Selbermach Samstag LXXVI

Welche Themen interessieren euch, welche Studien fandet ihr besonders interessant in der Woche, welche Neuigkeiten gibt es, die interessant für eine Diskussion wären und was beschäftigt euch gerade? Welche interessanten Artikel gibt es auf euren Blogs oder auf den Blogs anderer? Welches Thema sollte noch im Blog diskutiert werden?

Pickup und ich: Am Boden (Teil 1)

Als es mit meiner damaligen Freundin vorbei war, ging es mir dreckig. Ich habe es zwei Wochen lang anderen Freunden nicht erzählt, weil ich nicht darüber reden wollte. Ich wusste nicht, dass sie ihnen bereits eine kurze Mail geschrieben hatte um sich auch von ihnen zu verabschieden.

Ich hörte das beste Lied, dass es für solche Situationen gibt, auf Endlossschleife und suhlte etwas in Erinnerungen und allgemeinen Herzschmerz.

Irgendwie muss man alle seine Routinen neu erlernen, man erwischt sich noch relativ lange dabei, dass man bei neuen, spannenden oder lustigen Ereignissen gleich denkt, dass man SIE gleich anrufen sollte und ihr davon erzählen sollte, bis man merkt, dass es keine Option mehr ist.

Ich funktionierte etwas vor mich hin, bis ich mir bewusst machte, dass es so nicht weitergehen konnte und ich das Ganze nun ja wohl abhaken musste. Ich fühlte mich irgendwie etwas rostig, was das Flirten anging, also beschloss ich erst einmal alleine in eine Disko zu gehen und mich dort einfach einmal treiben zu lassen.

Ich tanzte wild vor mich hin, tanzte hier an und da an, aber es war Studentennacht und alle anwesenden Frauen waren zehn Jahre jünger als ich. Ich trank erstmal ein paar Bier, zum locker werden. Danach, so dachte ich mir, werde ich eine Frau ansprechen.

Ich schaute mich also um und sah auch tatsächlich ein sehr schönes Mädchen, vielleicht 22 am Rande der Tanzfläche stehen, diese lag tiefer als der Rest der Bar und die einmal um sie herum laufenden 3-4 Stufen bildeten quasi eine Art Zuschauertribüne auf deren obersten Ende sie stand. Sie war aus meiner damaligen Sicht und im Licht der Disko eine glatte 9. Aber ich erinnerte mich an einen Rat eines Mitbewohners im Studium: „Einfach zuerst die Schönste fragen, vielleicht sagt sie ja. Sagt sie nein, dann fragt man eben die zweitschönste“. Im flackernden Licht der Disko erschien sie mir wie der Start in eine herrliche neue Zukunft. „Vielleicht sagt sie ja Ja“. Ich machte mich todesmutig auf den Weg.

Dabei nährte ich mich ihr von unten, blieb eine Stufe unter ihr stehen, so dass sie mich sogar noch etwas überragte, und versuchte aus dieser Nähe Blickkontakt herzustellen. Sie übersah mich vollkommen, wahrscheinlich hoffend, dass ich mich davon machen würde, wenn sie mich ignoriert. Nachdem alle recht passiven Bemühungen nichts brachten tippte ich ihr tatsächlich auf die Schulter. Sie blickte mit leicht besorgten Blick zu mir runter. „Ich finde dich toll. Ich würde dich gerne kennenlernen. Wollen wir ein Bier zusammen trinken?“ rief ich ihr über den Diskolärm zu. Sie verstand es nicht, es war zu laut. Ich wiederholte die Sätze noch einmal in voller Länge, nur etwas lauter und auf Zehenspitzen stehend etwas näher zu ihr hin.

„Ich habe einen Freund“ erwiderte sie und wandte ihren Blick wieder der Tanzfläche zu, weg von mir.

Ich sagte so etwas wie „Okay, danke“ und ging.

Und war wahnsinnig stolz auf mich. Ich hatte sie angesprochen! Sie hatte halt einen Freund. So etwas passiert! Ich fand es gut, dass sie das direkt so gesagt hatte. Sie hatte einen Freund, aber sie hatte es in meinen damaligen Augen recht freundlich gesagt, es war kein großes Ding gewesen. Mir war nichts schlimmes passiert.

Ich hatte selbst gar nicht gemerkt, wie fürchterlich mein Ansprechen gewesen war, wie erkennbar erfolglos, und das es eine recht simple Art war mich loszuwerden.

Ich fühlte mich tatsächlich besser.

(weiter bei Teil 2)

Sexualpartneranzahl und Aussicht auf eine stabile Beziehung

In einem Artikel von Evilmichi zum Thema, ob Männer „Schlampen“ attraktiv finden kam es auch zu der Frage, inwieweit die Anzahl der Leute, mit denen man Sex hatte, die Aussicht auf eine stabile Beziehung reduziert, was ja auch hier schon in den Kommentaren Thema war.

Da muss man natürlich erst einmal definieren, was überhaupt viele sind, was gar nicht so einfach ist.

Ich würde sagen, dass heute die meisten jungen Menschen in ihren jungen Tagen Beziehungen und Sex haben und ich persönlich finde daran nichts verwerfliches. Im Gegenteil: Es ist Ausdruck eines normalen Sozialverhaltens auch seine Sexualität auszuprobieren und zu entdecken.

Mich persönlich würde auch eine Jungfrau für eine Beziehung gar nicht reizen, dazu bin ich aber auch inzwischen zu alt. Ich möchte eine Frau, die weiß, was sie macht und die inzwischen auch weiß, was sie mag. Die ihre Anfängerfehler in Beziehungen gemacht hat, die weiß, dass nicht alles Hollywood ist und eine realistische Vorstellung von der Beziehungswelt hat.

Ein Bekannter meinte mal, dass man viel daraus lernt, wenn man einmal Schluss gemacht hat und einmal Schluss mit einem gemacht wurde, dass es Erfahrungen sind, die einem einiges über Beziehungen und sich selbst beibringen.

Das würde also das „untere Ende“ sexueller Erfahrungen betreffen, also eine geringe Erfahrung in diesem Bereich.

Beim oberen Ende würde ich sagen, dass eine sehr hohe Zahl durchaus Anlass zur Vorsicht sein kann, aber nicht muss.

Es kann ein Zeichen sein, dass die jeweilige Person eben keine festen Bindungen eingehen kann, bei Problemen zu schnell weg läuft oder Partner zu sehr von ihr genervt sind um es lange mit ihr auszuhalten. Es kann sein, dass derjenige den Ego-Push der Bestätigung braucht oder immer wieder etwas neues. Es kann gerade auch bei einem Mann bedeuten, dass er es sehr einfach findet mit Frauen zu schlafen und sich das dann nur sehr schwer abgewöhnen können wird.

Es kann natürlich auch einfach bedeuten, dass derjenige einfach eine wildere Zeit hatte, in der er sich etwas ausgetobt hat.

Interessant wird also letztendlich wohl sein, warum und wie derjenige mit anderen geschlafen hat.

Gute Studien zu der Frage sind schwer zu finden. Hier wird eine Studie der Heritage Foundation, einem konservativen Think Tank, besprochen, die zeigt dass bei mehr Sexpartnern die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die erste Ehe geschieden wird.

Sexpartner Scheidungsrisiko

Sexpartner Scheidungsrisiko

Immerhin scheint es in der 2006-2008 Studie schon wieder zu steigen. Allerdings darf man vermuten, dass Frauen, die als Jungfrauen im Jahr 2008 in eine Ehe gehen aus einem extrem religiösen Hintergrund kommen, der eine Scheidung gar nicht erst zu einer Option macht. Zwischen einem Partner mit geschätzten 52% und 4 Partnern besteht ein nur sehr geringer Unterschied, bei neun Partnern sind wir bei ca 41% (wobei die Spanne mit „5-9“ ja durchaus groß angesetzt ist, ebenso im nachfolgenden „10-20“

Ob man der Studie trauen kann oder mit ihr nur eine konservative Agenda durchgesetzt werden soll wäre eine andere Frage.

Sie beantwortet auch nicht die Frage, ob gerade die Frauen schuld sind oder ihr schlampiges Verhalten: Wenn Frauen, die mit vielen Männern schlafen, zB eher auf den Bad Boy stehen, der eh keine Bindung will, dann kann es die Wahl des Partners sein, die dann auch dazu führt, dass sie häufig geschieden wird und mit einem anderen Partner kann es dann besser laufen, wenn sie ruhiger geworden ist.

Sprich: Die Forschungslage ist aus meiner Sicht noch nicht sehr befriedigend.

„Männer streiten um Sachverhalte, Frauen um Beziehungen“

Keppla kommentierte in der Frage, wie Männer und Frauen streiten das Folgende:

Männer streiten um Sachverhalte, Frauen um Beziehungen. Aus “männlicher Sicht” ist es ein abgeschlossener Streit um eine falsche Wortwahl oder einen obengelassenen Klodeckel, aus “weiblicher Sicht” ein konstant geführter Streit darum, dass man mehr “Rücksicht”/”vorausschauenden Gehorsam” will.

Natürlich gilt dies nicht absolut, wie immer bei Männern und Frauen gilt es allenfalls für den Schnitt. Aber es würde zu dem Grundsatz passen, dass Männer eher systematischer und lösungsorientierter denken und Frauen eher auf einer gefühlsbezogenen, beziehungslastigeren Ebene.

Dazu habe ich folgendes gefunden:

Für die Studie hat Parship rund 1.000 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Zunächst bekamen die Teilnehmer drei Streittypen vorgesetzt und sollten sich selbst einer dieser Kategorien zuordnen. 45 Prozent aller befragten Frauen gaben an, in einer Konfliktsituation mit dem Partner emotional zu reagieren. Bei den Männern waren es nur 36 Prozent. Immerhin über die Hälfte der männlichen Teilnehmer gaben jedoch an, bei einem Streit ruhig und sachlich zu diskutieren. Auch bei den Verhaltensweisen unterscheiden sich Frauen und Männer: 43 Prozent der Frauen gaben an, schnell beleidigt zu sein, während 30 Prozent aller Männer nach eigener Aussage dem Konflikt ausweichen.

Die Untersuchung zeigt eindeutig, dass Männer in Sachen Beziehungskrach der ruhende Pol sind. Die meisten neigen dazu, Konflikte sachlich und ruhig anzugehen, um den Streitpunkt aus der Welt zu schaffen. Frauen hingegen lassen ihrer Wut freien Lauf und reagieren auf mögliche Vorwürfe des Partners beleidigt oder lassen ihn gar nicht erst zu Wort kommen. Das kann selbst für die beste Beziehung Gift sein. „Unzureichende Konfliktfähigkeit ist oftmals der Auslöser für das Scheitern einer Beziehung. Gerade geschlechtsbedingte Unterschiede im Kommunikationsverhalten können leicht zu Missverständnissen oder gar zu Verletzungen führen“, erklärt Diplom-Psychologe und Parship-Beziehungsexperte Markus Ernst. „Frauen und Männer können hier voneinander lernen und gemeinsam eine konstruktive Streitkultur für ihre Partnerschaft etablieren.“

Eine relativ harte Wertung, wobei ich mir sicher bin, dass beide Geschlechter der Meinung sind, dass der andere „schlecht“ streitet. Die Frau mag vielleicht gerade das Lösen von Problemen oder die Sachlichkeit ärgern, wenn es doch eigentlich um Gefühle geht und den Mann genau andersrum, dass sie immer neue Punkte auf den Tisch bringt und nicht die bestehenden löst (wohingegen sie damit deutlich machen will, was diese Probleme für sie auf der Beziehungsebene bedeuten).

„Free to be“ Jungs und Mädchen 40 Jahre nach der gescheiterten Gender-Revolution

Christina Hoff Sommers hat einen interessanten Artikel zum Spielverhalten von Kindern und dem Versuch die Geschlechter dabei auszublenden:

In 2009, David Geary, a University of Missouri psychologist, published the second edition of Male, Female: The Evolution of Human Sex Differences. This thorough, fair-minded, and comprehensive survey of the literature includes more than 50 pages of footnotes citing studies by neuroscientists, endocrinologists, geneticists, anthropologists, and psychologists showing a strong biological basis for many gender differences. And, as Geary recently told me, “One of the largest and most persistent differences between the sexes is children’s play preferences.” The female preference for nurturing play and the male propensity for rough-and-tumble hold cross-culturally and even cross-species. Researchers have found, for example, that female vervet monkeys play with dolls much more than their brothers, who prefer balls and toy cars. Nor can human reality be tossed aside. In all known societies, women tend to be the nurturers and men the warriors. Harvard psychologist Steven Pinker points to the absurdity of ascribing these universal differences to socialization: “It would be an amazing coincidence that in every society the coin flip that assigns each sex to one set of roles would land the same way.”

Bei biologischer Betrachtung verwundert das nicht: Spielen ist Vorbereitung auf die Erwachsenenzeit und es ist gerade bei Säugetieren wie dem Menschen in prähistorischen Zeiten, also denen, die für uns evolutionär interessant sind, kaum zu umgehen, dass Frauen eine Vorliebe für Spiele evolvieren, die sich dann auch mit Kindern beschäftigen und insoweit mit Pflege und Betreuung dieser. Ebenso wenig verwundert es, dass in einer Spezies mit starker intrasexueller Konkurrenz unter Männern Jungs überall auf der Welt solche Kampfsituationen darstellen und spielen wollen. Dafür muss es auch keine direkte evolutionäre Präferenz für eine Spielzeugpistole geben, die natürlich so aufgrund der kürze der Zeit nicht entstanden sein kann, aber eine evolutionäre Präferenz für Spielzeug, mit dem man in der jeweiligen Kultur intrasexuelle kämpferische  Konkurrenz unter Männern gewinnen könnte würde die diesbezügliche Vorliebe ebenso erklären. Auch Pinkers Argument ist aus meiner Sicht von hohem Gewicht: Wenn es reiner Zufall wäre, dann überrascht es, dass die gleiche Vorliebe überall auf der Welt zu finden ist.

Of course, we can soften and shape these roles, and that has been, in every epoch, the work of civilization. But civilization won’t work against the grain of human nature, and our futile attempts to make it do so can only damage the children that are the subjects of the experiment. Though few would deny that parents and teachers should expose children to a wide range of toys and play activities, almost any parent will attest that most little girls don’t want to play with dump trucks and few boys show an interest in Hello Kitty tea sets. “Free to Be” purports to be an anthem to freedom; but to “liberate” children from their gender will require unrelenting adult policing, monitoring, correcting, and shaming. Enlightened opinion tells us not to do that with gender non-conforming children; but surely it is just as misguided to do it with kids who conform to the conventions of their sex.

Der fett gedruckte Satz ist aus meiner Sicht wichtig und wird gerne verkannt: Es ist heutzutage akzeptiert, dass man Kindern Auswahl geben soll. Da ist der Genderfeminismus keineswegs der Vorreiter, der er zu sein glaubt. Die meisten Kinder wählen dennoch geschlechtertypisches Spielzeug – das ist aber eine Häufung, die aus biologischer Sicht durchaus zu erwarten ist und nicht per se schlecht ist. In dem Bereich liegt der Fehler des Feminismus, der aus der Häufung eine Unterdrückung herleitet.

Auch der letzte Satz ist wichtig: Natürlich soll man Kinder, die sich nicht nach dem Stereotyp verhalten die Möglichkeit zur Abweichung geben, damit sie frei sind, sich so zu verhalten, wie sie wollen. Das kann man dann aber bei Kindern, die sich nach dem Stereotyp verhalten nicht einfach umkehren und diese dazu zwingen, sich anders zu verhalten, weil es aus der eigenen Überzeugung besser wäre sollte dann auch klar sein.

The writer Andrew Sullivan is right when he describes the sex difference as “so obvious no one really doubted it until very recently, when the blank-slate left emerged, merging self-righteousness with empirical delusion.” That delusion was jumpstarted in 1974 with the advent of “Free To Be… You and Me.” Today, an army of gender scholars and activists is marching in support of the genderless ideal. But these warriors forget that ignoring differences between boys and girls can be just as damaging as creating differences where none exist. “Free to Be” is a cautionary example of how an idealistic social fantasy can turn into a blueprint for repression.

Dieser Aspekt wird häufig übersehen: Befreiung von Regeln, von denen man nicht befreit werden möchte, ist eben ebenfalls Unterdrückung.

Weitere Artikel dazu:

Pick-up als moderne Männerbewegung

Maximilian Pütz, der mit Arne Hoffmann zusammen zwei neue Bücher, Das Gesetz der Eroberung und Frauen online erobern herausgebracht hat, schreibt in einem Gastartikel etwas zu Pickup als moderne Männerbewegung:

Dabei fand ich interessant

Besonders amüsiert es mich, wenn sich die Presse auf die sogenannte Push&Pull-Technik stürzt, die Pick-upper benutzen, um „Frauen gefügig zu machen“. Das finden Journalistinnen ganz schlimm und führen sie als Paradebeispiel für die Boshaftigkeit von uns Verführungskünstlern an. (Bei Push & Pull geht es darum, einer Frau erst etwas Aufmerksamkeit zu schenken, ein Kompliment zu machen (Pull), um sie nach einiger Zeit wieder von sich zu stoßen (Push), zum Beispiel durch Sich-Nicht-Melden, einer kleinen Beleidigung etcetera.)

Man mag von dieser Technik halten was man will – und ich persönlich lehre sie auch gar nicht. Nur gibt es eins sehr wesentliches Problem mit ihrer Verurteilung: Es ist eine Technik, die seit Jahrtausenden von Frauen benutzt wird, um Männer zu manipulieren.

Was ich damit sagen will, ist, dass fast jede durchschnittliche Frau auch einem Pick-up-Artist hinsichtlich manipulativer Kommunikationstechniken meilenweit überlegen ist. Frauen haben Männer immer mit großem Erfolg manipuliert, und vielleicht ist der Grund für die Hetze auf Pick-up eigentlich die Angst der Frauen, an Macht über uns zu verlieren.

vorab: Push & Pull Taktiken finde ich ehrlich gesagt, wenn man sie richtig einsetzt, ganz und gar nicht schlimm, im Gegenteil, sie schaffen etwas großartiges, nämlich sexuelle Spannung, die nicht sofort wieder abgebaut, sondern gehalten wird. Viel zu viele Männer (und auch Frauen) trauen sich nicht mehr eine sexuelle Spannung auch einfach mal zu halten, sondern bauen sie meist direkt wieder ab, indem sie zuviel pull betreiben. Einen einfachen Eindruck, wie Push Pull wirkt bietet ein Tanz wie der Tango, indem es auch ein hin und her geben kann.

Aber zum eigentlichen Inhalt: In der Tat kommen ein Großteil der Pickuptechniken auch bei Frauen im Einsatz. Frauen werden immer wieder einen Mann etwas wegstoßen, weil sie noch nicht soweit sind, sie verwenden auch ansonsten Pushtaktiken, kombiniert mit Pull, etwa ein sexy Outfit, flirten und dann plötzlich ein Shittest oder wieder Zurückhaltung. Ein Rat von Mystery war meine ich sogar, dass man sich vorstellen sollte, wie eine sehr hübsche Frau mit vielen Verehrern reagieren würden, wenn man überlegt, was ein statushohes Verhalten wäre. Ich meine auch, dass ich dazu schon mal was geschrieben habe.

Weiter schreibt Maximilian:

ich sehe Pick-up als eine neue moderne Männerbewegung, bei der es nur vordergründig um das Frauenverführen geht. Viele Männer beschäftigen sich durch Pick-up das erste Mal mit sich selbst. Mit ihren Ängsten, mit Psychologie, NLP, Kommunikationsmitteln. Sie fangen auf einmal an, Salsa zu tanzen, machen Improtheater oder lassen sich auf einmal einen neuen besseren Look verpassen, so dass aus ihnen fast neue Menschen werden.

Ich finde jede Bewegung, bei der sich Menschen treffen, um sich gegenseitig zu bestärken und zum Positiven zu entwickeln, in jedem Fall gut. Ob sie nun Pick-up, Maskulismus, Feminismus oder sonstwie heißt.

Ich meine auch, dass Pickup in vielen Fällen für Männer sehr hilfreich sein kann, einmal, weil Beziehungen zu Frauen für heterosexuelle Männer nun mal einen sehr wichtigen Teil des Lebens bilden und dann auch, weil die dortigen Grundsätze eine gewisse Emanzipation bewirken können: Wer sich bewußt macht, dass ihn Anbiedern, Getränke ausgeben etc nicht attraktiv machen, ein selbstbewußtes Leben zu führen und Herr seiner Lage zu sein aber schon, der kann insoweit einen „Red Pill“ Moment haben, in dem er erkennt, dass es sogar besser für ihn ist, Frauen nicht aufs Podest zu stellen.

Viele Männer überlassen eben Frauen zu einfach die Zügel ihres Lebens und erkennen nicht, dass sie dies gar nicht unbedingt müssen. Draus folgen dann denke ich viele der übrigen Probleme, wie der Umstand, dass man sich weniger traut gegen ungerechte Gesetze etwa im Familienrecht vorzugehen, weil man dies nicht als „Gut für Männer“, sondern als „Schlecht für Frauen“ begreift und insoweit die Wertung als Frauenfeindlich fürchtet.

Schuldgefühle angesichts weiblicher Wünsche und Forderungen

Auf dem Blog „offene Flanke“ wird in dem Artikel „Und ewig währt das Schuldgefühl“ etwas dazu geschrieben, wie er weibliche Wünsche erlebt und wie er diese zu der feministischen Theorie, dass Männer die „Herrscher“ sind im Widerspruch sieht:

Umgekehrt fürchte ich die aggressiven Forderungen von Frauen, ihre Anspruchshaltung und ihre Bereitschaft, bei Nichterfüllung ihrer Standards sofort einen Konflikt vom Zaun zu brechen. Zumindest erlebe ich das als aggressiv und ich wundere mich immer über das Selbstbewusstsein, mit dem manche Frau ihre Forderungen erhebt, als gäbe es da nichts auszuhandeln und als seien ihre Vorstellungen und Standards allgemeingültig und von aller Welt als richtig anerkannt.

Ich denke, dass es viele Beziehungen gibt, in denen die Frauen die Hosen anhaben und die Machtmittel ganz überwiegend bei der Frau liegen. In diesen Beziehungen versuchen die Männer oft alles, um zumindest ihre Ruhe zu haben, die Frau nicht zu erzürnen, die gute Stimmung der Frau ist ein sehr wesentlicher Faktor, für den man auch Nachteile in Kauf nimmt. Natürlich gibt es das auch andersrum, in einer extremen Form auch beim männlichen Haustyrannen, den man besser nicht stört. Aber gerade diese weibliche Macht innerhalb der Beziehung, die kommt aus meiner Sicht in der Debatte gerade auf Seiten der Frauen zu kurz. Die Rolle der Mutter gibt ihr ein hohes Gewicht in der Famile, gerade bei klassischer Arbeitsverteilung, die Rolle als diejenige, die den Haushalt managed ebenso während seine Rolle als Geldverdiener ihn teilweise eher außerhalb der Familie sieht, so dass sie in ihrem „Haupteinflussgebiet“ mehr zu sagen hat. Zudem wirkt sich natürlich auch verschiedene Geschlechterunterschiede aus:

  • Die schlechte Laune einer Frau hält oft länger an, zieht dann oft alte Punkte wieder mit herein („vor drei Wochen wolltest du schon nicht, dass meine Mutter zu Besuch kommt“). Hier wirkt sich die höhere Emotionalität oft stark aus und können das Gefühl erzeugen, dass man einen „Ausbruch“ besser vermeidet
  • viele Männer wollen zuhause Ausschalten, ihre Ruhe haben, sich von der Arbeit erholen. Sie wollen dementsprechend auch jeden Streit vermeiden
  • voller Zugriff auf das gemeinsame Konto macht das Gehalt üblicherweise nicht mehr zu etwas, mit dem man Macht ausüben kann
  • Streit bedeutet auch keinen Sex mehr. Es der Frau recht machen kann hingegen Ruhe und Sex bedeuten. Das Sex insoweit eher Frauen Macht verleiht ist aus meiner Sicht ein wichtiger Aspekt
  • Der Wunsch, Frauen zu gefallen und ihren Anforderungen zu genügen erscheint mir bei Männern höher zu sein als andersrum
  • Allgemein gelten weibliche Wünsche oft als „reiner“ als männliche, vielleicht auch weil diese eher ins sexuelle reinspielen und das Wünsche erfüllen und Forderungen stellen eher in das klassische Werbungsverhalten um die Frau passt.

Auch hier gibt es natürlich starke individuelle Unterschiede, aber es gibt eben auch genug Männer, die „unter dem Pantoffel“ stehen.

Die feministischen Forderungen nimmt er in Abgrenzung wie folgt wahr:

Und dann der Feminismus, der mir also entgegenschleudert, ein Machthaber zu sein. Ich bin trotz meiner Schwäche und meiner Furcht ein Herr, der die Frauen knechtet, und jemand, der von ihrer Unterwerfung profitiert. Auch wenn ich vom Verstand her diese Vorwürfe als absurd entlarven kann, so lösen sie doch ein heftiges schlechtes Gewissen aus. Das ist das gleiche schlechte Gewissen, dass sich unmittelbar zeigt, wenn ich einen Wunsch aufkommen fühle. Gerade erotische Wünsche sorgen für Schuldgefühle und die permanente Frage, ob sich in dem Wunsch und seiner Verwirklichung nicht schon Frauenverachtung und Frauenerniedrigung ausdrücken würde. Mein Verstand sagt deutlich “nein”, aber das Gefühl behauptet hartnäckig, es sei so.

Das erzeugt freilich Abwehr, also panzere ich mich nach außen gegen feministische Anklagen.

Also quasi Schuldgefühle, obwohl man weiß, dass man nichts gemacht hat.

Ich würde die Wirkung des Feminismus nicht so stark sehen, weil ich mich davon vielleicht nicht so beeinflussen lasse. Aber das der Vorwurf, als Teil einer Gruppe Frauen zu unterdrücken, bei einigen Männern eine sehr zwiespaltige Gefühlslage erzeugt kann ich mir vorstellen.

Shittest

Ein interessantes Konzept innerhalb von Pickup ist der Shittest.

1. Kurze Definition

Ein Shittest ist ein Test der Frau, wie der Mann mit kleineren Angriffen umgehen kann.

2. Funktion des Shittests

In David Buss Buch „Evolution of Desire“ bringt Buss ein interessantes Beispiel eines tierischen Paarungsverhaltens:

Bei einer bestimmten Krötenart sitzt das Männchen auf einer Art Nest, Weibchen, die interessiert sind, versuchen ihn von diesem herunter zu stoßen. Gelingt ihnen dies, dann paaren sie sich üblicherweise nicht, bleibt das Männchen fest auf dem Nest, dann können die Weibchen in diesem ihre Eier ablegen, die dann von dem Männchen befruchtet werden.

Was macht die weibliche Kröte hier?: Sie testet die Qualitäten des Krötenmännchens. Wenn er sich von dem Weibchen leicht aus dem Nest stoßen lässt, dann wird er auch ansonsten die befruchten Eier nicht sonderlich schützen können, er ist zu schwach dafür, damit werden auch eher seine Söhne schwach sein und es lohnt sich, ein anderes Männchen zu suchen und sich mit diesem zu paaren. Das Ganze durchdenkt die Kröte natürlich nicht auf einer logischen Ebene, sie folgt einem biologischen Programm, welches sie erst das Männchen testen lässt und dann bei einem positiven Ausgang des Tests die Fortpflanzung einleitet.

Man sieht hier recht schnell die Parallelen zum Shittest: Das Weibchen versucht hier nicht auf einer körperlichen Ebene, sondern auf einer geistigen Ebene zu testen, ob der Mann „fest in seinem Nest sitzt“, sich also nicht leicht aus der Bahn werfen lässt. Auch hier erfolgt der Test nicht auf einem logisch ermittelten Gedanken, dass sie dem Mann testen muss, sondern der Test kommt unterbewußt, was das Resultat aber nicht weniger aussagekräftig macht, ebenfalls auf einer unterbewußten Ebene.

Der Shittest gibt dabei die Möglichkeit sehr früh gewisse Daten zu sammeln und zu schauen, ob es sich „lohnt“ den Mann anziehend zu finden. Geht er locker mit einem Shittest um, dann spricht dies für ihn und es lohnt sich ein biologisches Programm des Begehrens anzuwerfen, besteht er nicht, dann lohnt es sich eben – ebenso wie bei der Kröte, die vom Nest fliegt – nicht.

3. Noch einmal etwas längeres zum Shittest:

A shit test is when a woman gives a guy a hard time, usually for the purpose of seeing how he will react. Because women (especially attractive women) are hit on all the time, they have developed behaviors that quickly disqualify potential suitors that are not of a high enough value for her. The shit test is one way to do this. Shit tests can be challenges, IODs, or reframes that an HB throws to test the PUA.

For example, a woman might suddenly change threads and start talking about sex very explicitly, to test the PUA’s reaction to the story. This is a congruency test of the pickup artist’s sexual experience. Shit tests can also take the form of insults. For example, when a pick up artist goes up to a woman and compliments her shoes, she might reply with a snide comment such as, “Thanks, but why are you looking at my shoes?” The PUA can choose to interpret this comment in a variety of ways. Is it a genuine question? Does the artist answer directly or indirectly? A quick way is to acknowledge it, and move on: “yes, I love style and I happened to notice your shoes. So what brings you out here tonight?” The PUA can also escalate the situation, emulating the case of poker. “I love shoes. I’m totally gay.” Saying this will escalate the playfullness of the situation, but expect more shit tests and congruence tests to follow along this line. Doing these things demonstrates that he is confident and unruffled by her comments, effectively “passing” the test

Another form of shit test is when a woman immediately disqualifies herself as a potential suitor by saying a comment such as “I have a boyfriend” or “I’m a lesbian.” Again, such comments can be interpreted in several ways:

a) the woman really does have a boyfriend or is a lesbian,

b) the woman is not interested in talking to anyone, or

c) the woman is throwing a shit test to see how the PUA will react.

If it is the latter, the PUA can overcome it by, again, ignoring it, agreeing with it, or making a joke about it. Tyler Durden used to say, “ignore everything that the women does or says that is not assisting with the process of seduction.” Essentially, acknowledge all forward advancements of game, and ignore any deviations from it. Mystery would agree, in that the M3 model and the attraction model are based off the woman’s game frame, not the man’s.

Wie man in diesem Text sieht ist nicht jede Abweisung unbedingt ein Shittest. Es kann auch tatsächliches Desinteresse oder eben schlicht die Wahrheit sein und kein Test.

Dies wird auch nachfolgend noch mal deutlich gemacht:

Recognizing shit tests can be difficult, especially since the comment could be interpreted in several different ways. For example, a shit test could be

  • a way to test congruency,
  • a genuine IOD (slight negative starting value),
  • her being in a bad mood,
  • her having her bitch shield up, and, of course,
  • being a real bitch.

Usually, the best frame to take is that of the confident and best self. If shit tests are obviously being thrown, don’t give up! Continue plowing until the set hooks or the PUA is clearly blown out. Some of our best lines came from women who were giving us shit in a set. You may lose the battle, but you’ll learn something in the process.

4. Warum ist es wichtig, zu wissen, was ein Shittest ist?

Zum einen ist es aus meiner Sicht wichtig zu wissen, warum ein solcher Test auftritt, weil man ihn dann ganz anders angehen kann. Man stelle sich die oben genannte Kröte (etwas vermenschlicht) vor, wie sie sich drüber aufregt, dass die Weibchen dauernd versuchen, sie aus dem Nest zu schmeißen und sich nicht einfach so paaren wollen. Die die Frauen gleich anblafft, wenn sie schubsen und sich aufregt, dass man ihre Ruhe stört und sie nicht einmal ihr Nest einfach so genießen kann. Wir sehen hier den Anfang einer sehr verbitterten Kröte, die eher verstörte Krötinnen, die sich nicht paaren wollen, begegnen wird. Hingegen der Kröterich, der sich denkt, dass sie ihn schubsen will, weil sie vermutet, dass sie gerade ihn schubsen will, weil ihr Unterbewußtsein meint, dass sich die Mühe lohnt, weil er sitzenbleiben wird und sich entsprechend vorbereitet und auch weiß, dass es sie anmacht, wenn er sitzen bleibt, er hätte ein glücklicheres Leben und er würde das Schubsen als das sehen, was es ist: Flirten und Vorspiel

Dies (schon stark überreizte) Krötenbeispiel lässt sich auf die Menschen übertragen: Wer bei einem (tatsächlichen) Shittest denkt, dass sie ein Miststück ist und sich darüber aufregt, der besteht zum einen den Shittest nicht und ärgert sich zu dem über etwas, über das man sich gar nicht ärgern muss. Man muss nur mit entsprechenden Selbstbewußtsein reagieren und sich nicht unterkriegen lassen.

5. Welche Arten von Shittests gibt es

Eine sehr schöne Auflistung findet sich hier:

Shittests gibt es in allen Formen und in allen Lebenslagen. Hier einige Beispiele:

1. Beim Approach

Sie testet dich, ob du wirklich der tolle Typ bist. Meistens sehr offensichtlich mit Fragen wie: ‚Nerv nicht‘ oder beim Numbercloseversuch mit “Ich habe einen Freund“, obwohl die meisten keinen haben.

2. Deine Eifersucht genießen

Sie genießt es sich anzuschauen, wie du ausrastest und ihr versuchst den Kontakt zu verbieten zu einem Kumpel von ihr.

“ Ich war gestern wieder mit Karl unterwegs, es war so schön! “

3. Sie braucht Selbstbestätigung

Aus diesem Grund macht sie dich nieder.

“ Du liebst mich nicht!“ , “Mein Arsch ist zu fett!“

4. Dominanzverhalten ihrerseits

Vor solch einer Frau muss man sich in Acht nehmen! Sie erniedrigt dich auf übelste Weise und kommandiert dich herum um ihr Ego zu pushen. Bald darauf verlässt sie dich.

“Hol mir mal eben vom Bäcker ein Brötchen.“

5. Sie ist gestresst

JA! Eine Frau kann auch einmal schlechte Laune haben. Frauen sind auch Wesen aus Fleisch und Blut.

Dann entstehen beim Approachen Shittests des Kalibers:

“ Kein Bock mit dir jetzt zu reden.“

Achtung! Nicht alles ist dabei ein Shittest. Die Frau ist WIRKLICH gestresst und hat einfach nur schlechte Laune. Wenn du schlecht drauf bist, reibst du schließlich auch nicht jedem Zucker in den Arsch.

6. Wartezeiten

Sehr beliebt bei Frauen sind Wartezeiten beim 1.Date oder was einen fest ausgemachten Termin wie das anrufen abends betrifft.

20 Minuten vorher hat sie noch gesagt, sie ruft Punkt 20:15 an, und hat es um 20:34 noch immer nicht erledigt.

Sowas ist am besten mit dominantem Verhalten deinerseits zu lösen, indem du ihr klipp und klar sagst dass du auf solche Spielchen nicht stehst.

Die meisten Frauen sind es nicht gewohnt wenn der Mann ihnen klipp und klar sagt, dass solch ein Verhalten nicht in Ordnung gehen. Seien es auch nur 5 Minuten. Die Attraction steigt ins Unermessliche, wenn ein Mann die Eier hat und so etwas nicht toleriert, das jeder AFC auch Stunden für seine Pussy warten würde.

7. Drama

Eine Frau macht Drama, das heißt sie unterstellt dir aus der Luft hergegriffene Sachen. Sehr enge Verwandtschaft zu Punkt 3 .

“Sei nicht so scheiße zu mir!“, “Du bist nicht gut genug für mich“, “Du bist doch an allem Schuld.“

In Richtung des zweiten Beispiels geht auch die Art von Shittest, die Krauser als „The Rub“ bezeichnet:

The rub: She enjoys the feeling of masculine dominance so she pushes a button precisely to trigger a slap down, because she loves the thrill of being slapped down.

Beim „Rub“ will sie dich nicht mehr testen, sie geht davon aus, dass du bestehst, mag aber genau dieses Gefühl, dass dadurch entsteht. Ein interessanter Vergleich, den ich dazu mal gelesen habe, ist der Vergleich mit dem Busen einer Frau: Wir wissen gerade in einer Beziehung wie er aussieht und auch wie er sich anfühlt, aber wir sehen ihn uns dennoch immer wieder gerne an und nehmen ihn in unsere Hand, drücken ihn, streicheln ihn. Beides, sowohl der Busen als auch das Interesse an einem Mann, der einen Test besteht, ist nach dieser Vorstellung durch sexuelle Selektion entstanden, so dass aus meiner Sicht der Vergleich sehr stimmig ist: Beide Varianten sind bestimmte Reize, die unter den richtigen Umständen eine sexuellen Reiz auslösen.

Wem das Bild besser gefällt als das einer Kröte, der kann sich also vorstellen, dass ein bestandener Shittest so etwas ist wie das Ausziehen des Pullovers unter Enthüllung eines schönen Tops mit passenden Dekolleté.

7. Wie geht man mit einem Shittest um?

Auch hier hat der vorhin bereits verlinkte Artikel eine gute Auflistung dazu:

Folgende Taktiken gibt es:

1. Ignorieren und Themenwechsel

Du gehst gar nicht erst auf den Shittest ein, sondern erzählst etwas anderes. Sie sagt wie scheiße du seist? Du lächelst sie an und erzählst ihr wie toll doch das Wetter im Moment sei und ob sie gerade auch die Nachtigall hat trällern hören.

2. C&F (Cocky / Funny)

Durch machst dich über den Shittest mit C&F lächerlich.

Sie sagt zum Beispiel: “Boah siehst du heute scheiße aus!“ entgegnest du:

“Ich wollte mich nur meiner Gesellschaft anpassen.“

Du nimmst den Shittest kein bisschen ernst, sondern spielst mit diesem.

3. Reframing

Du wirfst den Shittest ganz einfach zurück, indem du dem gesagten einen anderen Sinn gibst.

Beispiel : “ Boah siehst du heute scheiße aus!“

“ Wenn wir schon bei Scheiße sind – schau mal unter deinen Schuh. “

4. Dominantes Verhalten

Wenn eine Frau dir als Shittest eine Beleidigung an den Kopf wirft, sag ihr klipp und klar, dass du keinen Lust auf so einen Kindergarten hast, und dass wenn sie weiterhin Kontakt zu dir möchte sich benehmen sollte.

Wenn sie weiterhin solch ein respektloses Verhalten zeigt, machst du deine Drohung wahr und machst einen Freeze Out, das heißt du meldest dich eine Woche nicht bei ihr.

Die Frau muss sich der Konsequenzen bewusst sein.

Solch ein Verhalten eignet sich aber nicht für alle Arten von Shittests und man braucht die richtige Ausstrahlung dazu. Wenn man der Frau wie ein Hündchen hinterhergerannt ist, kommt solch ein Verhalten lächerlich rüber und sie wird es nicht ernst nehmen.

5. Ehrlichkeit

Du hast richtig gelesen – damit lassen sich auch Shittest bekämpfen! Aber nur ganz bestimmte. Punkt 4 wäre auch eine Variante für Ehrlichkeit. Punkt 4 wäre im übertragenem Sinne die Ehrlichkeit für richtig harte beleidigende Shittests.

Die hier genannte Ehrlichkeit ist für Shittests folgendes Kalibers gedacht:

“ Ich gebe keinen Fremden meine Handynummer!“

Die ehrlich Antwort wäre darauf : “Wieso nicht? Ich möchte dich kennen lernen, weil du ein sympatischer Mensch zu sein scheinst und ich dies gerne bestätigt sehen würde. Also lass uns einmal unverbindlich etwas unternehmen. “

Mit absoluter Vorsicht zu genießen, nur bei sehr wenigen Shittests zu verwenden! Ehrlichkeit ist aber eine mächtige Waffe, wo ich mit C&F nicht weitergekommen bin mit den oberen Worten aber die Nummer doch erhalten habe.

Kurz zusammengefasst reicht es oft, den Shittest (wenn es denn einer ist) einfach nicht zu ernst zu nehmen und sich davon nicht unterbekommen zu lassen. Wer deutlich macht, dass er sich gerade nicht angegriffen ist und er sich dem schon gar nicht einfach so beugen wird, weil es irrational ist, der wird häufig merken, dass die Wirkung überaus positiv ist.

8. Persönliches

Wenn man mit einer Südländerin zusammen ist, dann fliegen gerade in den ersten Monaten die Shittests ungeahnt viele Shittests für deutsche Verhältnisse. Positiv bezeichnet man das wohl als Temperament. Negativ formuliert kann es etwas anstrengend sein. Ich war in den ersten Monaten aber dank meines Wissens, dass vieles eben einfach nur ein Shittest war, recht entspannt, habe sie sich mitunter austoben lassen, und sie hat dann auch recht schnell gemerkt, dass es so nicht klappt und wurde bezaubernd friedfertig.

Jetzt ist es – abgesehen von gelegentlichen Meinungsverschiedenheiten wie sie wohl immer mal auftreten – eher ein „Rub“:

Wir waren in einem Cafe mit Freunden von ihr, einer davon recht konservativ und auch aus Südland. Ich hatte sie neulich mit etwas zum Thema Südland aufgezogen und sie führte nebenbei an, welche Ansicht ich da hatte, weil sie wusste, dass der Freund das Thema, mit dem ich sie etwas Spasshaft geärgert hatte, gleich aufgreifen und deswegen etwas eingeschnappt sein werde. Mit war klar, dass das ihre kleine spasshafte Rache war, aber gleichzeitig auch ein „Rub“. Weil ich das wusste konnte ich recht ruhig bleiben, die Diskussion ohne zu defensiv zu werden mit einem Witz entschärfen und dann deutlich machen, dass es das Thema zu ernst für einen so netten Abend sei. Er merkte, dass ich ihm nichts böses wollte, kam selbst wieder runter und schloss sich mir an. Auf dem Rückweg zog ich sie dann etwas damit auf, dass sie ihre kleinen Fallen schon besser planen müsste und mich nicht so einfach in eine rein bekommt. Es war unkompliziert und es hatte ihr sichtlich gefallen, dass ich da gut rausgekommen bin. Ein viel positiverer Ausgang als wenn ich mich darüber aufgeregt hätte

Exkurs: Feminismus als Shittest

Es gibt auch die Theorie, dass man den gesamten Feminismus mit seinen überzogenen Forderungen als eine Art Shittest ansehen soll. Also als eine Art Test, dass man die gesamten Forderungen einfach ignoriert und deutlich macht, dass sie sich nicht so anstellen soll. Oder als Ausdruck davon, dass das Aufregen von Frauen über Männer verbunden mit bestimmten Forderungen hier einfach übersteigt wird und dieser darin seinen Ursprung hat.

Es ist eine interessante Theorie und tatsächlich reagieren die feministischeren Frauen bzw. die paar Feministinnen, die ich im Reallife getroffen habe meist sehr gut auf klassisches Pickup und mögen es, wenn man sie herausfordert und nicht durch ihre Reifen springt. Vielleicht verbinden sie es eher damit, dass sie auf diese Weise selbst auch etwas zurückgeben können und sich insofern ernster genommen fühlen.

Als Erklärung scheint es mir aber viele andere Aspekte zu ignorieren, etwa den hohen Anteil an Lesben in der Bewegung. Die gesamte feministische Theorie herunterzubrechen auf „die wollen nur einen Kerl, der ihnen endlich mal sagt, dass sie unrecht haben und ein echter Mann ist“ ist zu simple um mich zu überzeugen. Bei einigen sind es denke ich eher persönliche Erfahrungen, vielleicht mit Mißbrauch, vielleicht mit anderen Enttäuschungen, bei anderen einfach die Hoffnung auf diese Weise tatsächlich eine für sie bessere Welt zu schaffen, bei anderen vielleicht einfach die Gruppendynamik und das Gefühl die Guten zu sein.

Dennoch könnte es gut sein, den Feminismus wie einen Shittest zu behandeln, also deutlich zu machen, dass man die dortigen Schuldzuweisungen nicht akzeptiert, sie ignorieren, es mit agree und amplify oder Cocky Comedy oder mit einem Themenwechsel zu versuchen.

Das könnte zumindest ein effektiver Umgang im persönlichen Bereich sein.

Selbermach Samstag LXXV

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