Evolutionäre Thesen zur Partnerwahl aus „Evolution of Desire“ von David Buss

Auf dieser Seite werden einige Grundaussagen in „Evolution of Desire“ von David Buss zusammengefasst:

1. Was wollen Frauen bei einem Mann?

  • Economic capacity (Richer women like even richer men.)
  • Social status (That’s why all those senators are always featured in lurid headlines.)
  • Age (Actually, on average women only want a man about 3 years older.)
  • Ambition and Industriousness
  • Dependability and Stability
  • Intelligence
  • Compatibility (This does not seem to directly indicate either resources or commitment. Rather, this suggests the potential for both parties to successfully sustain the relationship.)
  • Size and strength (Yes, women like tall men.)
  • Good health
  • Love-Love is the most valued characteristic in a partner for both women and men.
  • Kindness (A code word for commitment.)
  • Sincerity (Another code word for commitment.)

Das wäre eine gute Mischung sowohl aus Langzeitstrategie- als auch Kurzzeitstrategiekriterien. Ressourcen und eine gute Position in der Gruppe sind wichtige Anzeichen sowohl für gute Gene als auch für die Fähigkeit sie erst bei einer Schwangerschaft zu versorgen und dann später sie und die Kinder bei der Aufzucht dieser zu versorgen. Eine Verbindung und Liebe sichert ab, dass er nicht nur die Fähigkeiten dazu hat, sondern diese Rolle auch dauerhaft ihr gegenüber übernehmen will und wird

2. Was wollen Männer bei einer Frau?

  1. Youth
  2. Beauty
  3. Attractive body shape-in particular, a low waist to hip ratio.

Hier kommt aus meiner Sicht die Bindung etwas zu kurz, auf die Männer natürlich in einer Langzeitstrategie auch wert legen müssen. Ansonsten spielen aber die körperlichen Gegebenheiten natürlich eine große Rolle.

3. Warum heiraten Männer?

  1. To fulfill women’s desire for commitment. (Men have been shaped by the selective pressure exerted by women.)
  2. For better survival of children (More resources, political support.)
  3. To insure mate fidelity. (More copulations, fidelity enforced by self and relatives, know personality better to detect infidelities.)

Eine Langzeitbindung hat für den Mann durchaus Vorteile: Da wir sehr ressourcenintensive Nachkommen haben lohnt sich eine gemeinsame Strategie, diese allerdings lohnt sich wiederum nur dann, wenn man sicher sein kann, dass die Kinder auch die eigenen sind.

4. Welche Anzeichen gibt es, aus denen Rückschlüsse auf die Paarungsstrategien unserer Vorfahren geschlossen werden können

  1. Testes size (we were somewhat promiscuous).
  2. Correlation between sperm count and time apart from mate. (We were not monogamous.)
  3. Female orgasm (I don’t understand what this says about our past sexual strategies…)
  4. Male lust (Men were not monogamous.)
  5. Relaxation of standards for short-term mates (we were not lifelong monogamists.)
  6. Male sexual fantasies (universally include multiple female partners.)
  7. Female sexual Fantasies (suggest they want to maintain their monogamist partner.)
  8. Homosexual proclivites: Large numbers of anonymous partners. (Male desires unchecked by female limitations.)
  9. Prevalence of prostitution (Men want sex more than women)
  10. Incest demongraphics (Father-daughter is much more common than mom-son.)

Zu 3. führt Buss in dem Buch aus, dass bei einer Frau, die einen Orgasmus hat, mehr Sperma aufgenommen wird und daher die Chancen einer Befruchtung steigen. Insoweit könne aus dem weiblichen Orgasmus gefolgert werden, dass damit die Befruchtung für den Fall einer besonderen Erregung bzw. einer besonderen Stimmulierung im Gegensatz zu einem zB erzwungenen Sexakt gesteigert wird, was auch nur Sinn macht, wenn wir nicht absolut  monogam sind. Die anderen Gründe sprechen ebenfalls dafür, dass wir zwar in einer Bindung leben, aber nicht per se monogam sind und Männer noch eher einen Seitensprung suchen als Frauen.

4. Strategien um die Wahl mehrerer Partner bei Männern zu begünstigen

  • Relaxation of short-term standards
  • The Coolidge Effect (easily aroused by novelty.)
  • Perceptual shift in attractiveness as time runs out.

Da wäre also der Umstand, dass Männer bei One-Night-Stands wesentlich geringere Kriterien haben, bei einer neuen Frau schneller wieder zu Sex bereit sind und bei einem engen Zeitrahmen einer möglichen Paarungsgelegenheit diese Standards noch einmal sinken (aka „Resteficken“).

5. Die potentiellen Kosten von Sex einfach so für Frauen und deren Kinder in evolutionären Zeiten

  1. Sexually transmitted diseases
  2. Poor reputation
  3. Injury from a jealous husband
  4. Pregnancy without support
  5. Increase sibling competition among children of different fathers

6. Techniken um einen männlichen Partner für eine Kurzzeitstrategie zu bekommen

  1. Enhancing appearance
  2. Denigrating another woman’s appearance
  3. Displaying infidelity-promiscuity
  4. Accepting a proposition, and performing other „sexual signals“ (tight clothes, staring at someone, etc.)
  5. Denigrating a rival as a tease or a prude. (NOTE: Calling a rival a slut will backfire – men want sluts as short-term partners.)
  6. Acting submissive

Demnach kann es eine verständliche Strategie sein, sich sehr sexy zu kleiden und gleichzeitig andere Frauen, die sich ähnlich kleiden und aber auch solche, die sich konservativ kleiden, abzuwerten. Im wesentlichen also Signale setzen, dass man körperlich fit ist und gleichzeitig an Sex interessiert unter Reduzierung der Ansprechangst des Mannes.

7. Techniken um einen weiblichen Partner für eine Kurzzeitstrategie zu bekommen

  1. Immediate resource display
  2. Denigrate rival’s resources
  3. Wearing costly clothing
  4. Displaying commitment (persistence, kindness, nurturance toward children, fidelity, love)-though not as effective as when used to attract long-term mates
  5. Displaying physical prowess
  6. Displaying bravado and self-confidence
  7. Sneak or satellite strategy-pretending to not be interested or dominant, and then swithching when the opportunity arises

Also Statussymbole und Marken in Verbindung mit körperlicher Fitness, Wagemut und Selbstvertrauen, wobei man gleichzeitig zeigt, dass man auch zu einer Bindung in der Lage ist. Im Endeffekt also die aus dem Pickup bekannten Punkte Attraktion und Komfort.

8. Strategien um einen weiblichen Partner für eine Langzeitstrategie zu bekommen

  1. Displaying potential for acquiring resources (ambition)
  2. Denigrating rival’s ambition
  3. Wearing costly clothing
  4. Displaying commitment (persistence, kindness, nurturance toward children, fidelity, love)
  5. Denigrating a rival’s fidelity

Hier kommt also insbesondere dazu, dass man stärker Verbundenheit signalisiert und bei einem Rivalen deutlich macht, dass dieser Untreu ist. Hier kommt zu kurz, dass ein zu deutliches Zeigen von Verbundenheit  zu früh ebenfalls signalisieren kann, dass man zu „needy“ ist.

9. Strategien der Partnersicherung von Männern

  1. Fulfilling partner’s desire for material resources
  2. Fulfilling partner’s desire for love and kindness
  3. Submissiveness (more so than women!)
  4. Maintaining vigilance
  5. Concealing your partner
  6. Denigrating rivals
  7. Threatening and injuring rivals 
  8. Threatning and injuring partner 

Zustimmen würde ich, dass viele dieser Taktiken von Männern immer wieder angewendet werden. Allerdings sind sie eben auch gefährlich, wer seine Partnerin zu sehr aufs Podest stellt, der macht sich selbst eben teilweise auch uninteressant. Das mag in einer harscheren Umwelt, bei dem das Überleben der Frau und der Kinder weit aus mehr von dem Mann abhing noch eine bessere Strategie gewesen sein als heute, ist heute aber nur dann effektiv, wenn man es nicht übertreibt. In einer wohlhabenden Umgebung, in der niemand Hunger leidet, werden eben Strategien der Kurzzeitpartnerwahl auch für Frauen interessanter.

Die letzten beiden Punkte sind dann direkter und führen auch heute noch zu einiger Gewalt, von „hast du meine Freundin angemacht?“ bis hin zu Mord an der Partnerin, wenn diese fremdgegangen ist.

9. Weibliche Strategien zur  Partnersicherung

  1. Enhancing beauty
  2. Submissiveness
  3. Provoke jealousy

Klar, schön bleiben ist wichtig. Allerdings mit steigenden Alter auch problematisch. Eifersucht auszulösen scheint mir auch eine mitunter sehr gewagte Strategie zu sein und zu starke Unterordnung kann eben auch langweilig machen (aber auch Ärger vermeiden). Eine gute Kooperation und geringer Stress kommt hier zu kurz

10. Die häufigsten Gründe für das Scheitern der Partnerschaft

  1. Infidelity
  2. Infertility
  3. Male failure to provide economic support
  4. Female sexual withdrawal
  5. Male sexual withdrawl
  6. Acquisition of additional wives
  7. Unkindness
  8. Female aging

Alles harte Gründe, die zum Scheitern einer Beziehung führen können.

11. Wie viel Prozent des jeweiligen Geschlechts geben trotz einer Affaire an, dass ihre (Haupt-)Beziehung glücklich ist?

  • 56% of men
  • 33% of women

Evolutionär ist es leicht erklärbar, dass Männer eher als Frauen auch aus einer glücklichen Beziehung ausbrechen und zudem die daneben stehende Beziehung nicht als negative Aussage über ihre Hauptbeziehung sehen wollen

Ich habe die Sachen herausgegriffen, die interessante kurze Stichpunkte als Zusammenfassung geboten haben. In dem Artikel sind auch noch andere interessante Punkte enthalten. Da ich das Buch noch nicht ganz durch habe, kann ich leider noch nicht sagen, wie genau diese Thesen mit denen von David Buss übereinstimmen.

8 Gedanken zu “Evolutionäre Thesen zur Partnerwahl aus „Evolution of Desire“ von David Buss

  1. @ Christian

    *Hier kommt aus meiner Sicht die Bindung etwas zu kurz, auf die Männer natürlich in einer Langzeitstrategie auch wert legen müssen. Ansonsten spielen aber die körperlichen Gegebenheiten natürlich eine große Rolle.*

    ich habe zuerst „Bildung“ gelesen.

    Dachte schon …

      • Ja, natürlich, kommt drauf an, was für eine Bildung.

        Gendergebildet z.B. ist für mich in der Tat ein Zeichen, das mich nach dem Hinweisschild für den Notausgang suchen lässt.

        Das große Missverständnis vieler Frauen besteht darin, dass sie glauben, Bildung/Klugheit mache sie für Männer so attraktiv wie Bildung/Klugheit Männer für sie attraktiv macht.

        Das ist aber nicht der Fall.

        Eine durchschnittliche intelligente junge, halbwegs liebe, nette SCHÖNHEIT sticht in fast jedem Falle eine hochgebildete Intelligenzbestie mit Harpyienprofil aus.

        Die Dümmere, aber Hübschere, Nettere – sie wird geliebt, begehrt und bevorzugt (eigentlich ein schöner Zug der Männer, sorgt er doch für Klassismusabbau wie nichts sonst).

        Die männliche Harpyie dagegen kann sich, wenn sie denn nur raubvogelhaft genug ist, vor Verehererinnen oft nicht retten (Soros z.B., um ein Extrembeispiel zu nennen).

        So entsteht eine besondere Verbitterung unter den bildungsbemühten Frauen („ICH HABE FOUCAULT UND JUDITH BUTLER GELESEN UND WAS MACHEN DIIE KERLE? Ziehen mit dem Tittenmonster davon, dass gerade mal den Photokopierer bedienen kann!“).

        Schuld daran sind natürlich – wer sonst – DIE MÄNNER.

        Die einfach starke Frauen nicht ertragen.

        Nicht etwa diejenigen, die diesen Frauen das Lügenmärchena ufgetischt haben, es gäbe keine Unterschiede zwischen Männern und Frauen – Männer begehrten so wie Frauen und wenn sie’s nicht tun, dann müssen die Kerle eben umerzogen werden.

        Ist ja das altböse Patriarchat, die sie Bildung bei Frauen weniger schätzen lässt als Frauen Bildung bei Männern schätzen.

        Was denn sonst?

        Und die arme Bildungswütige verstrickt sich aus Enttäuschung über die perfide Männerwelt noch tiefer in feministischen Schwachmatismus, arbeitet noch angestrengter an der Umerziehung der Kerle.

        Donna Quixote legt die Lanze ein und attackiert die Windmühlen.

        Und wenn sie nach 30 Jahren Attacke erschöpft vom Gaul fällt, getröstet nur von ihren Katzen – na, dann war’s das perfide Patriarchat, das ihre Lebensträume zerstörte.

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