„Barbie-Feminismus“

Auf Freitag.de schreibt eine ostdeutsche Feministin darüber, was ihr am jetzigen Feminismus nicht gefällt:

In allen Einzelheiten beschrieb sie ihren harten Alltag: Die Professoren behandelten sie nicht gleichberechtigt; die affektierten Kommilitoninnen waren alle anorektisch und den Vater ihrer Tochter hatte sie aus der Wohnung werfen müssen, weil der nicht aufräumen wollte. Dieses chauvinistische Arschloch. Dabei fehlte es Charlotte doch selbst ein wenig an Ordnungssinn. Sie fand, ihr Leben war das Ergebnis der Jahrtausende alten männlichen Vorherrschaft. Sie wohnt ja auch in einem Mietshaus, das ihrem Vater gehörte. Dass ihr Exmann, ein Schriftsteller, sie finanziell nicht unterstützen könne und dass sie deswegen arbeiten müsse, sich um ihr Kind kümmern und nicht mehr frei war, sah sie als Beweis für die fundamentale Unterdrückung der Frau in unserer heutigen Gesellschaft.

Charlottes Sicht auf die Welt ist mir fremd. Auch wenn sie mich an viele westdeutsche Frauen erinnert, die ich kenne. Sie halten sich für Vorzeigefeministinnen und führen dennoch Debatten, die mich an die achtziger Jahre erinnern. Ich nenne sie Barbie-Feministinnen: außen Feministin, innen Barbie.

Hier wurde vergleichbares schon als Jammerfeminismus bezeichnet, es scheint aber auch etwas in die Richtung zu gehen, dass man alles hat aber dennoch unzufrieden ist und die schuld immer bei den anderen sucht.

Was ich als Kritik auch durchaus verständlich finde: Ich bin durchaus auch der Auffassung, das der Feminismus eine Strömung gebrauchen könnte, die sich mehr auf das besinnt, was Frauen selbst machen können statt Sündenböcke zu suchen.

Der Artikel dazu:

arum? Weil sie Fragen aufwerfen und Rechte diskutieren, die in meiner Welt längst beantwortet und ausgehandelt sind. Sie kämpfen einen Kampf, den ich als gewonnen betrachte. Viele weibliche Heroinen haben diesen Kampf um Selbstverwirklichung und Selbstbestimmung für Charlotte und alle anderen Frauen dieser Welt gekämpft. Dass diese errungenen Rechte nicht als selbstverständlich gelebt werden können, ist das eigentliche Problem. Dabei wird einem völlig unmächtigen Gegner Macht verliehen, die ihm doch eigentlich schon längst entzogen wurde.

Abgesehen von dem Feindbild des Mannes, das da in gewisser Weise an die Wand gemalt wird ist das durchaus zutreffend. Frauen würden sich besser stellen, wenn sie davon ausgehen würden, dass sie sich bereits selbstverwirklichen und selbstbestimmen können. Die Frauen, die dann Karriere machen wollen, müssen sich aber auch bewußt sein, dass dies erhebliche Arbeitszeiten, Stress und wenig Zeit mit Kindern bedeuten wird. Das würde es aus meiner Sicht bedeuten sich in der modernen Welt selbstbestimmt zu bewegen.

Weil man als moderne Frau heute feministisch zu sein hat, wird alles, was in Wirklichkeit nichts anderes als die Denkfehler der westdeutschen Sozialisation sind, als moderner Feminismus verkauft. Bei genauerer Betrachtung erkennt man allerdings, dass patriarchalische Denkmuster sehr stark verinnerlicht wurden. Ähnliches gilt für Kristina Schröder, die ihr Amt als Familienministerin nicht mehr weiterführen wollte, um mehr Zeit mit ihrer Familie zu verbringen. Für ihre Nachfolgerin Manuela Schwesig ist Mutter und Ministerin zu sein kein Problem. Ihr Mann arbeitet zu Hause in Schwerin halbtags und kümmert sich um das Kind. Schwesig ist eine von vielen Frauen, die ohne müde Haut Beruf und Familie vereinbaren können; die nicht arbeiten gehen, um sich teure Sache zu kaufen, sondern weil sie lieben, was sie tun. Sie sind Mutter, Business-Frau und Partnerin. Und dieses Zusammenspiel macht sie überhaupt erst glücklich und vollkommen.

Patriarchalische Denkmuster scheint so etwas wie verinnerlichter Sexismus zu sein, bei dem man eben davon ausgeht, die Kinderbetreuung nicht an den Vater abgeben zu können, sondern ihn selbst machen zu müssen. Interessant eigentlich, dass dies als patriarchisch angesehen wird. Man könnte es genauso ein Richtung einer Hypergamie oder eben eines Anspruchs auf das Kind durch die Mutter sehen. Aber dessen ungeachtet ist es ein moderner Ansatz, der auf ein Machen statt ein Jammern setzt und als solcher durchaus sympathisch.

Zum Aufschrei heißt es dort:

Alles, was aktuell unter dem Deckmantel einer Feminismusdebatte erörtert wird, ist für mich unemanzipiertes Geplänkel. Dazu gehört zum Beispiel auch das #Aufschrei-Spektakel. Ich hätte Herrn Brüderle eine Äußerung zu meinen Brüsten durchaus zugestanden. Ich hätte ihm liebevoll über sein lichtes Haupthaar gestreichelt und freundlich gesagt: „So wird das doch nichts, Schnuppi!“

Hat was schönes: „Hört halt auf zu jammern und stellt euch nicht so an. “ Natürlich hagelte es gleich an Sprüchen von Feministinnen auf Twitter, dass es so jedenfalls bei ihr nichts werde. Warum blieb allerdings meist offen.

ch sehe mich als Subjekt. Und dazu gehören ein Leib und eine Seele. Wer mein Äußeres begutachtet, entwertet nicht im selben Moment mein Inneres. Wer sich aber selbst als Objekt begreift, der erlebt jede Äußerung bezüglich der eigenen Körperlichkeit selbstverständlich als Beweis für das Fehlen einer Seele. Die vermeintliche Reduktion beginnt im eigenen Kopf. Ein Subjekt weiß um die Komplexität des eigenen Seins. Ein Subjekt hätte in dem berühmten #Aufschrei-Augenblick lediglich den tumben Versuch einer Annäherung von einem jenseits der Midlife-Crisis stehenden Mann erkannt.

Eine Frau, die sich weigert, sich in eine Opferstellung zu begeben zweifelt ein bestimmendes Element des Feminismus, nämlich eben die Unterdrückung der Frau an. Insofern steht sie schon fast außerhalb des Feminismus.

Die Barbie-Feministinnen unterwandern ein eigentlich fortschrittliches System. Der Feind sitzt in ihnen selbst und davor habe ich mehr Angst, als vor einem trotteligen Chef, der mir auf den Hintern starrt. Dieser Mann ist nicht mein Feind. Keiner behandelt mich als Mensch zweiter Klasse, keiner zahlt mir weniger, keiner lässt mich mit meinem Kind allein und fordert, dass ich auch noch das Geschirr in die Spülmaschine stelle. Weil ich den anderen nicht als Mensch zweiter Klasse begegne. Und wenn es mir doch irgendwann einmal passieren sollte, dann antworte ich ihnen mit einem lauten Schweigen. Dieses Schweigen lässt das Gesagte unbeantwortet. Ohne Antwort gibt es keine Anerkennung. Das Gesagte verliert sich bedeutungslos im Raum.

„Der Feind sitzt in ihnen selbst“ ist durchaus eine treffende Beobachtung. Wer immer nur Unterdrückung und imaginäre Wände sieht und in Männern immer das Patriarchat, der behindert sich in der Tat selbst. Einige der hinderlichsten Mythen für Frauen, wie etwa der Umstand, dass sie angeblich 23% weniger bei gleicher Tätigkeit verdienen oder die Angst vor Vergewaltigung oder die gläserne Decke werden am nachhaltigsten vom Feminismus aufrechtgehalten.

26 Gedanken zu “„Barbie-Feminismus“

  1. Das Beispiel einer Manuela Schwesig die Kind und Karriere unter einen Hut bringt zeigt den Denkfehler von der Authorin des Textes.
    Denn “ Ihr (Schwesigs) Mann arbeitet zu Hause in Schwerin halbtags und kümmert sich um das Kind“

    Im Grunde ist dies doch das „klassische Model“
    Hauptverdiener der Karriere macht und keine Zeit für die gemeinsamen Kinder hat und der andere Partner arbeitet Teilzeit und kümmert sich um Haushalt und Kind.
    Nur das hier die rollen Vertauscht sind.

    Daher sehe ich auch ihre Äusserung über die Teilzeit/Vollzeit arbeit kritisch „Das heißt, 76 Prozent sind weiterhin von einem Mann abhängig!“
    Aber das der Mann von Frau Schwesig, dann von Ihr abhängig ist, ist kein Problem für die Autorin.

    Wer eine Partnerschaft/Ehe eingeht entscheidet sich doch dazu eine Gemeinschaft einzugehen, daraus eine Abhängigkeit einer Seite konstruieren zu wollen halte ich für hanebüchen da die Rollenverteilung in einer Ehe/Partnerschaft ja eine Entscheidung ist die beide Partner einvernehmlich treffen und der Notwendigkeit geschuldet ist das GEMEINSAME Leben zu organisieren.

    Jeder der eine Ehe/Partnerschaft eingeht muss einen Teil seiner Individualität gegen einen „Gemeinschaftssinn“ eintauschen, sonst funktioniert das einfach nicht.
    Oder wie die Amerikaner sagen „There is no I in Team“

    Trotz allem halte ich die Ansicht der Autorin,“Nicht jammern sondern Machen“ und daher nicht in der „Opferrolle“ zu verharren für richtig.

  2. Man kann viel in solche Artikel hineininterpretieren, modulo dieser Unsicherheit finde ich an der Persönlichkeit, die Frau Funk von sich selber darstellt, zwei Dinge bemerkenswert:

    1. Sie ist erwachsen in dem Sinne, daß sie sich ihrer eigenen Interessen und Wünsche bewußt ist und die Verantwortung zu deren Erfüllung zuerst einmal bei sich selber sieht. Sie strahlt sehr viel Selbstbewußtsein aus und hat das Opfer-Abo gekündigt.

    2. Sie hat einen weitaus realistischeren Bewertungsrahmen für den Lebenserfolg als unsere typischen westdeutschen Wohlstandsfeministinnen. Das große, nur leider unerfüllbare Glückversprechen „du kannst/wirst alles haben (nach dem Endsieg des Feminismus)“ scheint bei ihr viel näher an den harten Realitäten, wonach irgendwer die Brötchen verdienen muß.

    In ihren Text kommt das Wort Quote nicht vor und das Wort Gleichstellung inhaltlich nur an einer Stelle: „Auch ich begehre im gleichen Maße wie du! Auch ich habe Wünsche und Bedürfnisse, die ich aufgrund meiner Unabhängigkeit äußern kann.“ Ich höre schon den #aufschrei wegen Heteronormativitätsfrevel. An dieser Stelle wird einem wieder einmal klar, wie sehr der westliche Feminismus geprägt ist durch die Sichtweise lesbischer Frauen, für die es unvorstellbar ist, Männer zu begehren und dieses Begehrendürfen und -Sollen zu einem zentralen Baustein des Selbstbewußtseins und der persönlichen Unabhängigkeit zu machen.

  3. „Wer immer nur Unterdrückung und imaginäre Wände sieht und in Männern immer das Patriarchat, der behindert sich in der Tat selbst.“

    Ich sehe nicht, wo es z.B. für eine Ursula von der Leyen oder auch Manuela Schwesig hinderlich gewesen wäre, auf diesem Ticket zu reisen. Sie sind am Ziel: Männer haben unter ihrem Kommando zu marschieren und sind darüber hinaus kein fester sondern nach Laune der Frau austauschbarer Bestandteil von Familie.

  4. OT, zum Freitag: ich wundere mich, wieso dieser Artikel im Freitag erscheinen kann und was die Redaktion damit bezweckt.

    Ich habe den Freitag vor ca. 2 Jahren öfter gelesen, bis mir die permanente Feminismuspropaganda und der feministische Tunnelblick von Autoren wie Jakob Augstein, Ulrike Baureithel, Juliane Löffler u.a. zu nervtötend wurde. Nicht zu reden von vielen Kommentatoren (besser gesagt den meistschreibenden), darunter vor allem der Typus allwissender Oberstudienrat in Deutsch, Kulturgeschichte und Soziales, i.d.R. weiblich. Ich halte inzwischen den Freitag für eine wenig relevante Filterblase.

    Wie zu erwarten wird der Artikel von Funk in den meisten Kommentaren negativ bewertet. Das konnte sich die Redaktion vorher ausrechnen und dürfte ihr auch bewußt gewesen sein. Mit Mirna Funk hat man einen zu diesem Thema völlig unbekannten Namen als Leitartikler plaziert. Ein Bauernopfer, um zumindest optisch aus der Filterblase herauszukommen?

  5. Der beste Kommentar:

    Und bitte sagen Sie nichts gegen den #Aufschrei. Diese ganze Sache vor einem Jahr hat mich erst Aufmerksam gemacht was bei den Feministen/Genderinnen vorgeht und mich zum erbitterten Feind diesser Ideologie/Sekte gemacht..

    Ich befürworte solche Aktionen, damit der normale Bürger versteht mit wem er es da zu tun hat.

  6. Der moderne Feminismus hat den Frauen doch jahrelang eingeredet, dass alle Frauen absolut alles total viel besser können als alle Männer. Inklusive fliegen.

    Mittlerweile stellt die zweite Generation von Frauen fest, dass sich zu allem, was sie können, komischerweise immer ein Mann findet, der es besser kann.

    Da gibt es dann natürlich zwei Möglichkeiten: (1) man sieht ein, dass man Unrecht hatte oder (2) man überlegt sich die abstrusesten Erklärungen (ganz ehrlich, das „Patriarchat“ ist eine keine wüstere Verschwörungstheorie als alles, was da sonst so rumläuft).

    • Also würdest du sagen, dass Männer in jedem Bereich immer besser sind als Frauen? Oder wie möchtest du „dass sich zu allem, was sie können, komischerweise immer ein Mann findet, der es besser kann“ verstanden wissen?

      • Finde ich auch etwas merkwürdig. Tatsächlich gibt es mehr männliche als weibliche Genies (dafür aber auch mehr männliche als weibliche Idioten). Vielleicht meinte er ja das?

        Solange wir aber nicht von den absoluten Spitzenbereichen reden, ist das allerdings vollkommen unerheblich.

        Ich weiß auch nicht, was die Tatsache, dass es Menschen mit sehr hochentwickelten Fähigkeiten gibt, für eine Relevanz für das tägliche Leben von Menschen haben sollte.

        Es gibt keinen einzigen Bereich, den ich besser beherrsche als jeder andere in diesem Land. Das kümmert mich ehrlich gesagt aber auch nicht sonderlich.

        • Ich weiß, in den Spitzen-IQ Positionen sind mehr Männer zu finden, aber wenn ich mich recht erinnere ist die Person mit dem höchsten bestätigten IQ derzeit eine Frau. So oder so, ich habe mir ehrlich gesagt noch nie Gedanken über das Geschlecht einer Person gemacht, die besser war als ich. Ich habs entweder als Asporn gesehen dass jemand besser war oder zum Anlass zu sagen „Och nee, die Mühe die derjenige reinsteckt ists mir nicht wert“^^

        • @EMN: Dein letzter Satz bringt es noch besser auf den Punkt: Es geht nicht nur um Intelligenz, sondern auch darum, sich die Mühe zu machen, sie produktiv zu nutzen.

      • @EMN: „Also würdest du sagen, dass Männer in jedem Bereich immer besser sind als Frauen?“

        Nicht zwingend, und das darf man so nicht verallgemeinern (das wäre die gleiche Dummheit wie die, die die Feministen machen). Ich spreche, wie Peter schon kommentiert, auf die statistische Intelligenzverteilung an, die als Indiz dafür steht, dass es selbst (!) in absoluten Spitzenbereichen sehr wahrscheinlich einen Mann geben wird, der [X] besser kann als die beste Frau. Ich werte das auch nicht, ich denke nur, dass es stimmt. Ich kenne auch trotz intensiver Suche kein Gegenbeispiel (außer Kinder kriegen).

        Ich sollte das, was ich meine, in Zukunft vielleicht weniger provokant formulieren. Mir ging es eigentlich nur darum, dass das Verlogene am „Frau kann alles“ ist, dass es in keiner Weise berücksichtigt, dass zu „können“ auch „sich anstrengen“ gehört und zweitens sich dann viele (faule und/oder unterqulifizierte) Frauen sich lächerliche Verschwörungstheorien wie „Gläserne Decken“ oder „Das Patriarchat“ ausdenken, wenn sie nicht weiterkommen.

        Mit dem Hauptpunkt darauf, dass der Feminismus eine apologetische Heilslehre ist, die für jedes eigentlich subjektiv zu verantwortende Versagen eine Abschiebung der Verantwortlichkeit auf irgendwen anderes bietet. Das ist dumm und lächerlich.

        • Generell sei angemerkt dass „etwas gut können“ nicht ausschließlich am IQ festzumachen ist sondern eine Kombination aus verschiedenen Faktoren wie z.B. Interesse füs Gebiet, Erfahrung, Motivation, (Tages)form, andere Kompetenzen, etc ist.
          Ich denke auch, im Alltag macht es keinen Sinn sich an der einen, erfolgreichsten Person in einem Gebiet zu messen. Wenn ich z.B. etwas koche und es schmeckt mir gut, dann vergleiche ich mich ja auch nicht mit einem Sternekoch sondern eher mit den Menschen um mich herum oder mir selbst in der Vergangenheit. Ähnlich beim Sport oder bei der Arbeit. Da im Mittelfeld sehr viel Streuung ist, wird der durchschnittliche Büromensch/Arzt/Techniker geschlechtstechnisch eher zufällig verteilt auf bessere Kollegen treffen, wäre meine Vermutung.
          Wo der Feminismus halt hakt ist, dass er Frauen vormacht, wenn ein Mann besser sei, läge das nur daran, dass er halt ein Mann ist anstatt dazu zu motivieren, selbst besser zu werden.

        • „Da im Mittelfeld sehr viel Streuung ist, wird der durchschnittliche Büromensch/Arzt/Techniker geschlechtstechnisch eher zufällig verteilt auf bessere Kollegen treffen, wäre meine Vermutung.“

          Inhaltlich bin ich da voll d’accord; nachdem aber weniger Frauen als Männer arbeiten, vor allem Vollzeit (das wäre die „Mühe“), wirst du tendenziell mehr bessere Männer treffen.

          „Wo der Feminismus halt hakt ist, dass er Frauen vormacht, wenn ein Mann besser sei, läge das nur daran, dass er halt ein Mann ist anstatt dazu zu motivieren, selbst besser zu werden.“

          Jupp.

        • „dass es selbst (!) in absoluten Spitzenbereichen sehr wahrscheinlich einen Mann geben wird, der [X] besser kann als die beste Frau.“

          das heißt aber auch, dass es für alle männer außer diesem einen, der noch besser ist als die beste frau, eine frau gibt, die es besser kann: diese eine beste frau nämlich.

        • @hottehü

          das heißt aber auch, dass es für alle männer außer diesem einen, der noch besser ist als die beste frau, eine frau gibt, die es besser kann: diese eine beste frau nämlich.

          Ja. Und? Ich habe kein Problem mit Frauen, die was können, und das sollten die wenigsten Männer haben. Ich hab Probleme mit Frauen, die nix können, nix machen und dann rumjammern, dass ihnen nicht alles zufliegt.

        • Inhaltlich bin ich da voll d’accord; nachdem aber weniger Frauen als Männer arbeiten, vor allem Vollzeit (das wäre die “Mühe”), wirst du tendenziell mehr bessere Männer treffen.

          Und? Was hat ein durchschnittlich guter Mann jetzt davon, dass es mehr bessere Männer gibt?
          Es gibt eine Sache, die ich nie verstehen werde: dieses Sich-Schmücken mit fremden Federn. „Wir Deutschen haben die meisten Medaillen in den olympischen Winterspielen bekommen“. Nein, nicht „die Deutschen“, sondern ein paar deutsche Sportler. Männliche Bürohengste können sich nicht anrechnen lassen, dass diejenigen, die die schwerste, gefährlichste Arbeit verrichten, männlichen Geschlechts sind, ebenso wenig wie sich ein durchschnittlich intelligenter Mann anrechnen lassen kann, dass sein Geschlecht häufiger in den Spitzenwerten vertreten ist, und dass einige wenige Männer häufiger Nobelpreisträger sind, als einige wenige Frauen.
          Ich kann mir auch nicht anrechnen lassen, dass Marilyn Vos Savant der intelligenteste Mensch auf Erden ist. Das macht mich nämlich nicht intelligenter als ich bin. Es ist mir herzlich egal, dass sie die Beste ist. Ich bin es nicht und kann mir darum nichts kaufen.
          Dasselbe gilt natürlich auch für die negativen Sachen. Die Deutschen und Die Österreicher sind keine Nazis. Ebenso wie Die Männer nicht Vergewaltiger sind und Die Frauen nicht Ausbeuterinnen. Nicht mal eine große Mehrheit hat Relevanz für den Einzelnen, wenn er ihr nun mal nicht angehört.

        • Und? Was hat ein durchschnittlich guter Mann jetzt davon, dass es mehr bessere Männer gibt?

          Eine Widerlegung des allfälligen Kurzschlußes von männlicher Überrepräsentanz an der Spitze auf ein angebliches Unterdückerkollektiv „Männer“ – mehr nicht.

          Wobei das sowieso schon erbärmlich nach Barbies geistigen Verdauungsprodukten stinkt: Man könnte mit exakt gleicher Logik ebensogut von der männlichen Überrepräsentanz am unteren Ende der Gesellschaft auf ein Unterdrückerkollektiv „Frauen“ schließen.

        • @Rexi: Die Tatsachen haben für mich die Implikation, dass bestimmte feministische Thesen (hier: die Apologetik) keinen Rückhalt in der Realität haben. Was das damit zu tun haben soll, was du schreibst, weiß ich auch nicht.

          Aber die große Mehrheit hat in einer Demokratie sehr wohl Relevanz für den Einzelnen, auch wenn er ihr nicht angehört.

        • “ Männliche Bürohengste können sich nicht anrechnen lassen, dass diejenigen, die die schwerste, gefährlichste Arbeit verrichten, männlichen Geschlechts sind, ebenso wenig wie sich ein durchschnittlich intelligenter Mann anrechnen lassen kann, dass sein Geschlecht häufiger in den Spitzenwerten vertreten ist, und dass einige wenige Männer häufiger “
          Dies ist aber nur ein Teil der Geschichte.
          Denn es betrachtet die Geschlechterdisposition von Ergebnis her.
          Die Frage sollte doch lauten: Wenn ein Kind auf die Welt kommt, wie stehen sein Chancen?
          Und wenn ich erkenne, dass die CHancen für ein Kind mit Schniedelchen zu sterben in jedem Lebensalter höher sind als bei den Kindern mit Schlitzchen, dann erlaube ich mir darauf hinzuweisen, dass dies der Erklärung bedarf – selbst wenn ich nicht Opfer eines Selbstmords war.
          Und wenn die Regierung und meinungsbildende Organe sich systematisch der Erklärung verweigern, dann ist das nicht in Ordnung.

  7. Kinder kosten Zeit und Geld? Kinder zu haben, erfordert einen anderen Lebensstil? Ja Potzblitz aber auch!

    Und jetzt kommt auch noch eine reaktionäre Ossi auf die Idee, dass das NICHT die Schuld der Männer sein könnte?

    Ich bin schockiert ob soviel Frauenfeindlichkeit!

  8. „Ich komme aus Ost-Berlin, einer Realität, in der Dreiviertel aller Mütter Vollzeit arbeiten.“

    Ist die Autorin eine der Vollzeit-arbeitenden Mütter?
    Ihre Vita lässt das nicht erkennen, derzufolge scheint sie kinderlos zu sein:
    http://www.mirnafunk.com/about.php

    Aber auch im Text gibt es dafür einen kleinen Hinweis:

    „keiner lässt mich mit meinem Kind allein und fordert, dass ich auch noch das Geschirr in die Spülmaschine stelle. Weil ich den anderen nicht als Mensch zweiter Klasse begegne. Und wenn es mir doch irgendwann einmal passieren sollte, dann antworte ich ihnen mit einem lauten Schweigen.“

    Und ich lache. Hart.

    • Und ich lache. Hart.

      Du willst also ernsthaft behaupen, dass es für Frauen jenseits des Erreichbaren läge, nicht mit dem Kind alleine gelassen zu werden und obendrein mit der Forderung belegt zu werden, das Geschirr in die Spülmaschine zu stellen?

      Und ich lächele. Müde.

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