Frauen vertrauen, die die Pille nehmen

Über eine Diskussion bei Erzählmirnix zur Pille danach gabe es auch verschiedene anderen Artikel zu Verhütungsmethoden und zur Pille für den Mann zB bei Tom174 und bei Zulang

Dabei finde ich insbesondere interessant, dass die meisten Männer ihrer Partnerin vertrauen, wenn sie sagt, dass sie die Pille nimmt, wohingegen in Diskussionen über die Pille für den Mann auch immer wieder auftaucht, dass Frauen mißtrauisch wären, ob er sie auch wirklich nimmt.

Das verwundert auf den ersten Blick, wenn man bedenkt, dass Frauen immerhin selbst bei einer ungewollten Schwangerschaft noch tatsächliche Handlungsoptionen haben, etwa die Pille danach als auch eine Abtreibung, während Männer ihr Vertrauen insoweit in die Hände der Frau legen und für den Fall, dass diese das Kind bekommt, nicht viel machen können, außer Unterhalt zu zahlen.

Der Grund ist aus meiner Sicht aber relativ simpel die direktere Betroffenheit der Frau, die zum einen eine Schwangerschaft einplanen und zum anderen auch Stillen und Betreuung des Kindes einplanen müssen wird. Für den Fall einer Abtreibung müssen sowohl die medizinischen als auch die moralischen Folgen eingeplant werden und eine aktive Entscheidung getroffen werden.

Dagegen ist eine Geldzahlung schlicht abstrakter.

Sicher spielt in die Entscheidung auch hinein, dass dem Mann keine so effektive Ersatzmethode zur Verfügung steht wie die Pille. Er müsste ansonsten auf Kondome ausweichen, was aber aus vielen Gründen einen Komfortverlust mit sich bringen kann.

Vielleicht ist es auch einfach der Umstand, dass der Mann eher darauf vertraut, dass die Frau ein starkes Eigeninteresse hat und diese Absprachen üblicherweise bei funktionierender Beziehung getroffen werden. Hier besteht wenig Anlass dem Partner in solchen Fragen nicht zu trauen.

48 Gedanken zu “Frauen vertrauen, die die Pille nehmen

  1. *Hier besteht wenig Anlass dem Partner in solchen Fragen nicht zu trauen.*

    Und dann gibt es ja noch Trotz-Pille Kinder.

    Also in meinem Umkreis scheinen mir das grob geschätzt 20-50% der Kinder auszumachen.

    Ist wohl nicht Deutschlandweit repräsentativ, aber so wie ich ja immer belehrt werde dass Statistik auch nichts über die Frauen die hier im Forum posten sagt so wird die Statistik der Pillenverhütung einer gewissen Frauengruppe offensichtlich absolut nicht gerecht.

  2. Ich hätte gegenüber der Pille in Kombination mit der einnehmenden Frau mehr Vertrauen als in Kondome, von denen mir ca. jedes 10. reißt.

    Grundsätzlich empfinde ich es schon so, dass die Frau die größere Verantwortung hat, was Verhütung angeht.
    Als Mann hat man immer ein Kondom dabei zu haben und dessen Gebrauch anzubieten.
    Ansonsten aber ist es nun mal so, dass die Frau für diese Kosten-Nutzen-Rechnung im Ernstfall einfach eine sehr viel bessere Informationsbasis hat (die sie in der Regel (!) auch nicht mit dem Partner teilt, nach meiner Erfahrung). Sie weiß wann ob sie die Pille genommen hat und sie weiß wann sie ihre Tage hatte.
    Mir ist es zwar anhand dem was ich im Netz finde nicht gelungen, einen Probability Range zu bestimmen, aber selbst wenn wir von intraindividuellen Zyklusschwankungen von bis 7 Tagen (von einem zum nächsten, das ist aber wohl schon eher ein Extremwert) ausgehen, dürfte das Schwangerschaftsrisiko je nach Tag um das 10- bis 20-fache erhöht sein.
    Der Maximalwert liegt für Frauen im Durchschnitt für den Tag (welcher wiederum ca. 2 Tage streuen dürfte) des Eisprungs bei ca. 30%. Für die anderen der maximal 7 fruchtbaren Tage deutlich geringer. Die anderen Tage haben wiederum nur aufgrund der Streuungsbreite ein Restrisiko (Erdbeerwoche nicht mitgezählt)
    Zumindest in einer festen Beziehung in der man nicht auf Teufel komm (nicht) raus verhütet, erwarte ich da von der Frau, dass sie Bescheid sagt wenn ein Kondom sinnvoll wäre.

    Ich habe es in einer früheren Beziehung erlebt, dass mir auf meine Frage hin gesagt wurde, es könne gerade nichts passieren. 2 Wochen später hatte sie dann seltsamerweise ihre Tage, was darauf hinweist, dass es alles andere als sicher war. Darauf angesprochen meinte sie dann ganz traurig, sie glaube sowieso dass sie nicht schwanger werden könne, da sie noch Unregelmäßigkeiten nach der Absetzung der Pille habe. Kein Witz.

    • „Ich habe es in einer früheren Beziehung erlebt, dass mir auf meine Frage hin gesagt wurde, es könne gerade nichts passieren. 2 Wochen später hatte sie dann seltsamerweise ihre Tage, was darauf hinweist, dass es alles andere als sicher war. Darauf angesprochen meinte sie dann ganz traurig, sie glaube sowieso dass sie nicht schwanger werden könne, da sie noch Unregelmäßigkeiten nach der Absetzung der Pille habe. Kein Witz.“

      Ohne Worte.

    • Würdest du jemanden vertrauen, wenn du beim See schwanger werden könntest?

      Ich kann mit auch gut vorstellen, das man es gerne selbst in der Hand hat, wenn man diejenige ist, die dunkel im Monat auf ihre Tage wartet und bei jeder Verzögerung grübelt

        • Das ist wieder mal eine der übelsten Adrian-Bauernweisheiten, sorry. 😈 Woher hast du das? Wieder von deinen aus Sex and the City entsprungenen Arbeitskolleginnen, die du sensationsgeil beim Lästern belauscht?

          Und frag doch mal Frauen, die in einer längeren Beziehung mit ihrem Partner leben, ob die ihm vertrauen würden. Ich bin ziemlich sicher, dass die meisten es tun. Dass man einem x-beliebigen Onenightstand oder von mir aus auch einem Menschen, mit dem man gerade frisch zusammen ist, der vielleicht auch noch einen Kinderwunsch geäußert hat, nicht vertraut, ist doch normal. Würdest du hoffentlich auch nicht. Mit Geringschätzung hat das nicht die Bohne zu tun.

        • @ Rexi
          „Das ist wieder mal eine der übelsten Adrian-Bauernweisheiten, sorry.“

          Ich weiss halt, wie ich meine Mädels bei der Stange halte.

          „Woher hast du das? Wieder von deinen aus Sex and the City entsprungenen Arbeitskolleginnen, die du sensationsgeil beim Lästern belauscht?“

          Unter anderem. Man kann sich derlei Einsichten gar nicht entziehen.

        • Die eine Person, der stetig damit kokettiert, wie groß sein Desinteresse an das weibliche Geschlecht ist, glaubt am besten zu wissen, was Frauen wollen, für was sie sich interessieren und welche Gedanken sie in sich tragen?

          Natürlich…

          • @ Stephi
            Mein Desinteresse an Frauen ist sexueller Natur. Als ein Mann, der nicht um Frauen werben muss, erkenne ich andere Dinge als ein Hetero-Mann

  3. Wer keine Lust auf ansteckende Krankheiten hat sollte nur in festen Beziehungen auf Kondome verzichten.
    Auch dann kann man sich nicht sicher sein dass einer der Partner fremd geht, aber das Risiko der Ansteckung durch häufigen, ungeschützten Partnerwechsel ist geringer.
    Ich vertraue meiner Frau das sie regelmäßig die Pille nimmt bis jetzt erfolgreich viele Jahre. Wir wollen jetzt erst Kinder bekommen und sie setzt die Pille jetzt ab. Es gibt also auch ehrliche Frauen.
    Wer seiner Freundin gar nicht vertraut: Gibt es nicht die monatliche Spritze für den Mann? Warum diskutiert man noch und nimmt die nicht einfach? Wenn die Frau das nicht möchte kann man sie auch heimlich nehmen.

  4. Selbst ist der Mann, d.h immer Kondome. Bei der gesellschaftlichen Konstellation und den bei Frauen dahinter stehenden Trieben ist alles andere Dummheit. Vertrauen ist da völlig unangebracht und tatsächlich dumm.

      • *Dem babytrieb?*

        Ja, genau dem.

        Denn der ist es, auch wenn man ihn nicht kennt und dieser vehement von Frauen verleugnet und verdrängt wird (Kind und Karriere sind ja eh so schwer vereinbar, warum soll sich Frau da noch schlechte Gefühle machen in dieser frauenfeindlichen Zeit?), der dafür sorgt dass die Frau keine Ausbildung, Erlaubnis, Ermächtigung, keinen Girlsday, keine Quote, keine Entgeltgleichheit oder keine Frauenparkplätze braucht um instinktiv genau das zu tun um möglichst viele schöne Babies zu bekommen.

        Da man Neuzeitlich weiß wie es zu Babies kommt, dann sogar noch die Empfängnis der Frau perfekt und günstig kontrollieren kann und man zu allem Überfluss viel weniger Kinder von Wohlstandsfrauen haben will sind schwere Zeiten angebrochen, ihr Körper und ihre biologischen Anlagen sind jetzt in diesem Käfig der Ratio gefangen.

        Sie müssen so tun als wäre das ihre bewusste Entscheidung, sie können ja gut darauf verzichten, Ausbildung, Karriere, Selbstbestimmt und so, dass macht ihnen doch gar nichts aus.

        Alles, wie gesagt, im Widerspruch zu den biologischen Anlagen der Frau, die auf möglichst effektive Vermehrung, möglichst viele schöne Babies, ausgelegt sind.

  5. Es liegt in unserer Natur uns Fortpflanzen zu wollen. Lediglich ein abstrakter Lebensplan hält uns realistisch davon ab das so bald wie möglich umzusetzen. Die Zahl der Frauen, aber auch Männer, die nicht mit dem richtigen Partner, zum richtigen Zeitpunkt ein Kind haben wollen dürfte verschwindend gering sein.

    Die Geschichte vom höheren Risiko sitzt so fest, dass wir alle ganz automatisch von einer hohen Wachsamkeit der Frauen ausgehen.

    Der überwiegende Teil der Schwangerschaft verursacht relativ wenig Probleme. Als reine Schätzung würde ich hier das Paretoprinzip anlegen. Auch die Geburtsrisiken können dank moderner Medizin auf ein absolutes Minimum reduziert werden. Die Sterblichkeitsrate in Deutschland liegt unter einem Promille über alle Geburten unabhängig der Umstände.

    Nach der Geburt das Leben ändern. Das muss Mann auch. Entweder weil er an der Erziehung teilhaben will oder weil er monatlich auf einen Anteil des Einkommens verzichten muss. Das Risiko zu verarmen trifft sowohl Mütter als auch Väter. Davon abgesehen gibt es in Deutschland immer eine Sicherung des Existenzminimums. Verhungern muss Keiner.

    Oben drauf gibt es für Frauen noch die Optionen PD, Abtreibung, Adoption und Babyklappe. Damit haben Frauen bis zur Geburt die Möglichkeit über eine Mutterschaft nachzudenken.

    Also welches höhere Risiko genau sollte Frauen dazu bewegen besser auf Verhütung zu achten als Männer? Böswilligkeit ist da noch nicht einmal notwendig.

    • – sich zu jung fühlen
      – erst beruflich Fuß fassen wollen
      – die Absenkung des Wertes auf dem partnermarkt falls es auch wegen des Kindes und einer von ihm nicht gewollten Schwangerschaft schief geht
      – fairness
      – Angst vor sozialen und medizinischen folgen einer Abtreibung

      Gibt Sucher viele weitere Gründe

        • Das ist natürlich ein ganz anderer Punkt.

          Wenn ich zwei Extreme gegenüberstelle. Also die Frauen die Männern ein Kind anhängen und Männer die sich einfach aus dem Staub machen um dann keinen Unterhalt zu zahlen. Dann sind die Risiken für die Frauen deutlich höher.

          Ich spreche hier aber bewusst von ansonsten harmonischen Beziehungen die zumindest für einen längeren Lebensabschnitt ausgelegt sind.

  6. Es gibt drei Gründe, der Frau dabei nicht zu trauen:

    1. Das Verhältnis von Männchen und Weibchen ist von Natur aus ziemlich konfliktträchtig, gerade in Sachen Sex und hinsichtlich der Frage, ob gemeinsame Kinder geplant sind.

    2. An dieser Frau kann man es sehen:

    http://de.wikimannia.org/Lisa_Ortgies

    3. Gerade im Zeitalter des Radikalfeminismus sollte man(n) sich vorsehen.

  7. Als ich das erste Mal über die Forschung an der Pille für den Mann gelesen habe, habe ich mich darüber gefreut, in diesem Punkt möglicherweise entlastet zu werden. Dann habe ich mich gefragt, ob ich mich darauf verlassen und auf eigene Verhütung verzichten würde und kam ziemlich schnell zu dem Schluss, dass das nicht der Fall wäre.

    Das hat nichts damit zu tun, dass ich meinem Partner nicht vertraue, sondern hat im Wesentlichen zwei Gründe:

    1. Letztlich bin ich diejenige, die die körperlichen Folgen einer Schwangerschaft (er)tragen muss. Ein Kinderwunsch ist (derzeit) absolut nicht vorhanden und bei dem Gedanken daran, dass ich ungewollt schwanger sein könnte, schwanke ich zwischen Panik und Ekel vor meinem eigenen Körper. Dass Abtreibung eine legitime Option ist, das Kind nicht austragen zu müssen, ist dabei nur bedingt beruhigend.

    2. Gerade weil ich selbst über Jahre mit der Pille verhütet habe, weiß ich, wie schnell mal ein Anwendungsfehler passieren kann. Natürlich ist die Pille hierbei besonders anfällig, die zeitweise erforschte „Pille“ für den Mann wäre soweit ich weiß eine Kombination aus Implantat und regelmäßiger Injektion und damit vermutlich weniger störanfällig, dennoch können Fehler passieren, die unter Umständen sehr unangenehme Konsequenzen haben.
    Deshalb verhüte ich grundsätzlich doppelt, unabhängig von der Methode.

    Übrigens würde ich, wäre die „Pille“ für den Mann marktreif, nicht von meinem Partner erwarten, dass er diese Verhütungsmethode anwendet.

    (Und weil das Thema hier zumindest mal angeschnitten wurde und immer noch einige Unklarheit (auch bei Frauen) darüber herrscht, gibt es hier ein paar Infos zum Zyklus: http://www.zyklus-wissen.de/index.html)

    • Gerade weil ich selbst über Jahre mit der Pille verhütet habe, weiß ich, wie schnell mal ein Anwendungsfehler passieren kann.

      Genau das ist der Aspekt den ich meine. Ganz ohne Bösartigkeit zu unterstellen ist es eigentlich dumm als Mann darauf zu vertrauen, dass die Frau eine Schwangerschaft unbedingt vermeiden wird.

      Bei circa 50% ungewollter Schwangerschaften muss ich sogar davon ausgehen, dass Frauen, allgemein betrachtet, auch nicht dazu fähig sind.

      • Ich denke, dass die Rate ungeplanter Schwangerschaften in Deutschland geringer ist, denn hier hat sich flächendeckender Aufklärungsunterricht etabliert, der nicht nur auf Enthaltsamkeit setzt und zumindest in jungen Jahren werden die Kosten zusätzlich von der Kasse übernommen.

        Trotzdem: Ich war wirklich sehr darum bemüht, eine Schwangerschaft zu vermeiden, habe mich für eines der sichersten Verhütungsmittel entschieden und war bei der Anwendung sehr konsequent. Dennoch gab es ein oder zwei Situationen, bei denen ich im Nachhinein „Glück gehabt“ denke.

        Wenn ein Mann auf Kondome oder Sterilisation verzichten möchte, dann muss er sich einfach bewusst machen, dass er damit ein gewisses Risiko eingeht. Es mag ärgerlich sein, dass Männern bisher keine anderen Verhütungsmittel zur Verfügung stehen, aber ehrlich gesagt finde ich die Alternativen, die ich als Frau habe, auch recht unbequem. Trotzdem verwende ich sie, weil ich sie für das kleinere Übel halte.
        Möchte ein Mann nicht zusätzlich verhüten, gehe ich davon aus, dass er eine ungeplante Schwangerschaft genauso mit einkalkuliert wie die Tatsache, dass die endgültige Entscheidung bei der Frau liegt.

        • Ich denke, dass die Rate ungeplanter Schwangerschaften in Deutschland geringer ist, denn hier hat sich flächendeckender Aufklärungsunterricht etabliert, der nicht nur auf Enthaltsamkeit setzt und zumindest in jungen Jahren werden die Kosten zusätzlich von der Kasse übernommen.

          Im von mir verlinkten PDF sieht man deutlich die Unterschiede zwischen Nord- und Südstaaten. Für Deutschland sind mir Zahlen von circa 30% (2003) bekannt. Aktuellere Zahlen habe ich im Moment leider nicht.

          Davon unabhängig werden, so weit ich das sehen kann, aber nur die Angaben der Mutter betrachtet. Wie hoch die Zahl der ungewollten Vaterschaften ist geht nicht daraus hervor.

          Es mag ärgerlich sein, dass Männern bisher keine anderen Verhütungsmittel zur Verfügung stehen, aber ehrlich gesagt finde ich die Alternativen, die ich als Frau habe, auch recht unbequem.

          Die hormonfreien Alternativen für Nicht-Mütter sind in der Tat überschaubar. Aber es gibt insgesamt deutlich mehr Methoden als Kondom und Sterilisation. Coitus interruptus ist auch für Frauen keine empfehlenswerte Methode. 😉

          • „Davon unabhängig werden, so weit ich das sehen kann, aber nur die Angaben der Mutter betrachtet. Wie hoch die Zahl der ungewollten Vaterschaften ist geht nicht daraus hervor. “

            Ich finde ohnehin, dass den Vätern zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt wird. Natürlich ist es aus statistischer Sicht einfacher die Mütter zu erfassen, aber immer, wenn ich Schlagzeilen wie „Deutschlands Frauen bekommen zu wenig Kinder“ lese, rollen sich mir die Fußnägel hoch. Vaterschaft ist ein erschreckend vernachlässigtes Thema.

            „Die hormonfreien Alternativen für Nicht-Mütter sind in der Tat überschaubar. Aber es gibt insgesamt deutlich mehr Methoden als Kondom und Sterilisation. Coitus interruptus ist auch für Frauen keine empfehlenswerte Methode. ;)“

            Spontan fällt mir zu nur für Mütter verwendeten Verhütungsmitteln tatsächlich nur die Sterilisation ein, die bei kinderlosen Frauen nur sehr selten durchgeführt werden dürfte. Dass Spiralen nur für Mütter geeignet seien, ist inzwischen überholt.
            Dennoch dürfte die grundsätzliche Zahl an bereitstehenden Verhütungsmitteln schon einen Unterschied machen. Selbst, wenn sie alle ihre Nebenwirkungen haben, kann ich dennoch Schwerpunkte setzen.
            Will ich Hormone oder nicht? Falls ja, in welcher Form?
            Wenn nein, kann ich auf einen Fremdkörper, Barrieremethoden oder auch Zyklusbeobachtung zurückgreifen (wobei letztere häufig mit anderen Verhütungsmitteln kombiniert werden dürfte, sofern man nicht regelmäßig enthaltsam leben will).

        • Wenn nein, kann ich auf einen Fremdkörper, Barrieremethoden oder auch Zyklusbeobachtung zurückgreifen (wobei letztere häufig mit anderen Verhütungsmitteln kombiniert werden dürfte, sofern man nicht regelmäßig enthaltsam leben will).

          Die Symptothermale Methode erreicht bei richtiger Anwendung den gleichen Pearl-Index wie die Pille. Natürlich schrumpfen dabei die erlaubten Tage. Dafür gibt es aber ein hervorragendes Werkzeug zur Familienplanung das nebenbei 100% natürlich ist. Der Aufwand und auch die Disziplin ist aber logischerweise deutlich höher als bei der Pille. Die kann auch mit einer Abweichung von einigen Stunden genommen werden.

          Für mich als Mann verspricht zum Beispiel das, nicht verfügbare, Vasalgel eine perfekte Alternative. Vermutlich eine ähnlich hohe Sicherheit wie bei einer Vasektomie ohne die typischen medizinischen Gefahren. Und dabei potentiell leichter umkehrbar.

        • Dass Spiralen nur für Mütter geeignet seien, ist inzwischen überholt.

          Die Spirale ist aufgrund verschiedener möglicher Nebenwirkungen als Verhütungsmittel nicht unproblematisch und sollte daher nur unter regelmäßiger ärztlicher Kontrolle verwendet werden. Die Kupferspirale ist vorwiegend für Frauen geeignet, bei denen die Familienplanung abgeschlossen ist.

          Es ging mir vorrangig um hormonfreie Alternativen. Aber auch bei der Horminspirale:

          Die Hormonspirale ist jedoch nicht für jede Frau ein geeignetes Verhütungsmittel. Insbesondere bei jungen Frauen, die noch keine Kinder haben, ist das IUS nicht die Verhütungsmethode erster Wahl. Bei ihnen treten mitunter Schmerzen nach dem Einlegen der Hormonspirale in die Gebärmutter auf.

          Nach Pearl-Index ist die Hormonspirale im Schnitt sicherer als die Pille.

        • Vasalgel klingt in der Tat vielversprechend und es wäre schön, wenn es sich auf dem Markt etablieren würde.

          Ich finde die Symptothermale Methode spannend, würde sie jedoch nicht als alleinige Verhütungsmethode einsetzen, weil das für mich zu viele Nachteile hätte.
          Das tägliche Messen ist, zumindest bei einem regelmäßigen Tagesrhythmus, nicht so tragisch, doch die potenziell fruchtbare Zeit kann sehr lange dauern.
          Soweit ich weiß, sind die beobachteten Fälle einer ungewollten Schwangerschaft bei korrekter Anwendung der Methode allesamt in der unfruchtbaren Zeit zu Beginn eines Zyklus eingetreten. Wenn ich also ganz sicher gehen wollte, müsste ich diese Zeit auch noch sperren und erst freigeben, wenn ich einen ausgewerteten Eisprung hatte. Habe ich zusätzlich lange Zyklen, vielleicht auch noch in Kombination mit einer relativ kurzen Hochlage, ist das nicht viel.
          Dazu kommt, dass bei vielen Frauen die Libido logischerweise rund um den Eisprung erhöht ist und in der Hochlage stark abfällt. Sex streng nach Kalender klingt für mich irgendwie nicht so prickelnd.

          Eine Hormonspirale würde ich persönlich nie legen lassen. Zwar wird immer wieder versichert, dass diese auf Grund der geringeren Hormondosis weniger Nebenwirkungen hätte als die Pille aber ich habe bei meiner Recherche ziemlich viele Erfahrungsberichte gefunden, die das Gegenteil aussagen. Das klingt für mich auch logisch, denn wenn die Hormone wirken, können sie eben auch nebenwirken. Dazu kommt der Aufwand sie Einlegen zu lassen und der recht stolze Preis. Da wäre mir das Risiko, sie nach kurzer Zeit wegen Unverträglichkeit wieder ziehen lassen zu müssen einfach zu hoch.

          Die normale Kupferspirale hat im Vergleich dazu deutlich weniger Nebenwirkungen weil sie auf Hormone verzichtet. Dafür sinkt natürlich auch die Sicherheit.
          Da inzwischen verschiedene Größen angeboten werden, kann sie auch bei kinderlosen Frauen eingesetzt werden, deren Gebärmutter etwas kleiner ist. Hier ist noch das erhöhte Infektionsrisiko zu bedenken, das mMn aber bei ausreichender Aufklärung, dem vor der Einlage durchgeführten Abstrich und den regelmäßigen Kontrolltermin überschaubar ist. Das Einlegen soll zwar schmerzhafter sein, dauert jedoch nur wenige Minuten. Zusätzlich ist sie deutlich günstiger, muss man sie wegen Unverträglichkeit ziehen lassen, ist das zwar ärgerlich aber weit weniger schlimm als bei der Hormonspirale.
          Alternativ gibt es noch die relativ neue Gynefix, die jedoch nicht von jedem Gynäkologen gelegt werden kann.

  8. Wer seiner Partnerin nicht vertraut oder Schwierigkeiten mit der Kondomverwendung hat, kann sich sterilisieren lund vorher einen ausreichenden Spermavorrat einfrieren lassen, falls er doch einmal eine Frau trifft, mit der er Kinder möchte und die Refertilisierung fehlschlägen sollte. Kostet nicht die Welt und ist in jedem Falle billiger als zum Zahlvater degradiert 20 Jahre und länger für ein Kind zahlen und arbeiten zu müssen, das man nie wollte und u.U. auch so gut wie nie zu Gesicht bekommt, weil die Mutter vor allem am Geld und in zweiter Linie am Sperma des Mannes interessiert war, ihn ansonsten aber – nach Benutzung – zum Teufel schicken will und kann.

    • @ Roslin

      Mal eine Frage an den Mediziner:

      Wenn ein Mann sterilisiert ist, wohin gehen dann eigentlich die ganzen Spermien, die er weiterhin produziert?

      Nach draußen geht ja nicht mehr. Werden die dann in den Hoden wieder abgebaut? So weit ich weiß, geht das zwar.

      Aber es hat ja auch mal den Fall eines jungen Priesters gegeben, der sich aus Glaubensgründen nie einen r************** hat und bei dem deshalb der ganze „Überdruck“ von Samenzellen in den Hoden auf die Blutgefäße drückte. Er konnte vor Schmerzebn kaum noch gehen. Und Hodengewebe drohte wohl oder eher übel abzusterben.

      Theoretisch müsste doch bei einem Mann, der sterilisiert ist, ebenso ein Überdruck entstehen?!

      Mit Einfluss auf das aktionsspezifische Potential, sexuelle Handlungen ausführen zu wollen???

      Ein Überdruck, der nicht gut wegonaniert werden kann?

      Ein Samenstau fürs Leben???

      Unabhängig davon: Sterilisieren würde ich mich eh niemals lassen.

      • Die Priesterstory halte ich für ein Gerücht.

        Oder die Symptomatik hatte andere Ursachen als „Samenstau“.

        Spermien reifen im Hoden heran und wandern dann in den Nebenhoden, wo sie auf ihren „Einsatz“ warten. Spermien älter als 10 Tage werden im Nebenhoden abgebaut, die dabei entstehenden Abbauprodukte im Nebenhodengewebe vom Organismus resorbiert.

        Nach Vasektomie kann es gelegentlich zu Schmerzen kommen wegen einer vorübergehenden Imbalance zwischen Neubildung (die ja weitergeht nach einer Vasektomie) und der „Abbaukapazität“ des Nebenhodens.

        • „Nach Vasektomie kann es gelegentlich zu Schmerzen kommen wegen einer vorübergehenden Imbalance zwischen Neubildung (die ja weitergeht nach einer Vasektomie) und der “Abbaukapazität” des Nebenhodens.“

          Also ein „temporärer Überdruck“… – oh shit!

          Egal: Für mich käme eine Sterilisation fast genauso wenig in Frage wie eine Kastration.

          Die Priesterstory kam mal am Fernsehen. Ich glaube auf n24, n-tv oder Phoenix.

      • „Wenn ein Mann sterilisiert ist, wohin gehen dann eigentlich die ganzen Spermien, die er weiterhin produziert?“

        Wir leben im Zeitalter des Internets. Bilde Dich!

  9. Wie meinte meine eine Ex mal: „Ihr Männer seid doch doof, wenn ihr euch bei so einer Sache auf die Frauen verlasst. Ich hab die den ganzen Tag um mich, bei denen sich darauf verlassen, dass sie dabei nichts falsch machen? Habt ihr sie noch alle?“
    Tja, manchmal hatte sie ihre realistischen Momente.

    Aber im Ernst: Natürlich hat die Sache zwei Seiten. Da ist der Faktor Bequemlichkeit bei der Arbeitsaufteilung, bei der sich die Frau um die Verhütung kümmert. Der Haken daran ist, dass man a. die Fähigkeit und b. die Motivation voraussetzen muss. b. ist wohl kaum in allen Lebensphasen gleich stark vorhanden.

    Es wird erst mal ungewohnt sein, wenn es für Männer eine brauchbare Alternative zur Vasektomie gibt. Klar gibt es Anfangs-Stolpereien, wie immer bei neuen Handlungsmöglichkeiten. Aber Kontrolle über wichtige Dinge des eigenen Lebens zu haben, wird in der Regel habitualisiert, es hat einen psychischen Belohnungseffekt. Nach kurzer Zeit dürfte diese Möglichkeit ganz selbstverständlich genutzt werden.

    Ich glaube, die Geburtenraten werden dann erst mal in den Keller gehen. Und wenn es dann Gespräche über Kinderwünsche gibt, werden die anders sein. Weil dann beide Seiten die volle Blockiermöglichkeit haben. Symetrische Verhältnisse, jeder mit Veto-Möglichkeit.

    Ich stell mir das sehr interessant vor …

  10. Warum sollte man(n) einer Frau nicht vertrauen?
    Würdet Ihr jemandem vertrauen, der jeden Mond eine Woche lang
    blutet und immer noch lebt?

  11. Soweit ich weiß, werden im Moment Alternativen für den Mann geforscht. Jeder muss das Recht haben die Schöpfung eines Kindes zu plannen oder zu verhindern. Es wird aber eher eine hormonelle Pille, die jeden Tag genommen wird, statt eine einmalige Pille, die man vor dem Geschlechtsverkehr einnimmt. Laut http://www.vikela.info/ verhindert die Pille den Eisprung, vielleicht kann man eine Pille haben, die die Produktion von Spermien verhindert oder diese funktionsunfähig macht.

  12. Ganz einfach: Man macht der Frau klar, dass man zwar gezwungener Maßen Unterhalt zahlen würde, aber man würde sich nicht um das Kind kümmern und eine Schwangere oder Frischmutter vögeln will man auch nicht, würde sich also eine andere suchen. Damit hat man den Faktor „ihm ein Kind machen um ihn an sie zu binden“ schon mal vom Tisch. Wenn sie dann trotzdem unbedingt ein Kind „stehlen“ will, dann hat man sich immerhin mit minimalem Aufwand fortgepflanzt.

    • @lh

      „Wenn sie dann trotzdem unbedingt ein Kind „stehlen“ will, dann hat man sich immerhin mit minimalem Aufwand fortgepflanzt.“

      Was heißt minimaler Aufwand? Der Unterhalt ist auf die Dauer gerechnet recht teuer.

      Und was bringt es einem, sich fortgepflanzt zu haben?

      • Den Nutzen der Fortpflanzung für das Individuum halte ich auch für sehr zweifelhaft. Aber viele meinen ja offenbar, dass das wichtig sei um die eigene evolutionäre Fitness zu beweisen oder so?

        Wenn man sich jedenfalls fortpflanzen möchte, dann ist Unterhalt zahlen und sich ansonsten nicht drum kümmern der geringste Aufwand dafür.

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