„Free to be“ Jungs und Mädchen 40 Jahre nach der gescheiterten Gender-Revolution

Christina Hoff Sommers hat einen interessanten Artikel zum Spielverhalten von Kindern und dem Versuch die Geschlechter dabei auszublenden:

In 2009, David Geary, a University of Missouri psychologist, published the second edition of Male, Female: The Evolution of Human Sex Differences. This thorough, fair-minded, and comprehensive survey of the literature includes more than 50 pages of footnotes citing studies by neuroscientists, endocrinologists, geneticists, anthropologists, and psychologists showing a strong biological basis for many gender differences. And, as Geary recently told me, “One of the largest and most persistent differences between the sexes is children’s play preferences.” The female preference for nurturing play and the male propensity for rough-and-tumble hold cross-culturally and even cross-species. Researchers have found, for example, that female vervet monkeys play with dolls much more than their brothers, who prefer balls and toy cars. Nor can human reality be tossed aside. In all known societies, women tend to be the nurturers and men the warriors. Harvard psychologist Steven Pinker points to the absurdity of ascribing these universal differences to socialization: “It would be an amazing coincidence that in every society the coin flip that assigns each sex to one set of roles would land the same way.”

Bei biologischer Betrachtung verwundert das nicht: Spielen ist Vorbereitung auf die Erwachsenenzeit und es ist gerade bei Säugetieren wie dem Menschen in prähistorischen Zeiten, also denen, die für uns evolutionär interessant sind, kaum zu umgehen, dass Frauen eine Vorliebe für Spiele evolvieren, die sich dann auch mit Kindern beschäftigen und insoweit mit Pflege und Betreuung dieser. Ebenso wenig verwundert es, dass in einer Spezies mit starker intrasexueller Konkurrenz unter Männern Jungs überall auf der Welt solche Kampfsituationen darstellen und spielen wollen. Dafür muss es auch keine direkte evolutionäre Präferenz für eine Spielzeugpistole geben, die natürlich so aufgrund der kürze der Zeit nicht entstanden sein kann, aber eine evolutionäre Präferenz für Spielzeug, mit dem man in der jeweiligen Kultur intrasexuelle kämpferische  Konkurrenz unter Männern gewinnen könnte würde die diesbezügliche Vorliebe ebenso erklären. Auch Pinkers Argument ist aus meiner Sicht von hohem Gewicht: Wenn es reiner Zufall wäre, dann überrascht es, dass die gleiche Vorliebe überall auf der Welt zu finden ist.

Of course, we can soften and shape these roles, and that has been, in every epoch, the work of civilization. But civilization won’t work against the grain of human nature, and our futile attempts to make it do so can only damage the children that are the subjects of the experiment. Though few would deny that parents and teachers should expose children to a wide range of toys and play activities, almost any parent will attest that most little girls don’t want to play with dump trucks and few boys show an interest in Hello Kitty tea sets. “Free to Be” purports to be an anthem to freedom; but to “liberate” children from their gender will require unrelenting adult policing, monitoring, correcting, and shaming. Enlightened opinion tells us not to do that with gender non-conforming children; but surely it is just as misguided to do it with kids who conform to the conventions of their sex.

Der fett gedruckte Satz ist aus meiner Sicht wichtig und wird gerne verkannt: Es ist heutzutage akzeptiert, dass man Kindern Auswahl geben soll. Da ist der Genderfeminismus keineswegs der Vorreiter, der er zu sein glaubt. Die meisten Kinder wählen dennoch geschlechtertypisches Spielzeug – das ist aber eine Häufung, die aus biologischer Sicht durchaus zu erwarten ist und nicht per se schlecht ist. In dem Bereich liegt der Fehler des Feminismus, der aus der Häufung eine Unterdrückung herleitet.

Auch der letzte Satz ist wichtig: Natürlich soll man Kinder, die sich nicht nach dem Stereotyp verhalten die Möglichkeit zur Abweichung geben, damit sie frei sind, sich so zu verhalten, wie sie wollen. Das kann man dann aber bei Kindern, die sich nach dem Stereotyp verhalten nicht einfach umkehren und diese dazu zwingen, sich anders zu verhalten, weil es aus der eigenen Überzeugung besser wäre sollte dann auch klar sein.

The writer Andrew Sullivan is right when he describes the sex difference as “so obvious no one really doubted it until very recently, when the blank-slate left emerged, merging self-righteousness with empirical delusion.” That delusion was jumpstarted in 1974 with the advent of “Free To Be… You and Me.” Today, an army of gender scholars and activists is marching in support of the genderless ideal. But these warriors forget that ignoring differences between boys and girls can be just as damaging as creating differences where none exist. “Free to Be” is a cautionary example of how an idealistic social fantasy can turn into a blueprint for repression.

Dieser Aspekt wird häufig übersehen: Befreiung von Regeln, von denen man nicht befreit werden möchte, ist eben ebenfalls Unterdrückung.

Weitere Artikel dazu:

79 Gedanken zu “„Free to be“ Jungs und Mädchen 40 Jahre nach der gescheiterten Gender-Revolution

  1. „Es ist heutzutage akzeptiert, dass man Kindern Auswahl geben soll.“

    Lässt man ihnen denn den Raum, um mit diesen Requisitien dann auch zu spielen, zu arbeiten? Das Schauspiel vorzuführen.
    Ist man ihr Publikum oder nicht?

    „“Free to Be” is a cautionary example of how an idealistic social fantasy can turn into a blueprint for repression..“

    Blödsinn. Vielleicht sogar grauselig.

    • *Lässt man ihnen denn den Raum, um mit diesen Requisitien dann auch zu spielen, zu arbeiten? *

      Ich dachte als nach deutschen Top-Standards ausgebildete Lehrerin und selbst bekennende Feministin weiß mann dass gerade Jungs weniger Raum gelassen werden muss damit die Mädchen mehr haben.

      Außerdem sind gerade Jungs einfach selbst schuld wenn sie zu blöd sind mit den Requisiten richtig zu spielen.

    • Das Nichtkennen elementarer Entwicklungsschritte von Kindern ist für Lherer typisch – gerade wenn es um solche arbeitsrelevanten Entwisklungsschritte geht wie: Alter und Variation in der Ausprägung der Geschlechtsidentität und wie sich diese zeigt. Die Fähigkeit sich zu konzentrieren und Konzentration zu steuern, die Fähigkeit abtrakte Konzepte zu verstehen etc.

      Pädagogik scheint vor allem die Selbstvergewisserung der Lehrer zu sein, was ein Kind ausmacht und wiie es sich entwickelt wird nach wie vor den Kinderärzten überlassen.

        • @christian

          Zu unterstellen, dass Pädagogen die Entwicklungsschritte von Kindern nicht kennen, wenn man bis dorthinaus mit Kolberg, Erikson, Montessori und wie se alle heißen totgeschlagen wird, ist schon echt albern.

          *Also inzwischen habe ich mehr Nichten als du*

          Du wohnst aber nicht mit ihnen in einem Haus und wirst in die Erziehung mit eingebunden. (Platz 3 hinter Mama/Papa und Oma)

          • @maren

            „Zu unterstellen, dass Pädagogen die Entwicklungsschritte von Kindern nicht kennen, wenn man bis dorthinaus mit Kolberg, Erikson, Montessori und wie se alle heißen totgeschlagen wird, ist schon echt albern.“

            das sind natürlich auch recht alte Modelle. Wird da denn was zur Biologie gesagt? Da wird ja im Artikel einiges zu gesagt, was recht wesentlich ist?

            „Du wohnst aber nicht mit ihnen in einem Haus und wirst in die Erziehung mit eingebunden. (Platz 3 hinter Mama/Papa und Oma)“

            Nein, lebe ich nicht. Wie stehst du denn zu den Aussagen im Artikel?

        • *das sind natürlich auch recht alte Modelle.*

          Weswegen die Entwickler so klug waren sie eher abstrakt zu halten. Und gerade ein Bio-Junkie wie du sollte zugeben, dass sich da nicht viel ändert. Weisst du was: Google sie doch einfach 🙂 Da sie auch Teil des Lehrplans in Oberstufenpädagogik sind, wirst du sicher fündig werden.

          Ich muss jetzt Kinder quälen gehen.

          • @maren

            “ Und gerade ein Bio-Junkie wie du sollte zugeben, dass sich da nicht viel ändert.“

            Durch die biologischen Aspekte kann sich, wie der Artikel zeigt einiges ändern, insbesondere die Einschätzung der Lehrer, wie viel man daran ändern kann: Darum geht es ja in dem Artikel. insofern wäre die Aussage, dass da wesentliches in der Ausbildung zu kurz kommt, ja durchaus berechtigt

        • @ Maren

          „Wie schön dass wir hier so viele kinderlose Männer ohne jegliche pädagagogische Ausbildung haben, die es ja soviel besser wissen.“

          Wir sind durchaus nicht auf dem Kopf gefallen, und viele hier haben schon mal eine Uni von innen gesehen, auch die Lehrerausbildung oder Teile von ihr, und/oder kennen privat einige Lehrer gut.

          Lehrer studieren, wie Du weißt, zwei Fächer fachwissenschaftlich und didaktisch. Ansonsten haben sie – je nach Bundesland – dazu noch so Fächer wie Pädagogik, Soziologie, Politologie, Psychologie, ggf. Philosophie.

          Und Lehrer, die ich dazu befragt habe, geben selbst zu, dass die Inhalte davon meist ziemlich weit weg von der schulischen Wirklichkeit sind. Dies wird besonders für Philosphie, Politologie und Soziologie gelten.

          Lehrer sind keine Pädagogen, Psychologen, Soziologen usw. Sie sind eher Fachleute in zwei Fächern. Und geben dies meist auch selbst zu.

          Dazu kommt noch, dass viele dieser Fächer, die Lehrer zusätzlich zu ihren zwei Fächern studieren müssen („Studieren“ ist fast schon übertrieben ausgedrückt – „einzelne Scheine machen“ ist treffender!) ideologisch geprägt sind. Da wird dann die Gender-Scheiße gelehrt.

          Ja, und davon haben hier viele eine gewisse Ahnung. Mit oder ohne eigene Kinder.

        • @ Maren

          „dummerjan hat durch seinen Kommentar gezeigt, dass er tatsächlich keine Ahnung von Pädagogik und der entsprechenden Ausbildung hat.“

          Woher willst Du denn Ahnung davon haben? Wenn mich nicht alles täuscht, hast Du doch erst letzten Herbst ein Lehramtsstudium begonnen?!?

        • @ Maren nochmal

          „Zu unterstellen, dass Pädagogen die Entwicklungsschritte von Kindern nicht kennen, wenn man bis dorthinaus mit Kolberg, Erikson, Montessori und wie se alle heißen totgeschlagen wird, ist schon echt albern.“

          Wenn Du mit „Pädagogen“ Lehrer meinst, ist das nicht albern, sondern realitätsnah. Lehrer werden oft „Pädagogen“ genannt, sind aber im Prinzip keine. Meiner Meinung nach.

          „*Also inzwischen habe ich mehr Nichten als du*

          Du wohnst aber nicht mit ihnen in einem Haus und wirst in die Erziehung mit eingebunden. (Platz 3 hinter Mama/Papa und Oma)“

          Maren erzieht Kinder – da drüngt sich einem fast schon der Gedanke auf: Wie stehen die DAS durch? (HA HA HA HA HA)

        • @ Maren

          Was Du hier ablieferst, Maren, ist ein Warnzeichen für alle Eltern von Söhnen.

          Wir brauchen politisch bewusste Eltern, die sich darüber im Klaren sind, was für ein feministischer Dunghaufen die Pädagogik geworden ist. 68 ff. geschuldet.

          Eltern, die in der Lage sind, Ihre Söhne davor zu schützen, in diesem System „misshandelt“ zu werden von wohlmeinenden Ignorati wie Dir.

          Dieses System ist wohl nur durch Druck von außen, also durch Elternmacht, reformfähig.

          Seine Durchideologisierung verhindert offenbar jede Reform von innen, dem linken McCarthyismus sei Dank.

          Bleibt nur zu hoffen, dass die Zahl der Eltern wächst, die selbstbewusst genug sind, euch Feuer unter’m Hintern zu machen und wenn die Burn-Out-Rate von Leher.I.nnen dann in Gottes Namen in historische Höhen schießt.

          Der Steuerzahler zahlt’s ja.

        • @ Maren

          *dummerjan hat durch seinen Kommentar gezeigt, dass er tatsächlich keine Ahnung von Pädagogik und der entsprechenden Ausbildung hat.*

          Und das ist auch gut so.

          Hat den Vater Dummerjan davor bewahrt, der offenbar systemimmanenten Verblödung, die dieses Fach kennzeichnet, anheimzufallen.

        • @matthias
          Damit hab ich immerhin mehr Ausbildung genossen als die meisten hier. Von der praktischen Erfahrung mal abgesehen, da ich mich ja schon jahrelang mit anderleuts Blagen rumschlage. 😀

        • @ Maren

          „Damit hab ich immerhin mehr Ausbildung genossen als die meisten hier. Von der praktischen Erfahrung mal abgesehen, da ich mich ja schon jahrelang mit anderleuts Blagen rumschlage.“

          Mit „damit“ meinst Du also nicht die praktische Erfahrung, die ich Dir gar nicht absprechen will, sondern ein Semester Lehramststudium? Ist das Dein heiliger Ernst?

          Einen Psychologie für Lehrämtler-Schein habe ich damals auch gemacht. Er wurde halt anerkannt für die Biologiedidaktik, die einer meiner drei Schwerpunkte im Hauptstudium war, und ich musste ihn dafür auch machen.

          So in etwa kann ich mir also schon vorstellen, wie viel oder wenig das ist nach einem Semester.

          Mit andererleuts Blagen rumschlage? War das nicht Nachhilfe?

          Klar, eine Qualifikation ist das irgendwo, schützt einen aber auch nicht hundertprozentig vor Fehlvorstellungen bzw. dem Nichterkennen von Ideologien in Fächern wie Pädagogik.

        • Nachtrag @ Maren:

          Klar kann es sein, dass Du auch mit einem Pädaogik-Schein respektive -modul mehr Hochschulerfahrung in dem Bereich hast als andere hier.

          Die haben aber vielleicht umso mehr drüber gelesen, oder sich anderweitig damit beschäftigt. Aus der Perspektive anderer Fachrichtungen.

          Außerdem: Wenn die Pädagogik wirklich ideologisiert ist, dann bringt u.U. eher der Blick von außen etwas als der Blick von innen. Denn es muss ja aus Studentensicht nicht unbedingt leicht erkennbar sein, ob und wie stark ideologisch ein Fach geprägt ist.

        • „Och meine 2 Jahre GK Pädagogik in der Oberstufe möchte ich natürlich auch nicht unterschlagen. Zudem: Die Mischung machts.“

          Okay, davon wusste ich jetzt nicht.

          Aber mal zur Sache: Also Du traust der Pädagogik und hälst sie eher nicht/gar nicht für ideologisiert?

          Wieviel Gender und wie viel Biologie kommt denn Deines Erachtens in diesem Fach vor?

        • *Die haben aber vielleicht umso mehr drüber gelesen, oder sich anderweitig damit beschäftigt. Aus der Perspektive anderer Fachrichtungen.*

          Vielleicht, ja. Aber beim Selbststudium neigt man sehr dazu, seine eigene Voreingenommenheit zu füttern, indem man sich gezielt Material sucht, welches die eigene Weltsicht bestätigt.

        • @ Maren

          „Vielleicht, ja.“

          Vielleicht. Nicht unbedingt, klar.

          „Aber beim Selbststudium neigt man sehr dazu, seine eigene Voreingenommenheit zu füttern, indem man sich gezielt Material sucht, welches die eigene Weltsicht bestätigt.“

          Der Effekt kann eintreten. Er kann natürlich auch dann eintreten, wenn jemand nicht über den tellerand seines Faches guckt. Klar.

        • @ Maren (fast ein Chat jetzt. Und da sogar friedfertig)

          „Der Pädagogik als Sozialwissenschaft traue ich sehr. Der philosophischen Pädagogik weniger, das ist teilweise arg verkitscht.“

          Solange sie empirisch arbeitet und dies auf eine ehrliche Weise, sich selbst genug hinterfragt traue ich ihr auch.

          Ich will nicht der Pädagogik jegliche Wissenschaftlichkeit absprechen.

          Doch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade in Bereichen wie Pädagogik und Didaktik viele Ideologen arbeiten. Warum? Man sieht es an der Wirklichkeit in der Schule und in der Lehrerausbildung oder an Äußerungen von einigen Pädagogen (z.B. der Biene Maja-Produzent sei ein Verbrecher u.ä.).

          Ich meine: Wo ist denn der Aufschrei der pädagogischen und didaktischen Fachwelt bezüglich des Bologna-Prozesses? Oder G 8? Wenn die wirklich Ahnung vom Lerndenen hätten, würden sie ihn doch gegen solche Reformen vertreten, sollte man meinen.

          Philosophische Pädagogik? Keine Ahnung von.

        • *Doch ich kann mich des Eindrucks nicht erwehren, dass gerade in Bereichen wie Pädagogik und Didaktik viele Ideologen arbeiten.*

          Selbst wenn, muss es dach Fach an sich nicht versauen.

          *Wo ist denn der Aufschrei der pädagogischen und didaktischen Fachwelt bezüglich des Bologna-Prozesses? Oder G 8? Wenn die wirklich Ahnung vom Lerndenen hätten, würden sie ihn doch gegen solche Reformen vertreten, sollte man meinen.*

          Einige Länder haben zusätzlich auch wieder G9 eingeführt, zudem wäre das gar nicht so schlimm, wenn die Schulen entsprechend ausgestattet wären, Mensen etc.
          Es wurde immer wieder Kritik geübt, nur wurde es dann klugerweise nicht in die Medien sondern an die entsprechenden Stellen geleitet.

      • „Zu unterstellen, dass Pädagogen die Entwicklungsschritte von Kindern nicht kennen, wenn man bis dorthinaus mit Kolberg, Erikson, Montessori und wie se alle heißen totgeschlagen wird, ist schon echt albern. “
        Womit meine Aussage bewiesen wäre. Denn kein Einziger von diesen „Koryphäen“ hat sich mit der kognitiven Entwicklung von Kindern aus empirischer Sicht befaßt. Keiner. Und Keine.

        Darüberhinaus ist insbesondere Montessori die fachliche Katastrophe schlechthin für die Vermittlung moderner wissenschaftlicher Vorstellungen über Natur und Technik in der Schule.

        Und ich weiß das weil ich Kinder im schulpflichtigen Alter habe.

        • @ Dummerjan

          *Womit meine Aussage bewiesen wäre. Denn kein Einziger von diesen “Koryphäen” hat sich mit der kognitiven Entwicklung von Kindern aus empirischer Sicht befaßt. Keiner. Und Keine.*

          Und nicht vergessen: Maren studiert JETZT. Sie gibt den „aktuellen“ Wissensstand wieder.

          Es ist deprimierend.

          Unsere Geisteswissenschaften sind offenbar ein wissenschaftlicher Sauhaufen sondersgleichen, korrupt und ignorant bis in’s Mark.

          Empirie – häh, was ist das?

        • „Denn kein Einziger von diesen “Koryphäen” hat sich mit der kognitiven Entwicklung von Kindern aus empirischer Sicht befaßt.“

          Selbstverständlich hat sich Kohlberg mit dem Forschungsstand zur kognitiven Entwicklung zu seiner Zeit intensiv befasst.

        • Darüber hinaus ist die Beschäftigung speziell mit dem Forschungsstand zur kognitiven Entwicklung, aber auch zu Grundlagen der Entwicklungspsychologie allgemein, bei pädagogischen Ausbildungen verpflichtender Standard.

        • @ Christian

          „Ist das denn aus deiner Sicht heute noch aktuell?“

          Solche Sachen, wie z.B. die Forschungsergebnisse und Theorien von Piaget bilden bis heute eine wesentliche Grundlage für die weitere Forschung und Theoriebildung zur kognitiven Entwicklung, auch wenn natürlich im einzelnen Dinge revidiert wurden und neuere Erkenntnisse hinzugekommen sind.

          Und Kohlbergs eigene emprische Forschungen zur Moralentwicklung sind bis heute durchaus anerkannt.

          Piaget und Kohlberg allein sind sicherlich heutzutage nicht mehr auseichend für ein adäquates Verständnis der kognitiven und moralischen Entwicklung, aber ohne sie kommt man m.E. auch nicht aus.

          Auch Eriksons Modell der Identitätsentwicklung bildete eine wichtige Grundlage für weitere Forschung und Theoriebildung zur menschlichen Identitätsentwicklung.

          Eine interessante Übersicht zu den angesprochenen Themen findet sich in dem Buch des Entwicklungspsychologen Robert Kegan – Die Entwicklungsstufen des Selbst: Fortschritte und Krisen im menschlichen Leben:

          http://www.amazon.de/Die-Entwicklungsstufen-Selbst-Fortschritte-menschlichen/dp/392541200X/ref=sr_1_1?s=books&ie=UTF8&qid=1394637259&sr=1-1&keywords=robert+kegan

        • @ Christian

          „Das alles betrifft aber nicht die Geschlechterunterschiede um die es ja eigentlich im Artikel geht.“

          Da hast du Recht.

        • Geschlechtsunterschiede bei Kindern behandeln diese beiden Bücher, die zu lesen ich nur allen empfehlen kann, die Jungen/Mädchen zu erziehen haben:

          Doris Bischof-Köhler „Von Natur aus anders“

          Aus einem Interview mit ihr

          *ZEITmagazin: Frau Bischof-Köhler, gibt es angeborene weibliche und männliche Eigenschaften?

          Bischof-Köhler: Der Begriff „angeboren“ hat seine Tücken. Wenn gemeint ist, ob es geschlechtstypische Dispositionen des Erlebens und Verhaltens gibt, die nicht durch Sozialisation bedingt sind – dann ist die Antwort eindeutig Ja. Meist verbindet sich mit dem Begriff „angeboren“ aber die Vorstellung „unveränderlich“ und „unbeeinflussbar“. Wenn das gemeint ist, lautet die Antwort Nein.

          ZEITmagazin: Warum?

          Bischof-Köhler: Weil wir unsere naturgegebenen Anlagen selbstverständlich modifizieren können, weiterentwickeln, umgestalten, unterdrücken oder verkümmern lassen können. Der Sexualtrieb zum Beispiel ist angeboren, und doch können Menschen sich zum Zölibat entschließen. Angeborene Geschlechtsunterschiede zwingen uns zu nichts und verwehren uns keine Option. Aber sie bewirken, dass es Fühlen und Handeln gibt, das den meisten Männern und Frauen unterschiedlich leichtfällt.

          ZEITmagazin: Welches sind die wichtigsten Unterschiede?
          Doris Bischof-Köhler

          Bischof-Köhler: Die Entstehung der heute beobachtbaren Geschlechtsunterschiede liegt etwa 400 Millionen Jahre zurück. Unsere tierischen Vorfahren gingen zum Leben an Land über. Samen und Eizellen wurden nicht mehr, wie bei Fischen, dem Meer anvertraut. Die Weibchen übernahmen die Bürde der inneren Befruchtung. Seitdem können sie erheblich weniger Nachkommen in die Welt setzen als die Männchen. Das bedingt eine permanente Konkurrenzsituation zwischen den Letzteren, und die hat einen Selektionsdruck ausgeübt, zu dem es beim weiblichen Geschlecht keine annähernd gleich starke Entsprechung gibt. Alle wesentlichen Geschlechtsunterschiede leiten sich aus dieser Asymmetrie her. Männchen, die Risiken eingehen, die Konkurrenzsituationen nicht nur ertragen, sondern Freude daran haben, die sich von Misserfolgen nicht entmutigen lassen, die Rangordnungen etablieren und unter Bildung von Seilschaften stressfrei ertragen, bis bessere Bedingungen eintreten – solche Männchen hatten größere Chancen, ihre Eigenschaften an ihre Söhne zu vererben, als die weniger robusten Konkurrenten.

          ZEITmagazin: Das ist der Grund, warum Männer oft die besseren Jobs haben als Frauen?

          Bischof-Köhler: Das ist der folgenreichste Geschlechtsunterschied. Männer sind in Konkurrenzsituationen im Vorteil, weil sie immuner gegen Selbstzweifel sind. Das wird in der aktuellen Diskussion um Frauen in Führungspositionen viel zu wenig beachtet.*

          http://www.zeit.de/2013/24/genderforschung-evolutionsbiologie

          Speziell für Menschen, die Jungen zu erziehen haben, ein Buch von Allan Guggenbühl

        • Doris Bischof-Köhler speziell zur Gender-Ideologie (Interviewquelle s.o.):

          *ZEITmagazin: Hält man die Unterschiede [zwischen den Geschlechtern] auch deshalb für bedeutsam, weil Mann und Frau sich schon äußerlich so sehr unterscheiden?

          Bischof-Köhler: Das ist eine interessante Frage. Dahinter könnte sich die unreflektierte Denkvoraussetzung verstecken, dass es einen Dualismus zwischen Leib und Seele gibt. Für körperliche Merkmale wäre demnach die Biologie zuständig, für alles Mentale die Gesellschaft. So funktioniert es aber nicht. Die Evolution hat nicht nur unsere Anatomie gestaltet, sondern passend dazu auch die Hirnstrukturen, die unserem Erleben und Verhalten zugrunde liegen. Wenn es hier also Übereinstimmungen gibt, dann sind diese nicht das Resultat einer nachträglichen Interpretation, sondern des identischen Selektionsdrucks.

          ZEITmagazin: Die Genderforschung geht dagegen davon aus, dass Verhalten immer kulturell bedingt ist.

          Bischof-Köhler: Ich habe schon mit dem Begriff Gender-„Forschung“ meine Probleme. Wenn man als empirische Wissenschaftlerin sozialisiert ist, hat man gelernt, Spekulationen nicht für bare Münze zu nehmen, nur weil sie originell klingen. Man bemüht sich, das Regulativ der empirischen Kontrolle zu respektieren, auch wenn es den Erwartungen widerspricht. Die Genderbewegung hat, soweit ich erkennen kann, kein Interesse an Objektivität. Hier scheint ein konstruktivistisches Weltbild vorzuherrschen, dem zufolge so etwas wie eine objektive Wirklichkeit, die es zu erforschen gilt, nicht existiert. Faktizität und Fantasie verschmelzen auf eine Weise, in der ich nicht recht mitdenken kann.

          ZEITmagazin: Verstehen Sie den Vorwurf der Genderforschung, dass die Naturwissenschaft lange benutzt wurde, um die Minderwertigkeit der Frau zu beweisen?

          Bischof-Köhler: Selbstverständlich. Aber daraus lässt sich schwerlich folgern, dass man empirische Befunde nicht zur Kenntnis nimmt oder leugnet, bloß weil irgendwer sie mal missbraucht hat oder missbrauchen könnte.*

        • @christian
          “Das alles betrifft aber nicht die Geschlechterunterschiede um die es ja eigentlich im Artikel geht.”

          Von denen sprach Dummerjan aber nicht.

          @leszek
          Ja, es sind gute Richtlinien, was den ungefähren Entwicklungsstand angeht, sprich, was versteht das Kind, überfordere ich es, was kann ich erwarten.
          Mehr sollen sie auch gar nicht sein, das Individuum entwickelt sich ja dann seinem Umfeld und seinen Erfahrungen entsprechend.

        • @ Maren

          Nur so mal interessehalber: Bist du während deines Studiums schon auf einen (oder mehrere) Psychologen, Soziologen oder Pädagogen gestoßen, die dich besonders stark angesprochen haben bzw. die du besonders interessant fandest?

        • @ Maren

          „aber Kohlberg´s Stufen find ich schon sehr geil.“

          Ich auch.
          Hab ich während meines Studiums auch mal ein langes Referat drüber gehalten.

        • Kohlbergs Stufenmodell geil zu finden, ist eine Sache. Es empirisch zu überprüfen, eine andere

          Zu Kohlberg und die an seiner Theorie zur Geschlechtsrollenübernahme vorzunehmenden Revisionen, s. Doris Bischof-Köhler in „Von Natur aus anders“, „Kohlbergs Theorie überprüft“, ab S. 96:

          http://books.google.de/books?id=iX49HLD6AGMC&pg=PA96&lpg=PA96&dq=bischof-k%C3%B6hler+von+natur+aus+anders+kohlbergs+theorie+%C3%BCberpr%C3%BCft&source=bl&ots=PIuBb9LBFV&sig=gqkQvCis53e5y1bcRREtvLSQEyc&hl=de&sa=X&ei=FtUgU_SSEM2JhQfr7ICgBg&ved=0CDwQ6AEwAg

        • Hallo!
          Also bei uns in der Entwicklungspsychologievorlesung (bin allerdings nur Nebenfächler) wurden Piaget und Kohlberg zwar vorgestellt, aber es hieß dass die eher „historisch“ relevant wären, aber diese Phasenmodelle nie empirisch bestätigt werden konnten und heute keine große Rolle mehr spielen würden.

          Zu Kohlberg und Geschlechtsunterschieden findet sich ja sogar was interessantes bei wikipedia:

          Kohlbergs Stufentheorie der moralischen Entwicklung wurde aus feministischer Sicht dafür kritisiert, eine westlich-maskuline Betrachtungsweise einseitig zu favorisieren und als verbindliche Norm zu bestimmen. Nicht selten zeigte sich bei der Auswertung der Antworten weiblicher Probanden auf moralische Dilemmata nach dem Kohlbergschen Schema ein im Durchschnitt den männlichen Teilnehmern unterlegenes moralisches Urteilsvermögen. Die US-amerikanische Psychologin Carol Gilligan betonte daraufhin die Notwendigkeit, neben der als typisch männlich betrachteten Gerechtigkeitsmoral („voice of justice“) auch die feminine Fürsorgemoral („voice of care“) anzuerkennen, die sich statt an formalen Gerechtigkeitsprinzipien eher an der Qualität der Beziehung orientiert und Gefühle sowie soziales Engagement in den Vordergrund der Betrachtung rückt.

        • Ich frage mich ja, ob ein Buch wie das von Bischof-Köhler jemals von Lehramtstudenten im Studium gelesen/durchgearbeitet wird oder ob es im Giftschrank der Pädagogikprofessoren vor sich hin gammelt.

          Falls es überhaupt zur Kenntnis genommen wird von diesen Koryphäen.

        • @ Ganduin

          Na, Carol Gilligan würde ich mit noch sehr viel spitzeren Fingern anfassen als Lawrence Kohlberg, eigentlich nur mit der Brikettzange

          Christina Hoff Sommers über Carol Gilligan in ihrem Artikel War on Boys von 2000 (!). Heute sind wir 14 Jahre weiter und der Krieg unserer Pädagogen gegen Jungen wird unvermindert mit immer größerem Erfolg geführt, Ziat:

          *How did we get to this odd place? How did we come to believe in a picture of American boys and girls that is the opposite of the truth? And why has that belief persisted, enshrined in law, encoded in governmental and school policies, despite overwhelming evidence against it? The answer has much to do with one of the American academy’s most celebrated women—Carol Gilligan, Harvard University’s first professor of gender studies.

          Gilligan first came to widespread attention in 1982, with the publication of In a Different Voice, which this article will discuss shortly. In 1990 Gilligan announced that America’s adolescent girls were in crisis. In her words, „As the river of a girl’s life flows into the sea of Western culture, she is in danger of drowning or disappearing.“ Gilligan offered little in the way of conventional evidence to support this alarming finding. Indeed, it is hard to imagine what sort of empirical research could establish such a large claim. But she quickly attracted powerful allies. Within a very short time the allegedly vulnerable and demoralized state of adolescent girls achieved the status of a national emergency.

          Popular writers, electrified by Gilligan’s discovery, began to see evidence of the crisis everywhere. Anna Quindlen, who was then a New York Times columnist, recounted in a 1990 column how Gilligan’s research had cast an ominous shadow on the celebration of her daughter’s second birthday: „My daughter is ready to leap into the world, as though life were chicken soup and she a delighted noodle. The work of Professor Carol Gilligan of Harvard suggests that some time after the age of 11 this will change, that even this lively little girl will pull back [and] shrink.“

          The description of America’s teenage girls as silenced, tortured, and otherwise personally diminished was (and is) indeed dismaying. But no real evidence has ever been offered to support it. Certainly neither Gilligan nor the popular writers who followed her lead produced anything like solid empirical evidence, gathered according to the conventional protocols of social-science research.

          At the time that Gilligan was declaring her crisis, a study conducted by the University of Michigan asked a scientifically selected sample of 3,000 high school seniors, „Taking all things together, how would you say things are these days—would you say you’re very happy, pretty happy, or not too happy these days?“ Nearly 86 percent of the girls and 88 percent of the boys responded that they were „pretty happy“ or „very happy.“ If the girls polled were caught in „an accelerating downward spiral,“ they were unaware of it.

          Contrary to the story told by Gilligan and her followers, American girls were flourishing in unprecedented ways by the early 1990s. To be sure, some—including many who found themselves in the offices of clinical psychologists—felt they were crashing and drowning in the sea of Western culture. But the vast majority were occupied in more-constructive ways, moving ahead of boys in the primary and secondary grades, applying to college in record numbers, filling challenging academic classes, joining sports teams, and generally enjoying more freedom and opportunities than any other young women in history.

          The great discrepancy between what Gilligan says she discovered about adolescent girls and what numerous other scientists say they have learned raises obvious questions about the quality of Gilligan’s research. And these questions loom larger the more one examines Gilligan’s methods. Carol Gilligan is a much-celebrated figure. Journalists routinely cite her research on the distinctive moral psychology of women. She was Ms. magazine’s Woman of the Year in 1984, and Time put her on its short list of most-influential Americans in 1996. In 1997 she received the $250,000 Heinz Award for „transform[ing] the paradigm for what it means to be human.“ Such a transformation would certainly be a feat. At the very least, it would require a great deal of empirical supporting evidence. Most of Gilligan’s published research, however, consists of anecdotes based on a small number of interviews. Her data are otherwise unavailable for review, giving rise to some reasonable doubts about their merits and persuasiveness.

          In a Different Voice offered the provocative thesis that men and women have distinctly different ways of dealing with moral quandaries. Relying on data from three studies she had conducted, Gilligan found that women tend to be more caring, less competitive, and less abstract than men; they speak „in a different voice.“ Women approach moral questions by applying an „ethic of care.“ In contrast, men approach moral issues by applying rules and abstract principles; theirs is an „ethic of justice.“ Gilligan argued further that women’s moral style had been insufficiently studied by professional psychologists. She complained that the entire fields of psychology and moral philosophy had been built on studies that excluded women.

          Many academic psychologists, feminist and nonfeminist alike, found Gilligan’s specific claims about distinct male and female moral orientations unpersuasive and ungrounded in empirical data. Lawrence Walker, of the University of British Columbia, has reviewed 108 studies of sex differences in solving moral problems. He concluded in a 1984 review article in Child Development that „sex differences in moral reasoning in late adolescence and youth are rare.“ In 1987 three psychologists at Oberlin College attempted to test Gilligan’s hypothesis: they administered a moral-reasoning test to 101 male and female students and concluded, „There were no reliable sex differences … in the directions predicted by Gilligan.“ Concurring with Walker, the Oberlin researchers pointed out that „Gilligan failed to provide acceptable empirical support for her model.“

          Brendan Maher is a professor emeritus at Harvard University and a former chairman of the psychology department. I told him about the inaccessibility of Gilligan’s data and the explanation that their sensitive nature precluded public dissemination. He laughed and said, „It would be extraordinary to say [that one’s data] are too sensitive for others to see.“ He pointed out that there are standard methods for handling confidential materials in research. Names are left out but raw scores are reported, „so others can see if they can replicate your study.“ A researcher must also disclose how subjects were chosen, how interviews were recorded, and the method by which meaning was derived from the data.Brendan Maher is a professor emeritus at Harvard University and a former chairman of the psychology department. I told him about the inaccessibility of Gilligan’s data and the explanation that their sensitive nature precluded public dissemination. He laughed and said, „It would be extraordinary to say [that one’s data] are too sensitive for others to see.“ He pointed out that there are standard methods for handling confidential materials in research. Names are left out but raw scores are reported, „so others can see if they can replicate your study.“ A researcher must also disclose how subjects were chosen, how interviews were recorded, and the method by which meaning was derived from the data.

          Carol Gilligan, too, has begun to give boys some attention. In 1995 she and her colleagues at the Harvard University School of Education inaugurated „The Harvard Project on Women’s Psychology, Boys‘ Development and the Culture of Manhood.“ Within a year Gilligan was announcing the existence of a crisis among boys that was as bad as or worse than the one afflicting girls. „Girls‘ psychological development in patriarchy involves a process of eclipse that is even more total for boys,“she wrote in a 1996 article titled „The Centrality of Relationship in Human Development.“

          Gilligan claimed to have discovered „a startling pattern of developmental asymmetry“: girls undergo trauma as they enter adolescence, whereas for boys the period of crisis is early childhood. Boys aged three to seven are pressured to „take into themselves the structure or moral order of a patriarchal civilization: to internalize a patriarchal voice.“ This masculinizing process is traumatic and damaging. „At this age,“ Gilligan told The Boston Globe in 1996, „boys show a high incidence of depression, out-of-control behavior, learning disorders, even allergies and stuttering.“

          One can welcome Gilligan’s acceptance of the fact that boys, too, have problems while remaining deeply skeptical of her ideas about their source. Gilligan’s theory about boys‘ development includes three hypothetical claims: 1) Boys are being deformed and made sick by a traumatic, forced separation from their mothers. 2) Seemingly healthy boys are cut off from their own feelings and damaged in their capacity to develop healthy relationships. 3) The well-being of society may depend on freeing boys from „cultures that value or valorize heroism, honor, war, and competition—the culture of warriors, the economy of capitalism.“ Let us consider each proposition in turn.

          Gilligan’s assertion that the „pressure of cultural norms“ causes boys to separate from their mothers and thus generates a host of early disorders has not been tested empirically. Nor does Gilligan offer any indication of how it could be tested. She does not seem to feel that her assertions need empirical confirmation. She is confident that boys need to be protected from the culture—a culture in which manhood valorizes war and the economy of capitalism, a culture that desensitizes boys and, by submerging their humanity, is the root cause of „out-of-control and out-of-touch behavior“ and is the ultimate source of war and other violence committed by men.

          But are boys aggressive and violent because they are psychically separated from their mothers? Thirty years of research suggests that the absence of the male parent is more likely to be the problem. The boys who are most at risk for juvenile delinquency and violence are boys who are physically separated from their fathers.

          Oblivious of all the factual evidence that paternal separation causes aberrant behavior in boys, Carol Gilligan calls for a fundamental change in child rearing that would keep boys in a more sensitive relationship with their feminine side. We need to free young men from a destructive culture of manhood that „impedes their capacity to feel their own and other people’s hurt, to know their own and other’s sadness,“ she writes. Since the pathology, as she has diagnosed it, is presumably universal, the cure must be radical. We must change the very nature of childhood: we must find ways to keep boys bonded to their mothers. We must undercut the system of socialization that is so „essential to the perpetuation of patriarchal societies.“

          Kulturmarxismus in Aktion. Wie heißt es so schön bei Carol Gilligan:

          * 3) The well-being of society may depend on freeing boys from „cultures that value or valorize heroism, honor, war, and competition—the culture of warriors, the economy of capitalism.“ *

          Das ist die Rechtfertigung für den Krieg gegen Jungs, den unser feminisiertes Weltverbesserungsprojekt „Schule“ führt.

          Und das hier, Zitat Gilligan:

          *Since the pathology, as she has diagnosed it, is presumably universal, the cure must be radical. We must change the very nature of childhood: we must find ways to keep boys bonded to their mothers. We must undercut the system of socialization that is so „essential to the perpetuation of patriarchal societies.*

          ist die Rechtfertigung für die systematische Herausdrängung von Vätern = den Agenten des Patriarchates aus den Familien.

          Was die kulturmarxistisch sicher nicht unerwünschte Nebenwirkung der Zerstörung der „bürgerlichen“ Familie hat – wie wunderbar sich doch die Ziele ergänzen, die Ziele dieser Weltverbesserer.

          Weiter mit Hoff Sommers

          *On a less academic plane Gilligan’s proposed reformation seems to challenge common sense. It is obvious that a boy wants his father to help him become a young man, and belonging to the culture of manhood is important to almost every boy. To impugn his desire to become „one of the boys“ is to deny that a boy’s biology determines much of what he prefers and is attracted to. Unfortunately, by denying the nature of boys, education theorists can cause them much misery.*

          Und sie haben much more misery created. Immer mehr und immer noch mehr vom Falschen, solange bis der feminisitische Bann endlich gebrochen wird.

          Mit Leherer.I.nnen à la Marlen ist das nicht zu erhoffen. Sondern das, wieder Hoff Sommers:

          *Gilligan talks of radically reforming „the fundamental structure of authority“ by making changes that will free boys from the stereotypes that bind them. But in what sense are American boys unfree? Was the young Mark Twain or the young Teddy Roosevelt enslaved by conventional modes of boyhood? Is the average Little Leaguer or Cub Scout defective in the ways Gilligan suggests? In practice, getting boys to be more like girls means getting them to stop segregating themselves into all-male groups. That’s the darker, coercive side of the project to „free“ boys from their masculine straitjackets.*

          Diese Frage:

          *Does Gilligan actually understand boys? Does she empathize with them? Is she free of the misandry that infects so many gender theorists who never stop blaming the „male culture“ for all social and psychological ills? Nothing we have seen or heard offers the slightest reassurance that Gilligan and her followers are wise enough or objective enough to be trusted with devising new ways of socializing boys.

          What Gilligan and her followers are proposing is quite different: civilize boys by diminishing their masculinity. „Raise boys like we raise girls“ is Gloria Steinem’s advice. This approach is deeply disrespectful of boys. It is meddlesome, abusive, and quite beyond what educators in a free society are mandated to do.*

          Diese feministischen Männerhasser.I.nnen haben aber die neuen Sozialisationswege für Jungs geplant und sie werden tagtäglich umgesetzt, mit immer verheerenderen Ergebnissen – wie gesagt, der Artikel ist 14 Jahre alt.

          *The widening gender gap in academic achievement is real. It threatens the future of millions of American boys. Boys do not need to be rescued from their masculinity. But they are not getting the help they need. In the climate of disapproval in which boys now exist, programs designed to aid them have a very low priority. This must change. We should repudiate the partisanship that currently clouds the issues surrounding sex differences in the schools. We should call for balance, objective information, fair treatment, and a concerted national effort to get boys back on track. That means we can no longer allow the partisans of girls to write the rules.*

          Quelle:

          http://www.theatlantic.com/magazine/archive/2000/05/the-war-against-boys/304659/

          Feminsimus gefährdet nicht nur die Zukunft von Millionen Jungs im Westen, er gefährdet die Existenz dieser Zivilisation selbst. Er zerstört systematisch die Grundlagen, auf denen sie ruht.

        • Piaget wir eben NICHT in Pädagogik gelehrt, sehr wohl aber in einigen pädiatrischen Curricula.

          Es gibt eben deutliche Unterschiede in „Empirie“ und Empirie. Das eine ist die persönliche erfahrung – keine Frage, wichtig für Pädagogen, das ender ist das was man als „Evidenz“ im wissenschaftlichen Sinne bezeichnet. Und hier sind die Erziehungswissenschaften und die Didaktiker im Mittelalter steckengeblieben, eng verwandt mit Geistheilung und Astrologie – die Begriffe sind zwar „verwissenschaftlicht“ aber eigentlich leer. Und in der Breite der Lehrerausbildung kommt da wenig an. Das erkennt man vor allem an dem eklatanten Mangel der Lehrer zur Selbstreflektion und dem Ablehnen jeder methodischen Kontrolle im Schul- und Lehralltag.
          Unterricht an deutschen Schulen ist ein Top-Down-System ohne Rückkopplung von unten nach oben.

        • @ Roslin

          „Kohlbergs Stufenmodell geil zu finden, ist eine Sache. Es empirisch zu überprüfen, eine andere
          Zu Kohlberg und die an seiner Theorie zur Geschlechtsrollenübernahme vorzunehmenden Revisionen, s. Doris Bischof-Köhler in “Von Natur aus anders”, “Kohlbergs Theorie überprüft”, ab S. 96:“

          Es ging hier aber nicht um Kohlbergs Theorie der Geschlechtsrollenübernahme – die nur einen zweitrangigen, geringen und wenig rezipierten Teil seines Werkes ausmacht – sondern um seine Forschungsergebnisse und Theorien zur Entwicklung des moralischen Urteilens.

          Diese entwickelte Kohlbergs ursprünglich auf Grundlage einer Untersuchung mit 72 Jungen aus Chikago, verteilt auf drei Altersgruppen (10, 13 und 16 Jahre alt). Diese Untersuchung war außerdem der Ausgangspunkt für eine ca. 30 Jahre lange, mehrere Geburtskohorten umfassende Längsschnittuntersuchung, bei der die gleichen Personen ca 30 Jahre lang in regelmäßigen Abständen immer wieder befragt wurden.

          (vgl. Horst Heidbrink – Einführung in die Moralpsychologie, 2. Auflage, 1996, S. 629)

          Kohlbergs Studie zog zahlreiche Folgeuntersuchungen nach sich. Bezüglich des Stellenwertes seiner Theorie für die Entwicklungspsychologie, siehe das Kapitel „Moralische Urteile: Kohlbergs Stufenmodell“ in: Oerter & Montada (Hrsg.) – Entwicklungspsychologie, 6. Auflage, 2008, S. 593 – 600)
          Von einer Wiederlegung seiner Theorie ist dort nicht die Rede. Allerdings wird auf Weiterentwicklungen und Ausdifferenzierungen seiner Theorie eingegangen.

          Carol Gilligans Theorie einer spezifisch weiblichen Variante der Moralentwicklung konnte hingegen nicht empirisch bestätigt werden:

          „Empirisch scheint die Geschlechtsspezifität der Moral – wenn es sie denn gibt – nur schwer nachweisbar zu sein So stellte Walker (1984) bei der Sichtung relevanter Untersuchungen insgesamt nur wenige, zudem uneinheitliche Geschlechterdifferenz fest.

          In 31 Untersuchungen an Kindern und Jugendlichen zeigten sich nur in fünf Untersuchungen signifikante Unterschiede, wobei diese eher für eine raschere Entwicklung bei den Mädchen sprachen. Bei den 35 Untersuchungen mit älteren Jugendlichen ergaben sich in 10 Fällen signifikante Unterschiede. Obwohl es diesmal eine leichte Tendenz in Richtung einer entwickelteren „männlichen“ Moral gab, lässt sich dieser Befund kaum verallgemeinern. Von den 13 Studien mit Versuchspersonen zwischen 21 bis über 65 Jahren zeigten sich bei insgesamt 21 Stichproben nur 4 signifikante Unterschiede, hier jedoch alle zugunsten der Männer. Allerdings ist in diesen Stichproben die Variable „Geschlecht“ offenbar mit Unterschieden im Bildungsniveau und/oder der Berufsposition kofundiert. Bei diesbezüglich homogeneren Stichproben ergaben sich keine Geschlechtsunterschiede in bezug auf die moralische Urteilsstufe.

          Für die ursprünglich von Kohlberg & Kramer (1969) vertretene Auffassung, Frauen würden häufig auf Stufe 3 stehen bleiben und Männer sich zu Stufe 4 weiterentwickeln, gibt es nach Auffassung von Walker keine (1984) keinerlei empirische Bestätigung (vgl. auch Lind, Grocholewska & Langer, 1987).“

          (aus: Horst Heidbrink – Einführung in die Moralpsychologie, 2. Auflage, 1996, S. 113)

          „Gilligans Behauptung, dass die Moral der Gerechtigkit die männliche, die Moral der Fürsorge die weibliche Moral sei, wurde im Übrigen empirisch nicht bestätigt (vgl. Oser & Althof, 1992). Auch ihre Behauptung, Frauen würden in Kohlbergs Skala schlechter abschneiden, weil diese die männliche Gerechtigkeitsmoral erfasse, ist falsch, wie die umfassenden Sekundäranalysen von Walker (1984) und Thoma (1986) zeigen, in denen an insgesamt 200 Stichproben keine nennenswerte Geschlechtsunterschiede ermittelt wurden.“

          (aus: Oerter & Montada (Hrsg.) – Entwicklungspsychologie, 6. Auflage, 2008, S. 600)

        • @ Dummerjan

          „Piaget wir eben NICHT in Pädagogik gelehrt,“

          Sei mir nicht böse, aber wenn es einen Entwicklungspsychologen gibt, der meines Wissens wirklich in allen pädagogischen Ausbildungen gelehrt wird, bei denen es um Pädagogik im Zusammenhang mit Kindern geht, dann ist dies Piaget.

          Da weiter oben die Frage gestellt wurde, inwieweit Piaget noch aktuell sein, hier noch was zur Kritik an Piaget:

          „Bei der kritischen Bewertung der Theorie von Piaget kamen drei Hauptschwächen zum Vorschein:
          (1) Empirische Prüfungen der Annahme über die stadientypische Kohärenz des kindlichen Denkens ergaben weit größere Variabilität zu verschiedenen Zeitpunkten der Entwicklung, als nach Piaget anzunehmen wäre.
          (2) Piaget unterschätzte die kognitiven Fähigkeiten von jungen Kindern und sogar Säuglingen bei weitem.
          (3) Piagets Theorie ist im Hinblick auf die vermuteten Entwicklungsmechanismen zu vage.
          Den größten Einfluss auf die Weiterentwicklung der kognitiven Entwicklungspsyhologie hatten sei den 70er Jahren die vielfältigen und breiten Demonstrationen der kognitiven Kompetenzen von Babys und jungen Kindern. Die Belege für frühe kognitive Kompetenzen haben dazu geführt, dass heute kognitive Entwicklung nicht mehr nur unter dem Aspekt der Veränderungen, sondern auch unter dem Aspekt der Invarianten des kognitiven Systems betrachtet wird.“

          (aus: Oerter & Montada (Hrsg.) – Entwicklungspsychologie, 6. Auflage, 2008, S. 443 f.)

          Also auch hier: Weiterentwicklungen und Ausdifferenzierungen – wie es bezüglich wichtiger wissenschaftlichen Pionierarbeiten normal und auch nicht anders möglich ist.

        • @ Roslin

          „Kohlbergs Stufenmodell geil zu finden, ist eine Sache. Es empirisch zu überprüfen, eine andere“

          Und „Kulturmarxismus“-Verschwörungsideologien geil zu finden, ist eine Sache. Belege dafür zu präsentieren, eine andere.
          Das ist nämlich nicht möglich – weil Propagandalügen sich nicht belegen lassen.

        • Was Kritik an Kohlbergs Theorie der Moralentwicklung angeht, gibt es übrigens ein interessantes Buch, dass die wichtigsten Kritiken darstellt und beurteilt und darüber hinaus zeigt, warum Kohlbergs Theorie auch für die gegenwärtige Forschung zur Moralpsychologie wichtig und bedeutsam bleibt:

          Günter Becker – Kohlberg und seine Kritiker

          Eine lesenswerte Rezension des Buches findet sich hier:

          https://www.socialnet.de/rezensionen/12816.php

        • Da neben Piaget und Kohlberg auch der psychoanalytische Entwicklungspsychologe Erik H. Erikson oben angesprochen wurde – und auch dieser von mir geschätzt wird – hier noch was zur Beurteilung von Eriksons Stufenmodell der psycho-sozialen Entwicklung in der zeitgenössischen Entwicklungspsychologie:

          „Eine entwicklungsthematische Ausweitung hat das psychoanalytische Grundmodell von S. Freud in dem Konzept der Entwicklungskrisen von Erik H. Erikson (1959/1966) erfahren. Spätestens durch ihn wird der klassische monothematische Ansatz verlassen, da er die Persönlichkeits- und Identitätsentwicklung mit dem Schwerpunkt auf verschiedenartige psychodynamische Krisen und Konflikte analysiert, die es in der lebenslangen Entwicklung zu überwinden und zu lösen gilt. Der psychododynamische Ansatz bleibt erhalten, unbewusste Prozesse treten jedoch in ihrer Bedeutung zurück, da Erikson davon ausgeht, dass die Konfliktbewältigung in der aktiven Auseinandersetzung der Person mit ihrer Umwelt stattfindet. Entwicklungsprozesse im Erwachsenenalter werden zudem nicht allein auf Regressionen, die durch zu starke Belastungen ausgelöst werden, zurückgeführt, sondern unter Bezug auf eigenständige Entwicklungsthemen bzw. -krisen beschrieben.
          (…)
          Die Konzeptbildungen von Erikson haben sich als empirisch zugänglicher erwiesen als die von Freud. Sowohl über Fragebogenerhebungen als auch über teilstrukturierte Interviews konnten Teilaspekte seiner Phasenlehre bestätigt werden (vgl. Bauer, 1982; Bradley & Marcia, 1998; Constantinople, 1969). Belegt werden dabei aber insbesondere auch differentielle Entwicklungsprozesse, die die Universalität des Phasenmodells in Frage stellen und auf die Bedeutung nahezu aller von Erikson ausführlich beschriebenen Konflikt- und Krisenthemen in der gesamten Lebensspanne (nicht nur in einer bestimmten Lebensphase) verweisen. Anzumerken bleibt, dass Erikson selbst auch davon ausgegangen ist, dass die Altersphasen lediglich schwerpunktmäßig unter eine Konfiltthematik zu stellen sind. Dies gilt nicht nur, aber vielleicht besonders für den Aspekt der Identitätsentwicklung (versus Rollen- und Identitätsdiffusion), die nach Erikson hauptsächlich in der Adoleszens stattfindet.“

          (aus: Oerter & Montada (Hrsg.) – Entwicklungspsychologie, 6. Auflage, 2008, S. 665)

      • Dann beantworte einfach mal folgende Frage aus Deinen pädagogischen kenntnissen heraus (günstig wäre ein Nachweis anhand von Zitaten deiner präferierten Pädagogen):
        1.a. Ab welchem Lebensmonat besitzt ein Kind ein Ich-Konzept und wie ist die zeitliche Variation zwischen verscheidenen Kindern?
        1.b Was ist neben dem lebensalter die zentrale Determinante für die Herausbildung der Ich Erkennung?
        2.a. Gleiches aber für den Spracherwerb in einer Hauptspreache
        2.b. s. 1.a
        3.a. Gleiches wie 1.a. aber bezüglich der Geschlechtsidentität
        3.b. Gleiches wie 1.b aber bezüglich der Geschlechtsidentität

        Viel Spass dabei.

        • ich denke, das Ich Konzept fängt im Verlauf des ersten Lebensjahres an, Frage ich halt wie man das definiert. Im Spiegel wirklich erkennen dass sie das sind z.B dauert glaube ich noch länger.
          Aber es wird halt irgendwann registriert, dass man alleine existiert unabhängig von der Mutter und aktiv Einfluss auf die Umgebung nehmen kann.
          die zeitliche Variation liegt bei einigen Monaten, schätze ich. Entwicklungspsychologen fragen.

          1b. ich denke genau das, dass man merkt, dass man etwas tut und daraus eine Reaktion der Umwelt erfolgt oder man die materielle Umwelt sogar selbst gestalten kann. Bauklötze aufschichten und umstoßen oder so.

          2a. was meinst du mit Spracherwerb? Überhaupt Worte sagen? Die ersten Worte konnte ich zwischen 9. und 10. Monat, also schätze ich, dass es zu dem Zeitpunkt theoretisch möglich ist, aber auch später sein kann. Mit 1,5 Jahren sollte man aber wahrscheinlich spätestens schon irgendwas vom Stapel lassen um nicht untersuchungsbedürftig zu sein.

          „3.a. Gleiches wie 1.a. aber bezüglich der Geschlechtsidentität“
          Im Kindergartenalter schätze ich. Zumindest ist das ja das Fummelalter wo mal geguckt wird, was wer wo unten hat. Also bei mir zumindest.

          Im Grundschulalter kommt dann ja die Latenzphase, wo die Geschlechter sich tendenziell eher doof finden. Bis dahin muss es also abgeschlossen sein.

          Aber das ist alles eher geschätzt als gewusst.

        • Ok Bauklötze sind vielleicht zu kompliziert. Aber Schnuller fallen lassen. Dan ist er weg, ein Erwachsener kommt und hebt ihn auf.Dann nimmt man ihn wieder aktiv in die Hans, öffnet die Hand, er fällt runter. Und das ganze von vorn.
          Also dass man merkt, dass man Dinge „bewirken“ kann.

        • @dummerjan,atacama

          1a)
          Stimme Atacama zu, es ist Definitionssache. Ich denke aber, dass es ungefähr in den Zeitraum fällt, in dem Kinder auf Ansprache konkret reagieren, ihren Namen erkennen. Ich meine, dass sich die Kiddies so mit 2,3 im Spiegel erkennen.

          1b)
          Ebenfalls was Atacama sagt.

          2a) mWn fängt es meist damit an, dass Laute nachgeahmt und ausprobiert werden (-> Brabbeln), dann werden nach und nach Zusammenhänge hergestellt (Mama sagt Nein, Name erkannt…) und schließlich Laute bewusst eingesetzt, um Wünsche und Bedürfnisse zu vermitteln, besonders wenn darauf entsprechend reagiert wird.
          Die zentrale Determinante ist da das Umfeld, Kinder mit denen viel gesprochen wird, lernen idR eher sprechen.

          zu 3a und 3b) Was Atacama sagt, aber auch da denke ich, dass Kinder, die mit Kindern anderen Geschlechts zu tun haben eher körperliche Unterschiede feststellen. Für viele Kinder ist das dann eben ab dem Kindergarten (duh)

  2. „das ist aber eine Häufung, die aus biologischer Sicht durchaus zu erwarten ist und nicht per se schlecht ist.“

    diese häufung ist auch aus soziolgischer sicht zu erwarten, da kinder eine geschlechtsspezifische umgebung vorfinden, die sie im spiel nachahmen.

      • Das schöne Wort „Wechselwirkung“ wäre vielleicht hilfreich?
        Menschen gestalten die Umgebung entsprechend ihren Bedürfnissen und passen sich ihrerseits in ihrem Verhalten der Umgebung an.

        Es gibt num mal Puppen und Autos als Spielzeug,weil Kinder sich das als Spielzeug wünschen. Kinder spielen mit Puppen und Autos, weil dieses Spielzeug da ist.

        • Was war eher da, das Huhn oder das Ei?

          Kleiner Hinweis: „Biologie“, sprich Leben, gab es schon lange bevor es irgendwelche Gesellschaften gab.

        • @christian

          Also eine Dinosaurierhenne hat ein Ei aus dem ein Huhn schlüpft gelegt?

          Und wie hat sich dieses Huhn vermehrt?

          Mit einem anderen Dino der auch gerade mal zum Hahn mutiert ist?

          Kann mir eigentlich nur vorstellen dass es ein langer, iterativer Prozess der kleinen Schritte vom Dinosaurier zum Huhn wie wir es kennen gewesen sein muss was die Frage auf den Zeitpunkt der Entstehung des ersten Eis verschiebt.

          Also fing irgend wann mal etwas Lebendes nach dem Einzeller an Eier zu legen, oder mit einer Schale zu gebären. Da musste vielleicht nur kurz „gebrütet“ werden. Es bewährte, verbreitete und entwickelte sich weiter.

          So war das Ei nicht zuerst da.

          • @borat

            „Also eine Dinosaurierhenne hat ein Ei aus dem ein Huhn schlüpft gelegt? Und wie hat sich dieses Huhn vermehrt? Mit einem anderen Dino der auch gerade mal zum Hahn mutiert ist?“

            Das ist Trollerei oder? Das Grundsätzlich das Ei zuerst da war, weil Tierarten vor dem Huhn bereits Eier hatten und das Huhn dann in ganz kleinen schritten, bei denen man nicht sagen kann, dass das eine noch ein Dinosaurier und das andere ein Huhn war entstanden ist, ist ja eigentlich evolutionäres Grundwissen.

            „Also fing irgend wann mal etwas Lebendes nach dem Einzeller an Eier zu legen, oder mit einer Schale zu gebären. Da musste vielleicht nur kurz “gebrütet” werden. Es bewährte, verbreitete und entwickelte sich weiter. So war das Ei nicht zuerst da.“

            Aber dieses Lebende hat zwar recht unstreitig Eier gelegt, war aber kein Huhn.

        • *Das ist Trollerei oder?*

          Nein, das sind normale Gedanken eines Bildungsversagers.

          *Aber dieses Lebende hat zwar recht unstreitig Eier gelegt, war aber kein Huhn.*

          Da kommen wir der Sache ja schon näher:

          Die Frage ist nun wann das Eierlegende zum Huhn wurde.
          Zum Huhn wird es vom Menschen gemacht.

          Das „Ei“ zeigt wie der Mensch vereinfacht, Informationsreduktion betreibt (wertfrei gemeint) und wie sein Gehirn kategorisiert, Kausalität erfindet.

          Es sagt nichts über das Huhn oder über das Ei, es sagt was über ihn selbst und sein Gehirn.

          Die Welt als Wille und als Vorstellung.

        • „@el Mocho

          “Was war eher da, das Huhn oder das Ei?”

          Das Ei, da Hühner nur modifizierte Dinosaurier sind“

          Es kann aber ja auch sein, dass (ja ich weiss, dass Evolution so nicht funktioniert, aber der Einfachheit halber), das Wesen aus dem sich Eierleger entwickelt haben, dessen Art sich vorher anders fortgepflanzt hat, dass dieses Wesen auf die herkömmliche Art produziert wurde und aufgrund einer Mutation die Fähigkeit hatte, Eier zu legen. Dass also erst das „Huhn“ (Eierlegendes Wesen) da war und dann das Ei.

          Ist ja nicht umsonst eine Frage über die sich seitdem sie aufgekommen ist, gestritten wird.

          • @atacama

            „Dass also erst das “Huhn” (Eierlegendes Wesen) da war und dann das Ei.“

            Dinosaurier waren aber keine Hühner, legten aber Eier. Das ein Ei immer jemanden haben muss, der es legt ist klar. Letztendlich ist es eine Frage, wie genau man die jeweiligen Begriffe definiert. Es ist eh alles ein schleichender Übergang gewesen.

        • das weiss ich, dass es nicht von heute auf morgen passiert ist. Genausowenig wie sich ein kurzhalsiger Pflanzenfresser den Hals verrängt hat um an die oberen Blätter zu kommen woraus dann innerhalb von 10 Jahren Giraffen entstanden sind.

          Aber das Huhn ist doch nur eine Metapher, dann eben der Vorläufer vom T-Rex.

        • „Was war eher da, das Huhn oder das Ei?“

          Das Ei – siehe Christian.

          Wenn die Frage lautet: Wer war erst da, das Weibchen/das weibliche Geschlechtsorgan eines Zwitters oder das Ei, gilt Folgendes:

          In der Evolution sind mehrfach unabhängig voneinander aus gleichgestalteten Keimzellen Eizellen und Spermien entstanden. Und mit ihnen weibliche und männliche Geschlechtsorgane, die sie herstellen.

      • @El_Mocho

        *Hm, und wo kommt die geschlechtspezifische Umgebung her?*

        Die kommt von den schlechten, ewiggestrigen Menschen, die überwunden werden müssen, das hat der neue, gute Mensch erkannt.

        Erschreckend, was für banale Dinge man dir erklären muss.

        • @ Borat

          *Die kommt von den schlechten, ewiggestrigen Menschen, die überwunden werden müssen, das hat der neue, gute Mensch erkannt.*

          Das geht auch noch differenzierter, feministische Annalüse macht’s möglich:

          Schlechte Menschen = Männer

          Ewiggestrige Menschen = Patriarchen = Männer

          Neue Menschen = Feminist.I.nnen

          Gute Menschen = Frauen

          Die Besten der guten Menschen = Gutmenschen de luxe = Feminist.I.nnen, die Jungen von ihrer Untermenschlichkeit erlösen wollen, in der Pädagogik z.B., als Lehrer.I.nnen.

          Die besten der guten Gutmenschen = Sozialkundelehrer.I.nnen mit Abschluss in Soziologie UND Tschänder.

          Damit darf man Kinder tschändern und das Bildung nennen.

    • @hottehue, es hat jungs den penis abgeschnitten und sie weiblich sozialisiert. Du weisst was dabei herausgekommen ist? Es haette anders enden koennen, aber so war es nicht.

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