Anlage und Umwelt verhalten sich zueinander wie Gelände und Stadt

Gerade in einem bereits älteren Kommentar noch einmal wiedergefunden:

N. Bischof, ein Schüler von K. Lorenz, hat das Verhältnis von Natur und Kultur sinngemäss mit folgender Metapher beschrieben: Eine gewachsene Stadt ist der Topographie der Landschaft angepasst. Je markanter die Landschaft ist (durch Hügel, Schluchten, Gewässer), desto eingeschränkter sind die Stadtentwicklungsmöglichkeiten. Ein Schachbrettmuster kann nicht überall umgesetzt werden, die Strassen würden zu steil.
Die kulturelle Freiheit gegenüber der Natur ist graduell

Finde ich nach wie vor einen interessanten Vergleich: Kultur ist insoweit nicht frei, sie folgt dem vorgebenen Muster, der Landschaft, entwickelt sich auch mit gewissen neuen „Bauchtechniken“ aber sie muss eben immer berücksichtigen, dass sie auf einem bestimmten Gelände gebaut worden ist, welches die Grundlagen bereit stellt.

9 Gedanken zu “Anlage und Umwelt verhalten sich zueinander wie Gelände und Stadt

    • @ Cyrano

      Ja, das Bild ist ein wenig unklar.

      Ist „Natur“ die vorgegebene Topographie? Was ist das im Falle des Menschen? Seine Gene oder seine Umwelt?

      Was ist die auf der Topographie errichtete Stadt?

      Der Phänotyp des Individumms, der sich bildet aus Kultur/Umwelt UND Genen?

      Oder der Phänotyp einer ganzen Zivilisation, die die vorherrschenden „Tendenzen“ in den Genotypen der Individuen berücksichtigen muss, sich an sie anpassen muss bzw. an diese angepasst wird allein durch die Tatsache, dass ja Kultur eine Kollektivleistung des gesamten Genpools ist, aller Individuen, die diesen Genpool ausmachen?

      Und die als Kultur wiederum die „Topographie“ verändert, umso drastischer, je mächtiger = erfolgreicher diese Kultur geworden ist?

      Kulturen, die sich, verführt von einer ideologisch verpeilten Elite, „versteuern“, brechen nach einiger Zeit zusammen.

      Das Komplizierte: Die Topographie, auf der der Mensch seine Stadt errichtet, also die Umweltbedingungen, sind selbst Kultur. umso mehr, je mächtiger/erfolgreicher die Kultur ist, je weniger „natürlich“. Der Mensch definiert die Selektionsbedingungen selbst, unter denen er sich „züchtet“, unter denen er lebt (in der Regel unbewusst – kulturelle Regeln funktionieren oder eben nicht, je nach dem, wie sehr und wie gut sie an die vorherrschenden NATÜRLICHEN Umweltbedingungen UND die jeweiligen Gegenbenheiten des jeweiligen Genpooles angepasst sind).

      Gleichzeitig verändert die Kultur mit der Zeit eben durch ihren Selektionseffekt den Genpool, über dem sie errichtet wurde, wirkt also zurück auf die natürlichen Gegenbenheiten.

  1. Feminismus verhält sich zur menschlichen Natur wie die olympische Megalomanie zu Land und Leuten um Sotschi: Enteignungen, wilde Bautätigkeit auf ungeeigneten Baugründen, Vergabe vom Pfründen an die Korruptionsschikeria, Zensur, gar Kritikverbot, globale Eitelkeit, Arroganz und Selbstverliebtheit… Alles nur möglich durch Ausbeutung von entrechteten Wanderarbeitern.

    Die Nachhaltigkeit endet mit den SPIELEN.

    Die Landschaft, die Natur wird sich erholen, denn die Böden bewegen sich und werden Sprungschanzen und Bahntrassees verschlingen, aber für die älteren Generationen der dort Beheimateten ist sie verloren. Und wer will denn nach den SPIELEN noch die nutzlos gewordenen Infrastrukturen unterhalten oder rückbauen, dieses Babylon zu Ehren der grossen Putina!

    Werden die braven Sportler, Funktionäre, Journalisten -dieses Vieh an Olympias Futtertrögen- werden sie die Enteigneten, Entrechteten entschädigen? Die grosse Putina wirds nicht tun.

    • @ messi

      *Die grosse Putina wirds nicht tun.*

      Sie könnte es auch gar nicht, selbst wenn sie wollte.

      Weshalb mann rechtzeitig aufhören sollte, für sie zu arbeiten.

      Dann wird der Schuttberg, den es zu beräumen gilt, wenn der Zusammenbruch kommt, wenigstens nicht ganz so groß.

  2. Anlage und Umwelt verhalten sich in Bezug zu WAS zueinander?
    Zum Verhalten insgesamt, zu geschlechtsspezifischen Eigenheiten …?
    Solche Vergleiche und Gleichnisse sind ansonsten eigentlich ziemlich für die Tonne.
    Aber ich finde es amüsant, wie Du den guten Roslin provozieren und rauslocken willst, denn schließlich sind dann auch Schloss Schwanstein und andere unnatürliche und groteske architektonische Unnatürlichkeiten ein Ding der Unmöglichkeit.
    Genau wie die Rheinbegradigung und Trockenlegung von Auenlandschaften, wie zwischen Basel und Bingen, diverse Schweizer Pässe, das auf Sand gebaute Berliner Stadtschloss und alles andere, was es natürlicher Weise nicht geben dürfte…

    • @Gedankenwerk

      „Genau wie die Rheinbegradigung und Trockenlegung von Auenlandschaften, wie zwischen Basel und Bingen, diverse Schweizer Pässe, das auf Sand gebaute Berliner Stadtschloss und alles andere, was es natürlicher Weise nicht geben dürfte“

      Natürlich ist es eine Analogie, die man leicht überreizen kann. Gerade wenn man auf moderne Technik abstellt. Man könnte hier natürlich sagen, dass nur mit außerordentlichen Maßnahmen die Landschaft angepasst und trockengelegt werden kann und man dann eben meist auch weitere beständige Wartungsarbeiten durchführen muss, damit der Ursprungszustand nicht wieder hergestellt wird.
      Natürlich könnte man theoretisch anderes Verhalten erzwingen. In einem totalitären System beispielsweise kann man sicherlich auch bestimmte andere Vorstellung eines bestimmten Verhaltens erzwingen, allerdings muss man dann eben bestimmte Kosten und auch Schäden an der „Landschaft“ dafür in Kauf nehmen.

  3. Mal 4 Punkte, die in der Anlage-Umwelt-Debatte immer wieder unter den Tisch fallen, da fälschlicherweise eine Unabhängigkeit der Faktoren angenommen wird:

    o) Merkmale haben keine fixen Heretabilitätswerte.
    Sie gelten immer nur bei einer spezifischen Umweltvarianz. Das heißt wenn alle Kinder vom Bildungssystem gleich stark gefördert werden und es geringe soziale Diskrepanzen gibt, ist die genetische Heretabilität hoch.
    Herrschen jedoch sehr ungleiche Bedingungen, also eine hohe Umweltvarianz, dann ist die Heretabilität geringer.

    o) Eltern und ihre Erziehung ist nicht nur ein wesentlicher Umweltfaktor. DIe Eltern teilen mit ihrem Kind auch die Gene, sind somit Umwelt und Gene zugleich.

    o) Ein Kind nimmt mit seinen Dispositionen aktiv Einfluss auf seine Umgebung, „schafft“ sich seine Umwelt selbst, indem es aus verschiedenen Interaktionsangeboten auswählt.

    o) Damit wirkt es zurück auf seine Umwelt, es konditioniert z.B. die Eltern darauf, was ihm gefällt und was nicht. Diese passen sich somit in ihren Interaktionsangeboten den disponierten Bedürfnissen des Kindes an usw.

    Aufgrund dieser komplexen Wechselwirkung spricht man von Anlage-Umwelt-Kovariation.

  4. Pingback: Wechselwirkung von biologischen und sozialen Faktoren (Anlage-Umwelt-Kovariation) | Alles Evolution

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