Wie hegemonial ist der Feminismus? Opferstellung und Macht

Leser David schreibt:

Der Mainstream-Feminismus hingegen ist sich seiner politischen, institutionellen oder auch nur diskursiven Macht allzu bewusst. Wenn man sich Handlungen und öffentliche Äußerungen von Feministinnen anschaut, wird da überwiegend gar nicht mehr gejammert, sondern es werden aktiv Ausschlüsse produziert, deren Opfer verhöhnt werden. Auf Opferrhetorik wird nur noch als Disclaimer referenziert, ein echtes Opferdenken steckt nicht dahinter. Männerrechtler beispielsweise werden (völlig zurecht natürlich) nicht im geringsten als Repräsentaten des “Patriarchats” gesehen, sondern als “Gefahr” der gesellschaftlichen Wertordnung.

Würden in einer tatsächlich patriarchalischen Gesellschaft, Lobbyisten des “privilegierten” Geschlechts etwa verhöhnt und als radikal gebrandmarkt?*

Menschen die sich über “maletears” beömmeln, fühlen sich gar nicht selbst diskriminiert. Die Diskriminierung wird eher wie eine Monstranz vor sich hergetragen, und wer sie streitig machen möchte, der wird höhnisch abgestraft. Die Opferposition des Feminismus ist hegemonial und fühlt sich für die meisten auch nicht als solche an.

Die Denke, die sich in unverhohlenen politischen Forderungen äußert, ist eine autoritäre.

Dazu würde ich sagen, dass eine Opferposition natürlich erhebliche Stärke gegen kann, weil einem über diese Macht zufließen kann. Denn Opfer  müssen geschützt und verteidigt werden, gerade wenn der Angriff gegen sie ungerecht ist und sie schwächer sind als der Gegner. 

Ich denke schon, dass viele Feministinnen sich in einer Opferposition sehen, die Wut auf das Patriarchat und die Privilegien der anderen sind real. Dazu passen die Texte diverser Feministinnen dazu, wie sehr sie an der Welt leiden und wie sie kaum einen Tag überstehen, ohne Sexismus und Gewalt zu erfahren. 

Zur Macht aus der Opferrolle habe ich hier etwas gefunden:

We’ve already discovered how the Victim develops the Victim identity; what we need to know now is how it works today. Basically what it does is allow the Victim to disown any responsibility for her life. No. Others are responsible for her life, her choices, her intentions, her ability to get back up after being knocked down, and her ability to have say-so over her own actions. All of these belong to someone else. At least that’s the way the Victim sees it. And if the Victim’s victim sees it that way too, then the Victim has all the power.

In order for the Victim to begin to stop playing the Victim role and take on a more genuine sense of self, he pretty much has to be surrounded with people who will not be manipulated into being controlled by the Victim’s powerlessness. This means that we are going to have to start getting down to the truth when it comes to the concept of personal responsibility. 

Auch die Wikipedia hat etwas interessantes dazu:

Victim playing by abusers is either:

  • diverting attention away from acts of abuse by claiming that the abuse was justified based on another person’s bad behavior (typically the victim)
  • soliciting sympathy from others in order to gain their assistance in supporting or enabling the abuse of a victim (known as proxy abuse).

It is common for abusers to engage in victim playing. This serves two purposes:

  • justification to themselves – as a way of dealing with the cognitive dissonance that results from inconsistencies between the way they treat others and what they believe about themselves.
  • justification to others – as a way of escaping harsh judgment or condemnation they may fear from others.

Hier könnte ich mir auch vorstellen, dass einiges zur Anwendung kommt, allerdings eher auf unterbewußter Ebene:

  • Privilegientheorien in Verbindung mit Deutungshoheit geben eine gute Basis dafür, dass man sich gegenüber Männern so schlecht benehmen kann wie man will. Die WHMs und die Dudes haben es ja selbst verdient, weil sie ihre Privilegien nicht aufgeben, Frauen unterdrücken und man als Opfer auch keine Rücksicht nehmen kann.
  • „seht wie schlecht es uns wegen der Männer geht, jetzt helft uns deren Privilegien wegzunehmen.
  • wenn eine Feministin etwas aushalten muss, dann kognitive Dissonanzen: Die dortigen Theorien sind voller Löcher, haben ein schwaches Fundament und bauen beständige Feindbilder auf. Eine klare Opferrolle kann da dazu beitragen, dass man zumindest einen roten Faden hat: Wie auch immer die Lage gerade ist, es muss so ausgehen, dass die Frau das Opfer ist. Ein gutes Beispiel ist es, wenn jeder Vorteil, den Frauen haben, als „wohlwollender Sexismus“ umgedeutet wird und sich damit in ein Benachteiligung verwandelt 
  • „hört auf uns zu kritisieren, wir kämpfen nur für Gleichberechtigung“ oder „jetzt fallen die schon wieder alle über uns her, dabei haben wir doch nur gesagt, dass alle Männer von Vergewaltigungen profitieren, dass machen die nur, damit sie uns Raum wegnehmen können“

An diesen Beispielen sieht man, dass Opfersein und Macht haben, auch bewußte Macht als Opfer haben, sich nicht ausschließen. Aus dieser Position werden dann auch Forderungen aufgestellt, die obwohl Opfer autoritär sein können. Dass man die Regeln befolgen muss, folgt daraus, dass der Fordernde eben das Opfer ist. 

Der Feminismus hat insofern das Machtmittel der Opferstellung und das gleichzeitige Aufrechterhalten beider Positionen stark perfektioniert. Man kann gleichzeitig behaupten, dass alle Frauen unterdrückt werden und Gegner durch öffentliches Bloßstellen und andere auf sie hetzen sehr stark angreifen. Wer es schafft, den Gegner in eine Pariastellung zu bringen, weil die eigene Opferstellung so stark ausgebaut ist, dass deren Angriff ein Taboo ist, der hat Macht als Opfer

54 Gedanken zu “Wie hegemonial ist der Feminismus? Opferstellung und Macht

  1. „Ich denke schon, dass viele Feministinnen sich in einer Opferposition sehen, die Wut auf das Patriarchat und die Privilegien der anderen sind real.“

    Weder gibt es das Patriarchat noch gibt es die Privilegien der anderen. Die Wut der Feminist_I*nnen ist eine eingebildete. Ich habe den Eindruck, daß bis auf ein paar Härtefälle diese „Wut“ und die „Einbildungen“ einfach nur absichtlich, mit eiskaltem Kalkül, behauptete Machtmittel der Feminist_I*nnen sind. Es geht denen NUR um Macht, Geld und Posten!

    • @ddbz

      „Weder gibt es das Patriarchat noch gibt es die Privilegien der anderen“

      Da sind wir uns durchaus einig

      „einfach nur absichtlich, mit eiskaltem Kalkül, behauptete Machtmittel der Feminist_I*nnen sind. Es geht denen NUR um Macht, Geld und Posten!“

      Ich fand dazu die Theorie des „Mythos des puren Bösen“ (Myth of pure evil) interessant.
      https://allesevolution.wordpress.com/2012/10/01/der-mythos-des-puren-bosen-myth-of-pure-evil/

      The third root cause of evil is idealism. In some ways this is the most disturbing and tragic, because the perpetrators are motivated by the belief that they are doing something good. Idealists of both the left and the right have sometimes believed that their noble goals justify violent means. The worst body counts of the twentieth century were perpetrated by people who believed that they were doing what was necessary to create a utopian society, whether this reflected a left-wing vision (as in the communist slaughters in China and the Soviet Union) or a right-wing one (as in the horrors perpetrated by Nazi Germany). Earlier centuries witnessed slaughters perpetrated in the name of religion, as people killed to serve their gods. To be sure, sometimes the idealism was a cover for baser motives, including instrumental ones. Some people used religious wars or persecutions to enrich themselves. Yet it is not reasonable to dismiss the sincere idealism of many of the perpetrators. In a large expedition such as the Crusades, there were some along for adventure and others hoping to get rich. But many honestly believed that they were doing God’s work by fighting the infidels in order to reclaim sacred ground for what they thought was the true faith. (…)

    • Erst wenn mann den Satz davor liest, wird daraus ein Schuh:

      „Denn Opfer müssen geschützt und verteidigt werden, gerade wenn der Angriff gegen sie ungerecht ist und sie schwächer sind als der Gegner.“

      Dann wird es klar, dass ein „Patriarchat“ erfunden werden muss, die „Privilegien“ der anderen herbeigeredet werden müssen (z. B. dass sie arbeiten dürfen und ihre Kinder nicht betreuen wollen).

      Erst dann können sie behaupten ohne zu begründen (keine wird Dir begründen, dass sie nicht arbeiten will), dass sie ungerecht behandelt werden.

      Erst dann können sie um Hilfe bei Justiz, bei Politik und Wohlfahrtsorganisationen rufen und sie auch ungeprüft bekommen.

      Nicht anders läuft es z. Zt. mit dem Bildungsplan in Baden-Württemberg. Guck Dir doch das Themenheft an http://www.netzwerk-lsbttiq.net/index.php/themen. Wurde 1:1 in den Leitlinien übertragen mit dem Tenor: Der heterosexuelle Mann ist schuld!

      Das ist der Schlüssel:

      „Denn Opfer müssen geschützt und verteidigt werden, gerade wenn der Angriff gegen sie ungerecht ist und sie schwächer sind als der Gegner.“

      Widersprichst Du dieser Manipulation, wirst Du sofort als Frauenfeind/Homophob/Rechtsradikal/(weitere negative Konnotationen) eingeordnet und von der jeweiligen Gruppierung bekämpft.

      Die Institutionen, die auf die gleiche Behandlung der Menschen, Art. 3 GG achten sollten, wie Justiz, Parlamente, Medien .. haben gegen die Manipulation durch die Opferrhetorik längst kapituliert und machen sich zu deren Handlanger indem sie Dich ebenfalls bekämpfen, bestenfalls ignorieren.

  2. Die Anzahl verübter/versuchter Selbstmorde war in der DDR sehr hoch. Und es waren nicht die Betonköpfe an der Spitze des Staates, die sich das Leben nahmen. Ohnmacht und Hoffnungslosigkeit nicht etwa Privilegien treiben Menschen in den Suizid. Und wenn wir auf die aktuellen Zahlen hierzulande schauen, dann wissen wir, wer wirklich Opfer ist und wer Machthaber.

    Mittels behaupteter Opferhaltung ist selbst eine Mauer im Interesse der von ihr eingeschlossenen Menschen. Die DDR-Machthaber haben besagte Mauer nicht selbst gebaut – sie befahlen den Bau und der „Sieg des Sozialismus“ nahm – begleitet von immergleichen Parolen – seinen Lauf –
    und letzteren hielt bekanntlich „weder Ochs noch Esel“ auf.

    Im staatsfeministischen Deutschland leben laut Zensus 2013 rund 2 Millionen mehr Frauen als Männer.
    Wer verlegt hierzulande „Mythos Männermacht“ von Warren Farrell?
    Wer verlegt hierzulande „Das Ende der Männer“ von Hannah Rosin?
    „Wie hegemonial ist der Feminismus? – Opferstellung und Macht“ ist ein sehr guter Buchtitel.

    • @revolte

      „Und wenn wir auf die aktuellen Zahlen hierzulande schauen, dann wissen wir, wer wirklich Opfer ist und wer Machthaber.“

      Da würde man in Teilen des Feminismus wohl einwenden, dass es eine Unterteilung in hegemoniale Männlichkeit gibt, aber eben auch noch in die Bereiche Komplizen, Marginalisierung und Unterordnung.

      Die hegemoniale Männlichkeit unterdrückt einen Teil der Männer, die sich daraufhin umbringen. Würde man die hegemoniale Männlichkeit abschaffen, dann würde es den Frauen besser gehen und die unterdrückten Männer würden sich nicht mehr umbringen.

      Jetzt müsste man schauen, aus welchen Gründen sich Männer umbringen

        • @ratloser

          Ich finde es wichtig, sie zu verstehen, wenn man sie kritisieren will. Ansonsten kommt man nicht zum Kern der Kritik. Denn den bloßen Einwand, dass sich mehr Männer umbringen, damit kommen Feministinnen ja noch gut zurecht.
          Dem Einwand, dass bestimmte Bücher nicht verlegt werden, könnte man entgegenhalten, dass Männer in einer sie begünstigenden Welt eben keine Bücher kaufen, in denen die aberwitzige These vertreten wird, dass sie keine Privilegien haben (und Frauen erst recht nicht).

          Etwas Advocatus Diaboli spielen führt dazu, dass Kritik geschärft wird. Ich halte es immer für sinnvoll darüber nachzudenken, was die andere Seite wohl auf ein Argument erwidern würde.

      • „Jetzt müsste man schauen, aus welchen Gründen sich Männer umbringen.“

        Das wissen wir doch – weil sie ihre ‚Privilegien‘ verlieren.

        • @ revolte

          „Das wissen wir doch – weil sie ihre ‘Privilegien’ verlieren.“

          Genau so siehts aus.

          Und sie leben deutlich kürzer, weil sie männlich unverantwortlich mit ihrer Gesundheit umgehen…..

          😉

        • @revolte

          „Das wissen wir doch – weil sie ihre ‘Privilegien’ verlieren.“

          das würde dann eben für die feministische Theorie sprechen.

          Man könnte anders argumentieren und darauf abstellen, dass mehr von ihnen verlangt wird und das auch Seitens der Frauen und sie weniger aufgefangen werden.

        • „Man könnte anders argumentieren und darauf abstellen, dass mehr von ihnen verlangt wird und das auch Seitens der Frauen und sie weniger aufgefangen werden.“

          Ja, lieber Christian, nichts anderes machen doch seit gut 10 Jahren die Männerbewegten. Mit welchem konkreten Ergebnis?
          Male Tears – höhöhö.

          • @revolte

            „Ja, lieber Christian, nichts anderes machen doch seit gut 10 Jahren die Männerbewegten“

            Was ist jetzt dein konkretes Argument dagegen, dann nicht beim ersten Argumentationschritt stehen zu bleiben?

            „Mit welchem konkreten Ergebnis? Male Tears – höhöhö.“

            Meiner Meinung nach kann das extremer werden auch ein Zeichen dafür sein, dass Kritik wirkt. Die rationaleren verabschieden sich und bei den irrationalen wird es um so deutlicher

        • „Was ist jetzt dein konkretes Argument dagegen, dann nicht beim ersten Argumentationschritt stehen zu bleiben?“

          Na ganz einfach, dass Mann gegen eine Wand läuft, wenn er rational argumentiert.
          Es ist ein abarbeiten an einem Gegenüber, das ähnlich wie DDR-Bonzen einem geschlossenen Weltbild anhängt. Diese Leute schauen eben nicht durchs Fernrohr, weil alle Wahrheit in der heiligen Schrift niedergelegt ist. Und solange das sie tragende System nicht bröckelt, machen sie weiter.
          Insofern stellt sich vielmehr die Frage, wie das System ‚Opferstellung und Macht‘ geknackt werden kann. Mit Argumenten geht es schon mal nicht, denn Rationalität ist bekanntlich DAS männliche Machtmittel zur Unterdrückung des Opfers Frau.

          „Meiner Meinung nach kann das extremer werden auch ein Zeichen dafür sein, dass Kritik wirkt.“

          Ich würde sagen, es ist eher ein Zeichen dafür, dass sie sich sicher im Sattel wähnen und deshalb keinerlei Kompromisse einzugehen gezwungen sind. Beschämung ist und bleibt DAS Mittel um Mann entsprechend zu steuern.

        • „…auch ein Zeichen dafür sein, dass Kritik wirkt.“

          Ergänzend sei gesagt, dass angesichts der Pläne in der EU-Zentrale bzgl. Feminismuskritikverbot von einer gewissen Wirkung gesprochen werden kann, die jedoch mitnichten wachsende Gesprächsbereitschaft sondern Strafverfolgung nach sich zieht. Und wir hören überdies bzgl. besagter Pläne keinerlei Protest von Seiten der rationaleren oder gar den hiesigen Medien.

          • @Revolte

            „Ergänzend sei gesagt, dass angesichts der Pläne in der EU-Zentrale bzgl. Feminismuskritikverbot von einer gewissen Wirkung gesprochen werden kann, die jedoch mitnichten wachsende Gesprächsbereitschaft sondern Strafverfolgung nach sich zieht.“

            Es sind ja auch recht unkonkrete Pläne. Wir hatten hier schon eine Diskussion dazu

        • Wie alles im Feminismus so ziemlich unkonkret ist – was ihn nicht gehindert hat, die Machtposition zu erlangen, mit der wir uns heute konfrontiert sehen.

        • @ ReVolte

          *Ergänzend sei gesagt, dass angesichts der Pläne in der EU-Zentrale bzgl. Feminismuskritikverbot von einer gewissen Wirkung gesprochen werden kann, die jedoch mitnichten wachsende Gesprächsbereitschaft sondern Strafverfolgung nach sich zieht. Und wir hören überdies bzgl. besagter Pläne keinerlei Protest von Seiten der rationaleren oder gar den hiesigen Medien.*

          Wer feministische „Macht“ bekämpft, sollte nicht übersehen, dass Feminist.I.nnen nur abgeleitete Macht haben, übertragene Macht, keine geunine EIGENE Macht. Sie bauen keine Großkonzerne auf, keine „Frauenstaaten“, keine von Frauen beherrschten Großbanken etc.

          Sie haben – als FRAUEN! – die Macht, mächtige Männer so zu manipulieren, dass sie in ihrem Interesse weniger mächtige Männer ausbeuten und unterdrücken.

          Den meisten Feminst.I.nnen ist das prekäre iherer Machtstellung sehr wohl bewusst. Nur macht das den Umgang mit ihnen nicht leichter, sondern schwerer, denn sie sind eben nicht empauert-selbstbewusst, sondern Angstbeißer.

          Sie wissen um die abgeleitete Machtstellung – es ist „Mätressenmacht“, die darauf beruht, dass auch weiterhin die wirklich Mächtigen es für sinnvoll halten, Feminismus zu fördern.

          Fällt diese Unterstützung durch mächtige (und weniger mächtige – blöde, naive, mutterabhängige) Männer, sackt der Feminismus und seine „Macht“ in sich zusammen wie ein angestochener Luftballon.

          Er trägt sich ja keine Sekunde selbst, finanziert sich nicht selbst, nicht durch eigene Leistung, sondern wird finanziert: vom Steuerzahler, von Stiftungen, von Geldgebern.

          Wie gesagt: Es gibt keine feministischen Konzerne, die ganze Veranstaltung ist eine, die sich nicht selbst trägt, nicht selbst finanziert, sondern die ERMÖGLICHT WIRD.

          Wenn sie die Unterstützung der Ermöglicher verlieren, ist sie weg, die feministische Macht.

          Insofern ist jeder männliche Steuerzahler ein wenn auch unwichtiger, meist auch unwilliger Ermöglicher.

          Der sich daher fragen sollte, ob er denn tatsächlich so viel arbeiten muss, ob er nicht genauso gut leben kann mit weniger Konsum, mehr Freizeit und weniger Steuerlast.

          Natürlich müssen Männer dann auch bereit sein, auf Karriere zu verzichten.

          Aber lohnt sich Anstrengung für Karriere wirklich noch in einem feministisch-femizentrischen System?

          Für einen Mann?

          Wer also Gelassenheit übt, eine ruhige Kugel schiebt, die Beine hochlegt, den tüchtigen, brennend ehrgeizigen Frauen endlich nicht mehr im Wege steht, lebt entspannter, erlaubt es Frauen zu beweisen (und zu erfahren), was sie wirklich können und trägt zum schnelleren Zusammenbruch des eh unhaltbaren Systems bei.

          Keine heroische Taktik, ich weiß, aber eine realistische.

          Denn ich sehe nicht, wie das Propagandageschwätz des Feminismus durch Vernunft zu überwinden wäre.

          Nur bittere Erfahrungen vermögen es, den Panzer aus Illusionen und Wunschdenken zu durchbrechen, mit denen sich viele westliche Frauen immunisiert haben.

          Mann muss es ihnen ermöglichen, diese Erfahrungen zu machen.

          Bevor die gemacht wurden, wird es auch keine Wählermehrheiten geben, die den feministisch-femizentrischen Frauenförderkurs verändern wollen.

          Das Narrativ ist zu mächtig, bespielt zu gut unsere Instinkte und ist zu nützlich für die Ermöglicher, als dass es OHNE NOT aufgegeben würde.

          Der Krug wird solange zum Brunnen gehen, bis er bricht.

    • @ revolte

      Propaganda wirkt. Manipulation ist möglich.

      Was die Sache prekär macht (und da sehe ich durchaus Parallelen zu klassisch totalitären Gesellschaften wie der ehemaligen DDR), ist das Gefühl der Ohnmacht und der Zwang, offene Lügen widerstandslos hinzunehmen.

      Propaganda wirkt nicht durch Überzeugung, sondern durch die durch das Hinnehmenmüssen offensichtlicher Lügen erzeugte Resignation.

      Bislang droht ja „nur“ soziale Stigmatisierung, weist man auf den nackten Arsch des Kaisers hin. Liest man den Arbeitsentwurf der EU, wonach „Antifeminismus“ unter Strafe gestellt werden soll, kann man sich aber ausmalen, dass die Repressionsskala nach oben offen ist.

      Wir haben heute schon Denk- und Sprechverbote, die noch vor 15 Jahren als paranoide Phantasie bezeichnet worden wären.

      Dies betrifft ja keineswegs nur den Genderschwachsinn.

      Wen man lange genug mit der Unterstellung von „Phobien“ und „Ismen“ dazu bringen will, die Realität zu leugnen, entwickelt Hass.
      In der Mehrzahl richtet sich dieser Hass nach innen…Suizid, Substanzabhängigkeit, Depression können die Folge sein.

      Bei einigen richtet sich der Hass aber auch nach außen.

      Versuche, mit diesem gestörten System empathisch umzugehen, in dem man den „Dialog“ mit vermeintlich „gemäßigten“ Teilen des Systems sucht und eine „Verständigung“ anstrebt, sind in meinen Augen völlig kontraproduktiv.

      Wer sich mit Vertretern einer totalitären Ideologie zu arrangieren versucht, ist schon Teil des Systems.

        • @ adrian

          „Wobei es vielfach ja schon als Denk- und Sprechverbot gilt, wenn die eigene Meinung kritisiert wird.“

          Ach ja? Habe ich noch nicht mitbekommen….

        • „Wobei es vielfach ja schon als Denk- und Sprechverbot gilt, wenn die eigene Meinung kritisiert wird.“

          Jaaa, das gibt es.
          Und dann gibt es noch die Fälle, wo Menschen z.B. ihren Job verlieren, weil sie etwas sagen. Prominentes Beispiel Larry Summers oder kürzlich der Chef der Yoga-Pants-Firma ()

          Insofern war dein Gesprächsbeitrag in etwa: „Es finden zu viele Gewalttaten statt. Die Anzahl der Überfälle ist letztes Jahr schon wieder gestiegen. “ – „Ja, aber manche verletzen sich auch, weil sie gegen einen Laternenpfahl laufen“.

      • @ ratloser

        „Versuche, mit diesem gestörten System empathisch umzugehen, in dem man den “Dialog” mit vermeintlich “gemäßigten” Teilen des Systems sucht und eine “Verständigung” anstrebt, sind in meinen Augen völlig kontraproduktiv.“

        Deshalb ist es wichtig auch die Gemässigten
        überall wo es geht anzugreifen und ihnen
        klar zu sagen was wir nicht akzeptieren.
        Ein Grund des Erfolges der Feminasties
        und ihrer Ermöglicher ist ja die Tatsache,
        dass sie ihre Lügen über Jahrzehnte ohne
        nennenswerten Widerstand verbreiten konnten.
        Steter Tropfen höhlt den Stein.

        • @red Pill

          „Deshalb ist es wichtig auch die Gemässigten überall wo es geht anzugreifen und ihnen klar zu sagen was wir nicht akzeptieren.“

          Klingt nach einem guten Weg sie zu radikalisieren und ihnen einen gemeinsamen Feind mit den Radikalren zu geben. Ich würde es schöner finden, wenn man hier einen Keil zwischen die Lager treibt, der vielleicht eine interne Kritik bewirkt. Einen Feminismus im Form einer Frauenlobby wird es immer geben. Genau wie umgekehrt. Meiner Meinung nach stellt sich insofern die Frage, ob es hinreichend gemäßigte Kräfte gibt, mit denen man vernünftig reden kann. Wenn ja, und ich sehe diese gerade in dem Teil der Bevölkerung, der zwar grundsätzlich der Meinung ist, dass es einen Feminismus braucht, aber undogmatisch ist, dann sollte man diese stärken und nicht radikalisieren.

      • „Wer sich mit Vertretern einer totalitären Ideologie zu arrangieren versucht, ist schon Teil des Systems.“

        Seh ich genauso. Und am politischen Feigenblatt ‚Bundesforum Männer‘ nach Vorbild DDR-Blockpartei zeigt sich das auch geradezu exemplarisch.

      • @ratloser

        „Versuche, mit diesem gestörten System empathisch umzugehen, in dem man den “Dialog” mit vermeintlich “gemäßigten” Teilen des Systems sucht und eine “Verständigung” anstrebt, sind in meinen Augen völlig kontraproduktiv. Wer sich mit Vertretern einer totalitären Ideologie zu arrangieren versucht, ist schon Teil des Systems.“

        das unterschätzt meiner Meinung nach, dass der Feminismus sehr weit angelegt ist und viele nicht Teil der Theorien sind sondern diese selbst bescheuert finden würden, wenn man sie ihnen darlegt.

        Es ist vergleichbar damit, dass man sicherlich nicht mit DDR-Bonzen darüber reden kann, was schlecht ist, sehr wohl aber dem Volk vorhalten kann, wieviel besser es im Westen für sie wäre, bis eine kritische Masse erreicht ist, die sich darauf beruft, dass sie auch diese Freiheiten wollen (andere Beispiele mögen besser sein, aber hier war ja irgendwo schon einmal das DDR-Beispiel angefangen worden).

        Die Opferstellung verleiht macht. Diese Macht nimmt man, wenn deutlich wird, dass die Opferstellung vorgespielt ist.

        • @ Christian

          „bis eine kritische Masse erreicht ist, die sich darauf beruft, dass sie auch diese Freiheiten wollen“

          Da können auch die jüngeren auf diesem
          Blog noch ziemlich alt werden bis sich
          diese kritische Masse bildet.
          Immerhin gibt es eine Vielzahl von
          Frauen die zumindest subkutan vom
          Gefühl her der Meinung sind nach
          Jahrhunderten der Unterdrückung
          währen sie nun mal an der Reihe.
          Nur ein Systemzusammenbruch oder
          konkrete Aktionen werden da etwas
          ändern.

          • @red Pill

            „Da können auch die jüngeren auf diesem Blog noch ziemlich alt werden bis sich diese kritische Masse bildet.“

            Es ist dennoch eine gute Taktik eine Möglichkeit zu geben, aus dem Radikalismus auszubrechen und für einen gemäßigten Feminismus einzutreten.

        • @ christian

          Diese geringe Trennschärfe, die Vereinnahmung der emanzipatorischen Idee für die krude feministische Ideologie muss als solche kompromisslos und klar benannt werden.

          Dies gelingt aber nicht, indem man diese Vereinnahmung dadurch akzeptiert, dass man von „gemäßigten“ Teilen des Feminismus redet.

          Die 90% Mit-Feministen, die dies aus Unwissenheit und/oder Opportunismus, nicht aber aus ideologischer Überzeugung sind, vergiften die Gesellschaft genauso, wie die kleine ideologische Kerngruppe.

          Die Krux des Feminismus mit dem Genderschwachsinn ist, dass er die Partikularinteressen verschiedenster Gruppen bedient: Berufspolitiker (Ausbau der staatlichen Strukturen), Akademikermilieu (Schaffen von Erwerbs- und „Forschungs“möglichkeiten v.a. im geisteswissenschaftlichen Bereich), Frauen als Gruppe (Privilegierungen aller Art, Salbung neurotischer Seelchen), Sozialindustrie (Schaffen von Arbeitsplätzchen), linkes Milieu ( Ziel, die bürgerlichen Lebensformen, v.a. den Familienverband zu zerstören).

          Der Vergleich mit der DDR bezüglich einer Gegenstrategie hinkt insofern, als die DDR zum einen nicht am Freiheitswillen sondern am Konsumwillen der Mehrheit litt und zum anderen die politische Dekonstruktion der DDR ohne die Machtverschiebungen in der UDSSR nie denkbar gewesen wäre.

          Es gab in der DDR zu keinem Zeitpunkt eine von Freiheitswillen getriebene kritische Masse.

          Die freiheitlichen Elemente der ehemaligen DDR wurden konsequenterweise nach Übergang in die BRD politisch entsorgt.

          • @ratloser

            „Dies gelingt aber nicht, indem man diese Vereinnahmung dadurch akzeptiert, dass man von “gemäßigten” Teilen des Feminismus redet.“

            Kann es für dich denn überhaupt einen gemäßigten Feminismus geben, mit dem du bereit wärst zu diskutieren?
            Welche Vorraussetzungen müßte dieser erfüllen?

            Ansonsten gebe ich David vollkommen recht:

            Es gibt Abermillionen von Frauen, die durch moderate und sachliche Feminismuskritik potentiell erreichbar sind.


        • Immerhin gibt es eine Vielzahl von
          Frauen die zumindest subkutan vom
          Gefühl her der Meinung sind nach
          Jahrhunderten der Unterdrückung
          währen sie nun mal an der Reihe.

          Dass stimmt schon, und es ist ein triftiges Problem. Wohlgemerkt alles Frauen mit einem Privilege-Score (gab doch mal dieses Board beim Thema Intersektionalität), der weit weit im positiven Bereich liegt.

          Es gibt aber eine hier stets völlig vernachlässigte MEHRzahl von Frauen, bei denen das nicht der Fall ist.

          In meinem Alltag habe ich sehr viel mit gebildeten Frauen zu tun. Sicher gibt es einige feministisch gesetzte Grundannahmen und Schieflagen, von denen die Gesamtgesellschaft durchdrungen ist. Aber Feminismus in direkter Form, aus dem Mund einer Frau, begegnet mir nach wie vor ganz selten im real Life.

          Es gibt Abermillionen von Frauen, die durch moderate und sachliche Feminismuskritik potentiell erreichbar sind.

        • „Es gab in der DDR zu keinem Zeitpunkt eine von Freiheitswillen getriebene kritische Masse.“

          Nur dass Konsumieren eben auch als Teil von Freiheit verstanden wird. (Freie Fahrt für freie Bürger).
          Freiheit als Einsicht in die Notwendig (Marx) hat wiederum eine chinesische Kulturrevolution gerechtfertigt. Insofern dürfte der Freiheitsgedanke der kritischen DDR-„Masse“ sicher ein anderer als der Marxsche gewesen sein. Davon hatten sie genug.

        • Ich sitze beispielsweise gerade in einer Unibibliothek und schreibe an einem Artikel.
          Um mich herum überall hübsche Mädels, die man nach meiner Erfahrung meist innerhalb von 5 Minuten auf sachliche Weise davon überzeugen kann, dass der Gender Pay Gap ein feministischer Mythos ist.
          Hab es schon auf einer Privatparty erlebt, dass eine einzige sich als Femanze outet, indem sie argumentativ gegen die Wand fährt und am Ende halb heulend aus dem Zimmer rennt, woraufhin der Rest nur die Augen verdreht hat.

          Man kann im Kleinen schnell antifeministische Mehrheiten erzeugen. In Diskussionen wie auf diesem Blog, auch mit Feministinnen, lernt man wie das geht.
          Deswegen führe ich sie. Um zu trainieren, und zwar auch für vollkommen andere Themen.

        • @ Christian

          „Es ist dennoch eine gute Taktik eine Möglichkeit zu geben, aus dem Radikalismus auszubrechen und für einen gemäßigten Feminismus einzutreten.“

          Ist es nicht. Als Kenner von PU/Game
          müsste Dir eigentlich klar sein,
          langfristige Kompromisse mit Frauen
          sind nur vernünftig möglich aus einer
          Position der Stärke heraus.
          Davon sind wir noch Meilenweit entfernt.

          • @red Pill

            „Als Kenner von PU/Game müsste Dir eigentlich klar sein, langfristige Kompromisse mit Frauen sind nur vernünftig möglich aus einer Position der Stärke heraus.“

            Viel zu absolut für meinen Geschmack. Zumal das bei Gruppenbelangen sowieso gänzlich der falsche Ansatzpunkt ist.

      • @ ratloser

        *Versuche, mit diesem gestörten System empathisch umzugehen, in dem man den “Dialog” mit vermeintlich “gemäßigten” Teilen des Systems sucht und eine “Verständigung” anstrebt, sind in meinen Augen völlig kontraproduktiv.

        Wer sich mit Vertretern einer totalitären Ideologie zu arrangieren versucht, ist schon Teil des Systems.*

        Völlig d’accord!

        Sezession ist angesagt, eine Art innere Emigration. Überdauern, Überwintern, Winterschlaf.

        Die Alternative wäre revolutionäre Gewalt.

        Auf deren Erfolg zu hoffen, wäre, unter den gegebenen Bedingungen, noch naiver als die Hoffnung, durch vernünftiges Argumentieren etwas Entscheidendes bewegen zu können.

        Weshalb sie auch aus ethischen Gründen nicht zu rechtfertigen ist.

        Falls jemand daran denken sollte, sei’s gesagt.

        Zumal revolutionäre Gewalt mit schöner Regelmäßigkeit in der überwältigenden Mehrzahl völlig oder größtenteils Unschuldige trifft, wiederum, wenn schon schuldig, eher die Dümmeren, die Naiveren, die den Schuss zu spät Gehört-Habenden.

        Die Klügeren, die Geschickteren, die Gefährlicheren unter den Schuldigen haben sich in der Regel längst umorientiert/abgesichert, wenn es zum Klappen kommt.

        • @ roslin

          „Die Klügeren, die Geschickteren, die Gefährlicheren unter den Schuldigen haben sich in der Regel längst umorientiert/abgesichert, wenn es zum Klappen kommt.“

          Transformation der Angstbeißerinnen in submissive Weibchen ist ja bei adäquater Ansprache schon heute zu beobachten. Das Deckmäntelchen für den eigenen Stolz stellt zumeist eine neu entdeckte Religiosität arabischer Provenienz da

          Nach demographischem Austausch wird es dem ideologischen Kern scheiße, den Mitläuferinnen aber prima gehen, weil sie endlich wieder richtig Frau sein dürfen.

          Erwähnte ich schon, dass ich die Feminismuskacke durch das Eierschrumpfen der westlichen Männer und nicht durch Böswilligkeit der westlichen Frauen verursacht halte?

    • @ david

      *“Feminism” is a mask, as well as a weapon, for the advance of the state – and it’s an effective one.*

      Mehr Macht für den Staat in gesellschaftlicher
      und wirtschaftlicher Hinsicht. Daraus ergeben
      sich auch die entsprechenden Interessengruppen.
      Wenn jemand von linkem Antifeminismus
      labert, kann ich nur noch lachen.

  3. Jedenfalls ist es notwendig, zum einen diese Opfa-sein-Masche und andere Eigenarten des Feminismus offenzulegen, und ebenso ist es wichtig, eine „Opferolympiade“ gegen die Feministinnen zu gewinnen.

    Der Feminismus lebt vor allem auch von der Vorstellung, das weibliche Geschlecht sei insgesamt benachteiligt. Genau dieser Eindruck, den die meisten oder zumindest viele Menschen immer noch haben, ist das Problem.

    An die z.B. viel höhere männliche Selbstmordrate denkt meist keiner. Hat kaum einer in seinem „Permanentspeicher“.

    So gesehen kann das weibliche Beharren auf dem Opfastatus nur durch eine anständige, aus „male tears“ bestehenden Flutwelle weggespühlt werden.

    Besser noch: Durch total viele „male tears“ (Damit meine ich nur Aufklärung über die vielen Benachteiligungen von Jungen/Männern im Vergleich zu Frauen, nicht etwa echte Rumflennerei – ein großer Junge weint schließlich nicht!!!) baut sich ein „Tsunamie“ auf und spühlt gleich den ganzen Feminismus weg.

    Mein Beitrag dazu:

    https://allesevolution.wordpress.com/2013/04/20/selbermach-samstag-xxix/#comment-72249

    Weiterverbreiten!

    • @Matthias

      „ebenso ist es wichtig, eine “Opferolympiade” gegen die Feministinnen zu gewinnen“

      Nein, das bringt nichts. Zumal Männer auch verlieren würden, wenn sie gewinnen. Männliche Opfer sind nicht attraktiv. Es gibt daneben weitaus bessere Ansätze, etwa in dem man darauf abstellt, dass man bei jedem Geschlecht dort wo es vielleicht diskriminiert ist, nach Möglichkeiten sucht, Diskriminierungen abzustellen. Wer dann mehr diskriminiert ist, ist egal

      • @ Christian

        „Nein, das bringt nichts.“

        Aus meiner Sicht doch. Ich meine mit „Opferolympiade gewinnen“ eigentlich auch nur, dass die breite Masse der Bevölkerung endlich typische maskulistische Argumente kennt, typische Benachteiligungen des männlichen Geschlechts aus dem Stehgreif nennen kann. Dann hätten beide Seiten kein Opfermonopol mehr. (Dass die Männer dann pauschal als „opfer“ und „benachteiligt“ gelten, habe ich selbst noch nie angestrebt.)

        „Zumal Männer auch verlieren würden, wenn sie gewinnen. Männliche Opfer sind nicht attraktiv.“

        Ja, aber gerade diese Tatsache ist ja gerade ein schlagender Beweis dafür, wie absurd es ist, Frauen pauschal als „benachteiligt“ einzustufen. Frauen können ihre Interessen viel besser vetreten, auch viel besser über eigene Benachtiligungen sprechen, ohne ihre Attraktivität zu verlieren – ein entscheidender Vorteil.

        Die Reaktion darauf in der politischen Auseinandersetzung kann aber nicht sein, dass das männliche Geschlecht verschämt eigene Benachteiligungen nicht thematisiert, weil es dadurch Attraktivität verliert. Genau das ist ja einer der Gründe, warum sich der Feminismus durchsetzen konnte.

        „Es gibt daneben weitaus bessere Ansätze, etwa in dem man darauf abstellt, dass man bei jedem Geschlecht dort wo es vielleicht diskriminiert ist, nach Möglichkeiten sucht, Diskriminierungen abzustellen. Wer dann mehr diskriminiert ist, ist egal“

        Wie man es auch ausdrückt. Aber solche Diskriminierungen lassen sich nur abstellen, wenn Opfer solcher auch darüber reden dürfen, auch männliche Opfer.

        Durch ein Gewinnen der politischen „Opferolympiade“ ist es mit Sicherheit leichter, bestehende Diskriminierungen des eigenen Geschlechts abzustellen.

        Denn wie gesagt – mehr als ein Aufklären darüber, welches Geschlecht in Wahrheit wie benachteiligt ist und in welchen hinsichten, ist dieses Gewinnen der Opferolympiade ja gar nicht.

        Männliche Jugendliche haben eine 9-12 mal so hohe Suizidrate wie weibliche. In Sachen Suizid haben sie also die Opferolympiade gewonnen. Das muss nur noch bekannter werden, und politische Konsequenzen haben – dann ist dieser Teil der Opferolympiade dann wirklich gewonnen. Und zwar von der Seite, die in dem Punkt stärker benachteiligt oder überhaupt betroffen ist.

        Mehr will ich nicht. „Gewinnen“ soll die Opferolypiade immer die Seite, die in dem Punkt stärker benachteiligt/betroffen ist. Oft sind das die Männer. Also hier in westlichen Ländern jedenfalls.

        Eine Idee wäre auch, männlichen Opfern die Möglichkeit zu geben, sich anonym, aber öffentlich zu äußern, ihre Probleme vorzutragen. So bleibt dem Individuum seine Attraktivität erhalten, wenn er nur unter Chriffre „jammert“.

        • @ Matthias

          *Die Reaktion darauf in der politischen Auseinandersetzung kann aber nicht sein, dass das männliche Geschlecht verschämt eigene Benachteiligungen nicht thematisiert, weil es dadurch Attraktivität verliert. Genau das ist ja einer der Gründe, warum sich der Feminismus durchsetzen konnte.*

          Man muss ja nur das offen sagen und vertreten, was man als wahr erkannt und was man als LÜGE erkannt hat.

          Die Funktion der Propaganda im Zusammenspiel mit den Sanktionsmächten ist ja weniger die Durchsetzung der Lüge als Wahrheit als die Demütigung der Menschen.

          Wer dem (sozialen, politischen, wirtschaftlichen) Druck nachgibt und in den Lügenchor einstimmt, die Lügenbekenntnisse nachbetet, die die Vorbeter skandieren, lernt, sich selbst zu verachten.

          Sich selbst verachtende Menschen sind leichter beherrschbar, leichter manipulierbar.

          Ein erheblicher Teil der Propagandaanstrengungen zielt darauf ab, insbesondere weiße, heterosexuelle Männer Selbstverachtung zu lehren (weiße Schuld, weißes Privileg, männliche Schuld, männlliches Privileg).

          Im Interesse der Opferkoalition (Frauen, Migranten, Minderheiten – Schwule, Lesben) und deren Finanziers, Ermöglicher, Unterstützer.

          Da hilft es schon, einfach mal den Rücken steif zu machen und gegenüber den Lügenmäulern auf der (eigenen, denn die Wahrheit hat keiner) Wahrheit zu beharren, auch wenn man dann als Sexist, Rassist, Homophobiker, Reaktionär, Ewig-Gestriger etc. pp. abgestraft wird.

          Ist nicht ganz leicht, aber noch kann man das. Noch droht nur Ostrazismus, noch nicht die Genickschusstscheka.

          Vielleicht wird die auch noch eines Tages auf die Bühne treten, wenn die Lage des Systems prekärer wird, sein Überlebenskampf härter.

          Wer weiß.

          Aber noch sind wir weit, weit davon entfernt.

          Und – Wunder soll man ja nicht ausschließen – vielleicht bewirkt das massenhafte Stehen zur eigenen Wahrheit ja doch noch etwas Positives, bevor es zu spät ist.

          Allerdings, ganz einfach ist es auch nicht.

          Die meisten Menschen sind relativ unaufwändig einzuschüchtern.

          Weshalb der massive Terror von Gestapo/Tscheka/GPU/NKWD etc. eigentlich einen unangemessenen Over-Kill darstellt.

          Der eher aus der irrationalen Psychodynamik der Ideologen erklärbar ist, sich weniger einer kühl-rationalen Funktionalität der Machterhaltung verdankt.

      • Nachtrag: Den Feministinnen haben die vielen „Goldmedaillen“, die sie in den Massenmedien bei Opferolympiaden gewonnen haben in den letzten 40 Jahren, auch viel geholfen. Sie haben dadurch viel Macht und Diskurshoheit gewonnen.

        Jetzt wird es Zeit, darauf aufmerksam zu machen, dass sie „gedopt“ waren (d.h. es wurde gelogen, verschwiegen, übertrieben usw.), und dass diese „Siege“ somit angefechtet/annuliert gehören.

        Und darauf, dass Männer im Opfer sein auch das Zeug zur Goldmedaille haben. Ohne Doping.

      • @Christian
        „dass man bei jedem Geschlecht dort wo es vielleicht diskriminiert ist, nach Möglichkeiten sucht, Diskriminierungen abzustellen.“

        1. §1626 b BGB, der Vater als Mensch zweiter Klasse muss sich vor dem feministischen Gesslerhut verneigen und sein natürliches Recht „beantragen“.
        2. §16 BGleiG hat den Männern das aktive und passive Wahlrecht aberkannt.

        Usw.

        Obwohl diese DISKRIMINIERUNGEN bekannt sind, werden sie nicht abgestellt.

        Weil wir nämlich zu viele Männer haben, die diese Diskriminierungen nicht bekämpfen, mehr noch, sie sogar für gut befinden.

        Daher wird es nur bei der „Suche nach Diskriminierungsabstellung“ bleiben, solange die Gesellschaft sich selbst dekonstruiert.

  4. Vielleich solltest Du den Unterschied zwischen Opfer sein und Opferrolle haben deutlicher machen:
    Opfer sein ist schlecht (wer wird schon gerne verprügelt)
    Operrolle haben ist gut (man kann Schmerzensgeld einklagen)
    Opfer und Opferrolle müssen aber nicht immer bei der gleichen Person liegen.
    Prügel bekommen und keiner glaubt es.
    Wegen einer falschen Behauptung jemanden auf Schmerzensgeld verklagen.

    • @tom

      Viele lange bestehende Ansichten sind durch entgegenstehende Forschung umgestürzt worden, man vergleiche zB das viele religöse Ansichten über die Erde als Mittelpunkt des Sonnensystems, die Entstehung des Menschen durch Schöpfung nicht Evolution oder allgemein zu Magie etc

      • @ christian

        Nur liegt die, die feministische Ideologie potentiell stürzende Evidenz schon lange vor. Das interessiert aber keine (nichtmännliche) Sau.

        Der Versuch den Anhängern einer realitätsleugnenden Ideologie mittels gutem Zureden den Wiedereintritt in die Sphäre der Vernunft nahezulegen, um dann gaaaaanz vorsichtig und behuuuutsam die irrsinnigen gesetzlichen Ausgeburte dieser Ideologie zu entsorgen, ist gut gemeint, aber aussichtslos.

        Bei der feministischen Ideologie handelt es sich nicht um eine von „vielen lange bestehenden Ansichten“, die „durch entgegenstehende Forschung umgestürzt“ werden kann.

        Ähnlich wie übrigens bei der Magie, die Du insofern unpassender Weise in die Reihe Deiner Beispiele mit aufgenommen hast.

        Wir sprechen nicht von einer Haltung aus Mangel an Information.

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