Erhöht der Geruch von Frauen an ihren fruchtbaren Tagen die intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen?

Eine interessante Studie beschäftigt sich mit der Frage, ob Frauen fruchtbare Tage riechen können und was dies bewirkt:

Evolutionary theories of mating suggest that changes in fertility across the menstrual cycle play an important role in sexual selection. In line with this framework, the current research examined whether olfactory cues to the fertility of a same-sex rival would prompt hormonal signs of intrasexual competition in women. Women exposed to the scent of another woman close to ovulation subsequently displayed higher levels of testosterone than women exposed to the scent of a woman far from ovulation. Whereas women exposed to the scent of a woman in the mid-luteal phase displayed sizable decreases in testosterone over time, no such decline was observed among women exposed to the scent of a woman near ovulation. Thus, olfactory cues signaling a rival’s heightened level of fertility were associated with endocrinological responses in women that could be linked to intrasexual competition.

Quelle: Attunement to the fertility status of same-sex rivals: women’s testosterone responses to olfactory ovulation cues

Ich habe leider nur den Abstract gefunden, aber wenn ich es richtig verstanden habe, dann reagieren Frauen auf den Geruch einer fruchtbaren Frau mit einer Erhöhung des Testosteronspiegels.

Das wäre aus vielen Gründen interessant:

  • Es würde erst einmal bedeuten, dass es olfaktorische Möglichkeiten gibt, an denen man erkennen kann, dass eine Frau fruchtbar ist, was gut zu den Ergebnissen von Miller passt, dass Stripperinnen an ihren fruchtbaren Tagen mehr Trinkgeld bekommen.
  • Auch bei Männern steigt der Testosteronspiegel, wenn sie den gleichen Geruch wahrnehmen

Aus einem Artikel dazu:

Women exposed to the scent of high fertility females displayed greater levels of testosterone. The smell of a low fertility woman actually caused testosterone levels in the sniffers to significantly drop.

We are not consciously noting the smells of other people all day long, unless a particularly good or bad smell hits us, but odors are working on us, even when we don’t realize it.

„Humans are influenced much more strongly by ovulatory cues than we tend to think,“ Maner explained. „For the most part, people aren’t likely to be consciously aware of the effects ovulatory cues have over them. There is solid evidence that people find the scent of ovulation to be pleasant and attractive (relative to the scent of a woman who is far from ovulation), but beyond that, most of the behavioral and hormonal effects are likely to occur below the conscious radar.“

Die Forscher vermuten, dass damit eine Vorbereitung auf intrasexuelle Konkurrenz erfolgt, da Testosteron eben das Revierverhalten und die Wettbewerbsbereitschaft steigert. Insofern könnte hier eine gewisse Mate-Guarding-Routine ablaufen, indem eben Frauen aufpassen, dass die andere Frau nicht auf der Suche nach „Guten Genen“ ihren Partner klaut.

Gleichzeitig könnte Testosteron auch den Sextrieb erhöhen, so dass sie eher selbst mit ihrem Freund schläft, was auch ein effektives Mate-Guarding sein kann

Ein interessantes Schlußwort in dem oben verlinkten Artikel:

In all cases, it appears that today’s human social interactions can be driven by how we’ve evolved as primates.

„Some people might like to believe that people aren’t animals, or at least that our behavior isn’t beholden to the same biological processes as other species,“ Maner said.

„But humans,“ he added, „are very similar to other species in many ways, and those similarities are no more apparent than when it comes to sexuality.“

In der Tat.

20 Gedanken zu “Erhöht der Geruch von Frauen an ihren fruchtbaren Tagen die intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen?

    • @Christian

      Eigentlich wenig überraschend, das Ergebnis, für das Säugetier Mensch.

      Interessant wäre es gewesen, zu prüfen, ob diese Veränderungen des Hormonspiegels bei Wahrnehmung des Geruches einer fruchtbaren Frau auch bei Homosexuellen/Lesben stattfindet.

      Könnte man die wahrscheinliche Ursache der Geruchsreaktion biochemisch exakt identifizieren und das Molekül nachbauen, hätte man sich eine goldene Nase verdient (das Parfüm wäre ein Verkaufsschlager unter Frauen) und Männerrechtler hätten realistische Erfolgschancen innerhalb der nächsten 10-15 Jahre, nicht erst in 20 Jahren aufwärts (wenn unsere dramatische demographische Lage offensichtlich geworden sein wird).

      Ein bißchen von diesem Stoff in die Klimaanlage kippen und sich an der wachsenden Stutenbissigkeit erfreuen, diese für Büropolitik ausnutzen.

      Natürlich, das Konkurrenzverhalten der Männchen um die Weibchen würde auch angetrieben.

      Müsste man austesten.

      Am Ende heben sich die männerpolitisch positiven und negativen Effekte auf.

      Oder alle wollen plötzlich Adrian an den Hintern fassen.

      Auf paradoxe Wirkungen muss man ja immer gefasst sein in der Pharmakologie.

      • @ Roslin
        „Interessant wäre es gewesen, zu prüfen, ob diese Veränderungen des Hormonspiegels bei Wahrnehmung des Geruches einer fruchtbaren Frau auch bei Homosexuellen/Lesben stattfindet.“

        In der Tat.

        „Oder alle wollen plötzlich Adrian an den Hintern fassen.“

        Das wollen sie doch schon jetzt 😀

      • @ Roslin

        Solche Moleküle stellt man heutzutage eher biotechnologisch als chemisch her.

        Man muss „nur “ den Geruchsstoff oder die Geruchstoffe identifizieren, die dafür verantwortlichen Gene in einen biotechnologisch brauchbaren Mikroorganismus einbauen, und dann kann man das Zeug herstellen.

        Das ist nicht bei jedem Naturstoff möglich, aber bei vielen.

        Ein rein chemischer Nachbau ist in manchen Fällen, aber nicht allen möglich. (Die chemische Synthese ist ja nicht stereospezifisch. Die biotechnologische schon.)

        Die Hürde wird eher darin bestehen, sowas auf den Markt zu bringen, ohne dass es zum #Aufschrei des Jahrhunderts kommt.

        „das Parfüm wäre ein Verkaufsschlager unter Frauen“

        Das glaube ich nicht. Eher im Gegenteil. Wieso sollten die sowas wollen?

        Für uns Männer wäre es natürlich gut. Aber genau das wollen die doch nie im Leben.

  1. Kein Aas interessiert sich für den Geruch brünftiger Weibchen?

    Schlimm.

    Außer dem Forenschwulen und dem Forenkatholen natürlich.

  2. Das Wesentliche in diesen Studien wird außen gelassen. In unserer zivilisierte Welt waschen wir uns jeden Tag ausgiebig um natürliche Gerüche los zu werden, schmieren uns mit Bodylotions, allerlei aromatisierten Kremes und Parfüms, so dass unserer eigene Geruch geht daran verloren. Ist es nicht das beste Beweis, dass wir nicht der biologischen Natur folgen wollen (mindestens ihr Schränken bauen) und setzen viel materielle und geistige Ressourcen um deren Gesetzen zu entgehen.

    • @ irena

      *In unserer zivilisierte Welt waschen wir uns jeden Tag ausgiebig um natürliche Gerüche los zu werden … *

      Es ist die Frage, inwieweit und für wie lange das überhaupt möglich ist.

      Die künstlichen Duftstoffe überdecken ja nur, beseitigen nicht. Und das Waschen beseitigt vor allem den üblen Geruch von sich zersetzenden Hautpartikeln, Fett etc., während der Körper die Geruchsstoffe, die als Botenstoffe über seinen Zustand informieren, permanent neu produziert.

      Es mag also sein, dass trotz Parfüms die „Unterströmung“ der natürlichen Geruchs- = Botenstoffe immer noch „wahr“genommen wird, unbewusst natürlich, dass es gar nicht gelingen kann, sie aus der Wahrnehmung zu verbannen, kenne allerdings dazu keine Studien.

      Auch ein frisch gewaschener Körper nimmt ja nach relativ kurzer Zeit wieder seinen Eigengeruch an, der in der Regel auch nicht als unangenehm empfunden wird (frischer Schweiß = Liebesschweiß ist nicht nur optisch ein Aphrodisiakum).

      Vielleicht überschätzen wir die Macht der synthetischen Überdeckungen gewaltig, vielleicht kann unsere Nase die ja trotz allem vorhandenen Botenmolküle detektieren, die ja nach wie vor „in der Luft liegen“.

    • @ Irena

      „Ist es nicht das beste Beweis, dass wir nicht der biologischen Natur folgen wollen (mindestens ihr Schränken bauen) und setzen viel materielle und geistige Ressourcen um deren Gesetzen zu entgehen.“

      Ich würde es eher so interpretieren, dass Lebenwesen sich gerne, auch durch Manipulation, Vorteile gegenüber anderen Lebenwesen verschaffen.

      Das aber geschieht keineswegs gegen die Gesetze der Natur, sondern mit ihnen. Es gibt im Tieereich ja auch gefälschte Ornamente.

  3. Na ja, warum mag man Zucker? Weil es für das Überleben des Körper essentiell ist. Sicher auch die Parfümindustrie nutzt unsere biologische Veranlagung für die Erstellung des Parfüms und ähnl. Biologische Veranlagung bedeutet, dass es für uns eine – meistens unbewusste – mit der Biologie verbundene Bedeutung hat. Daher gibt das Besprengen mit diesen Stoffen an die Umwelt Signale, die garnicht vorhanden sind. So die Fruchtbarkeit, die müsste eigentlich sehr angenehm riechen, oder? Meinst du nicht, dass diese Zuneigung die Industrie schon längst benutzt. In dem Sinne täuschen wir ein andere.

    Zum anderem irgendwie vergisst man, dass die Entstehung des Homo Sapiens mit der Reduzierung des Geruchssinns einherging. Mit dem Aufrechtgehen entfernte die Geschlechtsorgane vom der Nase und die Geruchsbotschaft verlor die Bedeutung, die sie in Tierreich hat. Die visuelle Botschaft dagegen gewann an der Bedeutung.

    Es sind die Biologisten (ich weiß nicht, wie sie genannt werden sollten), die ganze menschliche Verhalten auf seine Biologie reduzieren wollen.

    • @ Irena

      „Na ja, warum mag man Zucker? Weil es für das Überleben des Körper essentiell ist. “

      Für das Überleben des menschlichen Körpers ist Zucker nicht essentiell. Man muss keinen Zucker essen.

      Polysaccharide, die zu Zuckern verdaut werden, sollten natürlich schon dabei sein. Aber auch sie sind strenggenommen nicht essentiell. Sie sind reiner Brennstoff.

      Eigentlich muss man nur deshalb Polysaccharide essen, weil man von der Steuerung des Hungergefühls dran angepasst ist, dass der Kalorienbedarf teilweise durch solche Stoffe gedeckt wird, und dass man in Sachen Hunger und Satt sein mit einem ständig total niedrigem Blutzuckerspiegel auch nicht klar käme.

      Der Rest den Du schreibst, stimmt.

      Aber dieser Satz irritiert:

      „Es sind die Biologisten (ich weiß nicht, wie sie genannt werden sollten), die ganze menschliche Verhalten auf seine Biologie reduzieren wollen.“

      Wer will das denn hier?

      Es gibt eher heutzutage viele Menschen, die das ganze menschliche Verhalten auf die die rein kulturelle Seite reduzieren wollen.

      • „Es gibt eher heutzutage viele Menschen, die das ganze menschliche Verhalten auf die die rein kulturelle Seite reduzieren wollen.“
        Genau das meine ich. Es muss nicht Biologen sein.

        Mit dem Zucker:.. Sicher produziert Körper selbst aus anderen Stoffen wie etwa Kohlenhydraten das benötigte Zucker. Nur muss er dafür arbeiten. Das süße Stoff umgeht diese Arbeit und deshalb wird bevorzugt.

        Ist Brennstoff nicht essentiell für eine Zelle. Zelle ist nicht eine starre Struktur, es ist ein komplexe Wechselwirkungsnetz. Zucker – nach mein Wissen – ist der Brennstoff, der für die Funktionalität der Zelle essentiell – also lebensnotwendig – ist. (http://www.stern.de/gesundheit/diabetes/ueberblick/glukose-zucker-ist-treibstoff-fuer-den-koerper-652964.html)

        • Sorry, war mit der Zitat vorher nicht aufmerksam. Ich meinte mein Satz: „das Verhalten auf Biologie reduzieren“.

          “Es gibt eher heutzutage viele Menschen, die das ganze menschliche Verhalten auf die die rein kulturelle Seite reduzieren wollen.“
          Es ist schon komisch. Ich sehe das Gegenteil. Wobei scheint dass in Bekämpfung miteinander die Realität ist verloren. Und sie bewegt sich dazwischen.

        • @ Irena

          „Sicher produziert Körper selbst aus anderen Stoffen wie etwa Kohlenhydraten das benötigte Zucker. Nur muss er dafür arbeiten.“

          Naja – er muss halt ein Paar Polysaccarid-Hydrolysierende Enzyme produzieren. Das ist Arbeit. Die durch diese Enzyme kathalysierte Aufspaltung von Polysaccariden in Zucker aber ist keine Arbeit – wird kein ATP bei verbraucht.

          Ob es ohne Zucker geht, weiß ich nicht. Theoretisch schon, wobei das Beispiel des unterzuckerten Diabetikers – und daran dachte ich gerade nicht – zeigt, dass ein Mensch ganz ohne Zucker ziemlich mit dem Hinterteil auf Grundeis läuft.

          Für die zugegebenermaßen sehr komplexen und nicht starren Zellen sind alle möglichen Stoffe essentiell.

    • @ Irena

      *Meinst du nicht, dass diese Zuneigung die Industrie schon längst benutzt. In dem Sinne täuschen wir ein andere.*

      Wie gesagt, ich frage mich, in welchem Umfang das überhaupt gelingen kann.

      Ich kenne dazu keine Studien, kann hier nur mit persönlicher Erfahrung aufwarten.

      Tippse hatte ich über ein Internetforum kennen (und bereits lieben) gelernt, körperlos sozusagen.

      Etwas, war mich zögern ließ, sie leibhaftig zu treffen, war die Sorge, ihr Geruch (sie ist starke Raucherin, ich seit jeher Nichtraucher – kalter Zigarettenrauch, nach Rauch stinkende Wohnungen/Autos widern mich an, ich hatte bisher nur Nichtraucherinnen geliebt) könne mich abstoßen und das schöne Gefühl zerstören, dass auf Distanz erhalten bleiben würde).

      So war ich sehr zurückhaltend, als sie mich an ihrer Wohnungstür begrüßte – es hat lange gedauert, bis ich sie zum ersten Mal küsste an diesem Tag, fürchten, sie könne riechen wie Räucherschinken, Nicht Schüchternheit oder Fremdeln war der Grund für diese Zurückhaltung, denn durch unseren schriftlichen Austausch kannten wir uns bereits in- und auswendig, waren sehr vertraut miteinander, hatten sehr intim kommuniziert.

      Was soll ich sagen.

      Alle Befürchtungen waren nichtig, sie roch wunderbar süß, nie zuvor habe ich den Geruch einer Frau so genossen (sie meinte trocken, das sei bloß ihr billiges Aldishampoo).

      Ich bin nach wie vor süchtig nach ihrem Geruch, liebe es sie im Nacken zu küssen oder am Öhrchen zu knabbern, wohin die feinen Nackenhärchen den Geruch, IHREN KÖRPERGERUCH, auszusenden scheinen, antennengleich.

      Ihr nach wie vor starkes Rauchen (nur in IHREM Arbeits-/Schreibzimmer erlaubt oder auf der Terrasse) ist nicht in der Lage, ihren eigenen Körpergeruch zu überdecken, er dringt duch.

      Hat mich selbst überrascht.

      • Korrektur:

        Etwas, was mich zögern ließ, sie leibhaftig zu treffen, war die Sorge, ihr Geruch (sie ist starke Raucherin, ich seit jeher Nichtraucher – kalter Zigarettenrauch, nach Rauch stinkende Wohnungen/Autos widern mich an, ich hatte bisher nur Nichtraucherinnen geliebt) könne mich abstoßen und das schöne Gefühl zerstören, das auf Distanz erhalten bleiben würde). …

  4. Na ja, wenn du in deinem Beispiel zeigen würdest, dass du an bestimmten Tagen sie mir liebst bzw. von ihr angezogen fühlst, dann würde ich sagen, es ist im Einklang mit dem Artikel.

    Jeder hat eigene Vorlieben in dem Wahl des Partners. Dennoch das Mögen eines Geruchs hängt auch mit dem, wie wir zu dem Riechendem stehen. Ich will jetzt nicht auf dich projizieren, aber oft unangenehme Geruch beginnt zu gefallen. Z.B. mochte ich mochte anfangs hier in Deutschland die Tilsiter-Käse nicht. Sein Gestank nahm mir Appetit weg. Jetzt mag ich sowohl Käse als sein Geruch. dennoch probierte ich es immer wieder und habe sein Geschmack entdeckt.

  5. Pingback: Nochmal: Intrasexuelle Konkurrenz unter Frauen | Alles Evolution

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