zu Recht – mit einer Argumentation nach dem Muster: DEN Maskulismus gibt es nicht.

      Moving Target?

      • Wäre das gelbe Forum die letzten paar Jahrzehnte tonangebend gewesen und führte so ziemlich jeder maskulistische Autor seine Ideen auf das gelbe Forum zurück, wäre das auf einer gewissen Diskussionsebene durchaus legitim.

        „Moving Target“ – Eine rabulistische Gesprächstaktik. Eine beständige clandestine Abwandlung der Bedeutung von Begriffen je nach Gesprächssituation.

        • @ Neuer Peter

          „Wäre das gelbe Forum die letzten paar Jahrzehnte tonangebend gewesen und führte so ziemlich jeder maskulistische Autor seine Ideen auf das gelbe Forum zurück, wäre das auf einer gewissen Diskussionsebene durchaus legitim.“

          Nichtsdestotrotz wäre es in dieser hypothetischen Situation nicht unwichtig auch die Minderheit der Gemäßigten und ihre Sichtweisen wahrzunehmen, wenn es um eine ausgewogene, beide Geschlechter berücksichtigende, gerechte Geschlechterpolitik gehen soll.
          Zudem wäre die Minderheit der Gemäßigten ein potentieller Träger einer positiven Veränderung aus dem Innenraum der Bewegung.

          Auch bei diesem Beispiel ist die undifferenzierte Sichtweise daher letztendlich nicht von Vorteil.

        • @ Leszek

          Ich denke, wir sind uns grundlegend einig. Ich denke dennoch, dass ein etwas gröberer Sprachgebrauch mitunter legitim ist und die Einwände gelten, die Peter, Nick und ich in leicht abgewandelter Form oben erhoben haben. Feile und Sandpapier haben beide ihre Berechtigung.

  9. Pingback: Feminismus-Varianten | Alles Evolution

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