Grenzen der Erziehung in Bezug auf Geschlechterrollen durch pränatales Testosteron (Udry Studie)

Robin schrieb in einem Kommentar:

Christian und Co. sagen (überspitzt) Dinge wie: “Mädchen spielen mit Puppen, Jungs mit Autos und Flitzebogen. Ist halt so und lässt sich nicht ändern.”.

ICH dagegen sage: “Ja, das trifft vermutlich auf viele zu (=Anerkennung der Biologie). Aber was machen wir mit denen, bei denen das nicht so ist? Wie verbessern wir die Welt für Mädchen, die Feuerwehrfrau werden wollen und für Jungs, sie sich hingebungsvoll um kleine Ponys kümmern? Wie verhindern wir, dass ein Mädchen sich dümmer stellt, als es ist, weil ihm vermittelt wurde, dass Mathe nichts für Mädchen ist? Wie können wir sensible Jungs unterstützen, die alles in sich reinfressen und unglücklich sind, weil ihnen die Gesellschaft praktisch aufzwingt, keine Gefühle zuzulassen, weil das nicht “männlich” ist, billigend in Kauf nehmend, dass ihn das umbringen kann?”
Ich negiere nicht die Biologie. Ich will gesellschaftliche Restriktionen soweit auflösen, dass sich die biologischen Dispositionen erst voll ENTFALTEN können. Egal, ob dann am Schluss das Gender zum Sex passt oder nicht.

Meine Antwort dazu lässt sich hier nachlesen. Robin hat meine Position trotz wiederholter Hinweise, dass ich einen solch absoluten Ansatz gar nicht vertrete, nicht verstanden. Dass es in den biologischen Theorien aber ein breites Spektrum, aber eben dennoch Häufungen gibt, sage ich eigentlich geradezu gebetsmühlenartig. Es finden sich genug Artikel dazu.

Mir scheint es aber angebracht hier einfach noch einmal anhand einer Studie aus der Studie von Udry deutlich zu machen, wie stark sich die Biologie auf die Erziehung auswirkt und welcher Raum gleichzeitig noch der Erziehung verbleibt.

Udry Testosteron und Erziehung

 

Hier sieht man, dass die Beeinflussbarkeit durch Erziehung dann besonders groß ist, wenn sie sozusagen in die gleiche Richtung läuft, die auch die Biologie vorgibt. Ist wenig pränatales Testosteron vorhanden gewesen, dann ist die Möglichkeit, das Kind in eine sehr weibliche Richtung zu beeinflussen sehr groß.

Selbst bei einer neutralen Erziehung landet das Kind auf einem sehr hohen Weiblichkeitswert von ca. 0.6, ist die Erziehung hingegen sehr stark in Richtung Weiblichkeit, dann werden sehr hohe Werte erreicht. Das Kind saugt sozusagen die Erziehung in diese Richtung auf (2,1). Hingegen scheint es eine gewisse Grenze auf der „anderen Seite“, also in Richtung Männlichkeit zu geben, über die hinaus selbst eine sehr starke Erziehung in Richtung Männlichkeit nicht hinausgehen kann, unabhängig vom Testosteronspiegel, den die Mädchen erreichen können.

Diese Grenze wird nur dann überstritten, wenn man versucht ein Kind, welches einen hohen pränatalen Testosteronlevel hat zu stark in die weibliche Richtung zu drängen, dann wird es männlicher, vermutlich als Gegenreaktion und um sich davon abzugrenzen.

Kinder mit einem hohen Testosteronspiegel bekommt man auch nicht aus dem „männlichen Bereich“ der Skala heraus, die unteren beiden Gruppen bleiben bei stärkster Beeinflussung unter Null.

Mit reinen Sozialisationsmethoden und Theorien des Genderfeminismus scheint mir dieses Ergebnis nicht erklärbar.

Sie machen auch gleich die Crux deutlich, wenn man zu radikal auflösen will und sich anmaßt, dass Jungs zB eben auch Gefühle zeigen können müssen und wollen bzw. es eine Unterdrückung durch die Gesellschaft ist, wenn sie sich hier anders verhalten als Mädchen und über ihre Gefühle zB nicht auf die gleiche Weise reden wie diese. Dann versucht man nämlich evtl. schlicht Personen in ein Verhalten zu drängen, dass sie gar nicht wollen und es entsteht eher ein Trotzeffekt.

Wer also umfassend auflösen will, der kann Kinder genauso verletzen, wie jemand, der zwangsweise alle in Geschlechterrollen pressen will.

Meiner Meinung nach muss es um die Freiheit gehen, dass jemand so handeln kann, wie es seiner Natur entspricht, natürlich in den normalen Grenzen sozialen Verhaltens. Es müssen die, die sich den Rollen entsprechend verhalten wollen und zB nicht über Gefühle reden wollen genauso ausleben können, wie sensiblere Jungs.

Wer will, dass sich biologische Dispositionen voll entfalten können, der muss sich erst einmal damit beschäftigen, in welche Richtung diese Dispositonen verlaufen. Er darf insbesondere Verhalten nicht voreilig auf „die Gesellschaft“ schieben und meinen, dass er sie einfach so ändern kann.

Zur Schnittmenge konservativer und feministischer Weltanschauungen

Zwei Kommentare stellten bereits eine Verbindung zwischen einer konservativen Haltung und einer feministischen Haltung dar:

Adrian kommentiere wie folgt:

Und gerade konservative Antifeministen/Maskulisten sind die größten Anwender der Gender-Theorie.

– sie behaupten, eine richtige Frau sei nur, wer die Mutterolle schätzt und zu Hause bleibt
– sie behaupten, ein echter Mann wird man nur, wenn man sich in der Welt bewährt
– sie behauten, man könne Kinder verschwulen

Das finde ich immer wieder witzig:)

Und Nick kommentierte in einem anderen Beitrag:

Darüber reden wir doch hier schon seit Jahr und Tag.

->Unmündigkeitsfeminismus; ->weibliche Unschuld; ->Männlichkeit als Sexdämon etc.

Das ganze konservative Geschlechterbild stellt darauf ab, dass Frauen vielfältiger Kompensationen und eines besonderen Schutzes bedürfen, also als Geschlecht eine Klasse bilden, die außerhalb der nur für Männer geltenden “allgemeinen Regeln” steht.

Aus meiner Sicht kann eine konservative Einstellung in der Tat für Männer sehr schädlich sein:

Sie geht oft mit sehr starren Geschlechterrollen und einem essentialistischen Weltbild einher, welches ein „richtiges“ Verhalten von Männern und auch Frauen fordert und wenig Abweichungen zulässt. Gleichzeitig wird auch aus diesem Lager häufig ignoriert, dass man Menschen, die diesen Idealen nicht entsprechen, nicht beliebig formen kann. Hier vertritt die Evolutionsbiologie aus meiner Sicht ein wesentlich differenzierteres Bild.

Es werden über die klassischen Rollenbilder dann auch Pflichten übernommen, wie eben der Schutz der Frauen vor anderen Männern, deren Sexualität oder allgemeiner Konkurrenz. Insofern hat das Bild der unschuldigen Frau, die von dem weißen Ritter in strahlender Rüstung geschützt werden muss einiges mit dem Bild der unmündigen Frau im Feminismus gemeinsam, deren Situation verbessert werden muss.

Das erklärt auch, warum gerade konservative Parteien wie die CDU viele für Männer nachteilige Zustände aufrechterhalten und Aktionen wie etwa eine Frauenquote dort anklang findet.

Sachliches Diskutieren mit gemäßigten Maskulisten

Wortschrank hat mit seinem Beitrag „Sorry, war scheiße“ eine Lanze dafür gebrochen, dass man versucht möglichst vorurteilsfrei mit anderen Personen zu diskutieren und ihnen nicht von vorneherein Positionen zuzuordnen, die sie gar nicht vertreten:

Und weil ich mir meine Welt so zurecht gelegt habe, habe ich blöderweise auch Feministinnen angeblökt, die tatsächlich gesprächsbereit sind. Und nicht nur das, sondern sogar durchaus offen sind, um sich sachlich über Schnittmengen und Gemeinsamkeiten auszutauschen. Klar differieren da trotzdem noch die Meinungen in vielen Punkten, aber es ist ein Austausch möglich. Gespräche, die vielleicht Vertrauen aufbauen können. Genug Vertrauen, um sich tatsächlich mal die Gegenseite anzuhören und zu akzeptieren, dass es bei “den anderen” durchaus auch gerechtfertigte Probleme oder Benachteiligungen gibt.

Das ist ein Ansatz, den ich vollkommen vertreten und auch so unterschreiben würde. Ich habe selbst schon ähnliche Artikel in diese Richtung gehabt.

Ich habe auch immer wieder dazu eingeladen, die Argumente der anderen Seite vorzubringen oder gar in einem Gastartikel darzulegen bzw. habe Antworten auf Kritik geschrieben.

Andere Blogs aus der gemäßigten maskulistischen Szene bzw. der gemäßigten Männerbewegung sind da ebenfalls sehr offen. Ein gutes Beispiel sind Robins eher unsachlich gehaltene Artikel zum Maskulismus, die dennoch eine deutliche Resonanz hatten, sei es in Kommentaren bei ihr oder in Blogartikeln, zB bei Tom174 oder bei mir.

Ein weiteres Beispiel wären die Fragen von Erzählmirnix, die ebenfalls eine sehr reichliche Resonanz erhielten.

Eigentlich ist es sehr einfach mit der Szene ins Gespräch zu kommen: Jeder irgendwie aufkommende Rant wird eigentlich irgendwo und noch verhältnismäßig aufgegriffen.

Würde die Mädchenmannschaft eine Kritik mit zumindest ein wenig Inhalt an der wachsenden gemäßigten maskulistischen Blogszene schreiben, dann wäre es recht sicher, dass man innerhalb der nächsten Woche auf nahezu jedem der aktiveren Blogs eine entsprechende Rückmeldung hätte.

Natürlich gibt es auch die Front, die darauf nur mit Hassparolen reagieren würde und die jegliche Diskussion mit Feministinnen ablehnt. Es würde mich interessieren, wie groß diese Szene ist, sie scheint mir jedenfalls erheblich an Einfluss verloren zu haben. Interessanterweise war das auch neulich Gegenstand einer Diskussion bei Erzählmirnix, die zu folgender Wertung kam:

Die ganzen Exremistenforen haben lediglich ein paar Mitglieder. Möglicherweise gibt es ein paar mehr Leser und sehr wahrscheinlich handelt es sich dabei um Katastrophentouristen^^ Das bestätigt doch, dass der Großteil des Maskulismus sich auf gemäßigteren Plattformen abspielt, die tatsächlich gute 1000+ Leser haben und vermutlich noch weit mehr stille Besucher.

Leszek ergänzte dort wie folgt:

Der radikale Rand der Männerbewegung ist inzwischen weitgehend isoliert. Jedem wirklich an positiven Veränderungen hin zu mehr Gleichberechtigung für Jungen und Männer interessierten Männerrechtler ist klar, dass mit diesen Leuten nichts Konstruktives erreicht werden kann.

Dagegen ist die liberale und linke maskulistische Blogger-Szene inzwischen gut vernetzt und auch die Mehrzahl der Kommentatoren sind gemäßigt.
Da Christianas Blog der bekannteste maskulistische Blog mit Kommentarmöglichkeit ist, tauchen dort leider neben gemäßigten Kommentatoren auch ein paar extremere Gestalten auf. Ich empfehle weiblichen Kommentatoren meist diese Personen zu ignorieren und sich auf diejenigen Leute zu konzentrieren, mit denen konstruktive Diskussionen möglich sind. Christian selbst ist übrigens derjenige Maskulist, bei dem im Schnitt am meisten kritische Artikel auch zu negativen Aspekten im Maskulismus zu finden sind.
Schoppes großartiger Blog Man-Tau ist inzwischen auch gut frequentiert und hat weit überwiegend gemäßigte Kommentatoren.
MANNdat und AGENS wollen mit den Radikalen sowieso nichts zu tun haben. (Beide Organisationen verstehen sich übrigens auch nicht als “antifeministisch”, nur als feminismuskritisch, dort wo der vorherrschende Feminismus zu männlichen Benachteiligungen beiträgt.)

In der Tat hat sich seit der letzten Bestandsaufnahme zur maskulistischen Blogszene und dem diesbezüglichen Aufruf zur Vernetzung einiges getan: Neben nun schon länger aktiven „neuen“ Blogs FlussfängerTom174 (bei Ach Domina regt sich ja leider seit einiger Zeit nichts mehr) gibt es weitere neue Blogs wie Offene Flanke und Nachdenklicher Mann oder Zulang. Ich hoffe auch, dass Geschlechterallerlei viele neue interessante Stimmen in die Szene bringt. 

All diese Blogs haben neben bekannten gemäßigten Blogs wie zB Schoppe eine offene Kommentarpolitik und insgesamt einen sehr gemäßigten Umgangston (wobei es natürlich immer wieder auch radikalere Kommentatoren gibt, was aber gerade bei einer offenen Kommentarpolitik auch schwer zu verhindern ist).

Was gibt es im Gegensatz auf feministischer Seite? Alle großen feministischen Blogs haben eine stark regulierte Kommentarpolitik, in der freie Debatten nicht möglich sind. Man darf dort keine Kritik anbringen und ist recht schnell dort gesperrt. Selbst feministische Diskussionen finden dort nur noch sehr eingeschränkt statt – eine Resonanz auf Kritik von dort aus kann man vergessen. Bei Robin und Co kann man immerhin recht frei kommentieren, allerdings wird es auch dort durchaus aggressiv, gerade wenn man stark abweichende Meinungen vertritt.

Ich finde insofern den gemäßigten Maskulismus – trotz des immer noch bestehenden Problems, dass einige der dort Kommentierenden sehr verbittert wirken oder einen gewissen Hass zeigen – für Diskussionen gut aufgestellt. Ich habe das Gefühl, dass unsere Seite dazu weitaus eher bereit ist, ja sogar begierig auf einen Dialog bzw. eine Diskussion wartet. Viele scheuen ein Lagerdenken und wollen sich gar nicht unbedingt auf einen Maskulismus festlegen, sondern sehen sich eher einem Humanismus verpflichtet.

Es scheint mir eher die feministische Seite zu sein, die hier ihre Hausarbeiten machen muss. Nach wie vor warte ich auf eine feministische Bloggerin, die tatsächlich zu einer Diskussion über feministische Theorien bereit ist.

Sollte es tatsächlich immerhin ein kleines „New Beginning“ geben, dann würde mich das ja durchaus freuen. Ich vermute allerdings, dass man sich dort über wirklich kritische Themen – Rape Culture, Patriarchat, Männerfeindlichkeit im Feminismus – nicht unterhalten können wird, ohne das es wieder zum Knall kommt.

Pickup und Ich: Reproduzierbarkeit (Teil 4)

Langsam klappte es ganz gut und ich fühlte mich sicherer in der Auswahl des Materials, welches zu mir passte und der Vereinbarung diverser Techniken mit meiner Selbst. Ich gewann an Selbstvertrauen und Routine.

Mir fielen die Handlungsschemata, von denen ich beim Pickup las auch bei mir bekannten Naturals auf, die genauso abliefen, wie es die Theorie vorsah:

Das Auftreten, die Ergebnisunbekümmertheit, die Art zu necken, Cocky Comedy, dass alles verwendeten sie recht intuitiv. Einer erzählte mir einmal, dass er Frauen immer Fragen würde, welches Buch sie gerade lesen würden. Die meisten Frauen würden gerade keins lesen, sie würden aber annehmen, dass er eins liest, wenn er so fragt, und das würde helfen. Er selbst lese gar nicht so gerne, aber er habe ein passendes Buch parat, mit dem er glänzen könne. Ein klassische Routine, bei der es um das Qualifizieren der Frau ihm gegenüber geht.

Ein anderer tanzte erst einmal eine Frau auf der Tanzfläche an und lies sie dann stehen, nachdem sie eine Weile mit ihm getanzt hatte und interessiert schien. Er meinte, dass sie hübsch sei, aber nicht so sein Ding, er würde schauen, ob noch was besseres da ist, sonst würde er eben sie mitnehmen. Ich beobachtete wie die zuerst angetanzte Frau es nicht recht verstehen konnte, dass er sie einfach so stehen ließ, sich immer wieder um ihn bemühte und ihn so recht problemlos ein „Preapproved by other women“ bescherte, dass man durchaus an der Reaktion der anderen Frauen wahrnahm (er sah allerdings auch recht gut aus).

Ich bemerkte es auch in Filmen und Büchern, wie entsprechende Elemente geschickt eingesetzt worden sind.

Ich bemerkte, was Männer falsch machten und es waren teilweise Sachen, bei denen ich früher auch dachte, dass sie unproblematisch wären, jetzt rollten sich mir die Fussnägel hoch.

Auch viele meiner alten Beziehungen verstand ich wesentlich besser. Das Mädchen zB, dass ich im Zug kennengelernt hatte, als ich mit einem Freund einen anderen Freund besuchen fuhr.  Ich erzählte ihm, da ich ihn lange nicht gesehen hatte, da er in einer anderen Stadt studierte, meine inzwischen schon erprobten,  gesammelten und durch wiederholtes erzählen verbesserten Geschichten der letzten Monate (canned material würde man im Pickup sagen). Die Pointen saßen und die neben uns sitzende spätere Freundin musste einfach mitlachen, wodurch wir ins Gespräch kamen. Ich fand sie damals schon nett und hübsch, war aber bereits anderweitig vergeben  und versuchte daher, sie mit besagten Freund zu verkuppeln.  Bei einem gemeinsamen Umsteigen ließ ich sie am Bahnsteig stehen ließ, obwohl sie recht stark angedeutet hatte, dass sie meine Nummer gerne hätte. „Ich will den Jungen aus dem Zug“ soll sie damals wiederholt gesagt haben und hat ihn dann später auch bekommen.

Genauso verstand ich auch, was nicht geklappt hatte und – ein sehr schmerzhafter Erkenntnisprozess – wie viele Frauen ich übersehen hatte, die mir deutliche „Indikators of Interest“ gesendet hatten.

Es gab viele Ereignisse, die plötzlich Sinn machten. Demnach wurde ich auch langsam besser.

Auf einer Party entwickelte sich ein anfänglicher Neg und ein paar freche Scherze in einer Gruppe von Frauen dazu, dass ich plötzlich der Mittelpunkt einer Gruppe von fünf Frauen war, die ich vorher nicht kannte und die sich alle gute amüsierten und bei denen alles sehr gut ankam und von denen zwei Interesse zeigten, ein Abend bei dem ich das Gefühl hatte, dass es super lief, alles genau nach Schema aber trotzdem mit einer gewissen Freiheit. Ich erkannte die Grundstrukturen, die über dem Flirt lagen, aber die Sprüche und Themen waren entsprechend frei, es fühlte sich gut an, der Mittelpunkt der Runde zu sein und zu merken, dass sie einen als Mann interessant fanden. Es war ein Flow-Gefühl, bei dem irgendwie alles richtig lief, man erkannte, dass es richtig lief, man wusste, wie sie reagieren würden und man jeden Ball problemlos zurückspielte.

Auf einer anderen Party war der Gastgeber recht beschäftigt und ich kannte eigentlich nur ihn. Die dortigen Frauen waren alle nicht so unbedingt mein Ding, aber eine, die an sich hübsch, aber eben nicht so ganz mein Geschmack war, stand recht alleine dort. Ich dachte, dass es ja eine gute Gelegenheit zu üben war und habe einfach mal das Schema durchgezogen. Sie hatte wie sich mit seiner Ankunft eine Stunde später herausstellte einen Freund, hatte aber davon nichts erwähnt. Es machte mir auch nichts aus, wir amüsierten uns auch mit ihm gut. Am nächsten Tag rief mich der Gastgeber an und fragte mich, was ich denn mit ihr gemacht habe. Sie hätte seiner Freundin gesagt, dass sie mich ja richtig toll gefunden habe. Also so _richtig_.

Ein anderes Mal hatte sich eine Freundin einer Freundin kurz zu unser Gruppe dazugesellt, schließlich aber weiter gemußt. Eine weitere Freundin aus der Gruppe meinte „Scheint ja nett gewesen zu sein deine Freundin, ich hätte sie mich ja auch gern mit ihr unterhalten, aber Christian hat ja wieder sein Ding gemacht und sie hatte nur Augen für ihn“.

Eine weitere Freundin einer Freundin beschwerte sich einmal, dass die Männer an ihrer Fakultät (Mathematik) so schlecht flirten würden, ob ich denen nicht mal Nachhilfe geben könnte.

Kurzum ich habe es langsam rausbekommen. Nicht so, dass ich mich als PUA bezeichnen würde oder man mich auf jede Frau ansetzen könnte und sie will mich. Aber so, dass ich einen wesentlich besseren Eindruck auf Frauen mache und sie üblicherweise wesentlich positiver reagieren.

Es tat mir – auch wenn das vielleicht nichts Gutes über mich aussagt und etwas billig ist – gut, als ich bei einer Feier auf eine Frau stieß, mit der es am Anfang meiner Lernphase etwas Flirterei gab, was dann aber nicht klappte  und deren Gesicht zu sehen als ich ihr meine zwischenzeitige damalige Freundin vorstellte, die objektiv wesentlich hübscher war als sie. Ihr Gesicht verriet, dass sie nicht verstand, was da passiert war.

Pickup hat mir insofern einiges an Erfolgserlebnissen beschert und zudem eine gewisse Reproduzierbarkeit dieser Erfolgserlebnisse ohne das es zu sehr ein Abarbeiten eines bloßen Schemas ist. Das gibt einem eine gewisse Sicherheit. Ich habe auch ansonsten das Gefühl, dass ich Situationen besser verstehe und einschätzen kann.

Für mich hat sich Pickup also gelohnt. Es wird schwer sein, mich davon zu überzeugen, dass es nur Geldmacherei oder Betrug ist, weil es mir persönlich Einsichten gegeben hat, die ich nicht missen möchte und die ich für jeden Mann sehr nützlich halte. Ich will nicht sagen, dass nicht auch einiges dabei ist, was ich nicht gut finde oder niemals für mich verwenden würde, wobei das aber auch damit zusammenhängt, dass es eben zu mir nicht passen würde.

Pickup und Ich: Kalibrierung (Teil 3)

Mein erster Kontakt war also durchaus erfolgreich verlaufen.

Richtig verwerten konnte ich das aber bei ihr nicht. Sie wechselte immer noch, obwohl sie Single war, zwischen heiß und kalt, ich glaube ich war einfach noch zu nett für sie. Ich stürzte mich dafür in die Pickupliteratur und las und verhörbuchte alles, was sich auf den einschlägigen Torrentseiten unter Stichworten wie „Pickup“ „David DeAngelo“, „Mystery“ etc finden ließ.

Ich hörte es allerdings wild durcheinander, hier eine Interviewserie, dort ein Schnipsel, ich machte es mir insofern selbst schwer, die dahinter stehende Struktur zu verstehen, da ich teilweise mit Detailproblemen aus dem Fortgeschrittenenprogramm anfing. Eine kurze Zeit versuchte ich davon einiges an ihr, aber es war viel zu durcheinander. Ich las etwas über Shittests und erkannte immerhin, dass das gut auf sie zutraf, reagierte dann aber relativ trotzig und zu wenig spielerisch. Dann hörte ich etwas darüber, dass man, wenn es nicht klappt, einfach mal locker lassen soll: Ist sie interessiert, dann würde sie sich wieder melden. Wenn nicht, dann lohnte es sich auch nicht und man hat besser den Kopf frei.

Ich beschloss also, dass fortan sie die Sache vorantreiben sollte und meldete mich nicht mehr und konzentrierte mich auf andere Ereignisse.

Dabei ließ sich eine erste Wirkung schon feststellen. Ich merkte, dass ich immer wieder entweder bestimmte Elemente mit Erfolg einsetzen konnte oder aber, wenn etwas nicht geklappt hatte, eine Stelle in Pickup fand, die mir recht nachdrücklich erklärte, warum es nicht geklappt hatte

Ich erinnere mich an ein Treffen, bei der ich eine Frau, mit der ich flirtete und von der ich schon einige sehr positive Signale bekommen hatte, nach Hause fuhr und sie mich fragte, ob ich am nächsten Tag früh raus muss. Ich dachte mir, dass es ja positiver weise so war, dass ich am nächsten Morgen tatsächlich nicht raus musste und sie mich, wenn ich dies mitteilen würde, ja zumindest ohne Sorgen noch auf einen Kaffee zu sich einladen könnte. Sie stieg aus, bedankte sich für die Fahrt und lud mich nicht zu sich ein.

Etwas später hörte ich aus irgendeiner Reihe dazu die Theorie, dass eine Frau, die fragt, ob man am nächsten Tag früh raus muss, überlegt, ob sie einen mit reinnimmt, aber auch die Sorge hat, dass sie einen dann nicht mehr loswird, falls es doch nicht so gut läuft. Also fragt sie in der Hoffnung, dass man etwas vor hat um bewerten zu können, wie hoch die Wahrscheinlichkeit ist, dass man lange bleibt. Der Rat war zu sagen, dass man leider früh raus müsse, aber wo sie schon fragt würde man gerne kurz ihre Wohnung sehen, einen Kaffee trinken, dann müsse man leider schon wieder aufbrechen. So kann sie einen gefahrlos einladen, wenn der Abend dann gut läuft ist es eh egal, was man vorher gesagt hat.  Ich erkannte also zB die Bedeutung einer Zeitbeschränkung oder eines Time Constraints.

Natürlich ging es auch genau anders herum: Ich hatte etwas gehört, was super klang und wollte es ausprobieren, vermasselte es aber grandios. Es war eine Qualifikationsroutine, bei der man seine Anforderungen an die Frau spasshafterweise immer weiter steigern sollte, damit diese sich einem gegenüber als „Gut genug“ qualifizieren konnte. Es ging ungefähr so, dass man zuerst so etwas sagte wie „Heutige Frauen können ja leider nicht mehr kochen, wir Männer kochen inzwischen besser“, wobei sie eine erste leichte Qualifiktation durchführen sollte, indem sie darauf hinweist, dass sie kochen kann. Dann ging es weiter, sie solle dies und jenes haben bis man dann schließlich etwas übertrieben bei der kochenden Millionärstochter, dessen Vater eine Brauerei hat mit eigenem guten Job, Stilbewußtsein, einem Sinn für Literatur und eine bisexuelle Ader mit Spaß an einem Dreier. In dem Hörbuch hat er es flüssig und mit der richtigen Mischung aus Unverschämtheit und Witz vorgebracht und ich bin sicher, dass er es auch tatsächlich so rüber bringen konnte – ich konnte es nicht. Was auch daran lag, dass ich inzwischen die genaue Eskalationsreihenfolge vergessen hatte und zudem die Lautstärke der Musik das ganze einfach zu kompliziert machte, so dass sie dachte, sie hätte sich verhört und ich es noch mal sagen musste, was ihm schlicht einiges an Witzigkeit nahm. Demnach war sie sich glaube ich danach auch einfach nicht so sicher, ob ich nicht einfach ein Psycho war und das eigentlich warme Set war tot.

Ein paar Mal habe ich gerade am Anfangs Sets übertrieben und war zu böse und nicht witzig genug dabei, so dass die Frau dann eher beleidigt war. Ich musste mich da erst rantasten und etwas ausprobieren, was man sagt und was man besser nicht sagt. Einmal ganz am Anfang sagte ich einer Frau, dass sie entschieden zu alt wäre, Frauen in ihrem Alter würden immer gleich heiraten und Kinder bekommen wollen, weil die Uhr tickt (sie war 33). Sie war sauer und hat kein Wort mehr mit mir gesprochen.

Bei vielen Sachen lag ich erst einmal zumindest leicht daneben, ich merkte insbesondere, dass zu komplizierte Routinen zu schnell hölzern wirken und man nicht die Routine lernen muss, sondern warum sie ein gutes Beispiel für eine bestimmte Situation ist und was dahinter steckt. Daneben arbeitet ich auch an dem Rest: Das Fitnessstudio wurde wieder regelmäßiger besucht, ich hinterfragte meinen Kleidungsstil und gestaltete ihn etwas moderner. Ich legte mir ein paar schickere Sachen zu, die zwar etwas teurer waren, aber sehr gut aussahen. Ich experimentierte etwas mit Haarschnitt und Styling, wenn es auch nicht zu abenteuerlustig wurde.

Irgendwann zwischendrin meldete sich dann auch tatsächlich, dass Mädel von damals wieder. Ich ließ ihre Nachricht unbeantwortet. Warum sollte ich zu ihren Spielchen zurückkehren?

(weiter bei Teil 4)

Pickup und Ich: Der erste Kontakt (Teil 2)

Nach dem „Erfolgserlebnis“ in der Disko blickte ich positiver in die Zukunft. Hatte ich mich nicht neulich noch mit einer Freundin einer Freundin unterhalten, bei der ich den Eindruck hatte, dass sie etwas mit mir flirtet? Die war eigentlich ganz süss gewesen.

Es fügte sich, dass ich sowieso aus anderen Gründen kurz in ihre ursprüngliche Heimatstadt musste, also fragte ich sie über Facebook was man denn da so machen könnte. Es entspann sich ein netter Dialog und wieder lag etwas flirtiges in der Luft. Sie lachte über meine Witze, ich fand alles lief eigentlich ganz gut.

Das sie einen Freund hatte erschien mir dabei kein großes Hindernis, denn ich hatte ihn kennengelernt und er war ein Arschloch der Extraklasse. Eine Befragung der gemeinsamen Freundin ergab auch, dass sie schon länger unzufrieden mit ihm war und ihn ihre meisten Freunde auch nicht mochten. Er war übergenau, pingelig, ein Prinzipienreiter und unglaublich autoritär. Ich hielt das für ein gutes Omen, sie hatte sich eben in ihm vertan und brauchte vielleicht einfach noch etwas, um aus der Beziehung raus zu kommen. Dieses etwas konnte ich sein!

Ich stellte sie etwas aufs Podest, ich machte ihr Komplimente, wir trafen uns auch zum Mittagessen. Am Ende des Mittagessens in einem Restaurant fragte sie „Und? Lädst du mich ein?“ Ich fand es etwas dreist, da es ganz unverbindlich gehalten war, aber ich hielt es auch für richtig und der Sache förderlich, ich wollte ihr ja auch zeigen, dass ich es ernst meinte. Also lud ich sie ein.

Es verging einige Zeit und ich konnte über die gemeinsame Freundin ein gemeinsames Kochen arrangieren, wir hielten etwas Händchen unter dem Tisch. Ich sah uns schon fast zusammen. Ich schlug dann vor, dass wir Abends mal was trinken gehen, sie sagte zu. 3 Stunden vorher sagte sie ab. Danach lief irgendwie alles auf Sparflamme. Ich versuchte sie wieder für mich zu gewinnen, es kam nicht viel von ihr, ich beschloss es sein zu lassen und meldete mich dann auch nicht mehr. Daraufhin zeigte sie wieder etwas Interesse, nur um sich dann wieder zurückzuziehen.

Es war frustrierend.

Just in diesem Moment lass ich in einer Zeitung einen Bericht über Pickup, der die Aussage einer Feministin enthielt, dass es unfair sei, diese Methoden einzusetzen, weil sie funktionieren würden und an die niederen Instinkte der Frauen appelieren würden, die sich deswegen nicht dagegen wehren könne. Ich würde den gleichen Bericht heute gerne noch einmal lesen, eine solche Aussage ist ja doch reichlich ungewöhnlich. Ich hatte mich zu diesem Zeitpunkt schon durch ein paar Beziehungsratgeber gelesen und war darüber auf die Biologie der Geschlechterunterschiede gekommen und auch schon in diversen Foren in Diskussionen dazu verstrickt. Es interessierte mich schon deswegen, was dort denn so raffiniertes gelehrt werden würde, dass es eine Feministin so unfair finden würde.

Da in dem Artikel von Neil Strauss und seinem Buch „The Game“ die Rede war, suchte ich nach Neil Strauss und fand sein „Annihilation Method- Video“, welches ich mir anschaute.

 

(Siehe Youtube für weitere Teile)

Ich fand viele der dort angesprochenen Theorien sehr interessant. Es erschien mir logisch, dass man ein Gliederung eines Ansprechens vornehmen konnte und der „Neg“ erinnerte mich an etwas, was ich selbst früher einmal gemacht hatte und was damals eigentlich auch ganz gut geklappt hatte, was ich dann aber aufgegeben hatte.

Es erschien mir eine faszinierende neue Welt zu sein, die einen Plan hatte und bei der man viel Gutes mitnehmen konnte. Ich erkannte bereits jetzt, dass einiges bei bisherigen Flirts falsch gelaufen war. Ich konnte einiges von dem, was gut gelaufen war, in die Theorien einordnen.

Kurzum: Es war ein Thema, mit dem ich mich mehr beschäftigen wollte

Nachdem ich also auf einige interessante Thesen gestoßen war wollte ich ausprobieren, ob auch etwas für meine konkrete Situation dabei war: Wie bekam man eine Frau von ihrem nervigen Freund los?

Es dauerte nicht lange, bis ich auf den Boyfriend Destroyer stieß. Ich lass einiges darüber und folgende Taktiken fand ich interessant:

  1. Rede niemals schlecht über ihn, denn das wird nur dazu führen, dass sie ihn verteidigen will und ihn sich selbst schön redet
  2. Reframe alles was er macht, so, dass er ein netter Kerl ist, der sich nur Unsicher ist
  3. Stelle ihn als den perfekten Freund dar, so dass sie ihn mit diesem perfekten Bild vergleichen muss und daher anfängt die Abweichungen wahrzunehmen und zu sagen, was sie stört.

Verdammt, ich hatte versucht schlecht über ihren Freund zu reden. Sie sollte ja einsehen, dass er ein Arschloch war. Ich lass unsere Emails und Facebooknachrichten noch mal und sie verteidigte ihn wirklich danach. Ich hatte ihr seine Schlechtigkeit vor Augen führen wollen, sie retten wollen. Es hatte nicht geklappt.

Also war es Zeit etwas neues zu probieren.

Fortan lobte ich ihren Freund in den Himmel. Es sei doch bestimmt angenehm, jemand zu haben, der in allem so direkt und ehrlich seine Meinung sagen würde. „Naja, mitunter sei das schon mal anstrengend“. Er meine das bestimmt gar nicht so, vielleicht verberge sich hinter seiner harten Maske einfach nur ein sehr unsicherer Kern“ Mhmm so habe sie es noch nicht gesehen. Er würde jedenfalls gut zu ihr passen, er würde doch bestimmt sich sofort um sie kümmern, wenn dies und das sei. „Nein, würde er leider nicht.

Was soll ich sagen, zwei Wochen später hatte sie tatsächlich mit ihm Schluss gemacht.

(weiter bei Teil 3)

Selbermach Samstag LXXVI

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?