Feministische Fehlschlüsse: Kritik am Feminismus ist keine Kritik an Frauen

Leser David stellt einen häufigen feministischen Fehlschluß bzw. eine beliebte Diskursstrategie im Feminismus dar, nach dem Kritik an feministischen Theorien als Kritik an Frauen umgedeutet wird:

Zur Debatte um Rauchen in der Schwangerschaft schrieb er auf einen Kommentar hin:

Typische feminist fallacy: Kritik am Feminismus ist Kritik an Frauen.

Die allerwenigsten Frauen betrifft das. Frauen sind die größten Gegner von verantwortlungslosem und kindsschädigendem Verhalten

Aber für Feministinnen sind ungeborene Kinder nun mal nicht mehr als Zellhaufen, da beißt die Maus keinen Faden ab.

Während die Mutter natürlich während der Schwangerschaft ganz ganz besonderem Schutz bedarf. Sie ist schließlich schwanger. Nicht der Zellhaufen.

Es ist sozusagen das Gegenstück zu „wenn du für Gleichberechtigung bist, dann bist du Feministin„. Bei beiden wird versucht die Interessen der Frauen deckungsgleich mit den Forderungen des Feminismus darzustellen.

Beides kann aber, wie das Beispiel zeigt, stark voneinander abweichen und wird es auch häufig tun, denn viele Frauen halten ebenfalls nichts von den extremen Gendertheorien und haben ein weit geringeres Feindbild gegenüber Männern als es die Gendertheorien mit ihrem Vorwurf der Rape Culture und der patriarchischen Unterdrückung verlangen.

58 Gedanken zu “Feministische Fehlschlüsse: Kritik am Feminismus ist keine Kritik an Frauen

  1. Christina H. Sommers ist eine kluge Vertreterin der Frauen, die Kritik am amerikanischen radikalen Feminismus (eigentlich: Genderismus) üben. Via Twitter weist sie immer wieder auf Artikel hin, die sich mit Propaganda und Aktionen der Genderist*Innen befassen.

  2. Schon allein mit der Anrede „sehr geehrte Herren und Damen“ oder einem Rollentausch im Ruderboot bringt der Mann die Damenwelt mehrheitlich gegen sich auf, denn entgegen vollmundiger Absichtsbekundungen sind die Erwartungen an den Mann noch immer ganz die alten: Erfüllungsgehilfe wie auch immer gearteter weiblicher Lebensentwürfe.
    Nein, Frauen sind nach wie vor im buchstäblichen Sinne das kostbarste Gut, dessen sich Mann ganz traditionell würdig zu erweisen bzw. verdient zu machen hat. Und hierbei gewinnt er wie ehedem nicht, indem er Frauen kritisiert oder gleiche Pflichten auferlegt. Insofern ist die zweigleisig-feministische Strategie zwar von offensichtlicher Doppelmoral geprägt, die wiederum auf die Erfolgsaussichten erfahrungsgemäß keinerlei Auswirkung hat, denn Frauen sind und bleiben im Mittelpunkt gesellschaftlicher Bemühungen. Und genau dort sehen sie sich auch in Zukunft – egal ob Feministin oder nicht.

  3. „…denn viele Frauen halten ebenfalls nichts von den EXTREMEN Gendertheorien und haben ein weit GERINGERES Feindbild gegenüber Männern als es die Gendertheorien mit ihrem Vorwurf der Rape Culture und der patriarchischen Unterdrückung verlangen….“

    Christian, auch wenn es Dir jetzt böse Träume bereiten wird: es gibt viele Frauen, die sehen „Gendertheorien“ als das, was sie sind – nämlich pseudoakademischen Bullshit.

    Und es gibt auch viele Frauen, für die sind Männer überhaupt kein Feindbild.

    Es gibt viele Frauen, für die sind Feministinnen einfach nur gestörte, unreife, passiv aggressive Tussen, die ihr eigenes Leben nicht auf die Reihe kriegen.

    Stell Dir das mal vor…

    Hammer hart, oder?

    Und es gibt sogar viele Frauen, die Männer mitleidig betrachten, die meinen, sich bei Feministinnen anwanzen zu müssen…

    ach jee……

    • @ratloser

      „Christian, auch wenn es Dir jetzt böse Träume bereiten wird: es gibt viele Frauen, die sehen “Gendertheorien” als das, was sie sind – nämlich pseudoakademischen Bullshit. Und es gibt auch viele Frauen, für die sind Männer überhaupt kein Feindbild.“

      Ja, so war es auch durchaus gemeint. Hätte das wohl deutlicher formulieren sollen

  4. Gleichheit, Gleichstellung, sind das Werte an sich? Die Natur kennt keine Gleichheit, keine Gleichstellung, außer vielleicht bei Insektenstaaten, aber dort sind die einzelnen Lebewesen keine Individuen, sondern Teil eines Gesamtkörper, der seinerseits mit anderen Gesamtkörpern konkurriert. Die Einzelwesen eines Insektenstaates sind in der Regel geschlechtliche Neutren und darüber hinaus Geschwister.
    Ansonsten ist die Tierwelt durch Hierarchie und Konkurrenz geprägt.Chancengleichheit, rechtliche Gleichheit und optimale Förderung führen zur Vergrößerunng der Unterschiede zwischen den Menschen, die Begabten werden noch erfolgreicher und der Abstand zu den Unbegabten wird noch größer.
    Gleichstellung, d.h. gleiches Endergebnis, erreiche ich Kürzen der Begabten, wie bei der Hecke, bei der ich die Höhe am niedrigsten Busch ausrichten muss, will ich eine einheitliche Höhe.
    Objektiv strebt der Feminismus nach der Privilegierung von Frauen. Objektiv verschlechtert der Feminismus die Lebenschancen von Männern. Objektiv beeinträchtigen Frauen die Lebensqualität von Männern, weil sie am Arbeitsplatz mit ihnen konkurrieren, ohne letztendlich vollumfänglich auf das Gehalt angewiesen zu sein. Objektiv könnten Männer, wenn sie zusammen halten, dem ganzen Spuk von heute auf Morgen ein Ende setzen, denn es sind Männer, welche die „Rechte“ von Frauen erzeugen und verteidigen, und das zum eigenen Nachteil.
    Als Männerrechtler muss ich kein Frauenliebling sein. Mögen Frauen für ihre Rechte kämpfen, ich kämpfe allein und nur und einzig für die Rechte von Männern, ob das Frauen glücklicher macht, oder nicht.
    Ja, Männer und Frauen sind aufeinander angewiesen. Aber ja, Männer und Frauen sind auch Konkurrenten und damit Feinde.
    Kavalier bin ich zu der Frau, die mich unterstützt, mit mir ins Bett hüpft und Kinder macht. Die anderen Frauen sind nur weitere Menschen, welche den Lebensraum einnehmen, den ich für mich und meine Kinder benötige. Jede Lücke, die hier gerissen wird, ist für die meinen ein Gewinn.
    So sieht das aus. Die jungen Menschen bekommen bezahlte Arbeit, weil die Alten schwach werden und irgendwann sterben. Des einen Uhl ist des anderen Nachtigall.
    Der Feminismus ist stark, weil Männer schwach sind. Hätten wird eine Taliban-ähnliche starke Strömung, wäre der Feminismus schnell vorbei und die Frauen müssten ihr Genöle aus dem öffentlichen Raum wieder in den häuslichen Bereich verlegen.
    Die Nazis haben die Arbeitslosigkeit reduziert, in dem sie die gut Verdienenden zwangen, von einem Einkommen zu leben, dem Einkommen des Mannes. Würden sich nicht die ganzen Damen auf den Richterstühlen tummeln, hätten Juristen bessere Berufschancen. Diese Doppelverdienertussen verschärfen die sozialen Gegensätze.

    • @ Dschindschin

      *Der Feminismus ist stark, weil Männer schwach sind.*

      Die Männer, die den Feminismus fördern, durchsetzen und durchfechten, in IHREM EIGENEN INTERESSE, die sind nicht schwach.

      Ganz im Gegenteil.

      Ich meine nicht die „Allies“.

    • „Objektiv beeinträchtigen Frauen die Lebensqualität von Männern, weil sie am Arbeitsplatz mit ihnen konkurrieren, ohne letztendlich vollumfänglich auf das Gehalt angewiesen zu sein. “

      Wenn man es denn als Lebensqualität betrachtet, für Frau mit zu arbeiten und für Frau das Geld zu verdienen. Das ist dann aber nicht objektiv, sondern subjektiv.

      „Der Feminismus ist stark, weil Männer schwach sind.“

      Ganz subjektiv betrachtet, kann ich nur hoffen, dass Männer mit Deinen Ansichten weiter schwach bleiben.

    • @ Dschindschin

      *Die Nazis haben die Arbeitslosigkeit reduziert, in dem sie die gut Verdienenden zwangen, von einem Einkommen zu leben, dem Einkommen des Mannes.*

      Und ganz nebenbei haben sie auch noch Juden ausgeraubt, ganze Menschengruppen mit Arbeitsverboten belegt (also Gleichberechtigung abgeschafft), via schuldenfinnanzierter Staatsnachfrage (Rüstung) eine Scheinblüte generiert usw.

      Das III. Reich, das 1939 den 2. Weltkrieg eröffnete, war bankrott, brauchte den Krieg, um diesen Bankrott zu verschleiern.

      Das war natürlich nicht der Hauptgrund, gehört aber mit in’s Bild.

      Auch volkswirtschaftlich war der Nationalsozialismus ein verbrecherisches Pleiteunternehmen.

      *Ansonsten ist die Tierwelt durch Hierarchie und Konkurrenz geprägt.Chancengleichheit, rechtliche Gleichheit und optimale Förderung führen zur Vergrößerunng der Unterschiede zwischen den Menschen, die Begabten werden noch erfolgreicher und der Abstand zu den Unbegabten wird noch größer.
      Gleichstellung, d.h. gleiches Endergebnis, erreiche ich Kürzen der Begabten, wie bei der Hecke, bei der ich die Höhe am niedrigsten Busch ausrichten muss, will ich eine einheitliche Höhe.*

      So richtig das ist, so klug kann es sein, um der Bewahrung des sozialen Friedens willen, um der Bewahrung vor übergroßen Machtkonzentrationen willen, das In’s-Kraut-Schießen einzelner/ganzer Gruppen einzudämmen.

      Wenn man „gärtnert“, d.h. Schönheit/Nutzen/Harmonie näherungsweise zu befördern sucht.

      Menschliche Gesellschaften sind nämlich nicht der Dschungel, die Wildnis, sondern Gärten.

      Problem dabei, wieder und immer wieder: DAS RECHTE MASS zu finden oder „Die Dosis macht das Gift“.

      Zuviel „Befriedung“ macht bequem und träge, zu wenig „Befriedung“ macht auch arm, führt ebenfalls zum Niedergang.

      Zu ungestörtes Ausleben des Egoismus der Starken führt zu Unfrieden/Bürgerkrieg, zu eingeschränktes Ausleben ebenfalls usw.

      Die Mitte zu finden und zu halten zwischen dem Zuviel und dem Zuwenig ist eine große Kunst, am Grünen Tisch nicht zu leisten, da zu viele, schwer einschätzbare/berechenbare Einflussfaktoren mit in Rechnung zu stellen sind, die Gleichung zu viele Unbekannte aufweist.

      Nur Versuch und Irrtum, eine „flüssige“, flexible, stets nachjustierende und zum Nachjustieren bereite Politik vermag das näherungsweise zu leisten.

      Dazu braucht es eine Ordungsstruktur, die das ermöglicht.

      Also Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung der Beteiligten, Herrschaft der Mehrheit bei Respektierung der Rechte der Minderheit, braucht es Kraft, die durch Gegenkraft kontrolliert wird, belohnten Egoismus, der durch belohnten Egoismus eingehegt wird usw.

      Ein kunstwerk, wenn es gelingt, ein (französischer oder englischer) Garten, der eine mit mehr Wildwuchs und Freiheit, der andere mit weniger, aber ein Garten, kein Dschungel und keine Einöde, keine Monokultur.

      • Gleichstellung, d.h. gleiches Endergebnis, erreiche ich Kürzen der Begabten, wie bei der Hecke, bei der ich die Höhe am niedrigsten Busch ausrichten muss, will ich eine einheitliche Höhe.*

        So richtig das ist, so klug kann es sein, um der Bewahrung des sozialen Friedens willen, um der Bewahrung vor übergroßen Machtkonzentrationen willen, das In’s-Kraut-Schießen einzelner/ganzer Gruppen einzudämmen.

        Was für ein intellektueller Dünnpfiff. Da haben einige die Kapitalistenpropaganda von der meritokratischen Gesellschaft ganz und gar gefressen und verinnerlicht. Das ist so herrlich naiv! Akkumulation des Kapitals? Öööhm…
        Krämerseelen sollten das Philosophieren den Pferden überlassen. Die haben die grösseren Köpfe.

    • @dschinDschin

      „Diese Doppelverdienertussen verschärfen die sozialen Gegensätze.“

      Ud daraus folgt was? Gibt es ein Recht einer Gruppe der Alleinverdiener zu sein? Wohl nicht (es ist auch ein sehr fragwürdiges Privileg, dass viele eben gar nicht wollen)

      • Ich stimme Dir voll zu, die Pflicht, Alleinverdiener zu sein, ist nicht erstrebenswert (a), und es ist das Recht eines jeden Menschen seine berufliche und private Lebensgestaltung nach eigenem Können und Wollen zu gestalten.
        Das hat selbstverständlich Folgen, die teilweise erwünscht und teilweise unerwünscht sind.
        Mit gefällt hier der liberale Ansatz, die gesellschaftliche Entwicklung nach den Vorlieben der Menschen laufen zu lassen. Und dann wird man sehen, was daraus geworden ist.

      • „Gruseliger Beitrag, wo soll man da anfangen?
        An besten gar nicht, ist mir alles zu gelb mit braunen Flecken.“

        Gruselig ist noch untertrieben. Von der verkappten Nazi-Propaganda im letzten Abschnitt bekomme ich gerade einen akuten Brechreiz. Die argumentative Qualität ist auch davor schon an mehreren Stellen unterirdisch.

    • „Aber ja, Männer und Frauen sind auch Konkurrenten und damit Feinde.“

      Bist du heute mit dem falschen Fuß aufgestanden? Einen Konkurrenten übertrumpfe ich. Bei der Arbeit liefere ich das Ergebnis schneller, kostengünstiger oder hab einfach die besseren Ideen oder verkaufe mich halt nur besser.

      Einen Feind bekämpfe ich, sabotiere ihn und versuche alles zu verhindern was ihm nützen kann. Wäre der/die Kollege/in oder eine andere Firma mein Feind, würde ich heimlich in sein Büro schleichen und seine PC aus dem Fenster werfen oder seine Baustelle anzünden oder so was. Ich mache seine Arbeit zunichte.

      Denkst du, dass es notwendig ist Frauen zu bekämpfen, damit es Männern besser geht? Das wären ja grausige Zukunftsaussichten.

      „Hätten wird eine Taliban-ähnliche starke Strömung, wäre der Feminismus schnell vorbei und die Frauen müssten ihr Genöle aus dem öffentlichen Raum wieder in den häuslichen Bereich verlegen.“

      Jau…. Mordandrohungen, Verschleppung, Lügen und Terrorismus, das sind die richtigen Mittel um gegen den Feminismus vorzugehen.

      „Die Nazis haben die Arbeitslosigkeit reduziert, in dem sie die gut Verdienenden zwangen, von einem Einkommen zu leben, dem Einkommen des Mannes.“

      Die haben auch Geld gedruckt und sich Kredite von anderen Staaten geben lassen, die sie niemals zurückzahlen konnten. Das „Wirtschaftswunder“ im Dritten Reich war ein Wunder auf Pump, hohl, basierte auf Lügen und hätte wahrscheinlich nur fortgesetzt werden können, wenn der Krieg gewonnen und Deutschland sich als ständiger ausbeutender Besatzer etabliert hätte.

      Dauert bestimmt nicht lange bis eine Feministin dich als allgemeine Meinung unter den Männerrechtlern zitiert. Dankeschön!

      • Vielleicht ist der Begriff Feind zu emotional aufgeladen. Ein Fressfeind hat aber keine negativen Empfindungen gegen die Opfer. Er hat sie zum Fressen gern. Konkurrenz trifft es oft nicht, nenne wir es Gegenerschaft. Wenn zwei das Gleiche wollen, nur einer es haben kann und der andere dann ernsthafte Nachteile erleidet, dann sind sie schon mehr als Konkurrenten, ohne dass man das Feindschaft nennen würde.

        Feminismus ist schon mehr als Konkurrenz. Gegen Konkurrenz wäre nichts zu sagen: möge der Bessere gewinnen. Aber hier soll nicht der Bessere gewinnen, hier soll die Frau gewinnen.

        Und aus der Sprachverhunzung, da spricht echte Feindschaft. Man kann ja seine Feinde lieben, das heißt aber nicht, dass man sich zu deren Lackel macht.

        Der Hinweis auf Taliban und Nazis heißt nicht, dass ich deren Methoden oder Ansichten gut heiße. Es heißt aber, dass es Männer sind, welche die Rechte der Frauen schützen, nicht Frauen. Frauen nützen die von Männern erkämpften Rechte, um Männern zu schaden. Wo nämlich Männer anderen Ideologien huldigen, sind die Rechte der Frauen rasch verschwunden. Gut, die Rechte der Männer auch. Und gerade die Nazis haben ja die Frauen in Watte gepackt, aber das nur am Rande.

        Ja, ich habe „Autobahn“ gesagt, deswegen muss aber der Nazimeter nicht gleich explodieren.

        Wenn die Frau keine Lady ist, braucht auch der Mann kein Gentleman zu sein.

        • Nur ist meine Kollegin nicht mein Gegner sondern meine Kollegin,
          und jeder gute Vorgesetzte wird versuchen jedewede art von Gegnerschaft in seiner Abteilung zu verhindern.

          Konkurenz belebt zwar das Geschäft aber sobald mehr Energie darauf verschwendet wird den Kollegen/Konkurenten schlecht dastehen zu lassen, als darauf die bessere Arbeit abzuliefern, dann geht es insgesamt Bergab.

        • Bei aller berechtigten Kritik.

          Das hier:

          „Wo nämlich Männer anderen Ideologien huldigen, sind die Rechte der Frauen rasch verschwunden. Gut, die Rechte der Männer auch.“

          hat seinen ganz eigenen Charme.

  5. Zu behaupten, Kritik an der feministischen Ideologie sei FRAUENfeindlich, ist ja eine nicht nur im Feminismus geübte diskursive Taktik zur Immuniisierung der eigenen Position.

    Kritik am Kulturmarxismus sei antisemitisch, Kritik an der Politik von Homoverbänden homophob, Kritik an der Politik des Staates Israel sei natürlich auch antisemitisch usw.

    Das Spielchen wird natürlich auch auf der Rechten gespielt, wenn etwa die Kritik an der Politik der USA als antiamerikanisch gebrandmarkt wird.

    Solche „Anti“-Brandmarkungen oder auch „Phobie-Diagnosen“ sind beliebte Methoden, mit wenig argumentativem Aufwand die eigenen Überzeugungen und deren Folgen der Kritik zu entziehen und als unhinterfragbar/unmoralisch/unethisch darzustellen.

    • Korrektur

      … und als unhinterfragbar und Kritik daran als unmoralisch/unethisch darzustellen.

      Politische Korrektheit ist übrigens nichts anderes als eine weitere Spielart der Anwendung genau dieser Taktik.

      Wer also die Probleme der Masseneinwanderung schwer Integrierbarer/Integrationsunwilliger anspricht > Ausländerfeind, wer Gruppenunterschiede, die nachweisbar vorhanden sind, anspricht > Rassist, Sexist, Islamophobiker etc.

      Weiße heterosexuelle Männer pauschal zu kritisieren als KLASSE/Gruppe ist dagegen Ausweis eines gesunden „Klassenstandpunktes“ und sehr löblich für den politisch Korrekten.

    • @ Roslin

      „Kritik am Kulturmarxismus sei antisemitisch,“

      Richtig – die Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie ist eine widerwärtige antisemitische Verschwörungstheorie.

      http://www.splcenter.org/get-informed/intelligence-report/browse-all-issues/2002/fall/mainstreaming-hate

      Denn eine „Kritik“ an linken Denkern jüdischen Herkunft, die wenig bis nichts mit dem zu tun hat, was diese in ihren Werken tatsächlich geschrieben und vertreten haben, eine „Kritik“, die stattdessen auf die Konstruktion des Bildes von bösen jüdischen marxistischen Männern als bewusste und böswillige Zerstörer von Zivilisation und Kultur setzt, eine „Kritik“, der es nicht darum geht, sachlich und auf wissenschaftler Grundlage zu analysieren und zu kritisieren, sondern zu lügen, zu hetzen, zu dämonisieren – für die ist der Begriff antisemitisch die richtige Bezeichnung.

      Nur, weil es möglich ist, auch sachliche und um Objektivität bemühte Kritik – die Lind und Konsorten allerdings nicht praktizieren, ganz im Gegenteil – als antisemitisch zu denunizieren, gilt der Umkehrschluss nämlich nicht: dass Kritik an neo-marxistischen Denkern jüdischer Herkunft nicht tatsächlich antisemitisch motiviert und von antisemitischen Sereotypen, Lügen und Dämonisierungsstrategien durchsetzt sein könne.

      Es kann sehr wohl antisemitische Kritiken am Neo-Marxismus geben – und es gibt sie auch: die Anti-Kulturmarxismus-Verschwörungstheorie, wie ihr Hauptpropagandist William S. Lind und seine Gefolgsleute sie vertreten, ist für einen solchen Antisemitismus ein Beispiel, bei Willis Carto und Kevin MacDonald fällt der Antisemitismus noch offensichtlcher aus.

      Darüber hinaus arbeitest du doch häufig gezielt mit der in manchen konservativen/rechten Kreisen gerne genutzten Propagandalüge alles als „marxistische Verschwörung“ zu framen, völlig unabhängig davon ob es wirklich marxistisch ist. Als „Kulturmarxisten“ wurden von dir u.a. schon bezeichnet: Linksliberale, Sozialdemokraten, Grüne, postmoderne Linke, Feministinnen, Multikulturalisten, Religionskritiker – alles und jeder, der irgendwie links ist und Ansichten vertritt, die dir nicht gefallen.

      Das, Roslin, ist eine Variante der äquivalenten konservativenrechte Strategie zur Strategie linker PC-Fanatiker, die alles als rassistisch, sexistisch, klassistisch etc. bezeichnen, was ihnen nicht gefällt, unabhängig davon, ob es auch stimmt und ob die Kritik sachlich und fundiert ist.

      Konservative/rechte Political Correctness arbeitet im Prinzip natürlich genauso, verwendet dabei nur u.a. gerne, das unter antikommunistischen Konservativen/Rechten verbreitete Feindbild „Marxismus“ und diagnostiziert überall marxistische Verschwörungen oder marxistische Kulturzerstörer. Die Funktion ist hierbei aber die gleiche: Die Denunziation missbeliebiger Meinungen und die Mobilisierung der eigenen Basis durch ein für die jeweilige Weltanschauung typisches Feindbild. Konservative/Rechte sind diesbezüglich keineswegs die besseren Menschen und alles, was du der linken Political Correctness vorwirfst, praktizierst du selbst regelmäßig.

      • @ Leszek

        *Als “Kulturmarxisten” wurden von dir u.a. schon bezeichnet: Linksliberale, Sozialdemokraten, Grüne, postmoderne Linke, Feministinnen, Multikulturalisten, Religionskritiker – alles und jeder, der irgendwie links ist und Ansichten vertritt, die dir nicht gefallen.*

        Wenn ich bei Linksliberalen, Sozialdemokraten, Grünen, postmodernen Linken, Feministinnen, Multikulturalisten, Religionskritikern, Befreiungstheologen (die hatte ich glaube ich ocht nicht) kulturmarxistische Denkmuster erkenne, werde ich das auch weiterhin tun.

        Ob Dir das gefällt oder nicht.

        Und Du kannst das weiterhin genauso fleißig kritisieren.

        Und der Leser mag sich dann ein Bild machen.

        • Da muss man eigentlich jedesmal dies hier verlinken:

          „…Der Historiker Kevin Yuill hat Nixons Motivation zur Einführung positiver Diskriminierung in seinem Buch „Richard Nixon and the Rise of Affirmative Action“ untersucht. Wichtige Motive für Nixon waren die Absicht, die Bürgerrechtsbewegung zu spalten und nach dem Prinzip „devide et impera“ verschiedene ethnische Gruppen durch Privilegien an den Staat zu binden und sie bei Bedarf gegeneinander ausspielen zu können. Hinzu kamen die bei Nixon und in seinem Umfeld verbreiteten Vorstellungen genetischer Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen. Die Annahmen, die Nixons Politik der Förderung ethnischer Minderheiten zu Grunde lagen, stützten sich teilweise auf umstrittene Ergebnisse der Intelligenzforschung. …“

          http://cuncti.net/streitbar/268-milton-friedman-richard-nixon-und-affirmative-action

        • @ ich³

          *Wichtige Motive für Nixon waren die Absicht, die Bürgerrechtsbewegung zu spalten und nach dem Prinzip „devide et impera“ verschiedene ethnische Gruppen durch Privilegien an den Staat zu binden und sie bei Bedarf gegeneinander ausspielen zu können. Hinzu kamen die bei Nixon und in seinem Umfeld verbreiteten Vorstellungen genetischer Unterschiede zwischen den ethnischen Gruppen. *

          Ja, man sieht sich gegenseitig als nützliche Idioten an.

          Aber, wie gesagt, die Kulturmarxisten sind hier die nützlicheren, also die idiotischeren.

        • „Aber, wie gesagt, die Kulturmarxisten sind hier die nützlicheren, also die idiotischeren.“

          Genau. Die Kulturmarxisten hängen nur an den Strippen, die von den Kulturkonservativen gezogen werden. 😀

      • @ leszek

        Du mit Deinen Verschwörungstheorien.

        Hier gibt´s einen kleinen historischen Überblick über cultural marxism und gender studies….pikanterweise aus der sympathisierenden Perspektive eines dezidiert linken Philosophen, Douglas Kellner.

        http://pages.gseis.ucla.edu/faculty/kellner/essays/culturalmarxism.pdf

        Und noch ein Zitat von Marcuse, einem der Chefideologen des cultural marxism:

        „Surely, no government can be expected to foster its own subversion, but in a democracy such a right is vested in the people (i.e. in the majority of the people). This means that the ways should not be blocked on which a subversive majority could develop, and blocked if they are by organized repression and indoctrination, their reopening may require apparently undemocratic means. They would include the withdrawal of toleration of speech and assembly from groups and movements which promote aggressive policies, armament, chauvinism, discrimination on the grounds of race and religion, or which oppose the extension of public services, social security, medical care, etc.“

        aus:

        http://www.marcuse.org/herbert/pubs/60spubs/65repressivetolerance.htm

        • @ ratloser

          *Douglas Kellner.

          http://pages.gseis.ucla.edu/faculty/kellner/essays/culturalmarxism.pdf

          *

          Danke.

          So etwas habe ich immer gesucht. Denn der Hinweis auf die 3 Hauptwerke des größten Gurus der Studentenbewegung genügt ja nicht, weil: Die kennt doch niemand, tauchen in keiner Referenzliste auf, die liest doch niemand und überhaupt – wer ist Marcuse, doch völlig bedeutungslos, der Mann, ohne jeden Einfluss auf das Denken der heutigen Entscheidergeneration und ihrer Lehrer.

          Alles nur kulturkonservative Propaganda. Wenn nicht gar ANTISEMITISCH!

          Dass im Übrigen auch Marcuse drin sein kann, wenn nicht Marcuse drauf steht, ist manchen Hekuba.

          Selbst wenn ihnen bewusst sein sollte, wieviel jüdisches und christliches (eschatologisches) Denken im Marxismus aufgehoben ist, auch wenn der sich dezidiert antireligiös gibt.

        • @ Ratloser

          Den Text hatte ich vor einigen Monaten schonmal quergelesen.

          Der von dir verwendeten Diskursstrategie begegne ich jetzt zum zweiten Mal: Man verweist auf einen der sehr seltenen Fälle, in denen ein Linker den Begriff „Kulturmarxismus/kultureller Marxismus“ in einem völlig anderen Zusammenhang benutzt und versucht dies allen ernstes als Legitimation für die entsprechende bekloppte konservative/rechte Verschwörungstheorie zu verwenden.

          Ja, Ratloser, wenn man kultureller Marxismus/Kulturmarxismus einfach völlig wertfrei so definiert und versteht, dass es eine Bezeichnung für Marxisten sein soll, die eine gewissen Schwerpunkt auf die Analyse kultureller Faktoren setzen, dann gibt es natürlich Kultur-Marxisten, genauso wie es Kultur-Liberale, Kultur-Anarchisten, Kultur-Kommunitaristen, Kultur-Poststrukturalisten, Kultur-Konservative, Kultur-Faschisten etc. gibt. Natürlich gibt es in jeder politischen/sozialphilosophischen Weltanschauung auch Leute, die sich schwerpunktmäßig mit der Analyse kultureller Aspekte beschäftigen – das ist absolut trivial.

          Die seltenen Fälle, in denen ein Linker den Begriff Kultur-Marxismus in diesem Sinne verwendet, stellen aber selbstverständlich absolut keine Legitimation für die entsprechende durchgeknallte Verschwörungstheorie dar, denn „Kulturmarxismus“ in deren Bedeutung wird bekanntlich verwendet als konservative/rechte Diskursstrategie, die suggerieren soll, es gebe eine marxistische Verschwörung zur Zerstörung der westlichen Kultur. Das war nun allerdings nicht das Selbstverständnis irgendeines tatsächlich existierenden bekannten marxistischen Theoretikers, der sich mit der Analyse kultureller Faktoren beschäftigte.
          Beide Begriffsverwendungen sind offensichtlich völlig unterschiedlich und klar zu trennen.

          In den Cultural Studies gibt es sowohl eine marxistische als auch eine feministische Unterströmung, auch das ist trivial, da sich bei einer akademischen Richtung kulturwissenschaftlicher Analyse aus linker Perspektive selbstverständlich alle möglichen Unterströmungen herausbilden können.

          Marcuse ist seit Jahrzehnten für die Linke irrelevant, wird kaum gelesen, ist für die zeitgenössische linke Theoriebildung weitgehend bedeutungslos. Da er aber einen wesentlichen Bezugspunkt konservativer/rechter Verschwörungstheorien darstellt, wird er natürlich von dir angeführt. Das wird dir aber nichts nützen.

          Der Kampfbegriff „Kulturmarxismus“ ist bekanntlich von der US-amerikanischen Rechten konstruiert worden, um insbesondere die US-amerikanische postmoderne Linke als marxistische Verschwörung darzustellen und unter Bezugnahme auf das Feindbild „Marxismus“ gegen sie agitieren zu können.

          Zieht man bekannte Einführungswerke zu Gender/Queer/Critical Whiteness etc. heran, Werke, in denen die wirklichen theoretischen und ideengeschichtlichen Grundlagen der entsprechenden Strömungen dargestellt werden, dann lässt sich die tatsächliche Relevanz von Marcuse für die Theoriebildung in diesen Strömungen eindeutig ermitteln.

          Ich führe daher erneut ein paar Einführungswerke zu Critical Whiteness, Gender, Queer etc. auf, die ich besitze und deren Literaturverzeichnis oder Personenregister ich (soweit vorhanden) nach Marcuse durchsucht habe:

          Katharina Röggla: Critical Whiteness Studies – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Annamarie Jagose: Queer Theory – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Nina Degele: Gender/Queer Studies – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Andreas Kraß: Queer Denken – enthält ein Personenregister, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Gabriele Winker, Nina Degele: Intersektionalität. Zur Analyse sozialer Ungleichheiten – enthält ein Literaturregister, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Therese Frey Steffen: Gender – enthält eine kommentierte Bibliographie, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Hadumond Bußmann & Renate Hof : Genus- Geschlecherforschung/Gender Studies in den Kultur- und Sozialwissenschaften – enthält ein Personenregister, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Heinz-Jürgen Voss/Salih Alexander Wolter: Queer und (Anti-)Kapitalismus – enthält ein Literaturverzeichnis, Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

          Renate Kroll (Hrsg.): Metzler Lexikon Gender Studies – kein Eintrag zu Herbert Marcuse, aber ein Eintrag zu „Kritische Theorie“ auf S. 217 f. Von einem Einfluss von Marcuse auf die Gender-Studies wird nichts erwähnt.

          Zum PC-Feindbild des „weißen, heterosexuellen Mannes“:

          Luca Di Blasi – Der weiße Mann. Ein Anti-Manifest – enthält ein Literaturverzeichnis: Herbert Marcuse kommt darin nicht vor.

        • @ Roslin

          „Dass im Übrigen auch Marcuse drin sein kann, wenn nicht Marcuse drauf steht, ist manchen Hekuba.“

          Klar, Roslin – eine solche „Beweisführung“ ist natürlich unwiderlegbar und daher propagandistisch in deinem Sinne.
          Wir kümmern uns ganz einfach gar nicht um wissenschaftlich belegbare ideengeschichtliche Linien, sondern folgen einfach deinen Behauptungen, gemäß dem von dir gewünschten Motto: Wo Marcuse drin steckt, das bestimme ich!

          Noch unwissenschaftlicher geht´s allerdings nicht mehr.

        • @ Roslin

          „Danke. So etwas habe ich immer gesucht.“

          Der Text ist insgesamt durchaus lesenswert.
          Es handelt sich im Wesentlichen um den Versuch der Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen der Frankfurter Schule, (mit einem gewissen Schwerpunkt auf der 1. Generation) und den Cultural Studies, (mit einem gewissen Schwerpunkt auf die marxistischen und postmodernen Unterströmungen der Cultural Studies).

          Der Autor vertritt offenbar die Ansicht, dass eine stärkere Rezeption der Kritischen Theorie der Frankfurter Schule durch die Cultural Studies hilfreich wäre um den zu unkritischen Tendenzen (gegenüber dem neoliberalen Kapitalismus) in postmodernen Theorien entgegenzuwirken.
          Diesbezüglich stimme ich dem Autor zu.

          An ein paar Stellen bin ich anderer Meinung als der Autor, zwei Aspekte seien kurz genannt: Den Einfluss von Ernst Bloch und Antonio Gramsci auf die Frankfurter Schule überschätzt der Autor m.E. stark bzw. stellt ihn falsch dar. Laut dem Experten für die Frankfurter Schule Michael Schwandt haben Adorno und Horkheimer Gramsci nicht gelesen (Michael Schwandt – Kritische Theorie, S. 209). Auch ansonsten ist mir kein nennenswerter Einfluss von Gramsci auf die Frankfurter Schule bekannt.

          Zwischen Postmoderne/Poststrukturalismus und Neo-Marxismus unterscheidet der Autor natürlich ganz klar. Er kritisiert auf den letzten Seiten – wie viele andere Marxisten/Neo-Marxisten auch – den Poststrukturalismus für dessen Mangel an Kapitalismusanalyse und -kritik und für dessen potentielle Vereinbarkeit mit dem neoliberalen Kapitalismus.
          Die Kritische Theorie der Frankfurter Schule sieht er als Alternative zur unkritischen Haltung gegenüber dem Kapitalismus in vielen postmodernen Theorien.

          Deine Propagandalüge, postmoderne Linke seien Neo-Marxisten in der Tradition von Marcuse findet hier genauso wenig Bestätigung wie in jedem anderen halbwegs seriösen Text zum Thema.
          Postmoderne Linke betrachten sich selbst in der Regel nicht als Neo-Marxisten und werden von echten Neo-Marxisten auch nicht als solche angesehen.

        • @ Leszek

          *Wir kümmern uns ganz einfach gar nicht um wissenschaftlich belegbare ideengeschichtliche Linien, sondern folgen einfach deinen Behauptungen, gemäß dem von dir gewünschten Motto: Wo Marcuse drin steckt, das bestimme ich!*

          Ja, schrecklich, dass ich die Deutungshoheit linker Ideologen über linke Ideologiegeschichte nicht anerkenne.

          Was das anlangt, bin ich hoffnungslos Old School: Wenn etwas quakt wie eine Ente, aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente, nenne ich das Ente, auch wenn Du mir einreden willst, es gäbe keine Enten.

        • @ Roslin

          „Ja, schrecklich, dass ich die Deutungshoheit linker Ideologen über linke Ideologiegeschichte nicht anerkenne.“

          Es gibt sicherlich auch Konservative, die zu ernsthafter Recherche, sachlicher und um Objektivität bemühter Kritik und zur Einhaltung gängiger Standards wissenschaftlichen Arbeitens in der Lage sind. Dazu gehören deine Gewährsleute allerdings absolut nicht.

          „Was das anlangt, bin ich hoffnungslos Old School: Wenn etwas quakt wie eine Ente, aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente, nenne ich das Ente, auch wenn Du mir einreden willst, es gäbe keine Enten.“

          Ist jemand allerdings stark kurzsichtig und hat außerdem noch aus irgendwelchen Gründen einen Hang überall Enten sehen zu wollen, dann kann das problematisch werden.

      • Wobei man betonen sollte, dass bei der Kritik an der feministischen Ideologie durchaus frauenfeindliche Töne mitschwingen können. DschinDschin ist m. E. ein gutes Beispiel.

        • „Um Kritik an etwas richtig einschätzen zu können, sollte man die Motive des Kritikers kennen und seine Alternative zum kritisierten Sachverhalt.“

          Da ist man aber schon halb auf dem Weg in die Verschwörungstheorie. Normalerweise sollte Kritik doch als Argument formuliert sein und geteilt werden können, wenn das Argument nachzuvollziehen ist.

          Und wieso muss man eine Alternative parat haben, um Kritik an etwas zu formulieren? Würdest du dich in der Bringschuld sehen, eine Alternative zu präsentieren, wenn Leute Spaß daran haben, Schwule zusammenzuschlagen? Was wäre denn die Alternative dazu? Fernsehen, Fußball?

          • „Da ist man aber schon halb auf dem Weg in die Verschwörungstheorie.“

            Aber eben nur halb.

            „Und wieso muss man eine Alternative parat haben, um Kritik an etwas zu formulieren? “

            Muss man nicht, aber wenn man etwas kritiisert, kann man das doch nur auf der Basis, weil man etwas anders sieht. Also muss man doch eine Alternative haben, bzw. eine eigen Ansicht.

            „Was wäre denn die Alternative dazu? Fernsehen, Fußball?“

            Ja, warum denn nicht? Besser wäre meines Erachtens aber Sex, vorzugsweise mit einem Mann, damit man bemerkt, dass das so schlimm auch nicht ist.

        • @ Adrian

          „Muss man nicht, aber wenn man etwas kritiisert, kann man das doch nur auf der Basis, weil man etwas anders sieht. Also muss man doch eine Alternative haben, bzw. eine eigen Ansicht.“

          Mh, OK. Aber m.E. besteht die Alternative doch einfach darin, das Kritisierte abzuschaffen/nicht zu tun. Was dann eine tautologische „Alternative“ wäre.

          Ich denke nur, die Aussage „die Motive des Kritikers kennen und seine Alternative zum kritisierten Sachverhalt“ mündet oft darin, dass man einer Kritik nicht zustimmen mag, weil man dem Kritiker eine „hidden agenda“ unterstellt. Z.B. dass eine Kritik am Rauchen und Saufen in der Schwangerschaft nur ein Vehikel ist, Frauen zu entmündigen und ihren Körper in „Volkseigentum“ zu überführen.

          Deine Kritik am Hass auf Schwule kann ich ja auch teilen, ohne deine ökonomischen Theorien teilen zu müssen.

          • „Z.B. dass eine Kritik am Rauchen und Saufen in der Schwangerschaft nur ein Vehikel ist, Frauen zu entmündigen und ihren Körper in “Volkseigentum” zu überführen.“

            Na, das kann doch ein mögliches Motiv sein. Deshalb frage ich gerne immer viel nach, um Motive herauszufinden und den Kern der Kritik sowie des Arguments bloßzulegen.

      • @ Ratloser

        *Kritik am Faschismus kann auch extrem stalinistisch sein…*

        Was soll das werden?

        Ein Plädoyer für Stalinophobie?

        Adrian hat doch nur Angst, dass jemand im Dark Room plötzlich das Licht anknipst.

  6. 3 von 4 Frauen (aller Altersgruppen in D) sind der Meinung, dass Sexismus gegen Männer zu wenig diskutiert wird.
    Davon wird sich wohl kaum eine als Feministin bezeichnen, bei den verbleibenden 25% schon.

    Dieser Aussage stimmt nur noch knapp die Hälfte zu:

    Leben wir in Deutschland in einer männlich dominierten Gesellschaft, in der Frauen immer wieder Erfahrungen mit Sexismus machen?

    Weiter:
    Dabei ist interessant, dass Befragte im Alter von 35 bis 44 Jahren mit 38 Prozent am wenigsten daran glauben, dass die Gesellschaft männlich dominiert ist. Dabei ist dies das Alter, in dem Bürger normalerweise Karriere machen und eine Familie gegründet haben, also womöglich vermehrt Erfahrungen mit Sexismus machen.

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-01/sexismus-umfrage

    • Klingt für mich aber nach einer Frage, die man nicht negativ verstehen kann; wie z.B. „Sind sie für Gleichberechtigung“.

      Eine Feministen würde da z.B. anfügen, dass das Vorleben und plakatieren von besonders männlichen Verhaltensrollen Sexismus ist und so weiter.

    • „Leben wir in Deutschland in einer männlich dominierten Gesellschaft, in der Frauen immer wieder Erfahrungen mit Sexismus machen? “

      Habe den Zeit-Artikel auch gerade gelesen. Ich bin inzwischen darauf konditioniert, feministische Statements immer auf versteckte Botschaften zu scannen. Diese Frage ist ein krasser Fall.
      Botschaft: Männliche Dominanz = Sexismus.

      Getarnt wird das ganze als Relativsatz, bei dem unklar bleibt, ob er eine spezielle „Gesellschaft“ beschreibt (a la defining clause im Englischen) oder als Schlußfolgerung zu lesen ist (nondefining clause).
      Schlichte Gemüter (typische ZEIT-Leser (m/w)) fallen drauf rein.

      Wie schon von vanguard bemerkt ist es wegen der versteckten Botschaft außerdem eine Suggestivfrage, sowas ist extrem unprofessionell, wenn man ernsthaft an validen Umfrageergebnissen interessiert ist.

      In dem fast gleichzeitig erschienen Artikel
      http://www.zeit.de/politik/deutschland/2014-01/sexismus-debatte-folgen/komplettansicht
      wird übrigens die Aufschrei-Kampagne als glänzender Erfolg glorifiziert, die ganze Menschheit war und ist brennend dafür, und „Jetzt braucht es Taten“, denn alles ist klar:
      „Denn jetzt, wo die ganz große Aufregung vorbei ist, wäre nun Zeit, in Ruhe über unfaire Rollenverteilungen und kleine und große Ungerechtigkeiten zu reden“.
      Aha. Unfaire Rollenverteilungen = Sexismus.
      Tut schon fast körperlich weh (Aufschrei!), die argumentative Qualität der Zeit. Kann aber auch ein versuchter Einsatz von Hypnosetechniken sein.

      In den Kommentaren hat die Redaktion übrigens ein regelrechtes Gemetzel veranstaltet, grob geschätzt 20% der Kommentare wurden gekürzt oder ganz gelöscht. Redaktionsempfehlungen und Leserempfehlungen sind wieder mal entgegengesetzt.
      Also nichts Neues.

  7. Pingback: Hat der Maskulismus ein Interesse an der Entstehung und Förderung eines gemäßigten Feminismus? | Alles Evolution

  8. Pingback: “Feld und Festung” als Argumentationsstruktur im Feminismus und anderswo | Alles Evolution

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