Der Gender-Ansatz verdient Glauben nicht weil er wahrer ist als andere, sondern weil er so viele Vorteile bietet

El Mocho weist auf ein interessantes Interviews in der Print-Zeit hin (wenn es das irgendwo online gibt, dann freue ich mich über einen Hinweis)

In der “Zeit” vom 27.02. findet sich ein Interview mit dem Geschichtsdidaktiker Martin Lücke, der “an Berliner Schulen den Queer History Month organisierte”, scheint nicht online zu sein. Da heißt es:

“Zeit: Glauben Sie an diese (Gender)Theorie?

Lücke: Ja, ich glaube daran. Und das ist auch wirklich eine Glaubensfrage.Wissenschaft setzt immer Prämissen, und die Prämisse der Genderwissenschaft, dass Geschlecht immer etwas sozial kosntruiertes ist, hat den großen Vorteil, sehr viel erklären zu können, vor allem den Umstand, dass sexuelle Orientierung auch außerhalb der Fortpflanzung so wirksam und erfolgreich ist. Und dass wir die Biologie dazu benutzen, Sexualität zu definieren, aber diese biologie ihrerseits sozial kosntruiert ist – just zu diesem Zweck.

Zeit: Ist nicht ein Hauch von Irrsinn dabei? ….Taugt die Gendertheorie zur Kritik einer naturwissenschaft?

Lücke: Ja .- denn die Biologie hat auch ihre vorwissenschaftliche Arbeitshypothese: nämlich immer etwas eibndeutig bestimmen zu wollen.

Zeit: Es gibt aber eine Gefahr dieser Art Wissenschaftskritik: dass am Ende keine Wissenschaft mehr bleibt. Wenn jeder Standpunkt als parteilich gilt, … gibt es keinen Austausch von unverdächtigen Argumenten mehr. …

Lücke: Aber der Gender-Ansatz hat den großen Vorzug, überhaupt erst zu der Erkenntnis zu verhelfen,von welchem Standpunkt aus man spricht.”

Also der Gender-Ansatz verdinet Glauben nicht weil er wahrer ist als andere, sondern weil er so viele Vorteile bietet (für Herrn Lücke zumindest).

Genau das hatte ich vermutet..

Das ist aus wissenschaftlicher Sicht schlicht gruselig. Leider ist es ja eine Auffassung, die die gesamten Genderwissenschaften oder Gender Studies durchzieht und dort als wesentliche Erkenntnis gefeiert wird:

Wissen soll subjektiv sein, jede Wissenschaft ist nur Diskurs und nicht Fakt, ist eine subjektive Meinung, die der Absicherung eigener Macht dient.

In diesem System stellt sich daher gar nicht die Frage, ob etwas wahr ist, sondern nur, welche Folgen es hat, wenn es als wahr angenommen wird und wer davon profitiert.

Diese Unwissenschaftlichkeit im Feminismus war schon häufiger Thema hier:

Natürlich KANN eine Machtfrage dazu führen, dass Wissen verborgen bleibt. Beispielsweise hat Religion sicherlich in bestimmten Zeiten und auch heute noch dazu beigetragen, dass bestimmte Theorien sich schwer durchsetzen oder falsche Theorien sich länger hielten, von der Erde als Mittelpunkt des Universums bis hin zu Schöpfungstheorien.

Und natürlich kann es auch extreme Geschichtsverfälschungen dadurch gegeben haben, dass die Sieger oder Mächtigen die Geschichte geschrieben haben. Aber das alles führt nicht dazu, dass man aufhören darf, Fakten für seine Thesen zu ermitteln und diese kritisch zu werten. Ein Abstellen auf reine Subjektivität, wie sie hier propagiert wird, kann schlicht nicht mit einer wie auch immer gearteten Wissenschaft in Einklang gebracht werden. Der Mond ist eben nach allen bekannten Fakten nicht der Hintern einer dicken Frau, es ist ein größer Felsbrocken, der um die Erde kreist. Hier eine Gegenposition aufzubauen, die mit den gegenwärtigen Fakten nicht in Einklang zu bringen ist, bringt keine neuen Erkenntnisse, sondern schlicht falsche Ergebnisse.

Das ist im Geschlechterthema nicht anders. Im Gegenteil: Die starken Vereinfachungen im Genderfeminismus in Gruppen, die allgemeine abstrakte Vorteile oder Nachteile haben und stets in einem Nullsummenspiel um die Macht sind verbessert die Lage nicht, sondern schafft Lager, wo gar keine sein müssten.

28 Gedanken zu “Der Gender-Ansatz verdient Glauben nicht weil er wahrer ist als andere, sondern weil er so viele Vorteile bietet

  1. *Er war 2011–2013 Geschäftsführender Direktor des Friedrich-Meinecke-Instituts, leitet zusammen mit Paul Nolte und Martin Sabrow den Masterstudiengang Public History an der Freien Universität Berlin und ist Vertrauensdozent der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung.

    Lücke ist Mitglied der SPD.*

    http://de.wikipedia.org/wiki/Martin_Lücke

    Danke, SPD!

    Danke, Gewerkschaften!

    Das ist die Art Interessenvertreter.I.nnen, die abhängig Beschäftige brauchen.

    • Und so einer wird heutzutage Universitätsprofessor – schier unglaublich.

      Aber ich habe euch ja schon länger vor diesen Didaktikern gewarnt. Ich habe sie selbst erlebt auf der Uni, wenn auch nicht Geschichts-, sondern Biologiedidaktiker.

      Ich dachte heute morgen noch, bevor ich hier reingeguckt habe:

      Eigentlich wäre es doch eine wichtigsten Aufgaben der Biologiedidaktik, etwas gegen wissenschaftsfeindliche/biologiefeindliche Ideologien zu unternehmen. Man sollte meinen, dafür sind sie doch da!

      Immerhin kommt in biologiedidaktischer Literatur durchaus vor, was damals die Nationalsozialisten mit der Biologie gemacht haben. Es kommt auch drin vor, was Kommunisten diesbezüglich für Vorstellungen hatten – in der Sowjetunion hatte man früher mal versucht, Zitronen in Sibirien wachsen zu lassen (!). Natürlich aus ideologischen Gründen. Geklappt hat es milde ausgedrückt nicht. Die Kommunisten verstanden wohl nicht: Zitrone Sonne brauchen. Und Wärme.

      Ich finde es jedenfalls feige, wenn die biologiedidaktische Szene („Fachwelt“ ist mir dafür mittlerweile zu euphemistisch) das Kind nur im Falle solcher Ideologien beim Namen nennt, die schon längst überwunden sind.

      Wo bleibt der Widerstand der Biologiedidaktiker gegen die Gender-Ideologie?

      Ich sehe keinen. Ich habe auch damals auf der Uni nicht nur keinen Widerstand von denen dagegen erlebt, sondern dass sie diese Ideologie – wenn auch vermutlich nur als Mitläufer – sogar selbst vertreten haben.

      In einer Lehrveranstlung, die sich auf Sexualkundeunterricht bezog, musste ich mir männerfeindliches Zeug von so einer Pro Familia-Tante anhören. Und Unterrichtsmaterialien sehen, in denen pauschal behauptet wurde, Frauen würden durch Männer viel ausgebeutet – das Gegenteil davon kam nicht vor.

      Hier bereits hätten Biologiedidaktiker eingreifen müssen – hätten als Biologen bzw. Biolehrer wissen müssen, dass sich BEIDE Geschlechter von Natur aus viel GEGENSEITIG ausbeuten.

      Stattdessen wird in einem Lehrbuch der Biologiedidaktik pauschal dazu geraten, den Unterricht im Zweifelsfalle so zu gestalten, dass er den Interessen der Mädchen mehr entspricht – die Jungs würde das dann auch schon irgendwie interessieren.

      Aber Biologiedidaktiker unternehmen eben rein gar nichts gegen diese biologie-, wissenschafts- und wahrheitsfeindliche Ideologie. (Zeigt mir Gegenbeispiele! Sie dürften schwer zu finden sein.)

      Warum nicht? Weil sie selbst Ideologen sind! Ideologen hinsichtlich der Frage, wie Unterricht gestaltet werden sollte. Und natürlich, weil sie ihre eigene Karriere nicht riskieren wollen. Wobei: Als Beamter? Naja.

      Es ist ebenso interessant, dass kaum bis kein Widerstand von Didaktikern sämtlicher Fächer gegen den Bologna-Prozess vernehmbar war und ist. Wenn die wirklich einen Draht zu den eigentlichen Belangen von Schülern und Studenten hätten, dann hätten sie etwas dagegen unternommen, auch gegen G 8 und andere bizarre Entwicklungen im Bildungsbereich.

      Stattdessen haben wohl einige von ihnen solche Reformen mitgetragen oder waren zumindest auch dafür.

      Aber was soll man auch von Leuten erwarten, aus deren Sicht (zumindest im Falle eines großen Teils von ihnen) „die Hysterie gegen den Frontalunterricht gar nicht hoch genug sein kann“ und die der Meinung sind, dass das Fördern von „Wissen“ gleichbedeutend damit ist, dass „Kompetenzen“ nicht mehr gefördert werden – und wegen denen Referendare und Junglehrer zumindest an einigen Schulen/Studienseminaren das Wort „Wissen“ deshalb im Unterrichtsentwurf nicht mehr vorkommen lassen dürfen.

      Ein junger Biolehrer meinte mir gegenüber sogar einmal, es würde in der Lehrerausbildung an den Studienseminaren „zugehen wie in einer Sekte“.

      Fazit: Wer gute Bildung und Wissenschaft will, der muss diese vor den Didaktikern schützen. Sie sind eher ein Teil des Problems als die Lösung, die sie vorgeben zu sein.

      Vermutlich gilt ähnliches für Pädagogen u.ä. – es war ein Pädagoge, der damals den Produzenten von „Biene Maja“ am Telefon wutenbrannt als „Verbrecher“ titulierte – dabei hatte Letztere nur einen wirklich netten und kindgerechten Zeichentrickfilm gedreht.

      Aber auch dies nährt wieder den Eindruck, den ich schon länger von Fachrichtungen rund um Bildung und Erziehung habe: dort findet man viele erschreckend radikale Ideologen, die nur ihre „Ideale“ in Top-Down-Stossrichtung gegen alles und jeden durchsetzen wollen, natürlich auch gegen den Lernenden und das Wohl der Algemeinheit.

      Alles, was ich hier geschrieben habe, fällt unter „meiner Meinung nach“.

  2. Im Grunde sind alles Verschwörungstheorien, wer außer Feminst.I.nnen kennt die absolute Wahrheit, wenn diese sie auch nicht vermitteln können weil die vielen Männer oder die von ihnen unterdrückten Frauen die Wahrheit ja nicht verstehen?

    Die tödliche Ernsthaftigkeit des Patriarchats mal beiseite.

    Jede „Theorie“ wird an den Vorteilen derer die sie annehmen/vertreten gemessen, das hat doch so gar nichts mit Wahrheit zu tun, es ist menschlicher Egoismus.

    Ob die Theorie „stimmt“ ist immer nur rückwirkend zu bewerten, zudem ist es eine aktive Leistung, das Werten, die fehlerhaft sein kann.

    Doch die Natur hat es geschafft den menschlichen Egoismus zu instrumentalisieren, langsam und über einen großen Zeitraum betrachtet stetig nähern sich die „Theorien“ der Menschheit der Wahrheit die keiner kennt an, oder werden es einfach nur immer mehr und damit auch mehr die näher an der Wahrheit sind?

    Der Mensch (unglaublich, sogar Frauen wird es erlaubt, selbst in Ländern der Frauenunterdrückung!) hat heute Internet, Mobilkommunikation und Facebook für seine „Theorien“, sogar oder gerade in Schwellen- und Entwicklungsländern ist die Smartphoneifizierungsrate explodiert.

    Im Bergvolk sich patriarchal-traditionell unterdrücken lassen geht für junge Mädchen auch nur noch mit einem Samsung Galaxy und Facebook.

    Selbst der laotische Sozialismus kann Facebook nicht aufhalten.

    Ich denke also in Facebook steckt Wahrheit, steckt eine „Theorie“, doch welche?

    • @ borat

      „Ich denke also in Facebook steckt Wahrheit, steckt eine “Theorie”, doch welche?“

      Die Wahrheit von Facebook ist die, dass der Schein das Sein dominiert und alles beliebig ist.

      Everybody is a star…and nobody is somebody…

      Diese Wahrheit verträgt sich mit dem laotischen Sozialismus genauso, wie mit den dauerhaft peripubertären Hirnen von Mädchenmannschaften…mit den Hirnen von beseelten Konstrukteuren des Neuen Menschen genauso, wie mit den Hirnen kognitiv inhibierter NPD-Funktionäre.

      Ist das nicht geil?!!!!!!

  3. @ Borat

    *Ich denke also in Facebook steckt Wahrheit, steckt eine “Theorie”, doch welche?*

    Die Wahrheit, dass die Aufklärung die Mündigkeit des Menschen maßlos überschätzt hat, die Theorie, dass seine Triebe/Gelüste ausbeutbare Goldadern sind, die erselbst auch noch zu Markte trägt, so dass ihre Ausbeuter noch nicht einmal mehr selbst Prospektoren losschicken müssen.

  4. Besonders bemerkenswert finde ich, dass den Vertretern der Gender-Theorie nicht auffällt, dass sei sich in einen permanenten Selbstwiderspruch verwickeln. Wenn es nicht um Wahrheit geht sondern nur darum, wer wovon profitiert, gilt das für ihren eigenen Ansatz natürlich auch.

    Habermas beschreibt das sehr schön in seinem „Philosophischen Diskurs der Moderne“ im Hinblick auf Michel Foucault:

    „Foucaults Konzept der Macht erlaubt einen geschichtsphilosophischen, erkenntnisprivilegierenden Begriff der Gegenmacht nicht. Jede Gegenmacht bewegt sich schon im Horizont der Macht, die sie bekämpft, und verwandelt sich, sobald sie siegreich ist, in einen Machtkomplex, der eine andere Gegenmacht provoziert. … Jedenfalls kann er für sein Wissen keine Überlegenheit nach Maßgabe von Wahrheitsansprüchen geltend machen, die lokale Übereinkünfte transzendieren würde. … Es gibt für ihn keine „richtige Seite“. (S. 330/1)

    .“Wenn es aber nur noch um die Mobilisierung von Gegenmacht, um fintenreiche Kämpfe und Konfrontationen geht, stellt sich die Frage, warum wir denn dieser im Blutkreislauf des modernen Gesellschaftskörpers zirkulierenden allgegenwärtigen Macht überhaupt Widerstand leisten sollten, statt uns ihr zu fügen…. Sobald man aber versucht, den wortstarken Anklagen gegen die Disziplinarmacht die implizit verwendeten Maßstäbe abzugewinnen, begegnet man bekannten Bestimmungen aus dem explizit zurückgewiesenen normativistischen Sprachspiel.“ (S. 333/4)

    Und generell über das Verhältnis von Macht und Wahrheit:

    „Macht ist dass, womit das Subjekt in erfolgreichen Handlungen auf Objekte einwirkt. Dabei hängt der Handlungserfolg von der Wahrheit der in den Handlungsplan eingehenden Urteile ab; über das Kriterium des Handlungserfolges bleibt Macht von Wahrheit abhängig. Diese Wahrheitsabhängigkeit der Macht kehrt Foucault kurzerhand in eine Machtabhängigkeit von Wahrheit um. Deshalb braucht die fundierende Macht nicht länger an die Kompetenzen handelnder und urteilender Subjekte gebunden zu sein – die macht wird subjektlos.“ (S. 323)

    • @ el_mocho

      „Besonders bemerkenswert finde ich, dass den Vertretern der Gender-Theorie nicht auffällt, dass sei sich in einen permanenten Selbstwiderspruch verwickeln.“

      Nö, das fällt ihnen schon auf, ist ihnen nach eigenem Bekunden aber scheißegal, weil die abstruse Theorie so nützlich ist.

      Sowas nenn ich mal abgewichst und zynisch…aber wie roslin oben bemerkte, sind Menschen vernunftbegabt im Sinne einer in der Praxis selten greifenden Option.

      Lieber phantasieren wir die Realität um (oder deklarieren sie als so vieldeutig, dass es keine Realität geben kann..kein richtig oder falsch), als dass wir uns von ihr die Laune verderben lassen.

      Einer von vielen Gründen, der gegen das theoretisch edle Konzept der Massendemokratie spricht.

      • @ratloser

        „Nö, das fällt ihnen schon auf, ist ihnen nach eigenem Bekunden aber scheißegal, weil die abstruse Theorie so nützlich ist.“

        Das glaube ich nicht. Ich denke schon, dass die meisten davon ausgehen, dass ihre Theorien richtig sind. Das menschliche Gehirn ist zu erstaunlichen Leistungen fähig, wenn es sich selbst belügen soll.

        Pinker hat dazu etwas in seinem Buch über Gewalt geschrieben, was ich sehr gut fand, ich habe hier etwas dazu geschrieben
        https://allesevolution.wordpress.com/2012/10/01/der-mythos-des-puren-bosen-myth-of-pure-evil/

        • @ christian

          Ich verbuch das unter kognitiver Dissonanz…das kognitiv Dissonante wird von uns rational als irrational erkannt, aber emotional als „wahr“ verbucht…und vice versa…

          Wenn Lücke rumpalavert: „Ja, ich glaube daran. Und das ist auch wirklich eine Glaubensfrage.Wissenschaft setzt immer Prämissen, und die Prämisse der Genderwissenschaft, dass Geschlecht immer etwas sozial kosntruiertes ist, hat den großen Vorteil, sehr viel erklären zu können, …“ dann entlarvt das eine gehörige Portion Zynismus, denn er gibt das Konzept von Empirie und Falsifizierung ganz freimütig auf, weil ihm der Glaubensansatz schlichtweg opportun erscheint.

    • Besonders bemerkenswert finde ich, dass den Vertretern der Gender-Theorie nicht auffällt, dass sei sich in einen permanenten Selbstwiderspruch verwickeln.

      @ El Mocho

      Das mag bei vielen richtig sein, bei den Hohepriestern des Genderismus aber nicht. Die widersprüchliche Verwendung von Begriffen hat Methode, ist Teil ihrer Dekonstruktionspraxis, des „kritischen Abbaus überkommener Begriffe“, der Auflösung „willkürlicher Differenzierungen“. Es ist eine Methode – der verwirrende Gebrauch der Begriffe in Teils widersprüchlicher Art und Weise mag bei vielen Genders schlicht ihrer Dummheit geschuldet sein, nicht aber bei den Hohepriestern.

      Ich halte es für wichtig zu erkennen, dass die Inkonsistenz ihrer Argumentation Resultat ihrer bewusst angewandten Methode der Dekonstruktion ist. Was die Hohepriester des Genderismus als Dekonstruktion bezeichnen, das bezeichne ich als Täuschung, Propaganda und Manipulation.

      siehe dazu: Derrida, „differance“ und Butler

      • Ja, aber man kann doch nicht argumentieren, ohne zumindest implizit die Gültigkeit von Sprache und Logik vorauszusetzen.

        Darauf kann man sie festnageln. Meine entsprechenden Kommentare werden jedenfalls regelmäßig nicht freigeschaltet bzw. gelöscht, obwohl ich peinlich bemüht bin, nicht beleidigend zu formulieren.

        Warum wohl?

        • Darauf kann man sie festnageln.

          Einen Pudding kann man nicht festnageln. Ex contradictione sequitur quodlibet.

          Sie haben insbesondere Selbsttechniken entwickelt, die es ihnen erlauben sich Zweifeln zu entziehen. Macht setzt unüberwindbare Selbstüberzeugung vorraus.

          Um es mit Orwell in 1984 zu sagen:

          The power of holding two contradictory beliefs in one’s mind simultaneously, and accepting both of them… To tell deliberate lies while genuinely believing in them, to forget any fact that has become inconvenient, and then, when it becomes necessary again, to draw it back from oblivion for just as long as it is needed, to deny the existence of objective reality and all the while to take account of the reality which one denies – all this is indispensably necessary. Even in using the word doublethink it is necessary to exercise doublethink. For by using the word one admits that one is tampering with reality; by a fresh act of doublethink one erases this knowledge; and so on indefinitely, with the lie always one leap ahead of the truth.

          Warum wohl?

          Es sind eben noch nicht alle so gefestigt, dass sie dein perfides Patriarchatsspiel des Streuens von Zweifel händeln könnten. Feministische Schutzräume sollen dem conciousness-raising dienen. Das was du vorbringst ist diesem Sinne tatsächlich derailing.

  5. „die Biologie hat auch ihre vorwissenschaftliche Arbeitshypothese: nämlich immer etwas eindeutig bestimmen zu wollen.“

    Genosse Lücke möge 3 Jahre zwecks Selbstversorgung auf ländlicher Scholle verbringen – auf biologistische Hypothesen wie Saat verzichten, Hähne melken, Bullen hin zum Eier legen dekonstruieren, Kartoffeln pflücken usw usw

    • @ revolte

      Der Junge ist gut aufgestellt.

      Schwul und links.

      Und das zeitgeistliche „Forschungs“Portfolio:

      „Rassismus“
      „Gender“
      „Holocaust“

      Damit ist man fest im Milieu verankert und parliert bei nem guten Roten und ein paar Leckereien im Literaturhaus in der Fasanenstraße über neue „Forschungsprojekte“ und den neuesten Tratsch aus der Fakultät.

      Bezahlt wird mit Steuergeldern. Das sollte es uns doch wert sein, oder?!

        • @ Revolte

          neinneinnein….

          Sarrazin G L A U B T daran, dass Intelligenz vererbbar ist.

          Das ist weit außerhalb dessen, was als freie Meinungsäußerung legitimierbar ist.

          Es gibt heute ein schönes Interview des fast weltbesten Journalisten Lucas Wiegelmann in der WELT mit Peymann, in dem er Peymann quasi die verachtungsvollen Phrasen in den Mund zu schieben versucht, dieser aber in Bezug auf das nazihafte Gepöbel des linken Mobs von „nazihaftem Gepöbel“ spricht.

          Ein jetzt schon legendäres Interview…

          Also, Sarrazin geht jedenfalls gar nicht…Gen halts Maul…Gen geht auch nicht…vorwissenschaftliche Hypothesen können nach Opportunitätsprinzip als bestätigt geglaubt werden…Kampf gegen Rechts…Kampf gegen Recht…Nie mehr Krieg und Glück auf, Freunde!

        • Wer schon als Selbstversorger scheitert, hat nix zu vererben, sondern verhungert schlicht und einfach – und zwar nicht nur hypothetisch.

        • @ revolte

          „sondern verhungert schlicht und einfach – und zwar nicht nur hypothetisch.“

          Herr Lücke könnte zwar Dank der Segnungen der postmodernen Umverteilungsgesellschaft etwas vererben, aber er kann nicht…darum wusste schon Bertold: „Der Reiche könnte, aber er kann nicht“…so gehts auch den Lückes dieser Welt…

  6. Erstaunlich finde ich die strategische Übereinstimmung der Genderer und der religiösen Kreationisten.
    Genderer sagen zwar gern, daß sie Darwin et al. gut und richtig finden, um nicht mit den unmöglichen und dummen Christen-Fuzzis in einem Topf zu landen. Sobald es aber um den menschlichen Geist oder gar menschliche Sexualität geht, kommen ganz ähnliche Formulierungen zum Einsatz.
    Interessant ist, daß Evolutionsleugner, von religiöser Seite, und noch mehr von der linksradikalen Ecke, an Universitäten, sogar den Super-Unis, ganz offen ihr Unwesen treiben können.
    Interessante Links dazu:
    http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried_Scherer (religiöser Spinner)
    http://www.newrepublic.com/article/114127/science-not-enemy-humanities (engl., Steven Pinker über die Gendersozial-Spinner)

  7. Faszinierend finde ich das man alle diese Qurtalsirren in Berlin und dort besonders im Umfeld der Humboldt Universität und der Hans-Böckler-Stiftung findet.

    • @ St. Elmo

      Das ist fast schon Zufall.

      Unsere „Kultur“ ist danach.

      Herr Lücke könnte genauso gut Mitglied der Grünen sein.

      Oder der Linkspartei, der Berliner Piraten sowieso.

      Auch die CDU („Großstadt“-CDU = kritisch, modern, progressiv) würde sich glücklich schätzen, eih solches Juwel kritischen, progressiven, modernen Großstadtdenkens in ihren Reihen zu wissen.

      Das ist das postrationale Zeitalter.

      Wenn der Mensch – kritisch, modern, progressiv – an nichts mehr glaubt, ist er bereit, an alles zu glauben.

      Das Endstadium der Dekadenz einer Kultur.

  8. „Genderwissenschaft“! 🙂 Damit ist doch genug gesagt. Der Glaube an die Genderwissenschaft wird doch jeden Monat durch das Einlösen des Gehaltsschecks bestärkt. Das ist doch der Hauptzweck von Gender, leistungslos und sinnlos mit eine Haufen Geld belohnt zu werden …

  9. Pingback: Quo vadis, Gender-Theorie? | too long; didn’t read

  10. Wenn man die hilflose Antwort der norwegischen „Gender-Experten“ auf die Fragen des das Gender-Paradoxon abklärenden Harald EIA betrachtet (vereinfacht): „Wir haben die bessere Theorie, daher kann die Empirie nicht stimmen“, dann wird einem klar, die einseitig theoretisierende Gender Mainstreaming-Ideologie begeht den fundamentalen Irrtum, die als entscheidende menschliche Gegebenheit vorliegenden neurophysiologischen Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann völlig auszuklammern bzw. fälschlicherweise zu behaupten, diese festgelegten Gegebenheiten um– bzw. dekonstruieren zu können.
    [Einzelheiten bezüglich unüberbrückbarer Unterschiede in den Gehirnen von Frau und Mann und über „Kinder – Die Gefährdung ihrer normalen (Gehirn-) Entwicklung durch Gender Mainstreaming“ sind in dem Buch: „Vergewaltigung der menschlichen Identität. Über die Irrtümer der Gender-Ideologie, 4. erweiterte Auflage, Verlag Logos Editions, Ansbach, 2014 nachzulesen]

  11. Pingback: Übersicht: Kritik am Feminismus | Alles Evolution

  12. Pingback: Email an Frau Näser-Lather von Reverse | Alles Evolution

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